"Miteinander für Karlsruhe" - Kommunikationskonzept zur Gewaltprävention, Angebote für junge Menschen in Karlsruhe schaffen

Vorlage: 2020/0975
Art: Antrag
Datum: 21.08.2020
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Offen
Erwähnte Stadtteile: Südstadt

Beratungen

  • Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 29.09.2020

    TOP: 23

    Rolle: Entscheidung

    Ergebnis: verwiesen in Fachausschuss

  • Hauptausschuss (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 13.10.2020

    TOP: 1.3.1

    Rolle: Entscheidung

    Ergebnis: einverstanden

Zusätzliche Dateien

  • Antrag
    Extrahierter Text

    Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister ANTRAG KAL/Die PARTEI-Gemeinderatsfraktion Eingang: 21.08.2020 Vorlage Nr.: 2020/0975 "Miteinander für Karlsruhe" - Kommunikationskonzept zur Gewaltprävention, Angebote für junge Menschen in Karlsruhe schaffen Gremium Termin TOP ö nö Gemeinderat 29.09.2020 23 x Hauptausschuss 13.10.2020 1.3.1 x Die Stadt Karlsruhe entwickelt zusammen mit Trägern der Jugendhilfe, Vertretern der Clubszene, der Fraktionen und der Polizei bis November ein Konzept, um Freizeitangebote, Tanz- und Feiermöglich- keiten oder andere Möglichkeiten des sozialen Miteinanders für junge Menschen in Karlsruhe zu schaffen. Langsam werden die Möglichkeiten im öffentlichen und privaten Raum mit anderen Menschen zu- sammenzukommen immer mehr erweitert. Eine Gruppe von Menschen bleibt hier jedoch weiterhin außen vor: die sogenannte Club- oder Feierszene, in der sich gerade junge Menschen bewegen, hat bisher keine Perspektive aufgezeigt bekommen, wann sich eine wie auch immer geartete „Normali- tät“ einstellen könnte. Das trifft nicht nur die Betreiber von Discotheken, Tanzclubs und Konzertveranstaltungen hart. Auch das meist junge Publikum, das über dies Form der Freizeitgestaltung soziale Kontakte knüpft und pflegt, sich auspowert und vom Alltag abschaltet, bekommt keine Perspektive oder Alternative auf- gezeigt. In den Sommermonaten hat sich dieses Publikum viel im Freien bewegt, hat Grünanlagen und Parks genutzt, um zusammenzukommen und zu feiern. Hier werden und wurden die Corona-Auflagen nicht immer eingehalten, so dass Ansammlungen ohne Alternative für die Feiernden aufgelöst wur- den. Der Frust über dieses Vorgehen und vielleicht auch Perspektivlosigkeit und Langweile haben sich dann in gewaltsamen Ausbrüchen Luft gemacht. Mit zunehmend schlechteren Witterungsbedingungen wird für diese Szene die Möglichkeit wegfal- len, sich im öffentlichen Raum aufzuhalten. Das Konfliktpotential wird dadurch weiter vergrößert. Bund und Land haben für die Kommunen keine Konzepte und Hilfen im Angebot, hier Abhilfe zu schaffen. Dabei wäre ein Kommunikationskonzept zur Gewaltprävention dringend notwendig. Si- cherheitskonzepte werden die Lage allein nicht befrieden. Deshalb soll die Stadt Karlsruhe in Zusammenarbeit mit Trägern der Jugendhilfe, Vertretern der Clubszene, der Fraktionen, Polizei und Ordnungsamt Konzepte entwickeln, wie jungen Menschen in Karlsruhe eine Möglichkeit geboten werden kann, ihrem Bedürfnis nach Ausgeh- und Feiermöglich- keiten und einer abwechslungsreichen Freizeitgestaltung nachzukommen. Unterzeichnet von: Lüppo Cramer Michael Haug Max Braun Rebecca Ansin Sachverhalt / Begründung:

  • Stellungnahme KAL-Die PARTEI Miteinander für Karlsruhe
    Extrahierter Text

    Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister STELLUNGNAHME zum Antrag KAL/Die PARTEI-Gemeinderatsfraktion Vorlage Nr.: Verantwortlich: 2020/0975 Dez 3 "Miteinander für Karlsruhe" - Kommunikationskonzept zur Gewaltprävention, Angebote für junge Menschen in Karlsruhe schaffen Gremium Termin TOP ö nö Gemeinderat 29.09.2020 23 x Hauptausschuss 13.10.2020 1.3.1 x Kurzfassung Der Gemeinderat nimmt die Ausführungen zur Kenntnis. Finanzielle Auswirkungen Gesamtkosten der Maß- nahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatorischen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) Ja Nein Haushaltsmittel sind dauerhaft im Budget vorhanden Ja Nein Die Finanzierung wird auf Dauer wie folgt sichergestellt und ist in den ergänzenden Erläuterungen auszuführen: Durch Wegfall bestehender Aufgaben (Aufgabenkritik) Umschichtungen innerhalb des Dezernates Der Gemeinderat beschließt die Maßnahme im gesamtstädtischen Interesse und stimmt einer Etatisierung in den Folgejahren zu IQ-relevant Nein x Ja Korridorthema: IQ Leitprojekt Innenstadtentwicklung Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) x Nein Ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften x Nein Ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Anlässlich der Geschehnisse vom Juli 2020 in Stuttgart initiierte der Stadtjugendausschuss e.V. Karls- ruhe einen Runden Tisch zum Thema „Präventive Maßnahmen zur Vermeidung von Konfliktsituatio- nen zwischen Jugendlichen und Ordnungskräften“. An einer ersten Gesprächsrunde am 22.07.2020 nahmen Vertreterinnen und Vertreter von Polizei- präsidium Karlsruhe, Ordnungs- und Bürgeramt, Sozial- und Jugendbehörde sowie des Stadtjugend- ausschuss e.V. teil. Die Gesprächsrunde war sich einig, dass Präventionsmaßnahmen zum Einsatz kommen sollten, um ähnliche Entwicklungen wie in Stuttgart oder in Frankfurt zu verhindern. Einigkeit wurde auch dahin- gehend festgestellt, dass eine wissenschaftliche Begleitung bei diesem Thema wichtig wäre. Die Verwaltung hat daher Herrn Professor Dr. Hermann von der Universität Heidelberg zur Teilnah- me am zweiten Gesprächstermin am 05.08.2020 eingeladen. Der Einladung ist Herr Professor Dr. Hermann gefolgt und hat sich bereit erklärt, die entsprechende wissenschaftliche Begleitung zu übernehmen. Aufbauend auf der letzten Sicherheitsumfrage 2018 sowie dem Sicherheitsaudit wird er mögliche und zielorientierte Maßnahmen vorschlagen. Eine Evaluation der Wirksamkeit ergriffe- ner Maßnahmen ist ebenfalls angedacht. Das Thema soll im Hauptausschuss am 13.10.2020 behandelt werden. Erste operative Maßnahmen wurden aus der Runde der Gesprächsteilnehmer erfolgreich initiiert: Sozial- und Jugendbehörde (SJB), Ordnungsamt, Polizei − der Einsatz eines „Team Karlsruhe“ an zwei Wochenenden in der Innenstadt, das von SJB und Präventionsbeauftragten der Polizei durchgeführt wird. Aufgabe ist es, im Schlossgarten und anderen stark frequentierten Orten Menschen anzu- sprechen, wenn sie auffälliges Verhalten zeigen. − Verstärkter Einsatz der Mobilen Arbeit an neuralgischen Punkten. Stadtjugendausschuss e.V. (stja) − Kulturelle, sportliche und kreative „Mini-Events“ in der Innenstadt im Rahmen des IQ- Leitprojekts „My City.My Place“. Kurzfristig organisierte Angebote an Abenden, um „An- dockmöglichkeiten“ für Jugendliche zu schaffen. − Öffnung der Kinder- und Jugendhäuser an Abenden für Jugendliche über die gesamte Som- merferienzeit hinweg. Längerfristige Präventionsmaßnahmen bestehen schon seit Jahren erfolgreich: − Jährlicher Präventionsfachtag unter Regie des Präventionsrates (einem breit aufgestellten Präventionsnetzwerk aus dem Stadt- und Landkreis). − Antidiskriminierungsstelle seit 2018 beim stja. − Präventionsprojekte wie „Gewaltig“ oder „Gewaltig junior“ an Karlsruher Schulen (stja, Schulsozialarbeit). Der Runde Tisch könnte dauerhaft zum regelmäßigen Austausch und zur Abstimmung über mögliche Projekte und Maßnahmen beibehalten werden. Die effektive und lösungsorientierte Arbeitsweise halten alle Teilnehmerinnen und Teilnehmern als Instrument sowohl für längerfristige Maßnahmen als auch für kurzfristige Abstimmungen für sehr geeignet.

  • Protokoll GR TOP 23
    Extrahierter Text

    Niederschrift 15. Plenarsitzung des Gemeinderates 29. September 2020, 15:30 Uhr öffentlich Bürgersaal, Rathaus am Marktplatz Vorsitzender: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 23. Punkt 23 der Tagesordnung: „Miteinander für Karlsruhe“ – Kommunikationskonzept zur Ge- waltprävention, Angebote für junge Menschen in Karlsruhe schaffen Antrag: KAL/Die Partei Vorlage: 2020/0975 Beschluss: Verwiesen in Hauptausschuss Abstimmungsergebnis: Keine Abstimmung Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 23 zur Behandlung auf. Stadtrat Cramer (KAL/Die Partei): Seit den Vorkommnissen in Stuttgart, die ja bundesweit Schlagzeilen gemacht haben, ist einige Zeit ins Land gegangen, auch in Karlsruhe. Es wurde ei- nerseits hier, ich glaube, es war noch vor der Sommerpause, dieses Sicherheitskonzept der CDU und der AfD auf den Weg gebracht. Wir konnten dem damals nicht zustimmen, weil wir der Meinung sind, dass man nicht sozusagen etwas gegen die Jugendlichen und die jungen Erwach- senen tun sollte, sondern miteinander. Daher auch diese Überschrift „Miteinander für Karlsru- he“. Wir haben uns da angelehnt an die Bürgerbeteiligungsprozesse in der Südstadt „Miteinan- der Südstadt“, und wir wünschen uns, dass eben die betroffenen Jugendlichen bis 18 Jahren und die Jugendlichen oder jungen Erwachsenen darüber miteinbezogen werden in das Prozede- re, wie wir hier auf die Bedürfnisse der jungen Menschen eingehen können. Die Stadtverwaltung hat ja schon reagiert, besonders in Hinblick auf die jungen Menschen, die von Einrichtungen der Freien Wohlfahrt, so nenne ich es jetzt mal, betreut werden, hat sie die Kontakte. Was wir uns zusätzlich wünschen, ist, dass man vielleicht am 13. Oktober, wenn es im Hauptausschuss noch mal weiter behandelt wird, besonders an die Jugendlichen denkt, die nicht Besucher sind von Jugendtreffs und irgendwelchen Einrichtungen, denn die haben andere Bedürfnisse. Ganz besonders wünschen wir uns, dass man an die jungen Erwachsenen zwischen – 2 – 21 und 35 Jahren denkt, denn darüber habe ich noch nichts gehört. Herr Oberbürgermeister, Ihnen wurde ja auch bei Ihren Treffen mit den Club- und Barbesitzern ganz klar gesagt, dass sie befürchten, dass die Jungen, wenn es draußen wieder kälter wird, verstärkt ins Private gehen und sie haben ja verschiedene Vorschläge gemacht, ähnlich wie in Ettlingen mit der Kulturgara- ge, größere Räume irgendwie zur Verfügung zu stellen. Abschließender Satz, ich würde Sie bitten, dass man an diese beiden Altersgruppen und ihre Bedürfnisse noch mal draufschaut und das dann vielleicht im Oktober vorträgt. Stadträtin Bischoff (GRÜNE): Wir können uns voll und ganz dem Anliegen anschließen. Mein Vorredner hat hier auch schon einiges gesagt. Wir begrüßen es, dass die Verwaltung die Dring- lichkeit erkannt hat und auch schon erste Schritte gegangen ist. Besonders freuen wir uns, dass auch Alternativangebote an Jugendliche gestellt werden, sei es in Minievents oder längere Öff- nungszeiten für die entsprechenden Jugendhäuser. Darüber hinaus würden wir auch gerne auf unseren Brief, den wir zusammen mit der KAL und den Linken geschrieben hatten, verweisen. Wir könnten uns vorstellen, dass zum Beispiel auch Vertreter der Club- und Veranstaltungswirt- schaft hier mit einbezogen werden, wenn es um Schaffung von Alternativangeboten geht, um so mögliche Synergien vielleicht auch nutzen zu können. Stadträtin Meier-Augenstein (CDU): Es ist ein wichtiges Thema, wir schließen uns dem Anliegen natürlich an. Wir sind ja zum Glück hier in der glücklichen Lage, dass es bei uns in der Stadt schon seit Jahren Gewaltprävention und viele Angebote für unterschiedliche Jungendgruppen gibt. Da lässt sich jetzt wirklich gut darauf aufbauen, auch in Kooperation mit dem Stadtjugend- ausschuss, der ja wirklich vielfältige Erfahrung hat. Deswegen sind wir dankbar für die Ausfüh- rungen in der Antwort der Verwaltung, was jetzt schon auf den Weg gebracht wurde. Das ist wirklich ein ganz wichtiges Signal. Deswegen danke, für diese begonnenen Initiativen, darauf können wir jetzt aufbauen. Wichtig ist natürlich, dass diese Szene und diese Gruppierungen weiterhin im Blick sind und dass wir dann auch, wenn es sich eben ein Anlass ergibt, schnell handeln können und in die Kommunikation mit den Gruppen einsteigen können. Also, vielen Dank für die ganzen Vorarbeiten. Von unserer Seite: dranbleiben. Dann haben wir ein gutes Gefühl, dass es bei uns nicht so weit kommt, wie das, was wir leider in Stuttgart erleben muss- ten und was uns alle sehr erschüttert hat. Stadtrat Høyem (FDP): Ein guter Antrag, eine gute Antwort und eine wichtige Sache, und wir wollen das gerne weiter diskutieren. Stadträtin Melchien (SPD): Auch wir sind natürlich offen für weitere Diskussionen und haben ganz großes Verständnis und Sorge um die Clubszene in Karlsruhe und tatsächlich um deren weitere Existenz. Ich sehe es allerdings für äußerst schwierig an, hier jetzt Alternativangebote zu finden. Wir müssen bedenken, da sind ja Corona-Einschränkungen und die sind nicht von uns erhoben. Derzeit ist es nun mal in der üblichen Form nicht möglich, eine Feierszene am Leben zu erhalten. Wir sind offen für alle Anregungen, wobei es der Antragsteller ja selbst auch offen- lässt. Ich glaube, wir sind da alle ein bisschen hilflos in der Frage. Tatsächlich für die jungen Er- wachsenen sehe ich nicht, dass wir es kommunal wirklich richten können, auch wenn wir uns natürlich auch keiner Diskussion und diesen berechtigten Sorgen verschließen wollen, in keiner Weise. – 3 – Zur Gewaltprävention wurde schon ganz viel gesagt, wir schließen uns dem an. Hier hat sich jetzt wirklich auch mal wieder gezeigt, was für eine hervorragende Rolle der Stadtjugendaus- schuss in unserer Stadt leistet, präventiv immer am Ball der Zeit zu sein und in Kooperation ers- te Schritte ergriffen zu haben und weitere Maßnahmen zu planen und auf den Weg zu bringen. Hier sind wir wie immer sehr überzeugt von dem, was auch die Stadtverwaltung, dank dem Stadtjugendausschuss, vorweisen kann, auch mit dem weiteren Vorgehen mit dem runden Tisch, der nicht nur einfach ein weiterer Arbeitskreis ist, sondern der wirklich schnell und effek- tiv arbeitet und vorzeigbare Ergebnisse leistet. Da glauben wir, was die Gewaltprävention an- geht, sind wir wirklich gut aufgestellt in unserer Stadt. Stadtrat Bimmerle (DIE LINKE.): Natürlich unterstützen wir auch diese Initiative. Falls sich der eine oder andere noch daran erinnert, hatten wir damals im Rahmen des Sicherheitskonzeptes einen Antrag gestellt mit mehreren Punkten, wovon der letzte Punkt war, dass wir doch gerne prüfen wollen, ob das Züricher Modell für nicht kommerzielle Jugendfeiern ein Modell sein könnte. Wir würden uns natürlich darüber freuen, dass man im selben Zuge im Hauptausschuss dann die Diskussion darüber angehen würde, weil es in dieselbe Richtung geht, wie schaffen wir für Jugendliche trotz der Corona-Einschränkungen, auch wenn wir wissen, dass wir das nicht adäquat ersetzen können, attraktive Angebote zu schaffen. Mir ist zum Beispiel aufgefallen vor wenigen Wochen im Schlosspark, da sitzt man schön im Schlosspark und die Jugendlichen sit- zen da und dann ist irgendwann die Stunde erreicht, wo alle aus dem Schlosspark herausströ- men, was natürlich total legitim ist, und dann fragt man sich, wo gehen die Hunderte von Men- schen jetzt genau hin, wenn sie weiter feiern gehen wollen, wenn sie alle vorher dementspre- chend Alkohol konsumiert oder sich anders ausgetobt haben. Da hat man natürlich schon Sor- ge, gehen die an andere Plätze, wo wir gar nicht so viel Kontrolle haben oder gehen die in ir- gendwelche Privaträumlichkeiten, wo es dann eine noch höhere Infektionsgefahr ist? Wir freuen uns sehr auf die Diskussion, wissen um die Schwierigkeit des Themas und sind auf die Schritte, die eingeleitet worden sind, gespannt, ob wir da gemeinsam mit den Trägern Ideen finden. Stadtrat Wenzel (FW|FÜR): Ich bin dankbar für diese Diskussion, die dieser Antrag gestellt hat. Er zeigt ja auch, dies ist auch im Text hinterlegt, dass wir eigentlich alle relativ hilflos sind. Wir haben Konzepte und wir wissen, dass dieses Jahr auch ein besonders schwieriges Jahr für die Clubbesitzer, für die Jugendlichen ist, und wir drücken ja auch ein Auge zu, wenn Jugendliche in Parks oder privat sind, denn man kann es ja nicht stoppen. Wenn man es stoppt, dann passiert das, was in Stuttgart passiert ist. Wir als Fraktion sind wirklich für jede Idee dankbar. Jetzt ist er ja aufgelegt – danke für den Sicherheitsbericht. Wir sehen, wo die Problemzonen sind, und wir hatten ja auch schon darüber gesprochen. Jedes Steinchen und jeder runde Tisch ist uns willkommen. Es zeigt auch, dass es klappt und es ist bei uns nicht ansatzweise so, wie es in anderen Großstädten wie Frankfurt, Stuttgart und woanders gewesen ist. Karlsruhe ist da sehr weit entfernt, aber wir sollen diesen Punkt auch gar nicht aus den Augen lassen, auch wenn ich manchmal rigider bin, das ist der richtige ergänzende Schritt zum Sicherheitskonzept. Der Vorsitzende: Zu der Wahrnehmung, die ich jetzt gerade habe - es kann hier genauso passie- ren wie in Stuttgart und jetzt brauchen wir ein Programm, damit das nicht passiert -das greift mir von der Analyse zu kurz. Insofern sollten wir den 13. Oktober nutzen, auch wenn die Poli- zeipräsidentin da ist, um das noch mal auseinanderzudividieren, wo die Unterschiede sind, wo – 4 – aber auch Entwicklungen parallel laufen können, denn die Dynamik ist ja grundsätzlich überall möglich – erster Punkt. Zweiter Punkt, wir haben uns bei den entsprechenden Programmen des Stadtjugendausschus- ses im Sommer auf die neue Lage eingestellt, haben zum Teil noch zusätzliche Programme ge- macht. Der Stadtjugendausschuss hat am Ende doch zweitausend Ferienbetreuungsplätze an- bieten können, obwohl das komplette Programm umgestülpt werden musste. Also, ich glaube, wir haben schon die Fähigkeit uns darauf einzustellen, und wenn Jugendliche dann auf Projekte wie auf „My city, my home“ nicht eingehen, dann haben sie auch eine Entscheidung getroffen. Ich glaube, dass es nicht an der Information mangelt, interessierte Jugendliche, die ein Angebot der Stadt finden wollen, werden es finden, aber es gibt auch Jugendliche, die Angebote der Stadt nicht annehmen. Die würde ich aber nicht primär mit irgendeinem Problem behaften. Drittens, ich weiß zum Teil nicht, wie wir das machen sollen. Also, wenn Tanzen verboten ist, weiß ich nicht, wie ich einer tanzwütigen Jugend beim Stadtjugendausschuss Tanzangebote machen soll. Ehrlich gesagt, schockiert mich Ihre Erwartungshaltung an die Kompetenzen, die wir da haben. Ich finde, Sie machen es sich da ein bisschen einfach. Die Clubbesitzer sagen, dass das Ganze ins Private abgedrängt wird. Da haben sie sicher recht. Im Privaten finden im Mo- ment die größten Infektionsherde statt, deswegen erwägt ja der Ministerpräsident sich einer Forderung anzuschließen, private Veranstaltungen auf 25 Teilnehmer zu begrenzen. Das habe ich zumindest vor zwei Tagen im Netz gelesen. Wenn das kommt, was sollen wir denn dann als Stadtjugendausschuss noch machen? Wir können es ja nicht einmal als Privatparty deklarieren, wir dürfen es heute schon gar nicht machen, denn wir können nicht als öffentlicher Träger eine Tanzveranstaltung machen. Das ginge vielleicht draußen auf der Straße noch, aber im Winter, wo Sie ja zurecht sagen, da häufen sich die Probleme, wie sollen wir es dann tun? Sollen wir jetzt den Marktplatz beheizen und da die Jugendlichen tanzen lassen? Es ist alles ok. Deswegen bin ich Ihrer Meinung, wir nehmen den Antrag mit am 13. Oktober in den Hauptausschuss und diskutieren ihn da noch mal, aber ich hätte dann gerne, dass die in Stuttgart an der Regierung beteiligten Parteien sich genauso ernsthaft mal nach Stuttgart wen- den und fragen, wie wir das tun sollen, weil wir wissen im Moment wie man Infektionsrisiken mindert, das hat was mit Abstand zu tun, mit Hygiene, mit Masken. Wir haben Clubbetreiber, die mir glaubhaft versichern, dass sie solche Konzepte betreiben, also umsetzen und dann auch in geringem Maße zulassen könnten, nur sie dürfen es nicht, weil diese Bars und Clubs von vornherein zu sind. Wir brauchen endlich den Wechsel, dass kreative Lösungen vor Ort, die eine Infektionssicherheit bieten, zumindest soweit man das umsetzen kann, dass die die Chance bekommen, dann auch mal umgesetzt zu werden und nicht eine pauschale Schließung von be- stimmten Angeboten. Das ist das, worum ich Sie jetzt bitte, dann aber genauso ernsthaft. Denn wenn diese pauschalen Verbote bleiben - und im Moment sieht es ja gerade nicht anders aus, gerade heute hat der Minister-präsident angekündigt, dass es nicht der Raum für Lockerungen sei, also ich sehe eher den gegenteiligen Effekt - dann sind wir noch weniger in der Lage, auf ein besonderes Interesse einzelner Gruppen auch noch mit Angeboten reagieren zu können. Das möchte ich an der Stelle einfach sagen. Ich bin ja gerne zu allem bereit, aber ich weiß nicht, wie wir es machen sollen. Gut, dann nehmen wir das in den Hauptausschuss am 13. Oktober. Zur Beurkundung: – 5 – Die Schriftführerin: Hauptamt - Ratsangelegenheiten – 16. Oktober 2020

  • Protokoll HA TOP 1_3_1
    Extrahierter Text

    Niederschrift 12. Sitzung Hauptausschuss 13. Oktober 2020, 16:30 Uhr öffentlich Bürgerssaal, Rathaus Marktplatz Vorsitzender: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 4. Punkt 1 der Tagesordnung: Sicherheit in Karlsruhe 1.3.1 „Miteinander für Karlsruhe“- Kommunikationskonzept zur Gewaltprävention, Angebote für junge Menschen in Karlsruhe schaffen Antrag: KAL/Die PARTEI Vorlage: 2020/0975 Beschluss: Der Hauptausschuss nimmt die Ausführungen zur Kenntnis Abstimmungsergebnis: Kenntnisnahme Der Vorsitzende ruft den aus der Gemeinderatssitzung vom 29. September 2020 verwiesenen Tagesordnungspunkt 1.3.1 zur Behandlung auf. Stadtrat Cramer (KAL/Die PARTEI) zeigt sich zufrieden mit der Antwort der Verwaltung. Er teilt mit, dass sein Begehr dahin gehen würde, dass auch junge Erwachsene, die derzeit nicht mehr in die Clubs kommen, erreicht werden sollen. Diese Gruppe dürfte nicht vergessen werden. Der Vorsitzende teilt mit, dass ein Schreiben an die Landesregierung erfolgt sei, mit der Bitte grö- ßere Freiräume zuzulassen, um mit den Clubs Formate zu suchen, die ein geregeltes Feiern er- möglichen. Herr Fulda (SJB) teilt mit, dass der präventive Ansatz in Karlsruhe lange Tradition habe und ver- weist auf den 8. Fachtag der Armutsbekämpfung und den 11. Präventionstag Mediengesellschaft. Auch stellt er die Präventionskette, die in Karlsruhe von der frühen Kindheit bis zum jungen Er- wachsenen reicht dar. Das Grundkonzept sei zum einen die Bereite, also Maßnahmen, die auf – 2 – alle Kinder und Jugendliche zielen, aber auch gezielte Angebotsunterstützung bei speziellen Problemlagen. Der Runde Tisch in Form der Zusammenarbeit zwischen Polizei und Sozialarbeit solle verstetigt werden. Die Herausforderung für die Zukunft sei auch weiterhin, Angebote für Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu schaffen, ihre Freizeit zu gestalten. Der Vorsitzende berichtet vom positiven Feedback der Polizei, dass die Präventionsarbeit in Karlsruhe gut funktioniere. Er stellt, nachdem keine weiteren Wortmeldungen vorliegen, die Kenntnisahme fest. Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt - Ratsangelegenheiten- 12. Januar 2021