Prüfung der Einrichtung einer Urnenstele auf dem Friedhof Durlach-Aue
| Vorlage: | 2020/0990 |
|---|---|
| Art: | Antrag |
| Datum: | 26.08.2020 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | Stadtamt Durlach |
| Erwähnte Stadtteile: | Durlach, Neureut |
Beratungen
- Ortschaftsrat Durlach (öffentlich/nicht öffentlich)
Datum: 16.09.2020
Rolle: Kenntnisnahme
Ergebnis: Kenntnisnahme
Zusätzliche Dateien
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Extrahierter Text
STADT KARLSRUHE Stadtamt Durlach ANTRAG Freie Wähler-OR-Fraktion vom: 17.07.2020 eingegangen am: 28.07.2020 Gremium: Termin: TOP: Verantwortlich: Ortschaftsrat Durlach 16.09.2020 5 öffentlich FBA / Dez. 5 Prüfung der Einrichtung einer Urnenstele auf dem Friedhof Durlach-Aue Antrag Die Verwaltung prüft die Möglichkeiten, auf dem Friedhof Durlach-Aue eine Urnenstele aufzustellen. Sachverhalt und Begründung Aus der Bevölkerung kam die Anregung der Stellung einer Urnenstele auf dem Friedhof Durlach-Aue - wie es sie bereits in vielen Gemeinden in Baden-Württemberg gibt. Eine Urnenstele würde das Angebot das Bestattungsangebot erweitern. Für den Bürger wird durch eine Urnenstele die Auswahlmöglichkeit bei Bestattungen größer. Allgemein gel- ten Urnenstelen als pflegeleicht, kostengünstig und sind nicht anonym. Es handelt sich um eine Bestattungsform, die dem heutigen Kostendruck entgegenkommt, Platz spa- rend und pflegeleicht ist. Mit einer Urnenstele kann ein Platz / eine Anlage geschaffen werden mit einem Raum der Besinnung und der Stille, evtl. auch mit Bank und Blumenablagestreifen. Für ältere Menschen ohne Angehörige, die nicht anonym bestattet werden wollen, ist diese Form der Bestattung eine willkommene Möglichkeit. Besonders weisen wir auf die gute Alternative zur anonymen Bestattung hin, da die Ur- nenstele Trauer ermöglicht ohne zusätzliche Verpflichtung (entfallende Grabpflege). Insgesamt würden wir in der Schaffung eines solchen Angebotes eine Bereicherung un- serer Bestattungskultur in Durlach-Aue sehen. unterzeichnet von: Freie Wähler Fraktion Zahide Yesil Jürgen Wenzel Beispiele: Seite 2 __________________________________________________________________________________________
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Extrahierter Text
Stadt Karlsruhe Stadtamt Durlach STELLUNGNAHME zum Antrag Freie Wähler-OR-Fraktion eingegangen am 28.07.2020 Vorlage Nr.: Verantwortlich: 2020/0990 FBA / Dez. 5 Prüfung der Einrichtung einer Urnenstele auf dem Friedhof Durlach-Aue Gremium Termin TOP ö nö Ortschaftsrat Durlach 16.09.2020 5 x Kurzfassung Aufgrund der seit mehreren Jahren zurückgehenden Nachfrage nach Kolumbarienni- schen und den damit verbundenen Leerständen sollte vom Bau einer Urnenstele auf dem Friedhof in Durlach-Aue abgesehen werden. Dem Vorteil der fehlenden Pflegeverpflichtung für die Nutzerinnen und Nutzer stehen wesentliche Nutzungsbeschränkungen gegenüber. Insbesondere fehlt auch bei dieser Grabform eine individuelle Fläche für persönliche Handlungen und Gestaltungen. Finanzielle Auswirkungen Gesamtkosten der Maß- nahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatorischen Kosten abzügl. Fol- geerträge und Folgeeinsparungen) Ja Nein Haushaltsmittel sind dauerhaft im Budget vorhanden Ja Nein Die Finanzierung wird auf Dauer wie folgt sichergestellt und ist in den ergänzenden Erläuterungen auszuführen: Durch Wegfall bestehender Aufgaben (Aufgabenkritik) Umschichtungen innerhalb des Dezernates Der Gemeinderat beschließt die Maßnahme im gesamtstädtischen Interesse und stimmt einer Etatisierung in den Folgejahren zu IQ-relevant Nein Ja Korridorthema: Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) Nein Ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften Nein Ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Urnenstelen finden sich mittlerweile in verschiedensten Ausführungen auf vielen Fried- höfen in Baden Württemberg. Auch in Karlsruhe sind auf insgesamt sechs Stadtteil- friedhöfen sowie dem Hauptfriedhof insgesamt etwa 8000 Urnennischen in Kolumbari- enmauern vorhanden. Die Nischen ergänzen die Bestattungsalternativen in der Erde in Form von Wahl- und Reihengräbern und werden insbesondere durch die fehlende Pfle- geverpflichtung von den Angehörigen nachgefragt. In Karlsruhe geht diese Nachfrage jedoch seit Jahren kontinuierlich zurück. Der Grund hierfür ist das Angebot an gärtner- gepflegten Grabanlagen auf allen Friedhöfen der Stadt, die neben vielen Vorzügen eine finanzielle Alternative für Kolumbariennischen darstellen. Die Grabstätten in Urnenstelen oder Kolumbarienmauern stellen zwar einen Vorteil ge- genüber anonymen Bestattungsplätzen dar, weil sie in der Regel eine Namensnennung beinhalten. Gegenüber Grabstätten, die als Gräber mit individuellen Grabzeichen ange- legt und gestaltet werden können, entbehren Kolumbariennischen in Stelen oder Mau- ern jedoch eines individuellen Raumes für die Grabgestaltung. Sie bieten keinen Platz für Trauerrituale und persönliche Handlungen am Grab, wie das Aufstellen von Blu- mengebinden, Blumenvasen, Kerzen oder ähnlichem. Bei vielen Nutzerinnen und Nut- zern, so die Erfahrungen des Friedhofs- und Bestattungsamts, führt das zu Problemen bzw. Einschränkungen bei der Trauerbewältigung und häufig auch zu rechtlichen Über- tritten von Gestaltungsregeln, wie z.B. das unerlaubte Ablegen und Aufstellen von Blu- mengrüßen an Kolumbarienmauern oder auch das Ablegen von Blumenschmuck an anonymen Gräbern. Eingriffe der Verwaltung zur Regelung dieser Zustände werden in der Regel nicht akzeptiert. Mit dem Bau der vorerst letzten Kolumbariumsmauer auf dem Stadtteilfriedhof Neureut im Jahr 2006 folgte die Verwaltung dem Auftrag des Gemeinderats, künftig nur noch Kolumbarienanlagen zu bauen bzw. zuzulassen, wenn diese im Zusammenhang mit einer Außenmauer erstellt werden können und die Topografie die landschaftliche Ein- bindung der baulichen Anlage in Natur ermöglicht. Die Begrenzung des Friedhofs in Durlach-Aue zeichnet sich durch natürliche Gestaltungselemente (Heckenpflanzungen) aus. Ebenso ist mit der derzeit geplanten Erweiterung und der vorgesehenen Schaffung von Lebensraum für die Umsiedlung der Wechselkröten im Zusammenhang mit der Be- bauungsplanung Oberer Säuterich eine weitere Verstärkung natürlicher Gestaltungs- elemente vorgesehen. Eine Entscheidung für Kolumbariennischen in Form einer Urnenstele auf dem Friedhof in Durlach-Aue wird seitens der Verwaltung deshalb nicht befürwortet. Neben den be- reits erwähnten Argumenten, die gegen den Bau einer Urnenstele sprechen, ist auf den in den Folgejahren entstehenden Unterhaltungsaufwand bei Realisierung einer entspre- chenden Maßnahme hinzuweisen. Erfahrungswerte sind in Karlsruhe seit dem Bau der ersten Kolumbarien in den 1970er Jahren vorhanden. Abschließend bleibt festzuhalten, dass den Wünschen nach Urnennischen in Urnenste- len bzw. Kolumbarienwänden von Bürgern aus Durlach-Aue auf dem Hauptfriedhof Rechnung getragen werden kann. Ergänzende Erläuterungen Seite 3 Beschluss (intern): 1. .... 2. Kontierungsobjekt: Sender: Empfänger: 3. z. d. A. Dienststelle Datum Unterschrift Dez. 5 FBA 20.08.2020 Sachbearbeitung (Bitte Unterschriftenleiste entsprechend ergänzen)