Standortbewertung Geothermiekraftanlage, Vorstellung durch die Deutsche Erdwärme und das Stadtplanungsamt, Positionierung Ortschaftsrat und Aufsuchungsstandort Tiefe Geothermie

Vorlage: 2020/0679
Art: Beschlussvorlage
Datum: 19.06.2020
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Ortsverwaltung Neureut
Erwähnte Stadtteile: Neureut

Beratungen

  • Ortschaftsrat Neureut (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 16.06.2020

    TOP: 2

    Rolle: Entscheidung

    Ergebnis: mehrheitlich zugestimmt zu geändertem Antrag

Zusätzliche Dateien

  • TOP_2_Geothermie_OR
    Extrahierter Text

    Stadt Karlsruhe OV Neureut Beschlussvorlage Vorlage Nr.: Verantwortlich: /2020 OV Neureut Standortbewertung Geothermiekraftanlage Beratungsfolge dieser Vorlage Gremium Termin TOP ö nö Ergebnis Ortschaftsrat 16.06.2020 2 X Beschluss Der Ortschaftsrat Neureut nimmt die Standortbewertung Geothermiekraftanlage zur Kenntnis und positioniert sich hierzu. Ferner wird der Aufsuchungsstandort Tiefe Geothermie beraten. Auf die beigefügte Vorlage und die Standortbewertung wird Bezug genommen. Finanzielle Auswirkungen Gesamtkosten der Maß- nahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatorischen Kosten abzügl. Folge- erträge und Folgeeinsparungen) Ja X Nein Haushaltsmittel sind dauerhaft im Budget vorhanden Ja Nein Die Finanzierung wird auf Dauer wie folgt sichergestellt und ist in den ergänzenden Erläuterungen auszuführen: Durch Wegfall bestehender Aufgaben (Aufgabenkritik) Umschichtungen innerhalb des Dezernates Der Gemeinderat beschließt die Maßnahme im gesamtstädtischen Interesse und stimmt einer Etatisierung in den Folgejahren zu IQ-relevant Nein Ja Korridorthema: Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) Nein Ja Abstimmung mit städtischen Gesellschaften Nein Ja abgestimmt mit Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister Beschlussvorlage Vorlage Nr.: Verantwortlich: 64 Dez. 6 Standortbewertung Geothermiekraftanlage - Festlegung des Standortes Beratungsfolge dieser Vorlage Gremium Termin TOP ö nö Ergebnis Ausschuss für Umwelt und Gesundheit 16.06.2020 x Planungsausschuss 17.06.2020 x Beschlussantrag Der Ausschuss nimmt das Ergebnis der Standortbewertung (siehe Anlage) zur Kenntnis und stimmt dem Standort 1 („Gottesauer Feld“) zu. Finanzielle Auswirkungen Gesamtkosten der Maß- nahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatorischen Kosten abzügl. Fol- geerträge und Folgeeinsparungen) Ja Nein Haushaltsmittel sind dauerhaft im Budget vorhanden Ja Nein Die Finanzierung wird auf Dauer wie folgt sichergestellt und ist in den ergänzenden Erläuterungen auszuführen: Durch Wegfall bestehender Aufgaben (Aufgabenkritik) Umschichtungen innerhalb des Dezernates Der Gemeinderat beschließt die Maßnahme im gesamtstädtischen Interesse und stimmt einer Etatisierung in den Folgejahren zu IQ-relevant x Nein Ja Korridorthema: Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) Nein x Ja durchgeführt am 16.06.2020 (Ortschaftsrat Neureut) Abstimmung mit städtischen Gesellschaften x Nein Ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Einführung Die Deutsche ErdWärme GmbH hat eine bergrechtliche Aufsuchungserlaubnis für den Raum Karlsruhe, um Thermalwasservorkommen zu suchen. Bei diesem Vorhaben handelt es sich um Tiefengeothermie, was bedeutet, dass Bohrungen mit einer Tiefe von mehreren Kilometern (in Karlsruhe etwa 4.000-5.000 Meter) durchgeführt werden. Dieses Verfahren unterscheidet sich grundsätzlich von dem, welches in Staufen im Breisgau angewendet worden ist. Hier wurden oberflächennahe Bohrungen (bis 140 m Tiefe) durchgeführt, die ein Aufquellen von Anhydrit- schichten (Anhydrit = wasserfreier, dehydrierter Gips; dieser kam in Kontakt mit Grundwasser und verursachte Quellung) zur Folge hatten. Dies kann bei der Tiefengeothermie nicht gesche- hen, da hier sehr hohe Sicherheitsstandards der Öl- und Gasindustrie angewendet werden müs- sen. Zudem befinden sich möglicherweise zur Quellung neigende Anhydritschichten im Raum Karlsruhe in sehr großer Tiefe (über 1,5 km). Der erhöhte Überlagerungsdruck verhindert somit entsprechende Effekte an der Oberfläche. Bauliche Rahmenbedingungen Für die Errichtung einer Geothermiekraftanlage werden Flächen in einer Größe von etwa 2,5 ha benötigt. Nach der Fertigstellung ist eine Fläche von etwa 2 ha dauerhaft für die Gewinnung von Geothermie erforderlich. Während der Bohrphase sind der Bohrturm (60 m hoch) und Testbecken die oberirdisch sichtba- ren baulichen Elemente. In der Betriebsphase wird der Bohrturm nicht mehr zu sehen sein. Da- für werden als bauliche Anlagen ein Betriebsgebäude, der Kraftwerkskörper sowie die Luftküh- leranlage (Ständerbauweise) oberirdisch zu sehen sein. Dabei ist zu beachten, dass die Maße der baulichen Anlagen wesentlich von den Ergebnissen der Bohrung abhängen und erst zu einem späteren Zeitpunkt festgelegt werden. Bauplanungsrechtliche Belange Die Stadt Karlsruhe unterstützt die Gewinnung von erneuerbaren Energien und damit auch die- ses Vorhaben. Das Vorhaben gilt nach § 35 Abs. 1 Nr. Baugesetzbuch als privilegiertes Vorha- ben und ist somit grundsätzlich im Außenbereich umsetzbar. Sachstand Dem Ausschuss für Umwelt und Gesundheit sowie dem Planungsausschuss wurde das Thema bereits im Jahr 2019 (Juli und September) durch die Deutsche ErdWärme GmbH vorgestellt. Zum damaligen Zeitpunkt lag der Fokus für Flächen zur Gewinnung von Geothermie auf einem Bereich im Westen der B36 in Höhe der Raffinerie. Dieser ist nach näheren Untersuchungen aus geologischer Sicht nicht so geeignet, wie zunächst angenommen. Der Fokus liegt nun auf Flä- chen im Norden Neureuts entlang der B36 (siehe Planausschnitt). Vor diesem Hintergrund ist die Suchkulisse, die im Rahmen der Standortbewertung herangezogen wurde, auch in diesem Raum verortet. Unter den ggf. in Anspruch zu nehmenden Freiflächen 1 bis 7 (siehe Anlage) hat die Fläche 4 die größte geologische Eignung aufzeigt und damit von der Deutschen Erdwärme als erste Prio- rität gesehen wird. Die Fläche befindet sich zu etwa ¾ in städtischem Eigentum. Dadurch kön- nen mit der Deutschen ErdWärme GmbH vertragliche Vereinbarungen getroffen werden, die eine gute Einbindung und auch sonstige Maßnahmen zur Eindämmung etwaiger negativer Auswirkungen beinhalten. Aus ökologischer Sicht ist diese Fläche jedoch wenig geeignet. Ne- ben wertvollen Böden sind hier geschützte Biotope vorhanden. Des Weiteren ist die Fläche als geplante Kompensationsfläche für das Gewerbegebiet Gottesauer Feld vorgesehen. Die zentrale Lage im Freiraumkorridor spricht ebenfalls gegen diesen Standort. Aus den genannten Gründen sprechen sich der Umwelt- und Arbeitsschutz und das Gartenbauamt gegen diese Fläche aus. Ergänzende Erläuterungen Seite 3 1 6 3 5 4 2 7 Für den Standort Nr.1 stellt der derzeit gültige Flächennutzungsplan eine der letzten größeren zusammenhängenden geplanten gewerblichen Baufläche (etwa 18,7 ha) für die Stadt Karlsruhe dar. Vor dem Hintergrund, dass die Stadt Karlsruhe diesbezüglich ein Defizit von rund 13 ha hat, ist die Inanspruchnahme dieser Fläche aus Sicht der Wirtschaftsförderung sowie des Stadt- planungsamtes stark zu hinterfragen. Die Fläche befindet sich zu 100% in städtischem Eigen- tum, wodurch auch bei dieser Fläche vertragliche Vereinbarungen getroffen werden, die eine gute Einbindung und auch sonstige Maßnahmen zur Eindämmung etwaiger negativer Auswir- kungen beinhalten. Aus geologischer Sicht ist die Fläche grundsätzlich geeignet. Die ausführlichen Ergebnisse zu den Standorten 1 und 4 sowie zu den anderen untersuchten Standorten sind in der Anlage einzusehen. Stadt Karlsruhe Stadtplanungsamt Standortbewertung Geothermiekraftwerk Stadt Karlsruhe Stadtplanungsamt L Karlsruhe Impressum Stadt Karlsruhe Stadtplanungsamt Amtsleitung: Prof. Dr. Anke Karmann-Woessner Bereich Generalplanung und Stadtsanierung Bereichsleitung: Heike Dederer Bearbeitung: Viola Schruff, Janne Thomsen Mai 2020 1 6 3 5 4 2 7 3 | Standortuntersuchung Sportflächen Cougars Ausgangslage Die Deutsche ErdWärme GmbH & Co. KG hat eine bergrechtliche Aufsuchungserlaubnis für den Raum Karlsruhe, um Thermalwasservorkommen zu suchen und diese ggf. für die Gewinnung von Geothermie zu nutzen. Hierzu werden für die Errichtung eines Geothermiekraftwerkes Flächen in einer Größe von etwa 2,5 ha benötigt. Nach der Fertigstellung ist eine Fläche von etwa 2 ha dauerhaft für die Gewinnung von Geothermie notwendig. Untersuchte Standorte Standort Nr. 1: Gottesauer Feld Standort Nr. 2: nördlich B36 Standort Nr. 3: südlich B36 Standort Nr. 4: westlich L605 Standort Nr. 5: nördlich Hauptfriedhof Standort Nr. 6: nördlich Kirchfeld Standort Nr. 7: südlich B36/nördlich Gottesauer Feld Flächengröße: ca. 3,6 ha Lage: Die Fläche befindet sich auf Neureuter Gemarkung zwischen der B36 und der Straße „Unterer Damm- weg“ innerhalb des Geltungsbereiches des Bebau- ungsplanes „GE – Gottesauer Feld“. Hierbei handelt es sich um eine der letzten zusam- menhängenden Gewerbeflächen im Stadtgebiet, auf die aus Sicht der Wirtschaftsförderung nicht verzich- tet werden sollte. Aktuell wird die Fläche landwirtschaftlich genutzt. Umweltbelange Natur- und Artenschutz: Fläche wird favorisiert, weitere Flächeninanspruch- nahme über den Bebauungsplan hinaus sollte ver- mieden werden. Abfall/Altlasten: - Bodenschutz: hohe Wertigkeit des Bodens, Fläche wird dennoch favorisiert, da innerhalb Bebauungsplan und schutz- bezogene Ausgleichsmaßnahmen bereits ermittelt wurden. Stadtklima/Klimawandel/Luftreinheit: geringe Kaltluftlieferung (Klimaanpassungsplan) Klimaschutz: Stadtplanungsamt Karlsruhe | 4 1. Gottesauer Feld Flächennutzungsplan: geplante gewerbliche Baufläche (FNP 2010). Landschaftsplan: Überwiegend günstrukturreiche Ackerflur (LP 2010). 5 | Standortbewertung Geothermie Eigentumsverhältnisse: Das Grundstück befindet sich zu 100% in städti- schem Eigentum. Der derzeit gültige Flächennutzungsplan 2010, 5. Aktualisierung stellt für den Standorte Nr. 1 „Gottesauer Feld“ die letzte größere zusammenhängende geplante gewerbliche Baufläche (etwa 18,7 ha) für die Stadt Karlsruhe dar. Vor dem Hintergrund, dass die Stadt Karlsruhe im Bereich der gewerblichen Bauflächen ein Defizit von rund 13 ha hat, ist die Inanspruchnahme dieser Fläche aus Sicht der Wirtschaftsförderung sowie des Stadtplanungs- amtes zu hinterfragen. Darüber hinaus befindet sich der Standort innerhalb des Geltungsbereiches zum Bebauungsplan „Gewerbege- biet Gottesauer Feld“. Die Rahmenbedingungen für die Aufnahme einer Geothermiekraftanlage in den Bebau- ungsplan müssen geklärt werden. Die Fläche wird aktuell landwirtschaftlich genutzt. Aus ökologischer Sicht ist diese Fläche am geeignetsten für die Errichtung einer Geothermiekraftanlage. Flächen für ökologische Ausgleichsmaßnahmen sind bereits gefunden. Die Eignung aus geologischer Sicht ist hier nicht optimal, weshalb der Standort seitens der Deutschen ErdWärme GmbH & Co. KG nicht favorisiert wird. Stadtplanungsamt Karlsruhe | 6 2. nördlich B36 Flächengröße: 2,1 ha Lage: Die Fläche liegt nördlich angrenzend an der B36 und grenzt östlich an die „Grabener Straße“. Mit der Größe von 2,1 ha handelt es sich um die kleinste der betrachteten Flächen. Aktuell ist auf der Fläche zu etwa ⅔ Wald vorhan- den, ⅓ wird landwirtschaftlich genutzt. Umweltbelange: Natur- und Artenschutz: Biotopstrukturen vorhanden Abfall/Altlasten: - Bodenschutz: hohe Wertigkeit des Bodens mit entsprechendem Ausgleichsbedarf Stadtklima/Klimawandel/Luftreinheit: Die Fläche dient der Kaltluftlieferung (mittel). Klimaschutz: - Flächennutzungsplan: Fläche für Wald und geplante Fläche für Wald (FNP 2010). Landschaftsplan: Bestehender Wald, geplanter Wald (LP 2010) 7 | Standortbewertung Geothermie Eigentumsverhältnisse: Das östliche Grundstück ist in städtischem Eigen- tum, das westliche Grundstück in privater Hand. Der Standort „nördlich B36“ ist mit etwa 2,1 ha der kleinste Standort. Der Flächennutzungsplan 2010, 5. Aktua- lisierung stellt hier Fläche für Wald sowie geplante Fläche für Wald dar. Daher ist aus Sicht des Forstamtes eine Inanspruchnahme durch eine Geothermiekraftanlage keinesfalls möglich. Die Lage, weit entfernt vom Siedlungsrand Neureuts, auf der nördlichen Seite der B36 hat zur Folge, dass der notwendige Anschluss an das Stromnetz hohe Kosten mit sich bringt. Auch das Vorkommen wertvoller Böden sowie die vorhandenen Biotopstrukturen sprechen gegen einen Bau einer Geothermiekraftanlage in diesem Be- reich. Die geologischen Voraussetzungen für den Betrieb einer Geothermiekraftanlage sind hier nicht geeignet, wes- halb der Standort aus Sicht der Deutschen ErdWärme GmbH & Co. KG nicht favorisiert wird. Stadtplanungsamt Karlsruhe | 8 3. südlich B36 Flächengröße: 2,5 ha Lage: Die Fläche befindet sich südlich der B36 zwischen der „Grabener Straße“ sowie der „Linkenheimer Landstraße“ (L605). Aktuell wird die Fläche landwirtschaftlich genutzt. Umweltbelange: Natur- und Artenschutz: Biotopstrukturen vorhanden Abfall/Altlasten: - Bodenschutz: hohe Wertigkeit des Bodens mit entsprechendem Ausgleichsbedarf Stadtklima/Klimawandel/Luftreinheit: Fläche dient der Kaltluftlieferung (mittel). Klimaschutz: - Flächennutzungsplan: Fläche für Landwirtschaft (FNP 2010). Landschaftsplan: Überwiegend grünstrukturarme Ackerflur (LP 2010). 9 | Standortbewertung Geothermie Eigentumsverhältnisse: Die Fläche ist zu 100 % in privater Hand. Der Standort Nr. 3 „südlich B36“ wird derzeit landwirtschaftlich genutzt und verfügt über hohe Bodengüte, für die Ausgleichsmaßnahmen erforderlich sind. Der durchgängige Freiraumkorridor sollte erhalten werden. Der Standort befindet sich zu 100% in privatem Besitz, was den Erwerb hier erschweren wird. Die geologische Eigenschaft des Untergrundes ist grundsätzlich geeignet, hat seitens der Deutschen Erdwärme GmbH & Co. KG allerdings nur zweite Priorität. Umweltbelange: Natur- und Artenschutz: geschützte Biotope vorhanden Abfall/Altlasten: Bodenschutz: hohe Wertigkeit des Bodens mit entsprechendem Ausgleichsbedarf; zusätzlicher Ausgleichsbedarf, da auf dieser Fläche bereits Ausgleichsmaßnahmen für das Schutzgut Boden für das B-Plan-Gebiet "Got- tesauer Feld" geplant sind Stadtklima/Klimawandel/Luftreinheit: Fläche dient der Kaltluftlieferung (mittel) Klimaschutz: Stadtplanungsamt Karlsruhe | 10 4. westlich L605 Flächengröße: 2,5 ha Lage: Die Fläche befindet sich zwischen der „Linkenheimer Landstraße“ (L605) und der „Grabener Straße“. Aktuell wird der Bereich landwirtschaftlich genutzt. Flächennutzungsplan: Fläche für Landwirtschaft (FNP 2010). Landschaftsplan: In der östlichen Hälfte überwiegend grünstruktur- arme Ackerflur und in der westlichen Hälfte über- wiegend grünstrukturreiche Ackerflur (LP 2010). 11 | Standortbewertung Geothermie Eigentumsverhältnisse: Etwa ¾ der Grundstücke sind in städtischem Eigen- tum, ¼ ist in privatem Eigentum. Die Fläche „westlich der L605“ ist die Fläche, die die größte geologische Eignung aufzeigt, und damit von der Deutschen ErdWärme GmbH & Co. KG als erste Priorität gesehen wird. Der Flächennutzungsplan 2010, 5. Aktu- alisierung stellt für diesen Standort Fläche für Landwirtschaft dar. Die Fläche befindet sich zu etwa ¾ in städti- schem Eigentum. Aus ökologischer Sicht ist diese Fläche am wenigsten geeignet. Neben der wertvollen Bodenstruktur sind hier einzelne Biotopstrukturen vorhanden, die gegen eine Inanspruchnahme sprechen. Außerdem wird der Bereich für Ausgleichsmaßnahmen für den Bebauungsplan „Gewerbegebiet Gottesauer Feld“ untersucht. Die Lage im Freiraumkorridor spricht ebenfalls gegen den Bau einer Geothermiekraftanlage. Stadtplanungsamt Karlsruhe | 12 5. nördlich Hauptfriedhof Flächengröße: 2,8 ha Lage: Die Fläche grenzt im Norden an „Unterer Damm- weg“, im Osten an die „Linkenheimer Landstraße“, (L605) im Süden direkt an den Hauptfriedhof Neu- reut und im Westen an die „Grabener Straße“. Die Fläche wird für die Landwirtschaft genutzt. Umweltbelange: Natur- und Artenschutz: Biotopstrukturen vorhanden Abfall/Altlasten: - Bodenschutz: - hohe Wertigkeit des Bodens mit entsprechendem Ausgleichsbedarf Stadtklima/Klimawandel/Luftreinheit: Die Fläche dient der Kaltluftlieferung (mittel). Klimaschutz: - Flächennutzungsplan: ⅔ geplante Grünfläche mit Zweckbestimmung Friedhof (im Westen), ⅓ Fläche für Landwirtschaft (FNP 2010). Landschaftsplan: ⅔ geplante Grünfläche mit Zweckbestimmung Friedhof (im Westen), im Osten ⅓ überwiegend grünstrukturreiche Ackerflur (LP 2010) 13 | Standortbewertung Geothermie Eigentumsverhältnisse: Etwa ⅔ der Fläche befindet sich in städtischem Eigentum, ⅓ befindet sich in privatem Eigentum. Der Bedarf der Friedhofserweiterung muss ggf. gut- achterlich erfasst werden. Der Standort „nördlich Hauptfriedhof“ wird im aktuellen Flächennutzungsplan 2010, 5. Aktualisierung zu etwa ¾ als geplante Grünfläche mit der Zweckbestimmung Friedhof und zu etwa ¼ als Fläche für Landwirtschaft dar- gestellt. Die Eigentumsverhältnisse sind hier wie folgt: ¾ städtisch und ¼ privat. Die Wertigkeit der Böden sowie vorhandene Biotopstrukturen erfordern auch hier Ausgleichsmaßnahmen. Die Nähe zum Siedlungsrand spricht nicht grundsätzlich gegen den Bau einer Geothermiekraftanlage, es geht viel- mehr um eine „emotionale Nähe“, die eine solche Anlage mit sich bringt, die den Standort eher als ungeeignet erscheinen lässt. Aus städtebaulicher Sicht ist diese Fläche grundsätzlich geeignet, da sie sich gut an die Ortslage anschließt. Auch liegt hier eine gute geologische Eignung des Untergrundes vor. Allerdings ist für die Realisierung der Geother- miekraftanlage u. a. ein 60m hoher Bohrturm erforderlich, der im schlimmsten Fall in alle Richtungen fallen kön- nen muss. Damit ist dieser Standort nicht für den Bau einer solchen Anlage geeignet. Umweltbelange: Natur- und Artenschutz: Die Fläche ist Kerngebiet von wertvollen Biotopstruktu- ren. Der Feldweg entlang der „Linkenheimer Landstra- ße“ ist aus ökologischer Sicht sehr wertvoll. Abfall/Altlasten: Der Standort liegt im direkten Abstrom eines sanierten Schadensfalles mit Restverunreinigungen. Eingriffe in das oberflächennahe Grundwasser können Schadstoff- mobilisierungen hervorrufen. Bodenschutz: hohe Wertigkeit des Bodens mit entsprechendem Aus- gleichsbedarf; zusätzlicher Eingriff und damit Ausgleichsbedarf durch die bislang nicht berücksichtigte Erschließung des ab- gelegenen Standorts Stadtklima/Klimawandel/Luftreinheit: Fläche dient der Kaltluftlieferung (mittel). Klimaschutz: Stadtplanungsamt Karlsruhe | 14 6. nördlich Kirchfeld Flächengröße: 2,5 ha Lage: Die Fläche befindet sich westlich der „Linkenheimer Landstraße“ und grenzt unmittelbar an das Materi- allager des Bundes an. Aktuell wird der Bereich landwirtschaftlich genutzt. Flächennutzungsplan: Fläche für Landwirtschaft (FNP 2010). Landschaftsplan: überwiegend grünstrukturreiche Ackerflur (LP 2010). 15 | Standortbewertung Geothermie Eigentumsverhältnisse: Die Fläche ist etwa ¼ in städtischem Eigentum. Der Standort Nr. 6 „nördlich Kirchfeld“ wird derzeit landwirtschaftlich genutzt. Im Flächennutzungsplan 2010, 5. Aktualisierung wird hier Fläche für Landwirtschaft dargestellt. Die unmittelbare Nähe zum Kasernenstandort sowie die hohe Wertigkeit des Bodens und vorhandene Biotop- strukturen sprechen gegen eine Inanspruchnahme durch eine Geothermiekraftanlage. Ferner liegt hier ein sa- nierter Schadensfall mit Restverunreinigungen vor. Eingriffe in das oberflächennahe Grundwasser können Schad- stoffmobilisierungen hervorrufen. Der Standort ist geologisch nicht so geeignet wie die Standorte 3-5. Flächengröße: ca. 3,2 ha Lage: Die Fläche befindet zwischen der B36 und der Stra- ße „Unterer Dammweg“. Sie liegt teilweise innerhalb des Geltungsbereiches des Bebauungsplanes „GE – Gottesauer Feld“. Hier- bei handelt es sich um eine der letzten zusammen- hängenden Gewerbeflächen im Stadtgebiet, auf die aus Sicht der Wirtschaftsförderung nicht verzichtet werden sollte. Aktuell wird die Fläche von der Firma Schempp Re- cycling genutzt. Umweltbelange Natur- und Artenschutz: Geringer Natürlichkeitsgrad, Sekundärbiotope vor- handen, umgrenzender Gehölzstreifen geschütztes Biotop Abfall/Altlasten: Lagerung von (teilweise belasteten) mineralischen Abfällen, genaue altlastenrechtliche Aussage nicht möglich, da vorliegende Datengrundlage derzeit nicht ausreicht. Bodenschutz: Gestörte Bodenverhältnisse, voraussichtlich geringer Ausgleichsbedarf Stadtklima/Klimawandel/Luftreinheit: Klimaschutz: Flächennutzungsplan: ⅔ bestehende Ver- und Entsorgungsfläche mit Zweckbestimmung Abfall (im Norden), im Süden ⅓ geplante gewerbliche Baufläche (FNP 2010). Landschaftsplan: Im Norden Landschaftsschutzgebiet und überwie- gend Wiese/Weide, im Süden Biotop der Biotopkar- tierung B-W 1984-88 (Biotopwert sehr gut) und sonstige Flächen (LP 2010). Stadtplanungsamt Karlsruhe | 16 7. südlich B36/nördlich Gottesauer Feld 17 | Standortbewertung Geothermie Eigentumsverhältnisse: Die Fläche befindet sich zu 100% in Privateigentum. Der Standort Nr. 7 wird derzeit von der Firma Schempp-Recycling betrieben. Der Flächennutzungsplan 2010, 5. Aktualisierung stellt in diesem Bereich zu etwa ⅔ bestehende Fläche für Ver- und Entsorgung mit der Zweckbe- stimmung Abfall (im Norden) und im Süden ⅓ geplante gewerbliche Baufläche (FNP 2010) dar. Aus ökologischer Sicht ist dieser Standort zu befürworten, da hier das Gelände durch umfangreiche Aufschüt- tungen und die gewerbliche Nutzung einen geringen Natürlichkeitsgrad hat. Ein geschütztes Biotop umgibt das Gelände und stünde einer Inanspruchnahme nicht im Weg. Darüber hinaus liegen hier völlig gestörte Bodenver- hältnisse vor, die eine Inanspruchnahme im Sinne eines Flächenrecyclings durchaus zulassen. Auf dem Gelände lagern, aus bisherigen betrieblichen Prozessen, umfangreiche Materialhalden (so genanntes Vorsiebmaterial) mit einem Volumen von rund 128.000 m³. Dieses Material ist nur eingeschränkt für bautechni- sche Zwecke geeignet und muss aufgrund seiner Inhaltsstoffe (Belastungen) zumindest nach abfallrechtlichen Gesichtspunkten beurteilt werden. Eine dauerhafte Lagerung auf dem Grundstück kann nur nach einem ent- sprechenden abfallrechtlichen Zulassungsverfahren (Plangenehmigung/Planfeststellung für eine Deponie) erfol- gen - ob der Betreiber dies anstrebt, ist nicht bekannt. Aussagen im altlastenrechtlichen Sinne zur aktuellen Ge- fahrenlage und darauf abzuleitenden Folgemaßnahmen sind aufgrund der vorliegenden Datengrundlagen nicht abschließend durchführbar. Die Wirtschaftlichkeit dieses Standortes wird stark infrage gestellt, da aufgrund der vorhanden und nicht in Gän- ze bekannten Altlasten die Kosten der Sanierung des Areals noch nicht abschließend benannt werden können. Der Untergrund bringt hier besondere technische Herausforderungen mit sich, wäre aber nicht gänzlich unge- eignet. Die Deutsche ErdWärme GmbH & Co. KG verfolgt diese Fläche aus den genannten Gründen nicht mit höchster Priorität. Stadtplanungsamt Karlsruhe | 18 Zusammenfassung Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es sich bei allen landwirtschaftlich genutzten Flächen laut digitaler Flur- bilanz um Böden handelt, die der Vorrangflur I zuzuordnen sind. Dies bedeutet, es handelt sich hierbei um beste Böden, die aufgrund ihrer optimalen Lage und sehr hohen Bodengüte der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung und damit primär der Nahrungsmittelproduktion vorbehalten bleiben sollen. Ferner bestehen Bedenken in Bezug auf die Freihaltung siedlungsnaher Freiräume. Besonders der offene Land- schaftskorridor westlich der L605 sollte von baulichen Beanspruchungen freigehalten werden. Dies ist umso wichtiger, da mit der geplanten Entwicklung des Gewerbegebiets Gottesauer Feld in diesem Raum eine weitere umfangreiche Inanspruchnahme der offenen Kulturlandschaft absehbar ist. Dem gegenüber steht das in Karlsruhe vorhandene Defizit an gewerblichen Bauflächen von etwa 13 ha. Eine Inanspruchnahme einer gewerblichen Baufläche mit einer Geothermikraftanlage, die nach §35 BauGB privilegiert ist und somit auch im Außenbereich errichtet werden darf, in einem bereits im Verfahren befindlichen Bebau- ungsplan schwächt die gewerbliche Entwicklung Karlsruhes. In jedem Fall ist bei diesem Vorhaben eine architektonisch hochwertige Gestaltung mit Eingrünungskonzept zur besseren Einbindung in die Landschaft erforderlich.

  • Praesentation_Geothermie_DtE_16062020
    Extrahierter Text

    GeothermieprojektNeureut 16.06.2020 Der Oberrhein – Einzigartiges Geothermie-Potenzial in Europa -Einzigartige Geologie macht den Oberrhein zu einer der attraktivsten Regionen Europas für Geothermie -Diese Geologie führt zu hohen Temperaturen in ca. 4.000 m Tiefe und zu thermalwasserführende Schichten mit hoher natürlicher Durchlässigkeit -Deshalb: -DEW ist fokussiert auf den Oberrheingraben -DEW hat sechs Aufsuchungserlaubnisse über eine Gesamtfläche von ca. 1000 km² im Oberrheingraben -DEW hat ein erfahrenes Team mit Erfahrung aus der Region Deutsche ErdWärme Seite 2 3 Investitionen maßgeschneidert für institutionelle Anleger Investitionen vorrangig im Bereich von regulierten Energie- und Energieinfrastrukturprojekten Starker Fokus auf Risikobegrenzung Attraktive, langfristig stabile Einkommensströme („Buy-and-hold Strategie“) Partnerschaftlicher Ansatz Projektakquisition aus umfangreichem industriellem Netzwerk Investitionen auch in frühen Entwicklungsphasen mit aktivem Management durch CIP Risikoteilung mit industriellen Partnern je nach Kompetenzschwerpunkten Aktuell sechs Infrastrukturfonds mit einem Fondsvolumen von ca. EUR 8 Mrd. Im Jahr 2012 durch erfahrene Manager aus der Energie- branche gegründet Investionskapital aus Versicherungswirtschaft und Pensionskassen (PensionDanmark) Pioniere im Bereich Offshore Wind mit frühem Markteintritt in neuen Regionen ca. 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit überwiegend energiewirtschaftlichem / industriellem Hintergrund In Deutsche ErdWärme ist der 2017 aufgelegte und mit 3,5 Milliarden Euro Kapitalzusagen ausgestattete Fonds Copenhagen Infrastructure III (CI III) investiert. Unser Hauptgesellschafter, CopenhagenInfrastructure Partners (CIP) Seite 3 -Tiefe Erdwärme (Geothermie) ab Tiefen über 400 m (Projekt Neureut ca. 4.000 m tief) -Heißes Thermalwasser wird aus dem Untergrund nach oben geführt (hydrothermale Geothermie) -Erzeugungvon Wärme und/oder Strom in lokalen Kraft- bzw. Heizwerken -Vollständige Rückführung des Wassers über eine zweite Bohrung in das gleiche Thermalwasserreservoir -Das System bildet einen hydraulisch geschlossenen Kreislauf. Im Thermalwasser enthaltene Stoffe und Gase können nicht entweichen -Planbare Strom- und Wärmeversorgung, unabhängig von Sonne und Wind Erneuerbarer Strom & Erneuerbare Wärme Erdwärme Seite 4 Das GeothermieprojektNeureut -Das Projekt in Neureut ist zur Anbindung an ein Fernwärmenetz als auch zur Anbindung ans Stromnetz vorgesehen. -In einer Tiefe von ca. 4.000 m Tiefe wurde im Rahmen von ersten geologischen Interpretationen ein geothermisches Reservoir identifiziert, für welches Temperaturen von 190°C prognostiziert werden. -Derzeit wird eine thermische Leistung von 40-50 MW (entspricht ca. 50% Miro) erwartet , welche in einer modernen Kraftwerksanlage in ca. 7,5 - 12 MWelektrische Leistung gewandelt werden würde. -Aktuell laufen weitere Datenanalysen zur Evaluierung des Reservoirs und finalen Standortermittlung. -Die Bauvoranfrage ist für Ende 2020 geplant. -Der Beginn des bergrechtlichen Verfahrens inkl. UVP-Vorprüfung ist für Anfang 2021 geplant. -Frühester Beginn der Bohrplatz-/Bohrarbeiten ist für Q4 2021 geplant. Errichtung des Kraftwerkes ist für Q4/2022 bis Q1/2024 geplant. Seite 5 Im Bereich Neureut wurden auf Basis der ersten Auswertungen von 3D Seismikdatengünstige Bereiche in der Mitte einer Zerrüttungszone identifiziert. Zielbereich 2 km 4 km Tiefe Blick in das Reservoir Seite 6 - Für 30 km² 3D- Seismikdaten im Stadtgebiet KA vorhanden und untersucht - Weitere Projekte in KA möglich, dafür aber neue 3D Seismikmess- kampagne nötig Projektphasen Seite 7 Kriterien für Standortwahl -Bergrechtliche Anforderungen:Umsturzradius des Bohrturmes (ca. 60 m, kein regelmäßiges Aufhalten von Personen in diesem Radius) ist zu berücksichtigen -Geologie: -Erreichbarkeit der Zielstrukturen in über 4 km Tiefe von einem Sammelbohrplatz aus gegeben -Abstand der Bohrungslandepunkte im Reservoir ca. 1,5 km von einander entfernt (abgelenkte Bohrpfade) und innerhalb der Aufsuchungsfeldgrenzen -Immissionsschutz:ausreichender Abstand zu Wohnbebauung auch unter Berücksichtigung von ggf. zusätzlichen Lärmschutzmaßnahmen -Umweltschutz:gemäß nauturschutzkundlicher Bewertungen und Anspruch eines minimal invasiven Eingriffes -Infrastruktur:Anschlussoptionen in hinreichender Nähe vorhanden und/oder zu wirtschaftlich darstellbaren Bedingungen erweiterbar Seite 8 Bewertung Standorte Von 7 Standorten wären aus unserer Sicht die Standorte 1, 3 und 4 aus heutiger Sicht theoretisch machbar. -Standort 1 ("geplantes Gewerbegebiet"): aus geologischer und bohrtechnischer Sicht grundsätzlich geeignet; jedoch höherer technischer Aufwand aufgrund des längeren Bohrpfades; Fläche erfüllt bergrechtliche Bedingungen -Standort 2: Geologie und Bohrpfadgestaltung sehr herausfordernd, da Standort an nördlicher Grenze der Aufsuchungserlaubnis, die auch bei Bohrung einzuhalten ist. Außerdem: Nach unserem Verständnis aus bisherigen Diskussionen als Aufforstungsfläche vorgesehen und aufgrund bestehender Biotopstrukturen nicht geeignet. -Standort 3: Privates Eigentum, wegen Straßenführung ungünstig geschnitten und wie bei Standort 2 hinsichtlich Geologie und Bohrpfadgestaltung sehr herausfordernd, da nahe an der Erlaubnisfeldgrenze. -Standort 4: der geologisch und bergrechtlich beste Standort; Grundstück erfüllt bergrechtliche Anforderungen; Abstand zur Wohnbebauung ausreichend, so dass mit keinen wahrnehmbaren Immissionen zu rechen ist. -Standort 5 (“Erweiterung Friedhof"): Bergrechtlich nicht geeignet; Anforderungen an den theoretischen Umsturzradius des Bohrturmsnicht erfüllt; Nähe zur Wohnbebauung problematisch. -Standort 6: Nach unseren Informationen im direkten Abstrom eines sanierten Schadensfalles; Eingriffe ins oberflächennahe Grundwasser könnten zu Schadstoffmobilisierungen führen; Zuwegung zum Gelände sehr umständlich und aufwendig. Zudem Nähe zur Aufsuchungsfeldgrenze wie bei Standorten 2 und 3. -Standort 7 ("Fa. Schempp") : Geologisch geeignet. Allerdings kann Projekt die Kosten für die Entsorgung (180.000 m³ Material der Abfallklassen Z1 bis Z3) nicht tragen; Genehmigungsverfahren für Entsorgung der Deponie nicht mit Zeitplan für Entwicklung der Geothermieanlage vereinbar. Seite 9 Grundstücksanforderungen zur Umsetzung des Projekts Neureut am Beispiel der Fläche 4 -Flächenbedarf ca. 2 – 2,5 ha -Bohrplatz mit Umsturzradius max. 60 m (kein regelmäßiges Aufhalten von Personen in diesem Radius) -Testbecken -Umfahrung Bohrplatz und Luftkühler -ORC-Anlage mit ca. 50 MW thermischer oder 12 MW elektr. Leistung -Parallel Bauen und Bohren nur mit Kauf weiterer Parzellen möglich (Stadt Karlsruhe ca. 1,73 ha) -Abstand Wohnbebauung ca. 600 m Seite 10 Beispiel: Projekt Graben-Neudorf Seite 11 Seite 11 Luftkühler ORC Kraftwerk Bohrungen mit Pumpe Betriebsgebäude Einladung zur Gründung einer Projektgruppe „Erdwärmeanlage“ -Regelmäßiger und konstruktiver Austausch zum Thema Erdwärme zwischen den Stadtteilvertretern und der Deutschen ErdWärme -Einbindung des Stadtteils während der Genehmigungsprozesse -Mehr Hintergrundwissen und Informationen für die Teilnehmer -Verbesserung der Kommunikation vor Ort -Schaffung von lokalem Nutzen Seite 12 GeplanteAnzahlder Teilnehmer15-20 Vertreter lokaler Institutionen wie z.B. freiwillige Feuerwehr Aus der Verwaltung •Bauamt •Umweltamt •Planungsamt Vertreter aus der Energieagentur Karlsruhe Evtl. fachkundige Bürger •1-2 Vertreter Vertreteraus den Parteien/Fraktionen Deutsche ErdWärme •Projektleiter •Referent Kommunikation Moderator Ortsvorsteher Optional als Gäste Künftiger Abnehmer Workshop-Themen Zusammensetzung Projektgruppe Seite 13 Angedachte Module für die Projektgruppe Modul 1 Besichtigung Erdwärme-Anlage Modul 2 Sicherheit und Verfahren: Seismik, Emissionen, Genehmigungen Modul 3 Chancen und Potenziale für Neureut:Erneuerbare Wärme und Nutzen •Vor-Ort Besichtigungen - Aktive Tiefenbohrung - Laufende ErdWärme- Anlage - Geplanter Standort in Neureut •Standortkritierien •Geologie in Neureut •Erläuterung Hauptbetriebsplan •Externe Expertise zu - Seismik (KIT) - Emissionen - Grundwasser - Genehmigungen •Fragen und Antworten •Diskussion zu Kernthemen •Externe Expertise zu Nah- u. Fernwärme •Diskussion zu erneuerbarer Wärme in Neureut •Individueller Nutzen für den Stadtteil Neureut - Denkbare Maßnahmen •Geplantes Soziales Engagement Abschlussbericht •Ergebnisse und Empfehlungen zur Projektumsetzung werden in einem Abschlussbericht niedergeschrieben. •Abschlussbericht wird an Behörden und Gemeindevertretern ausgeteilt •Vorstellung im gewünschten Gremium und anschließend in der Öffentlichkeit Kick-off Einführung Themen und Module •Gegenseitige Vorstellung der TN •Ziele der Projektgruppe •Themen festlegen •Module wählen •Ablaufplanung •Geplante Kommunikation Seite 14 Stephanienstraße 55, 76133 Karlsruhe www.deutsche-erdwaerme.de Deutsche ErdWärme GmbH & Co. KG Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit Referent für Kommunikation und kommunale Angelegenheiten Tel.: +49 721 38 13 49 97 Mobil: +49 172 721 46 85 roman.link@deutsche-erdwaerme.de Roman Link Projektleiter Neureut, Tiefbohrungen Tel: +49 721 38 13 49 95 Mobil:+49 171 81 45 240 sebastian.homuth@deutsche-erdwaerme.de Dr.-Ing. Sebastian Homuth, MSc. Ihre Ansprechpartner Seite 16 Backup Bohrplanung gemäß neuer BVEG* Richtlinie Grundwasserschutz Zusätzliche Maßnahmen zur laufenden Überwachung der Bohrungsintegrität -Regelmäßige Inspektion und Wandstärken- Messung -Ringraumüberwachung Druck und Volumen -und Glasfaserkabel im Bereich der Ankerrohrtour *BVEG=Bundesverband Erdöl, Erdgas und Geoenergie Seite 18 Grundwasser - Monitoring in der Bohrphase und im Betrieb Seite 19 GWL 1 GWL 2 GWL 3 GWL 4 Messstelle 1Messstelle 2Messstelle 3 Messstelle 4Messstelle 5 Verrohrungsschema nach Planung TR Bohrungsintegrität des BVEG -Tiefe Geothermie-Bohrungen mit Fördertemperaturen von bis zu 200°C mit technical open flow Potential (= artesisch) sind im Oberrheingraben zu erwarten. -Aus diesem Grund fordert der BVEG in der technische Regel 2.1.2. (s.u.) ein Futterrohr-Design mitzwei Barrieren. Rot= erste Barriere, blau=zweite Barriere,siehe Bild rechts -Dieses Design wird auch DEW verwenden, mit einerÄnderung, die 13 3/8 Rohrtour soll im top hole als tie-back-liner mit PBR ausgeführt werden, so dass ein Austausch/Wechsel möglich ist. -Das System derzwei Barrierenwurde in Nähe der geplanten Bohrungen von Rhein-Petroleum für zwei Rohöl-Explorations- Bohrungen angewendet. Bohrung Hofwiese in 2016, Bohrung Steig1 in 2019. Seite 20 UVP-Vorprüfung nach UVP-V Bergbau §1 Abs. 10b Herrichtung des Bohrplatzes am Standort und Durchführung der Bohrarbeiten zur Aufsuchung von Erdwärme -Schutzgut Wasser, Grundwasser, Tiefengrundwasser -Schutzgut Mensch, menschliche Gesundheit -Schutzgut Tiere, Pflanzen, biologische Vielfalt (Artenschutzfachbeitrag) -Schutzgut Klima und Luft -Schutzgut Boden und Fläche -Schutzgut Landschaft -Schutzgut kulturelles Erbe und sonstige Sachgüter Seite 21 Informationen zu Emission und Immission beim Bohrbetrieb -Schallimmissionen: 40 – 60 dB in 150-300 m Entfernung, umfangreiche Schallminderungslösungen an den einzelnen Aggregaten realisiert -Wasserdampf: nur während Befüllung Testbecken (12-48 Stunden) -Abgase: von Notstromaggregat (falls überhaupt, wenige Stunden) und ggf. Verbrennung von Formationsgasen über Fackel (falls überhaupt, wenige Stunden/Tage) -Licht: Bohrplatzbeleuchtung im Nachtbetrieb, grundsätzlich 24/7 -Staub: wie bei jeder anderen Baumaßnahme (betrifft nur Bohrplatzbau und Kraftwerksbau) -Erschütterungen aus Bohrbetrieb: keine -Mikroseismizität aus Bohrbetrieb: nicht erwartet Seite 22 Schallemission im Bohrbetrieb -Bohranlagen- und umgebungsspezifisch, meist im Bereich 40-60 dB(A) in nächster zugänglicher Entfernung (150 - 300 m) -Weitere Emissionsverringerung durch temporäre Lärmschutzwände und Einhausungen von Anlagenteilen sind möglich -Ab 600m - 700m Entfernung unter 35db(A), = Wohngebiet Beurteilungspegel Nacht Seite 23 Geräuschemission im Bohrbetrieb Während der Bauarbeiten zur Herrichtung des Bohrplatzes mit Standrohrsetzung und während der Bohr- und Testarbeiten ist mit wahrnehmbaren Geräuschemissionen zu rechnen. Es werden ausschließlich Maschinen eingesetzt, die dem Stand der Technik entsprechen. Bei der Durchführung der Arbeiten wird darauf geachtet, dass die Richtlinien zum Lärmschutz (AVV Baulärm) eingehalten werden und die dort genannten zulässigen Immissionsrichtwerte nicht überschritten werden. Die Schallausbreitung während der Bohrarbeiten durch den Betrieb der Anlage wird im Vorfeld berechnet (Prognosegutachten mit Isophonenplänen). Sollte es zu Überschreitungen Werte der AVV Baulärm kommen, werden entsprechende Maßnahmen zur Einhaltung der Richtwerte ergriffen (z.B. Schallschutzwand). Seite 24 Beispiel: Umsetzung Bohrphase 100 m Abstand zur Wohnbebauung Seite 25 Gasförmige Emission im Bohrbetrieb Im Zuge der Fördertests (Pumpversuche) wird das Thermalwasser übertage auf atmosphärischen Druck entspannt und abgekühlt bevor das Wasser wieder der Bohrung zugeführt oder entsorgt wird. Dabei entsteht vorübergehend je nach angetroffener Reservoirtemperatur eine bestimmte Menge Thermalwasserdampf, mit dem ein leichter Geruch einhergehen kann. Während der Bohrarbeiten und Testarbeiten eingesetzte Dieselmotoren (nur temporär im Bedarfsfall, z.B. bei Bohrlochmessungen, Zementationen, ggf. Kompressoren etc.) werden gemäß § 22 BlmSchG entsprechend den anerkannten Regeln der Technik betrieben und unterliegen nicht der Genehmigungspflicht nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz. Seite 26 Wasserdampf -Nur beim Testen der Bohrungen auf Produktivität -Betrifft wenige Stunden/Tage Seite 27 Lichtemissionen im Bohrbetrieb Aus sicherheitstechnischen Gründen müssen Leuchtstofflampen mit polychromatischem Licht eingesetzt werden, die den sicherheitstechnischen Ansprüchen einer Bohranlage entsprechen. Um die Beleuchtungsanlage möglichst insektenfreundlich zu gestalten werden die Lampen platzoptimiert und nach außen abgeschirmt aufgestellt, um so die Anzahl auf das absolut notwendige Maß zu minimieren. Außerdem werden die Lampen so ausgerichtet, dass sie auf die Baustellenflächen und nach unten leuchten. Durch exakte Ausrichtung der Lampen wird eine Aufhellung außerhalb des Bohrplatzes soweit wie möglich vermieden. Seite 28 Verkehrsbelastung Bohrbetrieb-und Bauphase -Zufahrt 40 t LKW geeignet (ggf. Schwer-/Sondertransport) -Verkehrsbelastung -Bohranlagenauf- und abbau ca. 100 LKW in 10 Tagen -während Bohrphase 180 Tage 3-5 LKW pro Tag -während Kraftwerksbau 180 Tage ca. 5 LKW pro Tag Bohrbetrieb Die Bohranlage wird in Einzelteilen antransportiert und vor Ort montiert. Der Antrieb und die Versorgung der Anlage erfolgen elektrisch. Ein Dieselaggregat wird nur zur Notstromversorgung aufgestellt. Im Durchschnitt sind an der Bohrung täglich 20 Beschäftigte eingesetzt. Die Anlage wird, ebenso wie an Wochentagen, auch an Sonn- und Feiertagen 24 h/Tag betrieben. Die Bohrungen inkl. Test werden etwa 240 Tage dauern. Seite 29 Informationen zu Emission und Immission beim Anlagenbetrieb -Schallimmissionen: 35db(A) in 500-700 m Entfernung im Regelbetrieb -Wasserdampf: beim Anfahren des Thermalwasserkreislaufs wenige Stunden im Jahr -Gase, Abgase: keine -Licht: Notbeleuchtung nachts auf Laufwegen -Staub: keine -Verkehr: 5-10 PKW oder Kleintransporter pro Tag -Erschütterungen aus Anlagenbetrieb: keine -Mikroseismizität: nicht erwartet Seite 30 Kraftwerksanlage im Betrieb, Schallquellen -Anlagenspezifisch, höchste Werte im Bereich 90 – 105 dB(A) direkt an Luftkühleranlage -Hauptemittent sind die Luftkühler (trotz Schallminderungsmaßnahmen) -Turbine und Generator sind komplett gekapselt und vom Erdboden entkoppelt -Pumpenmotor ist gekapselt Seite 31 -Schallsimulation für das Projekt Grabe- Neudorf -Abstand von mindestens 500 m zur Wohnbebauung empfohlen -Dieser Abstand ist notwendig, um den 35 dB(A) Beurteilungspegel Nacht zu unterschreiten Schallimmission Analyse Kraftwerksanlage im Betrieb Seite 32 Anlagenschema mit Strom- und Wärmeauskopplung Seite 33 Anlagenbeschreibung Thermalwassersystem Das Thermalwassersystem besteht aus der obertägigen Rohrleitungsanlage einschließlich der im Bohrloch installierten Förderpumpe, der Filteranlage, dem Druckhaltesystem, der thermalwasserberührten Rohrleitungsanlage, den Wärmeübertragern des ORC sowie der Pumpenanlage zur Reinjektion des Thermalwassers. Das Verfahren ist im Anlagenschema dargestellt. Das Thermalwasser wird mit einer in der Förderbohrung installierten elektrischen Förderpumpe über eine Förderrohrtour gefördert. Die Bohrlochköpfe der Förder- und Reinjektionsbohrung befinden sich auf dem Bohrplatz und sind jeweils mit einem Bohrlochverschluss ausgestattet. Die Bohrungen und die Bohrlocheinbauten einschließlich der Förderpumpe unterliegen dem bergrechtlichen Genehmigungsverfahren. Feststoffe aus der Förderbohrung werden durch Filter vor dem Eintritt in das Kraftwerk entfernt. Die Filter befinden sich in einem separaten Filterhaus. Die Druckhaltung befindet sich angrenzend an das Filterhaus. Die Druckhaltung des Thermalwasserkreises wird mittels eines Druckausgleichsbehälters durchgeführt, um Druckstöße aus dem Thermalwassersystem zu mindern und das Thermalwassersystem bei Anlagenstillständen unter Druck zu halten. Mit Eintritt in den ORC-Kreislauf wird die Wärme über mehrere Schritte mittels Rohrbündel-Wärmeübertrager an den Arbeitsmittelkreislauf des Kraftwerks übertragen. Das heiße Thermalwasser überträgt die Wärme an die Verdampfer und Vorwärmer. Nach Austritt des Thermalwassers aus dem ORC-Kreislauf und Übertragung der Wärme des Thermalwassersystems wird das abgekühlte Thermalwasser über die Reinjektionsbohrung in das Reservoir zurückgefördert. Die Entleerung des Thermalwasserkreislaufs zu Revisionszwecken erfolgt über Entleerungsarmaturen in das Thermalabwasserbecken. Die Anlage wird hierzu abschnittsweise entleert. Rückstände aus dem Thermalwasser werden abgetrennt. Es werden Flansche zur möglichen späteren Erweiterung einer Fernwärmeauskopplung vorgesehen. Seite 34 Anlagenbeschreibung ORC-Kreislauf Der Sekundärkreislauf wird als ein- oder zweistufiger ORC-Prozess ausgeführt. Das Arbeitsmittel wird im Vorwärmer bis nahe der Verdampfungstemperatur vorgewärmt und anschließend im Verdampfer verdampft. Der Frischdampf des Arbeitsmittels wird der Turbine zugeführt. Nach der Entspannung in der Turbine wird der Turbinenabdampf durch Kühlung in einem luftgekühlten Kondensator kondensiert. Dabei strömt der Abdampf durch die Rohre des Kondensators. Das Arbeitsmittelkondensat wird den Speisepumpen zugeführt und der Kreislauf geschlossen. Der Turbosatz bestehend aus Turbine(n), Generator und Getriebe ist mit einem Schmierölsystem ausgerüstet. Das Schmierölsystem besteht aus Ölpumpen, Schmutzfiltern, Vorlagerbehälter, Wärmetauschern und einem Ölauffangsystem. Neben dem Ölschmiersystem wird zur Kühlung des Schmieröls ein Wasser-Glykol-Kühler mit Pumpe und Vorlagebehälter betrieben. Um den Austritt des Arbeitsmittels weitestgehend zu vermeiden, werden Rohrverbindungen und Anschlüsse überwiegend geschweißt. Ist eine geringe Leckage konstruktionsbedingt nicht zu vermeiden, werden diese Bereiche mit geeigneten Detektoren überwacht. Nebensysteme Neben der Hauptanlage ist die Anlage mit einer Instrumentenluftversorgung und einem Stickstoffsystem zur Inertisierung und Druckbeaufschlagung der Bohrungen und des Thermalwassersystems ausgestattet. Seite 35 Betriebsbeschreibung Im Normalbetrieb ist die Anlage ohne Betriebsunterbrechungen ganzjährig an 7 Tagen pro Woche, 24 h pro Tag in Betrieb. Für Revisionsarbeiten sind jährlich ein bis zwei Anlagenstillstände vorgesehen. Im Normalbetrieb wird die Anlage vollautomatisch ohne Eingriff durch Betriebspersonal vor Ort betrieben. Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten werden vom Betriebspersonal durchgeführt und regelmäßige Rundgänge und Kontrollen vorgenommen. Die permanente Anwesenheit von Betriebspersonal ist nicht erforderlich. Die Wartung und Instandhaltung sowie die wiederkehrenden Prüfungen der Anlagenteile wird je nach Erfordernis durch eigenes Personal oder durch Personal von entsprechend qualifizierten Fremdfirmen durchgeführt. Die Anlage verfügt über eine leittechnische Betriebsüberwachung und eine Brandmeldeanlage. Bei Störungen findet eine Alarmierung des Betriebspersonals statt. Für den Notfall werden entsprechende Pläne zur Alarmierung und Gefahrenabwehr in Zusammenarbeit mit den zuständigen Stellen erstellt. Seite 36 Überwachung Mikroseismizität / Seismisches Monitoring Beschreibung der Messstationen Die vorgesehenen Messstationen entsprechen den aktuellen Empfehlungen zur seismischen Überwachung geothermischer Anlagen („FKPE Empfehlungen“). Ein Netzwerk mit fünf seismologischen Stationen wird vor Bohrbeginn in Betrieb genommen. Entsprechend bereits im Oberrheingraben gemachter Erfahrungen können Oberflächenseismometern die Vorgaben des FKPE erfüllen. Um die Funktionalität sicherzustellen, wird im Vorfeld die seismische Bodenunruhe an den Stationsstandorten gemessen. Falls die FKPE Vorgaben mit Oberflächenseismometern nicht erfüllbar sein sollten, werden die Instrumente entsprechend den FKPE Empfehlungen in Beobachtungsbohrungen installiert. Jede Messstation ist mit einem kurzperiodischen 3-Komponenten Seismometer (bzw. Geophon bei einer Bohrlochinstallation) und einem GPS-synchronisierten Datenlogger (24bit) ausgestattet. Die Aufzeichnung der Messdaten erfolgt mit einer Abtastrate ≥ 100 Hz in einem seismologischen Standardformat. Die Daten werden in Echt-Zeit mittels eines seismologischen Standardprotokolls (Earthworm/SeedLink) in eine Datenzentrale übertragen und dort ausgewertet. Die Anwendung seismologischer Standards ermöglicht dem direkten Datenaustausch mit dem Landeserdbebendienst. Rohdaten werden kontinuierlich archiviert und für mindestens 24 Monate vorgehalten. Für die Standortwahl einer Oberflächenstation kommt sowohl eine Freifeldinstallation als auch eine Installation in einem ruhigen Gebäude (z.B. Friedhof, Wasserspeicher, etc.) in Betracht. Generell sind bei der Standortwahl folgende Kriterien zu berücksichtigen: §Vermeidung anthropogener Bodenunruhe (Bahntrasse, Autobahn, Straße, Industrieanlage). Vermeidung natürlicher Bodenunruhe (Bewaldung, Gewässer). §Zugänglichkeit (Zufahrtstrasse, Schutzgebiet), nutzbare Infrastruktur (Stromanbindung, Mobilfunkabdeckung). §Vermeidung elektromagnetischer Störquellen (z.B. Hochspannungsleitung). Vier von den fünf Stationen werden in etwa 3 km Abstand zu den Bohrungen installiert. Die fünfte Messtation wird nahe des Bohrplatzes installiert. Seite 37 Einspeiseoptionen Wärme -In Nähe zum geplanten Projektstandort des Geothermiekraftwerkes Neureut liegt eine bestehende Fernwärmeleitung in ca. 700 m Entfernung, mit einer Einspeisekapazität für bis zu 15 MW. -Möglichkeit des Aufbau eines ergänzenden größeren Leitungsnetzes für Abnehmer im Bereich Neureut insbesondere im neu geplanten und noch nicht in der Umsetzung befindlichen Gewerbegebietes in direkter Nachbarschaft zum geplanten Geothermiekraftwerk. Seite 38 Projektstandort ca. 700 m Kommunikationsmaßnahmen -Infostände -Neuer Internet-Auftritt mit Antworten zur Erdwärme -Anzeigen in Mitteilungsblättern -Social Media (Facebook und Twitter) -Vorträge in den Ortsverbänden -Bürgersprechstunden -Bürgerinformationsveranstaltung -Sonderbeilage im 3. Quartal „Natürlich ErdWärme“ -Einbindung der Kommune durch Gründung einer Projektgruppe für die Entscheidungsträger

  • Praesentation_Geothermie_StPLA_16062020
    Extrahierter Text

    Ortschaftsrat Neureut │ Standortbewertung Geothermiekraftwerk 16.06.2020 1 TOP 2 Standortbewertung Geothermiekraftwerk Stadtplanungsamt Ortschaftrat Neureut am 16. Juni 2020 Ortschaftsrat Neureut │ Standortbewertung Geothermiekraftwerk 16.06.2020 2 Standorte - Übersicht 2 4 6 3 7 Quelle Abbildung: Deutsche ErdWärme GmbH 5 Ortschaftsrat Neureut │ Standortbewertung Geothermiekraftwerk 16.06.2020 3 1. Gottesauer Feld Ortschaftsrat Neureut │ Standortbewertung Geothermiekraftwerk 16.06.2020 4 Ortschaftsrat Neureut │ Standortbewertung Geothermiekraftwerk 16.06.2020 5 4. westlich L605 Variante 1 Variante 2 Ortschaftsrat Neureut │ Standortbewertung Geothermiekraftwerk 16.06.2020 6 5. nördlich Hauptfriedhof Ortschaftsrat Neureut │ Standortbewertung Geothermiekraftwerk 16.06.2020 7 6. nördlich Kirchfeld Ortschaftsrat Neureut │ Standortbewertung Geothermiekraftwerk 16.06.2020 8 IMPRESSUM Amt: Stadtplanungsamt Karlsruhe Leiterin: Prof. Dr.-Ing. Anke Karmann-Woessner Bereich Generalplanung: Heike Dederer Bearbeitung: Viola Schruff, Janne Thomsen Karten, Fotos: Stadt Karlsruhe – Stadtplanungsamt Kartengrundlagen, Luftbild: Stadt Karlsruhe – Liegenschaftsamt 06.12.2018 Ortschaftsrat Neureut │ Standortbewertung Geothermiekraftwerk 16.06.2020 9 Quelle: Deutsche ErdWärme GmbH Ortschaftsrat Neureut │ Standortbewertung Geothermiekraftwerk 16.06.2020 10 Quelle: Deutsche ErdWärme GmbH Ortschaftsrat Neureut │ Standortbewertung Geothermiekraftwerk 16.06.2020 11 Quelle: Deutsche ErdWärme GmbH Ortschaftsrat Neureut │ Standortbewertung Geothermiekraftwerk 16.06.2020 12 7. südlich B36/nördlich Gottesauer Feld Ortschaftsrat Neureut │ Standortbewertung Geothermiekraftwerk 16.06.2020 13 Standorte - Übersicht 2 4 6 3 7 Quelle Abbildung: Deutsche ErdWärme GmbH 5 Ortschaftsrat Neureut │ Standortbewertung Geothermiekraftwerk 16.06.2020 14 Quelle: Deutsche ErdWärme GmbH Ortschaftsrat Neureut │ Standortbewertung Geothermiekraftwerk 16.06.2020 15 Quelle: Deutsche ErdWärme GmbH