Kaliko-Krebs-Befall Baggersee
| Vorlage: | 2020/1257 |
|---|---|
| Art: | Antrag |
| Datum: | 03.11.2020 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | Ortsverwaltung Grötzingen |
| Erwähnte Stadtteile: | Grötzingen |
Beratungen
- Ortschaftsrat Grötzingen (öffentlich/nicht öffentlich)
Datum: 11.11.2020
Rolle: Entscheidung
Ergebnis: Keine Angabe
Zusätzliche Dateien
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Extrahierter Text
Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister Antrag der FDP-Ortschaftsratsfraktion vom: 01.10.2020 Vorlage Nr.: 117 Kaliko-Krebs-Befall Baggersee Gremium Termin TOP ö nö Ortschaftsrat Grötzingen 11.11.2020 3 x Der amerikanische Kaliko-Krebs gehört zu den unerwünschtesten und spektakulärsten ein- geschleppten Spezies in unseren heimischen Gewässern. Er scheint sich im Grötzinger See besonders stark verbreitet zu haben, Taucher und andere Berufene berichten von einer sehr hohen Besiedelung. Dieser invasive Krebs schädigt unser Öko-System generell und speziell offenbar in ganz erheblicher Weise. Während wir uns mit Monitorings und sehr viel Engagement bereits um ufernahe Gestal- tungen und Regulierungen bemühen, scheint der Neubesiedler unseren See (und seine Um- gebung) unbehindert unter unseren Augen – zunehmend- „abzuräumen“. Die FDP beantragt: - Feststellung der Intensität des Befalles durch städtische Behörden sowie z.B. durch Zusammenarbeit mit gebietsbezogenen Vereinen, um rasch verlässliche Zahlen zu erlangen. - Gegebenenfalls die entsprechenden Amtsstellen im Naturschutzsinne zu präven- tiven und regulierenden Maßnahmen aufzufordern (Fangen, Bejagen, Monitoring des Bestandes und der Entwicklung) und - bald ein griffiges Konzept zur Bekämpfung zu erstellen.
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Extrahierter Text
Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister STELLUNGNAHME zum Antrag FDP-Ortschaftsratsfraktion Vorlage Nr.: Verantwortlich: 117 Dez. 5 Kaliko-Krebs-Befall Baggersee Gremium Termin TOP ö nö Ortschaftsrat Grötzingen 11.11.2020 3 x Kurzfassung Die Vorkommen des Kaliko-Krebses im Grötzinger See sind bekannt. Auch im Werrabronner Graben wur- den Krebse festgestellt. In Abstimmung mit dem Umwelt- und Arbeitsschutz und dem Regierungspräsidium Karlsruhe wird derzeit ein Monitoring im näheren Umfeld des Grötzinger Sees durchgeführt. Im Grötzinger Baggersee gibt es ausreichend Fraßfeinde, um die Ausbreitung des Kaliko-Krebses zu bekämpfen. Dort hat sich der Bestand an Kaliko-Krebsen auf niedrigem Niveau eingependelt. Es fehlen derzeit noch wirksame Strategien zur nachhaltigen Bekämpfung von Kaliko-Krebsen, vor allem in größeren Gewässern. Die Vorkommen des Kaliko-Krebses im Grötzinger See sind bekannt. Auch im Werrabronner Graben wurden Krebse festgestellt. In Abstimmung mit dem Umwelt- und Arbeitsschutz und dem Regierungspräsidium Karlsruhe wird derzeit ein Monitoring im näheren Umfeld des Grötzinger Sees durchgeführt. Im Grötzinger Bagger- see gibt es ausreichend Fraßfeinde, um die Ausbreitung des Kaliko-Krebses zu bekämpfen. Dort hat sich der Bestand an Kaliko-Krebsen auf niedrigem Niveau eingependelt. Es fehlen derzeit noch wirksame Strategien zur nachhaltigen Bekämpfung von Kaliko-Krebsen, vor allem in größeren Gewässern. Finanzielle Auswirkungen Gesamtkosten der Maß- nahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatorischen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) Ja Nein Haushaltsmittel sind dauerhaft im Budget vorhanden Ja Nein Die Finanzierung wird auf Dauer wie folgt sichergestellt und ist in den ergänzenden Erläuterungen auszuführen: Durch Wegfall bestehender Aufgaben (Aufgabenkritik) Umschichtungen innerhalb des Dezernates Der Gemeinderat beschließt die Maßnahme im gesamtstädtischen Interesse und stimmt einer Etatisierung in den Folgejahren zu IQ-relevant Nein Ja Korridorthema: Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) Nein Ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften Nein Ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Die Vorkommen des Kaliko-Krebses im Grötzinger See sind bekannt. Auch im Werrabronner Graben wurden Krebse festgestellt. Bekanntermaßen stellen Kaliko-Krebse eine massive Bedrohung für die einheimische Tierwelt der Gewässer dar. Insbesondere Amphibienpopulationen können sehr stark dezimiert werden. Der Kaliko-Krebs ist momentan (noch) nicht auf der EU-Liste der invasiven Arten gelistet. Für die dort aufgeführten Arten ist ein Monitoring und Management verpflichtend vorgesehen, das derzeit unter Federführung des Regierungspräsidiums Karlsruhe vorbereitet wird. Der Kaliko-Krebs ist davon noch ausgenommen. In Abstimmung mit dem Umwelt- und Arbeitsschutz und dem Regierungspräsidium Karlsruhe erfolgt seit diesem Herbst ein Monitoring am Werrrabronner Graben und im Grötzinger Bruchwald (sofern überflutet), um weitere Daten zur Verbreitung des Kaliko-Krebses zu gewinnen. Das Monitoring wird gemäß einer von der PH Karlsruhe erprobten Methode durchgeführt. Die gefangenen Tiere werden nicht mehr ins Gewässer zurückgesetzt. Durchgeführt wird das Monitoring von Mitarbeitern der Grötzinger Amphibienschutzgruppe. Wirksame Bekämpfungsstrategien des Kaliko-Krebses wurden im Rahmen eines Forschungsprojektes von der PH Karlsruhe für kleinere Gewässer experimentell (erfolgreich) erprobt. Inwieweit sich diese Methoden auf größere Gewässer übertragen lassen ist noch offen. Im Gegensatz zu kleinen Gewässern, in denen sich in der Regel keine Raubfische befinden, sind in größeren Gewässern, wie z. B. dem Grötzinger Baggersee, Fraßfeinde vorhanden, die eine unkontrol- lierte Ausbreitung des Kaliko-Krebses unterbinden. Dies wird auch vom Sportfischerverein Grötzin- gen bestätigt. Nach dessen Auskunft hat sich der Kaliko-Bestand im Grötzinger See auf niedrigem Niveau eingependelt. Ein zu hoher Besatz an Raubfischen schadet dem Gesamtgefüge eines Gewäs- sers. Das derzeit erreichte Gleichgewicht zwischen Krebsen und Raubfischen scheint geeignet, die Krebsbestände auf niedrigem Niveau zu halten.