Verkehrsentwicklungsplan Karlsruhe - Projekte und Maßnahmen Durlach
| Vorlage: | 2020/0694 |
|---|---|
| Art: | Anfrage |
| Datum: | 10.06.2020 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | Stadtamt Durlach |
| Erwähnte Stadtteile: | Durlach, Grünwettersbach, Hohenwettersbach, Palmbach |
Beratungen
- Ortschaftsrat Durlach (öffentlich/nicht öffentlich)
Datum: 24.06.2020
Rolle: Kenntnisnahme
Ergebnis: Kenntnisnahme
Zusätzliche Dateien
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Extrahierter Text
STADT KARLSRUHE Stadtamt Durlach ANFRAGE B ́90/DIE GRÜNEN-OR-Fraktion vom: 05.05.2020 eingegangen am: 05.05.2020 Gremium: Termin: TOP: Verantwortlich: Ortschaftsrat Durlach 24.06.2020 öffentlich 9 2020/0694 VBK / Dez. 1 Verkehrsentwicklungsplan Karlsruhe – Projekte und Maßnahmen Durlach Der Verkehrsentwicklungsplan Karlsruhe von 2013, der Monitoring-Bericht hierzu von 2016 und der Nahverkehrsplan 2014 listen selbstverständlich auch Maßnahmen und Projekt mit Bezug zu Durlach auf. Dies sind Taktverdichtung der Buslinien 44 und 107, Verlängerung der Tramlinie 2 nach Palmbach und eine Straßenbahnlinie Durlach – Ettlingen. Es sind aber auch Maßnahmen genannt, die einen Einfluss auf die ÖPNV-Qualität in Durlach nehmen, ohne dass Durlach „ins- besondere“ genannt ist. Die Ausschleifung der Stadtbahnlinien S31/S32 im Bereich des Ostaue- parks könnte je nach Ausgestaltung gravierende Verschlechterungen der Verbindung Bahnhof Durlach – Hbf. KA bringen. Im Nahverkehrsplan 2014 sind alle einzelnen Linien, auch Durlach tangierend genannt und das Handlungspotential genannt. Hierbei gibt es für alle Tram- und Buslinien (Durlach 21 - 107) „keinen Handlungsbedarf“. In Anbetracht der Faktenlage 2020, hinsichtlich des Klimas, aber auch der Schadstoffbelastun- gen in den Städten, erscheint es sinnvoll, wenn man hier eine Fortschreibung ins Auge fasst und den ÖPNV immer wieder auf mögliche Potentiale untersucht und die damaligen Einschätzungen hinterfragt. Anfrage: Wie steht der KVV aktuell zu den Stadtbahnprojekten Palmbach und Ettlingen? Sind und waren diese Projekte jemals realistisch? Gab es für eine Stadtbahn Durlach – Ettlingen jemals Potenzialuntersuchungen, welche die Aufnahme in einen Nahverkehrsplan rechtfertigten? Gegen eine Taktverdichtung der Buslinien 44 und 107 wurden 2016 wirtschaftliche Aspekte angeführt, welche zur Nicht-Umsetzung der Maßnahme führten und führen. Wie hatte man dies 2013 gesehen? 2014 wurden vom StPlA Zahlen vorgelegt, nach welchen der Anteil umweltfreundlicher Ver- kehrsmittel (zu Fuß, Rad, ÖPNV) beim Besuch der Durlacher Innenstadt höher lag (71,2 %) als der des Pkw-Anteil (28,8 %). Der ÖPNV Anteil lag aber gerade Mal bei 18 %. Besonders niedrig lag der ÖPNV-Anteil bei den Höhenstadtteilen, dem Bergwald und dem Geigersberg. Gibt es zurzeit Überlegungen, ob die ÖPNV-Verbindungen nach Durlach optimiert werden könnten? Hat man sich beim KVV Gedanken gemacht, wie der ÖPNV das Klimaschutzkonzept 2020 unterstützen kann? Auch in Durlach? unterzeichnet von: Ralf Köster und die Fraktion B ́90/Die Grünen im OR Durlach
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Stadt Karlsruhe Stadtamt Durlach STELLUNGNAHME zur Anfrage B ́90/DIE GRÜNEN-OR-Fraktion eingegangen: 05.05.2020 Vorlage Nr.: Verantwortlich: 2020/0694 VBK / Dez. 1 Verkehrsentwicklungsplan Karlsruhe – Projekte und Maßnahmen Durlach Gremium Termin TOP ö nö Ergebnis Ortschaftsrat Durlach 24.06.2020 9 x Hiermit nimmt der KVV in Absprache mit dem für den innerstädtischen ÖPNV in Karlsruhe zu- ständigen Verkehrsunternehmen VBK Stellung zu den einzelnen Anfragen: 1) Wie steht der KVV aktuell zu den Stadtbahnprojekten Palmbach und Ettlingen? Die Klimaschutzziele des Bundes und Landes sollen u. a. durch die Angebotserweiterung des ÖPNV erreicht werden. Abgeschlossene Gesetzgebungsverfahren, beispielsweise zum Landes- Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz Baden-Württemberg haben Unsicherheiten bzgl. der künftigen Finanzierung behoben und die finanziellen Mittel für einen Ausbau der umwelt- freundlichen Verkehrsträger erhöht. Die Initiativen des Landes Baden-Württemberg zur Stre- ckenreaktivierung und Ergänzung des Schienenpersonennahverkehrs bestärken das Bestreben, die Fahrgastnachfrage zu verdoppeln. Hierfür sind sowohl im Stadtgebiet als auch im Landkreis Karlsruhe die Trassen der potentiellen, schienengebundenen ÖPNV-Maßnahmen zu sichern und sowohl im Nahverkehrsplan als auch in Flächennutzungsplänen, Verkehrsentwicklungsplänen etc. zu verankern und freizuhalten. Die Verkehrsbetriebe Karlsruhe haben gemeinsam mit der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft für die Fortschreibung des Nahverkehrsplan die Aussagen des derzeit aktuellen Nahverkehrplans 2014 des KVV geprüft und aktualisiert: sowohl die Erschließung der Höhenstadtteile Grünwetters- bach, Palmbach, Hohenwettersbach etc. über den schienengebundenen ÖPNV als auch der Lückenschluss zwischen Durlach und Ettlingen werden weiterhin als perspektivische Projekte fortgeführt. Darüber hinaus soll für die geplante Bebauung „Unten am Grötzinger Weg“ eine Verlängerung der Straßenbahnstrecke von Durlach Turmberg berücksichtigt und geprüft wer- den. 2) Sind und waren diese Projekte jemals realistisch? Aus Sicht der Verkehrsunternehmen können alle im NVP und VEP aufgeführten schienengebun- denen ÖPNV-Maßnahmen zu Kapazitäts- und Attraktivitätssteigerungen führen, die eine um- steigefreie Verbindung in die Innenstadt und zwischen den einzelnen Stadtteilen und Gemein- den sicherstellen. Allein der Entfall des Umstiegs vom Bus auf den schienengebundenen ÖPNV führt zur Attraktivitätssteigerung und Reduzierung des Umsteigewiderstands zwischen den Ver- kehrsmitteln und kann direkt zu schnelleren und komfortableren Reisezeiten führen. Aus die- sem Grund sind insbesondere schnelle Tangentialverbindungen freizuhalten und vertieft zu un- tersuchen. 3) Gab es für eine Stadtbahn Durlach – Ettlingen jemals Potenzialuntersuchungen, welche die Aufnahme in einen Nahverkehrsplan rechtfertigen? Aktuell wird die Netzkonzeption als Grundlage für die zukünftige Nahverkehrsplanung durch die Verkehrsunternehmen fortgeschrieben. Ziel dieser Konzeption ist eine erste grobe Potential- untersuchung der sowohl im Nahverkehrsplan beschriebenen als auch darüber hinausgehenden Nahversorgungsprojekte. Mit Hilfe von Struktur- und Mobilitätsdaten, z. B. Siedlungsentwick- lungen, Pendlerströmen und Reisezeitvergleichen zwischen IV und ÖV kann die Realisierbarkeit einzelner Maßnahmen bewertet und eine Priorisierung erstellt werden. Eine detaillierte Untersuchung, z. B. die Machbarkeitsuntersuchung und damit verbunden auch eine Nutzen-Kosten-Analyse, in welcher die Wirtschaftlichkeit betrachtet wird, werden für diese perspektivischen Maßnahmen erst bei Wiederaufnahme der Planungen durchgeführt. Eine Frei- haltung dieser Trassen ist daher grundsätzlich erforderlich, um die Kosten und städtebaulichen Folgen bei Realisierung möglichst gering zu halten. 4) Gegen eine Taktverdichtung der Buslinien 44 und 107 wurden 2016 wirtschaftliche Aspekte angeführt, welche zur Nicht-Umsetzung der Maßnahme führten und führen. Wie hatte man dies 2013 gesehen? Die Linie 44 dient als Ergänzung der Linie 24 und bedient die Höhenstadtteile Bergwald und Grünwettersbach. Beide Stadtteile sind über die Linie 24 tagsüber im 20-Minuten-Takt ange- bunden. Die Taktverdichtung auf einen 10-Minuten-Takt zu den Hauptverkehrszeiten erfolgt durch die Linie 24. Die Linie 44 wird seit dem Jahr 2012 eingesetzt. Zu den Hauptverkehrszeiten sind die Fahrgastzahlen auf beiden Linien befriedigend. Jedoch zeigen die „normalen“ Fahr- gastzahlen außerhalb der Hauptverkehrszeit, dass die Kapazitäten auf der Linie 24 völlig ausrei- chend sind. Ein zusätzlicher Buseinsatz lässt sich deshalb vor dem wirtschaftlichen Hintergrund nicht darstellen. Dies war auch bereits im Jahr 2013 der Fall. Vor dem Hintergrund der damali- gen Fahrgastzahlen wäre auch für die Linie 107 in 2013 eine Angebotsverdichtung schwer dar- stellbar gewesen. 5) 2014 wurden vom StPlA Zahlen vorgelegt, nach welchen der Anteil umweltfreundlicher Ver- kehrsmittel (zu Fuß, Rad, ÖPNV) beim Besuch der Durlacher Innenstadt höher lag (71,2 %) als der Pkw-Anteil (28,8 %). Der ÖPNV-Anteil lag aber gerade Mal bei 18 %. Besonders niedrig lag der ÖPNV-Anteil bei den Höhenstadtteilen, dem Bergwald und dem Geigersberg. Gibt es zurzeit Überlegungen, ob die ÖPNV-Verbindungen nach Durlach optimiert werden könnten? Beide Stadtteile sind zu den Hauptverkehrszeiten im 20-Minuten-Takt erschlossen, Hohenwet- tersbach in den Hauptverkehrszeiten mit den Linien 24 (Durlach) und 44 (Hauptbahnhof) im 10- Minuten-Takt. Somit verfügen beide Stadtteile über eine hervorragende Anbindung nach Dur- lach. Vor diesem Hintergrund gibt es keine weitergehenden Überlegungen das vorhandene An- gebot zu verdichten. 6) Hat man sich beim KVV Gedanken gemacht, wie der ÖPNV das Klimaschutzkonzept 2020 unterstützen kann? Auch in Durlach? Von Seiten VBK gibt es erste konkrete Überlegungen zum Thema Elektrobusse. Weiterhin sind die Verkehrsbetriebe immer wieder Partner in Forschungsprojekten, die sich z. B. mit Gasbus- sen, selbstfahrenden Elektrokleinbussen, etc. beschäftigen. Auch ist das neue Linienkonzept in der Stadt Karlsruhe so ausgelegt, dass auch bei einer deutlichen Fahrgastzunahme weitere Ka- pazitäten geschaffen werden könnten ohne gravierende Einschnitte im Liniennetz vornehmen zu müssen. Der KVV unterstützt mit seinem Projekt regiomove klimafreundliches multimodales Nutzerverhalten. In der App sollen ab Herbst Information, Buchung und Bezahlung für ÖPNV, KVV.nextbike und Stadtmobil mit nur einem Nutzerkonto möglich sein. Auch mit den Mobili- tätsstationen (Ports), die sich aktuell in Planung befinden soll die Nutzung verschiedener um- weltfreundlicher Verkehrsträger weiter gefördert werden. Sollten die Ports weiter ausgebaut werden, wäre auf jeden Fall auch in Standort in Durlach zu diskutieren. Abschließend ist der KVV bestrebt die KVV.nextbike-Flotte nach dem sehr erfolgreichen Jahr 2019 gemeinsam mit der Stadt weiter auszubauen.