Kulturveranstaltungen: Größere Räume als temporäre Ersatzspielorte

Vorlage: 2020/0919
Art: Änderungs-/Ergänzungsantrag
Datum: 20.07.2020
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Offen
Erwähnte Stadtteile: Grötzingen

Beratungen

  • Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 21.07.2020

    TOP: 4.1

    Rolle: Entscheidung

    Ergebnis: erledigt durch Stellungnahme der Verwaltung

Zusätzliche Dateien

  • Änderungs-/Ergänzungsantrag
    Extrahierter Text

    Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister INTERFRAKTIONELLER ÄNDERUNGSANTRAG GRÜNE-Gemeinderatsfraktion SPD-Gemeinderatsfraktion KAL/Die PARTEI-Gemeinderatsfraktion DIE LINKE.-Gemeinderatsfraktion FDP-Gemeinderatsfraktion FW|FÜR-Gemeinderatsfraktion Vorlage Nr.: 2020/0919 Kulturveranstaltungen: Größere Räume als temporäre Ersatzspielorte Gremium Termin TOP ö nö Gemeinderat 21.07.2020 4 x 1. Die Stadtverwaltung berichtet, ob und wie die freien Kultureinrichtungen und Theater ihren Spielbetrieb angesichts der Beschränkungen durch die Corona-Regeln wieder aufnehmen konnten. 2. Sie prüft, welche größeren Räumlichkeiten als temporäre Ersatzspielorte nach der Sommer- pause für einzelne Veranstaltungen kostengünstig angemietet werden können. Infrage kommen u. a. Foyer ZKM und Badisches Staatstheater, Badnerlandhalle, Begegnungsstätte Grötzingen, Tollhaus sowie weitere größere Räume in den Stadtteilen. Sachverhalt/Begründung: Die antragstellenden Fraktionen begrüßen die Bereitstellung von 2.5 Millionen Euro für den Fehlbe- tragsausleich der Karlsruher Kultureinrichtungen. Es ist aber davon auszugehen, dass nach der Som- merpause immer noch kein regulärer Spielbetrieb möglich sein wird. Die Stadtverwaltung soll deshalb prüfen, welche alternativen größeren Räume für einzelne Kultur- veranstaltungen angemietet werde können. Infrage kommen u. a. die Badnerlandhalle, die Begeg- nungsstätte Grötzingen, das Foyer des ZKM und des Staatstheaters. Unterzeichnet von: Renate Rastätter Markus Schmidt Aljoscha Löffler Parsa Marvi Elke Ernemann Lüppo Cramer Michael Haug Mathilde Göttel Lukas Bimmerle Karin Binder Annette Böringer Tom Høyem Petra Lorenz

  • Stellungnahme TOP 4
    Extrahierter Text

    Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister STELLUNGNAHME zum interfraktionellen Er- gänzungsantrag GRÜNE-Gemeinderatsfraktion SPD-Gemeinderatsfraktion KAL/Die PARTEI-Gemeinderatsfraktion DIE LINKE.-Gemeinderatsfraktion FDP-Gemeinderatsfraktion FW|FÜR-Gemeinderatsfraktion Vorlage Nr.: Verantwortlich: 2020/0919 Dez. 2 Kulturveranstaltungen: Größere Räume als temporäre Ersatzspielorte Gremium Termin TOP ö nö Gemeinderat 21.07.2020 4 X Kurzfassung Die Kultureinrichtungen haben auf unterschiedliche Weise mit großer Flexibilität und Kreativität ihren Spielbetrieb im Rahmen der rechtlichen und räumlichen Beschränkungen und unter Beachtung der beschränkten Aufführungsmöglichkeiten wieder aufgenommen. Die Wiederaufnahme erfolgte teilweise in eigenen Räumen (Staatstheater, Tollhaus, Kinemathek, Kantorate u.a.), teilweise in an- gemieteten Räumen (marotte im Tollhaus), teilweise auf eigens errichteten Open Air-Bühnen (Tou- jours Kultur des Kulturrings, Alter Schlachthof; Kulturbühne an der Messe, Bühne des Autokinos auf dem Messplatz). Die Stadtverwaltung ist im Gespräch mit Kultureinrichtungen hinsichtlich des Bedarfs von Auffüh- rungs- und Versammlungsräumen sowie mit Karlsruher Messe GmbH, Stadtwerke GmbH, Verkehrs- betriebe, städtischen Dienststellen, BGV, Kirchen und Sonstigen, die Aufführungs- und Versamm- lungsorte zur Verfügung stellen könnten. Finanzielle Auswirkungen Gesamtkosten der Maß- nahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatorischen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) Ja Nein Mietkosten, derzeit nicht abschätzbar Haushaltsmittel sind dauerhaft im Budget vorhanden Ja Nein Die Finanzierung wird auf Dauer wie folgt sichergestellt und ist in den ergänzenden Erläuterungen auszuführen: Durch Wegfall bestehender Aufgaben (Aufgabenkritik) Umschichtungen innerhalb des Dezernates Der Gemeinderat beschließt die Maßnahme im gesamtstädtischen Interesse und stimmt einer Etatisierung in den Folgejahren zu IQ-relevant x Nein Ja Korridorthema: Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) x Nein Ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften x Nein Ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Zum Antrag vom 21. Juli 2020 nimmt die Verwaltung wie folgt Stellung: 1. Die Stadtverwaltung berichtet, ob und wie die freien Kultureinrichtungen und Theater ihren Spiel- betrieb angesichts der Beschränkungen durch die Corona-Regeln wieder aufnehmen konnten. Die Kultureinrichtungen haben auf unterschiedliche Weise mit großer Flexibilität und Kreativität ihren Spielbetrieb im Rahmen der rechtlichen und räumlichen Vorgaben und unter Beachtung der beschränkten Aufführungsmöglichkeiten wieder aufgenommen. Beispielhaft seien folgende Auffüh- rungssituationen genannt: Staatstheater, Tollhaus, Jakobus-Theater, Sandkorn und Kinemathek u.a. spielen unter Beachtung der Beschränkungen auch wieder in eigenen Räumen, mit speziell konzipierten Programmen, die auch die Abstandsregelungen für die Aufführenden beachten. Die Kantorate haben eigene Veran- staltungsreihen in den Kirchen auf den Weg gebracht. Einige Einrichtungen weichen teilweise auch auf andere Orte aus. So hat die marotte im Kleinen Saal des Tollhauses gespielt (die letzten geplanten Aufführungen fanden wegen geringer Auslastung wie- der im Theaterhaus statt), Sandkorn und Hemingway-Lounge spielen überwiegend in der Kulturgara- ge in Ettlingen, zahlreiche Musikerinnen und Musiker und Ensembles bieten Aufführungen in Kir- chenräumen an. Die Grötzinger Musiktage wurden mit guter Resonanz in das Begegnungszentrum Grötzingen verlegt. Die Mitglieder des Kulturring Karlsruhe e.V. haben sich unter dem Titel Tourjours Kultur zusammen- getan, um ein zweimonatiges Festival mit breit gefächertem Programm auf dem Alten Schlachthof zu organisieren. Beteiligt sind Jazzclub, Jubez, Substage, SAU e.V. / Alte Hackerei, KOHI Kulturraum, P8, die Kulturzentren Tempel und Tollhaus, Werkraum, NUN Kulturraum, Déjà Vu Stummfilmfestival und Kinemathek. Tourjours Kultur wurde vom Kulturamt ermöglicht, nachdem beantragte Landesmittel (Kultur Sommer 2020) nicht bewilligt wurden. Das Kammertheater hat auf dem Messplatz ein Autokino gestartet und eine Aktionsbühne etabliert. Ein ähnliches Format – „Kulturbühne“ – entstand an der Messe. Die Aufführungen unter Corona-Bedingungen werden unterschiedlich angenommen. Vielfach ist – auch hinsichtlich der Auslastung - nach wie vor eine Zurückhaltung des Publikums zu spüren. 2. Sie prüft, welche größeren Räumlichkeiten als temporäre Ersatzspielorte nach der Som- merpause für einzelne Veranstaltungen kostengünstig angemietet werden können. Infra- ge kommen u.a. Foyer ZKM und Badisches Staatstheater, Badnerlandhalle, Begegnungs- stätte Grötzingen, Tollhaus sowie weitere größere Räume in den Stadtteilen. Bei den Gesprächen und Recherchen der Verwaltung zeichneten sich folgende Punkte ab: • Viele Kultureinrichtungen sind in erster Linie interessiert, in den eigenen Räumen zu spielen. Aufführungen in fremden Räumen werden vom Publikum häufig weniger wahrgenommen. • Es ist eine große Bereitschaft der Kultureinrichtungen untereinander zu beobachten, sich ge- genseitig zu unterstützen. • Gleichzeitig sind die Kultureinrichtungen daran interessiert, unter den anhaltenden Bedin- gungen ihre eigenen Programme realisieren zu können. Ergänzende Erläuterungen Seite 3 • Stadtwerke Karlsruhe und Verkehrsbetriebe haben Flächen und Hallen zur kulturellen Nut- zung angeboten. Die Verwaltung vermittelt diese in die Kulturszene. • Die städtischen Räumlichkeiten (Badnerlandhalle, Begegnungsstätte Grötzingen u.a.) erwei- sen sich unter Corona-Bedingungen für kleinere Kulturveranstaltungen als geeignet und werden hierfür bereits von den Einrichtungen und Veranstaltenden nachgefragt und ge- nutzt. • Die Veranstaltungsstätten der Messe Karlsruhe sind im Blick der Verwaltung und der Kultur- einrichtungen und können nach Eignung und Verfügbarkeit genutzt werden. • Die Verwaltung berät die Kultureinrichtungen und Kulturschaffenden hinsichtlich geeigneter und verfügbarer Räume. Das Beratungsangebot wird aus der Kulturlandschaft dankbar an- genommen.