Fortschreibung Internationalisierungs-Strategie

Vorlage: 2020/1159
Art: Beschlussvorlage
Datum: 07.10.2020
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Stabsstelle Außenbeziehungen und Strategisches Marketing
Erwähnte Stadtteile: Südstadt

Beratungen

  • Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 17.11.2020

    TOP: 5

    Rolle: Entscheidung

    Ergebnis: Kenntnisnahme

Zusätzliche Dateien

  • Anlage Int.Strategie 2020
    Extrahierter Text

    Stadt Karlsruhe Stabsstelle Außenbeziehungen und Strategisches Marketing Internationales Karlsruhe 2030 innovativer.nachhaltiger.weltoffener. Fortschreibung der Karlsruher Internationalisierungsstrategie 2 | Fortschreibung der Karlsruher Internationalisierungsstrategie Fortschreibung der Karlsruher Internationalisierungsstrategie | 3 Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe internationale Menschen aus dieser Stadt, liebe Leser*innen, seit Gründung als für die ganze Welt offene Stadt, nochmals verstärkt durch die 2012 verabschiedete Internationalisie- rungsstrategie, stellt sich Karlsruhe erfolgreich der Globalisierung in ihrer ganzen thematischen Vielfalt. Schon seit Jahren bestimmen die UN-Nachhaltigkeitsziele unser internationales Handeln. Die Stadtverwaltung folgt bei der Internationalisierung der Wirtschaft und Wissenschaft in der Technologieregion. Karlsruhe hat sich hier in den vergangenen Jahren bereits klar aufgestellt. Gleichzeitig hat die Bedeutung der internationalen Einbindung stetig zugenommen. Wir alle nehmen mutig diese Herausforderung an, selbst wenn weltweit das Nationalstaatsdenken wieder zunimmt. Denn die internationale Stadtgesellschaft ist ein Gewinn für unsere Stadt; dank der hier lebenden Menschen mit den unterschiedlichsten Wurzeln, dank Organisationen und Initiativen, die sich internationalen Themen und globaler Verantwortung stellen und unsere Willkommenskultur bereichern. Ich danke auch besonders den Mitarbeiter*innen der Verwaltung: für den kontinuierlichen Dialog mit der Stadtgesellschaft, für unsere gelebten Städte- und Projektpartnerschaften mit Impulsen zur internationalen Arbeit, für die Bereitschaft, sich aktiv in internationale Projekte einzubringen. In der aktuell noch andauernden Corona-Pandemie hat gerade die grenzüberschreitende Kooperation der Stadt ihre Stärke gezeigt. Jetzt heißt es für die Verwaltung: Gemeinsam die fortgeschriebene Strategie umsetzen, stetig weiterentwickeln und dabei die Erfahrungen der Stadtgesellschaft und anderer Städte nutzen. Die Internationalisierungsstrategie 2020 – 2030 weist mit einer ambitionierten Vision den Weg für die nächsten zehn Jahre. Im Namen des Karlsruher Gemeinderats stehe ich dazu: Die größte Stadt im wirtschaftsstarken „Upper Rhine Valley“ stellt sich der globalen Verantwortung. Liebe Stadtgesellschaft, liebe Mitarbeiter*innen, liebe Partner*innen der Stadt, bitte bringen Sie sich weiterhin mit Motivation und neuen Ideen ein. Seien Sie weiter mit dabei auf dem Weg zu einer weltweit aktiven und angesehenen Stadt Karlsruhe. Frank Mentrup 4 | Fortschreibung der Karlsruher Internationalisierungsstrategie Inhaltsverzeichnis 5 Einleitung 6 Internationalisierungsprozess 2012 – 2020 6 Internationalisierungsstrategie 2012: Was wurde umgesetzt? 8 Ergänzende Maßnahmen und Aktivitäten: Was kam noch hinzu? 10 Evaluation der Internationalisierungsstrategie: Kernaussagen und Handlungsempfehlungen 12 Internationalisierungsprozess 2020 – 2030 12 Im Fokus: neue Vision – neue Ziele 14 Im Überblick: Umsetzung der neuen Ziele 16 Im Detail: Einzelmaßnahmen der städtischen Ämter und Gesellschaften ab 2020 41 Aktive Mitwirkung und „Co-Creation“: Akteure im Fortschreibungsprozess 41 Ideenwerkstatt 2019: Bürger*innen entwickeln gemeinsam Ideen 43 Workshop der Verwaltung 2019: Führungskräfte und Mitarbeiter*innen entwerfen das „Internationale Karlsruhe 2030“ 45 Anhang 45 Ergebnisse der Ideenwerkstatt 2019 52 Ergebnisse des Workshops der Verwaltung 2019 56 Abkürzungsverzeichnis 58 Bildnachweis, Notizen 59 Impressum Fortschreibung der Karlsruher Internationalisierungsstrategie | 5 Einleitung Mit der im Jahr 2012 verabschiedeten Internationalisierungs- strategie setzte sich die Stadt Karlsruhe das ambitionierte Ziel, die internationale Themen-, Projekt- und Netzwerkarbeit inhaltlich, organisatorisch und personell neu aufzustellen sowie Stadt und Region als Wirtschaftsstandort international zu positionieren. Die Strategie sollte dem Internationali- sierungsprozess einen Schub geben: für eine zukunftsfähige Stadt und Region in einer globalisierten Welt. Status quo und Evaluation Der vorliegende Bericht gibt erstens einen Überblick über den Status quo des städtischen Internationalisierungsprozesses: Welche der 31 Maßnahmen wurden seit 2012 umgesetzt? Welche zusätzlichen Aktivitäten beförderten die Internatio- nalisierung? In welchen städtischen Ämtern und Gesellschaften ist die internationale Arbeit bereits fest verankert? Die Evaluation erfolgte im Auftrag der Stabsstelle SAM durch die „Strategiemanufaktur“. Dieser externe, neutrale Akteur legte den Fokus auch auf die Frage, welche Faktoren im Prozess erschwerend wirkten. Basierend auf dieser Evaluation formulierten SAM und der externe Dienstleister in einem zweiten Schritt Handlungsempfehlungen für den weiteren Internationalisierungsprozess. Diese wurden mit allen Akteuren diskutiert. Fünf Handlungsempfehlungen mit jeweils drei konkreten Realisierungsschritten gibt die „Strategiemanufaktur“ der Stadtverwaltung und den Gesellschaften mit. Erfolge im Internationalisierungsprozess Der Rückblick auf die letzten acht Jahre zeigt: Der Großteil der Maßnahmen wurde angegangen; 27 von insgesamt 31 Maßnahmen sind abgeschlossen oder befinden sich aktuell noch in der Umsetzung. Mehrere Maßnahmen können als Teil des Tagesgeschäfts gelten; hier half die Internationalisierungsstrategie bei einer nachhaltigen Verankerung der internationalen Arbeit. Nur wenige Maßnahmen gingen nicht an den Start oder wurden nachträglich wieder verworfen. Positiv hervorzuheben ist zudem: ▪ die Stadtspitze hat der Internationalisierung eine hohe Priorität gegeben ▪ die strukturellen Voraussetzungen für den Internationalisierungsprozess wurden verbessert (Kompetenzausbildung der Mitarbeiter*innen, Kommunikation gegenüber Bürger*innen), Aufbau Stabsstelle SAM ▪ im Rahmen der internationalen Netzwerkarbeit wurde die Möglichkeit zum Fachaustausch mit Kollegen*innen aus Stadtverwaltungen europaweit verstärkt genutzt; Karlsruher Know-how und Themen wurden aktiv eingespielt ▪ Karlsruhe ist fester Akteur der europäischen, insbesondere der grenzüberschreitenden Interessenvertretung und Projektarbeit. Die Evaluation hat auch gezeigt: Der Schwerpunkt der internationalen Aktivitäten der städtischen Ämter liegt in Europa – und der Kern der Karlsruher Europaarbeit sind die Städte- und Projektpartnerschaften sowie die grenzüberschreitende Zusammenarbeit am Oberrhein. Diese Tätigkeitsfelder gilt es nun in den kommenden Jahren stärker strategisch aufzustellen sowie übergreifend zu bespielen. Hemmschwellen und Schwachstellen Neben diesen positiven Entwicklungen hat die Evaluation aber auch Schwachstellen im Internationalisierungsprozess aufgezeigt: Dazu gehört die geringe Kenntnis der Internationalisierungsstrategie innerhalb der Verwaltung und die fehlende Kommunikation der internationalen Aktivitäten – auch gegenüber den Bürger*innen. Weitere Ansatzpunkte: Es erfolgte kein systematisches Monitoring. Immer noch ist die Anzahl der international aktiven Ämter begrenzt. Die Dienststellen müssen die internationale Arbeit noch stärker in ihrer thematischen Breite in den Ämtern verankern. Die Perspektive der Stadtgesellschaft (3. Säule der Internationalisierung) blieb bisher noch zu wenig beachtet. Im Internationalisierungsprozess der nächsten Jahre gilt es, die positiven Entwicklungen weiter zu forcieren und die Schwachstellen gezielt anzugehen. Die Stabsstelle SAM wird diesen Prozess mit dem Aufbau eines permanenten und transparenten Monitoringsystems unterstützen. Neue Vision – neue Ziele Anstöße für die Fortschreibung gaben ein Workshop mit der Verwaltung und eine Ideenwerkstatt mit Akteur*innen aus allen Bereichen der Stadtgesellschaft. Motivation für die weitere Internationalisierung gibt eine neue Vision, die sich die Ämter und Gesellschaften gegeben haben: „Internationales Karlsruhe 2030 – innovativer.nachhaltiger.weltoffener.“ Die „Treiber“ der Internationalisierung in der Verwaltung haben zudem die sieben „alten“ Ziele zur Umsetzung der Vision in einem partizipatorischen Prozess „geschärft“ und thematisch neu gebündelt: Fünf breiter gefasste Ziele, die die Herausforderungen des Internationalisierungsprozesses reflektieren. Die neu gefassten Ziele orientieren sich zudem an politischen Entwicklungen und globalen Herausforderungen. Auf dieser Basis haben städtische Ämter und Gesellschaften 50 Einzelmaßnahmen eingereicht, mit denen sie die Internationalisierung in ihren jeweiligen Arbeits- und Zuständigkeitsbereichen voranbringen wollen. Auch Ideen und Vorschläge zur stärkeren Verknüpfung von Stadtverwaltung und Stadtgesellschaft sind nun Teil der Internationalisierungsstrategie. Die Herangehensweisen anderer Städte in Deutschland und Europa finden dabei Beachtung. Die Maßnahmen sind Teil eines offenen, dynamischen Prozesses – Fahrtrichtung „Internationales Karlsruhe 2030“. 6 | Fortschreibung der Karlsruher Internationalisierungsstrategie Internationalisierungsprozess 2012 – 2020 Internationalisierungsstrategie 2012: Was wurde umgesetzt? Der Großteil der in 2012 verabschiedeten Maßnahmen wurde in den vergangenen Jahren angegangen: 27 von insgesamt 31 Maßnahmen sind abgeschlossen oder befinden sich aktuell noch in der Umsetzung. Nur drei Maßnahmen gingen gar nicht erst an den Start oder wurden nachträglich wieder verworfen. Mehrere Maßnahmen konnten als Teil des Tagesgeschäfts verankert werden. = Die Maßnahme ist vollständig abgeschlossen. = Die Maßnahme ist fortlaufend. = Die Maßnahme wurde fallengelassen/ abgebrochen. Maßnahme Status Anmerkungen Gründung der „AG Internationalisierung“ Rolle und Zuständigkeit der AG im Gesamtkontext des stadtinternen Monitoring-Prozesses ab 2020 wird in Quartal 1/2021 festgelegt Schaffung einer zentralen Zuständigkeit Stabsstelle SAM übernimmt weiterhin koordinierende Funktion Vertiefende Bestandsaufnahme der internationalen Vernetzung der Stadt und ihrer Gesellschaften Konzept zur internationalen Markenstrategie Konzept wird im Rahmen der Markenstrategie weiterverfolgt Kommunikation (Web/Print/Soziale Medien) fortlaufende Aufgabe aller städtischen Ämter und Gesellschaften Sprachliche und interkulturelle Kompetenzausbildung der Mitarbeiter*innen Maßnahme wird als grundlegende Voraussetzung des internen Internationalisierungsprozesses fortgesetzt Kompetenzfeld-/Markt- und Branchenanalyse Definition ausländischer Zielmärkte und dementsprechende Ausrichtung Vertriebswege in internationale Märkte Indien-Kompetenzzentrum jetzt: „India Board Karlsruhe” (fortlaufende Entwicklung) Stadt als Partnerin / Initiatorin einer regionalen Fachkräfteallianz Systematische Analyse absehbarer Standortentscheidungen von Institutionen Bewerbung um Ansiedlung einer internationalen Institution beziehungsweise Dependance in Karlsruhe Befristete Abordnung/Freistellung städtischer Mitarbeiter*innen in beziehungsweise für internationale Institutionen Die Maßnahme wurde von den Ämtern und Dezernaten nicht angenommen; SAM erwägt die erneute Einbringung in einer späteren Phase des Internationalisierungsprozesses. Gezielte Beteiligung an internationalen Kooperationen des Landes Baden-Württemberg Die Maßnahme ist auch weiterhin von strategischer Bedeutung. Konzeption der Karlsruher Entwicklungszusammenarbeit Das Thema "kommunale Entwicklungs- zusammenarbeit" (KEZ) hat seit 2012 an Bedeutung gewonnen; in 2021 wird ein Grundsatzpapier in den Gemeinderat Fortschreibung der Karlsruher Internationalisierungsstrategie | 7 Maßnahme Status Anmerkungen eingebracht, das den künftigen politisch- strategischen Rahmen für KEZ setzt. Gezielte Auswahl und Realisierung von Projekten der Entwicklungszusammenarbeit Die Klimapartnerschaft Los Bancos, Ecuador, wird weitergeführt; eine Klimapartnerschaft mit Kampala, Uganda, wird geprüft. Analyse „Willkommenskultur“ Den Maßnahmen zur Willkommenskultur wird mit dem neuen Internationalisierungsziel 1 und diversen Umsetzungsmaßnahmen Rechnung getragen. Bereitstellung spezifischer Informationen für Fachkräfte Bereitstellung spezifischer Informationen für Unternehmen Einrichtung eines „Welcome Center“ Die Konzeption des Welcome Centers erfolgte 2014 – 2017 bei der Stabsstelle Außenbeziehungen; das Welcome Center wurde bei der TRK eingerichtet. Milieuuntersuchung Keine Rückmeldung Bleibeservice für internationale Studierende Definition von Auswahlkriterien für Projekt- und Städtepartnerschaften Realisierung internationaler Einzelprojekte und Projektpartnerschaften Ausbildungspakt Koordinierter Austausch mit den Karlsruher Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen Botschafterkonzept Die Maßnahme wurde abgebrochen, wird aber in 2021 wieder aufgenommen. Bewerbung um internationale Großereignisse Vor-Ort-Einladungen für internationale Evententscheider Analyse/Netzwerkpflege der internationalen Eventszene 8 | Fortschreibung der Karlsruher Internationalisierungsstrategie Ergänzende Maßnahmen und Aktivitäten: Was kam noch hinzu? Zur Umsetzung der Internationalisierungsstrategie wurden 2012 insgesamt 31 Einzelmaßnahmen erarbeitet. Der Rückblick auf die letzten acht Jahre zeigt, dass neben diesen 31 gelisteten Einzelmaßnahmen weitere internationale Aktivitäten und Maßnahmen durchgeführt wurden, die sich erst nach Verabschiedung der Strategie ergeben haben. Diese Maßnahmen und Aktivitäten sind von ebenso großer Bedeutung für den städtischen Internationalisierungsprozess und fließen daher auch in den Fortschreibungsbericht ein. = Die Maßnahme ist vollständig abgeschlossen. = Die Maßnahme ist fortlaufend. Maßnahme I Federführender Akteur Status Beteiligte Akteure Durchführung des Planspiels „Das Junge Europäische Parlament - JEP!“ von der Jugendorganisation „Junge Europäer - JEF Baden-Württemberg“ im Rathaus Karlsruhe. I JEF, RP Karlsruhe (Europe Direct) SAM, HA, POA (Ausbildungsmanagement) Netzwerk gegen Rassismus I KA BfI, ibz UNESCO City of Media Arts I KA KME, KTG, SAM, KMK, KFE, ZKM Erweiterung des Netzwerkes der internationalen Repräsentanzen der Messe Karlsruhe I KMK --- Projekt „Perspektive Ausbildung“ – Berufliche Integration von Geflüchteten I POA AfA, FA, GBA, TBA Teilnahme am Projekt „Destination Europe“ des Regierungspräsidiums (Europe Direct) I RP Karlsruhe, POA SAM Aktives Engagement der Stadt Karlsruhe im Rat der Gemeinden und Regionen Europas – Deutsche Sektion (RGRE) I SAM Dez. 1, HA Weiterentwicklung des Internetauftritts Karlsruhe international I SAM HA, UA, KEK, TRK Europabezogene Öffentlichkeitsarbeit 2012 bis 2020 I SAM afka (ESF), Wifö, UA, KEK, Rheinhafen Aktives Engagement im europäischen Städtenetzwerk EUROCITIES I SAM Fachämter entsprechend Zuständigkeit Zentrale EU-Förderberatung I SAM --- Beitritt von OB Dr. Frank Mentrup in das weltweite Netzwerk „Mayors for Peace“ – „Bürgermeister für den Frieden“ I SAM Dez. 1, Dez. 5, UA Themenpartnerschaft „Urban Mobility“ I SAM, StPlA Dez. 1, Dez. 6, VBK D4C – Dialogues for Change I StPlA --- EUROCITIES – Mobility Section I StPlA --- Teilnahme am Bundesprogramm „Kommunale Koordination der Bildungsangebote für Neuzugewanderte“ I SuS BfI Unterstützung Burundi-Kaffee im Projekt „Karlsruher Fächerkaffee“ I UA SAM Fairtrade Stadt Karlsruhe I UA Themenbezogene Kooperationen, z. B. mit Marktamt, KME, Zoo und weitere Fortschreibung der Karlsruher Internationalisierungsstrategie | 9 Maßnahme I Federführender Akteur Status Beteiligte Akteure Projektstelle zur Koordination der kommunalen Unterstützung des entwicklungspolitischen Engagements in der Karlsruher Zivilgesellschaft I UA AfSta (BME), HA (ZVS / Einkauf), SAM, POA (stadtinterne Fortbildung) und andere Öffentlichkeitsarbeit zu den Themen der Lokalen Agenda 21 / Agenda 2030 I UA AfSta (insb. BME), LA (Web-App), HA (Informationsformate im Rathaus), diverse weitere themenbezogene Formen der Zusammenarbeit bei Bedarf. D-A-CH Energieeffiziente Stadt I UA, KEK IREES Berücksichtigung nachhaltiger und sozialer Kriterien in der städtischen Vergabepraxis mit Sachstandsbericht 2015 I UA Alle beschaffenden Dienststellen sowie die städtischen Gesellschaften Internationaler themenbezogener Erfahrungsaustausch I wechselnd Städtische Dienststellen und Gesellschaften nach Themen IUC City-to-City Pairing mit Nagpur, Indien I WiFö StPlA 10 | Fortschreibung der Karlsruher Internationalisierungsstrategie Evaluation der Internationalisierungsstrategie 1 : Kernaussagen und Handlungsempfehlungen Kernaussagen Die Stadt Karlsruhe verabschiedete im Jahr 2012 ihre Internationalisierungsstrategie. Sie versteht sich als eine Strategie mit einem ganzheitlichen Ansatz in drei Dimensionen. Erstens, der Internationalisierung der Stadtverwaltung und ihrer Gesellschaften. Zweitens, die Stärkung der internationalen Rolle und Sichtbarkeit der Stadt Karlsruhe sowie drittens, die Internationalisierung der Stadtgesellschaft. Mit dieser umfassenden Sichtweise und der Betonung der Rolle der Stadtgesellschaft, nahm die Strategie im nationalen Vergleich eine Vorreiterrolle ein. Zwischenzeitlich hat die Rolle der Kommunen in Europa (Urban Agenda, 2016), aber auch in der internationalen Zusammenarbeit, weiter deutlich an Gewicht gewonnen. Die Internationalisierung von Wirtschaft und Wissenschaft sowie die Zunahme von Migration nach Deutschland stellen die Kommunen vor weitere große Herausforderungen. Die Internationalisierungsstrategie sollte nach fünf Jahren evaluiert werden. An der im Jahr 2018 durchgeführten Evaluation nahmen 44 Ämter und Gesellschaften der Stadt teil. Die Ergebnisse liefern eine Vielzahl für die Zukunft nützliche Erkenntnisse. Sie schwanken je nach Dimension zwischen ermutigend und ernüchternd. Ernüchternd, wenn auch nicht überraschend war das Ergebnis, dass nur knapp 40 % der Befragten mit der Strategie eher bis sehr vertraut waren – gut 60 % der Befragten waren es eher nicht. Hier zeigt sich eine Art „International Divide“. Diese Spaltung zeigt sich fast identisch bei der Frage, ob das jeweilige Amt sich in internationalen Projekten engagierte. Die dritte Grundachse der Internationalisierungsstrategie, die Stadtgesellschaft, spielt in der Arbeit der Ämter eine geringe Rolle; nur circa 30 % der Leitungen hatten diese Dimension in ihre Überlegungen einbezogen. Auch der Nutzen internationaler Aktivitäten für das strategische Stadtmarketing ist wenig präsent (24 %). Der Fokus vieler Ämter sind traditionell die Städte- und Projektpartnerschaften (88 %), gefolgt von EU-Projekten (75 %), grenzüberschreitenden Projekten, der PAMINA- Raum (44 %), die Oberrhein-Kooperation (31 %) und die Entwicklungszusammenarbeit (12,5 %). Die Ergebnisse zeigen insgesamt, dass die Zusammenarbeit in Europa den klaren Fokus bildet. Karlsruhe ist Mitglied in weit über 20 internationalen Netzwerken beziehungsweise nationalen Arbeitsgruppen mit europäischem oder internationalem Bezug. Allein in die Befragung wurden 18 Netzwerke aufgenommen. Das Spektrum reicht von EUROCITIES, Rat der Gemeinden und 1 Basierend auf dem Abschlussbericht der Evaluation der Internationalisierungsstrategie durch „Die Strategiemanufaktur“. Regionen in Europa (RGRE), über regionale grenzüberschreitende Netzwerke bis hin zum Deutschen Städtetag mit seinen entsprechenden Arbeitsgruppen. Die Intensität der Mitarbeit in den verschiedenen Netzwerken ist jedoch höchst unterschiedlich. So wird eines der wichtigsten europäischen Netzwerke, EUROCITIES, nur begrenzt genutzt. Auch perspektivisch ist die Bereitschaft zur Beteiligung begrenzt: Nur knapp 23 % der Ämter wollen sich verstärkt engagieren (beispielsweise Positionspapiere), während 77 % wenig Bereitschaft hierfür erkennen lassen. Das zentrale Argument für die Zurückhaltung ist der Ressourcenmangel in den Ämtern. Differenziert nach Sach- und Personalmittel wird das größte Defizit im Bereich des fehlenden beziehungsweise zu geringen Budgets (fast 91 %) gesehen. Nur knapp 7 % sehen das Budget als ausreichend an und 2,3 % der Befragten verfügen sogar über eher viele Mittel. Hinsichtlich des Personals wird die Situation geringfügig besser eingeschätzt. Immerhin 9,3 % der Befragten halten die Personalressourcen für ausreichend. Allerdings bezeichnen auch hier circa 88 % der befragten Ämter die Ressourcen für nicht ausreichend. Ermutigend ist die hohe Kompetenz in den Bereichen Fremdsprachen und interkulturelle Kompetenz. Für Fremdsprachenkenntnisse liegt der Wert bei circa 63 % („voll und ganz“ 11,63 % sowie „eher ja“ mit 51,16 %) und bei interkultureller Kompetenz sogar bei circa 75 % („voll und ganz“ 20,93 % sowie „eher ja“ mit 53,49 %). Die Ämter wünschen sich künftig eine Unterstützung ihrer Arbeit vor allem in folgenden Bereichen: 1. Vernetzungsunterstützung/Kontaktanbahnung (57,89 %) 2. Informationszugang zu EU-Programmen und EU- Themen (52,63 %) 3. Erfahrungsaustausch mit Städten europaweit/weltweit (52,63 %) 4. Beratungsleistungen bei EU-Förderprogrammen (47,37 %) 5. Projektfonds für befristete Stellen (36,84 %) 6. Reisemittel (36,84 %) 7. Begleitmaßnahmen wie Sprachkurse und Ähnliches (36,84 %) 8. Anschubfinanzierungen (31,58 %), 9. Positionierung der Stadt auf internationaler Ebene (28,95 %) Fortschreibung der Karlsruher Internationalisierungsstrategie | 11 10. Sonstiges (Projektbegleitung, Personal, zentrale Erfassung von Delegationen). Insgesamt ist der Mehrwert der Zusammenarbeit allgemein anerkannt und wird auch entsprechend bewertet. Dies bildet eine gute Ausgangsbasis für die weitere Internationalisierung der Verwaltung und die internationale Zusammenarbeit: 1. Mehr Verständnis für Unterschiede/andere Herangehensweise (79,07 %) 2. Mehr Weltoffenheit (74,42 %) 3. Positionierung der Stadt (74,42 %) 4. Mehr interkulturelle Kompetenz (72,09 %) 5. Mehr Innovation (62,79 %) 6. Höhere Attraktivität der Stadt im Wettbewerb der Städte (62,79 %) 7. Höhere Attraktivität des Standorts für internationale Fachkräfte (51,16 %) 8. Besseres Standortmarketing (44,19 %) 9. Bessere Lösungen für eine fragmentierte Stadtgesellschaft (25,58 %) 10. Sonstige Themen: Wahrnehmung der globalen Verantwortung, höhere Attraktivität auch für Karlsruher Bürger*innen. Handlungsempfehlungen ▪Transparenzder Aktivitäten steigern ▪Europa zu einer Denk-und Handlungsdimension aller Ämter machen ▪Internationalisierung als Teil der Fachaufgabe begreifen ▪Ämtern den Nutzen der Internationalisierung verdeutlichen (Storyline) ▪Digitale Kommunikationsinfrastruktur ausbauen (Blogs, Foren et cetera) ▪Kommunikation in politischen Raum und Stadtgesellschaft mitdenken ▪Systematische Qualifizierung für mehr Europafähigkeit auflegen ▪Europa-und interkulturelle Kompetenz als Karrierefaktor definieren ▪Internationalisierungsfonds auflegen und als Beschleuniger sehen ▪Monitoring-System aufbauen ▪Wirkungsziele definieren und Indikatoren-Set überarbeiten ▪Digitales Dash-Board als Teil der Smart-City-Aktivitäten entwickeln ▪Internationalisierungsstrategien der Ämter verbinden und integrieren ▪Stadtgesellschaft als Partner und Motor eines internationalen Karlsruhes stärken ▪Städtepartnerschaften neu-und weiterdenken „International Divide“ beenden: Internationalisierung wird Alltag „Pulse of Europe“ spürbar machen: Kommunikationsstrategien auf mehreren Ebenen Europafähigkeit ausbauen: Capacity Building in der Verwaltung forcieren Internationalisierungs-Monitoring aufbauen: Transparenz und Sichtbarkeit der Arbeit fördern Internationalisierung im Verbund gestalten: Internationalisierung als permanenter Dialogprozess Abb. 1 Handlungsempfehlungen für den weiteren Internationalisierungsprozess © Die Strategiemanufaktur 12 | Fortschreibung der Karlsruher Internationalisierungsstrategie Internationalisierungsprozess 2020 – 2030 Im Fokus: neue Vision – neue Ziele „Karlsruhe ist eine internationale Stadt“ – so lautete die Vision im Jahr 2012. Seitdem ist viel erreicht worden. Die Vision ist längst Realität. Grund genug, um sich eine neue Vision zu geben. Rund 20 städtische Ämter, Dezernate und Gesellschaften haben sich an der Formulierung der neuen Vision beteiligt. Die neue Vision zeigt klarer, wofür wir stehen und wofür wir uns einsetzen. Mit ihr drücken wir aus, was wir für die Stadtgesellschaft und die Stadtverwaltung in den kommenden Jahren erreichen wollen – füreinander und miteinander. Zur Umsetzung der neuen Vision wurden die sieben „alten“ Ziele „geschärft“, thematisch neu gebündelt und an aktuell- politischen Entwicklungen und globalen Herausforderungen ausgerichtet. Die neue Vision soll Mut machen und begeistern für den Internationalisierungsprozess der nächsten Jahre; die fünf neuen Ziele bieten konkrete Ansatzpunkte für ambitionierte Umsetzungsmaßnahmen und Aktivitäten. VISION Internationales Karlsruhe 2030 – innovativer.nachhaltiger.weltoffener. Eine weltoffene Stadtgesellschaft und ihre Stadtverwaltung treiben ein solidarisches Europa aktiv voran. Gemeinsam übernehmen wir globale Verantwortung im Sinne der UN-Nachhaltigkeitsziele. Wir kooperieren international – mit einer starken Stimme in Europa. Freiheitlich-demokratische Werte, Wissen, Wirtschaft, Kultur und Kreativität haben Stadt und Region weltweit positioniert. Abb. 2 Word Cloud „Internationales Karlsruhe 2030“ © Stadt Karlsruhe I Layout: R. Hartig Fortschreibung der Karlsruher Internationalisierungsstrategie | 13 Ziel 1: Internationale Stadtgesellschaft und Willkommenskultur Karlsruhe ist eine Welcome-City mit einer inklusiven und interkulturell offenen Stadtverwaltung und Stadtgesellschaft. Diese Stadt bietet allen Menschen Heimat und Teilhabe, Sicherheit und Perspektive: bei der Bildung, am Arbeitsmarkt, in der Kultur und beim Leben in der Stadtgesellschaft, für alle Generationen. Für die Stadtverwaltung bedeutet dies gleiche Zugangschancen zu städtischen Informationen, Strukturen und Angeboten; dazu identifiziert die Verwaltung Hindernisse und sorgt für deren Abbau. Dahinter steht das Selbstverständnis einer vielfältigen und offenen Stadtgesellschaft. Ziel 2: Zusammenarbeit in Europa und Europakompetenz Karlsruhe steht für internationale Zusammenarbeit auf allen Ebenen in einem vereinten Europa. Die Stadt lebt ihre Nähe zu Frankreich und nutzt gezielt ihre Position als größte Stadt in der Trinationalen Metropolregion Oberrhein. Grundpfeiler der kommunalen Außenpolitik Karlsruhes sind die Städtepartnerschaftsarbeit und die Zusammenarbeit am Oberrhein. Gemeinderat, Stadtverwaltung und städtische Gesellschaften bringen sich verstärkt und fokussiert in europäische Projekte, Gremien und Netzwerke ein. Die Akteure auf allen Ebenen haben ihre Schlüsselkompetenzen für eine erfolgreiche Europaarbeit gesteigert. Verwaltungen und Zivilgesellschaft in Stadt und Region bündeln ihre internationalen Aktivitäten – kooperativ und sich ergänzend. Bei den Menschen sind die europäischen Grundwerte positiv verankert. Ziel 3: Globale Verantwortung, Nachhaltigkeit und außereuropäische Kooperationen Die Stadt Karlsruhe kommt ihrer globalen Verantwortung nach. Stadtverwaltung und städtische Gesellschaften setzen die UN-Nachhaltigkeitsziele (SDGs) systematisch um und haben dabei soziale, ökonomische und ökologische Aspekte einer nachhaltigen Entwicklung im Blick. Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Zivilgesellschaft kooperieren in diesem Prozess. Die globale Bedeutung einer nachhaltigen Entwicklung ist breit verankert. Verwaltung, städtische Gesellschaften und Stadtgesellschaft engagieren sich verstärkt in außereuropäischen Partnerschaften und Netzwerken sowie in der kommunalen Entwicklungs- partnerschaft mit dem „globalen Süden“. Ziel 4: Innovations- und Wirtschaftsstandort in Europa und weltweit Karlsruhe ist sichtbares Zentrum eines wirtschaftsstarken Europas. Karlsruhe hebt sich im internationalen Wettbewerb als Gründer- und Innovationsstandort hervor. Der Standort ist über seine wettbewerbsfähigen Infrastrukturen krisensicher und gestaltet Zukunftstrends mit, insbesondere Digitalisierung und Mobilität. Karlsruhe – Marktplatz für Ideen, Produkte und Dienstleistungen und lebendiger Ort des Wissensaustauschs: Institutionen der Stadtgesellschaft, Kernverwaltung und städtische Gesellschaften treiben aktiv die internationale Vernetzung der Wirtschaft und den Technologietransfer voran. Die international ausgerichtete Wirtschaft und Wissenschaft bieten Chancen für alle in einer Region mit besten Bildungsangeboten und hoher Lebensqualität. Ziel 5: Internationale Positionierung der Stadt Karlsruhe Karlsruhe hat sich als internationale Marke positioniert. Die Stadt Karlsruhe als Herz der Technologieregion wird weltweit als attraktiver Standort wahrgenommen; insbesondere als Stadt der Offenheit und hoher Sitz des Rechts, als renommiertes Zentrum für Forschung und Hightech-Schmiede für digitale Lösungen, als UNESCO City of Media Arts. Die junge Stadt am Oberrhein zieht an: Entscheider*innen und Multiplikator*innen, Fachkräfte, beruflich, touristisch und kulturell motivierte Gäste genauso wie Zuwandernde in besonderen Lebenslagen. Ziel 4: Innovations- und Wirtschaftsstandort in Europa und weltweit Karlsruhe ist sichtbares Zentrum eines wirtschaftsstarken Europas. Karlsruhe hebt sich im internationalen Wettbewerb als Gründer- und Innovationsstandort hervor. Der Standort ist über seine wettbewerbsfähigen Infrastrukturen krisensicher 14 | Fortschreibung der Karlsruher Internationalisierungsstrategie Im Überblick: Umsetzung der neuen Ziele Die fünf neuen Internationalisierungsziele sollen ab 2020 durch 50 Einzelmaßnahmen umgesetzt werden. Daran beteiligen sich insgesamt 17 städtische Ämter und Gesellschaften. Die zehn Maßnahmen zur Umsetzung von Ziel 1 (Internationale Stadtgesellschaft und Willkommenskultur) decken ein breites Feld von Themen, Zielgruppen und Akteuren ab. Allein 16 Einzelmaßnahmen sind zur Umsetzung von Ziel 2 eingereicht worden. Dies spiegelt das Ergebnis der Evaluation des Internationalisierungsprozesses 2012 bis 2020 wider, wonach der Schwerpunkt der internationalen Aktivitäten in der Europa-bezogenen Themen-, Projekt- und Netzwerkarbeit liegt. Die Übersicht zeigt, dass insbesondere die Städte- und Projektpartnerschaftsarbeit sowie die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in den kommenden Jahren strategisch weiterentwickelt wird – sei es durch die stärkere Einbeziehung der Stadtgesellschaft, und hier insbesondere junger Menschen, oder durch eine noch koordiniertere Gremien- und Projektarbeit mit den Partnern am Oberrhein. Hinzu kommt ein neuer Fokus: die Erhöhung der sogenannten Europakompetenz wird mit fünf Einzel- maßnahmen für Mitarbeiter*innen und Auszubildende tatkräftig angegangen. Die Maßnahmen unter dem neuen Ziel 3 (Globale Verantwortung, Nachhaltigkeit und außereuropäische Kooperationen) zeigen die Ausrichtung der internationalen Aktivitäten der Stadt an den drängenden globalen Herausforderungen. Sie setzen ein klares Zeichen für mehr Nachhaltigkeit und zeigen den Willen und die Bereitschaft zu verstärktem städtischem Engagement im Bereich der kommunalen Entwicklungszusammenarbeit. Das Thema Afrika spielt – neben Frankreich – auch in Ziel 4 (Innovations- und Wirtschaftsstandort in Europa und weltweit) eine Rolle, gefolgt von Zukunftsthemen wie der Künstlichen Intelligenz und der Mobilität. Weitere Märkte, beispielsweise Innovationsregionen in Israel und den USA, bleiben im Blick. Unter Ziel 5 finden sich die Maßnahmen, mit denen die Stadt Karlsruhe ihre internationale Sichtbarkeit verstärken will. Hier findet sich auch das Projekt „Internationale Botschafter*innen für Karlsruhe“ wieder, welches bereits vor Jahren konzeptionell vorangebracht wurde, dann aber wegen fehlender finanzieller Ressourcen zurückgestellt werden musste. Die Abteilung „Strategisches Marketing“ sieht in dieser Maßnahme ein besonderes Potenzial – wie auch in der internationalen Standortkommunikation in Kooperation mit der Stadtgesellschaft. Ziel I Themenbereich Maßnahme I Federführender Akteur Priorität 2 Ziel 1: Internationale Stadtgesellschaft und Willkommenskultur Interkulturelle Elternmentor*innen I SuS hoch Angebot der Ganztagsgrundschule für Kinder aus internationalen Vorbereitungsklassen I SuS hoch Clearing-Stelle für schulpflichtige Kinder und Jugendliche aus dem Ausland I SuS hoch Webseite „Information für Eltern – international“ I SuS hoch Projekt „Perspektive Ausbildung“ – Berufliche Integration von Geflüchteten I POA hoch Städtisches Servicezentrum K4 I OA hoch „Erste Schritte beim Ankommen in Karlsruhe“ – Willkommensheft für Neuzugewanderte I BfI hoch "Willkommen in Karlsruhe" – Willkommensbroschüre für Neuzugewanderte I BfI hoch Verstärkter Dialog mit Migrantenvereinen I BfI mittel Förderung der interkulturellen Kompetenz und der Fremdsprachenkompetenz I POA mittel Ziel 2: Zusammenarbeit in Europa und Europakompetenz Junge Ideen für die Karlsruher Städte- und Projektpartnerschaften I HA, Stja hoch Verstärkte Verankerung der Städte- und Projektpartnerschaften in der Stadtgesellschaft I HA hoch Verstärkte Zusammenarbeit Karlsruhe – Straßburg I SAM hoch Europäische Kulturtage Karlsruhe I KA, Kulturbüro hoch Karlsruhe feiert den Europatag am 9. Mai I SAM hoch 2 Die angegebene Priorität bezieht sich auf die Angabe durch die jeweilige städtische Dienststelle. Fortschreibung der Karlsruher Internationalisierungsstrategie | 15 Ziel I Themenbereich Maßnahme I Federführender Akteur Priorität 2 Ziel 2: Zusammenarbeit in Europa und Europakompetenz Internationaler „Medical Campus“ I Städtisches Klinikum Karlsruhe hoch EUROCITIES – Europäische Netzwerkarbeit im Bereich Mobilität I StPlA hoch Koordinierte Gremienarbeit am Oberrhein I SAM hoch Förderung der grenzüberschreitenden Mobilität I SAM hoch Aufbau Fachkompetenz Europarecht im ZJD I ZJD hoch Förderung der Frankreichkompetenz I SAM mittel Fortbildung „Europawissen kompakt“ I SAM mittel Fortbildung „EU-Förderung kennenlernen und für eigene Projekte nutzen“ I SAM mittel Verstärkte Mitarbeit im Netzwerk EUROCITIES I SAM mittel Austausch von Auszubildenden mit der Partnerstadt Nancy I POA, SAM mittel Europakompetenz für Auszubildende – Projekt „Destination Europe“I POA niedrig Ziel 3: Globale Verantwortung, Nachhaltigkeit und außereuropäische Kooperationen Förderung der Nachhaltigkeit bei der Messe Karlsruhe I KMK hoch Grundsatzpapier „Kommunale Entwicklungszusammenarbeit“ I SAM hoch Neue Projekte für die Klimapartnerschaft mit Los Bancos, Ecuador I KEK, SAM hoch Prüfung einer Klimapartnerschaft mit Kampala, Uganda I SAM hoch Projektpartnerschaft „Wasser“ I TBA hoch Globale Herausforderungen gemeinsam mit Partner- und Projektpartnerstädten angehen I HA mittel Erarbeitung einer Karlsruher Nachhaltigkeitsberichterstattung I UA mittel Koordinierungsstelle für kommunale Entwicklungspolitik I UA mittel Ziel 4: Innovations- und Wirtschaftsstandort in Europa und weltweit Ausbau der Wirtschaftskontakte mit Frankreich I WiFö hoch Aufbau eines Afrika-Netzwerks I WiFö hoch Netzwerke und Cluster international wettbewerbsfähiger machen I WiFö hoch Innovationspark Künstliche Intelligenz I WiFö hoch Zusammenarbeit mit internationalen Wissenschaftseinrichtungen I StPlA hoch Mobilitätsregion Karlsruhe I TRK, KMK hoch Future Mobility Award I KMK mittel Kooperationen mit Innovationsregionen I WiFö mittel Ziel 5: Internationale Positionierung der Stadt Karlsruhe Internationale Sichtbarkeit und Fachaustausch im MICHELIN-Netzwerk I StPlA hoch Beteiligung am „UITP Academy – Regional Training Centre“ im Rahmen der UITP-KA Mobility Innovation Partnership I TRK hoch Intercluster Collaboration I KA hoch Internationale Botschafter*innen für Karlsruhe I SAM hoch Initiative „Magistrale für Europa“ I SAM hoch Karlsruhe international erleben I KME hoch Mehrsprachigkeit bei der Digitalisierungsstrategie – Übersetzungstools integrieren I SAM mittel Internationale Standortkommunikation im Verbund mit Stadtgesellschaft I SAM mittel 2 Die angegebene Priorität bezieht sich auf die Angabe durch die jeweilige städtische Dienststelle. 16 | Fortschreibung der Karlsruher Internationalisierungsstrategie Im Detail: Einzelmaßnahmen der städtischen Ämter und Gesellschaften ab 2020 Ziel 1: Internationale Stadtgesellschaft und Willkommenskultur Karlsruhe ist eine Welcome-City mit einer inklusiven und interkulturell offenen Stadtverwaltung und Stadtgesellschaft. Interkulturelle Elternmentor*innen Angebot der Ganztagsgrundschule für Kinder aus internationalen Vorbereitungsklassen Kurzbeschreibung der Maßnahme Unter dem Motto „Eltern stärken Eltern“ engagieren sich ehrenamtlich tätige interkulturelle Elternmentor*innen für Eltern mit Migrationshintergrund. Sie bekommen individuelle Information und Unterstützung zu den Themen Schule und Bildung und werden darin gestärkt, ihre Rolle als Eltern im deutschen Bildungssystem aktiv wahrzunehmen. Ziele der Maßnahme ▪ Individuelle Beratung, oft in der Herkunftssprache der Eltern ▪ Verbesserung der Zusammenarbeit von Eltern und Schule/Aufbau von Vertrauen ▪ Besserer Zugang zu Informationen und Angeboten für Eltern mit Migrationshintergrund ▪ Verbesserung der Bildungschancen von Kindern mit nichtdeutscher Herkunftssprache Kurzbeschreibung der Maßnahme Aktuell sind Grundschulkinder in internationalen Vorbereitungsklassen (VKL) von der Teilnahme am Ganztagsangebot ausgeschlossen, da es an Lehrerdeputaten durch das Land Baden-Württemberg fehlt. Um dennoch VKL-Schüler*innen die Teilnahme am Ganztag zu ermöglichen, richtet die Stadt Karlsruhe im Rahmen eines Pilotprojekts mit der Schillerschule und dem Stadtjugendausschuss e.V. (Träger im Ganztag) ab dem Schuljahr 2020/21 zwei Stellen im Freiwilligen Sozialen Jahr ein. Diese werden die Kinder aus Vorbereitungsklassen pädagogisch unterstützen und begleiten. Damit soll den Kindern das Einleben an der Schule erleichtert werden. Bei erfolgreicher Durchführung soll das Projekt weitergeführt und gegebenenfalls auf andere Schulen ausgeweitet werden. Ziele der Maßnahme ▪ Verbesserung der Möglichkeiten der sozialen und sprachlichen Integration von neu zugewanderten Schüler*innen ▪ Verbesserung der wirtschaftlichen Integration der Eltern durch verlängerte Betreuungszeiten in der Schule ▪ VKL-Schüler*innen gleichberechtigt in der Schulgemeinschaft ▪ Schulentwicklung durch intensivierte Zusammenarbeit in einem Pilotprojekt Informationen zur Umsetzung Informationen zur Umsetzung Federführung SuS, Bildungskoordination für Neuzugewanderte Federführung SuS, Bildungskoordination für Neuzugewanderte Beteiligte Akteure SJB/BfI Beteiligte Akteure Stja, Schillerschule (GS) Priorität hoch Priorität hoch Realisierungszeitraum in Durchführung seit 2020 Realisierungszeitraum in Durchführung seit dem Schuljahr 2020/21 Kosten Personal- und Sachkosten Kosten Personal- und Sachkosten Fortschreibung der Karlsruher Internationalisierungsstrategie | 17 Clearing-Stelle für schulpflichtige Kinder und Jugendliche aus dem Ausland Webseite „Informationen für Eltern - international“ Kurzbeschreibung der Maßnahme Für neuzugewanderte Kinder und Jugendliche ab der 5. Klasse (Sekundarstufe I) stellt sich die Herausforderung, eine passende Schule in unserem mehrgliedrigen Schulsystem zu finden. Die Zuteilung erfolgt derzeit durch die geschäftsführenden Schulleitungen der Werkrealschulen nach den Kriterien „Wohnort“ und „Kapazität“. Die individuelle Vorbildung und das Potenzial der Schüler*innen wird dabei nicht nach objektivierbaren Kriterien berücksichtigt. Durch eine Clearing-Stelle soll die Zuteilung der Schüler*innen auf die verschiedenen Schulen auf Grundlage eines Testverfahrens und eines Beratungsgesprächs erfolgen. Die geschäftsführenden Schulleitungen sollen dabei durch die Stadtverwaltung Karlsruhe unterstützt werden. Ziele der Maßnahme ▪ Datengestützte, am Bildungsstand orientierte Verteilung neu zugewanderter Kinder und Jugendlicher auf die verschiedenen Schularten ▪ Verbesserung der Bildungschancen von Kindern mit nichtdeutscher Herkunftssprache ▪ Möglichkeit zur weitergehenden Beratung der Eltern in Bezug auf Bildungsangebote Kurzbeschreibung der Maßnahme Die Webseite „www.karlsruhe.de/eltern_international“ stellt gebündelt und mehrsprachig schul- und bildungsbezogene Informationen für Eltern zur Verfügung. Um den Zugang zu wichtigen Informationen und Angeboten zu erleichtern, wurde großer Wert auf verständliche Formulierungen gelegt. Informationen zu folgenden Themen sind aktuell auf der Webseite zu finden: ▪ Schulbesuch für Eltern aus dem Ausland (in fünf Sprachen) ▪ Übergang in die Grundschule (in sieben Sprachen) ▪ Elternmentoren-Programm, Schulwegpläne und mehr Ziele der Maßnahme ▪ Gebündelte, verständliche Informationen, die möglichst viele Eltern in ihrer Herkunftssprache erreichen sollen ▪ Verbesserung der Bildungschancen von Kindern mit nichtdeutscher Herkunftssprache Informationen zur Umsetzung Informationen zur Umsetzung Federführung SuS, Bildungskoordination für Neuzugewanderte Federführung SuS, Bildungskoordination für Neuzugewanderte Beteiligte Akteure Staatliches Schulamt, Geschäftsführende Schulleitungen Beteiligte Akteure --- Priorität hoch Priorität hoch Realisierungszeitraum mittelfristig Realisierungszeitraum in Durchführung seit 2019 Kosten Personal- und Sachkosten Kosten Personal- und Sachkosten 18 | Fortschreibung der Karlsruher Internationalisierungsstrategie Projekt „Perspektive Ausbildung“ – Berufliche Integration von Geflüchteten Städtisches Servicezentrum K4 Kurzbeschreibung der Maßnahme Nach einem Kennenlerntag, Praktika, Vorstellungsgesprächen, vorbereitenden Sprach- und Mathematikkursen sind seit 2019 fünf Geflüchtete in einer beruflichen Ausbildung bei der Stadtverwaltung: ein Kfz-Mechatroniker beim Amt für Abfallwirtschaft, ein Gärtner beim Gartenbauamt, ein Feinwerkmechaniker und zwei Straßenbauer beim Tiefbauamt. Das POA begleitet die Geflüchteten bei Fragen, unterstützt die Ausbilder*innen vor Ort sowie die Berufsschullehrenden in der theoretischen Ausbildung. Ergänzend dazu erhalten die Auszubildenden durchgehend Sprach- und Stützkurse. Zur Förderung der interkulturellen Kompetenz aller Beteiligten wurde ein Workshop „Kulturreise“ mit abschließendem gemeinsamem Kochen durchgeführt. Bei erfolgreichem Verlauf der Ausbildung steht im April 2023 für die ersten Projektteilnehmenden die Übernahmeentscheidung in ein Arbeitsverhältnis bei der Stadtverwaltung an. Die Konzeptionierung und die Umsetzung dieses Projektes erfolgen beim POA. Hierfür wurde zusätzlich eine, vorerst bis Ende 2023 befristete, Projektstelle eingerichtet. Ziel ist es, das Projekt dauerhaft zu etablieren und auszuweiten. Für den Ausbildungsbeginn 2020 konnten drei weitere Geflüchtete eingestellt werden. Perspektivisch ist es vorstellbar, das Projekt um besondere Maßnahmen für die Zielgruppe der weiblichen Geflüchteten auszuweiten und weitere Berufe zu erschließen. Kurzbeschreibung der Maßnahme Im IQ-Projekt „Neukonzeption Bürgerservice“ wurden Ideen für die Neuausrichtung des Bürgerservice, gemäß der Anforderungen an einen modernen Kundenservice, entwickelt und umgesetzt. Beispielsweise wurde das Bürgerbüro in der Steinhäuserstraße zu einem „Servicezentrum Auto und Verkehr“ weiterentwickelt, das digitale Bürgerbüro im Rathaus eröffnet, das Bürgerbüro Ost vollkommen neugestaltet und im Bürgerbüro in der Kaiserallee 8 ein barrierefreier Schalter eingerichtet. Den nächsten Schritt bildet das IQ-Projekt „Städtisches Servicezentrum K4“. Best-Practice-Beispiele aus dem vorangegangenen Projekt sollen auf die kundenintensiven Bereiche des Ordnungs- und Bürgeramtes, wie die Ausländerbehörde und das Standesamt übertragen werden. Zusammen mit Bürger*innen soll ein realisierbares Konzept entwickelt und umgesetzt werden. Das „Städtische Servicezentrum K4“ soll im Sinne eines „städtischen Servicezentrums für Alle“ für Karlsruher Bürger*innen barrierfrei sein und zentral bedient werden. Die Unterscheidung zwischen ausländischen und inländischen Bürger*innen entfällt. Ziel der Maßnahme ▪ Es wird künftig nicht mehr zwischen ausländischen und inländischen Bürger*innen unterschieden. Durch diese Gleichstellung soll eine Separation in einer multinationalen Stadtgesellschaft hinsichtlich des städtischen Kundenservices weitgehend aufgehoben werden. Ziele der Maßnahme ▪ Berufliche Integration von Geflüchteten ▪ Förderung der wirtschaftlichen Unabhängigkeit der Geflüchteten ▪ Fachkräftemangel mit innovativen, sozial wertvollen Maßnahmen begegnen ▪ Weitere interkulturelle Öffnung und Vielfalt der Stadtverwaltung Informationen zur Umsetzung Informationen zur Umsetzung Federführung POA Federführung OA Beteiligte Akteure AfA, afka, FA, GBA, OA, SJB, stja, TBA Beteiligte Akteure StPlA, BfI Priorität hoch Priorität hoch Realisierungszeitraum langfristig, in Durchführung seit 2018 Realisierungszeitraum in Planung Kosten Personalkosten, eventuell zusätzliche Personalstelle erforderlich (bei weiblichen Geflüchteten) Kosten zusätzliche Projektstelle erforderlich Fortschreibung der Karlsruher Internationalisierungsstrategie | 19 „Erste Schritte beim Ankommen in Karlsruhe“ – Willkommensheft für Neuzugewanderte „Willkommen in Karlsruhe“ – Willkommensbroschüre für Neuzugewanderte Kurzbeschreibung der Maßnahme Ein Willkommensheft mit dem Titel „Erste Schritte beim Ankommen in Karlsruhe“ wird erstellt, veröffentlicht und in Fremdsprachen übersetzt. Das Willkommensheft richtet sich an Neuzugewanderte in den ersten Wochen und Monaten in Karlsruhe. Es zeigt überblicksartig die wichtigsten Schritte, Adressen und Anlaufpunkte in Karlsruhe auf, wie beispielsweise die Anmeldung im Bürgerbüro und bei der Krankenkasse, die Wohnungssuche oder die Suche nach einem Sprachkurs sowie Migrationsberatungsstellen. Ziele der Maßnahme ▪ Willkommenskultur in Karlsruhe etablieren durch städtische, mehrsprachige Broschüre für alle Neuzugewanderten, Wahrnehmung von Neuzugewanderten als Karlsruherinnen und Karlsruher sowie Anerkennung der Zielgruppe als wichtige Bevölkerungsgruppe ▪ Schneller Zugang zu den wichtigsten Anlaufstellen sowie Informationen über wichtige Behördengänge ▪ Teilhabe ermöglichen ▪ Das Image der Stadt Karlsruhe fördern als attraktiver Anziehungspunkt für Neuzugewanderte Kurzbeschreibung der Maßnahme Eine Willkommensbroschüre mit dem Titel „Willkommen in Karlsruhe“ wird erstellt, veröffentlicht und in Fremdsprachen übersetzt. Die Broschüre führt alle wichtigen Daten auf, die für Neuzugewanderte in Karlsruhe von Bedeutung sind. Dazu gehören Adressen und Kontaktdaten von städtischen Ämtern, Behörden, Beratungsstellen, Institutionen und Einrichtungen sowie Verbänden und Vereinen. Im Vergleich zu dem kürzeren Willkommensheft bildet die Willkommensbroschüre sehr viel umfänglicher Angebote in Karlsruhe ab und bietet zudem tiefergehende Informationen zu wichtigen Themen, wie beispielsweise das Gesundheits- und Bildungssystem, Möglichkeiten der Partizipation und Kulturangebote sowie Informationen zu typischen Karlsruher Sehenswürdigkeiten. Illustrationen lockern die Broschüre auf und vermitteln ein Karlsruher Lebensgefühl. Ziele der Maßnahme ▪ Teilhabe ermöglichen, indem ein Schwerpunkt auf Partizipation gelegt wird ▪ Einen Überblick schaffen über Angebote, die für neu Zugewanderte relevant sind ▪ Die Karlsruher Willkommenskultur abbilden ▪ Das Image der Stadt Karlsruhe als attraktiver Anziehungspunkt für neu Zugewanderte fördern ▪ Einen schnellen Zugang zu öffentlichen Anlaufstellen in Karlsruhe ermöglichen Informationen zur Umsetzung Informationen zur Umsetzung Federführung BfI Federführung BfI Beteiligte Akteure Dez. 3, PIA Beteiligte Akteure Dez. 3, PIA Priorität hoch Priorität hoch Realisierungszeitraum kurzfristig Realisierungszeitraum kurzfristig Kosten Personal- und Sachkosten Kosten Personal- und Sachkosten 20 | Fortschreibung der Karlsruher Internationalisierungsstrategie Verstärkter Dialog mit Migrantenvereinen Förderung der interkulturellen und der Fremdsprachenkompetenz Kurzbeschreibung der Maßnahme Im Rahmen von Kleinveranstaltungen soll ein Dialog zwischen der Stadt Karlsruhe und Migranten- und Bürgervereinen etabliert werden. Gegenstand des Dialogs bildet die Frage, welchen Beitrag Vereine zum sozialen Zusammenhalt leisten und wie eine Unterstützung durch die Kommune in Zukunft aussehen könnte. Ziele der Maßnahme ▪ Schnittstellen für zukünftige Kooperationsmöglichkeiten mit Bürgervereinen und kommunalen Stellen herausarbeiten ▪ Migrantenvereine an der Ausarbeitung von neuen Richtlinien zur Förderung von Integrationsprojekten des Büros für Integration beteiligen ▪ Stärkung der Rolle der Migrantenvereine als Integrationsakteure und Wertschätzung der zumeist ehrenamtlichen Arbeit ▪ Sichtbarmachen von Migrantenvereinen in der Stadtgesellschaft Kurzbeschreibung der Maßnahme Das Personal- und Organisationsamt (POA) fördert durch Fortbildungen und Angebote im Rahmen der Führungskräftecurricula die Erweiterung der interkulturellen Kompetenz und der individuellen Fremdsprachenkompetenz der städtischen Mitarbeiter*innen. Das Fortbildungs- programm bietet unter anderem einen Vortrag zum Thema „Islamische Glaubensvielfalt – Muslimisches Leben in Deutschland verstehen“ (140 Teilnehmende in den letzten vier Jahren) an sowie ein Seminar zum Thema „Interkulturelle Kommunikation: Zwischen den Kulturen erfolgreich agieren“ (30 Teilnehmende in den letzten vier Jahren). Ergänzt wird dieses Angebot durch zwei neue Fortbildungen: den Online- Workshop „Rassismuskritisches Bewusstsein für den Berufsalltag“ (erstmals in 2020) und das Kurzseminar „Einwanderungsgesellschaft Deutschland!? Vom Ankommen, Willkommen und heimisch werden“ (terminiert für 2021). Darüber hinaus informiert das POA interessierte Mitarbeiter*innen über Möglichkeiten für Fremdsprachentrainings und vermittelt den Kontakt zu Sprachschulen in Karlsruhe. Ziele der Maßnahme ▪ Kompetenzentwicklung, -erweiterung und -steigerung bei städtischen Mitarbeiter*innen Informationen zur Umsetzung Informationen zur Umsetzung Federführung BfI Federführung POA Beteiligte Akteure --- Beteiligte Akteure Fachdienststellen Priorität mittel Priorität mittel Realisierungszeitraum mittelfristig, in Planung Realisierungszeitraum in Durchführung seit über 10 Jahren Kosten Personal- und Sachkosten Kosten Personalkosten Fortschreibung der Karlsruher Internationalisierungsstrategie | 21 Ziel 2: Zusammenarbeit in Europa und Europakompetenz Karlsruhe steht für internationale Zusammenarbeit auf allen Ebenen in einem vereinten Europa. Junge Ideen für die Karlsruher Städte- und Projektpartnerschaften Verstärkte Verankerung der Städte- und Projektpartnerschaften in der Stadtgesellschaft Kurzbeschreibung der Maßnahme Städte- und Projektpartnerschaften leben vom Engagement der Menschen und vom Austausch, sei er persönlich oder digital. Dieses Engagement und die Kontakte werden durch die verstärkte Einbeziehung von jungen Menschen und Unterstützung von Projekten mit, für und von Jugendlichen in die Zukunft getragen. Mit der Jugend wird die Karlsruher Städte- und Projektpartnerschaftsarbeit fit gemacht für die Zukunft. Ziele der Maßnahme ▪ Junge Menschen entwickeln Visionen für die Zukunft in einer gemeinsamen Welt ▪ Junge Menschen erkennen kulturelle Unterschiede und gemeinsame Chancen für die Zukunft ▪ Entwicklung spezifischer Projekte für Jugendliche im Bereich Städte- und Projektpartnerstädte ▪ Unterstützung bei der Schaffung neuer – auch digitaler – Plattformen zum Austausch ▪ Förderung von persönlichem und digitalem Schulaustausch, Azubi-Austausch, Studierendenaustausch mit Partner- und Projektpartnerstädten ▪ „Botschafter*innen“ in und aus den Partnerstädten (wie Praktikant*innen) tragen den Gedanken der Partnerschaft in die Städte, zu den Jugendlichen, in die Zukunft ▪ Thematisierung der Partner- und Projektpartnerschaften in Schulen (Unterricht, Referate); evtl. unter Einbeziehung der Partnerschaftsvereine oder Vertretungen aus den Partnerstädten ▪ Verstärkte Nutzung neuer Medien (Social Media) ▪ Entwicklung eines Netzwerks junger Menschen aus allen Partner- und Projektpartnerstädten und darüber hinaus (beispielsweise deren Partnerstädte) Kurzbeschreibung der Maßnahme Städte- und Projektpartnerschaften leben vom Engagement der Menschen (Bürger*innen, Vereine, Vereinigungen, Institutionen, Verwaltung, Politik) und vom Austausch – persönlich oder digital. Sie ermöglichen Kooperationen auf allen Ebenen. Durch eine verstärkte Verankerung in der Gesellschaft entstehen Freundschaften, Vorurteile werden abgebaut, ein „Europa von unten“ entsteht. Die „kommunale Außenpolitik“ wirkt Strömungen der „großen Politik“ entgegen und trägt zu Völkerverständigung, interkultureller Kompetenz und der Entwicklung eines globalen Bewusstseins bei. Durch Unterstützung von ehrenamtlichem Engagement und dessen Anerkennung werden diese weiter gefördert. Mit dem Ziel, Menschen über gemeinsame Aktionen und Erfahrungen miteinander zu verbinden, den Gemeinsinn zu fördern und neue Impulse für die eigene Stadtgesellschaft zu erhalten, unterstützen Verwaltung und Gemeinderat den Austausch und die Zusammenarbeit in unterschiedlichsten Bereichen. Ziele der Maßnahme ▪ Etablierung und Förderung von Freundeskreisen, Vereinen und Ehrenamtlichen als Multiplikatoren der Städte- und Projektpartnerschaften ▪ Durchführung von zeitlich begrenzten Projekten als Ergänzung des dauerhaften Engagements ▪ Förderung von Begegnungen ▪ Unterstützung bei der Schaffung neuer – auch digitaler – Plattformen zum Austausch ▪ Förderung von persönlichem und digitalem Mitarbeitenden- und Fachaustausch, Azubi-Austausch ▪ Weiterentwicklung des gemeinderätlichen Austausches ▪ Verstärkte Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, unter anderem Social Media Informationen zur Umsetzung Informationen zur Umsetzung Federführung stja, HA Federführung HA Beteiligte Akteure Dezernate, stja, SuS, weitere Dienststellen und Gesellschaften je nach Sachlage und Thema Beteiligte Akteure Dezernate, Dienststellen und Gesellschaften je nach Sachlage und Thema Priorität hoch Priorität hoch Realisierungszeitraum langfristig, in Durchführung Realisierungszeitraum langfristig, in Durchführung Kosten Personal- und Sachkosten Kosten Personal- und Sachkosten 22 | Fortschreibung der Karlsruher Internationalisierungsstrategie Verstärkte Zusammenarbeit Karlsruhe – Straßburg Europäische Kulturtage Karlsruhe Kurzbeschreibung der Maßnahme Straßburg und Karlsruhe tragen auf kommunaler Ebene gemeinsam Verantwortung für die Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Frankreich. Mit dem Verwaltungsaustausch zwischen beiden Städten sollen gemeinsam Antworten auf aktuelle Herausforderungen auf europäischer Ebene gefunden werden, um eine nachhaltige Entwicklung sicherzustellen. Die Kooperation soll als Querschnittsprojekt dezentral in den Fachämtern etabliert werden und konzentriert sich zunächst auf die Themenfelder Stadtplanung, Klimaanpassung, Wirtschaftsentwicklung, Krisenmanagement und nachhaltige Mobilität. Im Rahmen von gemeinsamen Exkursionen in beiden Städten, interkulturellen Fachseminaren, einem Auszubildenen- Austausch und einer abschließenden Fachkonferenz sollen die gegenseitige Vorstellung von Best-Practise- und Innovations- ansätzen und die interkulturelle Zusammenarbeit in den Verwaltungen gestärkt und positive Anreize für die Mitarbeitenden gesetzt werden. Der Austausch wird als Projekt im Rahmen des Baden- Württemberg-Stipendiums – Walter-Hallstein-Programm, einem Programm der Baden-Württemberg-Stiftung zur Förderung des europaweiten Austauschs auf Verwaltungsebene unterstützt. Ziele der Maßnahme ▪ Wissensaustausch ▪ Gemeinsame Interessensvertretung (wie Umweltplakette, TEN-V, Europaparlament) ▪ Anbahnung und Umsetzung konkreter Projekte ▪ Stärkung von Softskills (EU-, Sprach-, interkulturelle Kompetenz) Kurzbeschreibung der Maßnahme Die Europäischen Kulturtage Karlsruhe (EKT) beleuchten mittels Kunst und Kultur je ein aktuelles gesellschaftspolitisches Thema mit Blick auf Europa, seine Geschichte, Gegenwart und Perspektiven. Seit 1983 werden die EKT vom Kulturamt und dem Badischen Staatstheater veranstaltet, getragen von der Stadt Karlsruhe und dem Land Baden-Württemberg. Nach der coronabedingten Absage der EKT:2020 wagen die Veranstalter einen neuen Anlauf: 2021 setzen sich Künstlerinnen und Künstler innerhalb und außerhalb Europas mit dem „Verspre- chen Europa“ auseinander. Die Corona-Krise hat uns auf dramatische Weise vor Augen geführt, wie zerbrechlich die Idee des einigen und offenen Europas in Krisenzeiten ist. Es gilt daher gerade jetzt, die Versprechen Europas – das ursprüng- liche Thema der EKT:2020 – erneut auf den Prüfstand zu stellen und nach Impulsen für ein neues Europa auf der Basis von Solidarität und Kooperation zu suchen. Ziele der Maßnahme ▪ Umsetzung der Leitlinien der europäischen Kulturpolitik nach Artikel 151 des EU-Vertrages: Betonen der Einheit europäischer Kultur unter Wahrung der kulturellen Vielfalt der einzelnen Nationen ▪ Aufgreifen aktueller gesellschaftspolitischer Fragen zu einem europäischen Thema ▪ Impulse setzen aus verschiedenen Perspektiven mit den Mitteln von Kunst und Kultur ▪ Spartenübergreifendes Programm, das für alle Kunstformen offen ist ▪ Kulturaustausch, der auf Nachhaltigkeit zielt ▪ Enge Zusammenarbeit mit den örtlichen kulturellen Initiativen und Institutionen Informationen zur Umsetzung Informationen zur Umsetzung Federführung SAM Federführung KA, Kulturbüro Beteiligte Akteure Relevante städtische Dienststellen, Ämter und Gesellschaften, insbesondere Dez. 1, StplA, TBA, GBA, UA, KVV, Wifö Beteiligte Akteure KTG, KME, SAM, Stk Priorität hoch Priorität hoch Realisierungszeitraum mittelfristig Realisierungszeitraum mittelfristig, in Durchführung seit 1983 Kosten Personal- und Sachkosten Kosten Personal- und Sachkosten Fortschreibung der Karlsruher Internationalisierungsstrategie | 23 Karlsruhe feiert den Europatag am 9. Mai Internationaler „Medical Campus“ Kurzbeschreibung der Maßnahme Im Auftrag des Gemeinderats feiert die Stadt Karlsruhe ab 2020 jedes Jahr am 9. Mai den Europatag. Zielgruppe ist die gesamte Stadtgesellschaft, die eine aktive Rolle spielen soll. Dafür bezieht SAM relevante städtische Ämter, Dienststellen und Gesellschaften und europaaktive Gruppen und Akteure in Stadt und Region ein. Der Europatag macht die vielfältigen Aspekte der städtischen Europaarbeit sichtbar (insbesondere Städtepartnerschaften, grenzüberschreitende Zusammenarbeit, EU-Projekte). Zudem greift er aktuelle Themen und Fragestellungen auf. Je nachdem, ob der 9. Mai auf einen Wochentag oder ein Wochenende fällt, entwickelt SAM gemeinsam mit Europa- Aktiven ein Konzept mit unterschiedlichen Formaten. Alle zwei Jahre wird der Europatag ins Programm der Europäischen Kulturtage eingebunden. Wichtig ist eine umfassende Öffentlichkeitsarbeit einschließ- lich Social Media. SAM setzt sich für eine weitreichende Beflaggung im Stadtgebiet ein und prüft eine Unterstützung durch EU-, Bundes- und Landesmittel. Ziele der Maßnahme ▪ Europäische Themen und Aktivitäten werden in und gemeinsam mit der Stadtgesellschaft sichtbar gemacht. ▪ Die Vernetzung von Europa-Akteurinnen und -Akteuren wird gestärkt und ausgebaut. ▪ Europa und die europäischen Grundwerte Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Vielfalt werden positiv verankert. Kurzbeschreibung der Maßnahme In Kooperation mit einer internationalen medizinischen Universität soll ein Modellstudiengang für das Fach Humanmedizin am Städtischen Klinikum Karlsruhe etabliert werden. Hierzu finden derzeit vertiefende bilaterale Gespräche statt. Aufgrund der vertraglichen Situation kann der konkrete Partner momentan noch nicht benannt werden. Ziele der Maßnahme ▪ Personalgewinnung und Personalbindung ▪ Attraktives und verbessertes Angebot für Studierende und auch für die Lehrenden ▪ Internationale Vernetzung auf dem Gebiet Lifescience ▪ Stärkung des Städtischen Klinikums Karlsruhe als Maximalversorger mit universitärer Ausrichtung ▪ Akquisition von Forschungs- und Drittmittelgeldern ▪ Verbesserung der innovativen medizinischen Versorgungsqualität im Stadt- und Landkreis Karlsruhe Informationen zur Umsetzung Informationen zur Umsetzung Federführung SAM Federführung Städtisches Klinikum Karlsruhe Beteiligte Akteure Relevante städtische Dienststellen, Ämter und Gesellschaften, Europa-Aktive in Stadt und Region einschließlich Grenzraum Beteiligte Akteure --- Priorität hoch Priorität hoch Realisierungszeitraum langfristig, in Planung Realisierungszeitraum langfristig, in Planung Kosten Personal- und Sachkosten Kosten Personal- und Sachkosten 24 | Fortschreibung der Karlsruher Internationalisierungsstrategie EUROCITIES – Europäische Netzwerkarbeit im Bereich Mobilität Koordinierte Gremienarbeit am Oberrhein Kurzbeschreibung der Maßnahme Als Mitglied im europäischen Städtenetzwerk EUROCITIES vertritt das Stadtplanungsamt die Stadt Karlsruhe im fachlichen Austausch im Rahmen der Mobilitäts-Sektion des Netzwerks. Ziele der Maßnahme ▪ Positionierung der Stadt als Motor in den Themenfeldern der nachhaltigen und effizienten Mobilität. Kurzbeschreibung der Maßnahme Im Mittelpunkt stehen eine verstärkte Abstimmung der Themen und Aktivitäten in den Netzwerken und Gremien am Oberrhein, in denen die Stadt Mitglied ist beziehungsweise denen der Oberbürgermeister vorsitzt. Die koordinierte Gremienarbeit soll die Belange der Stadt zielgerichtet in die Gremienarbeit einbringen, so dass Forderungen für und Lösungsansätze am Oberrhein mit den Forderungen und benötigten Lösungsansätzen von Karlsruhe vor allem im Bereich der Stadtentwicklung, der Mobilität, des Klima- und Umweltschutzes, bei Jugend und Kultur, Forschungsfragen und der Wirtschaftsentwicklung konform sind. Vor dem aktuellen Hintergrund der Corona-Pandemie rückt auch das Thema Gesundheitsversorgung in den Vordergrund und braucht ein abgestimmtes Vorgehen. Ziele der Maßnahme ▪ Verbesserte, grenzüberschreitende Abstimmung, um die Belange Karlsruhes besser zu positionieren ▪ Stärkung der Trinationalen Metropolregion Oberrhein und des europäischen Gedankens ▪ Vereinfachung von bestehenden Strukturen etwa durch Zusammenlegung von Sitzungstagen und Themen Informationen zur Umsetzung Informationen zur Umsetzung Federführung StPlA Federführung SAM Beteiligte Akteure --- Beteiligte Akteure Dez. 1, StPlA, TBA, KVV, UA, GBA, KEK, Wifö, Städtisches Klinikum Karlsruhe; je nach Themenfeld weitere Dienststellen sowie Organisationen am Oberrhein Priorität hoch Priorität hoch Realisierungszeitraum langfristig, in Durchführung seit 2015 Realisierungszeitraum langfristig, in Durchführung Kosten Personal- und Sachkosten Kosten Personalkosten Fortschreibung der Karlsruher Internationalisierungsstrategie | 25 Förderung der grenzüberschreitenden Mobilität Aufbau Fachkompetenz Europarecht im ZJD Kurzbeschreibung der Maßnahme Eine langfristige Verbesserung des grenzüberschreitenden Verkehrsangebots ist zentral, um die negativen Auswirkungen fehlender nachhaltiger Verbindungen auf die wirtschaftliche Entwicklung der Region, den grenzüberschreitenden Arbeits- und Ausbildungsmarkt und die gesellschaftliche und soziale Teilhabe der Grenzraumbewohner auszugleichen. In Abstimmung mit den Aktivitäten verschiedener oberrheinischer Akteure sollen grenzüberschreitende Mobilitätsangebote über alle Verkehrsträger hinweg und auf allen Ebenen verbessert werden. Dies erfordert eine abgestimmte Interessensvertretung zur Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur und die Umsetzung verschiedener zentraler Vorhaben wie beispielsweise des Missing Links Karlsruhe-Rastatt-Haguenau-Saarbrücken, die Harmonisierung von Tarifen und Fahrplänen, die Weiterentwicklung des grenzüberschreitenden Mobilitätsportals und die gegenseitige Anerkennung der Umweltplaketten. Ziele der Maßnahme ▪ Verbesserte, grenzüberschreitende Mobilitätsangebote über alle Verkehrsträger hinweg und auf allen Ebenen ▪ Gemeinsame Interessensvertretung ▪ Informations- und Wissensaustausch Kurzbeschreibung der Maßnahme Der Zentrale Juristische Dienst (ZJD) baut kontinuierlich die Fachkompetenz seiner Mitarbeiter*innen zu europarechtlichen Fragestellungen aus. Fortbildungsbedarf besteht insbesondere in den Themenbereichen: Beihilfe-, Vergabe- und Datenschutzrecht. Dazu werden Fortbildungsmöglichkeiten auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene wahrgenommen. Europarechtstage Speyer: Jurist*innen des ZJD nehmen jedes Jahr an den „Europarechtstagen Speyer“ an der Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer teil. Die erworbenen Fachkenntnisse zu aktuellen Fragen des Europäischen Beihilferechts werden in das Team des ZJD eingespielt. Die Veranstaltung wird zudem genutzt für den Fachaustausch mit anderen Kommunen, Rechtsanwält*innen, Richter*innen des Europäischen Gerichtshofs, Professor*innen, Mitarbeiter*innen der EU-Kommission sowie mit dem Beihilferecht befassten deutschen Behörden. Arbeitsgruppe Beihilferecht: Zweimal pro Jahr nimmt der ZJD an dem Fachaustausch zum Europäischen Beihilferecht baden- württembergischer Städte teil, um praxisorientiert aktuelle Fragestellungen zu diskutieren. EUROCITIES Arbeitsgruppe „Public Services“: Mitarbeiter*innen des ZJD nehmen am Fachaustausch mit Jurist*innen anderer europäischer Stadtverwaltungen teil und beteiligen sich an der Erstellung von politischen Positionspapieren zur Thematik. Ziele der Maßnahme ▪ Wissensaufbau und Fachaustausch zu europarechtlichen Themen mit Bezug zum Tätigkeitsbereich des ZJD ▪ Netzwerkaufbau mit relevanten Akteuren Informationen zur Umsetzung Informationen zur Umsetzung Federführung SAM Federführung ZJD Beteiligte Akteure Relevante städtische Dienststellen, Ämter und Gesellschaften, insbesondere Dez. 1, TBA und KVV sowie externe Akteure (RVMO, TRK, Eurodistrikt PAMINA et cetera) Beteiligte Akteure --- Priorität hoch Priorität hoch Realisierungszeitraum kurz-, mittel- und langfristig Realisierungszeitraum langfristig Kosten Personal- und Sachkosten Kosten Personal- und Sachkosten 26 | Fortschreibung der Karlsruher Internationalisierungsstrategie Förderung der Frankreichkompetenz Fortbildung „Europawissen kompakt“ Kurzbeschreibung der Maßnahme Durch eine gezielte Vernetzung der Frankreichakteure innerhalb und außerhalb der Stadtverwaltung soll der Informations- und Wissensaustausch zwischen den betreffenden Organisationen gefördert werden. Idealerweise wird hierzu von SAM ein Runder Tisch initiiert und in regelmäßigen Abständen organisiert. Dieser Runde Tisch hat zum Ziel eine Informations- und Kooperationsplattform zu etablieren. Themenschwerpunkte für die nächsten Jahre sind Fördermöglichkeiten in der Frankreicharbeit (beispielsweise Deutsch-Französischer Bürgerfonds und INTERREG Kleinprojektefonds); mögliche abgestimmte Sprach- und interkulturelle Angebote für alle Alters- und Gesellschaftsgruppen in Karlsruhe; Unterstützung der geplanten Imagekampagne des Landes BW: „Lerne Französisch“. Daneben werden aktuelle Themen der Frankreicharbeit aufgegriffen. Ziele der Maßnahme ▪ Vernetzung der Frankreichakteure ▪ Informations- und Wissensaustausch ▪ Etablierung eines runden Tisches ▪ Abgestimmte Sprach- und interkulturelle Angebote ▪ Unterstützung der geplanten Imagekampagne des Landes Baden-Württemberg: „Lerne Französisch“ Kurzbeschreibung der Maßnahme Für Mitarbeiter*innen und Führungskräfte der Stadtverwaltung und der städtischen Gesellschaften wird eine halb- bis eintägige Fortbildung „Europawissen kompakt“ konzipiert. Inhaltlich werden abgedeckt: EU-Gesetzgebungsverfahren, EU-Organe mit Funktionen, aktuelle Politikentwicklungen beziehungsweise Politikfelder, Grundkenntnisse der europäischen Einigung und der EU-Verträge. Zudem werden relevante kommunale Netzwerke und Interessenvertretungen in Brüssel vorgestellt und Möglichkeiten der aktiven Mitarbeit aufgezeigt. Die Inhalte werden möglichst gezielt auf die konkreten Bedarfe, Interessen und Aufgabengebiete der Teilnehmer*innen abgestellt. Bei der inhaltlichen Konzeption werden die Erfahrungswerte und Herangehensweisen anderer Städte in Deutschland und Europa berücksichtigt. Die Praxistauglichkeit wird in Form einer Pilotveranstaltung getestet. Als Referent*innen sind sowohl eigene Mitarbeiter*innen vorgesehen als auch externe Akteure. Ziele der Maßnahme ▪ Vermittlung von grundlegenden Kenntnissen des Europarechts und der Europapolitik ▪ Verständnis für die Bedeutung kommunaler Interessenvertretung auf EU-Ebene schaffen ▪ Kontakte zu relevanten kommunalen Interessen- vertretungen vermitteln ▪ Hemmschwelle reduzieren und motivieren für europäische Themen-, Projekt- und Netzwerkarbeit Informationen zur Umsetzung Informationen zur Umsetzung Federführung SAM Federführung SAM Beteiligte Akteure Relevante städtische Dienststellen, Ämter und Gesellschaften, Frankreich- Aktive in Stadt und Region einschließlich Grenzraum Beteiligte Akteure Städtische Ämter und Gesellschaften nach Fachthemen Priorität mittel Priorität mittel Realisierungszeitraum langfristig, in Planung Realisierungszeitraum mittelfristig Kosten Personal- und Sachkosten Kosten Personal- und Sachkosten Fortschreibung der Karlsruher Internationalisierungsstrategie | 27 Fortbildung „EU-Förderung kennenlernen und für eigene Projekte nutzen“ Verstärkte Mitarbeit im Netzwerk EUROCITIES Kurzbeschreibung der Maßnahme Die Stabsstelle Außenbeziehungen und Strategisches Marketing (SAM) entwickelt ein niederschwelliges Format (halb- bis ganztägig) für städtische Ämter, Dienststellen und Gesellschaften mit unterschiedlichem Erfahrungsstand und thematischen Interessen. Die interaktive Fortbildung geht auf die EU-Fördersystematik, relevante Förderthemen und -programme ein und stellt aktuelle Förderaufrufe, Kontaktstellen und Netzwerke vor. Städtische Projektträger bringen Best Practice Beispiele ein, tauschen sich mit den Teilnehmenden aus und geben Tipps zur Antragsstellung. Je nach Kenntnis- und Erfahrungsstand entwickelt die Gruppe als Übung erste Projektideen und identifiziert passende Förderprogramme. Bei Bedarf kommen externe Referentinnen und Referenten zu speziellen Themen zu Wort. SAM stellt Förderleitfäden und -steckbriefe zur Verfügung und prüft, ob das Intranet für aktuelle Förderinformationen genutzt werden kann. Ziele der Maßnahme ▪ Die Teilnehmenden erhalten einen Überblick über Themen, Strukturen und Kanäle der EU-Förderung. ▪ Die Teilnehmenden können EU-Fördermöglichkeiten identifizieren und sie mit Blick auf die eigenen Themen und Prioritäten prüfen und nutzen. ▪ Die Teilnehmenden erhalten praktische Tipps und die Hemmschwellen für die europäische Projektarbeit wird reduziert. Kurzbeschreibung der Maßnahme Die Information und Beratung zum Potenzial und zum Mehrwert der Mitarbeit im Netzwerk EUROCITIES wird verstärkt. Arbeitsstrukturen, Themenforen, Arbeitsgruppen und Ansprechpartner werden auf Ebene der Mitarbeiter*innen und der Führungskräfte vermittelt. Hierfür werden die Fortbildung „Europawissen kompakt“ und die Strategische Leitungskonferenz genutzt. Zudem wird die bilaterale themenbezogene Beratung auf Nachfrage von Ämtern und städtischen Gesellschaften verstärkt. Für die Mitarbeit in Foren und Arbeitsgruppen erhalten die Ämter bei Bedarf eine finanzielle Unterstützung. Die Dezernate werden über Optionen zum politischen Austausch im EUROCITIES Netzwerk informiert. Netzwerk-aktive Ämter eruieren die Durchführung eines Fachforums oder anderer EUROCITIES-Veranstaltungen in Karlsruhe. Ziele der Maßnahme ▪ Verstärkte Mitarbeit aller Ebenen (Mitarbeiter*innen, Führungskräfte, Bürgermeister*innen) in den Foren und Arbeitsgruppen ▪ Verstärkte Einspielung Karlsruher Themen und Expertise in die Foren und Arbeitsgruppen ▪ Erhöhung der europaweiten Sichtbarkeit des Karlsruher Profils ▪ Ausrichtung von Foren, Arbeitsgruppen oder sonstigen Veranstaltungen in Karlsruhe ▪ Erhöhung der Fremdsprachen-, Netzwerk- und Themenkompetenz sowie der interkulturellen Kompetenz Informationen zur Umsetzung Informationen zur Umsetzung Federführung SAM Federführung Koordinierende Funktion: SAM; die Fachgremien werden durch die Fachämter bespielt Beteiligte Akteure afka, Projektträger, POA, eventuell externe Referentinnen und Referenten Beteiligte Akteure Städtische Ämter und Gesellschaften nach Fachthemen Priorität mittel Priorität mittel Realisierungszeitraum mittelfristig Realisierungszeitraum langfristig, in Durchführung Kosten Personalkosten Kosten Personal- und Sachkosten 28 | Fortschreibung der Karlsruher Internationalisierungsstrategie Austausch von Auszubildenden mit der Partnerstadt Nancy Europakompetenz für Auszubildende – Projekt „Destination Europe“ Kurzbeschreibung der Maßnahme Bereits seit Jahrzehnten fördert die Stadtverwaltung Karlsruhe den Austausch von Karlsruher Studierenden mit Dienststellen der Stadtverwaltung Nancy. Zukünftig soll diese Initiative durch einen Austausch speziell für Auszubildende der Stadtverwaltung Karlsruhe ermöglicht werden. Gleichzeitig können auch Auszubildende der Stadtverwaltung Nancy die Verwaltung der Partnerstadt Karlsruhe kennenlernen. In Kooperation mit dem Hauptamt und der Stadtverwaltung Nancy hat das Personal- und Organisationsamt erste Rahmenbedingungen für einen funktionierenden Austausch definiert. Das rege Interesse der städtischen Auszubildenden an einem Austausch, als Ergebnis einer Umfrage, bildet hierbei die Basis. Das Angebot wurde in den Fortbildungskatalog für die Auszubildenden aufgenommen. Derzeit werden Einzelheiten zum Angebot seitens der Stadtverwaltung Nancy geprüft. Eine finale Entscheidung über das Zustandekommen und einen möglichen Beginn des Austausches stehen noch aus. Ziele der Maßnahme ▪ Einblicke in die verschiedenen Arbeitsweisen der jeweiligen Stadtverwaltung geben/erhalten ▪ Förderung der Europakompetenz ▪ Interkulturelle Kompetenz erhöhen ▪ Sprachkenntnisse verbessern ▪ Verbindungen zur Partnerstadt intensivieren Kurzbeschreibung der Maßnahme Seit 2019 nehmen Auszubildende der Stadtverwaltung Karlsruhe an dem Projekt „Destination Europe“ des Europe Direct Informationszentrums Karlsruhe teil. Im Rahmen des Projekts erhalten die Auszubildenden Einblicke in aktuelle Themen der europapolitischen Agenda (zum Beispiel Asyl- und Flüchtlingspolitik der EU); durch ein sogenanntes Planspiel lernen sie zudem das europäische Gesetzgebungsverfahren kennen und erhalten eine Einführung in das System der Europäischen Union. Für das Jahr 2021 ist ein Besuch im Europaparlament in Straßburg geplant, bei dem die Auszubildenden mit einem Europaabgeordneten ins Gespräch kommen werden. Als Teilnehmer*innen sind derzeit die auszubildenden Verwaltungswirt*innen und die Kaufleute für Büromanagement eines Lehrjahres vorgesehen. Jedes Jahr nehmen circa 15 Auszubildende plus Betreuende der Stadtverwaltung an den Veranstaltungen teil. In dem aufgezeigten Rahmen wird die Stadtverwaltung Karlsruhe auch weiterhin an dem Projekt teilnehmen. Sollte das Projekt ausgeweitet werden, sind die Veränderungen zu prüfen und über die Fortführung zu entscheiden. Ziele der Maßnahme ▪ Förderung der Europakompetenz ▪ Förderung des politischen Verständnisses und der damit verbundenen Zusammenhänge ▪ Förderung der interkulturellen Kompetenz Informationen zur Umsetzung Informationen zur Umsetzung Federführung POA Federführung RP Karlsruhe (EDIC), POA Beteiligte Akteure HA Beteiligte Akteure SAM Priorität mittel Priorität niedrig Realisierungszeitraum in Planung Realisierungszeitraum mittelfristig, in Durchführung seit 2019 Kosten Sachkosten Kosten Personal- und Sachkosten Fortschreibung der Karlsruher Internationalisierungsstrategie | 29 Ziel 3: Globale Verantwortung, Nachhaltigkeit und außereuropäische Kooperationen Die Stadt Karlsruhe kommt ihrer globalen Verantwortung nach. Förderung der Nachhaltigkeit bei der Messe Karlsruhe Grundsatzpapier „Kommunale Entwicklungszusammenarbeit“ (KEZ) Kurzbeschreibung der Maßnahme Die Messe Karlsruhe orientiert sich an den 17 UN- Nachhaltigkeitszielen und bearbeitet das Thema mit einem interdisziplinären Team, um nachhaltiges Handeln bei der Messe Karlsruhe zu fördern, auf Chancen für Nachhaltigkeit aufmerksam zu machen und alle nachhaltigen Maßnahmen transparent darzustellen. Die Messe Karlsruhe hat drei Arbeitsfelder für das systematische Voranbringen von nachhaltigem Handeln bei der Messe Karlsruhe abgesteckt: ▪ Das Handeln in Bezug auf das übergreifende Management (beispielsweise bei Mobilität der Mitarbeitenden, Beschaffung und Einkauf, Weiterbildung und modernes Arbeiten), ▪ Das Handeln in Bezug auf nachhaltige Veranstaltungen (beispielsweise bei Ressourceneffizienz, Recycling, Partizipation, Bildung), ▪ Das Handeln in Bezug auf nachhaltige Gebäudetechnik und Infrastruktur (beispielsweise bei Strom, Heizung & Kühlung, Abfall, Gastronomie, Mobilität). Ziele der Maßnahme ▪ Nachhaltiges Handeln bei der Messe Karlsruhe fördern ▪ Auf Chancen für Nachhaltigkeit aufmerksam machen ▪ Alle nachhaltigen Maßnahmen transparent darstellen Kurzbeschreibung der Maßnahme Vor dem Hintergrund der zunehmenden Bedeutung deutscher Städte in der Entwicklungszusammenarbeit und als Partner entwicklungspolitischer Akteure auf regionaler, nationaler und europäischer Ebene wird ein Grundsatzpapier erarbeitet und in die politischen Gremien der Stadt Karlsruhe eingebracht. Das Grundsatzpapier setzt den künftigen politisch-strategischen Rahmen für die Karlsruher Themen-, Projekt-, Netzwerk- und Öffentlichkeitsarbeit im Handlungsfeld der „Kommunalen Entwicklungszusammenarbeit und -politik“. Es wird in Kooperation mit ausgewählten Ämtern, städtischen Gesellschaften sowie Akteuren der Karlsruher Stadtgesellschaft erarbeitet. Die entwicklungspolitischen Leitlinien des Landes Baden-Württemberg werden bei der Erarbeitung berücksichtigt; Erfahrungswerte aus bisherigen KEZ-Projekten sowie Herangehensweisen anderer Städte in Deutschland und Europa fließen in den Prozess ein. Ziele der Maßnahme ▪ Stärkung des Handlungsfelds KEZ in Stadtverwaltung und städtischen Gesellschaften ▪ Grundsatzpapier als Katalysator für die Initiierung und Durchführung von künftigen KEZ-Projekten ▪ Bildung von Synergien zu entwicklungspolitischen Projekten und Themen zivilgesellschaftlicher Akteure in Karlsruhe Informationen zur Umsetzung Informationen zur Umsetzung Federführung KMK Federführung SAM Beteiligte Akteure --- Beteiligte Akteure UA, KEK, Wifö, Dez. 6, TBA, weitere Ämter und städtische Gesellschaften Priorität hoch Priorität hoch Realisierungszeitraum in Durchführung seit 2019 Realisierungszeitraum kurzfristig Kosten --- Kosten Personal- und Sachkosten 30 | Fortschreibung der Karlsruher Internationalisierungsstrategie Neue Projekte für die Klimapartnerschaft mit Los Bancos, Ecuador Prüfung einer Klimapartnerschaft mit Kampala, Uganda Kurzbeschreibung der Maßnahme Die Kooperation im Rahmen der Klimapartnerschaft wird, insbesondere auf Basis des aktualisierten Handlungsprogramms in den Bereichen Aufforstung, Umweltbildung und Abfallmanagement sowie Energie, Klimaanpassung und Biodiversität, fortgeführt. Ziele der Maßnahme ▪ Entsendung einer Fachkraft mit Schwerpunkt Abfallmanagement (Förderprogramm der SKEW) ▪ Neugestaltung von Aufforstungsprojekten (neue Grundstücke, Partner*innen, Strukturen) ▪ Corona-Solidarpaket (Finanzierung von Schutzausrüstungen, COVID-19-Tests, Sensibilisierungsmaßnahmen; Förderprogramm der SKEW) ▪ Nachhaltigkeitsprojekte in Kooperation mit der Artenschutzstiftung des Zoos Karlsruhe Kurzbeschreibung der Maßnahme Auf der Basis der bereits bestehenden Beziehungen zwischen Karlsruher Unternehmen und Karlsruher Wissenschaftseinrichtungen zu einschlägigen Akteuren in Kampala wird – quasi als dritte Säule – eine Projektpartnerschaft zwischen beiden Stadtverwaltungen von Karlsruhe und Kampala geprüft. Aufgrund der globalen Herausforderungen des Klimawandels ist die Projektpartnerschaft als „Klimapartnerschaft“ angedacht. Vorrangig wird eine thematische Ausgestaltung in den Bereichen Verkehr, Stadtentwicklung und erneuerbare Energien geprüft. Fachliche Unterstützung erhält die Stabsstelle SAM dabei von der europäischen Organisation Klimabündnis e.V., in der die Stadtverwaltung seit mehreren Jahren Mitglied ist. Geprüft wird das Potenzial einer „Multi- Akteurs-Partnerschaft“, die neben den relevanten städtischen Fachämtern beider Verwaltungen auch Unternehmen und Wissenschaftseinrichtungen aus Karlsruhe sowie internationale beziehungsweise europäische Organisationen und Netzwerke einbezieht. Geprüft wird zudem die Einbeziehung zivilgesellschaftlicher Akteure. Die Realisierung der Klimapartnerschaft wird von der (Teil-) Finanzierung durch nationale und/oder internationale Fördermittel abhängig gemacht; die Prüfung umfasst dementsprechend auch einschlägige Fördermittelgeber und Förderprogramme. Ziele der Maßnahme ▪ Prüfung eines strukturierten Fach- und Erfahrungsaustausches zwischen den Fachämtern von Karlsruhe und Kampala Capital City Authority ▪ Aktive Einbeziehung weiterer Akteure aus beiden Städten (Wirtschaft, Wissenschaft, Zivilgesellschaft) sowie internationaler und/oder europäischer Akteure ▪ (Teil-) Finanzierung durch Drittmittel ▪ Kompetenzsteigerung im Bereich des internationalen Projektmanagements und der internationalen Beratungskompetenz Informationen zur Umsetzung Informationen zur Umsetzung Federführung KEK, SAM Federführung SAM Beteiligte Akteure Artenschutzstiftung Zoo Karlsruhe, Dez. 5 Beteiligte Akteure Wifö, StPlA, UA, GBA, weitere städtische Ämter und Gesellschaften nach relevanten Fachthemen Priorität hoch Priorität hoch Realisierungszeitraum langfristig, in Durchführung seit Juli 2020 Realisierungszeitraum kurzfristig Kosten Personal- und Sachkosten Kosten Personal- und Sachkosten Fortschreibung der Karlsruher Internationalisierungsstrategie | 31 Projektpartnerschaft „Wasser“ Globale Herausforderungen gemeinsam mit Partner- und Projektpartnerstädten angehen Kurzbeschreibung der Maßnahme In weiten Teilen Afrikas sind das Bildungs- und Gesundheitswesen, die Wasser- und Energieversorgung sowie die Abwasser- und Abfallentsorgung häufig sehr eingeschränkt vorhanden oder fehlen gänzlich. Mangelnde Arbeitsplätze, unregelmäßige Einkommen und die daraus resultierenden, schwierigen Lebensumstände zwingen immer mehr Menschen dazu, ihre Heimat zu verlassen. Nur durch eine Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen vor Ort, ist der aktuellen Migrationsbewegung zu begegnen. Das anvisierte Partnerschaftsprojekt setzt an diesem Punkt an: In Zusammenarbeit mit einer afrikanischen Kommunalverwaltung und unter aktiver Einbindung der Bevölkerung sowie lokalen NGOs sollen die dortigen Verhältnisse im Bereich Abwasser und Wasserversorgung verbessert werden. Hierfür ist eine technische Abteilung, die sich um die Anlagen der Infrastruktur kümmert, die entscheidende Voraussetzung. Zu ihren Aufgaben zählen die Unterhaltung, Erhaltung, Erweiterung sowie Überwachung der Wasser- und Abwasseranlagen. Die Vermittlung der wesentlichen Grundlagen im Bereich Wasserversorgung und Abwasserentsorgung, die Ausbildung und Schulung des Personals und die Umsetzung von Modellprojekten sind zentrale Elemente dieses Projekts. Ziele der Maßnahme ▪ Verbesserung des Zugangs der Bevölkerung zu sauberem Trinkwasser ▪ Verbesserung der hygienischen Bedingungen im Bereich der Entwässerung ▪ Beratung und Unterstützung bei der Umsetzung von Modellprojekten ▪ Stärkung der kommunalen Struktur im Aufgabenbereich Wasser / Abwasser Kurzbeschreibung der Maßnahme Weltweit steht die Gesellschaft vor einer Reihe globaler Herausforderungen wie Pandemie-Bekämpfung, Klimaschutz, Diversität, gesellschaftliche, politische und religiöse Vielfalt. Mit der Schaffung eines Städtenetzwerks unterstützen sich die Partner- und Projektpartnerstädte – und im Idealfall deren Partnerstädte – gegenseitig und nutzen Synergien. Gemeinsam werden aktuelle Herausforderungen und Ziele identifiziert. Ziele der Maßnahme ▪ Aktuelle Entwicklungen gemeinsam mit den Partner- und Projektpartnerstädten angehen, Synergien kreieren und nutzen, gemeinsame Strategien entwickeln ▪ Schaffung eines internationalen Städtenetzwerks der Partner- und Projektpartnerstädte sowie deren Partnern, bei den Verbindungen und KnowHow der Partner genutzt werden ▪ Strategische und nachhaltige Weiterentwicklung der Städtepartnerschaftsarbeit ▪ Weiterentwicklung des gemeinderätlichen Austauschs ▪ Verstärkter Austausch auch über digitale Plattformen ▪ Fachbezogene Ausrichtung offizieller Delegationen (Programm, Teilnehmende) ▪ Wissenstransfer zwischen einzelnen Berufsgruppen und Fachbereichen ▪ Verstärkte Öffentlichkeitsarbeit, unter anderem verstärkte Nutzung von Social Media Informationen zur Umsetzung Informationen zur Umsetzung Federführung TBA Federführung HA Beteiligte Akteure Dezernate, SWK, NGOs Beteiligte Akteure Dezernate, alle interessierten Dienststellen, Ämter und Gesellschaften Priorität hoch Priorität mittel Realisierungszeitraum mittelfristig Realisierungszeitraum in Durchführung Kosten Personal- und Sachkosten Kosten Personal- und Sachkosten 32 | Fortschreibung der Karlsruher Internationalisierungsstrategie Erarbeitung einer Karlsruher Nachhaltigkeitsberichterstattung Koordinierungsstelle für kommunale Entwicklungspolitik Kurzbeschreibung der Maßnahme Im Rahmen einer einjährigen Projektstelle sollen eine Basisanalyse der wesentlichen Karlsruher Verwaltungsaktivitäten mit Bezügen zu den einschlägigen Nachhaltigkeitsaspekten erstellt und darauf aufbauend Handlungsempfehlungen zum Einstieg in einen kontinuierlichen Karlsruher Zielsetzungs- und Berichterstattungsprozess zur Nachhaltigkeit formuliert werden. Über den Einstieg in den so beschriebenen Nachhaltigkeitsprozess, in welchen dann auch die Zivilgesellschaft eingebunden werden soll, sowie über die Bereitstellung der dazu dauerhaft erforderlichen personellen Ressourcen entscheidet der Gemeinderat auf Grundlage der Ergebnisse aus der Projektzeit. Ziele der Maßnahme ▪ Basisanalyse der vorhandenen Karlsruher Nachhaltigkeitsaktivitäten innerhalb der Verwaltung ▪ Handlungsempfehlungen für eine kontinuierliche Karlsruher Nachhaltigkeitsberichterstattung ▪ Konzeptvorschlag für den dazu erforderlichen Zielsetzungsprozess Kurzbeschreibung der Maßnahme Die Stadt strebt eine Verstetigung der Sichtbarkeit und Koordination ihrer kommunalen Entwicklungspolitik (KEPOL) und -zusammenarbeit (KEZ) an. Damit sollen bisherige und zukünftige Netzwerke und internationale Partnerschaften im Sinne der Nachhaltigkeit und der Umsetzung der Agenda 2030-Ziele (Sustainable Development Goals) mit kompetentem Personal dauerhaft gestärkt werden. Hierfür bedarf es einer Stellenschaffung. Bei dem Aufgabenprofil der Koordinationsstelle kann auf den Erfahrungen und Ergebnissen der sogenannten KEPOL-Projektstelle aufgebaut werden; diese wurde von 2017 bis 2019 mit Fördermitteln der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) eingerichtet. Zur Vernetzung der Aktiven und zur Unterstützung der begleitenden Öffentlichkeitsarbeit können unter anderem im KEPOL-Projektstellenzeitraum erfolgreich erprobte Formate, wie der Agenda 2030- Nachhaltigkeitsaktionstag, dauerhaft etabliert werden. Ziele der Maßnahme ▪ Etablierung einer dauerhaften Kontaktstelle zur Koordination der Zusammenarbeit städtischer und zivilgesellschaftlicher Akteure im Themenbereich KEZ und KEPOL. ▪ Verstetigung der Unterstützung der zivilgesellschaftlich aktiven Gruppen in Karlsruhe bei Öffentlichkeitsarbeit und Vernetzung durch städtische Angebote von dazu geeigneten Formaten. ▪ Unterstützung der Stadtverwaltung in ihrer Herangehensweise an die kommunale Entwicklungszusammenarbeit, um eine langfristige Verankerung zu ermöglichen. Informationen zur Umsetzung Informationen zur Umsetzung Federführung UA Federführung UA Beteiligte Akteure alle städtischen Dienststellen und eventuell Gesellschaften Beteiligte Akteure SAM, AfStA (BME), HA, evtl. WiFö und andere Akteure je nach Projektthema Priorität mittel Priorität mittel Realisierungszeitraum kurzfristig, in Planung Realisierungszeitraum mittelfristig Kosten Personalkosten Kosten Personal- und Sachkosten Fortschreibung der Karlsruher Internationalisierungsstrategie | 33 Ziel 4: Innovations- und Wirtschaftsstandort in Europa und weltweit Karlsruhe ist sichtbares Zentrum eines wirtschaftsstarken Europas. Ausbau der Wirtschaftskontakte mit Frankreich Aufbau eines Afrika-Netzwerks in Karlsruhe Kurzbeschreibung der Maßnahme Die Wirtschaftskontakte mit Frankreich werden ausgebaut durch die Etablierung einer zentralen Ansprechperson für wirtschaftliche Kooperation mit Partner*innen aus Frankreich. Der Aufbau der Stelle erfolgt im Zusammenspiel der Initiativen aus Smart Cities und dem Technologietransfer mit Wissenschaftseinrichtungen aus Karlsruhe. Die Ansprechperson steht zudem für Nachfragen zu grenzüberschreitenden Projekten mit der Partnerstadt Nancy und der Eurometropole Strasbourg zur Verfügung. Mit Nancy soll der Austausch und die Kooperation in den Bereichen Kreativwirtschaft, Einzelhandel und Künstliche Intelligenz (KI) intensiviert werden. Gleichzeitig sind die Themen KI und Smart Production bedeutende Themen der engeren deutsch-französischen Zusammenarbeit im Zusammenspiel zwischen Forschung, Technologietransfer und Wirtschaft. Synergien ergeben sich aus der Mitgliedschaft der Stadt im weltweiten Städte- netzwerk des französischen Unternehmens Michelin: Karlsruhe kann dort Themen des aktiven Technologie- transfers und eines Innovationslabors für die intelligente Produktion der Zukunft einbringen. Ziele der Maßnahme ▪ Kommunikation der Wirtschaftsförderung zu Themen mit Frankreichbezug ▪ Organisation von Delegationen ▪ Aufbau und Evaluation von Kennzahlen der Stadt Karlsruhe zum Zielmarkt Frankreich ▪ Ausbau des seit mehr als 20 Jahre etablierten deutsch- französischen Netzwerks „Pamina Business Club“ in Zusammenarbeit mit Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung unter Einbindung bestehender Netzwerke Kurzbeschreibung der Maßnahme Gemeinsam mit Akteuren aus Wirtschaft (PTV, EOSD, Kreuter, Rothweiler), Wissenschaft (KIT, Fraunhofer ICT, EIFER) und Verwaltung sowie unter Einbeziehung bestehender Netzwerke wird ein regionales Netzwerk zu Afrika aufgebaut. Im Zusammenspiel der Initiativen aus Smart Cities (Kampala, Karlsruhe, mögliche Kooperation mit Strasbourg) und dem Technologietransfer Karlsruher Wissenschaftseinrichtungen wird eine zentrale Ansprechperson für wirtschaftliche Kooperationen mit afrikanischen Partner*innen etabliert. Das Afrika-Netzwerk dient der Kommunikation der Wirtschaftsförderung zu den Themen mit Afrikabezug. Es dient als Katalysator für die Initiierung neuer Projekte und Kooperationen zwischen Karlsruher Akteuren und afrikanischen Partner*innen. Der Aufbau des Netzwerks schließt an die Erfolge früherer Delegationsreisen nach Afrika an sowie an die jährlich in Karlsruhe stattfindende internationale Veranstaltung „Global Sustainable Finance Conference“: aus beidem haben sich zahlreiche Projekte und Konzepte für Partnerschaften und Technologietransfers aus Karlsruhe nach Afrika ergeben. Ziele der Maßnahme ▪ Positionierung der Stadt durch Technologietransfer in neue Zielmärkte ▪ Konjunkturpakete von EU, Bund und Land können Kleine und Mittlere Unternehmen (KMU) aus Karlsruhe über ein verstärktes Zusammenspiel von Wissenschaft und Forschung stärken ▪ Positionierung der Stadt im internationalen Standortwettbewerb ▪ Schaffen einer Kontaktstelle für wirtschaftliche Kooperationen mit Partner*innen aus Afrika Informationen zur Umsetzung Informationen zur Umsetzung Federführung WiFö Federführung WiFö Beteiligte Akteure SAM Beteiligte Akteure SAM Priorität hoch Priorität hoch Realisierungszeitraum langfristig Realisierungszeitraum langfristig Kosten Personal- und Sachkosten Kosten Personal- und Sachkosten 34 | Fortschreibung der Karlsruher Internationalisierungsstrategie Netzwerke und Cluster international wettbewerbsfähiger machen Innovationspark Künstliche Intelligenz Kurzbeschreibung der Maßnahme Die Zusammenarbeit zwischen den Wirtschaftsförderungen und Netzwerken auf internationaler Ebene wird ausgebaut. Zudem werden die internationalen Aktivitäten der Karlsruher Netzwerke weiter vorangebracht. Im Bereich der Informations- und Kommunikations- technologie, Automotive, Nanotechnologie und Energie verfügt Karlsruhe über Netzwerke mit herausragender Kompetenz. Diese stehen im internationalen Wettbewerb. Sie müssen sich gegen eine große Konkurrenz durchsetzen, um die Innovationskraft der Unternehmen und ihre Attraktivität für die größten internationalen Talente auszubauen. Die Maßnahme zielt auf den Ausbau der internationalen Zusammenarbeit zwischen Wirtschafts- förderungen und Netzwerken ab; gleichzeitig werden die internationalen Aktivitäten der Karlsruher Netzwerke gestärkt. Ziele der Maßnahme ▪ Größere internationale Sichtbarkeit der Karlsruher Kompetenzen ▪ Steigerung der internationalen Kompetenzen der Karlsruher Netzwerke Kurzbeschreibung der Maßnahme Mit dem Aufbau des „Innovationsparks Künstliche Intelligenz (KI)“ wird Karlsruhe zum internationalen Magnet für Delegationen und Investitionen im angewandten Technologietransfer. Die Maßnahme sieht zunächst die Konzeption, dann die Umsetzung des Innovationsparks vor. Der künftige Industriepark zeichnet sich aus durch eine auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Architektur und Infrastruktur. Durch die Einbeziehung der Karlsruher Netzwerke, Forschungseinrichtungen, Unternehmen und Start-Ups stärkt die Maßnahme den Ausbau des Business-Ökosystems im KI- Bereich. Mit dem Innovationspark reagiert die Stadt auf technologische Trends und Entwicklungen der Zukunft: virtuelle Realitäten, eine On-Demand-Wirtschaft, „Big Data“, Roboterisierung, „Human Enhancement“, die Konvergenz von Nano-, Info- und Biotechnologien sowie KI und selbstlernende Systeme. Zugleich wird Karlsruhe seiner Position als einer der bedeutendsten deutschen Standorte für die Entwicklung und Anwendung von KI gerecht und baut diese Stellung international aus: Renommierte Wissenschaftsschmieden sind das Karlsruher Institut für Technologie, das Fraunhofer- Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung (IOSB) sowie die Hochschule Karlsruhe für Technik und Wirtschaft und das Forschungszentrum Informatik FZI mit der Erforschung und Implementierung von KI. Ziele der Maßnahme ▪ Positionierung als herausragender KI-Standort in Deutschland, Europa und weltweit ▪ Intensivierung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im Bereich KI Informationen zur Umsetzung Informationen zur Umsetzung Federführung WiFö Federführung WiFö Beteiligte Akteure TRK, SAM, VME Beteiligte Akteure SAM, VME, IT-Amt, OA, TBA, StPlA Priorität hoch Priorität hoch Realisierungszeitraum mittelfristig Realisierungszeitraum langfristig Kosten Personal- und Sachkosten Kosten Personal- und Sachkosten Fortschreibung der Karlsruher Internationalisierungsstrategie | 35 Zusammenarbeit mit internationalen Wissenschaftseinrichtungen Mobilitätsregion Karlsruhe Kurzbeschreibung der Maßnahme Im Rahmen international gestalteter Forschungs- und Studienprojekte kooperiert die Stadt Karlsruhe auf dem Gebiet der nachhaltigen Stadt- und Mobilitätsentwicklung sowie der Klimaanpassung. Relevante städtische Ämter und Gesellschaften werden mit einbezogen. Spezifische Karlsruher Themen und Problemstellungen werden in die Projekte und Kooperationen eingespielt; internationales Know-how und Herangehensweisen fließen im Gegenzug gewinnbringend in die Stadt und in die beteiligten Ämter und Gesellschaften zurück. Besonderer Fokus liegt in der Kooperation mit französischen Wissenschaftseinrichtungen. Ziele der Maßnahme ▪ Fachaustausch auf Arbeits- und Führungsebene ▪ Kompetenzsteigerung in den relevanten städtischen Ämtern ▪ Internationale Sichtbarkeit für die Stadt als Motor in den Themenfeldern der nachhaltigen und effizienten Mobilität Kurzbeschreibung der Maßnahme KVV, AVG und VBK präsentieren sich sich unter dem Dach der TechnologieRegion Karlsruhe GmbH (TRK) mit zahlreichen weiteren Mobilitätsakteuren auf dem Global Public Summit 2021 in Melbourne, Australien. Auf dem Gemeinschaftsstand bewerben KVV, AVG und VBK gemeinsam mit der INIT GmbH und der PTV Group den Standort Karlsruhe als Mobilitäts- Hub. Außerdem wird Karlsruhe als Mobilitäts-Hub im Rahmen einer Vortragspräsentation sowie einer Expertendelegation auf dem Kongress vorgestellt. Unterstützt wird der Auftritt Karlsruhes fachlich von der Messe Karlsruhe (KMK). Neben der TRK GmbH, dem KVV, der AVG und der VBK, der init und der PTV Group sind bisher folgende Partner eingebunden: Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Profilregion Mobilitätssysteme Karlsruhe, Forschungszentrum Informatik Karlsruhe (FZI), Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft, Industrie- und Handelskammer Karlsruhe (IHK), regiomove, TransportTechnologie-Consult Karlsruhe GmbH (TTK) und Karlsruher Messe- und Kongress GmbH (KMK). Ziele der Maßnahme ▪ Erschließung neuer Wirtschaftskontakte ▪ Vernetzung mit wissenschaftlichen Institutionen weltweit ▪ Präsentation des Wirtschafts- und Mobilitätsstandorts TechnologieRegion Karlsruhe ▪ Fachliche Weiterbildung, Networking Informationen zur Umsetzung Informationen zur Umsetzung Federführung StPlA Federführung TRK, KMK Beteiligte Akteure --- Beteiligte Akteure HA, SAM, VBK, WiFö Priorität hoch Priorität hoch Realisierungszeitraum langfristig, in Durchführung seit 2015 Realisierungszeitraum in Durchführung seit 2017 Kosten Personal- und Sachkosten Kosten Sachkosten 36 | Fortschreibung der Karlsruher Internationalisierungsstrategie Future Mobility Award Kooperation mit Innovationsregionen Kurzbeschreibung der Maßnahme Gemeinschaftliche Planung und Durchführung des Future Mobility Award (start-up Award) durch Automotive Engineering Network (AEN), Messe Karlsruhe und die Fachzeitschrift „Nahverkehrs-praxis“. Jährliche Verleihung in ungeraden Jahren im Zuge der TRK-Veranstaltung „Regionalkonferenz Mobilitätswende“ und in geraden Jahren im Rahmen der IT-TRANS. Ziele der Maßnahme ▪ Internationale Bekanntmachung des Standorts Karlsruhe als hub für start-ups und Gründerszene ▪ Erschließung Ausstellerpotenzial für Fachmesse IT- TRANS Kurzbeschreibung der Maßnahme Zur nachhaltigen Sicherung des Wirtschaftsstandorts Karlsruhe ist eine Zusammenarbeit mit den innovativsten Regionen Europas und global notwendig. Die Wirtschafts- förderung hat dabei besonders im Blick: Frankreich, Spanien, Schweiz, Niederlande, Israel, USA und Indien. Kontakte zu diesen Innovationsregionen werden erfolgreich initiiert sowie nachhaltig auf- und ausgebaut. Ziele der Maßnahme ▪ Ermöglichung von Delegationsreisen, Fachaustausch und eventuell gemeinsamen Projekten Informationen zur Umsetzung Informationen zur Umsetzung Federführung AEN, KMK Federführung WiFö Beteiligte Akteure WiFö Beteiligte Akteure SAM Priorität mittel Priorität mittel Realisierungszeitraum in Durchführung seit 2020 Realisierungszeitraum mittelfristig Kosten --- Kosten Personal- und Sachkosten Fortschreibung der Karlsruher Internationalisierungsstrategie | 37 Ziel 5: Internationale Positionierung der Stadt Karlsruhe Karlsruhe hat sich als internationale Marke positioniert. Internationale Sichtbarkeit und Fachaustausch im MICHELIN-Netzwerk Beteiligung am „UITP Academy - Regional Training Centre“ Kurzbeschreibung der Maßnahme Vor dem Hintergrund der zunehmenden Bedeutung internationaler Netzwerkarbeit von Städten übernimmt das Stadtplanungsamt (StPlA) die strategische Gesamtkoordination der Karlsruher Mitgliedschaft im weltweiten Städtenetzwerk der MICHELIN-Standorte. Die vierjährige Mitgliedschaft wird genutzt, um das Profil der Stadt Karlsruhe in den Bereichen nachhaltige Mobilität, nachhaltige Stadtplanung und Stadtentwicklung, Klimaschutz, Kreislaufwirtschaft, erneuerbare Energien und Kultur systematisch bekannt und sichtbar zu machen. Dafür werden Schlüsselthemen und -projekte aus den relevanten Ämtern und städtischen Gesellschaften in den Fachaustausch und in die Gremien des Netzwerks proaktiv eingespielt. Die Mitgliedschaft wird zudem genutzt, um Veranstaltungen und Konferenzen des Netzwerks nach Karlsruhe zu holen; dabei werden Synergien zu Karlsruher Veranstaltungen, wie zum Beispiel der Mobilitäts-Messe IT-TRANS, geschaffen. Ziele der Maßnahme ▪ Internationaler Fach- und Erfahrungsaustausch unter breiter Einbeziehung städtischer Ämter und Gesellschaften ▪ Heranziehen einzelner Netzwerkpartner*innen für den bilateralen Fachaustausch zu spezifischen Karlsruher Fragestellungen ▪ Steigerung der internationalen Netzwerkkompetenz der beteiligten städtischen Mitarbeiter*innen ▪ Enge Einbeziehung von Akteuren der Karlsruher Wissenschaft und Wirtschaft Kurzbeschreibung der Maßnahme Im Rahmen der UITP-KA Mobility Innovation Partnership, unter der Federführung der TechnologieRegion Karlsruhe, werden international über die UITP-Community spezielle Trainings zum Thema „Mobilität“ angeboten. Die VBK, AVG und der KVV beteiligen sich an den Trainings mit best practise, key studies und technical visits (Vorstellung des TramTrain-Modells). Sie nutzen die Trainings, um den Teilnehmer*innen Karlsruhe als Mobilitäts-Hub näher zu bringen und Karlsruhe auch weiterhin als innovativen Mobilitätsstandort zu platzieren. Der Teilnehmerkreis der Trainings setzt sich aus internationalen Fachkräften des öffentlichen Nahverkehrs zusammen. Ziele der Maßnahme ▪ Karlsruhe soll weiterhin in der Welt als innovativer Mobilitätsstandort insbesondere mit der VBK, INIT GmbH und PTV Group sichtbar bleiben. ▪ Fortführung der weltweiten Vermarktung des Karlsruher Modells (TramTrain-Modells). ▪ Karlsruhe soll weiterhin als attraktiver Standort für die Weltmesse „IT-TRANS“ im Fokus bleiben. ▪ Nachwuchskräften soll die Möglichkeit zum internationalen Austausch mit der Eröffnung neuer Innovationschancen gegeben werden. ▪ Die VBK soll weiterhin als innovativer Arbeitsgeber wahrgenommen werden. Informationen zur Umsetzung Informationen zur Umsetzung Federführung StPlA Federführung KVV, AVG, VBK, TRK Beteiligte Akteure Je nach Thema KA, KTG, SuS, SJB, Wifö und weitere Beteiligte Akteure VBK, AVG, KVV Priorität hoch Priorität hoch Realisierungszeitraum langfristig, in Durchführung seit 2019 Realisierungszeitraum in Durchführung seit 2019 Kosten Personal- und Sachkosten Kosten Personal- und Sachkosten 38 | Fortschreibung der Karlsruher Internationalisierungsstrategie Intercluster Collaboration Internationale Botschafter*innen für Karlsruhe Kurzbeschreibung der Maßnahme Das Projekt soll die Kooperation zwischen Künstler*innen aus verschiedenen Städten und die Vernetzung des Media Arts-Clusters fördern. Es handelt sich um ein OnlineOnly- Projekt, bei dem neue kreative Formen der Zusammenarbeit und Vernetzung ermöglicht werden sollen. Die beteiligten Medienkunst-Städte unterstreichen damit ihr Engagement und die besondere Bedeutung von Zusammenarbeit und der Förderung von Kunst und Kreativität als entscheidende Triebkräfte für eine nachhaltige Entwicklung in der durch die Pandemie hervorgerufenen globalen Unsicherheit. Dies ist ein exemplarisches Beispiel zum Aufbau vielfältiger Kontakte: Internationales, gemeinsames Vernetzungsprojekt verschiedener Medienkunststädte des UNESCO Media Arts Clusters (Karlsruhe, Austin, Braga, Calí, Changsha, Guadalajara, Košice, Toronto, Sapporo und York) unter dem Thema „Human Responsibility & Sustainability“. Ziele der Maßnahme ▪ Förderung von innovativen, kooperativen und vernetzten Medienkunstprojekten (vgl. Aktionsplan UNESCO City of Media Arts 2019 – 2023) ▪ Intensivierung von internationaler Vernetzung, Austausch und Kooperation vgl. Aktionsplan UNESCO City of Media Arts 2019 – 2023) Kurzbeschreibung der Maßnahme Karlsruhe braucht weltweit Botschafter*innen der Stadt. Es soll ein Programm (weiter)entwickelt werden, durch das ein starkes Netzwerk von Botschafter*innen aufgebaut wird. Die Stadtverwaltung übernimmt in diesem Prozess die Feder- führung und Koordination. Karlsruhe hat viele große Denker*, Erfinder*, Künstler*, Sportler*, Unternehmer*, Entscheider*innen hervorgebracht. Auf der ganzen Welt leben erfolgreiche Menschen, die in Karlsruhe geboren wurden, hier zur Schule gegangen sind, hier studiert oder gearbeitet haben. Diese Menschen nehmen in ihrer neuen Heimat wichtige Rollen in der Gesellschaft, Wirtschaft und Politik ein. Wir möchten diese Menschen, die eine Herzensbindung zu Karlsruhe haben, als Botschafter*innen für diese Stadt gewinnen. Sie sollen in ihrem Umfeld, bei anderen Entscheidern, bei wichtigen gesellschaftlichen Anlässen, Vorträgen oder Interviews für Karlsruhe werben. Außerdem geben diese Menschen Karlsruhe ein Gesicht. Denn eine Stadt begeistert nicht allein durch Fakten und Zahlen, sondern durch Gefühle – und das gelingt mit Menschen. Ziele der Maßnahme ▪ Die Stadt Karlsruhe national und international positionieren ▪ Den Bekanntheitsgrad von Karlsruhe steigern ▪ Imagegewinn für Karlsruhe erreichen ▪ Karlsruhe weltweit stärker vernetzen ▪ Karlsruhe emotional in der Öffentlichkeit vermarkten (Storytelling) Informationen zur Umsetzung Informationen zur Umsetzung Federführung Kulturamt Federführung SAM Beteiligte Akteure KME, KTG, SAM, KMK, KFE Beteiligte Akteure --- Priorität hoch Priorität hoch Realisierungszeitraum mittelfristig, in Planung Realisierungszeitraum mittelfristig Kosten Sachkosten Kosten Personal- und Sachkosten Fortschreibung der Karlsruher Internationalisierungsstrategie | 39 Initiative „Magistrale für Europa“ Karlsruhe international erleben Kurzbeschreibung der Maßnahme Die Stadt Karlsruhe nutzt die zukünftig wachsende Ausstrahlung der Initiative „Magistrale für Europa“ sowie ihre Mitgliedschaft in der Interregionalen Allianz für den Rhein-Alpen-Korridor EVTZ um den städtischen Einfluss auf die Gestaltung der transeuropäischen Schienenverbindung im Raum Karlsruhe und darüber hinaus auszubauen. Die bei der Stadt Karlsruhe verankerte Initiative „Magistrale für Europa“ engagiert sich für einen raschen Ausbau der Schienenachse Paris – Budapest/Bratislava. Die Interregionale Allianz für den Rhein-Alpen-Korridor EVTZ hat die Stärkung der Kooperation entlang des Rhein-Alpen- Korridors zum Ziel. Als transnationale Allianzen verbinden beide Initiativen wichtige Wirtschaftsräume miteinander und bilden somit auf Grundlage des gemeinsamen Binnenmarktes die Pulsader im europäischen Ost-West und Nord-Süd-Verkehr. Damit tragen sie nicht nur den gestiegenen Mobilitätsanforderungen der im Einzugsgebiet lebenden Menschen Rechnung. Vielmehr stärken die Aktivitäten der Initiativen ein vereintes Europa und tragen direkt zur Friedenssicherung, der Steigerung des wirtschaftlichen Wohlstands sowie zu Wachstum und Fortschritt in der Europäischen Union bei. Ziele der Maßnahme ▪ Sicherung der Standortvorteile Karlsruhes durch einen zügigen Ausbau wichtiger Schienenkorridore. ▪ Förderung umweltgerechter Mobilität. ▪ Verbesserung der politischen Einflussmöglichkeiten auf die Gestaltung hochrangiger Schieneninfrastrukturen in Europa. ▪ Vertretung Karlsruher Interessen im Bereich Mobilität und Schienenverkehr gegenüber politischen Akteuren auf Bundes- und Landesebene. ▪ Attraktivierung der Schienenverbindung Karlsruhes zur Europastadt Strasbourg. ▪ Ausweitung der Einflussmöglichkeiten der Stadt Karlsruhe auf die europäische Verkehrspolitik durch die Mitgliedschaft der in Rede stehenden Initiativen in den Korridorforen der Generaldirektion Mobilität und Verkehr der Europäischen Kommission. Kurzbeschreibung der Maßnahme Die Karlsruhe Marketing und Event GmbH (KME) ist unter anderem mit der Planung und Durchführung von emotionalen Großevents und operativen Marketingmaßnahmen zur Stärkung des Profils der Stadt Karlsruhe beauftragt. Ein Großteil der Events beinhaltet Maßnahmen, die auf die Internationalisierung der Stadt Karlsruhe abzielen und stets ineinandergreifen. Viele Maßnahmen sind bereits (seit Jahren) in der Durchführung, sie sollen weitergeführt und ausgebaut werden. Dazu gehören unter anderem die folgenden Events: ▪ INDIA SUMMER DAYS Karlsruhe ▪ DAS FEST Karlsruhe ▪ SCHLOSSLICHTSPIELE Light Art Festival Karlsruhe ▪ INDOOR MEETING Karlsruhe Weitere Arbeitsbereiche: Sicherheit und Nachhaltigkeit. Neben der Planung und Durchführung von Events, bei denen die Arbeitsbereiche Sicherheit und Nachhaltigkeit eine tragende Rolle einnehmen, beraten die Verantwortlichen außerdem europaweit andere Festivals und Institutionen unter anderem zu den Themen Crowd-Management, Nachhaltigkeit und Klimaschutz bei Veranstaltungen. Denn die globale Verantwortung bei allem Tun hat höchste Priorität. Ziele der Maßnahme ▪ Internationalisierung der Stadt Karlsruhe Informationen zur Umsetzung Informationen zur Umsetzung Federführung Initiative „Magistrale für Europa“ Federführung KME Beteiligte Akteure SAM Beteiligte Akteure Verschiedene Ämter und Gesellschaften, wie SAM, WiFö, KTG, OA Priorität hoch Priorität hoch Realisierungszeitraum kurzfristig, mittelfristig, in Planung, in Durchführung seit 1990 Realisierungszeitraum in Durchführung Kosten Personal- und Sachkosten Kosten --- 40 | Fortschreibung der Karlsruher Internationalisierungsstrategie Mehrsprachigkeit bei der Digitalisierungs- strategie – Übersetzungstools integrieren Internationale Standortkommunikation im Verbund mit Stadtgesellschaft Kurzbeschreibung der Maßnahme Sprachbarrieren trennen die Menschen nicht nur im wirklichen Leben, sondern auch in der digitalen Welt. Daher ist es wichtig, Inhalte mehrsprachig anzubieten, um einerseits die Reichweite zu erhöhen und andererseits den Menschen die Nutzung digitaler Medien zu erleichtern. Dies trifft vor allem auf Online-Informationsangebote (Websites und Ähnliches) und die Nutzung digitaler Medien zur Informationsübertragung (Beispiel Videokonferenzen) zu. ▪ Websites: Eine professionelle Komplett-Übersetzung aller Seiten einer Website durch muttersprachliche Übersetzer*innen ist mit hohen Kosten und Zeitverzögerungen verbunden. Hier empfiehlt es sich insbesondere bei dynamischen Inhalten (zum Beispiel News) und bei statischen Seiten, die von rein fremdsprachlichen Menschen wenig nachgefragt werden, auf automatisierte Übersetzungstools als Plugin zurückzugreifen. Zusätzlich dazu ist die Übersetzung besonders relevanter statischer Seiten durch professionelle Dolmetscher*innen sinnvoll. ▪ Für Videokonferenz-Systeme bieten sich automatisierte Simultanübersetzungen (Sprache zu Text) an. Als Nebeneffekt entsteht so ein nutzbares (mehrsprachiges) Protokoll der Videokonferenz. ▪ Verbunden damit ist eine Schulung der Online- Redakteure: Für qualitativ gut übersetzte Texte müssen sie die deutschsprachige Vorlage möglichst klar, strukturiert und einfach verfassen. Ziele der Maßnahme ▪ Mehrsprachigkeit der Website der Stadt; Sprachbarrieren in der digitalen Welt abbauen ▪ Ansprache von fremdsprachigen Fachkräften, Bürger*innen, Tourist*innen ▪ Reichweite und Bekanntheit auf weitere Länder vergrößern ▪ Internationale Position von Karlsruhe im Städtevergleich stärken Kurzbeschreibung der Maßnahme Aus der Entwicklung der Markenstrategie für die Stadt und der Positionierung der Region leiten sich Maßnahmen für die Kommunikation und das Marketing des Standorts Karlsruhe ab. In diesem Zusammenhang sind langfristige Koopera- tionen mit Partnern von maßgeblicher Bedeutung (Synergieeffekte). Angedacht und zu entwickeln sind internationale Positionierungskampagnen mit der TechnologieRegion Karlsruhe sowie Kooperationen mit wissenschaftlichen Einrichtungen (wie das Karlsruher Institut für Technologie), der Wirtschaft, dem ZKM und anderen. Im Fokus: Schärfung der internationalen Identität von Stadt und Region. Zu erzielendes Bild von der Stadt: „Karlsruhe steht international für kluge Entwicklungen (Innovationskultur), (höchstes) Recht mit internationaler Beachtung, weltweit sichtbar als UNESCO City of Media Arts.“ Ziele der Maßnahme ▪ Identifikation der Zielgruppe mit der internationalen Ausrichtung der Stadt Karlsruhe ▪ Nutzung von Synergieeffekten durch Kooperationen ▪ Stärkung der internationalen Wahrnehmung Informationen zur Umsetzung Informationen zur Umsetzung Federführung IT-Amt Federführung SAM Beteiligte Akteure PIA, SAM, Agentur „Ressourcenmangel“ Beteiligte Akteure Stadtgesellschaft, TRK, KIT, ZKM, KME, KMK, Fachämter Priorität mittel Priorität mittel Realisierungszeitraum mittelfristig Realisierungszeitraum langfristig Kosten Personal- und Sachkosten Kosten Personal- und Sachkosten Fortschreibung der Karlsruher Internationalisierungsstrategie | 41 Aktive Mitwirkung und „Co-Creation“: Akteure im Fortschreibungsprozess Die Evaluation der Maßnahmenumsetzung in den letzten acht Jahren hat gezeigt, dass die dritte Säule der Internationalisierungsstrategie, die Internationalisierung der Stadtgesellschaft, bisher nur unzureichend entwickelt ist. Im Rahmen des Fortschreibungsprozesses kam daher der Einbeziehung von Karlsruher Bürger*innen und zivilgesellschaftlichen Akteuren besondere Bedeutung zu. Die städtischen Ämter und Gesellschaften wurden sowohl durch eine umfangreiche Online-Befragung zu ihrem jeweiligen Internationalisierungsgrad in den Prozess mit einbezogen als auch durch einen Workshop. Hierdurch konnten die Hemmschwellen im Internationalisierungsprozess ermittelt und spezifische Bedarfe sichtbar gemacht werden. Diese Impulse sind wichtig, um in den nächsten Jahren gezielte Unterstützung leisten zu können. Insbesondere die Maßnahmen zur Steigerung der Europakompetenz ist das Ergebnis dieses Dialogs. Ideenwerkstatt 2019: Bürger*innen entwickeln gemeinsam Ideen Die Internationalisierungsstrategie Karlsruhes von 2012 betont die Rolle der Stadtgesellschaft in besonderer Weise. Diese Perspektive soll künftig noch gestärkt werden, um der wachsenden Bedeutung der Stadtgesellschaft Rechnung zu tragen. Daher wurde eine Ideenwerkstatt mit Vertreterinnen und Vertretern der Stadtgesellschaft zu deren künftiger Rolle als wichtiger Teil des Prozesses der Weiterentwicklung der Internationalisierungsstrategie durchgeführt. Die Veran- staltung fand im November 2019 statt. Um hier eine möglichst starke Bürgerperspektive zu erhalten, wurde die Veranstaltung im Format des Design-Sprints durchgeführt. So sollten auch möglichst konkrete Lösungsvorschläge entwickelt werden, die auch mit Beteiligung der Stadtgesellschaft und zivilgesellschaftlichen Akteuren umgesetzt werden können. Die Veranstaltung war auch ein politisches Signal und dokumentierte die Bereitschaft der Stadtverwaltung, sich in der Kooperation mit der Stadtgesellschaft auf einen neuen gemeinsamen Weg der „Ko-Produktion“ bei der weiteren Internationalisierung der Stadt und der Stadtgesellschaft zu machen. Die Ziele der Ideenwerkstatt waren: ▪ Auftakt eines kontinuierlichen Dialogprozesses der Verwaltung mit der Stadtgesellschaft unter Einbeziehung des Gemeinderats. Das Ziel ist die Gestaltung der internationalen Stadtgesellschaft 2030 als gemeinsamen Prozess. ▪ Einübung einer neuen Haltung: Dialog beginnt mit dem Zuhören! Daher nahmen Politik und Verwaltung in der Rolle der Zuhörer teil. ▪ Entwicklung gemeinsamer und geteilter Perspektiven, um einen gegenseitigen Lernprozess zu starten. ▪ Entwicklung gemeinsamer Handlungsoptionen, aber kein Wunschkonzert der Stadtgesellschaft. Wichtig war das Entwickeln gemeinsamer Handlungsoptionen. ▪ Erarbeitung konkreter Maßnahmen und Vorschläge im Entwurf (Prototypen). Die sehr konkreten Vorschläge werden auf ihre Machbarkeit überprüft und in der Fort- schreibung der Internationalisierungsstrategie dokumentiert. Die Resonanz der Stadtgesellschaft war groß. Die Teilnehmer waren bereit, einen ganzen Tag am Wochenende einzubringen, um ihre Zukunft zu diskutieren und über Formen ihrer eigenen Beiträge nachzudenken. Dies alles in einer durchgängigen Atmosphäre der gegenseitigen Neugier und des Engagements. Debattiert, entworfen, gestaltet und „geprototypt“ wurde in sechs Themenfeldern: Bildung, Arbeitswelten, Teilhabe, Freizeit, Engagement und Quartier und immer aus der Perspektive der Bürger*innen – ihrer Interessen, Ideen und Impulse. Abb. 3 Themenfeldern der Ideenwerkstatt © Die Strategiemanufaktur 42 | Fortschreibung der Karlsruher Internationalisierungsstrategie Die Ergebnisse des Tages lassen sich in den konkreten Projekten und Maßnahmen nachlesen (siehe Anhang). Die Ideenwerkstatt machte deutlich, wie groß das Potenzial auf den verschiedensten Ebenen in der Stadt ist. Dies gilt auch für die Bereitschaft der Stadtgesellschaft, dauerhaft und nachhaltig an einem internationalen Karlsruhe mitzubauen. Die Ergebnisse der Ideenwerkstatt lassen sich in zehn Punkten zusammenfassen: 1. Der Dialog mit der Stadtgesellschaft stärkt den Zusammenhalt und die Glaubwürdigkeit von Verwaltung und Politik in den Augen der Stadtgesellschaft und erschließt so neue, dringend benötigte Ressourcen. 2. Die Einbindung der Stadtgesellschaft erschließt Wissen und hat den Charakter eines „Frühwarnsystems“, so dass schneller als bisher reagiert werden kann. So entsteht auch eine neue Informationsquelle für kommunales Agenda-Setting. 3. Die Bereitschaft sich einzubringen ist beeindruckend und in den Vorschlägen dokumentiert. Diese Bereitschaft zu „Ko-Produktion“ öffentlicher Güter ist eine zentrale Zukunftsressource der Stadt, der Quartiere und der Menschen, die hier leben und arbeiten. 4. Deutlich wurde auch, dass diese Bereitschaft nicht nur außerhalb der Verwaltung vorhanden ist, sondern dass die Fähigkeit zur Zusammenarbeit mit einer multi- ethnischen und fragmentierten Stadtgesellschaft durch eine interkulturelle Öffnung der Stadtverwaltung verstärkt werden könnte. 5. Die Transparenz der Angebote, bestehender und künftiger, wird ein wichtiger Erfolgsfaktor für eine nach außen und innen international-integrierte Stadt sein, damit sich dies auch im Bewusstsein und Alltag der Menschen niederschlägt. 6. Ein Instrument hierzu könnte künftig der erarbeitete Begegnungsatlas Internationales Karlsruhe sein, der Transparenz über Teilhabeoptionen und Begegnungsräume schafft. Alte und neue Räume der Begegnung gemeinsam gestalten und betrieben. 7. Damit dies gelingt, könnte ein „Sonderprogramm Begegnungsorte“ aufgelegt werden. Die Notwendigkeit solcher Räume analog und digital wurde durch die Corona-Krise schmerzhaft deutlich. Solche Räume erhöhen auch die Resilienz gegenüber Rassismus und Ausgrenzung und fördern die demokratischen Grundstrukturen der Stadt. 8. Möglichkeiten der Technologie zu mehr „Mixed und Augmented-Reality-Ansätzen“ im Bereich der Willkommenskultur und der Integration sollten künftig in der Smart City Karlsruhe stärker genutzt werden. 9. Die Einbindung der internationalen und migrantischen Communities wird zu einem Erfolgsfaktor sowohl allgemein als auch für die Kommunikationsstrategie für ein internationales Karlsruhe. 10. Die Haltung von Offenheit, Respekt und Dialog auf allen Seiten – bei Personen, aber auch der Organisationen – wird zur Zentralressource der Kooperation mit und in einer diversifizierten und fragmentierten Stadtgesellschaft. Abb. 4 Co-Creative Grundstruktur und Anlage der Ideenwerkstatt © Die Strategiemanufaktur Fortschreibung der Karlsruher Internationalisierungsstrategie | 43 Workshop der Verwaltung 2019: Führungskräfte und Mitarbeiter*innen entwerfen das „Internationale Karlsruhe 2030“ Die Ergebnisse der Evaluation der bisherigen Internationalisierungsstrategie Karlsruhes wurden im Juli 2019 unter großer Beteiligung der Amtsleitungen und Gesellschaften der Stadt in einem Verwaltungsworkshop diskutiert. Gesammelt wurden Ideen zur Weiterentwicklung der Strategie, der Steigerung der Europafähigkeit und der Entwicklungszusammenarbeit. Die lebhafte und offene Atmosphäre zeigte mit welchem Engagement alle Beteiligten bei der Sache waren. Nach einer kurzen Einführung zu den Ergebnissen wurden besonders herausragende Projekte, aber auch Handlungsbedarfe in einer offenen Runde in einer Art Fishbowl-Format diskutiert. Als ein zentrales Projekt im Kontext der Europäischen Union und im Rahmen der Urban Agenda wurde die Themenpartnerschaft „Urban Mobility“ mit ihren Impulsen für die Stadtentwicklung vorgestellt sowie für die Anstrengungen im Bereich der internationalen Standortentwicklung die Partnerschaft mit dem indischen High-Tech-Standort Pune. Ergänzt wurden die „Außenperspektiven“ durch zwei Themen vor Ort: Die Frage wie die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund optimal gelingen kann und die Rolle der Kultur für eine offene Stadtgesellschaft und die Völkerverständigung. Grundsätzlich verfügt Karlsruhe – das wurde im Workshop deutlich – über eine solide Basis und gute Voraussetzungen für die Weiterentwicklung der Internationalisierung der Stadt und Stadtverwaltung. Wichtige Punkte sind in diesem Zusammenhang: ▪ Die allgemein hohe Bereitschaft und das Potenzial zur Internationalisierung der Stadtverwaltung, insbesondere unter den jüngeren Mitarbeiter*innen. ▪ Ein hohes Interesse an niederschwelligen und proaktiven Maßnahmen zum Ausbau des „Europawissens“ und der Sprachkenntnisse. ▪ Ein Reservoir an langjährigen Erfahrungen aus internationalen Projekten und Städtepartnerschaften. ▪ Eine grundsätzlich gute Ausstattung und finanzielle Lage im Vergleich zu anderen Städten. Die Bedeutung einer weiteren Internationalisierung bei allen Themen betonte zum Abschluss auch der Oberbürgermeister nochmals und sicherte allen Mitarbeitenden die Unterstützung für alle dafür notwendigen Schulungsmaßnahmen zu. Selbstkritisch wurde festgestellt, dass bislang noch zu wenig Mitarbeiter*innen mit Migrationshintergrund in der Stadt tätig sind, auf deren Potenzial aber künftig nicht verzichtet werden soll und eine entsprechende Öffnung geboten ist, um die Stadtgesellschaft in ihrer Vielfalt auch in der Verwaltung abzubilden. Einige zentrale Themen für die künftige Entwicklung der Stadtverwaltung wurden intensiv in Kleingruppen diskutiert. So die weitere Steigerung der Europafähigkeit der Verwaltung, die durch niederschwellige Angebote (wie Business-English, Lunch-Break-Schulungen und so weiter) attraktiv gemacht werden sollte. Die Städtepartnerschaften haben weiterhin große Bedeutung, müssten allerdings auf ein neues Fundament gestellt werden. Auch die Art der Zusammenarbeit müsste überdacht werden. Die Bedeutung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit für Karlsruhe als Stadt am Oberrhein, und mit engen Beziehungen zum französischen Nachbarn, wurde einmal mehr betont, ebenso die Bedeutung der Nachhaltigkeitsziele (Sustainability Development Goals, SDGs) für das städtische Beschaffungswesen. Über die einzelnen fachlichen Ergebnisse hinaus können einige übergreifende Impulse für die Fortschreibung der Strategie festgehalten werden: 1. Karlsruhe benötigt noch stärker als bisher ein verbindendes Narrativ für die Internationalisierung – warum Internationalisierung? Welcher Nutzen, welche Akteure und so weiter? 2. Karlsruhe benötigt eine Zusammenführung der Einzeldimensionen und -aktivitäten der Internationalisierung (Bildung, Kultur, Soziales, Umwelt, Europafähigkeit und Weiteres) zu einem komplementären Gesamtbild. 3. Karlsruhe benötigt für das Gelingen der Internationalisierung einen systemischen und bürger- beziehungsweise nutzerorientierten Ansatz (Collaborative Government: Verhältnis der Verwaltung zu Stakeholdern / Sharing Cities – Cities as Commons: 44 | Fortschreibung der Karlsruher Internationalisierungsstrategie Grundverständnis von Stadtverwaltung und Stadtgesellschaft in gemeinsamer Verantwortung). 4. Karlsruhe benötigt einen strategischen Rahmen für die Internationalisierungsstrategie (beispielsweise SDG’s, internationaler Wettbewerb), um entsprechende Erfolgsfaktoren (KPI’s) ableiten zu können, mit denen argumentiert werden kann – auch im politischen Raum! 5. Die Stadtverwaltung benötigt einen Prozess der interkulturellen Öffnung der Stadtverwaltung („repräsentative Verwaltung“) sowie die Einrichtung eines „Europa-Pools der Stadtverwaltung“ als strategische Personaleinsatzreserve. 6. Karlsruhe benötigt einen Internationalisierungsfonds, der die Ämter und Gesellschaften der Stadt schnell handlungsfähig sein lässt, unter anderem wenn es um internationale Projektpartnerschaften geht. 7. Karlsruhe benötigt glaubwürdige Führung durch den Gemeinderat und die Bürgermeister, das heißt entsprechende Zielvereinbarungen (top-down) und mittelunterlegte Maßnahmen (Dienstreisen, Qualifizierung, Kompetenz-Mapping, ...). Abb. 5 Internationalisierung als süße Versuchung – Impression aus dem Verwaltungsworkshop Fortschreibung der Karlsruher Internationalisierungsstrategie | 45 Anhang Ergebnisse der Ideenwerkstatt 2019 Ergebnisse Thementisch Arbeitswelten Maßnahme: gemeinnützige Arbeitsvermittlung Ziele: ▪ Chancengleiche Vermittlung ▪ Training on the Job ▪ Moderation zwischen Wirtschaft-Wissenschaft-Verwaltung Beschreibung: ▪ Maßnahme mit verschiedenen Projekten: Lotsen, Infozentrum, Speed Dating, Moderation von Wissenschaft- Wirtschaft- Verwaltung, Training on the Job, Praktikum und Werkstudenten Akteure: ▪ Stadt ▪ Unternehmen ▪ Bildungsinstitute ▪ Kammern Maßnahme: Karlsruher Sprachzentrum Ziele: ▪ Leben und Arbeiten ohne Sprachbarrieren ▪ Integration durch leichten Zugang zum Spracherwerb Beschreibung: ▪ Zentrale Kompetenzstelle für Spracherwerb im sozialen und beruflichen Kontext in Kooperation mit Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft; Koordination, Initiierung, Bereitstellung der / von Angeboten Akteure: ▪ Stadt KA ▪ Firmen ▪ Ehrenamtliche ▪ Welcome Center ▪ Technologieregion Karlsruhe 46 | Fortschreibung der Karlsruher Internationalisierungsstrategie Ergebnisse Thementisch Bildung Maßnahme: Zentrum / Zukunftshaus Ziele: ▪ Bildung und Begegnung ▪ Mehrsprachigkeit, Vielfalt würdigen und einbringen ▪ Voneinander lernen Beschreibung: ▪ Zentrum für Bildung für alle ▪ Hochmodern, gemütlich, niederschwellig ▪ Für jedes Alter ▪ Qualifizierte Begleitung / Beratung ▪ Train the trainer Akteure: ▪ Stadt ▪ Schulen ▪ Bürger, Bürgerinnen, Einwohner, Einwohnerinnen ▪ Bildungsträger ▪ NGOs ▪ Vereine Maßnahme: Vernetzung der Bildungseinrichtungen Ziele: ▪ Bessere Vernetzung der Bildungseinrichtungen ▪ Ausbau der Willkommens- und Integrationsangebote ▪ Steigerung der interkulturellen Kompetenz in der Stadt Beschreibung: ▪ Bildungseinrichtungen (inklusive Verschiedene Schul- und Hochschultypen) stimmen ihre Willkommensangebote und ihre Weiterbildungsformate in interkultureller Kompetenz eng untereinander ab. Gegenseitige Hospitation und „Job Shadowing“ fördern das Verständnis für die Bedürfnisse der jeweiligen Klientel. Akteure: ▪ Kindergarten ▪ Schule ▪ Hochschule ▪ Verwaltung Fortschreibung der Karlsruher Internationalisierungsstrategie | 47 Ergebnisse Thementische Engagement Maßnahme: Ich tu was! Ziele: ▪ Sich in Alltagssituationen engagieren ▪ Miteinander in Austausch kommen ▪ Leicht, leger, witzig, freundlich Beschreibung: ▪ Kampagne: Menschen zeigen, dass sie gerne für den Kontakt und die Unterstützung Anderer bereit sind. Slogan bekannt machen über Plakate, Pins/ Buttons, Social Media, Videos ... Akteure: ▪ Botschafter: Persönlichkeiten, Jede/ -r ▪ Stadtverwaltung: Koordination, Finanzierung, strategisches Marketing ▪ Stadtgesellschaft: als Zielgruppe und Multiplikatoren, insbesondere: Vereine, Schulen / Unis, Betriebe ▪ Profis: Gestaltung, Medien, Umsetzung Maßnahme: Wir sind Karlsruhe Ziele: ▪ Netzwerk zum Austausch von Informationen und Zusammenarbeit Beschreibung: ▪ Schaffen einer digitalen Plattform und eines analogen Treffpunkts auf dem sich interkulturelle Akteure treffen, um Informationen zur Nutzung von Freizeit austauschen / teilen Akteure: ▪ Stadt Karlsruhe ▪ Bürger, Bürgerinnen, Ehrenamtliche ▪ Firmen ▪ Vereine 48 | Fortschreibung der Karlsruher Internationalisierungsstrategie Maßnahme: Dialog und Bildung Ziele: ▪ Wir brauchen eine menschliche Internationalisierung in Politik, Verwaltung und Wirtschaft Beschreibung: ▪ Paradigmenwechsel: keine kosmetische Korrektur Akteure: ▪ Experten aus der Zivilgesellschaft Maßnahme: halbjährliches Begegnungsfest für Neu- und Alt-Karlsruher Ziele: ▪ Informationen zu Karlsruhe und Region (PAMINA) ▪ Zusammenbringen von Neu- und Alt-Karlsruher Beschreibung: ▪ Börse für internationale WGs und Patenschaften ▪ Internationales Essen ▪ Vorstellen von Freizeitaktivitäten ▪ Internationale Ansprechpartner vorstellen Akteure: ▪ Stadt ▪ Vereine ▪ Kirchen und Gemeinden ▪ Kultur- und Bildungseinrichtungen Fortschreibung der Karlsruher Internationalisierungsstrategie | 49 Ergebnisse Thementisch Freizeit Maßnahme: Alles unter einem Dach – Stadt-Freizeit-Vereine, internationale Aktivitäten und Stand der 17 SDGs in Karlsruhe Ziele: ▪ Willkommenshaus auf Marktplatz ▪ reales und virtuelles Begegnungs- und Informationszentrum ▪ Info an (Neu-) Bürger ab der Anmeldung im Ordnungs- und Bürgeramt über WelcomeCenter + Freizeit Karlsruhe International (virtuell, Software). Beschreibung: ▪ Glaskubus mit 18 Flächen am Anfang mit Info zu Vereinen und Aktivitäten zu „Internationalem“ und dem Stand der 17 SDGs in Karlsruhe. Info ist auf Internetseite Karlsruhe und digitale App für (Neu-) Bürger verfügbar. Im 2. und 3. Obergeschoss im Glaskubus sind frei zugängliche Räume für Veranstaltungen von zwei oder mehr Vereinen in Kooperation mit internationalem Inhalt zum Beispiel Welcome-Event für (Neu-) Bürger mindestens einmal pro Jahr. Akteure: ▪ Stadt: Bau, Budget, Personal, Projektumsetzung ▪ Vereine: Personal, Projektideen, Projektumsetzung ▪ Digitale Info: Auftrag von Stadt an Profi; Spezifikation durch Stadt und Vereine ▪ Steuerkreis: mindestens einmal pro Jahr offenes Treffen zum planen der Inhalte der Häuser für Folgejahr; offen für alle Vereine mit internationalen Aktivitäten Ergebnisse Thementisch Quartier Maßnahme: Miteinander unter einem Dach Ziele: ▪ Gruppen unterschiedlicher Nationalitäten/ kultureller Herkunft zusammenbringen ▪ Gemeinsame interkulturelle Aktivitäten und Austausch ▪ Unsichtbare Grenzen überschreiten Beschreibung: ▪ Zentraler Raum im Quartier in gemeinsamer Verantwortung möglichst vieler unterschiedlicher Akteure wie Kochen, Ferienprogramm, Talente-Schuppen, Sportolympiade, interkulturelle, generationsübergreifende Kunst- und Musikprojekte Akteure: ▪ Einzelpersonen ▪ Gruppierungen ▪ Institutionen / Vereine 50 | Fortschreibung der Karlsruher Internationalisierungsstrategie Ergebnisse Thementisch Teilhabe Maßnahme: Verbinde dich Ziele: ▪ Erziehung zum Engagement in den Schulen ▪ Mehrwert der Gemeinschaft erkennen ▪ Verantwortung und Verbindlichkeit für die Gemeinschaft ▪ Engagement wird selbstverständlich Beschreibung: ▪ Etablierung des Programms „Verbinde dich“ in allen Karlsruher Schulen ▪ Öffentliches Bekenntnis zum Programm „Verbinde dich“ aller Akteure ▪ SuS durchlaufen in den Stufen 5-9 verschiedene (Predis-) Modul um im privaten, schulischen und öffentlichen Bereich den Wert des Engagements für die Gemeinschaft zu lernen und zu leben Akteure: ▪ Schulen ▪ Politik ▪ Stadt ▪ Zivilgesellschaft Maßnahme: Zentrale Stelle für internationale Vernetzung Ziele: ▪ Vernetzung und (neue) Kooperation fördern ▪ Internationalen Personalaustausch stärken ▪ Internationale Aktivitäten ermöglichen/unterstützen ▪ Wirtschaft einbringen Beschreibung: ▪ Tätigkeitsprofil erstellen ▪ Personalstelle schaffen durch Gemeinderatsbeschluss ▪ Beirat für internationale Themen- und akteursübergreifende Vernetzung ▪ Budget für Veranstaltungen Akteure: ▪ Stadtverwaltung ▪ Hochschulen ▪ IBZ ▪ IHK ▪ Netzwerk Eine Welt ▪ Welcome Center ▪ Flüchtlingshilfevereine ▪ Europe direct ▪ ... Fortschreibung der Karlsruher Internationalisierungsstrategie | 51 Impressionen der Ideenwerkstatt 52 | Fortschreibung der Karlsruher Internationalisierungsstrategie Ergebnisse des Workshops der Verwaltung 2019 Thementisch 1: Nachhaltige Entwicklungsziele/Agenda 2030 Fragerunde 1: Wie sieht Karlsruhe als internationale Stadt im Jahr 2035 aus? Wie wirken sich globale klimatische, politische und gesellschaftliche Entwicklungen auf Karlsruhe aus? Fragerunde 2: Wie muss sich Karlsruhe aufstellen, um diesem Szenario gerecht zu werden? Wo liegt der Handlungsbedarf, um Karlsruhe als internationale Stadt der Zukunft erfolgreich aufzustellen? Fortschreibung der Karlsruher Internationalisierungsstrategie | 53 Thementisch 2: Städtepartnerschaften und Partnerschaftskonzept Fragerunde 1: Welche internationalen Beziehungen beziehungsweise Partnerschaften hat Karlsruhe im Jahr 2035? Fragerunde 2: Wo sehen wir bis 2035 Optimierungsbedarf im Städtepartnerschaftbereich beziehungsweise die Notwendigkeit einer Korrektur der bisherigen Karlsruher Ausrichtung? 54 | Fortschreibung der Karlsruher Internationalisierungsstrategie Thementisch 3: Projektmanagement und IQ-Arbeitsweise in der internationalen Arbeit Fragerunde 1: Wie sieht Karlsruhe als internationale Stadt im Jahr 2035 aus? Wie wirken sich globale klimatische, politische und gesellschaftliche Entwicklungen auf Karlsruhe aus? Fortschreibung der Karlsruher Internationalisierungsstrategie | 55 Thementisch 4: Rahmenbedingungen für die internationale Arbeit Themenaspekte Europawissen Fremdsprachen Ressourcen: Personal und Budget 56 | Fortschreibung der Karlsruher Internationalisierungsstrategie Abkürzungsverzeichnis Abkürzung Bedeutung AEN Automotive · Engineering · Network - Das Mobilitätscluster e.V. AEW e.V. Aktion Eine Welt e.V. AfA Amt für Abfallwirtschaft afka Arbeitsförderungsbetriebe gGmbH AfStA Amt für Stadtentwicklung AVG Albtal-Verkehrs-Gesellschaft mbH BfI Büro für Integration BME Büro für Mitwirkung und Engagement BW Baden-Württemberg Dez. Dezernat DST Deutscher Städtetag EDIC Europe Direct Informationszentrum EIFER European Institute for Energy Research/Europäisches Institut für Energieforschung (EDF-KIT) EKT Europäische Kulturtage EOSD European Organisation for Sustainable Development ESF Europäischer Sozialfonds EU Europäische Union FA Forstamt FZI Forschungszentrum Informatik Karlsruhe GBA Gartenbauamt GS Grundschule HA Hauptamt HsKA Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft ibz Internationales Begegnungszentrum Karlsruhe ICT Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie IHK Industrie- und Handelskammer Karlsruhe IKK Interkulturelle Kompetenz INIT init innovation in traffic systems SE INTERREG Europäische territoriale Zusammenarbeit (Ausrichtung A: grenzübergreifend, Ausrichtung B: transnational, Ausrichtung C: interregional) IOSB Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IREES Institut für Ressourceneffizienz und Energiestrategien IT-Amt Amt für Informationstechnik und Digitalisierung KA Kulturamt KEK Karlsruher Energie- und Klimaschutzagentur gGmbH KEPOL Kommunale Entwicklungspolitik KEZ kommunale Entwicklungszusammenarbeit KFG Karlsruher Fächer GmbH KI Künstliche Intelligenz KIT Karlsruher Institut für Technologie Fortschreibung der Karlsruher Internationalisierungsstrategie | 57 Abkürzung Bedeutung KME Karlsruher Marketing und Event GmbH KMK Karlsruher Messe- und Kongress GmbH KMU Kleine und mittlere Unternehmen KPI Key Performance Indicator KTG Karlsruher Tourismus GmbH KVV Karlsruher Verkehrsverbund GmbH LA Liegenschaftsamt NGO Nichtregierungsorganisation OA Ordnungs- und Bürgeramt ÖPNV Öffentlicher Personennahverkehr PIA Presse- und Informationsamt POA Personal- und Organisationsamt PTV PTV Planung Transport Verkehr AG RGRE Rat der Gemeinden und Regionen Europas RP Regierungspräsidium RP Karlsruhe Regierungspräsidium Karlsruhe SAM Stabsstelle Außenbeziehungen und Strategisches Marketing SDG Sustainable Development Goals/Ziele für nachhaltige Entwicklung SJB Sozial- und Jugendbehörde SKEW Servicestelle Kommunen in der Einen Welt STEK Stadtteilentwicklungskonzept stja Stadtjugendausschuss e.V. Karlsruhe StPlA Stadtplanungsamt SuS Schul- und Sportamt SWK Stadtwerke Karlsruhe GmbH TBA Tiefbauamt TEN-V Transeuropäische Verkehrsnetze TRK TechnologieRegion Karlsruhe GmbH TTK TransportTechnologie-Consult Karlsruhe GmbH UA Amt für Umwelt- und Arbeitsschutz VBK Verkehrsbetriebe Karlsruhe GmbH VKL Vorbereitungsklassen VME Verwaltungs- und Managemententwicklung Wifö Wirtschaftsförderung ZJD Zentraler Juristischer Dienst ZKM Zentrum für Kunst und Medien Zoo Zoologischer Stadtgarten Karlsruhe 58 | Fortschreibung der Karlsruher Internationalisierungsstrategie Bildnachweis Abb. 1 Handlungsempfehlungen für den weiteren Internationalisierungsprozess © Die Strategiemanufaktur .................................. 11 Abb. 2 Word Cloud „Internationales Karlsruhe 2030“ © Stadt Karlsruhe I Layout: R. Hartig .......................................................... 12 Abb. 3 Themenfeldern der Ideenwerkstatt © Die Strategiemanufaktur ........................................................................................... 41 Abb. 4 Co-Creative Grundstruktur und Anlage der Ideenwerkstatt © Die Strategiemanufaktur ....................................................... 42 Abb. 5 Internationalisierung als süße Versuchung – Impression aus dem Verwaltungsworkshop ..................................................... 44 Notizen Fortschreibung der Karlsruher Internationalisierungsstrategie | 59 Impressum Stadt Karlsruhe Stabsstelle Außenbeziehungen und Strategisches Marketing (SAM) Zähringerstr. 65, 76133 Karlsruhe Telefon: 0721 133-1870 E-Mail: sam@karlsruhe.de www.karlsruhe.de Leiter: Dr. Eberhard Fischer Bereich: Europa, Internationales Regina Hartig Bearbeitung: Team der Stabsstelle Außenbeziehungen und Strategisches Marketing Die Strategiemanufaktur (Seiten 10 bis 11, 41 bis 44) Layout: Gaby Dien Kartografie im Titelbild und Vorwort: ©Pixabay/Gordon Johnson Druck: Rathausdruckerei, Recyclingpapier Diesen Fortschreibungsbericht finden Sie unter: www.karlsruhe.de/b4/international/internationalisierung.de Stand: Oktober 2020

  • Internationalisierungs-Strategie
    Extrahierter Text

    Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier Fortschreibung Internationalisierungs-Strategie Vorlage Nr.: 2020/1159 Verantwortlich: Dez. 1 Beratungsfolge dieser Vorlage Gremium Termin TOP ö nö Ergebnis Hauptausschuss 10. November 2020 3 ☐ ☒ vorberaten Gemeinderat 17. November 2020 5 ☒ ☐ Beschlussantrag Der Gemeinderat nimmt den Fortschreibungsbericht zur Karlsruher Internationalisierungsstrategie zustimmend zur Kenntnis. Finanzielle Auswirkungen Gesamtkosten der Maßnahme Einzahlungen | Erträge (Zuschüsse und Ähnliches) Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatorischen Kosten abzüglich Folgeerträge und Folgeeinsparungen) Ja ☐ Nein ☒ Text eingeben Text eingeben Text eingeben Haushaltsmittel sind dauerhaft im Budget vorhanden Ja ☐ Nein ☐ Die Finanzierung wird auf Dauer wie folgt sichergestellt und ist in den ergänzenden Erläuterungen auszuführen: ☐ Durch Wegfall bestehender Aufgaben (Aufgabenkritik) ☐ Umschichtungen innerhalb des Dezernates ☐ Der Gemeinderat beschließt die Maßnahme im gesamtstädtischen Interesse und stimmt einer Etatisierung in den Folgejahren zu. CO 2 -Relevanz: Auswirkung auf den Klimaschutz Bei Ja: Begründung | Optimierung (im Text ergänzende Erläuterungen) Nein ☐ Ja ☒ positiv ☒ negativ ☐ geringfügig ☐ erheblich ☒ IQ-relevant Nein ☒ Ja ☐ Korridorthema Text eingeben Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) Nein ☒ Ja ☐ durchgeführt am Datum eingeben Abstimmung mit städtischen Gesellschaften Nein ☒ Ja ☐ abgestimmt mit Datum eingeben Informationsvorlage – 2 – Ergänzende Erläuterungen Mit der im Jahr 2012 verabschiedeten Internationalisierungsstrategie setzte sich die Stadt Karlsruhe das Ziel, die internationale Themen-, Projekt- und Netzwerkarbeit inhaltlich, organisatorisch und personell neu aufzustellen sowie Stadt und Region als Wirtschafts- und Innovationsstandort international zu positionieren. Umsetzungsstand der Internationalisierungsstrategie Der Fortschreibungsbericht gibt einen ersten Überblick über den Status quo des städtischen Internationalisierungsprozesses. Der Großteil der in 2012 verabschiedeten Maßnahmen wurde angegangen: Von insgesamt 31 Maßnahmen konnten neun abgeschlossen werden, 18 Maßnahmen befinden sich aktuell noch in der Umsetzung. Nur drei Maßnahmen gingen gar nicht erst an den Start oder wurden nachträglich wieder verworfen. Evaluation des Internationalisierungsprozesses seit 2012 Zur Evaluation des Internationalisierungsprozesses wurde mit der „Strategiemanufaktur“ ein externer, neutraler Akteur hinzugezogen. An der Evaluation beteiligten sich 44 städtische Ämter und Gesellschaften. Untersucht wurden die bisherigen Erfolge, aber auch, welche Faktoren im Prozess erschwerend gewirkt haben. Die Evaluation hat folgende Punkte positiv hervorgehoben: • die Stadtspitze hat der Internationalisierung eine hohe Priorität gegeben • die strukturellen Voraussetzungen für den Internationalisierungsprozess wurden verbessert (u.a. Kompetenzausbildung der Mitarbeiter*innen, Kommunikation gegenüber Bürger*innen, Auf- und Ausbau der Stabsstelle SAM) • in der internationalen Netzwerkarbeit wurde die Möglichkeit zum Fachaustausch mit Stadtverwaltungen europaweit verstärkt genutzt; Karlsruher Know-how und Themen wurden aktiv eingespielt • Karlsruhe ist fester Akteur der europäischen, insbesondere der grenzüberschreitenden Interessenvertretung und Projektarbeit • Schwerpunkt der internationalen Aktivitäten der städtischen Ämter ist die Europaarbeit mit den Städte- und Projektpartnerschaften sowie die grenzüberschreitende Zusammenarbeit am Oberrhein. Die Evaluation hat aber auch Schwachstellen im Internationalisierungsprozess aufgezeigt, unter anderem: • die geringe Kenntnis der Internationalisierungsstrategie in der Verwaltung • die immer noch begrenzte Anzahl der international aktiven Ämter • ein fehlendes zentrales und systematisches Monitoring • die geringe Einbeziehung der Stadtgesellschaft in den Internationalisierungsprozess der Verwaltung. Impulse für den Fortschreibungsprozess Anstöße für die Fortschreibung gaben ein Workshop mit der Verwaltung und eine Ideenwerkstatt mit Akteur*innen aus allen Bereichen der Stadtgesellschaft. Zudem erarbeitete die Stabsstelle SAM zusammen mit der „Strategiemanufaktur“ und federführenden städtischen Ämtern und Gesellschaften eine neue Vision. – 3 – Die neue Vision „Internationales Karlsruhe 2030 – innovativer.nachhaltiger.weltoffener.“ wird in den kommenden Jahren mit fünf neu gefassten Internationalisierungszielen umgesetzt. Die Obersätze der Ziele lauten: Ziel 1: Karlsruhe ist eine Welcome-City mit einer inklusiven und interkulturell offenen Stadtverwaltung und Stadtgesellschaft. Ziel 2: Karlsruhe steht für internationale Zusammenarbeit auf allen Ebenen in einem vereinten Europa. Ziel 3: Die Stadt Karlsruhe kommt ihrer globalen Verantwortung nach. Ziel 4: Karlsruhe ist sichtbares Zentrum eines wirtschaftsstarken Europas. Ziel 5: Karlsruhe hat sich als internationale Marke positioniert. Neue Vision und neue Ziele sollen dem Internationalisierungsprozess der nächsten Jahre neue Motivation geben. Zur Umsetzung haben die städtischen Ämter und Gesellschaften 50 Einzelmaßnahmen eingereicht, mit denen sie die Internationalisierung in ihren jeweiligen Arbeits- und Zuständigkeitsbereichen voranbringen wollen. Die Herangehensweisen anderer Städte in Deutschland und Europa finden dabei Beachtung. Die CO 2 -Relevanz der einzelnen Maßnahmen (Auswirkungen auf den Klimaschutz) lässt sich zum aktuellen Zeitpunkt der Internationalisierungsstrategie nur abschätzen. Ziel muss eine insgesamt positive Wirkung auf die Klimabilanz sein, unter Einhaltung des Pariser Klimaabkommens. Die Verwaltung verweist in diesem Zusammenhang auf die Maßnahmen unter Ziel 3, die etwaige klimaschädliche Wirkungen anderer Maßnahmen erheblich überkompensieren sollen. Die CO 2 - Relevanz aller Maßnahmen wird genauer bei Umsetzung oder Fortführung der einzelnen Maßnahmen betrachtet, durch die Verwaltung bzw. bei Beteiligung des Gemeinderats. Beschluss: Antrag an den Gemeinderat/Hauptausschuss Der Gemeinderat nimmt den Fortschreibungsbericht zur Karlsruher Internationalisierungsstrategie zustimmend zur Kenntnis.

  • Protokoll GR TOP 5
    Extrahierter Text

    Niederschrift 17. Plenarsitzung des Gemeinderates 17. November 2020, 15:30 Uhr öffentlich Bürgersaal, Rathaus am Marktplatz Vorsitzender: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 8. Punkt 5 der Tagesordnung: Fortschreibung Internationalisierungs-Strategie Vorlage: 2020/1159 Beschluss: Kenntnisnahme Abstimmungsergebnis: Keine Abstimmung Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 5 zur Behandlung auf und verweist auf die erfolgte Vorberatung im Hauptausschuss: Ich möchte darauf hinweisen, dass es sich hier um einen Fortschreibungsbericht zur Karlsruher Internationalisierungsstrategie aus dem Jahr 2012 handelt. Ich finde es ganz bemerkenswert und möchte es deswegen noch mal herausstellen, dass nicht nur Anstöße und Impulse für die Fortschreibung aus der Verwaltung und den städtischen Gesellschaften kamen, sondern dass wir auch in einer Ideenwerkstatt mit Akteurinnen und Akteuren aus allen Bereichen der Stadt- gesellschaft gearbeitet haben. Ich darf da den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die ggf. viel- leicht sogar heute da sind, und den Stadträtinnen und Stadträten, die da beobachtend dabei waren, noch mal ausdrücklich danken. Diesen kontinuierlichen Dialog mit der Stadtgesellschaft wollen wir auch bei diesem Thema in den nächsten Jahren konsequent fortführen und damit die Stadtgesellschaft zu einem festen Partner der Stadtverwaltung und zum Motor der interna- tionalen Stadt Karlsruhe werden lassen. Alles Weitere können Sie dem Bericht entnehmen. Ich glaube, dass auch der ganze Bericht einen Geist atmet des nach vorne Schauens, des Optimiss- musses und der Begeisterung für internationale Zusammenarbeit und auch bei allen finanziel- len Schwierigkeiten, die uns da anstehen, würde ich diesen Esprit gerne bewahren, den hier die Internationalisierungsstrategie aussendet und mit Ihnen auch dann weiter diese Wege gehen. Ich sage das jetzt als Stadtverwaltung, ich persönlich natürlich auch gerne. Gut, wir kommen damit zur Debatte. – 2 – Stadträtin Mayer (GRÜNE): Ja, Herr Oberbürgermeister, meine Damen und Herren, die Stadt Karlsruhe schläft nicht, wenn es um das Thema Internationalisierung geht und das ist sehr wich- tig. Das fängt an bei der Gewinnung von neuen Projektpartnerinnen bis hin zur Anwerbung auch von internationalen Fachkräften, und da gibt es ja viele gute Maßnahmen, die jetzt auch in diesem Bericht wieder aufgegriffen werden. Es ist ja auch kennzeichnend, dass wir jetzt über diese Internationalisierungsstrategie im Rahmen einer internationalen Pandemie sprechen. Es scheint so, als wäre ganz viel eingeschlafen, jetzt wo es auch nicht mehr möglich ist, Reisen zu unternehmen oder die Partnerschaften so fortzusetzen, wie man das in den vergangenen Jah- ren gewohnt war. Aber wir sehen auch, dass die Erkenntnisse aus der Pandemie uns viele Vor- teile bringen und neue Erkenntnisse. Ich glaube, einer der wichtigsten Punkte, den wir in Deutschland vorangebracht haben, ist, dass wir uns mittlerweile alle sehr gut mit Online- Konferenzen auskennen und das ist natürlich international ein großer Vorteil, wenn man eben nicht dauernd fliegen muss, weit fahren muss, wirklich lange Reisewege auf sich nehmen muss, um über Ideen und Projekte gemeinsam zu reden. Und gerade wenn es um das Thema Online- Strategie geht, dann ist es ganz besonders wichtig, noch mal die Vorteile für den Klimaschutz zu nennen. Wir wissen, gerade Flugreisen und lange Reisen sind natürlich für unser Klima ganz schwierig. In diesem Fortschreibungsbericht wird noch mal aufgegriffen, dass wir eine sehr positive Klimabilanz von dieser Strategie erwarten. Also, das Ziel muss sein, insgesamt eine positive Auswirkung auf das Klima zu haben, und das ist uns Grünen an der Stelle natürlich noch mal ganz besonders wichtig, weil wir hier große Vorteile sehen, wenn wir diese Idee international weiterbringen und es dann tatsächlich schaffen, mit viel Kraft die Klimabilanz in Karlsruhe und über die Grenzen hinaus zu verbessern. Aber, auch andere Ziele sollten wir in dieser Strategie nicht vergessen. Und zwar, wenn es darum geht, Menschenrechte und die Idee von Menschen- rechten in die Welt zu tragen, in unsere Partnerländer zu tragen, und da sollten wir noch mal ganz besonders darauf achten, ob es in den Ländern und in den Kommunen, mit denen wir zu- sammenarbeiten, auch eine Wahrung der Menschenrechte gibt, werden dort Frauenrechte, werden da die Rechte von queeren Personen so gewahrt, wie wir das uns vorstellen? Darauf sollten wir natürlich noch mal hinwirken und mit gutem Beispiel vorangehen. Als Schwachstelle in dem Bericht wird betont, dass aktuell noch ein fehlendes zentrales Steuerungs- und Monito- ringelement fehlt. Für uns als Gemeinderat ist es natürlich ganz besonders wichtig zu erfahren, was kann diese Strategie am Ende wirklich bewirken, wie viele Fachkräfte werben wir an, wel- che Projekte schaffen wir auch in Karlsruhe? Und da freuen wir uns, wenn in den kommenden Jahren noch ein bisschen was passiert und dann auch die Ergebnisse transparenter und für uns nachvollziehbarer dargestellt werden. Insgesamt vielen Dank an alle Beteiligten. Stadtrat Pfannkuch (CDU): Der Bericht zeigt, dass wir nicht erst seit kurzem an Internationali- sierungsstrategien arbeiten, sondern da schon mit großer Erfahrung längere Zeit unterwegs sind. Dieses jetzige Papier, für das ich der Verwaltung hier in Gänze mich herzlich bedanken will, führt eben die aktuellen Dinge mit zusammen und bringt auch für uns eine Kurzfassung der neuesten Ideen in dem Zusammenhang. Ich denke, man darf Internationalisierungsstrategien nicht lediglich so nach dem Prinzip denken, was bringen sie mir in Euro und Cent, sondern das ist eine Selbstverständlichkeit wie große europäische Städte miteinander heute umgehen und da sollte Karlsruhe natürlich in besonderem Maße auch agieren. Ich denke, es ist eine Form des Stadtmarketings, das darf man sich durchaus mal auch auf der Zunge zergehen lassen. Manche hier im Haus sehen das gar nicht für so wichtig an. Ich glaube, es ist sehr wichtig für die Position dieser Stadt und es ist vielleicht schön gedacht, wenn wir auch in Internationalisierungsstrate- – 3 – gien unseren Zeigefinger erheben und sagen, was wir da bei anderen Städten etwa mit unserer besseren Lebenshaltung belehrend auferlegen könnten. Also das sehe ich schon ein wenig für bedenklich. Wir sind schon glücklich darüber, dass wir mit vielen Verhältnissen kommunizieren und unsere Meinung austauschen können. Das ist ein Riesengewinn. Ich wollte im Übrigen auch auf etwas ganz anderes zu sprechen kommen, was meine persönli- che Erfahrung ist. Ich habe aus jeder persönlichen Begegnung sehr, sehr viel nach Hause getra- gen. Immer waren es gute Ideen und auch Anregungen für die Arbeit hier in diesem Gemeinde- rat. Deshalb die persönlichen Begegnungen würde ich jetzt nicht so klein reden und diese CO2 Bilanz kann man dadurch eben nicht wechselseitig aufwiegen, das geht nicht. Das ist eine Illusi- on. Machen wir auf diesem Weg weiter, zeigen wir, dass wir eine prosperierende Stadt sind. Da können wir Mut nach außen transportieren. Denn nur mit dieser prosperierenden Stadt sind wir auch in der Lage, die ein oder andere Klimaschutzmaßnahme, die uns noch vorschwebt, zu stemmen. Stadtrat Marvi (SPD): Vielen Dank für den sehr ergiebigen Fortschrittsbericht, der aufzeigt, wie ernst wir das Thema Internationalität nehmen, hier in der Stadt Karlsruhe, in der Stadtverwal- tung aber auch bei den mit uns verbundenen Partnern, auch wenn sicherlich noch vieles zu tun ist und gestaltet werden kann. Das Thema Internationalität wird für unsere Stadt immer wichti- ger. Wir haben ja jetzt auch einen langen Zeitraum von 2012 bis heute, einen Zeitraum in dem sich viel getan hat, Frau Mayer hat es angesprochen. Reisen können wir inzwischen nicht mehr, aber dafür haben wir die Welt sozusagen im Kleinen bei uns in Karlsruhe mit mehr als 120 Nati- onen, einen gewaltigen kulturellen Schatz. Viele Menschen, die hier friedlich zusammenleben und vieles an Erfahrung aus ihren kulturellen Bezügen einbringen und wir haben nach wie vor tausende junger Studierende und Forschende in Karlsruhe mit internationalem Bezug, und wir wollen hier auch viel mehr davon anlocken, in unsere Stadt zu kommen. Natürlich hat auch noch mal die wirtschaftliche Verpflichtung in die Globalisierung, in den europäischen Wirt- schaftsraum, in diesen Jahren zugenommen. Aber es ist vor allen Dingen eine Sache in diesen 8 Jahren geschehen, dass das Thema globale Verantwortung eine ganz andere Dimension in der gesellschaftlichen Debatte bekommen hat, dass es eben nicht mehr nur eine Debatte von Wis- senschaftlern, von Experten ist, sondern dass unsere Stadtgesellschaft ganz aktiv nachfragt, wie wir denn das Stichwort Internationalität nicht nur mit dem Thema Fachkräfte, Euro und Cent, Globalisierung und Standort verbinden können, sondern vielmehr mit Ökologie, Nachhaltigkeit, Soziales, Integration und Kultur. In diesem Bericht wird aufgezeigt, wie vieles hier schon ange- schoben wurde, dass wir hier eben nicht schlafen und wie vieles noch möglich ist, wenn man sich mal die ganzen Ergebnisse der Workshops anschaut. Wir gehen also voll mit den Visionen, die hier skizziert worden sind für die kommenden Jahre und sehen in der Stärkung der Interna- tionalität eine mutige Stadtpolitik für dieses Jahrzehnt. Stadtrat Høyem (FDP): Hier im Gemeinderat sind wir drei Ausländer. In der letzten Periode wa- ren wir sieben. Es kann ein Zufall sein, aber es ist eine Aufgabe, unsere internationalen Bür- ger*innen besser in den lokalen Dialog einzubinden. Gerne möchte ich vier Themen kommen- tieren. Seite 38 Internationale Botschafter*innen für Karlsruhe. Ich bin seit mehr als 30 Jahren Teil ei- ner globalen Gruppe von bekannten Dänen. Unsere Aufgabe ist es, Kopenhagen mehr bekannt zu machen. Ich denke, dass viele Kolleginnen bestätigen können, vielleicht mit Irritation und Ärger, dass ich hier in Karlsruhe diese Aufgabe erfülle. Als ich vor 15 Jahren neu im Karlsruher – 4 – Gemeinderat war, habe ich vorgeschlagen, so ein Ding muss Karlsruhe auch haben. Die Mehr- heit hat zugestimmt und dann ist nichts mehr passiert. Ich helfe sehr gerne diese Botschaftervi- sion in die Realität umzusetzen. Seite 23 geht es um den Europatag am 9. Mai. Hier werde ich und bestimmt auch Kollege Sven Maier ganz nostalgisch. Die Verwaltung wollte vor vielen Jahren die lebendige Tradition mit dem Europatag auf dem Markplatz abschaffen. Der Europatag war wirklich mit Herrn Hartmut Lorek im Zentrum ein echter Stadtevent. Heute wären Kollege Michael Haug und er selbstver- ständliche Akteure. Einmal hatten wir sogar die dänische Prinzessin Benedikte zu Sayn- Wittgenstein-Berleburg als Ehrengast. Wir haben für den Europatag gekämpft und gewonnen. Wir haben in zahlreichen Treffen die Formate diskutiert, dann kam die Kombilösung und alles war vergessen. Seite 10 behandelt die Fremdsprachenkenntnisse. Ich bin überrascht über die positive Einschät- zung, so ist meine Erfahrung in Karlsruhe nicht, aber falls ich nach mehr als der Hälfte meines Lebens im Ausland nur eine Erfahrung weitergeben sollte, dann wäre es genau dieses, lernt eine Fremdsprache. Mein letzter Kommentar dreht sich um Seite 33, Global Systems und Finance Conference und EOSD, The European Organisation for Sustainable Development. Ich bin seit mehreren Jahren ehrenamtlich in dieser Organisation aktiv und ich bin beeindruckt. Ich denke, dass das EOSD auf einer Weltpreisebene ist. Letzten Monat haben wir in Karlsruhe zusammen mit dem Finanzmi- nisterium in Kampala den Karlsruher Sustainable Finance Award überreicht. Präsent hier in Karlsruhe waren 9 Botschafterinnen, und die Zwei-Tages-Videokonferenz hatte mehr als 400 Teilnehmer aus mehreren Ländern in Afrika und Asien und der islamischen Welt. Die Teilneh- mer sind auf höchster politischer und Finanzebene. Seit den Anfängen haben weit über 1.000 Personen auf höchster Entscheidungsebene Karlsruhe besucht und der Name Karlsruhe steht global für Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Die Idee hinter EOSD ist einfach, nämlich dass Ban- ken und Finanzinstitute selber nachhaltig und weltoffen sein müssen, dann sind sie ein unglaub- lich wichtiger Schlüssel in dem wahren Kampf für Nachhaltigkeit. EOSD ist von den Mitgliedern finanziert und ist bereit, mit Karlsruhe und der Technologieregion noch enger zusammen zu arbeiten. Stadtrat Haug (KAL/Die PARTEI): Mit dieser Internationalisierungsstrategie weitet sich der Blickwinkel von der Stadtverwaltung hin auf die Stadtgesellschaft aus. Bedeutendes Element zur Einbindung der Stadtgesellschaft war die durchgeführte Ideenwerkstatt 2019, an der auch mein Kollege Lüppo Cramer teilgenommen hat. Die Einbindung der Stadtgesellschaft ist für uns wesentlich bei der nun vorliegenden Strategie Internationales Karlsruhe 2030. Jetzt liegt es an uns, der Politik, die Umsetzung dieser Ergebnisse zu ermöglichen. Bei den Visionen orientiert sich die Stadt an wichtigen Akteuren, wie z. B. dem KIT. Die internationale Ausrichtung des KIT kann der Stadt dabei als Benchmark dienen. Zum Beispiel muss die Verkehrssprache englisch eine weitere Verbreitung in den städtischen Ämtern finden und liebe Kolleginnen und Kollegen, das gilt auch für uns, denn der Gemeinderat muss Teil der Internationalisierungsstrategie sein. Ein weiterer Punkt, das Botschafterkonzept, ist wieder Bestandteil der Strategie und soll wei- terentwickelt werden. Tom Høyem hat es auch angesprochen, er hat es ja vor Jahren erst ins Gespräch gebracht. Und hier liebe Kolleginnen und Kollegen, sind wir auch aufgerufen, ein Teil des Konzeptes zu werden und als Botschafter*innen Karlsruhes aufzutreten. Dabei müssen wir – 5 – Europa zuerst in den Fokus nehmen. Weltweit ist gut, Frankreich, unser Nachbar ist Pflicht und mehr und mehr zu Pflicht wird die Solidarität mit Afrika, unserem Nachbarkontinent. Vorbild könnte unsere Klimapartnerschaft Los Bancos in Ecuador sein. Während die erste Internationalisierungs-Strategie von 2012 wirtschaftlich getrieben war und vor allem die Gewinnung von Fachkräften zum Ziel hatte, spielt nun, 2020, die Stadtgesellschaft die zentrale Rolle aus unserer Sicht. Das Ziel ist eine internationale Stadtgesellschaft und eine Willkommenskultur. Und diese Willkommenskultur gilt, nach unserem Verständnis, nicht nur den Fachkräften, deren Zuzug wirtschaftlich vorteilhaft ist, sondern auch, beispielsweise, den Geflüchteten als Solidarität mit dem globalen Süden. Deshalb zum Schluss der Wunsch, dass ein Training für interkulturelles Verhalten und Antirassismus für Führungskräfte und neue Mitarbei- tende der Stadt eingeführt wird. Ich persönlich empfinde solche Informationen und Gespräche immer als Gewinn und dennoch ist auch für mich eine Vertiefung bei so einem Training wichtig. Abschließend ein Dank an die gesamte Verwaltung, die sich an dem Prozess beteiligt hat und zu vorderst an die Kollegin von SAM für die Erstellung dieser Strategie. Stadträtin Fenrich (AfD): Vieles wurde schon erwähnt, positiv erwähnt. Auch wir sehen vieles in dem Papier positiv an. Ich habe auch einige Punkte mir herausgesucht, die mir da aufgefallen sind. Und zwar geht es bei der Internationalen Stadtgesellschaft um Willkommenskultur auch um eine Maßnahme Netzwerk gegen Rassismus. Das ist vor der Fortschreibung eingefügt wor- den und dürfte aber jetzt noch Bestand haben. Weiterhin gibt es ein Thema „Perspektive Aus- bildung“, berufliche Integration von Geflüchteten, das ist eine Überschneidung mit dem Antrag der Grünen, den wir dann nachher in TOP 26 wahrscheinlich noch mal behandeln und dazu was hören werden. Weiterhin soll städtischen Mitarbeitern in einem Online-Workshop Rassismus kritisches Bewusstsein für den Berufsalltag vermittelt werden. Das habe ich also so in dem Be- richt gelesen. Bei den letztgenannten Themen, die ich jetzt also hier erwähnt habe, frage ich mich doch, ob das zu einer Internationalisierungsstrategie gehört, ob es dort in so einem Bericht etwas zu su- chen hat. Mit dem Begriff Internationalisierung wird doch in erster Linie Wirtschaft und Wis- senschaft in Karlsruhe in Verbindung gebracht. Deshalb aus unserer Sicht, sollte das dort keinen Eingang finden. Zum dritten und vierten Ziel, da geht es um die globale Verantwortung und außereuropäische Kooperationen sowie Innovations- und Wirtschaftsstandort in Europa und Weltweit. Da ist die Rede von einer Klimapartnerschaft mit Ecuador und Uganda oder eine „Projektpartnerschaft Wasser“ mit weiten Teilen Afrikas. Das erscheint uns, für eine Stadt wie Karlsruhe mit ca. 305.000 Einwohnern etwas groß dimensioniert zu sein. Zum Schluss möchte ich noch was sagen zu der Ideenwerkstatt Bürger, Entwickeln gemeinsamer Ideen. Das ist sicherlich gut gewesen, aber man muss natürlich sehen, dass das sicherlich auch kein repräsentativer Querschnitt war, sondern bestimmte Gruppen, die bestimmte Ziele verfolgen. Für uns im Gemeinderat geht es aber noch um mehr. Es geht nämlich um die Frage, ob wir Steuergelder für zusätzliches Personal und weitere Sachkosten einsetzen können. Denn in jeder einzelnen Maßnahme ist von Sachkosten und Personalkosten die Rede. So gut wie die Idee ist, der Internationalisierung, muss das immer wieder in Frage gestellt werden und muss ggf. dann auch mal hintenanstehen oder das ein oder andere vorgezogen werden. Wir als AfD-Fraktion – 6 – werden den Fortschreibungsbericht zur Karlsruher Internationalisierungsstrategie daher ohne den verbalen Zusatz zur Kenntnis nehmen. Stadtrat Bimmerle (DIE LINKE.): Wir begrüßen ausdrücklich dieses Papier, was heute vorliegt. Es ist glaube ich, sehr mutig, dass die große Mehrheit des Gemeinderats in ihren Reden deutlich gemacht hat, dass Internationalisierung eben keine reine Standardmarketingfrage ist, eine rei- ne Frage, die sich auf Wissenschaft und Wirtschaft beschränkt, sondern es geht eigentlich da- rum, dass wir eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe haben, nämlich, dass das Leben in dieser Stadt attraktiver für alle wird und dass wir auch einen Beitrag dazu leisten werden, dass das Leben auf der gesamten Welt ein Stück weit attraktiver wird im Rahmen unserer Möglichkeiten. Dieses Papier zeigt, glaube ich, überaus deutlich, wie komplex das Thema Willkommenskultur in internationaler Ausrichtung der Stadt ist, weil wir ganz viele Menschen haben, die aus unter- schiedlichen Gründen hier herkommen. Das ist nicht nur der Beruf, der hierher führt, sondern Partnerschaften, Freundschaften, andere Gründe, die dazu führen, dass Menschen in diese Stadt kommen oder in Kontakt mit Karlsruhe stehen. Und deshalb finden wir es sehr schön, dass dieses Projekt oder dieses Strategiepapier sehr viele einzelne Maßnahmenstellungen her- ausarbeitet, die ja ineinander greifen. Um mal drei, vier Beispiele zu nennen, es fängt an mit den Integrationsmaßnahmen für Geflüchtete bei der städtischen Verwaltung durch Praktika und so weiter, es geht weiter, dass wir die Städtepartnerschaft in der Zivilgesellschaft weiter verankern. Da haben wir ja auch in Nancy gelernt oder diskutiert, wie wir es vielleicht schaffen, dass auch Kinder und Jugendliche aus einkommensschwachen Haushalten diese Städtepartner- schaft viel stärker wahrnehmen können als sie es im Moment tun. Auch das Thema kommunale Entwicklungspolitik, was natürlich mit Klimaschutz zusammenhängt aber auch mit sozialer Un- gleichheit auf der Welt, dass wir dort einen Beitrag dazu leisten, internationaler Verantwortung Karlsruhes gerecht zu werden, dass wir es schaffen, einen wirtschaftlichen Austausch hinzube- komme und dass wir gerade da, wo wir gute Kompetenzen haben, in Fragen der Mobilitäts- wende, auf der wirtschaftlichen Ebene zusammenarbeiten, wo auch die Karlsruher Unterneh- men profitieren können aber auch natürlich wo wir einen Beitrag zur gesellschaftlichen Verbes- serung mitsamt einer nachhaltigen Mobilitätswende leisten können. Und, das ist eigentlich der letzte Punkt, es geht eigentlich immer darum, wie wir eine Kommunikation herstellen können. Wie wir es schaffen können, dass Menschen sich gleich aufgehoben fühlen, wenn sie in einer Stadt ankommen, dass sie ohne großen Anlauf an die Gesellschaft andocken können und dass es ein Geben und Nehmen ist. Ich glaube, dass gerade diejenigen Stadträte, die bei diesem Workshop dabei sind, eines ganz klar mitnehmen konnten: es ist überhaupt kein Eindruck von Müdigkeit, dass manchmal als Gefühl hochkommt, wenn man so diese Berichte in den Medien über In- tegration Geflüchteter wahrnimmt, sondern es ist ein unglaublicher Spirit, der bei den Men- schen vorherrscht. Also wirklich eine Anpackmentalität, Ärmel hoch, wir leisten was gemeinsam auf Augenhöhe, Verwaltung, Politik und Zivilgesellschaft und ich glaube, das ist eigentlich das, was letztendlich das Erfolgskonzept von einer Internationalisierungsstrategie ausmacht. Näm- lich nicht, dass eine Seite etwas macht und der Rest schaut zu, sondern dass alle zusammen anpacken und gemeinsam diese Fragen aufgreifen und dazu einen Beitrag leisten, dass die Stadt lebenswerter und attraktiver für alle ist. Stadtrat Kalmbach (FW|FÜR): Auch wir spüren in dem Papier diese Begeisterung, von der Sie gesprochen haben, Herr Oberbürgermeister. Es geht um Europa, es geht um die Welt, es geht um Beziehungen, es geht um Verhalten. Lernen von den anderen. Es geht um Marketing, es – 7 – geht um viele Dinge. Beim Durchlesen ist mir folgendes aufgefallen, Herr Oberbürgermeister, da muss ich auf Sie zunächst einmal eingehen. Da schreiben Sie, die größte Stadt am Upper Rhein Valley, das sind wir ja mittlerweile gar nicht mehr. Wir sind mittlerweile nur die zweit- größte Stadt am Upper Rhein. Ich wollte nur gerade darauf hinweisen, wir dürfen als Karlsruher in der Internationalisierungsstrategie nicht den Fehler machen, mit irgendwelchen Größen uns kenntlich zu machen. Wir können mit Qualitäten aufwarten. Wir haben Qualitäten in Karlsruhe, die suchen andere sehnlichst. Wir haben Qualitäten in der Forschung, wir haben Qualitäten in der Geschichte, wir haben Persönlichkeiten mit Qualitäten und diese Qualitäten gilt es, aufzu- zeigen. Die gilt es zu erkennen und auch darzustellen. Deswegen nicht mit Größe, sondern mit Qualitäten werben. Das wäre mein erster Beitrag. Bei Persönlichkeiten, da möchte ich noch mal auf den Punkt vom Tom Høyem eingehen, genau Persönlichkeiten sind die besten Träger für eine Stadt. Deswegen dieses Konzept der Botschaf- ter für eine Stadt, dies weiter zu fördern, das wäre sehr in unserem Sinne. Wir haben Geschich- te, die ist international. Deswegen, wir dürfen nicht so tun, als ob wir die Internationalisie- rungsstrategie jetzt beginnen. Wir waren schon immer international. Wir sind international. Wir müssen es nur selber erkennen und selber glauben. Ich glaube, die Südstadt hat es zum Beispiel schon begriffen. Also, wenn Sie in die Südstadt gehen, dann merken Sie sofort, es ist eine inter- nationale Stadt und trotzdem Karlsruher Prägung, tief badisch, beides zugleich. Deswegen glau- be ich, das Problem wird bestehen, es sozusagen in die Fläche zu bringen in unsere Stadt. Das Problem wird sein, das Thema in die verschiedenen Ämterbereiche hereinzubringen. Also, dass die Spitze unserer Stadt es kapiert hat, das habe ich gemerkt. Also, von der Spitze her ist es gut. Aber die Frage, die große Aufgabe ist es, nicht zu sehr in der Welt draußen, sondern wie kriegen wir es in die Stadt hinein? Das wir das, was wir schon sind, dass wir das auch leben. Ein letzter Punkt, ich glaube bei Internationalität ist ganz wichtig, dass man selbstbewusst ist auf der einen Seite, man muss wissen, wer man ist. Und das zweite ist, man muss demütig sein vor dem, wie der andere ist. Deswegen bin ich sehr zurückhaltend zu sagen, wir bringen unsere wohlfeinwestlichen Werte einfach so in die Welt hinaus und sagen denen, wie das Leben geht. Da tut Demut uns sehr gut und dann glaube ich, wird Internationalisierung besser gelingen, als das, was wir bisher denken. Der Vorsitzende: Ja, vielen Dank. Das waren alle Wortmeldungen. Jetzt ist es eine Informati- onsvorlage, die wir gar nicht abstimmen müssen. Es gab eine kleine Einschränkung, die hatten Sie hier, Frau Stadträtin Fenrich erwähnt, insofern können wir das jetzt hier so stehen lassen und ich darf mich auch im Namen aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bedanken für die Wertschätzung, die jetzt auch in den verschiedenen Wortmeldungen zum Ausdruck gekommen ist. Wenn wir alle im Sinne auch des letztgenannten daran arbeiten, dann haben wir, glaube ich, noch viele gute Erfahrungen vor uns und auch vieles Gemeinsame noch zu bewegen. Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: – 8 – Hauptamt - Ratsangelegenheiten – 30. November 2020