Wiederaufstellung des Kunstwerks "Phönix über Europa" von Walter Maria Förderer auf dem Europaplatz

Vorlage: 2020/1000
Art: Antrag
Datum: 01.09.2020
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Offen
Erwähnte Stadtteile: Keine Angaben

Beratungen

  • Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 29.09.2020

    TOP: 17

    Rolle: Entscheidung

    Ergebnis: verwiesen in Fachausschuss

Zusätzliche Dateien

  • Antrag
    Extrahierter Text

    Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister ANTRAG CDU-Gemeinderatsfraktion Eingang: 01.07.2020 Vorlage Nr.: 2020/1000 Wiederaufstellung des Kunstwerks "Phönix über Europa" von Walter Maria Förderer auf dem Europaplatz Gremium Termin TOP ö nö Gemeinderat 29.09.2020 17 x Die Stadtverwaltung prüft die Wiederaufstellung des Kunstwerks „Phönix über Europa“ von Walter Maria Förderer auf dem Europaplatz. Sachverhalt/Begründung: Bis zur Jahrtausendwende schmückte das Kunstwerk „Phönix über Europa“ des im Jahre 2003 ver- storbenen Künstlers Walter Maria Förderer eine Brunnenanlage auf dem Europaplatz. Bei der derzei- tigen Diskussion über die Aufstellung des Leibgrenadierdenkmals auf dem Europaplatz möchte die CDU-Fraktion die Wiederaufstellung des Phönixes auf dem Europaplatz prüfen lassen. Im Jahre 1979 entstanden versinnbildlicht das Kunstwerk ein werdendes Europa. In der heutigen Zeit wäre die Wiederaufstellung dieses Kunstwerks auf dem Europaplatz ein starkes Zeichen für Europa. Der Phönix würde als Symbol der heutigen Zeit, die Frieden möchte, die für die Freundschaft mit Frankreich und für ein friedliches Europa steht, eine Ergänzung zum Leibgrenadierdenkmal darstel- len. Dies wird aus der Inschrift des „Phönix über Europa“ deutlich: Zitat der Inschrift: „Den von Kriegen gezeichneten Mahnung An Untergang voller Gewalt und Leid An Erneuerung voller Mühsal und Last Den um Frieden bemühten Verpflichtung zu wahrhaftem Handeln für ein geeintes Europa befähigt zu stetig fruchtbarer Erneuerung befreit aus schicksalhafter Verstrickung ohne die Not des Untergangs“ Unterzeichnet von: Karin Wiedemann Dr. Rahsan Dogan Sven Maier Dr. Thomas Müller

  • Stellungnahme CDU Phoenix
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    Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister STELLUNGNAHME zum Antrag CDU-Gemeinderatsfraktion Vorlage Nr.: Verantwortlich: 2020/1000 Dez. 2 Wiederaufstellung des Kunstwerks "Phönix über Europa" von Walter Maria Förderer auf dem Europa- platz Gremium Termin TOP ö nö Gemeinderat 29.09.2020 17 x Kurzfassung Eine Wiederaufstellung des Europa-Brunnens von Walter Maria Förderer auf dem Europaplatz ist aus stadtplanerischer Sicht nicht möglich. Finanzielle Auswirkungen Gesamtkosten der Maß- nahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatorischen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) Ja Nein Haushaltsmittel sind dauerhaft im Budget vorhanden Ja Nein Die Finanzierung wird auf Dauer wie folgt sichergestellt und ist in den ergänzenden Erläuterungen auszuführen: Durch Wegfall bestehender Aufgaben (Aufgabenkritik) Umschichtungen innerhalb des Dezernates Der Gemeinderat beschließt die Maßnahme im gesamtstädtischen Interesse und stimmt einer Etatisierung in den Folgejahren zu IQ-relevant Nein x Ja Korridorthema: Zukunft Innenstadt Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) Nein Ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften Nein Ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Kurzfassung: 1979 wurde der Brunnen auf dem Europaplatz als künstlerisches Zeichen für den Frieden in Europa realisiert. Bei der Platzumgestaltung im Jahr 2000 wurde er abgebaut und fand einen neuen Standort auf dem Festplatz westlich der Stadthalle. Eine Rückkehr auf den neu zu gestaltenden Europaplatz ist aus stadtgestalterischen und Platzgründen nicht möglich. Ausführliche Erläuterung: Mitte der 70er-Jahre beauftragte die Stadt Karlsruhe den Architekten und Stadtplaner Walter Förde- rer, der seit 1966 eine Professur für Kunst am Bau an der Staatlichen Akademie der Bildenden Küns- te Karlsruhe innehatte, mit der Neugestaltung des Europaplatzes, des ehemaligen Lorettoplatzes. Im Zuge dieser Umgestaltung erhielt Förderer den Auftrag für die Realisierung eines Brunnens auf dem Platz. Seinen 1979 aufgestellten „Europa-Brunnen“ verstand der Künstler als Friedenszeichen, als inhaltliches Gegenbild zum Leibgrenadierdenkmall. Im Jahr 2000 erhielt der Europaplatz eine neue Gestaltung mit einer großen Haltestellenüberdach- ung und einem barrierefreien Zugang zur neuen Postgalerie. Der Europa-Brunnen war mit dieser Neugestaltung nicht vereinbar. Die Kunstkommission sprach sich daher in ihrer Sitzung am 6. Okto- ber 1999 für eine Verlegung des Europa-Brunnens auf den Festplatz westlich der Stadthalle aus. Der Aufbau dort erfolgte im Juli 2000. Mit dem Bau der Kombi-Lösung und der unterirdischen Haltestelle verändert sich das Gesicht des Europaplatzes erneut. Die Gestaltung muss dabei viele Vorgaben und Anforderungen berücksichti- gen. Der Raum für einen möglichen Standort des Europa-Brunnens ist daher stark eingeschränkt. So entstehen im Zusammenhang mit der Kombi-Lösung auf dem Platz drei neue Haltestellenzugänge und zwei neue Aufzüge. Zudem müssen vier Rauchwärmeabzugsanlagen freigehalten und neue Maststandorte für die Fahrleitung und die Beleuchtung in den Platz integriert werden. Auch ist das Leibgrenadierdenkmal wieder zu errichten; in seiner unmittelbaren Nähe soll, wie vom Kulturausschuss empfohlen, zudem eine kommentierende Stele aufgestellt werden. Schließlich sind nördlich und südlich der Gleise Feuerwehraufstellflächen und Fußgängerströme zu berücksichtigen. Auch die Grundstücksverhältnisse begrenzen den Raum für einen möglichen Standort des Brunnens. Dem Eigentümer der Postgalerie gehört die Platzfläche von der nördlichen Gebäudekante bis zur gedachten Linie der Häuserfront von der Sparkasse bis zum Eckgebäude Karl-straße/Kaiserstraße. Die Postgalerie nutzt diese Fläche intensiv für Außenbewirtung. Ein dem Europa-Brunnen angemessener Standort, der nicht nur aus einer zufälligen Restfläche be- stünde, kann daher aus stadtgestalterischen Gesichtspunkten auf dem Europaplatz nicht verwirklicht werden.

  • Tischvorlage
    Extrahierter Text

    1 Stadt Karlsruhe, Stadtplanungsamt Bereich Stadtbild Europaplatz Gestaltungsentwurf –belegte Flächen Haltestellenzugänge Rauchwärmeabzugsanlage Eigentum Postgalerie Gleisbereich (+Sicherheitsabstand) Feuerwehrzufahrten Feuerwehraufstellflächen Außenbewirtungsfläche Denkmal Fahnenmasten Fahrleitungs-und Beleuchtungsmasten Eigentum Postgalerie Kanal Wegebeziehungen Blick auf die Münze Wege-und Blickbeziehung

  • Protokoll GR TOP 17
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    Niederschrift 15. Plenarsitzung des Gemeinderates 29. September 2020, 15:30 Uhr öffentlich Bürgersaal, Rathaus am Marktplatz Vorsitzender: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup . Punkt 17 der Tagesordnung: Wiederaufstellung des Kunstwerks „Phönix über Europa“ von Walter Maria Förderer auf dem Europaplatz Antrag: CDU Vorlage: 2020/1000 Beschluss: Verwiesen in Kulturausschuss Abstimmungsergebnis: Keine Abstimmung Der Vorsitzende setzt um 19:02 Uhr die unterbrochene Sitzung fort und ruft Tagesordnungs- punkt 17 zur Behandlung auf. Werfen Sie einen kleinen Blick oben auf die Weltpresse, die außer unserer Zeitung derzeit nicht vertreten ist. Stadträtin Wiedemann (CDU): Auf dem Europaplatz hat es einen großen Umbruch gegeben. 1999 wurde der Phönix, das Kunstwerk von Walter Maria Förderer, abgebaut und an anderer Stelle abgesetzt, nicht mit einer Brunnenanlage, wie es vorher war. Ebenso wurde das Leibgre- nadierdenkmal abgebaut. Der Phönix steht beim Prinz-Max-Palais und die Stele ist bei den Ver- kehrsbetrieben aufgehoben. Langsam endet die Geschichte mit unserer Kombilösung und die Kunstwerke werden auf ihren Platz zurückgeführt. Das Leibgrenadierdenkmal, das seinen angestammten Platz auf dem Euro- paplatz hat und das auch seine Berechtigung hat, denn dies ist ein Teil unserer Geschichte, un- serer Vergangenheit, zu der wir stehen müssen, die wir nicht einfach wegschieben können. Um einer Verherrlichung dieses Denkmales entgegenzutreten haben wir im Kulturausschuss be- schlossen, Stelen aufzustellen mit Hinweisen und geschichtlichem Hintergrund zu diesem Denkmal. – 2 – In vielen Städten und in vielen Ländern ist es mittlerweile üblich, einem „Kriegerdenkmal“ ein Gegenpart hinzustellen, ein „Friedensdenkmal“. Wir haben so etwas, wir brauchen es nicht neu entwerfen oder aufstellen zu lassen, wir haben den Phönix aus der Asche, der hier als Friedens- denkmal einen wunderbaren Platz hätte, als Gegenpart zu dem Denkmal der Leibgrenadiere. Leider ist unser Prüfungsauftrag von der Verwaltung abgewiesen worden, es sei nicht machbar. Mit diesem Ergebnis dieses Prüfauftrags sind wir nicht einverstanden und wir fordern die Ver- waltung auf, einen Weg zu finden, den Phönix als Pendent zum Leibgrenadierdenkmal in Sicht- weite aufzustellen. Gerne diskutieren wir darüber im Kultur- oder Planungsausschuss. Um noch mal die Wichtigkeit dieses Denkmals und das Weitreichende zu sehen, empfehle ich allen, die Inschrift des Phönix in Ruhe zu lesen. Stadtrat Borner (GRÜNE): Wir stimmen heute diesem Antragsanliegen sehr gerne zu. Mit dem Friedens- und Europadenkmal Phönix eröffnen wir uns die Chance, dem Kriegsdenkmal der Leibgrenadiere eine künstlerische, friedliche Kommentierung gegenüber zu setzen. Wir müssen uns tagtäglich erinnern, nur dann sehen wir, dass allein ein freies und geeintes Europa eine friedliche Zukunft verspricht. Holen wir Phönix aus seiner Nische neben der Stadthalle und las- sen ihn in der Mitte der Stadt auferstehen. Daher beantragen auch wir den Verweis in den Kul- turausschuss, um mögliche Aufstellungsorte des Phönix in aller Ruhe zu erörtern, sei es am Eu- ropaplatz oder in unmittelbarer Nähe. Stadträtin Ernemann (SPD): Auch uns ist die Erinnerungskultur sehr wichtig und wir verwehren uns auch nicht gegen die Aufstellung des Europabrunnens von Walter Maria Förderer, aber der geplante Standort ist aus unserer Sicht nicht möglich. Da gehen wir mit der Verwaltung voll- kommen konform. Ich bin dankbar, dass heute noch dieser Plan auf dem Tisch liegt, wo man sieht, wie dieser Europaplatz überfrachtet wird. Ein Denkmal mit der Bedeutung muss wirken. Das kann auf diesem Platz nicht geschehen. Aus diesem Grund, gerne im Kulturausschuss neue Beratung oder meinetwegen auch im Planungsausschuss, aber nach heutigem Stand wird der Standort von uns abgelehnt – Haltestellen, Aufzüge, ich muss da gar nichts dazu erläutern, wer das gesehen hat, dem müsste das eigentlich klar sein, dass das auf diesem Platz nicht geht. Man kann Plätze auch überfrachten, aber vom Stadtbild her ist das mit Sicherheit nicht der ideale Platz. Aus unserer Sicht wird der Standort abgelehnt. Gerne sind wir bereit uns im Kulturaus- schuss einzubringen mit neuen Vorschlägen. Stadträtin Böringer (FDP): Ich mache es ganz kurz, die Stadtverwaltung sollte prüfen und hat geprüft. Wir folgen der Stellungnahme der Verwaltung. Für uns ist ganz wichtig, dass in der Antwort das Bekenntnis zum Aufbau des Leibgrenadierdenkmals versehen mit einer kommen- tierenden Stele als Bekenntnis von Ihnen uns nahegebracht wurde. Der Brunnen zusätzlich würde keinen ihm angemessenen Platz auf dem Europaplatz finden. Wenn gewünscht ist, sind wir auch bereit uns in den Kulturausschuss einzubringen, aber nach Stand heute folgen wir Ih- rer Stellungnahme. Stadtrat Haug (KAL/Die Partei): Wir träume schon lange davon, dass der Phönix sich aufmacht und auf dem Europaplatz landet, und wir danken deshalb auch der CDU für diesen Antrag, dass dies eingebracht wurde in den Gemeinderat. Wir sehen jetzt über den Plan die Probleme, ich finde es gut, in einem der Ausschüsse zu diskutieren. Das erste Kreuzchen, das ich mir jetzt ge- macht habe, wäre irgendwo beim östlichen Haltestellenaufgang. – 3 – Stadtrat Schnell (AfD): Laut Antwort der Stadt sei auf dem Europaplatz mit der derzeitigen Pla- nung künftig zu wenig Platz, um diesen Brunnen dort wieder errichten zu können. Die nachge- reichte Skizze zeigt das nicht wirklich überzeugend. Ich kann den Gedanken von Herrn Haug da durchaus folgen. Merkwürdig ist nur, für die Aufstellung einer alternativen Erklär-Stele zum Leibgrenadierdenkmal ist selbstverständlich genügend Platz, es grüßen die Ideologen von Links- Grün. Wir stimmen daher für diesen Antrag und befürworten die Rückkehr des Brunnens an den Eu- ropaplatz. Stadtrat Wenzel (FW|FÜR): Die Antragsteller haben ja bereits erläutert, wie wir mit dem An- trag verfahren sollen, deshalb will ich da nicht tiefer eingehen. Es war richtig, dass der Antrag kam. Ich muss auch gestehen, als Jugendlicher dachte ich immer, dieses Denkmal hatte einen anderen Namen, aber das spielt hier keine Rolle. Was die Stadt richtig erkannt hat, ist, dass der Europaplatz eine andere Würdigung bekommen sollte und deshalb bedauere ich es, dass jetzt hier der Kriminalitätsbericht nicht auf dem Tisch liegt, wie es heute Mittag angekündigt wurde, denn da sehen wir, welche Bedeutung der Europaplatz bestimmt hat. Sie haben alles richtig gemacht und wir werden einen würdigen Platz für den Phönix über Europa finden, deshalb hal- te ich die Verweisung in den Ausschuss für den richtigen Weg. Der Vorsitzende: Das waren alle Wortbeiträge, dann verweisen wir es in den Ausschuss. Viel- leicht können wir auch die Idee aufgreifen, dass es in der Nähe des Europaplatzes einen würdi- gen Ort geben kann und da einfach noch mal tiefer in die Seitenstraßen schauen. Mir fällt gera- de ein, das können wir schon einmal aufnehmen, dass wir wahrscheinlich infolge der Umlegung der Haltestelle in die Karlstraße in der nördliche Karlstraße, also nördlich der Querung Kaiser- straße, möglicherweise eine Platzsituation gestalten können. Das wäre vielleicht auch noch et- was, worüber man dann diskutieren sollte, wobei ich nicht weiß, ob da nicht wieder andere Dinge im Weg stehen. Das ist im Moment einfach immer das Problem. Gut, vielen Dank, dann verwiesen in den entsprechenden Ausschuss. Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt - Ratsangelegenheiten – 23. Oktober 2020