Kriminalitätsentwicklung in Karlsruhe 2019
| Vorlage: | 2020/1124 |
|---|---|
| Art: | Beschlussvorlage |
| Datum: | 01.10.2020 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | Amt für Stadtentwicklung |
| Erwähnte Stadtteile: | Beiertheim-Bulach, Daxlanden, Durlach, Grötzingen, Grünwettersbach, Grünwinkel, Hagsfeld, Hohenwettersbach, Innenstadt-Ost, Innenstadt-West, Knielingen, Mühlburg, Neureut, Nordstadt, Nordweststadt, Oberreut, Oststadt, Palmbach, Rintheim, Rüppurr, Stupferich, Südstadt, Südweststadt, Waldstadt, Weiherfeld-Dammerstock, Weststadt, Wolfartsweier |
Beratungen
- Hauptausschuss (öffentlich/nicht öffentlich)
Datum: 13.10.2020
Rolle: Kenntnisnahme
Ergebnis: Kenntnisnahme
Zusätzliche Dateien
-
Extrahierter Text
Erfasste Straftaten und Tatverdächtige in Karlsruhe Statistik aktuell Kriminalität 2019 Stadt Karlsruhe Amt für Stadtentwicklung – Statistikstelle © panhtermedia.net/Andrey Popov 2 | Statistik aktuell – Kriminalität 2019 Impressum Stadt Karlsruhe Amt für Stadtentwicklung Zähringerstraße 61 76133 Karlsruhe Leiterin: Dr. Edith Wiegelmann-Uhlig Bereich: Statistikstelle Andrea Rosemeier Bearbeitung: Alexander Süss Layout: Stefanie Groß Telefon: 0721 133-1230 Telefax: 0721 133-1239 E-Mail: statistik@karlsruhe.de Internet: statistik.karlsruhe.de Stand: Juli 2020 Gedruckt in der Rathausdruckerei auf 100 Prozent Recyclingpapier © Stadt Karlsruhe Alle Rechte vorbehalten. Ohne ausdrückliche Genehmigung des Herausgebers ist es nicht gestattet, diese Veröffentlichung oder Teile daraus zu vervielfältigen oder in elektronischen Systemen anzubieten. Amt für Stadtentwicklung – Statistikstelle | 3 Inhalt 1. Erläuterungen zur Polizeilichen Kriminalitätsstatistik (PKS) 4 2. Städtevergleich 5 3. Situation in Karlsruhe 9 4. Gewaltdelikte 21 5. Rauschgiftdelikte 28 6. Diebstähle 31 7. Kinder- und Jugendkriminalität 40 4 | Statistik aktuell – Kriminalität 2019 1. Erläuterungen zur Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) Der vorliegende Jahresbericht 2019 zur Kriminalstatistik im Stadtkreis Karlsruhe basiert auf den Daten der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS), die der Statistikstelle beim Amt für Stadtentwicklung vom Polizeipräsidium Karlsruhe übermittelt und deren Analyse mit dem Polizeipräsidium Karlsruhe abgestimmt wurden. In der Polizeilichen Kriminalstatistik werden die von der Polizei bearbeiteten rechtswidrigen Straf-) Taten einschließlich der mit Strafe bedrohten Versuche (ohne Ordnungswidrigkeiten) sowie die ermittelten Tatverdächtigen ausgewiesen. Die bekannt gewordenen Fälle werden nach dem Tatortprinzip erfasst und ausgewiesen, das heißt unabhängig von den bearbeitenden Polizeidienststellen und vom Wohnort der Tatverdächtigen. Um ein möglichst vollständiges Bild der objektiven Sicherheitslage zu erhalten, werden in die Erfassung der PKS auch die von strafunmündigen Kindern oder von schuldunfähigen psychisch Kranken begangenen Taten einbezogen. Die Aussagekraft der Statistik wird dadurch eingeschränkt, dass der Polizei ein Teil der begangenen Straftaten nicht bekannt ist. Der Umfang dieses Dunkelfeldes hängt von der Art des Deliktes ab und kann sich unter dem Einfluss variabler Faktoren wie Anzeigeverhalten, polizeiliche Kontrolle oder Änderung des Strafrechts im Zeitverlauf ändern. Die PKS bietet somit kein getreues Spiegelbild der Kriminalitätswirklichkeit, sondern eine je nach Deliktart mehr oder weniger starke Annäherung an die Realität. Darüber hinaus beeinflusste die seit 2015 gestiegene Zahl von Flüchtlingen die PKS. Die Fälle von unerlaubter Einreise und des unerlaubten Aufenthaltes erhöhten sich seit 2015 deutlich. Mit Blick auf eine objektivierte Darstellung der Entwicklung der begangenen Straftaten bleiben bei den meisten Nachweisungen die Verstöße gegen das Aufenthaltsgesetz beziehungsweise Asylgesetz unberücksichtigt. Insbesondere bei der Betrachtung der Tatverdächtigen nach der Nationalität werden diese Personen nicht berücksichtigt. © by Lutz Stallknecht/pixelio.de Amt für Stadtentwicklung – Statistikstelle | 5 2. Städtevergleich Die Zahl der polizeilich erfassten Straftaten lag 2019 in Karlsruhe bei 27.488 Fällen und damit unverändert auf dem Niveau von 2018 (27.437 Straftaten, +0,2 %). Nach einem zwischenzeitlichen Höchststand von 33.323 registrierten Fällen im Jahr 2015 verzeichnete die Polizeiliche Kriminalstatistik in den vergangenen Jahren einen Rückgang der Straftaten. Zwischen 2017 und 2019 hat sich die Gesamtzahl der registrierten Straftaten auf niedrigem Niveau kaum verändert. Um einen aussagekräftigen Städtevergleich vornehmen zu können, wird die sogenannte Häufigkeitszahl zugrunde legt, welche die Zahl der Straftaten je 100.000 Einwohner angibt. Der Städtevergleich auf Bundesebene weist die Straftaten je 100.000 Einwohner jeweils mit und ohne die Verstöße gegen das Aufenthaltsgesetz/Asylgesetz aus (Abbildung 1). Ausgehend von der Stadt mit den wenigsten Straftaten, erreichte Karlsruhe unter den 39 Städten ab 200.000 Einwohnern zuletzt den 19. Rang (8.780, alle Straftaten) beziehungsweise – ohne Berücksichtigung der Asylverstöße - den 14. Rang (8.218 Straftaten je 100.000 Einwohner). In den letzten drei Jahren verlor Karlsruhe in diesem Vergleich einige Ränge, obwohl die absolute Zahl der Straftaten annähernd konstant blieb. Das Bundeskriminalamt bestätigte in seinem Bericht einen bundesweit beobachtbaren Rückgang der Zahl der Straftaten in den Jahren 2017 bis 2019. Dieser Trend lässt sich bedingt in Karlsruhe feststellen, allerdings fiel der Rückgang in einigen anderen Großstädten deutlicher aus. Die meisten Straftaten (ohne Asylverstöße) wurden 2019 in Berlin (13.583), Frankfurt am Main (12.837) und Hannover (12.750) registriert. Als „sicherste Großstadt“ in dieser Rangliste konnte sich wiederholt München (5.836 Straftaten je 100.000 Einwohner) bezeichnen. Unter den acht baden-württembergischen Stadtkreisen ab 100.000 Einwohnern liegt Karlsruhe unverändert im Mittelfeld (Tabelle 1). Hierbei sind unter anderem die Delikte von Asylbewerbern oder Flüchtlingen gegen das Aufenthaltsgesetz/ Asylgesetz berücksichtigt, die in der Bilanz von Karlsruhe als Standort einer Landeserstaufnahmeeinrichtung (LEA) besonders zu Buche schlagen. Im Landesvergleich rangierte die Fächerstadt 2019 mit einem Wert von 8.809 Straftaten je 100.000 Einwohner vor Mannheim (10.082), Freiburg (10.012) und Heidelberg (9.053), jedoch hinter Stuttgart (8.546). Die Häufigkeitszahl hatte sich im vergangenen Jahr in diesen drei Großstädten zum Teil deutlich verringert. Mit Ausnahme von Ulm, wo die Zahl der Straftaten in größerem Umfang anstieg (+15,3 %), blieb die Häufigkeitszahl in den übrigen Stadtkreisen konstant (Abbildung 2). Neben den erfassten Straftaten werden in der Polizeilichen Kriminalstatistik auch die von der Polizei ermittelten oder auf frischer Tat gefassten Tatverdächtigen ausgewiesen. Für das Gesamtergebnis wird dabei jede Person stets nur einmal gezählt, auch wenn sie mehrere Straftaten begangen hat. In der Übersicht der einzelnen Deliktarten werden Tatverdächtige dagegen bei jeder von ihnen begangenen Straftat berück- sichtigt. Aus diesem Grund ergeben sich Abweichungen bei der Summenbildung. In Karlsruhe wurden 2019 insgesamt 12.049 tatverdächtige Personen erfasst, rund 5 % weniger als im Vorjahr. In den vier größten Städten Baden-Württembergs (Stuttgart, Karlsruhe, Mannheim, Heidelberg) verlief diese Entwicklung sehr ähnlich mit einem Rückgang von jeweils etwa 5 bis 6 %. In Heidelberg sank die Zahl der Tatverdächtigen um gut 12 %. In Ulm wurden dagegen knapp 10 % mehr Personen unter Tatverdacht ermittelt als 2018 (Abbildung 3). 6 | Statistik aktuell – Kriminalität 2019 15.194 14.086 12.938 12.196 11.569 11.455 11.309 11.231 10.674 10.515 10.419 10.299 10.124 10.053 10.022 9.684 9.463 9.070 9.061 8.909 8.780 8.561 8.477 8.457 8.416 8.370 8.361 8.174 8.163 8.090 8.032 7.919 7.621 7.474 7.252 7.232 7.140 6.688 6.132 12.837 13.583 12.750 11.784 11.079 11.529 10.779 10.854 9.709 10.224 9.627 10.208 9.954 9.798 9.964 9.562 9.242 8.993 9.009 8.288 8.218 8.386 8.432 8.393 8.389 8.267 8.148 8.069 8.054 7.966 7.973 7.842 7.423 7.345 7.195 7.173 7.072 6.409 5.836 02.0004.0006.0008.00010.00012.00014.00016.000 Frankfurt am Main Berlin Hannover Leipzig Bremen Halle (Saale) Köln Hamburg Aachen Dortmund Düsseldorf Magdeburg Mannheim Freiburg im Breisgau Lübeck Erfurt Rostock Kiel Krefeld Chemnitz Karlsruhe Stuttgart Wuppertal Duisburg Gelsenkirchen Münster Dresden Essen Bochum Bonn Mainz Braunschweig Nürnberg Mönchengladbach Augsburg Wiesbaden Oberhausen Bielefeld München Anzahl Straftaten insgesamt je 100.000 Einwohner Straftaten ohne Verstöße gegen das Aufenthalts-/Asyl-/Freizügigkeitsgesetz EU je 100.000 Einwohner * Nur Großstädte ab 200.000 Einwohner. Berechnungsgrundlage ist die amtliche Einwohnerzahl zum Stand 31. Dezember 2018. Quelle: Bundeskriminalamt. Stadt Karlsruhe |Amt für Stadtentwicklung | Statistik aktuell – Kriminalität 2019. Abbildung 1 Erfasste Straftaten je 100.000 Einwohner ("Häufigkeitszahl") in deutschenGroßstädten* 2019 Amt für Stadtentwicklung – Statistikstelle | 7 Maßeinheit Karls- ruhe Stutt- gart Mann- heim Frei- burg Heidel- berg Heil- bronn Pforz- heim Ulm Erfasste Straftaten 2019Anzahl27.48854.34731.32123.14714.6198.7029.21610.686 je 100.000 Einwohner8.8098.54610.08210.0129.0536.8747.3178.428 Zu- und Abnahme gegenüber 2018in %0,21,0-6,0-9,4-12,2-0,20,815,3 Anzahl der Fälle ... Raub, räuberischer Erpressung, räuberischer Angriff auf Kraftfahrer je 100.000 Einwohner6276576238325760 Körperverletzungje 100.000 Einwohner6251.0127951.096727748873812 Diebstahlje 100.000 Einwohner2.9022.1863.4253.0813.0591.9902.3482.372 Sachbeschädigungje 100.000 Einwohner7418178278407708321.042695 Rauschgiftkriminalitätje 100.000 Einwohner5879081.061973739515483600 Gewaltkriminalitätje 100.000 Einwohner257357298347234221313281 Merkmal Unter den erfassten Straftaten entfallen auf Fälle von .... * Einschließlich Straftaten gegen das Aufenthaltsgesetz (AufenthaltsG), das Asylgesetz (AsylG) und gegen das Freizügigkeitsgesetz EU. Berechnungsgrundlage ist die amtliche Einwohnerzahl zum Stand 31. Dezember 2019. Quelle: Landeskriminalamt Baden-Württemberg. Stadt Karlsruhe |Amt für Stadtentwicklung | Statistik aktuell – Kriminalität 2019. Tabelle 1 Erfasste Straftaten* in den Großstädten Baden-Württembergs 2019 (nur Stadtkreise) Abbildung 2 Entwicklung der erfassten Straftaten* in den Großstädten Baden-Württembergs 2019 gegenüber 2018 (nur Stadtkreise) 0,2 1,0 -6,0 -9,4 -12,2 -0,2 0,8 15,3 -15,0 -10,0 -5,0 0,0 5,0 10,0 15,0 20,0 KarlsruheStuttgartMannheimFreiburgHeidelbergHeilbronnPforzheimUlm Zu/-Abnahme in % * Einschließlich Straftaten gegen das Aufenthaltsgesetz (AufenthaltsG), das Asylgesetz (AsylG) und gegen das Freizügigkeitsgesetz EU. Quelle: Landeskriminalamt Baden-Württemberg. Stadt Karlsruhe |Amt für Stadtentwicklung | Statistik aktuell – Kriminalität 2019. @ Tobias Arhelger/Fotolia 8 | Statistik aktuell – Kriminalität 2019 Abbildung 3 Entwicklung der Zahl der Tatverdächtigen* in den Großstädten Baden-Württembergs 2019gegenüber 2018 (nur Stadtkreise) -5,1 -4,9 -6,7 -5,3 -12,1 -3,0 3,3 9,6 -15,0 -10,0 -5,0 0,0 5,0 10,0 15,0 KarlsruheStuttgartMannheimFreiburgHeidelbergHeilbronnPforzheimUlm Zu/-Abnahme in % * Einschließlich der Tatverdächtigen von Straftaten gegen das Aufenthaltsgesetz (AufenthaltsG), das Asylgesetz (AsylG) und gegendas Freizügigkeitsgesetz EU. Quelle: Bundeskriminalamt. Stadt Karlsruhe |Amt für Stadtentwicklung | Statistik aktuell – Kriminalität 2019. Amt für Stadtentwicklung – Statistikstelle | 9 3. Situation in Karlsruhe Die Gesamtzahl der registrierten Straftaten in Karlsruhe hat sich seit 2017 nur geringfügig verändert. Nachdem zwischen 2013 und 2016 jeweils mehr als 30.000 Straftaten pro Jahr bei der Polizei gemeldet wurden, lagen die Fallzahlen zwischen 2017 und 2019 konstant bei jeweils rund 27.500 Straftaten pro Jahr. Hinsichtlich der einzelnen ausgewiesenen Deliktgruppen gab es 2019 im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls nur geringe Veränderungen zwischen -5 und +5 % (Tabelle 2, Abbildung 4). Die Entwicklung folgt damit dem bundesweiten Trend sinkender Fallzahlen, was das beobachtbare „Hellfeld“ der Kriminalität betrifft. Offen bleibt dabei, inwieweit tatsächlich weniger Delikte von Kriminellen begangen werden beziehungsweise ob dies auf eine Verlagerung einzelner Straftaten ins Dunkelfeld hindeuten könnte. Die Beamtinnen und Beamten der Karlsruher Polizei registrierten 2019 insgesamt 27.488 Straftaten (+51, +0,2%). Rund ein Drittel davon ist den Diebstahldelikten zuzuordnen. Die insgesamt 9.056 Fälle lassen sich unterscheiden in einfache Diebstähle (4.958, –7,8 %) und schwere Diebstähle (4.098, +7,6 %). Gegenüber dem Vorjahr zeigte sich ein leichter Rückgang um –1,4 %. Im Vergleich zum Jahr 2015 ging die Zahl der Diebstähle um knapp 40 % zurück. Spürbar verringert haben sich die Fallzahlen gegenüber 2018 unter anderem bei schweren Diebstählen aus Gaststätten, Kantinen, Hotels und Pensionen (62, –31,9 %), bei Wohnungseinbruchdiebstahl (211, –19,5 %) sowie bei Fällen einfachen Ladendiebstahls (–19,3 %). Dafür wurden Diebstähle von Fahrrädern oder Kraftfahrzeugen häufiger angezeigt als 2018 (siehe dazu auch Kapitel 6). Unter dem Oberbegriff „Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung“ sind unterschiedliche Tatbestände wie der sexuelle Missbrauch, sexuelle Übergriffe, sexuelle Nötigung, Vergewaltigung und Zuhälterei zusammengefasst. Aufgrund des im Jahr 2017 in Kraft getretenen Gesetzes zur Verbesserung des Schutzes der sexuellen Selbstbestimmung sind die Straftatbestände „Sexueller Übergriff“ und „Sexuelle Belästigung“ neu zu den Sexualdelikten hinzugekommen. Mit 276 Fällen entspricht die Zahl der dokumentierten Straftaten dem Niveau des Vorjahres (+2,2 %), im 5-Jahres-Vergleich zwischen 2015 und 2019 ergibt sich durch die gesetzlichen Änderungen jedoch ein Anstieg von 65,3 % (Abbildung 5). Die Zahl der Fälle sexuellen Missbrauchs von Kindern stieg das zweite Jahr in Folge auf inzwischen 49 Fälle (+22,5 %) an. Dabei konnten drei von vier Taten aufgeklärt werden. Auffällig hierbei war 2019 eine steigende Zahl von Kindern unter 14 Jahren als Täter (siehe dazu auch Kapitel 7). Rauschgiftdelikte nach dem Betäubungsmittelgesetz (BtMG) zählen zu den Kontrolldelikten und sind daher stark vom Umfang der durchgeführten Kontrollen abhängig. Über das tatsächliche Konsumverhalten der Bevölkerung lässt sich daraus keine gesicherte Aussage ableiten. In den vergangenen Jahren seit 2014 waren die Fallzahlen jedes Jahr gestiegen. 2019 wurden mit 1.823 Verstößen (–7,1 %) seitdem erstmals weniger Delikte als im Vorjahr registriert (siehe dazu auch Kapitel 5). Geringe Veränderungen gegenüber 2018 zeigten sich bei den erfassten Rohheitsdelikten und Straftaten gegen die persönliche Freiheit, dazu zählen beispielsweise Körper- verletzung, Raub, Nachstellung, Nötigung, (2.654; +1,1 %), ferner bei den Vermögens- und Fälschungsdelikten (7.254; +4,4 %) und bei den Sachbeschädigungen (2.313; +3,4 %). Straftaten gegen das Leben, darunter insbesondere Mord sowie Totschlag und Tötung auf Verlangen beschränken sich in Karlsruhe glücklicherweise auf sehr wenige Einzelfälle. 2019 ereignete sich ein Mord im Stadtteil Oberreut, welcher durch die Ermittlungsgruppe aufgeklärt werden konnte. In der Karlsruher City werden im Vergleich zu den anderen Karlsruher Stadtteilen besonders viele Straftaten begangen. Dies betrifft insbesondere Diebstahldelikte, Rohheitsdelikte wie beispielsweise Körperverletzung sowie Vermögens- und Fälschungsdelikte. Betrachtet man nur die Straftaten (ohne ausländerrechtliche Verstöße), die nach dem Tatortprinzip einem konkreten Stadtteil zugeordnet werden konnten, so entfielen 23,3 % davon auf die beiden Innenstadt-Stadtteile. Die übrigen zentrumsnahen Stadtteile Oststadt, Südstadt, Südweststadt, Weststadt und Mühlburg sind ebenfalls durch einen überdurchschnittlichen Anteil an den insgesamt erfassten Straftaten gekennzeichnet (Karten 1 und 2). Bei der Betrachtung des 5-Jahres-Vergleich von 2015 bis 2019 sollte beachtet werden, dass sich die Zahl der erfassten Straftaten im Jahr 2015 auf einem besonders hohen Stand befand. Dieses Jahr ist damit als Bezugsjahr nur eingeschränkt geeignet. Dies gilt besonders für die registrierten Diebstahl- delikte, welche 2015 mit rund 14.900 Fällen stark anstiegen und in den Jahren 2017 bis 2019 auf jeweils unter 10.000 Fälle sanken. Für den Zeitraum 2015 bis 2019 ergibt sich damit ein Rückgang der Diebstähle um 39,3 %. Bezogen auf alle Deliktarten verringerten sich die Straftaten um 17,5 %. Dieser Rückgang konnte besonders deutlich in den zentrums- nahen Stadtteilen mit einem hohen Anteil an allen Straftaten festgestellt werden. In einigen dezentral gelegenen Stadt- teilen wie in Rüppurr, Neureut, der Nordweststadt oder Wolfartsweier ergab sich in den letzten fünf Jahren teilweise eine Zunahme der Straftaten, welche jedoch auf wesentlich geringeren absoluten Fallzahlen basierte (Karte 3). 10 | Statistik aktuell – Kriminalität 2019 201820192018/20192015/2019 Straftaten insgesamt27.43727.488XX0,2-17,5 aufgeklärte Fälle17.46816.64763,760,6-4,7-12,1 Straftaten gegen das Leben7785,785,7--41,7 darunter Mord-1-100--50,0 Totschlag und Tötung auf Verlangen44100100--60,0 27027673,077,92,265,3 darunter Vergewaltigung/sexuelle Nötigung383786,878,4-2,632,1 sonstige sexuelle Nötigung11990,988,9-18,2-50,0 Sexueller Missbrauch von Kindern404975,075,522,563,3 2.6262.65486,084,41,1-15,7 darunter Raub/räuberische Erpressung/räuberischer Angriff15119349,757,527,8-31,6 Handtaschenraub201010,030,0-50,0-52,4 sonstige Raubüberfälle auf Straße pp.619545,946,355,7-33,1 Körperverletzung1.9641.94987,085,6-0,8-16,2 Straftaten gegen die persönliche Freiheit51151293,090,00,2-5,2 9.1859.05631,426,0-1,4-39,3 darunter Diebstahl ohne erschwerende Umstände5.3784.95843,037,8-7,8-43,4 einfacher Ladendiebstahl 1.9381.56392,990,3-19,3-46,3 DS an/aus Kraftfahrzeugen 4884399,45,2-10,0-44,2 einfacher Taschendiebstahl 5654883,03,5-13,6-63,2 Diebstahl unter erschwerenden Umständen3.8074.09815,111,77,6-33,4 BSD von Kraftfahrzeugen24268,33,88,3-38,1 BSD von Fahrrädern1.7231.8383,53,56,7-15,9 BSD in/aus Dienst-/Büroräumen und andere19020519,512,77,9-49,5 BSD in/aus Gaststätten/ Kantinen/Hotels/Pensionen 916219,89,7-31,9-61,3 BSD in/aus Verkaufsräumen/Warenhäusern einschließlich Ladendiebstahl 24126875,969,411,2-36,3 Wohnungseinbruchdiebstahl 2 26221140,19,5-19,5-56,1 BSD an/aus Kraftfahrzeugen 27324615,87,3-9,9-79,9 6.9507.25487,382,44,4-2,7 darunter Betrug5.9486.34389,685,46,6-2,8 Erschleichen von Leistungen3.8703.69199,799,9-4,6-12,0 4.2864.31348,848,90,67,7 darunter Beleidigung85988093,493,02,46,7 Sachbeschädigung2.2362.31318,916,73,41,0 Sachbeschädigung an Kfz1.02898316,514,0-4,4-2,7 4.1133.92896,395,3-4,58,6 darunter Straftaten gegen das AufenthaltsG/AsylG1.7671.75799,899,9-0,6-3,6 Rauschgiftdelikte nach dem BtMG1.9631.82394,492,6-7,122,6 Strafrechtliche Nebengesetze Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung 1 Rohheitsdelikte/Straftaten gegen die persönliche Freiheit Diebstahl insgesamt Vermögens- und Fälschungsdelikte Sonstige Straftatbestände gemäß StGB 20182019 Aufklärungsquote %Veränd. der Straftaten (%) Straftat 1 Die Veränderung der Straftaten von 2015 zu 2019 mit +65,3 % ist bedingt durch eine Gesetzesänderung bei der Erfassung dieser Fälle ab dem Jahr 2018. ² Aufklärungsquote bei Wohnungseinbruchdiebstählen 2018 von 40,1 % ist durch die Ermittlung eines Serientäters mit rund 75 aufgeklärten Einzeltaten stark überhöht. Quelle: Polizeipräsidium Karlsruhe. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Statistik aktuell – Kriminalität 2018. Tabelle 2 Erfasste Straftaten und Aufklärungsquoten in Karlsruhe 2018 und 2019 Amt für Stadtentwicklung – Statistikstelle | 11 Abbildung 4 Straftaten insgesamt in Karlsruhe von 2015bis 2019 nach Deliktgruppen 3.149 3.066 2.687 2.626 2.654 179 201 176 277 283 14.915 12.800 9.967 9.185 9.056 7.457 7.767 6.984 6.950 7.254 2.290 2.282 2.119 2.236 2.313 1.487 1.766 1.869 1.963 1.823 1.822 1.608 1.877 1.767 1.757 2.024 2.331 1.965 2.433 2.348 0 5.000 10.000 15.000 20.000 25.000 30.000 35.000 20152016201720182019 Quelle:Polizeipräsidium Karlsruhe. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Statistik aktuell – Kriminalität 2019. Anzahl Übrige Straftaten Straftaten gegen das Aufenthaltsgesetz/Asylgesetz Rauschgiftdelikte nach dem BtMG Sachbeschädigung Vermögens- und Fälschungsdelikte Diebstahl insgesamt Straftaten gegen das Leben und die sexuelle Selbstbestimmung Roheitsdelikte/Straftaten gegenüber der persönlichen Freiheit 27.488 33.323 31.821 27.644 27.437 12 | Statistik aktuell – Kriminalität 2019 © by M.E/pixelio.de Abbildung 5 Entwicklung ausgewählter Straftaten in Karlsruhe von 2015 bis 2019 40 60 80 100 120 140 160 180 20152016201720182019 Quelle:Polizeipräsidium Karlsruhe. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Statistik aktuell – Kriminalität 2019. Index Straftaten gegen das Leben und die sexuelle Selbstbestimmung Rauschgiftdelikte nach dem BtMG Sachbeschädigung Roheitsdelikte/Straftaten gegenüber der persönlichen Freiheit Vermögens- und Fälschungsdelikte Diebstahl insgesamt Messziffer 2015 = 100 Amt für Stadtentwicklung – Statistikstelle | 13 01 02 27 26 10 06 05 08 11 12 13 15 14 04 07 17 16 20 19 23 2224 25 21 03 18 09 409 680 546 536 3.280 1.547 1.758 1.925 534 579 485 504 253 633 119 68 73 50 29 1.707 544 324 324 2.038 2.040 1.496 283 Stadtteile 01 Innenstadt-Ost 15 Rüppurr 02 Innenstadt-West 16 Waldstadt 03 Südstadt 17 Rintheim 04 Südweststadt 18 Hagsfeld 05 Weststadt 19 Durlach 06 Nordweststadt 20 Grötzingen 07 Oststadt 21 Stupferich 08 Mühlburg 22 Hohenwettersbach 09 Daxlanden 23 Wolfartsweier 10 Knielingen 24 Grünwettersbach 11 Grünwinkel 25 Palmbach 12 Oberreut 26 Neureut 13 Beiertheim-Bulach 27 Nordstadt 14 Weiherfeld-Dammerstock Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Statistik aktuell – Kriminalität 2019. Zeichenerklärung Stadtgrenze Stadtteilgrenze Karlsruhe insgesamt: 25.731 Anzahl der Straftaten insgesamt* *Tatort im jeweiligen Stadtteil. Nicht auf Stadtteile zuordenbare Straftaten: 2.890. 1.000 Karte 1 Straftaten insgesamt in den Karlsruher Stadtteilen 2019 (ohne Straftaten gegen das Aufenthaltsgesetz/Asylgesetz und gegen das Freizügigkeitsgesetz EU) 14 | Statistik aktuell – Kriminalität 2019 04 05 08 01 02 27 26 10 06 05 11 12 13 15 14 04 07 17 16 20 19 23 22 24 25 21 03 18 09 08 Quellen: Polizeipräsidium Karlsruhe | Stadt Karlsruhe – Amt für Stadtentwicklung. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Statistik aktuell – Kriminalität 2019. Zeichenerklärung Stadtgrenze Stadtteilgrenze Stadtteile 01 Innenstadt-Ost 15 Rüppurr 02 Innenstadt-West 16 Waldstadt 03 Südstadt 17 Rintheim 04 Südweststadt 18 Hagsfeld 05 Weststadt 19 Durlach 06 Nordweststadt 20 Grötzingen 07 Oststadt 21 Stupferich 08 Mühlburg 22 Hohenwettersbach 09 Daxlanden 23 Wolfartsweier 10 Knielingen 24 Grünwettersbach 11 Grünwinkel 25 Palmbach 12 Oberreut 26 Neureut 13 Beiertheim-Bulach 27 Nordstadt 14 Weiherfeld-Dammerstock *Tatort im jeweiligen Stadtteil. Berechnungsgrundlage ist die stadteigene Einwohnerzahl zum Stand 31. Dezember 2019. Nicht auf Stadtteile zuordenbare Straftaten: 2.890. Anzahl der Straftaten je 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner* unter 25 25 bis unter 45 45 bis unter 65 65 bis unter 85 85 und mehr Karlsruhe insgesamt: 84,5 Karte 2 Straftaten insgesamt je 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner in den Karlsruher Stadtteilen 2019 (ohne Straftaten gegen das Aufenthaltsgesetz/Asylgesetz und gegen das Freizügigkeitsgesetz EU) Amt für Stadtentwicklung – Statistikstelle | 15 08 01 02 27 26 10 06 08 11 12 13 15 14 04 07 17 16 20 19 23 2224 25 21 03 18 09 05 05 Quelle: Polizeipräsidium Karlsruhe. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Statistik aktuell – Kriminalität 2019. Zeichenerklärung Stadtgrenze Stadtteilgrenze Stadtteile 01 Innenstadt-Ost 15 Rüppurr 02 Innenstadt-West 16 Waldstadt 03 Südstadt 17 Rintheim 04 Südweststadt 18 Hagsfeld 05 Weststadt 19 Durlach 06 Nordweststadt 20 Grötzingen 07 Oststadt 21 Stupferich 08 Mühlburg 22 Hohenwettersbach 09 Daxlanden 23 Wolfartsweier 10 Knielingen 24 Grünwettersbach 11 Grünwinkel 25 Palmbach 12 Oberreut 26 Neureut 13 Beiertheim-Bulach 27 Nordstadt 14 Weiherfeld-Dammerstock *Tatort im jeweiligen Stadtteil. Karlsruhe insgesamt: 18,3 % Veränderung in Prozent* unter –30 –30 bis unter –20 –20 bis unter –10 –10 bis unter 0 Abnahme Zunahme 0 bis unter +20 +20 und mehr Karte 3 Zu- und Abnahme der Straftaten insgesamt in den Karlsruher Stadtteilen 2015 bis 2019 (ohne Straftaten gegen das Aufenthaltsgesetz/Asylgesetz und gegen das Freizügigkeitsgesetz EU) 16 | Statistik aktuell – Kriminalität 2019 Tatverdächtige Die Statistik über die als tatverdächtig geltenden Personen ist mit einigen Einschränkungen verbunden. Je nach Straftatengruppe fällt die Aufklärungsquote teilweise sehr unterschiedlich aus. Dabei wird ein aufgeklärter Fall in der Kriminalstatistik als eine Straftat bezeichnet, für die nach dem polizeilichen Ermittlungsergebnis mindestens ein mit rechtmäßigen Personalien bekannter oder auf frischer Tat gefasster Tatverdächtiger festgestellt worden ist. Während die Aufklärungsquoten bei Gewaltdelikten oder Vermögens- und Fälschungsdelikten allgemein eher hoch sind, werden Diebstähle und Sachbeschädigungen deutlich seltener aufgeklärt. In Karlsruhe betrug die Aufklärungsquote bei den knapp 4.100 Fällen schweren Diebstahls beispielsweise 11,7 %. Es konnte also durchschnittlich nur einer von acht Fällen aufgeklärt werden. Folglich bleibt bei einigen Straftatenarten der Großteil der Täter unbekannt, so dass eine detaillierte Täteranalyse kaum möglich ist. Aussagen über Tätergruppen hinsichtlich des Alters oder der Nationalität sollten daher mit Vorsicht interpretiert werden. Im Jahr 2019 konnten insgesamt 12.049 Tatverdächtige ermittelt werden, rund 5,1 % weniger als im Vorjahr. Ohne die Berücksichtigung von Personen, die ausschließlich Aufenthaltsverstöße oder asylrechtliche Verstöße begingen, lag die Zahl der ermittelten Personen bei 10.597 (Tabelle 3). Da diese Fallzahlen sehr stark ortsabhängig sind und beispielsweise in Städten mit einer Landeserstaufnahme- einrichtung (LEA) wie Karlsruhe spürbar überhöht sind, werden diese Tatverdächtigen in den meisten Darstellungen nicht berücksichtigt. Die Zahl der tatverdächtigen Deutschen verringerte sich 2019 leicht um –1,9 % auf 6.072, die Zahl der tatverdächtigen Personen mit ausländischer Nationalität (ohne Berücksichtigung von Aufenthaltsverstößen) sank sogar um –11,6 % auf 4.525 (Abbildung 6). Der Anteil der tatverdächtigen Deutschen an allen Tatverdächtigen erhöhte sich zum zweiten Mal in Folge von 54,7 % im Jahr 2018 auf 57,3 % im Jahr 2019. Insbesondere bei Fällen von einfachem Ladendiebstahl und bei Sachbeschädigungen wurden gegenüber dem Vorjahr vermehrt deutsche Personen einer Straftat beschuldigt. Drei von vier Tatverdächtigen waren Erwachsene ab 21 Jahren (9.391, 77,9 %). Diese Personen nahmen einen überdurch- schnittlichen Anteil an Tatverdächtigen im Zusammenhang mit Straftaten gegen die persönliche Freiheit (88,2 %) ein. Von ihnen wurden in hohem Maße schwere Straftaten gegen das Leben sowie Fälle von Vergewaltigung/sexueller Nötigung begangen. Bei Diebstahldelikten waren sie dagegen unterrepräsentiert, da hier ein hoher Anteil minderjähriger Straftäter als Tatverdächtige ermittelt werden konnte. Heranwachsende zwischen 18 und 20 Jahren stellten mit 1.381 Personen einen Anteil von 11,5 % der Tatverdächtigen. Sie fielen im Vergleich zu Personen anderer Altersgruppen besonders häufig durch Rauschgiftdelikte sowie durch Sachbeschädigungen auf. Auch Raubdelikte wurden ihnen vergleichsweise häufig zur Last gelegt. Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren nahmen mit 1.031 Personen einen Anteil von 8,6 % an allen Tatverdächtigen ein, etwas weniger als 2018 mit 9,2 %. Jugendliche begingen in Karlsruhe 2019 besonders häufig Diebstahl (16,6 % der Tatverdächtigen), darunter vorrangig einfachen Ladendiebstahl. Aber auch bei Fällen schweren Diebstahls nahmen die 80 ermittelten Jugendlichen einen Anteil von 18,8 % ein. Jugendliche waren jedoch ebenso bei Gewalttaten überdurchschnittlich oft beteiligt. Unter den insgesamt 166 Tatverdächtigen, denen Raub und räuberische Erpressung sowie Räuberischer Angriff vorgeworfen wurde, nahmen die 14- bis-17-Jährigen mit 45 Personen einen Anteil von 27,1 % ein. Häufig ging es dabei um Raubüberfälle im öffentlichen Raum. Kinder unter 14 Jahren erreichten einen Anteil von 2,0 % unter den Tatverdächtigen (2018: 2,4 %). Den 246 tatverdächtigen Kindern wurde in etwa 40 % der Fälle ein einfacher Ladendiebstahl ohne erschwerende Umstände vorgeworfen. Unter den weiteren Delikten waren insbesondere Körperverletzungen und Sachbeschädigungen. 18 Kinder waren darüber hinaus im Zusammenhang mit Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung verdächtig, was einem Anteil von 9,4 % an allen Tatverdächtigen entsprach. Im Vorjahr betraf dies lediglich fünf Personen (Tabelle 3). Hinsichtlich der Nationalität der Tatverdächtigen waren ausländische Personen – im Vergleich zu ihrem Anteil an der Bevölkerung (18,7 %) – deutlich überrepräsentiert. Ohne die Berücksichtigung von Verstößen gegen das Aufenthalts- und Asylgesetz stellten sie 42,7 % der Tatverdächtigen (Abbildung 7, Karte 4). Ihr Anteil sank damit gegenüber dem Vorjahr von 45,3 % um 2,6 Prozentpunkte. Die Quoteder nicht deutschen Personen war bei Raubdelikten (51,2 %) überdurchschnittlich hoch, ebenso bei Vermögens- und Fälschungsdelikten (50,6 %), wobei es sich hierbei zum größten Teil um das Erschleichen von Leistungen bei der Personenbeförderung („schwarzfahren“) handelte. Unter den Tatverdächtigen von Diebstahldelikten erreichten sie mit 48,6 % einen beinahe gleich großen Anteil wie die deutschen Tatverdächtigen. In Fällen von Sachbeschädigungen (22,5 %) und Beleidigungen (27,0 %) war ihr Anteil an den ermittelten Tatverdächtigen dagegen deutlich geringer. Die deutschen Tatverdächtigen hatten sich dagegen überdurchschnittlich häufig wegen verschiedener Gewaltdelikte zu verantworten, darunter Körperverletzung (60,9 %) sowie Straftaten gegen die persönliche Freiheit (63,6 %) und Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung (62,3 %). Die bei Rauschgiftkontrollen aufgegriffenen Personen waren in zwei Dritteln der Fälle Deutsche (67,4 %). Amt für Stadtentwicklung – Statistikstelle | 17 Anzahl%Anzahl%Anzahl%Anzahl% Alle Straftaten 1 12.0492462,01.0318,61.38111,59.39177,9 Alle Straftaten (ohne As ylverstöße) 1 10.5972242,19559,01.21811,58.20077,4 Begangene Straftaten Straftaten gegen das Leben 6------6100,0 darunter Mord1------1100,0 Totschlag und Tötung auf Verlangen4------4100,0 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung191189,42915,2147,313068,1 darunter Vergewaltigung/sexuelle Nötigung32--39,426,32784,4 sonstige sexuelle Nötigung8--225,0--675,0 sexueller Missbrauch von Kindern35514,31131,4411,41542,9 2.174482,21738,02089,61.74580,3 darunter Raub und räuberische Erpressung/räuberischer Angriff166--4527,12816,99356,0 Handtaschenraub3------3100,0 sonstige Raubüberfälle auf Straße pp.80--3240,01620,03240,0 Körperverletzung1.671442,61297,716810,11.33079,6 Straftaten gegen die persönliche Freiheit45661,3214,6275,940288,2 Diebstahl 2.0231175,833616,61909,41.38068,2 darunter Diebstahl ohne erschwerende Umstände1.6921126,628216,71518,91.14767,8 einfacher Ladendiebstahl1.2591018,022317,71048,383166,0 DS an/aus Kraftfahrzeugen26--623,1311,51765,4 einfacher Taschendiebstahl18--15,6422,21372,2 Diebstahl unter erschwerenden Umständen425133,18018,85512,927765,2 BSD von Kraftfahrzeugen2------2100,0 BSD von Fahrrädern7322,71520,51317,84358,9 BSD in/aus Dienst-/Büroräumen und andere26--623,127,71869,2 BSD in/aus Gaststätten/Kantinen/Hotels/Pensionen8------8100,0 BSD in/aus Verkaufsräumen/Waren- häusern einschließlich Ladendiebstahl 16342,52515,32012,311469,9 Wohnungseinbruchdiebstahl30310,0413,3516,71860,0 BSD an/aus Kraftfahrzeugen11--327,319,1763,6 Vermögens- und Fälschungsdelikte 4.288210,53418,056813,23.35878,3 darunter Betrug3.838180,52987,853614,02.98677,8 Erschleichen von Leistungen2.873160,62599,044615,52.15274,9 Sonstige Straftatbestände gemäß StGB1.979452,31889,51919,71.55578,6 darunter Beleidigung77491,2496,3506,566686,0 Sachbeschädigung395205,18922,56115,422557,0 Sachbeschädigung an Kfz12864,71612,52318,08364,8 Strafrechtliche Nebengesetze3.440270,82537,450114,62.65977,3 darunter Straftaten gegen das AufenthaltsG/AsylG1.686221,3865,120712,31.37181,3 Rauschgiftdelikte nach dem BtMG1.54950,315610,128018,11.10871,5 Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit Straftat Tatver- dächtige insgesamt davon Kinder (unter 14 Jahre) Jugendliche (14 bis unter 18 Heranwachsende (18 bis unter 21 Erwachsene (ab 21 Jahre) 1 Tatverdächtige, die mehrere Straftaten begangen haben, werden als tatverdächtige Person nur einmal gezählt. Bei Straftaten, die im Einzelnen ausgewiesen sind, können tatverdächtige Personen mehrfach erfasst sein. Quelle: Polizeipräsidium Karlsruhe. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Statistik aktuell – Kriminalität 2019. Tabelle 3 Tatverdächtige nach Straftaten und Altersgruppen in Karlsruhe 2019 18 | Statistik aktuell – Kriminalität 2019 © panhtermedia.net/edu1971 Abbildung 6 Entwicklung der Zahl der Tatverdächtigen*in Karlsruhe 2019gegenüber 2018 6.187 5.121 6.072 4.525 0 1.000 2.000 3.000 4.000 5.000 6.000 7.000 8.000 DeutscheNichtdeutsche 20182019 Deutsche –115 (–1,9 %) Nichtdeutsche –596 (–11,6 %) * Ohne Tatverdächtige von Straftaten gegen das Aufenthaltsgesetz (AufenthaltsG), das Asylgesetz (AsylG) und gegen das Freizügigkeitsgesetz EU. Quelle:Polizeipräsidium Karlsruhe. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Statistik aktuell – Kriminalität 2019. Anzahl Amt für Stadtentwicklung – Statistikstelle | 19 0,4 67,4 77,5 73,0 49,4 53,3 40,5 58,9 50,6 51,4 63,6 60,9 48,8 62,3 50,0 57,3 50,4 99,6 32,6 22,5 27,0 50,6 46,7 59,5 41,1 49,4 48,6 36,4 39,1 51,2 37,7 50,0 42,7 49,6 020406080100 Straftaten gegen das Aufenthaltsgesetz/Asylgesetz Rauschgiftdelikte nach dem BtMG Sachbeschädigung Beleidigung Vermögens- und Fälschungsdelikte Wohnungseinbruchdiebstahl (WED) BSD in/aus Verkaufsräumen/Warenhäusern einschließlich Ladendiebstahl BSD BSD von Fahrrädern einfacher Ladendiebstahl Diebstahl insgesamt Straftaten gegen die persönliche Freiheit Körperverletzung Raubdelikte Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung Straftaten gegen das Leben Straftaten gesamt ohne Verstöße gegen das Aufenthaltsgesetz/Asylgesetz Straftaten gesamt in % DeutscheNichtdeutsche Quelle: Polizeipräsidium Karlsruhe. Stadt Karlsruhe |Amt für Stadtentwicklung | Statistik aktuell – Kriminalität 2019. Abbildung 7 Deutsche und nichtdeutsche Tatverdächtige 2019 nach Delikten 20 | Statistik aktuell – Kriminalität 2019 03 05 08 27 01 02 27 26 10 06 05 08 11 12 13 15 14 04 07 17 16 20 19 23 22 24 25 21 03 18 09 1.153 886 636 537 400 292 627 371 438 283 138 78 503 547 477 363 163 66 123 62 152 86 140 58 174 117 61 30 120 73 172 96 103 61 133 81 482 268 111 41 15 1 18 6 14 6 34 13 22 1 197 110 166 76 Quelle: Polizeipräsidium Karlsruhe. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Statistik aktuell – Kriminalität 2019. Zeichenerklärung Stadtgrenze Stadtteilgrenze Stadtteile 01 Innenstadt-Ost 15 Rüppurr 02 Innenstadt-West 16 Waldstadt 03 Südstadt 17 Rintheim 04 Südweststadt 18 Hagsfeld 05 Weststadt 19 Durlach 06 Nordweststadt 20 Grötzingen 07 Oststadt 21 Stupferich 08 Mühlburg 22 Hohenwettersbach 09 Daxlanden 23 Wolfartsweier 10 Knielingen 24 Grünwettersbach 11 Grünwinkel 25 Palmbach 12 Oberreut 26 Neureut 13 Beiertheim-Bulach 27 Nordstadt 14 Weiherfeld-Dammerstock *Tatort im jeweiligen Stadtteil. Ausländeranteil an den Tatverdächtigen in Prozent* unter 20 20 bis unter 30 30 bis unter 40 40 bis unter 50 50 und mehr Karlsruhe insgesamt: 10.597 Tatverdächtige davon: 6.072 Deutsche 4.525 Nichtdeutsche 500 Anzahl deutscher Tatverdächtiger 500 Anzahl nichtdeutscher Tatverdächtiger Karte 4 Begangene Straftaten von deutschen und nichtdeutschen Tatverdächtigen in den Karlsruher Stadtteilen 2019 (ohne Straftaten gegen das Aufenthaltsgesetz/Asylgesetz und gegen das Freizügigkeitsgesetz EU) Amt für Stadtentwicklung – Statistikstelle | 21 4. Gewaltdelikte Zu den Gewaltdelikten zählen Straftaten, die unmittelbar gegen den Menschen selbst gerichtet sind. In der Polizeilichen Kriminalstatistik wird differenziert nach Straftaten gegen das Leben (darunter Mord und Totschlag), Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung (darunter Vergewaltigung, sexuelle Nötigung, sexueller Missbrauch), Rohheitsdelikte (Körperverletzung und Raub) und Straftaten gegen die persönliche Freiheit (darunter Nachstellung („Stalking“), Nötigung oder Menschenhandel). Die in diesem Kapitel dargestellten Ergebnisse beziehen sich auf diese Straftatengruppen. Die hier dargestellten Straftaten sind dabei nicht im engeren Sinne des Begriffs „Gewaltkriminalität“ zu sehen, wie ihn die Polizei verwendet. In den Richtlinien der Polizeilichen Kriminalstatistik des Bundeskriminalamtes werden durch den Begriff „Gewaltkriminalität“ festgelegte Straftatenschlüssel definiert, welche nicht alle Straftaten aus den oben genannten Deliktgruppen beinhalten. So werden hierunter beispielsweise nur Körperverletzungen mit Todesfolge sowie gefährliche und schwere Körperverletzung erfasst, jedoch keine Fälle von vorsätzlicher einfacher Körperverletzung, fahrlässiger Körperverletzung oder Misshandlung von Schutzbefohlenen. 7 270 151 511 1.964 7 276 193 512 1.949 0 500 1.000 1.500 2.000 2.500 Straftaten gegen das LebenStraftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung Raub, räuberischer Angriff, räuberische Erpressung Straftaten gegen die persönliche Freiheit Körperverletzung 20182019 Anzahl Quelle: PolizeipräsidiumKarlsruhe. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Statistik aktuell – Kriminalität 2019. Abbildung 8 Gewaltdeliktein Karlsruhe 2018 und 2019 22 | Statistik aktuell – Kriminalität 2019 2019 wurden insgesamt 2.937 Straftaten aus den genannten Straftatengruppen bei der Karlsruher Polizei zur Anzeige gebracht. Dies waren 34 Fälle mehr als im Vorjahr (+1,2 %). Bei rund zwei Dritteln der Vorfälle handelte es sich um Körperverletzungen (1.949 Fälle), welche in 85,6 % aller Fälle aufgeklärt werden konnten (Abbildung 8). Hierunter sind alle Arten von Körperverletzungen zusammengefasst. Bei den Straftaten gegen die persönliche Freiheit (512 Fälle) lag die Aufklärungsquote bei 90,0 % (vergleiche auch Abbildung 13). Registrierte Fälle von Raub, räuberischer Erpressung sowie räuberischem Angriff nahmen gegenüber dem Vorjahr zwar wieder zu (2019: 193 Fälle, +27,8 %), lagen aber dennoch unter dem Durchschnittswert der vergangenen Jahre mit etwa jeweils 215 Fällen pro Jahr. Der Citybereich bleibt mit seinen vielen Geschäften und Einkaufspassagen ein bevorzugter Tatort für diese Delikte und andere Straftaten, weshalb Polizei und KOD hier einen besonderen Einsatzschwerpunkt haben (Abbildung 9). Aus der Polizeilichen Kriminalstatistik 2019 geht hervor, dass sich die registrierten Straftaten gegen die persönliche Freiheit sowie Rohheitsdelikte, darunter insbesondere Körperverletzung, von der Innenstadt-Ost in die angrenzenden Stadtteile verlagerten. Während die Fallzahlen in diesem Stadtteil um knapp 8 % sanken, erhöhte sich die Zahl der erfassten Delikte in den angrenzenden Stadtteilen Innenstadt-West, Südstadt und Oststadt zwischen 11 und 17 %. In der Zeitreihe wird deutlich, dass die Zahl der Körperverletzungen in beiden Innenstadtbereichen seit 2015 rückläufig ist. Der Effekt ist jedoch im östlichen Teil zwischen Marktplatz und Durlacher Tor deutlicher sichtbar als im westlichen Teil zwischen Europaplatz und Marktplatz inklusive dem Schlossareal, welches überwiegend der Innenstadt-West zugeordnet wird (Abbildung 10). Die Zahl der gemeldeten Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr geringfügig von 270 auf 276 Fälle (+2,2 %). Der Großteil der gemeldeten Straftaten konnte den zentralen Stadtteilen zwischen Mühlburg und Oststadt zugeordnet werden, darunter insbesondere die Innenstadt-West (33 Fälle), die Weststadt (26) und die Südstadt (25). Unter den insgesamt 191 ermittelten Tatverdächtigen waren zusammen 47 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Dabei bildeten die Kinder einen Anteil von 9,4 % an allen Tatverdächtigen, die Jugendlichen erreichten 15,2 %. Zusammengenommen war in dieser Deliktart somit jede vierte Person minderjährig (Abbildung 11). Die Aufklärungsquote erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um knapp 5 Prozentpunkte auf 77,9 %. Im mehrjährigen Verlauf zeigt sich der Bruch der Zeitreihe zwischen 2017 und 2018 durch verschiedene Änderungen des Strafrechts, welche seit 2018 eine genauere Zuordnung und Erfassung von sexuell motivierten Straftaten ermöglichen (vergleiche mit Abbildung 5). © panhtermedia.net/photographee.eu Amt für Stadtentwicklung – Statistikstelle | 23 050100150200250300350400450 24 Grünwettersbach 21 Stupferich 25 Palmbach 22 Hohenwettersbach 23 Wolfartsweier 14 Weiherfeld-Dammerstock 17 Rintheim 27 Nordstadt 18 Hagsfeld 20 Grötzingen 15 Rüppurr 10 Knielingen 13 Beiertheim-Bulach 06 Nordweststadt 11 Grünwinkel 09 Daxlanden 12 Oberreut 26 Neureut 16 Waldstadt 04 Südweststadt 19 Durlach 05 Weststadt 08 Mühlburg 07 Oststadt 03 Südstadt 01 Innenstadt-Ost 02 Innenstadt-West Anzahl Körperverletzung Straftaten gegen die persönliche Freiheit Raub/räuberische Erpressung/räuberischer Angriff * Tatort im jeweiligen Stadtteil. Quelle: PolizeipräsidiumKarlsruhe. Stadt Karlsruhe| Amt für Stadtentwicklung | Statistik aktuell – Kriminalität 2019. Abbildung 9 Rohheitsdelikte/Straftaten* gegen die persönliche Freiheit in Karlsruhe 2019nach Stadtteilen 24 | Statistik aktuell – Kriminalität 2019 344 39 59 328 41 35 251 21 36 241 31 16 205 33 28 0 50 100 150 200 250 300 350 400 450 500 KörperverletzungStraftaten gegen die persönliche Freiheit Raub, räuberischer Angriff, räuberische Erpressung 20152016201720182019 Stadtteil Innenstadt-Ost Anzahl Abbildung 10 Entwicklung von Rohheitsdelikten/Straftatengegen die persönliche Freiheit in der Karlsruher Innenstadt von 2015 bis 2019 387 47 61 353 39 37 358 40 53 299 29 33 310 47 42 0 50 100 150 200 250 300 350 400 450 500 KörperverletzungStraftaten gegen die persönliche Freiheit Raub, räuberischer Angriff, räuberische Erpressung 20152016201720182019 Stadtteil Innenstadt-West Anzahl Quelle: PolizeipräsidiumKarlsruhe. Stadt Karlsruhe |Amt für Stadtentwicklung | Statistik aktuell – Kriminalität 2019. Amt für Stadtentwicklung – Statistikstelle | 25 Raubdelikte entwickelten sich in Karlsruhe in den vergangenen Jahren rückläufig und erreichten 2018 mit 151 Fällen den bisher niedrigsten Stand seit 2012. Trotz des deutlichen Anstiegs um 27,8 % auf 193 Fälle im Jahr 2019 wurde damit zunächst lediglich das Niveau von 2017 erreicht. Bei der räumlichen Analyse wurde deutlich, dass sich die starken Schwankungen der Fallzahlen auf den erweiterten Innenstadtbereich sowie auf das daran anschließende Gebiet nach Süden bis zum Hauptbahnhof beschränken. In den vier Stadtteilen Innenstadt-West und -Ost, Südstadt und Südweststadt veränderten sich die Fallzahlen für Raubdelikte von 112 (2017) zu 65 (2018) und lagen 2019 wieder bei 110. Im Vergleich zu den beiden Vorjahren konnte für 2019 ein höherer Anteil an deutschen Tatverdächtigen sowie eine Zunahme von jugendlichen Straftätern festgestellt werden. Weiterhin wurde in einigen zentrumsfernen Stadtteilen ein Anstieg der Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit registriert (Karte 5). Dies betraf unter anderem die Waldstadt mit 54 auf 91 Fälle (+68,5 %) und Daxlanden mit 49 auf 73 Fälle (+49,0 %). Demgegenüber verringerten sich die Fallzahlen in Rintheim von 57 auf 29 Fälle (-49,1 %), in der Nordstadt von 53 auf 30 Fälle (-43,4 %) sowie in Beiertheim-Bulach von 72 auf 44 Fälle (-38,9 %). Die 2019 ermittelten Tatverdächtigen in der Deliktgruppe „Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit“ waren in rund 60 % der Fälle Deutsche. Den Großteil der Fälle bildeten hierunter die Straftatbestände Körperverletzung und Straftaten gegen die persönliche Freiheit. Raubdelikte wurden dagegen häufiger von Tatverdächtigen mit ausländischer Staatsangehörigkeit begangen (Abbildung 12). Mit einem Anteil von 51,2 % waren diese Personen überdurchschnittlich häufig an Straftaten dieser Kategorie beteiligt (durchschnittlicher Anteil: 42,7 % an allen Straftaten). 9,4 1,3 2,6 2,1 15,2 27,1 4,6 7,7 9,0 7,3 16,9 5,9 10,1 11,5 100,0 68,1 56,0 88,2 79,6 77,4 0102030405060708090100 Straftaten gegen das Leben Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung Raub, räuberischer Angriff, räuberische Erpressung Straftaten gegen die persönliche Freiheit Körperverletzung Straftaten insgesamt (ohne Asylverstöße) in % Kinder (unter 14 Jahren)Jugendliche (14 bis unter 18 Jahre) Heranwachsende (18 bis unter 21 Jahre)Erwachsene (ab 21 Jahren) Quelle: PolizeipräsidiumKarlsruhe. Stadt Karlsruhe |Amt für Stadtentwicklung | Statistik aktuell – Kriminalität 2019. Abbildung 11 Tatverdächtige von Gewaltdeliktenin Karlsruhe 2019 nach Altersgruppen 26 | Statistik aktuell – Kriminalität 2019 50,0 62,3 48,8 63,6 60,9 57,3 50,0 37,7 51,2 36,4 39,1 42,7 0102030405060708090100 Straftaten gegen das Leben Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung Raub, räuberischer Angriff, räuberische Erpressung Straftaten gegen die persönliche Freiheit Körperverletzung Straftaten insgesamt (ohne Asylverstöße) in % DeutscheNichtdeutsche Quelle: PolizeipräsidiumKarlsruhe. Stadt Karlsruhe |Amt für Stadtentwicklung | Statistik aktuell – Kriminalität 2019. Abbildung 12 Deutsche und nichtdeutsche Tatverdächtige von Gewaltdeliktenin Karlsruhe 2019 85,7 77,9 57,5 90,0 85,6 60,6 14,3 22,1 42,5 10,0 14,4 39,4 0102030405060708090100 Straftaten gegen das Leben Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung Raub, räuberischer Angriff, räuberische Erpressung Straftaten gegen die persönliche Freiheit Körperverletzung Straftaten insgesamt in % aufgeklärte Fällenicht aufgeklärte Fälle Quelle: PolizeipräsidiumKarlsruhe. Stadt Karlsruhe| Amt für Stadtentwicklung | Statistik aktuell – Kriminalität 2019. Abbildung 13 Aufklärungsquotenbei Gewaltdelikten in Karlsruhe 2019 Amt für Stadtentwicklung – Statistikstelle | 27 03 05 08 27 01 02 27 26 10 06 05 08 11 12 13 15 14 04 07 17 16 20 19 23 22 24 25 21 03 18 09 Stadtteile 01 Innenstadt-Ost 15 Rüppurr 02 Innenstadt-West 16 Waldstadt 03 Südstadt 17 Rintheim 04 Südweststadt 18 Hagsfeld 05 Weststadt 19 Durlach 06 Nordweststadt 20 Grötzingen 07 Oststadt 21 Stupferich 08 Mühlburg 22 Hohenwettersbach 09 Daxlanden 23 Wolfartsweier 10 Knielingen 24 Grünwettersbach 11 Grünwinkel 25 Palmbach 12 Oberreut 26 Neureut 13 Beiertheim-Bulach 27 Nordstadt 14 Weiherfeld-Dammerstock Zeichenerklärung Stadtgrenze Stadtteilgrenze *Tatort im jeweiligen Stadtteil. Quelle: Polizeipräsidium Karlsruhe. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Statistik aktuell – Kriminalität 2019. Karlsruhe insgesamt: 1,1 % Veränderung in Prozent* unter –30 –30 bis unter –10 –10 bis unter 0 Abnahme Zunahme 0 bis unter +10 10 bis unter +30 +30 und mehr Karte 5 Zu- und Abnahme der Rohheits-/Freiheitsdelikte insgesamt in den Karlsruher Stadtteilen 2018 bis 2019 28 | Statistik aktuell – Kriminalität 2019 5. Rauschgiftdelikte Die Zahl der festgestellten Verstöße gegen das Betäubungs- mittelgesetz (BtMG) stieg in der Fächerstadt in den Jahren 2016 bis 2018 an. Der in der PKS ausgewiesene Vergleichs- zeitraum von fünf aufeinanderfolgenden Jahren (2015 bis 2019) ergab einen Anstieg der festgestellten Delikte von insgesamt 22,6 %. Im Jahr 2019 sank die Zahl der positiven Kontrollen jedoch entgegen der jüngsten Entwicklung um 7,1 % von 1.963 auf 1.823 Fälle gegenüber dem Vorjahr (Abbildung 14). Zu den berücksichtigten Straftatbeständen zählen unter anderem unerlaubter Handel, Schmuggel, Herstellung sowie Abgabe oder Besitz von bestimmten Substanzen in nicht erlaubten Mengen. Straftaten im Rahmen der Beschaffungskriminalität, zum Beispiel Diebstahl von Betäubungsmitteln aus Apotheken oder anderen medizinischen Einrichtungen, sind hierin nicht enthalten. Die Aufklärungs- quote verringerte sich gegenüber 2018 leicht auf 92,6 %. Die Zahl der in der polizeilichen Kriminalstatistik erfassten Rauschgiftdelikte ist unter anderem stark abhängig vom Umfang der polizeilichen Kontrollen, welche in den vergangenen Jahren zur Bekämpfung der illegalen Drogenszene in Karlsruhe intensiviert worden sind. Eine gesicherte Aussage zur Anzahl der tatsächlichen Delikte oder zum Rauschgiftkonsum der Karlsruher Bevölkerung lässt sich anhand dieser Zahlen jedoch nicht feststellen. Ebenso wenig ist die Kriminalstatistik dazu geeignet, den Erfolg von Präventions- und Fördermaßnahmen wie beispielsweise des im Dezember 2019 eröffneten Karlsruher Drogenkonsumraumes abzubilden. Rauschgiftdelikte wurden von der Polizei sowie den Angehörigen des Kommunalen Ordnungsdienstes (KOD) schwerpunktmäßig in den zentrumsnahen Stadtteilen kontrolliert. Viele der bekannten Brennpunkte der Drogenszene befinden sich in zentral gelegenen Arealen, welche bei der Polizei und dem KOD besonders im Fokus stehen. Auf Gesamtstadtebene zählten 7,1 % aller erfassten Straftaten (ohne ausländerrechtliche Verstöße) zu den Rauschgiftdelikten. Schwerpunkt der festgestellten Rauschgift- kriminalität bildete insbesondere die Südweststadt mit 23,0 % aller Rauschgiftdelikte im Stadtgebiet (Abbildung 16). 2018 lag dieser Anteil noch bei 16,1 %. Offensichtlich wurden die durchgeführten Kontrollen dort 2019 deutlich intensiviert. Des Weiteren konzentrierten sich die Kontrollen auf die Südstadt (11,3 %) sowie die Innenstadt- West (11,3 %) und die Innenstadt- Ost (10,9 %). In diesen vier Stadtteilen wurden insgesamt 56,5 % aller Rauschgiftdelikte in Karlsruhe erfasst, im Vorjahr lag der Kennwert mit 59,4 % sogar noch höher. Heranwachsende im Alter von 18 bis unter 21 Jahren waren im Verhältnis zu ihrem Anteil an den Tatverdächtigen insgesamt überdurchschnittlich häufig bei Straftaten gegen das Betäubungsmittelgesetz auffällig geworden. Knapp jeder fünfte Tatverdächtige (18,1 %) gehörte zu dieser Personengruppe, ihr Anteil hat sich damit gegenüber dem Vorjahr um 2,6 Prozentpunkte leicht verringert. Jugendliche im Alter von 14 bis unter 18 Jahren erreichten einen Anteil von 10,1 % der Tatverdächtigen. Dies entsprach etwa ihrem Anteil allen in diesem Jahr ermittelten Tatverdächtigen (alle Straftaten ohne Asylverstöße) von 9,0 %. Unter den 1.549 Tatverdächtigen waren doppelt so viele Deutsche (67,4 %) wie Personen anderer Nationalitäten (Abbildung 15). © panhtermedia.net/dolgachov Amt für Stadtentwicklung – Statistikstelle | 29 © panhtermedia.net/photographee.eu 1.487 1.766 1.869 1.963 1.823 0 500 1.000 1.500 2.000 2.500 20152016201720182019 Anzahl Quelle: PolizeipräsidiumKarlsruhe. Stadt Karlsruhe |Amt für Stadtentwicklung | Statistik aktuell - Kriminalität 2019. Abbildung14 Rauschgiftdelikte nach dem Betäubungsmittelgesetz (BtMG) in Karlsruhe seit 2015 Abbildung 15 Tatverdächtige in Fällen von Rauschgiftdelikten nach dem Betäubungsmittelgesetz (BtMG) in Karlsruhe 2019 nach Altersgruppen und Nationalität Quelle: PolizeipräsidiumKarlsruhe. Stadt Karlsruhe |Amt für Stadtentwicklung | Statistik aktuell – Kriminalität 2019. Tatverdächtige insgesamt: 1.549 Nichtdeutsche 505 | 32,6 % Deutsche 1.044 | 67,4 % Erwachsene 1.108 | 71,5 % Kinder 5 | 0,3 % Jugendliche 156 | 10,1 % Heranwachsende 280 | 18,1 % 30 | Statistik aktuell – Kriminalität 2019 0,1 0,1 0,1 0,2 0,2 1,0 0,7 0,6 0,9 0,8 1,9 1,3 0,9 1,7 1,0 2,5 1,8 1,0 2,3 11,3 7,1 4,5 4,3 23,0 10,9 5,0 11,3 0,1 0,2 0,3 0,3 0,5 1,0 1,1 1,3 1,6 1,6 1,9 2,0 2,1 2,1 2,1 2,1 2,3 2,5 2,6 5,8 6,0 6,6 6,8 7,5 7,9 7,9 12,7 0,05,010,015,020,025,0 21 Stupferich 22 Hohenwettersbach 24 Grünwettersbach 25 Palmbach 23 Wolfartsweier 14 Weiherfeld-Dammerstock 20 Grötzingen 17 Rintheim 10 Knielingen 18 Hagsfeld 12 Oberreut 09 Daxlanden 06 Nordweststadt 11 Grünwinkel 16 Waldstadt 27 Nordstadt 13 Beiertheim-Bulach 15 Rüppurr 26 Neureut 03 Südstadt 08 Mühlburg 19 Durlach 05 Weststadt 04 Südweststadt 01 Innenstadt-Ost 07 Oststadt 02 Innenstadt-West in % Anteil der im Stadtteil erfassten Straftaten an allen Straftaten im Stadtgebiet* Anteil der im Stadtteil erfassten Rauschgiftdelikte an allen Rauschgiftdelikten im Stadtgebiet * Ohne Straftaten gegen das Aufenthaltsgesetz (AufenthaltsG), das Asylgesetz (AsylG) und gegen das Freizügigkeitsgesetz EU. 1 Bekannt gewordene Rauschgiftdelikte nach dem Betäubungsmittelgesetz (BtMG). Tatort im jeweiligen Stadtteil. Quelle: PolizeipräsidiumKarlsruhe. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Statistik aktuell– Kriminalität 2019. Abbildung 16 Gesamtstädtischer Anteil der Karlsruher Stadtteile 2019 bei Straftaten und Rauschgiftdelikten 1 Amt für Stadtentwicklung – Statistikstelle | 31 6. Diebstähle Die Kategorie der Diebstahldelikte bildete mit einem Anteil von 32,9 % an allen erfassten Straftaten die zahlenmäßig größte Gruppe in Karlsruhe. In der Polizeilichen Kriminal- statistik werden dabei Diebstähle mit und ohne erschwerende Umstände unterschieden. In Fällen des schweren Diebstahls wurde die gestohlene Sache in der Regel vom Eigentümer auf besondere Weise gegen Wegnahme gesichert, welche von dem oder den Tätern überwunden werden musste. 2015 wurde mit annähernd 15.000 registrierten Fällen ein zwischenzeitlicher Höchststand bei den Diebstahldelikten erreicht. Seitdem sanken die Fallzahlen spürbar und erreichten 2019 mit 9.056 Fällen den niedrigsten Wert der letzten zehn Jahre (Abbildung 17). Im Vergleich zwischen 2018 und 2019 ergaben sich mit einem Rückgang von 1,4 % insgesamt nur geringfügige Veränderungen (Abbildung 18). Einfache Diebstähle ohne erschwerende Umstände wurden 2019 gegenüber dem Vorjahr seltener angezeigt (–7,8 %), während die Zahl schwerer Diebstähle um 7,6 % anstieg. Diebstähle ohne erschwerende Umstände nahmen 2019 – wie in den Vorjahren – mit 54,7 % einen höheren Anteil an allen Diebstählen ein als schwere Diebstähle. Dieser Anteil sank gegenüber dem Vorjahr (58,6 %) um knapp 4 Prozentpunkte. Dies lag insbesondere daran, dass sich die Zahl der gemeldeten einfachen Ladendiebstähle von 1.938 Fällen innerhalb eines Jahres auf 1.563 Fälle verringerte. Dies entspricht einem Rückgang von 19,3 %. Da diese Straftaten in der Regel nur dann festgestellt werden, wenn die Täter auf frischer Tat gefasst werden, könnte dies auch auf eine Verlagerung ins Dunkelfeld hinweisen. Möglicherweise ist ein höherer Anteil an Taten unbemerkt geblieben, als dies im Vorjahr der Fall war. Zu den Gründen kann die Polizeiliche Kriminalstatistik letztlich keine gesicherte Aussage treffen. Einfache Taschendiebstähle, die auch zu den Delikten ohne erschwerende Umstände gerechnet werden, gingen 2019 ebenfalls deutlich um 13,6 % auf 488 Fälle zurück. 6.722 8.129 8.003 8.763 7.120 5.712 5.378 4.958 4.795 5.622 5.948 6.152 5.680 4.255 3.807 4.098 0 2.000 4.000 6.000 8.000 10.000 12.000 14.000 16.000 20122013201420152016201720182019 Diebstahl unter erschwerenden Umständen Diebstahl ohne erschwerende Umstände Anzahl Quelle: PolizeipräsidiumKarlsruhe. Stadt Karlsruhe |Amt für Stadtentwicklung | Statistik aktuell - Kriminalität 2019. Abbildung17 Diebstahl mit und ohne erschwerende Umstände in Karlsruhe seit 2012 32 | Statistik aktuell – Kriminalität 2019 Abbildung 18 Diebstahl mit und ohne erschwerende Umstände in Karlsruhe 2018 und 2019 5.378 4.958 24 26 1.723 1.838 281 267 241 268 262 211 273 246 1.003 1.242 0 1.000 2.000 3.000 4.000 5.000 6.000 7.000 8.000 9.000 10.000 11.000 20182019 BSD = Besonders schwerer Diebstahl. Quelle: PolizeipräsidiumKarlsruhe. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Statistik aktuell – Kriminalität 2019. Sonstige BSD BSD an/ausKraftfahrzeugen Wohnungseinbruchdiebstahl (WED) BSD in/aus Verkaufsräumen/Warenhäusern einschließlich Ladendiebstahl BSD BSD in/aus Gaststätten/Kantinen/Hotels/Pensionen sowie aus Dienst- oder Büroräumen und anderen BSD von Fahrrädern BSD von Kraftfahrzeugen Diebstahl ohne erschwerende Umstände 9.056 9.185 Veränderung: – 129; – 1,4 % Anzahl Amt für Stadtentwicklung – Statistikstelle | 33 Im Gegensatz dazu nahm die Gesamtzahl der Diebstähle unter erschwerenden Umständen zu, wenngleich dies nicht alle Einzeldelikte gleichermaßen betraf (Abbildung 19). Die größte Untergruppe bildete schwerer Fahrraddiebstahl mit 1.838 Fällen (2018: 1.723 Fälle), das entspricht einer Zunahme von 6,7 % gegenüber dem Vorjahr. Erneut standen die beiden Stadtteile Weststadt (229 Fälle) und Südweststadt (214 Fälle) an der Spitze der Liste der Tatorte im Stadtgebiet. Zwischen 2016 und 2018 hatte sich eine rückläufige Tendenz der gemeldeten Delikte abgezeichnet. Steigende Fallzahlen wurden 2019 ebenfalls bei „besonders schwerem Diebstahl in/aus Verkaufsräumen/Warenhäusern einschließlich Ladendiebstahl (BSD)“ mit 268 Fällen (+11,2 %) sowie bei „besonders schwerem Diebstahl in/aus Dienst-/Büroräumen und anderen“ mit 205 Fällen (+7,9 %) festgestellt. In der Kategorie Wohnungseinbruchdiebstahl (Karte 8) zeigte sich mit 211 Straftaten ein erneuter Rückgang gegenüber dem Vorjahr um 51 Fälle beziehungsweise 19,5 %. Im mehrjährigen Vergleich mit 2015 (481 Fälle) verringerte sich die Zahl der gemeldeten Vorfälle um über die Hälfte (–56,1 %). Die Dunkelziffer ist bei dieser Straftatenart vergleichsweise gering, da die Polizei erfahrungsgemäß in fast allen Fällen hinzugerufen wird. Verbesserte technische Sicherheitsmaßnahmen und eine intensive Präventions- und Aufklärungsarbeit durch die Polizei zur Stärkung des Gefahrenbewusstseins bei der Bevölkerung haben sicherlich zu der spürbaren Verringerung dieser Delikte beigetragen. Die Verteilung der Diebstahlsdelikte insgesamt im Stadtgebiet ist durch eine hohe Zentralität geprägt. Besonders in der Innenstadt-West mit dem City- und Einkaufsareal zwischen Mühlburger Tor, Europaplatz und Marktplatz sowie dem ECE-Shoppingcenter im Süden des Stadtteils finden Diebe aufgrund hoher Ladendichte und dichter Passantenströme günstige Bedingungen vor. Weiter Richtung Osten in den angrenzenden Stadtteilen Innenstadt-Ost und Oststadt wurden ebenfalls zahlreiche Diebstähle gemeldet. Jeder dritte Diebstahl in Karlsruhe (33,3 %) wurde 2019 in diesen drei zentralen Stadtteilen begangen (Karte 6). In den beiden Innenstadt-Stadtteilen West und Ost verringerten sich die erfassten Straftaten zwischen 2018 und 2019 erfreulicherweise um 13 beziehungsweise 9 %. In den Stadtteilen Daxlanden, Waldstadt, Grünwinkel, Knielingen und Neureut wurden 2019 zwischen 18 und 30 % weniger Diebstähle gegenüber 2018 registriert. Eine deutliche Zunahme von Diebstahldelikten wurde dagegen in der Weststadt festgestellt, hier stieg die Fallzahl von 642 innerhalb eines Jahres auf 821 (+27,9 %). Einen ebenso starken Anstieg von 28,1 % wies die Kriminalstatistik für die Nordstadt mit 187 Fällen aus. Zunahmen zwischen 11 und 16 % wurden weiterhin in Durlach, Rüppurr, Südweststadt, Nordweststadt und in der Südstadt registriert. Im mehrjährigen Vergleich zwischen 2015 und 2019 zeigte sich in fast allen Stadtteilen eine positive Entwicklung, da in diesem Zeitraum die Gesamtzahl der Diebstahldelikte um knapp 40 % gesunken ist. Hierbei sollte jedoch berücksichtigt werden, dass 2015 das Jahr mit den bisher meisten erfassten Diebstählen in den letzten 10 Jahren darstellte und daher als Vergleichsjahr nur bedingt geeignet ist. In einigen wenigen Stadtteilen war diese stadtweite Entwicklung jedoch nicht feststellbar, die Zahl der Delikte blieb konstant oder stieg leicht. Neben den beiden Stadtteilen Wolfartsweier und Palmbach mit nur geringen absoluten Fallzahlen betraf dies vorrangig die Weststadt, Weiherfeld-Dammerstock und Rüppurr (Karte 7). © panhtermedia.net/AndreyPopov 34 | Statistik aktuell – Kriminalität 2019 © panhtermedia.net/AndreyPopov Abbildung19 Zu-/Abnahmevon Diebstahlsdelikten mit und ohne erschwerende Umstände in Karlsruhe 2019 gegenüber 2018 BSD = Besonders schwerer Diebstahl. Quelle: PolizeipräsidiumKarlsruhe. Stadt Karlsruhe| Amt für Stadtentwicklung | Statistik aktuell – Kriminalität 2019. -7,8 8,3 6,7 -5,0 11,2 -19,5 -9,9 23,8 -25,0 -20,0 -15,0 -10,0 -5,0 0,0 5,0 10,0 15,0 20,0 25,0 30,0 Zunahme Abnahme % Diebstahlohne erschwerende Umstände BSD vonKraftfahrzeugen BSD von Fahrrädern BSD in/aus Gaststätten/Kantinen/Hotels/Pensionen sowie aus Dienst- oder Büroräumen und anderen BSD in/aus Verkaufsräumen/Warenhäusern einschließlich Ladendiebstahl BSD Wohnungseinbruchdiebstahl (WED) BSD an/aus Kraftfahrzeugen Sonstige BSD Amt für Stadtentwicklung – Statistikstelle | 35 01 02 27 26 10 06 05 08 11 12 13 15 14 04 07 17 16 20 19 23 2224 25 21 03 18 09 130 195 225 187 1.547 566 821 618 229 209 128 174 109 170 44 18 10 13 9 603 172 144 95 774 692 547 90 Stadtteile 01 Innenstadt-Ost 15 Rüppurr 02 Innenstadt-West 16 Waldstadt 03 Südstadt 17 Rintheim 04 Südweststadt 18 Hagsfeld 05 Weststadt 19 Durlach 06 Nordweststadt 20 Grötzingen 07 Oststadt 21 Stupferich 08 Mühlburg 22 Hohenwettersbach 09 Daxlanden 23 Wolfartsweier 10 Knielingen 24 Grünwettersbach 11 Grünwinkel 25 Palmbach 12 Oberreut 26 Neureut 13 Beiertheim-Bulach 27 Nordstadt 14 Weiherfeld-Dammerstock Zeichenerklärung Stadtgrenze Stadtteilgrenze Karlsruhe insgesamt: 9.056 Anzahl der Diebstahlsdelikte insgesamt* *Tatort im jeweiligen Stadtteil. Nicht auf Stadtteile zuordenbare Straftaten: 537. 1.000 Quelle: Polizeipräsidium Karlsruhe. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Statistik aktuell – Kriminalität 2019. Karte 6 Diebstahlsdelikte insgesamt in den Karlsruher Stadtteilen 2019 36 | Statistik aktuell – Kriminalität 2019 01 02 27 26 10 06 08 11 12 13 15 14 04 07 17 16 20 19 23 2224 25 21 03 18 09 05 05 Stadtteile 01 Innenstadt-Ost 15 Rüppurr 02 Innenstadt-West 16 Waldstadt 03 Südstadt 17 Rintheim 04 Südweststadt 18 Hagsfeld 05 Weststadt 19 Durlach 06 Nordweststadt 20 Grötzingen 07 Oststadt 21 Stupferich 08 Mühlburg 22 Hohenwettersbach 09 Daxlanden 23 Wolfartsweier 10 Knielingen 24 Grünwettersbach 11 Grünwinkel 25 Palmbach 12 Oberreut 26 Neureut 13 Beiertheim-Bulach 27 Nordstadt 14 Weiherfeld-Dammerstock Zeichenerklärung Stadtgrenze Stadtteilgrenze *Tatort im jeweiligen Stadtteil. Quelle: Polizeipräsidium Karlsruhe. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Statistik aktuell – Kriminalität 2019. Karlsruhe insgesamt: 39,3 % Veränderung in Prozent* unter –40 –40 bis unter –30 –30 bis unter –20 –20 bis unter 0 Abnahme Zunahme 0 bis unter +40 +40 und mehr Karte 7 Zu- und Abnahme der Diebstahlsdelikte insgesamt in den Karlsruher Stadtteilen 2015 bis 2019 Amt für Stadtentwicklung – Statistikstelle | 37 01 02 27 26 10 06 05 08 11 12 13 15 14 04 07 17 16 20 19 23 2224 25 21 03 18 09 3 14 6 5 5 13 9 18 16 6 6 5 8 16 2 2 2 1 1 28 4 0 4 15 1 13 7 Stadtteile 01 Innenstadt-Ost 15 Rüppurr 02 Innenstadt-West 16 Waldstadt 03 Südstadt 17 Rintheim 04 Südweststadt 18 Hagsfeld 05 Weststadt 19 Durlach 06 Nordweststadt 20 Grötzingen 07 Oststadt 21 Stupferich 08 Mühlburg 22 Hohenwettersbach 09 Daxlanden 23 Wolfartsweier 10 Knielingen 24 Grünwettersbach 11 Grünwinkel 25 Palmbach 12 Oberreut 26 Neureut 13 Beiertheim-Bulach 27 Nordstadt 14 Weiherfeld-Dammerstock Zeichenerklärung Stadtgrenze Stadtteilgrenze Karlsruhe insgesamt: 211 *Tatort im jeweiligen Stadtteil. Nicht auf Stadtteile zuordenbare Straftaten: 0. 20 Anzahl der Wohnungseinbruchdiebstähle insgesamt* Quelle: Polizeipräsidium Karlsruhe. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung – Statistik aktuell – Kriminalität 2019. Karte 8 Wohnungseinbruchdiebstähle insgesamt in den Karlsruher Stadtteilen 2019 38 | Statistik aktuell – Kriminalität 2019 Unter den in der Polizeilichen Kriminalstatistik dargestellten Deliktarten werden Diebstähle am seltensten aufgeklärt. Im Gegensatz zu anderen Straftaten wie Gewaltdelikten, Betrug oder Beleidigung kommen Täter und Opfer bei Diebstählen oder auch Sachbeschädigungen häufig nicht in direkten Kontakt. Eine Ausnahme hiervon bildeten lediglich Ladendiebstähle, welche in rund 9 von 10 Fällen aufgeklärt werden konnten. 2019 verringerte sich die Aufklärungsquote bei Diebstahldelikten insgesamt deutlich, insbesondere bei einfachen Diebstählen. Diese sank von 43,0 % im Jahr 2018 auf 37,8 %. Teilweise kann dies durch den Rückgang der häufig aufgeklärten einfachen Ladendiebstähle um 20 % erklärt werden. Bei den 4.100 Fällen besonders schweren Diebstahls konnte nur in 11,7 % der Fälle ein Tatverdächtiger ermittelt werden. Insbesondere schwere Diebstähle von Fahrrädern (3,5 %) und Kraftfahrzeugen (3,8 %) werden nur in seltenen Fällen aufgeklärt. Einzige Ausnahme bildeten die 268 Fälle schweren Diebstahls aus Verkaufsräumen/ Warenhäusern sowie schweren Ladendiebstahls. Hier konnte die Polizei in 7 von 10 Fällen (69,4 %) einen Tatverdächtigen ermitteln (Abbildung 20). 3,8 3,5 12,0 69,4 9,5 7,3 12,6 96,2 96,5 88,0 30,6 90,5 92,7 87,4 0,010,020,030,040,050,060,070,080,090,0100,0 BSD von Kraftfahrzeugen BSD von Fahrrädern BSD in/aus Gaststätten/Kantinen/ Hotels/Pensionen sowie aus Dienst-/Büroräumen und anderen BSD in/aus Verkaufsräumen/Warenhäusern einschließlich Ladendiebstahl BSD Wohnungseinbruchdiebstahl (WED) BSD an/aus Kraftfahrzeugen sonstige BSD aufgeklärte Fällenicht aufgeklärte Fälle in % BSD = Besonders schwerer Diebstahl. Quelle: PolizeipräsidiumKarlsruhe. Stadt Karlsruhe |Amt für Stadtentwicklung | Statistik aktuell – Kriminalität 2019. Abbildung 20 Aufklärungsquotenbei Diebstahl unter erschwerenden Umständen in Karlsruhe 2019 Amt für Stadtentwicklung – Statistikstelle | 39 01 02 27 26 10 06 05 08 11 12 13 15 14 04 07 17 16 20 19 23 2224 25 21 03 18 09 25 39 76 75 142 123 229 214 35 55 26 56 19 45 5 1 0 2 1 141 44 21 11 141 113 136 28 Stadtteile 01 Innenstadt-Ost 15 Rüppurr 02 Innenstadt-West 16 Waldstadt 03 Südstadt 17 Rintheim 04 Südweststadt 18 Hagsfeld 05 Weststadt 19 Durlach 06 Nordweststadt 20 Grötzingen 07 Oststadt 21 Stupferich 08 Mühlburg 22 Hohenwettersbach 09 Daxlanden 23 Wolfartsweier 10 Knielingen 24 Grünwettersbach 11 Grünwinkel 25 Palmbach 12 Oberreut 26 Neureut 13 Beiertheim-Bulach 27 Nordstadt 14 Weiherfeld-Dammerstock Zeichenerklärung Stadtgrenze Stadtteilgrenze Karlsruhe insgesamt: 1.838 *Tatort im jeweiligen Stadtteil. Nicht auf Stadtteile zuordenbare Straftaten: 34. 100 Anzahl der Fahrraddiebstähle (BSD) insgesamt* Quelle: Polizeipräsidium Karlsruhe. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Statistik aktuell – Kriminalität 2019. Karte 9 Besonders schwerer Diebstahl (BSD) von Fahrrädern insgesamt in den Karlsruher Stadtteilen 2019 40 | Statistik aktuell – Kriminalität 2019 7. Kinder- und Jugendkriminalität Kinder unter 14 Jahren und Jugendliche zwischen 14 und unter 18 Jahren stellen als Minderjährige besondere Personen- kreise unter den Tatverdächtigen dar. Die von ihnen verübten Straftaten häufen sich bei bestimmten alters- und verhaltens- spezifischen Deliktarten (Abbildung 21). Unter den volljährigen Personen werden die Heranwachsenden ab 18 bis unter 21 Jahren in der polizeilichen Kriminalstatistik getrennt ausgewiesen. Von den insgesamt im Jahr 2019 ermittelten 12.049 tatverdächtigen Personen hatten 2.658 (22,1 %) das 21. Lebensjahr zum Tatzeitpunkt noch nicht vollendet. Unter den Tatverdächtigen waren 2019 insgesamt 246 Kinder unter 14 Jahren mit einem Anteil von 2,0 % an allen Tatverdächtigen. Sie wurden besonders häufig des Diebstahls (117 Tatverdächtige) verdächtigt, darunter überwiegend des einfachen Ladendiebstahls (101 Tatverdächtige). Bezogen auf alle Tatverdächtige bei dieser Deliktart erreichten sie einen Anteil von 8,0 % und waren damit deutlich überrepräsentiert. Im Vorjahr wurden mit 168 Personen noch deutlich mehr Kinder als Tatverdächtige von Diebstählen ermittelt. Weiterhin waren Rohheitsdelikte (48 Tatverdächtige), darunter überwiegend Körperverletzung, häufig ermittelte Vergehen dieser Altersgruppe. Bei den 1.031 ermittelten jugendlichen Tatverdächtigen im Alter von 14 bis unter 18 Jahren bildeten Diebstähle und Vermögens- und Fälschungsdelikte den Schwerpunkt der Tatvorwürfe. Jeder sechste Tatverdächtige eines Diebstahldeliktes (16,6 %) gehörte 2019 dieser Altersgruppe an. Damit waren sie hier mit 336 Personen deutlich überrepräsentiert, wie ihr durchschnittlicher Anteil an allen Tatverdächtigen von 8,6 % belegt. In zwei von drei Fällen wurde diesen Jugendlichen ein einfacher Ladendiebstahl vorgeworden. Schwere Diebstähle wie beispielsweise schwerer Fahrraddiebstahl wurden von ihnen deutlich seltener begangen. Zu den weiteren Vergehen gehörten unter anderem Rauschgiftdelikte (156 Tatverdächtige) und Rohheitsdelikte (173 Tatverdächtige), darunter Körperverletzung und Raub. Sachbeschädigung wurde insgesamt 89 jugendlichen Personen vorgeworfen. Dies scheint auf den ersten Blick kein Schwerpunkt in dieser Altersgruppe zu sein; mit einem Anteil von 22,5 % an allen Tatverdächtigen sind Jugendliche zwischen 14 und unter 18 Jahren hier jedoch besonders stark vertreten. Dies hängt teilweise mit der geringen Aufklärungsquote von nur 16,7 % bei Sachbeschädigungen zusammen. Von den tatverdächtigen Heranwachsenden zwischen 18 und unter 21 Jahren wurden am häufigsten Vermögens- und Fälschungsdelikte (568 Tatverdächtige) begangen. Darüber hinaus rücken in dieser Altersgruppe Verstöße im Zusammen- hang mit Rauschgift in den Vordergrund. Knapp jeder fünfte Tatverdächtige (18,1 %) im Zusammenhang mit Rauschgift- delikten gehörte dieser Altersgruppe an, obwohl sie nur 11,5 % aller Tatverdächtigen bildeten. Weiterhin begingen Heranwachsende in Karlsruhe häufig Rohheitsdelikte/ Straftaten gegen die persönliche Freiheit (208 Tatverdächtige) und Diebstahldelikte (190 Tatverdächtige). Wie bei den Jugendlichen scheint das Thema Sachbeschädigung in dieser Altersgruppe eine geringere Rolle zu spielen, angesichts von nur 61 Tatverdächtigen (Abbildung 21). Dennoch stellten diese 61 Personen einen Anteil von 15,4 % aller Tatverdächtigen dar. Dies verdeutlicht, dass Sachbeschädigungen häufiger von Heranwachsenden begangen wurden, als es ihr Anteil an den Tatverdächtigen insgesamt erwarten ließe. © panhtermedia.net/AndreyPopov Amt für Stadtentwicklung – Statistikstelle | 41 408 376 183 150 67 336 341 156 173 89 0 50 100 150 200 250 300 350 400 450 DiebstahlVermögens- und Fälschungsdelikte/Betrug Rauschgift- delikte Rohheitsdelikte u. Straftaten gegen die persönl. Freiheit Sachbeschädigung Jugendliche (14 bis unter 18 Jahre) 20182019 Tatverdächtige Jugendliche insgesamt: 2018: 1.175 2019: 1.031 Anzahl * Tatverdächtige, die mehrere Straftaten begangen haben, werden als tatverdächtige Person nur einmal gezählt. Bei Straftaten, die im Einzelnen ausgewiesen sind, können tatverdächtige Personen mehrfach erfasst sein. Quelle: PolizeipräsidiumKarlsruhe. Stadt Karlsruhe |Amt für Stadtentwicklung | Statistik aktuell -Kriminalität 2019. Abbildung 20 Kinder-und Jugendkriminalität in Karlsruhe 2019 nach Art der begangenen Straftaten* 609 346 251 196 52 568 280 190 208 61 0 100 200 300 400 500 600 700 Vermögens- und Fälschungsdelikte/ Betrug RauschgiftdelikteDiebstahlRohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönl. Freiheit Sachbeschädigung Heranwachsende (18 bis unter 21 Jahre) 20182019 Tatverdächtige Heranwachsende insgesamt: 2018: 1.532 2019: 1.381 Anzahl * Tatverdächtige, die mehrere Straftaten begangen haben, werden als tatverdächtige Person nur einmal gezählt. Bei Straftaten, die im Einzelnen ausgewiesen sind, können tatverdächtige Personen mehrfach erfasst sein. Quelle: PolizeipräsidiumKarlsruhe. Stadt Karlsruhe |Amt für Stadtentwicklung | Statistik aktuell - Kriminalität 2019. Abbildung 20 Kinder-und Jugendkriminalität in Karlsruhe 2019 nach Art der begangenen Straftaten* 168 51 2321 117 48 2120 0 20 40 60 80 100 120 140 160 180 DiebstahlRohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönl. Freiheit Vermögens- und Fälschungsdelikte/ Betrug Sachbeschädigung Kinder (unter 14 Jahren) 20182019 Tatverdächtige Kinder insgesamt: 2018: 300 2019: 246 Anzahl * Tatverdächtige, die mehrere Straftaten begangen haben, werden als tatverdächtige Person nur einmal gezählt. Bei Straftaten, die im Einzelnen ausgewiesen sind, können tatverdächtige Personen mehrfach erfasst sein. Quelle: PolizeipräsidiumKarlsruhe. Stadt Karlsruhe |Amt für Stadtentwicklung | Statistik aktuell -Kriminalität 2019. Abbildung 21 Kinder- und Jugendkriminalität in Karlsruhe 2019 nach Art der begangenen Straftaten*
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Extrahierter Text
Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister INFORMATIONSVORLAGE Vorlage Nr.: Verantwortlich: 2020/1124 Dez. 2 Kriminalitätsentwicklung in Karlsruhe 2019 Beratungsfolge dieser Vorlage Gremium Termin TOP ö nö Ergebnis Hauptausschuss 13.10.2020 1.4 x Beschluss: Der Hauptausschuss nimmt den aktuellen Statistikbericht „Kriminalität 2019 – Erfasste Strafta- ten und Tatverdächtigte in Karlsruhe“ zur Kenntnis (siehe Anlage). Finanzielle Auswirkungen Gesamtkosten der Maß- nahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatorischen Kosten abzügl. Fol- geerträge und Folgeeinsparungen) Ja Nein Haushaltsmittel sind dauerhaft im Budget vorhanden Ja Nein Die Finanzierung wird auf Dauer wie folgt sichergestellt und ist in den ergänzenden Erläuterungen auszuführen: Durch Wegfall bestehender Aufgaben (Aufgabenkritik) Umschichtungen innerhalb des Dezernates Der Gemeinderat beschließt die Maßnahme im gesamtstädtischen Interesse und stimmt einer Etatisierung in den Folgejahren zu IQ-relevant x Nein Ja Korridorthema: Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) x Nein Ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften x Nein Ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Zusammenfassung: Der vorliegende Jahresbericht 2019 zur Kriminalstatistik im Stadtkreis Karlsruhe basiert auf den Daten der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS), die der Statistikstelle beim Amt für Stadtentwick- lung vom Polizeipräsidium Karlsruhe übermittelt und deren Analyse mit dem Polizeipräsidium Karlsruhe abgestimmt wurden. Die Zahl der polizeilich erfassten Straftaten lag 2019 in Karlsruhe bei 27.488 Fällen und damit unverändert auf dem Niveau von 2018 (27.437 Straftaten, +0,2 %). Nach einem zwischenzeitli- chen Höchststand von 33.323 registrierten Fällen im Jahr 2015 verzeichnete die Polizeiliche Kriminalstatistik in den vergangenen Jahren einen Rückgang der Straftaten. Zwischen 2017 und 2019 hat sich die Gesamtzahl der registrierten Straftaten auf niedrigem Niveau kaum verändert. Unter den acht baden-württembergischen Stadtkreisen ab 100.000 Einwohnern liegt Karlsruhe somit unverändert im Mittelfeld. Hierbei sind unter anderem die Delikte von Asylbewerbern oder Flüchtlingen gegen das Aufenthaltsgesetz/ Asylgesetz berücksichtigt, die in der Bilanz von Karlsruhe als Standort einer Landeserstaufnahmeeinrichtung (LEA) besonders zu Buche schla- gen. Im Landesvergleich rangierte die Fächerstadt 2019 mit einem Wert von 8.809 Straftaten je 100.000 Einwohner vor Mannheim (10.082), Freiburg (10.012) und Heidelberg (9.053), jedoch hinter Stuttgart (8.546). Die Häufigkeitszahl hatte sich im vergangenen Jahr in diesen drei Groß- städten zum Teil deutlich verringert. Mit Ausnahme von Ulm, wo die Zahl der Straftaten in grö- ßerem Umfang anstieg (+15,3 %), blieb die Häufigkeitszahl in den übrigen Stadtkreisen kon- stant. Während zwischen 2013 und 2016 jeweils mehr als 30.000 Straftaten pro Jahr bei der Polizei in Karlsruhe gemeldet wurden, lagen die Fallzahlen zwischen 2017 und 2019 konstant bei jeweils rund 27.500 Straftaten pro Jahr. Hinsichtlich der einzelnen ausgewiesenen Deliktgruppen gab es 2019 im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls nur geringe Veränderungen zwischen -5 und +5 %. Die Entwicklung folgt damit dem bundesweiten Trend sinkender Fallzahlen, was das beobacht- bare „Hellfeld“ der Kriminalität betrifft. Die am häufigsten angezeigten Delikte waren Diebstähle (9.056 Fälle) und Vermögens- und Fälschungsdelikte (7.254 Fälle). Die Gesamtzahl der Diebstähle veränderte sich nur geringfügig gegenüber dem Vorjahr, jedoch zeigte sich eine leichte Verschiebung von einfachen Diebstählen (-7,8 %) hin zu schweren Diebstählen (+7,6 %). Unter den minder schweren Delikten wurde insbesondere ein Rückgang der Fälle von einfachem Ladendiebstahl und einfachem Taschen- diebstahl registriert. Demgegenüber nahm die Zahl von schweren Fahrraddiebstählen sowie schwerem Diebstahl aus Dienst- und Büroräumen zu. Der in den vergangenen Jahren zu be- obachtende rückläufige Trend bei Wohnungseinbruchdiebstählen setzte sich dagegen 2019 mit einem erneuten Rückgang um knapp 20 % fort. Im Zeitraum von 2015 bis 2019 haben sich diese Delikte um mehr als die Hälfte (-56,1 %) verringert. Unter den Vermögens- und Fäl- schungsdelikten bildeten Betrugsfälle die überwiegende Mehrheit der erfassten Straftaten. Die- se stiegen innerhalb eines Jahres von 5.948 auf 6.343 Fälle (+6,6 %) an. Bei den Rohheitsdelikten, darunter insbesondere Körperverletzung und Raub, sowie bei Strafta- ten gegen die persönliche Freiheit haben sich die Fallzahlen in der Summe gegenüber 2018 kaum verändert (+1,1 %). Der Vergleich mit 2015 ergibt dagegen einen Rückgang von knapp 16 Prozent. Insbesondere die Zahl der Raubdelikte für sich betrachtet zeigte 2019 eine Zunah- me um knapp 28 % von 151 auf 193 Fälle. In den letzten Jahren waren diese Vorfälle mehrmals zurückgegangen, so dass hier letztlich das Niveau von 2017 mit 199 Fällen wieder erreicht wor- den ist. Ergänzende Erläuterungen Seite 3 Bei den Rauschgiftdelikten, welche in den vergangenen Jahren im Fokus der Karlsruher Polizei sowie der Beamtinnen und Beamten des Kommunalen Ordnungsdienstes (KOD) standen, wurde der Trend steigender Fallzahlen seit 2015/2016 unterbrochen. 2019 sank die Zahl der positiven Kontrollen gegenüber 2018 entgegen der bisherigen Entwicklung um -7,1 % von 1.963 auf 1.823 Fälle; für den betrachteten Vergleichszeitraum von 2015 bis 2019 ergab sich in der Sum- me dennoch eine Zunahme der Verstöße um plus 22,6 %. Beschluss: Der Hauptausschuss nimmt den aktuellen Statistikbericht „Kriminalität 2019 – Erfasste Strafta- ten und Tatverdächtige in Karlsruhe“ zur Kenntnis (siehe Anlage).
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Extrahierter Text
Niederschrift 12. Sitzung Hauptausschuss 13. Oktober 2020, 16:30 Uhr öffentlich Bürgerssaal, Rathaus Marktplatz Vorsitzender: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 5. Punkt 1 der Tagesordnung: Sicherheit in Karlsruhe 1.4 Kriminalitätsentwicklung in Karlsruhe 2019 Vorlage: 2020/1124 Beschluss: Der Hauptausschuss nimmt den aktuellen Statistikbericht „Kriminalität 2019 – Erfasste Straftaten und Tatverdächtigte in Karlsruhe“ zur Kenntnis. Abstimmungsergebnis: Kenntnisnahme Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 1.4 zur Behandlung auf und stellt, nachdem keine Wortmeldungen vorliegen, die erfolgte Kenntnisahme fest. Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt - Ratsangelegenheiten- 12. Januar 2021