Bericht zur Trinkwasserversorgung Durlach

Vorlage: 2021/0030
Art: Antrag
Datum: 12.01.2021
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Stadtamt Durlach
Erwähnte Stadtteile: Durlach

Beratungen

  • Ortschaftsrat Durlach (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 20.01.2021

    TOP: 9

    Rolle: Entscheidung

    Ergebnis: Kenntnisnahme

Zusätzliche Dateien

  • TOP 9 - Antrag Bericht zur Trinkwasserversorgung Durlach
    Extrahierter Text

    Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier Bericht zur Trinkwasserversorgung Durlach B ́90/DIE GRÜNEN-OR-Fraktion eingegangen am 01.12.2020 Vorlage Nr.: 2021/0030 Gremium Termin TOP ö nö Ortschaftsrat Durlach 20.01.2021 9 ☒ ☐ Sauberes Trinkwasser ist ein elementarer Bestandteil unserer Daseinsvorsorge und trägt wesentlich zur Gesundheit der Bevölkerung bei. Auf Durlacher Gemarkung befinden sich mit dem Hochbehälter Luss ein zentraler Bestandteil der Karlsruher Trinkwasserversorgung, dazu weitere Hochbehälter und auch stillgelegte historische Anlagen. Wir bitten mit diesem Antrag darum, im Ortschaftsrat die Trinkwasserversorgung Durlachs und seiner Stadtviertel darzustellen. Dabei interessieren uns insbesondere auch folgende Aspekte: - Welche Rolle kommt dem Hochbehälter Luss für die gesamtstädtische Wasserversorgung zu? - Wie wird die Trinkwasserqualität gesichert und geprüft? - Im Landkreis Rastatt kam es in den letzten Jahren zu einer Beeinträchtigung des Trinkwassers mit einem Schadstoff (PFC). Bestehen ähnliche Risiken auch für Karlsruhe + Durlach? - Was passiert, wenn das Trinkwasser miökrobiologisch verunreinigt wird? Wie werden wir Bürger darüber informiert? Gibt es dabei in den verschiedenen Stadtvierteln spezifische Probleme (z. B. Bergwald)? - Ist die Verunreinigung des Trinkwassers durch einen terroristischen Akt eine realistische Gefahr? Wie sind wir dagegen gerüstet? - Im letzten Jahr wurden angesichts mehrerer trockener Sommer in ganz Deutschland Diskussionen um eine zukunftsfähige Wasserversorgung geführt. Die Stadtwerke hatten mit dem Wasserwerk Kastenwörth ein weiteres Werk für die Karlsruher Wasserversorgung geplant, welches nicht umgesetzt werden konnte. Müssen wir Durlacher uns für die Zukunft Sorgen um unsere Wasserversorgung machen? - Es gibt stillgelegte Anlagen der Trinkwasserversorgung in Durlach. Welche Bedeutung hatten diese früher? Was ist für die Zukunft damit geplant? unterzeichnet von: Ulrich Wagner und die Fraktion B90/Die Grünen im OR Durlach Antrag

  • TOP 9 - Stellungnahme Bericht zur Trinkwasserversorgung Durlach
    Extrahierter Text

    G e d r u ck t a u f 100 P r o ze n t Re cycl i n g p a p i e r Bericht zur Trinkwasserversorgung Durlach B ́90/DIE GRÜNEN-OR-Fraktion eingegangen am 01.12.2020 Vorlage Nr.: 2021/0030 Gremium Termin TOP ö nö Ortschaftsrat Durlach 20.01.2021 9 ☒ ☐ Kurzfassung Die Trinkwasserversorgung von Karlsruhe (einschließlich Durlach) erfolgt im Gegenbehälterprinzip. Der Hochbehälter Luß fungiert dabei als Gegenbehälter zu den vier Karlsruher Wasserwerken. Das bedeutet, dieser nimmt nachts Trinkwasser auf, das im Netz nicht benötigt wird und gibt es tagsüber wieder ab, wenn im Netz mehr Trinkwasser gebraucht wird, als die Wasserwerke einspeisen. Dabei übernimmt sowohl die Funktion der Druckhaltung als auch der Trinkwasserspei- cherung, falls die Einspeisung durch die Wasserwerke nicht zur Verfügung stünde. Die Gewährleistung der hohen Trinkwasserqualität in Karlsruhe beginnt mit der Förderung eines qualitativ hochwertigen Grundwassers, das durch große Wasserschutzgebiete langfristig gesichert wird. Die Risikoabschätzungen für die Grund- wasserressourcen der Karlsruher Wasserwerke zeigen insgesamt nur geringe Risiken auf. Bei der Aufbereitung, Speiche- rung und Verteilung des Trinkwassers werden alle Vorschriften bzw. Regeln der Technik eingehalten. Zur Überwachung der Trinkwasserqualität in Karlsruhe werden aktuell an 46 Standorten insgesamt 290 routinemäßigen Trinkwasserpro- ben entnommen und schwerpunktmäßig mikrobiologisch analysiert. 47 dieser routinemäßigen Proben werden auch um- fassend chemisch untersucht. Im Falle einer mikrobiologischen Verunreinigung des Trinkwassers, die zu einer Gefährdung der menschlichen Gesund- heit führen kann, werden die betroffenen Kunden unverzüglich über Lautsprecherdurchsagen (durch Polizei, Feuerwehr, THW), durch Postwurfsendungen, Presseerklärungen, Verlautbarungen über Fernsehen, Rundfunk und digitale Medien informiert. Die Anlagen der Trinkwasserversorgung Karlsruhe sind alle durch Objektschutzmaßnahmen gesichert, um das Risiko ei- nes terroristischen Anschlags zu minimieren. Finanzielle Auswir- kungen Gesamtkosten der Maßnahme Einzahlungen | Erträge (Zuschüsse und Ähnli- ches) Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatorischen Kosten abzüg- lich Folgeerträge und Folgeeinsparungen) Ja ☐ Nein ☐ Haushaltsmittel sind dauerhaft im Budget vorhanden Ja ☐ Nein ☐ Die Finanzierung wird auf Dauer wie folgt sichergestellt und ist in den ergänzenden Erläuterungen auszuführen: ☐ Durch Wegfall bestehender Aufgaben (Aufgabenkritik) ☐ Umschichtungen innerhalb des Dezernates ☐ Der Gemeinderat beschließt die Maßnahme im gesamtstädtischen Interesse und stimmt einer Etatisierung in den Folgejahren zu. CO 2 -Relevanz: Auswirkung auf den Klimaschutz Bei Ja: Begründung | Optimierung (im Text ergänzende Erläuterungen) Nein ☐ Ja ☐ positiv ☐ negativ ☐ geringfügig ☐ erheblich ☐ IQ-relevant Nein ☐ Ja ☐ Korridorthema Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) Nein ☐ Ja ☐ durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften Nein ☐ Ja ☐ abgestimmt mit Stellungnahme zum Antrag – 2 – Um den möglichen zukünftigen Herausforderungen durch den Klimawandel gewachsen zu sein, werden die Anlagen der Trinkwassergewinnung derzeit ausgebaut, Ziel ist die Herstellung einer angepassten Versorgungssicherheit mit entspre- chenden Ausfallreserven. Ergänzende Erläuterungen Die Beantwortung der konkret gestellten Fragen im Einzelnen: 1) Welche Rolle kommt dem Hochbehälter Luß für die gesamtstädtische Wasserversorgung zu? Der Hochbehälter Luß am Geigersberg auf Gemarkung Durlach wurde 1967 in Betrieb genommen. Er dient mit seinem Brutto-Volumen von ca. 20 000 m 3 als Gegenbehälter des Stadtnetzes Karlsruhe, das auch das Ortsnetz Durlach mit umfasst. Die an das Stadtnetz Karlsruhe angeschlossenen Wasserwerke Hardtwald, Dur- lacher Wald, Mörscher Wald und Rheinwald speisen Trinkwasser in das Netz ein. Der Hochbehälter Luß nimmt nachts Trinkwasser auf, das im Netz nicht benötigt wird und gibt es tagsüber wieder ab, wenn im Netz mehr Trinkwasser gebraucht wird, als die Wasserwerke einspeisen. Durch seine Höhenlage am Schwarzwaldrand trägt er dazu bei, den Wasserdruck im Trinkwassernetz stabil zu halten. Der Trinkwasserumsatz des Behälters beträgt in der Regel etwa 14 000 m 3 pro Tag bei einem Gesamtumsatz in Karlsruhe von etwa 50 000 m 3 pro Tag. 2) Wie wird die Trinkwasserqualität gesichert und geprüft? Die Gewährleistung der überaus hohen Trinkwasserqualität in Karlsruhe (dies gilt im Folgenden für alle Stadt- teile einschließlich Durlach) beginnt mit der Förderung eines qualitativ hochwertigen Grundwassers, das durch Wasserschutzgebiete streng geschützt und damit langfristig gesichert wird. Die Trinkwasseraufbereitung durch Zugabe von gefilterter Umgebungsluft und anschließenden Filtrationsverfahren, unter anderem über Quarz- sand, ist Prozessen aus der Natur vergleichbar und kommt ohne Zugabe von Chemikalien aus. Auf dem Weg des Trinkwassers zum Kunden werden bei der Aufbereitung, Speicherung und Verteilung des Trinkwassers in allen Teilbereichen, beispielsweise bei der Erstellung und dem Betrieb der Anlagen und des Rohrnetzes, alle gesetzlichen Vorschriften bzw. Regeln der Technik eingehalten. Dies beinhaltet insbesondere der ausschließliche Einsatz für den Trinkwasserbereich zugelassener Materialien und eine hygienisch einwand- freie Arbeitsweise. So dürfen beispielsweise neu verlegte Trinkwasserleitungen erst nach bestandener Hygie- neprüfung in das Bestandsnetz eingebunden werden. Um dies langfristig den Kunden garantieren zu können, lassen sich die Stadtwerke Karlsruhe die Einhaltung aller Vorschriften regelmäßig entsprechend dem Techni- schen Sicherheitsmanagement (TSM) des Deutsche Vereins des Gas- und Wasserfaches e.V. (DVGW) durch unabhängige Gutachter zertifizieren. Zur detaillierten Überwachung der Trinkwasserqualität in Karlsruhe wurden 2020 an etwa 46 Standorten ins- gesamt 290 routinemäßigen Trinkwasserproben entnommen und schwerpunktmäßig mikrobiologisch analy- siert. 47 dieser routinemäßigen Proben werden auch umfassend chemisch untersucht. Allein auf Durlacher Ge- markung befinden sich davon 20 Messstellen, an denen 2020 insgesamt 170 Proben routinemäßig untersucht werden (etwa 100 am zentralen Hochbehälter Luß), davon 16 auch umfassend auf eine Vielzahl von chemi- schen Parametern. Die Überwachung der Trinkwasserqualität erfolgt in enger Abstimmung mit dem Gesund- heitsamt. Alle Untersuchungen bestätigen die hohe Qualität und Reinheit des Naturproduktes Trinkwasser in Karlsruhe. – 3 – 3) Im Landkreis Rastatt kam es in den letzten Jahren zu einer Beeinträchtigung des Trink- wassers mit einem Schadstoff (PFC). Bestehen ähnliche Risiken auch für Karlsruhe + Dur- lach? Das Karlsruher Trinkwasser wird, wie auch das Rohwasser der Karlsruher Wasserwerke, bereits seit 2005, und damit schon vor dem Bekanntwerden der Verunreinigungen im Raum Mittelbaden, auf PFC untersucht. Die bisherigen umfangreichen Messungen zeigen, dass weder im Karlsruhe Trinkwasser noch im Rohwasser der Karlsruher Wasserwerke PFC nachgewiesen kann. Aktuell erfolgt die Untersuchung des Karlsruher Trinkwas- sers auf PFC regelmäßig im jährlichen Abstand. Im Zuge der umfangreichen Erkundungsmaßnahmen nach Bekanntwerden der teils großflächigen PFC-Konta- minationen des Grundwassers im Raum Mittelbaden 2012 wurden auch einige weitere mit PFC belastete Flä- chen im großräumigen Einzugsgebiet des Karlsruher Wasserwerkes Rheinwald entdeckt. Um deren Auswirkun- gen abzuklären, wurden intensive Grundwasser-Untersuchungen an Vorfeldmessstellen im Einzugsgebiet des Wasserwerks durchgeführt. Da die jährlich überwachten Vorfeldmessstellen im Grundwasserzustrom des Was- serwerks Rheinwald bis heute keine PFC-Belastungen aufweisen, kann basierend auf diesem Kenntnisstand für absehbare Zeit auch eine PFC-Belastung des Trinkwassers ausgeschlossen werden. Demzufolge muss mit signifikanten PFC-Belastungen, die Aufbereitungsmaßnahmen des Trinkwassers erfordern würden, auch für die fernere Zukunft nicht gerechnet werden. Die öffentlich zugänglichen Berechnungsergebnisse des numeri- schen Grundwassermodells des Landes Baden-Württemberg zur Modellierung der PFC-Kontamination des Grundwassers im Raum Mittelbaden, die für das Wasserwerk Rheinwald anderes suggerieren, sind aufgrund des Modellansatzes mit der Lage des Wasserwerkes am Modellrand für diesen Bereich für solche Aussagen nicht ausreichend aussagekräftig. Die Stadtwerke haben hierzu eigene Untersuchungen angestellt, welche die o.g. Aussagen bestätigen. Gleiches gilt auch für alle weiteren Karlsruher Wasserwerke. Dort können PFC-Belastungen in den Einzugsge- bieten nach den aktuell vorliegenden umfangreichen Recherchen praktisch ausgeschlossen werden. Das plötzliche Auftreten einer bislang unbekannten Kontamination kann bei den heute üblichen Nachweisver- fahren der Wasseranalytik im Nanogrammbereich grundsätzlich nicht ausgeschlossen werden, da wir selbst im täglichen Gebrauch mit vielen Chemikalien umgehen, die sich möglicherweise irgendwann im aquatischen Wasserkreislauf in geringsten Spuren nachweisen lassen. Deshalb führen die Stadtwerke eingehende und komplexe Risikoabschätzungen für die durch die Wasserwerke bewirtschafteten Grundwasserressourcen durch. Diese ergaben jedoch insgesamt nur geringe Risiken, so dass auch für die Zukunft davon auszugehen ist, dass die Karlsruher Bürger und Trinkwasserkunden auf absehbare Zeit ein natürliches und unbelastetes Trinkwasser genießen können. 4) Was passiert, wenn das Trinkwasser mikrobiologisch verunreinigt wird? Wie werden wir Bürger darüber informiert? Gibt es dabei in den verschiedenen Stadtvierteln spezifische Probleme (z. B. Bergwald)? Im Falle einer mikrobiologischen Verunreinigung des Trinkwassers werden unverzüglich Maßnahmen getrof- fen, um die hygienische Sicherheit des Trinkwassers zu gewährleisten. Dies kann beispielsweise durch eine Desinfektion des Trinkwassers garantiert werden. Darüber hinaus werden sofort Untersuchungen zu Ursachen und einer möglichen Ausbreitung angestellt. Glücklicherweise treten solche Fälle nur äußerst selten auf. Auf der Gemarkung Durlach oder im Gebiet Bergwald sind aktuell keine derartigen Probleme bekannt, alle mikro- biologischen Messungen zeigen, dass das Trinkwasser allen Anforderungen entspricht, die an ein hygienisch einwandfreies und chemisch unbelastetes Trinkwasser gestellt werden. Desinfektionen werden im Zusammen- hang mit Leitungsbaumaßnahmen durchgeführt, da dort vor Inbetriebnahme die Leitungen hygienisch ein- wandfrei sein müssen. Chlorungen werden meist im Zusammenhang mit der Reinigung von Trinkwasserbehäl- ter oder als Sicherheitschlorung bei unklaren Befunden vorgenommen. Belastungen des Trinkwassers sind in – 4 – den letzten Jahren dort ebenfalls nicht aufgetreten. Es ist darüber hinaus anzumerken, dass es in den verschie- denen Stadtvierteln keine Unterschiede bezüglich der Risiken einer mikrobiologischen Kontamination gibt: sie sind überall gleich, und –wie oben beschrieben-damit als überaus gering einzustufen. Im Falle einer mikrobiologischen Verunreinigung gibt es strenge Vorgaben in der Trinkwasserverordnung, die dann durch das Gesundheitsamt angeordnet werden. Dazu zählt, dass die betroffenen Kunden selbstverständ- lich unverzüglich informiert werden müssen. Die Weitergabe der notwendigen Informationen kann über Laut- sprecherdurchsagen (durch Polizei, Feuerwehr, THW), durch Postwurfsendungen, Presseerklärungen, Verlaut- barungen über Fernsehen, Rundfunk und Internet sowie prinzipiell auch unter Nutzung der offizielle Warn-App des Bundes NINA organisiert werden. Derartige Fälle werden in enger Abstimmung bzw. unter Weisung des Gesundheitsamts behandelt. – 5 – 5) Ist die Verunreinigung des Trinkwassers durch einen terroristischen Akt eine realistische Gefahr? Wie sind wir dagegen gerüstet? Die Anlagen der Trinkwasserversorgung Karlsruhe sind alle durch umfassende Objektschutzmaßnahmen gesi- chert, um das Risiko eines terroristischen Anschlags zu minimieren. Diese Objektschutzeinrichtungen werden rund um die Uhr in einer zentralen Leitwarte überwacht. Bei Störungen wird unverzüglich durch Personal der Stadtwerke, teilweise unter Hinzuziehung der Polizei reagiert. Hinzu kommt ein ausgeklügelter baulicher Schutz aller Gebäude, so dass in die Anlagen durch Dritte praktisch nicht einzudringen ist. Auch haben Be- und Entlüftungen keinen direkte Verbindung zum Trinkwasser um Sabotageakte zu verhindern. Hinzu kommt, dass aufgrund der dezentralen Struktur der Trinkwasserversorgung, sie als Ganzes nur schwer zu beeinträchtigen wäre. Insgesamt ist davon auszugehen, dass andere Ziele einfacher und mit größerem Schaden getroffen werden könnten, so dass ein terroristischer Anschlag auf die Trinkwasserversorgung Karls- ruhe insgesamt sehr unwahrscheinlich erscheint. 6) Im letzten Jahr wurden angesichts mehrerer trockener Sommer in ganz Deutschland Dis- kussionen um eine zukunftsfähige Wasserversorgung geführt. Die Stadtwerke hatten mit dem Wasserwerk Kastenwörth ein weiteres Werk für die Karlsruher Wasserversor- gung geplant, welches nicht umgesetzt werden konnte. Müssen wir Durlacher uns für die Zukunft Sorgen um unsere Wasserversorgung machen? Die Stadtwerke Karlsruhe beobachten die möglichen Folgen des Klimawandels auf die Grundwasserressourcen seit Jahren eingehend. So werden die Grundwasserstände in den Einzugsgebieten der Wasserwerke langjährig und regelmäßig gemessen, insbesondere auch im Hinblick auf die bereits erfolgten und zukünftig erwarteten Änderungen im Rahmen des Klimawandels. Es ist zu erwarten, dass in Zukunft häufiger mittlere bis niedrige Grundwasserstände auftreten, und seltener mittlere bis hohe Grundwasserstände. Ein immer weitergehendes Absinken der Grundwasserstände ist jedoch aus derzeitiger Sicht nicht zu erwarten. Insgesamt ist im Raum Karlsruhe nach heutigem Kenntnis- und wissenschaftlichem Prognosestand nicht davon auszugehen, dass die Trinkwassergewinnung qualitativ oder quantitativ durch die klimatischen Entwicklungen wesentlich beein- trächtigt werden könnte. Durch die prognostizierten häufigeren und längeren Hitzeperioden in Karlsruhe wer- den sehr verbrauchsreiche Tage voraussichtlich in Zukunft in ihrer Häufigkeit zunehmen. Dadurch werden Jahre mit einer hohen Trinkwasserjahresabgabe wie beispielsweise 2018 weitaus öfter auftreten. Die Anlagen der Trinkwassergewinnung werden daher derzeit durch ein Maßnahmenprogramm für diese Ver- änderungen gerüstet und ausgebaut, um den zukünftigen Herausforderungen gewachsen zu sein. Hierzu zählt insbesondere die Herstellung einer adäquaten Versorgungssicherheit mit entsprechenden Ausfallreserven. Den wichtigsten Baustein hierbei stellt der Neubau des Wasserwerks Mörscher Wald dar. Danach wird das Wasser- werk Hardtwald technisch angepasst werden um den prognostizierten Tagesspitzenbedarf abdecken zu kön- nen. 7) Es gibt stillgelegte Anlagen der Trinkwasserversorgung in Durlach. Welche Bedeutung hatten diese früher? Was ist für die Zukunft damit geplant? Die Schloss- und Lußquelle sowie das 1896 erbaute Durlacher Wasserwerk wurden 1971 dauerhaft außer Be- trieb genommen und sind für die Trinkwasserversorgung heute ohne Funktion. Das Wasser der Schloßquelle wird heute nur noch zu Zwecken des Zivilschutzes und zu Feuerlöschzwecken verwendet. Das historische Brunnengebäude an der Badener Strasse ist fast unverändert erhalten und besticht als Zeugnis des weinbren- nerschen Baustils in Karlsruhe. Das Wasser der Lußquelle wird der Natur zurückgegeben und abgeleitet. Das frühere Wasserwerksgebäude wurde einer anderen Nutzung zugeführt, die Liegenschaft befindet sich nicht mehr im Eigentum der Stadtwerke Karlsruhe. – 6 – Der Stadtbehälter Durlach hatte seit der Inbetriebnahme des Hochbehälters Luß im Jahr 1967 keine Funktion für die Druckhaltung mehr und diente bis zu seiner Außerbetriebnahme als Vorlagebehälter für die Druckerhö- hungspumpen zum Hochbehälter Schöneck auf dem Turmberg. Mit Inbetriebnahme der Druckerhöhungsan- lage Posseltstraße im Jahr 2012, die das Trinkwasser ohne Vorlagebehälter direkt aus dem Stadtnetz Karls- ruhe bzw. Ortsnetz Durlach beziehen kann, wurde der Stadtbehälter Durlach dauerhaft außer Betrieb genom- men und ist seither keine Anlage, die für die Trinkwasserversorgung genutzt wird. Dieser wird als Zeitzeuge erhalten. Die ausführliche Geschichte der Anlagen der Trinkwasserversorgung in Durlach ist in der Häuser- und Bauge- schichte Schriftenreihe des Stadtarchives Karlsruhe, Bd. 5, unter dem Titel „Wasser. Geschichte der Wasserver- sorgung in Durlach“ von den Autoren Mirko Felber, Matthias Maier und Anke Mührenberg detailliert und aus- führlich beschrieben (Infoverlag ISBN 3-88190-443-3 1. Auflage 2006).