Leichtathletik Indoor Meeting 2021 bis 2024

Vorlage: 2020/0361
Art: Beschlussvorlage
Datum: 26.03.2020
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Dezernat 1
Erwähnte Stadtteile: Keine Angaben

Beratungen

  • Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 26.05.2020

    TOP: 8

    Rolle: Entscheidung

    Ergebnis: mehrheitlich zugestimmt

Zusätzliche Dateien

  • Indoor-Meeting
    Extrahierter Text

    Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister BESCHLUSSVORLAGE Vorlage Nr.: Verantwortlich: 2020/0361 Dez. 1 Leichtathletik INDOOR MEETING 2021-2024 Beratungsfolge dieser Vorlage Gremium Termin TOP ö nö Ergebnis Hauptausschuss 19.05.2020 7 x vorberaten Gemeinderat 26.05.2020 8 x Beschlussantrag 1. Der Gemeinderat erklärt sich mit der Durchführung des Indoor Meetings im Jahr 2021 einverstanden und genehmigt bereits jetzt im Vorgriff auf den Beschluss zum Haushalt 2021 die hierfür erforderlichen Haushaltsmittel von 207.500 Euro für die Durchführung sowie von 350.000 Euro für die Errichtung der Sportinfrastruktur auf dem Messegelände. Die Mittel werden durch die Verwaltung in den Entwurf des Haushaltsplans 2021 eingestellt. 2. Der Gemeinderat nimmt zur Kenntnis, dass geplant ist, das Indoor Meeting auch in den Jahren 2022 und 2023 durchzuführen. Die hierfür erforderlichen Haushaltsmittel von 207.500 Euro für die Durchführung sowie von 350.000 Euro für die Errichtung der Sportinfrastruktur auf dem Messegelände müssen in den Entwurf des Doppelhaushalts 2022/2023 eingebracht werden und stehen derzeit unter Finanzierungsvorbehalt. 3. Der Gemeinderat nimmt zur Kenntnis, dass geplant ist, das Indoor Meeting 2024 ebenfalls durchzuführen. Die für die geplante Durchführung des Indoor Meetings in der Europahalle im Jahr 2024 erforderlichen Haushaltsmittel von 207.500 Euro und 100.000 Euro für die Infrastruktur stehen unter Finanzierungsvorbehalt. Finanzielle Auswirkungen Gesamtkosten der Maßnahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatorischen Kosten abzügl. Folgeerträge und Folgeeinsparungen) Ja Nein 350.000 € 207.500 € Haushaltsmittel sind dauerhaft im Budget vorhanden Ja Nein Die Finanzierung wird auf Dauer wie folgt sichergestellt und ist in den ergänzenden Erläuterungen auszuführen: Durch Wegfall bestehender Aufgaben (Aufgabenkritik) Umschichtungen innerhalb des Dezernates Der Gemeinderat beschließt die Maßnahme im gesamtstädtischen Interesse und stimmt einer Etatisierung in den Folgejahren zu IQ-relevant x Nein Ja Korridorthema: Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) x Nein Ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften Nein x Ja abgestimmt mit KME u. KMK Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Das INDOOR MEETING Karlsruhe ist nicht nur seit 36 Jahren fixer Termin im internationalen Leichtathletik-Kalender, es ist nun auch ein Welterbe der Leichtathletik. In diesem Winter ist es vom Leichtathletik-Weltverband „World Athletics“ (bislang IAAF) in die Hall of Fame der Leichtathletik aufgenommen worden. Gemeinsam mit den Millrose Games in New York wurde das INDOOR MEETING jetzt als erstes Meeting in der Halle mit der „World Athletics Heritage Plaque“ ausgezeichnet. Mit dieser Auszeichnung wurde das INDOOR MEETING für seine herausragenden Beiträge zur weltweiten Entwicklung der Leichtathletik geehrt. Überreicht wurde die Medaille vom Vorstandsvorsitzenden des Weltverbandes Jon Ridgeon – zuerst in einer Feierstunde im Rathaus und dann vor 5.000 Besuchern in der ausverkauften Messehalle. Bereits vor Weihnachten war die 36. Auflage des INDOOR MEETINGs Karlsruhe ausverkauft. Lange bevor erste teilnehmende Stars verkündet wurden, war ein Großteil der Tickets verkauft. Ein Spiegel dafür, wie hoch die Begeisterung aber auch die Reputation des INDOOR MEETINGs bei der Bevölkerung ist. Das INDOOR MEETING Karlsruhe ist ein Premiumprodukt und die einzige internationale Sportveranstaltung in Karlsruhe mit weltweiter Aufmerksamkeit. Mit der World Athletics Indoor Tour ist die Stadt Karlsruhe fest in der Champions-League der Leichtathletik verankert. 2016 gehörte das INDOOR MEETING zu den Gründungsmitgliedern der Tour, zu der in 2020 noch Bosten (USA), Düsseldorf (GER), Torun (POL), Glasgow (SCO), Lievin (FRA) und Madrid (ESP) gehören. INDOOR MEETING Karlsruhe Medienanalyse Das INDOOR MEETING 2020 erfuhr eine enorme Live-Präsenz im Fernsehen. EUROSPORT 1 übertrug mehr als 90 Minuten live aus Karlsruhe und das in nahezu alle europäischen Länder. Ebenfalls ausgestrahlt wurde das Meeting in vielen Ländern in Nordafrika, dem Nahen Osten sowie Indien und Fernost. Über den Eurosport-Player wurden gar zweieinhalb Stunden vom INDOOR MEETING Karlsruhe online live gestreamt. Eine Aufzeichnung der Veranstaltung war im Nachgang bei EUROSPORT 2 ebenfalls europaweit zu sehen. In der Presse erfährt das INDOOR MEETING eine große Aufmerksamkeit. Schon weit vor der Veranstaltung sind Artikel zum Meeting in den überregionalen und regionalen Medien zu finden. Je näher die Veranstaltung rückte, desto mehr findet auch die internationale Berichterstattung, meist im Zusammenhang von Startankündigungen der Athleten, statt. Im Nachhinein sind es dann vor allem Rekorde und Bestleistungen, aber auch sportliche Niederlagen, die das INDOOR MEETING in die Medien bringt. Der Name Karlsruhe ist dabei weltweit überall zu lesen. Das INDOOR MEETING als Imagefaktor Gerade auf Grund der weltweit hohen Aufmerksamkeit ist das INDOOR MEETING Karlsruhe ein enormer Imageträger für Karlsruhe. Die Tatsache, dass nun das INDOOR MEETING als Welterbe der Leichtathletik ausgezeichnet wurde, unterstreicht die Wichtigkeit in der Leichtathletik-Welt und würdigt diese. Das INDOOR MEETING erreicht als internationale Sportveranstaltung in Karlsruhe mehr als 200 Millionen Menschen auf aller Welt – verbunden mit ausschließlich positiver Tonalität. So transportiert das Meeting den Namen Karlsruhe, aber auch die Messe Karlsruhe in die Welt und ist ein maßgeblicher Werbeträger für den Messestandort. Das INDOOR MEETING als Businessplattform Das INDOOR MEETING 2020 wurde durch rund 50 Sponsoren und Partner mit Geld- und Sachleistungen unterstützt. Erneut konnte bei den verkauften Business-Plätzen eine Steigerung erzielt werden. Gut 850 Business-Tickets konnten abgesetzt werden – über ein Drittel mehr als 2016. Ein Großteil der Sponsoren hat bereits seine Unterstützung für das INDOOR MEETING 2021 zugesagt. Ergänzende Erläuterungen Seite 3 Ausblick 2021, 2022 und 2023 kann das INDOOR MEETING in der Messe Karlsruhe stattfinden. Geplant ist, dass das INDOOR MEETING 2024 in die Europahalle zurückkehrt. Die dafür erforderlichen Maßnahmen auf der Grundlage des Gemeinderatsbeschlusses vom 26.03.2019 befinden sich in Vorbereitung. Zudem liegt die Zusage des Leichtathletik- Weltverbands vor, dass das INDOOR MEETING auch in der Europahalle Teil der World Athletics Indoor Tour sein kann. Mit dem Umzug in die Europahalle werden im Vergleich zur Durchführung in der Messe Karlsruhe Kosten für die Schaffung der erforderlichen Infrastruktur reduziert. Dem allerdings stehen bei einem INDOOR MEETING in der Europahalle die Kosten in Höhe von 100.000 € für Eventaufbauten wie VIP-Zelt, Partnerzelt, aber auch TV- und Organisationscontainer entgegen. Eine Durchführung in der Europahalle wird den bisherigen städtischen Zuschuss in Summe jedoch um ca. 250.000 Euro reduzieren. Eine Genehmigung der erforderlichen Haushaltsmittel für das Jahr 2021 zum jetzigen Zeitpunkt und damit im Vorgriff auf den Beschluss zum Doppelhaushalt 2021/2022 ist erforderlich, weil das INDOOR MEETING als Teil der World Athletics Indoor Tour am 29. Januar 2021 stattfinden soll und nur so die notwendigen Vorbereitungen für die Durchführung getroffen werden können. Der Aufsichtsrat der KME hat die Durchführung des INDOOR MEETINGs in den Jahren 2021-2024 befürwortet. Beschluss: Antrag an den Gemeinderat 1. Der Gemeinderat erklärt sich mit der Durchführung des Indoor Meetings im Jahr 2021 ein- verstanden und genehmigt bereits jetzt im Vorgriff auf den Beschluss zum Haushalt 2021 die hierfür erforderlichen Haushaltsmittel von 207.500 Euro für die Durchführung sowie von 350.000 Euro für die Errichtung der Sportinfrastruktur auf dem Messegelände. Die Mittel werden durch die Verwaltung in den Entwurf des Haushaltsplans 2021 eingestellt. 2. Der Gemeinderat nimmt zur Kenntnis, dass geplant ist, das Indoor Meeting auch in den Jahren 2022 und 2023 durchzuführen. Die hierfür erforderlichen Haushaltsmittel von 207.500 Euro für die Durchführung sowie von 350.000 Euro für die Errichtung der Sport- infrastruktur auf dem Messegelände müssen in den Entwurf des Doppelhaushalts 2022/2023 eingebracht werden und stehen derzeit unter Finanzierungsvorbehalt. 3. Der Gemeinderat nimmt zur Kenntnis, dass geplant ist, das Indoor Meeting 2024 ebenfalls durchzuführen. Die für die geplante Durchführung des Indoor Meetings in der Europahalle im Jahr 2024 erforderlichen Haushaltsmittel von 207.500 Euro und 100.000 Euro für die Infrastruktur stehen unter Finanzierungsvorbehalt.

  • Protokoll TOP 8
    Extrahierter Text

    Niederschrift 10. Plenarsitzung des Gemeinderates 26. Mai 2020, 15:30 Uhr öffentlich Gartenhalle, Kongresszentrum Vorsitzender: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 9. Punkt 8 der Tagesordnung: Leichtathletik Indoor Meeting 2021 bis 2024 Vorlage: 2020/0361 Beschluss: 1. Der Gemeinderat erklärt sich mit der Durchführung des Indoor Meetings im Jahr 2021 ein- verstanden und genehmigt bereits jetzt im Vorgriff auf den Beschluss zum Haushalt 2021 die hierfür erforderlichen Haushaltsmittel von 207.500 Euro für die Durchführung sowie von 350.000 Euro für die Errichtung der Sportinfrastruktur auf dem Messegelände. Die Mit- tel werden durch die Verwaltung in den Entwurf des Haushaltsplans 2021 eingestellt. 2. Der Gemeinderat nimmt zur Kenntnis, dass geplant ist, das Indoor Meeting auch in den Jahren 2022 und 2023 durchzuführen. Die hierfür erforderlichen Haushaltsmittel von 207.500 Euro für die Durchführung sowie von 350.000 Euro für die Errichtung der Sport- infrastruktur auf dem Messegelände müssen in den Entwurf des Doppelhaushalts 2022/2023 eingebracht werden und stehen derzeit unter Finanzierungsvorbehalt. 3. Der Gemeinderat nimmt zur Kenntnis, dass geplant ist, das Indoor Meeting 2024 ebenfalls durchzuführen. Die für die geplante Durchführung des Indoor Meetings in der Europahalle im Jahr 2024 erforderlichen Haushaltsmittel von 207.500 Euro und 100.000 Euro für die Infrastruktur stehen unter Finanzierungsvorbehalt Abstimmungsergebnis: Ziffer 1: Bei 41 Ja-Stimmen und 5 Nein-Stimmen mehrheitlich angenommen Ziffer 2: Bei 44 Ja-Stimmen, 1 Nein-Stimme und 1 Enthaltung mehrheitlich angenommen Ziffer 3: Bei 44 Ja-Stimmen, 1 Nein-Stimme und 1 Enthaltung mehrheitlich angenommen Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 8 zur Behandlung auf und verweist auf die Vorbera- tung im Hauptausschuss. – 2 – Ich will jetzt nicht in die Thematik einführen, das haben wir im Aufsichtsrat und anderswo aus- reichend diskutiert, ich möchte darauf hinweisen, dass ich die Beschlussziffern getrennt ab- stimmen werde, das war gestern ein Wunsch aus unserem Ältestenrat. Stadtrat Löffler (GRÜNE): Das Indoor Meeting soll nach der Vorlage wie geplant und wie in den letzten Jahren Anfang des Jahres 2021 stattfinden. Die Kosten dafür werden über eine halbe Million Euro betragen, wovon ein Großteil mehr als die Hälfte für die Infrastruktur der Sportan- lagen, der Tribünen, vorgesehen ist, insbesondere für die Anmietung der Anlagen bei Dritten, das heißt, es sind auf jeden Fall Kosten, die wir direkt ausgeben, das sind auch keine Einnah- men, die seitens der Stadt an die KMK gehen würden. Aus unserer Sicht sind die Kosten in der Messe deutlich zu hoch, das haben wir auch in der Vergangenheit häufiger kritisiert. Wir sehen es auch in der aktuellen Zeit als nicht sinnvoll an, an dieser Stelle die Kosten jetzt schon zu ver- ausgaben, weil wir noch nicht sicher sagen können, ob eine Durchführung eines solchen Großevents im Januar/Februar 2021 überhaupt durchführbar oder machbar ist. Wir haben bei- spielsweise jetzt schon Messen, die Anfang des Jahres 2021 stattfinden sollten, die auf 2022 verschoben worden sind. Von daher denken wir, dass wir das Geld an anderer Stelle besser einsetzen können. Wir haben im Kultur- und Sozialbereich einiges an Themen, wo wir Kosten decken müssen, das werden wir nachher noch ausführlich diskutieren, wo es auch um die Exis- tenz kleinerer Vereine und Institutionen geht. Da müssen wir schauen, dass wir das Geld zielge- richtet einsetzen können. Wir stehen dazu, dass wir das Indoor Meeting in einer Europahalle mit deutlich geringeren Kosten stattfinden lassen wollen in der Zukunft, allerdings ist diese In- terimslösung aus unserer Sicht gerade jetzt nicht zustimmungsfähig. Stadtrat Hofmann (CDU): Ja, Herr Löffler, in einem haben Sie recht, das ist viel Geld für eine Veranstaltung, aber Sie haben es auch schon beantwortet, es ist einfach auch dem geschuldet, dass die fehlende Infrastruktur in der Messe nicht vorhanden ist. In der Europahalle würde sich das Ganze um die Hälfte reduzieren. Sie haben leider auch damit nicht recht, wenn wir diese Veranstaltung jetzt nicht mehr machen würden, wäre alles, was wir uns in den letzten Jahr- zehnten mühsam erarbeitet haben, mit einem Schlag weg, und wir hätten überhaupt kein High- light mehr in dieser sportlichen Hinsicht. Das heißt, wir haben uns dort mittlerweile eine inter- nationale Marke geschaffen, die Sie leider Gottes auch ganz schnell wieder zurückfahren könn- ten und die dann weg ist. Es geht einfach nicht, dass Sie eine Marke haben und die dann drei oder vier Jahre aussetzen, es kann sein, dass die dann einfach nicht mehr da ist. Es ist leider Gottes so, dass diese Infrastruktur immer zugekauft werden muss und sehr viel Geld kostet, dies haben wir aber in den Jahren zuvor auch so beschlossen. Ich denke, jetzt soll- ten wir kurz bevor wir in zwei Jahren dann die Europahalle hoffentlich wieder in Betrieb neh- men können, nicht den großen Fehler machen, wegen einem Mal das Ganze dann abzusagen. Deswegen ist dieser Antrag, dies um ein Jahr auszusetzen, die völlig falsche Lösung, denn auch dies würde gerade in den internationalen Gremien das Zeichen setzen, dass das Indoor-Meeting in Karlsruhe gar nicht richtig gewollt ist und das wir auch dort aus dem Ganzen ausscheiden würden. Ich kann nur weiter appellieren, dass es natürlich viel Geld ist und wir daran sind, das zu reduzieren, aber wir sollten jetzt nicht anfangen - und das werden wir nachher noch mal sagen - den einen gegen den anderen auszuspielen, was wir Gott sei Dank in den vielen Jahren hier in diesem Hause nicht gemacht haben. Wir haben nicht Kultur gegen Soziales und wir ha- ben nicht Sport gegen Finanzen ausgespielt, sondern wir haben gemeinsam sehr vieles hier ge- schaffen. Ich appelliere weiter an diesen Geist des Hauses, dass wir es auch in diesem Fall nicht machen, denn sonst werden wir irgendwann nur da stehen und am Ende nichts mehr haben. – 3 – Stadträtin Moser (SPD): Das Indoor Meeting ist die einzige internationale Sportveranstaltung, die wir hier in Karlsruhe im Bereich Leichtathletik haben, und nach dem Wunsch der SPD- Fraktion soll dieses Indoor Meeting in den Jahren 2021 bis 2023 hier stattfinden. Es hat sich zu einem Publikumsrenner entwickelt, wird mehrere Stunden live im Fernsehen übertragen, die Werbung für Karlsruhe ist von unschätzbarem Wert und ich könnte einfach so weiter machen, was alles das Indoor Meeting bewirkt. Eine solche Veranstaltung abzusagen, wäre ein Image- schaden sondergleichen. Ich bin nicht der Meinung, Herr Löffler, dass es möglich ist, ein Jahr auszusetzen und dann nach drei oder zwei Jahren wiederzukommen und zu sagen, jetzt hätten wir es gerne, denn es gibt bestimmt Städte, und das weiß ich ganz genau, die nur darauf war- ten, dass das so passiert. Wir stimmen gerne der Durchführung zu. Wir sehen die Kosten, das darf man nicht vergessen, aber im Moment stimmen wir zu. Stadtrat Hock (FDP): Sehr geehrter Kollege Detlef Hofmann, hinter dem, was Sie gerade ausge- führt haben, kann sich meine Fraktion komplett stellen. Es ist richtig, was Sie herausgearbeitet haben, es ist das Meeting, welches wir über Jahre in diese Lage gebracht haben, dass es eine internationale Wirkung für unsere Stadt hat, weil es in 21 Länder übertragen wird. Dann muss man sich schon die Frage stellen, was passiert, wenn man jetzt für ein Jahr aussetzen müsste, da gibt es schon genügend europäische Städte, die nur darauf warten. Ich kann nur davor war- nen, diesen Beschluss heute nicht zu fassen, denn man weiß, was die Stadt Karlsruhe alles tut, um ihr Renommee deutschlandweit aufzubessern. Auch Werbepartner sind da, die sich darauf eingestellt haben weiter mitzumachen. Wenn man das jetzt alles aufgibt, obwohl man gar nicht weiß, ob diese Veranstaltung im Januar überhaupt stattfinden kann, aber jetzt dieses Signal aus diesem Gemeinderat heraus zu senden, wir wollen jetzt erst mal nur ein Jahr aussetzen und dann schauen wir mal wieder, ich denke, dass dieses Signal das letzte Signal sein wird, was dann für Karlsruhe in Bezug auf das Indoor Meeting herausgeht, weil dann das Indoor Meeting weg ist. Wie der Kollege eben ausgeführt hat, wenn die Europahalle mal in den Zustand versetzt wird, wie wir es wollen, dann ist dort das Indoor Meeting gut aufgehoben und die Kosten werden auch reduziert. Es ist, wie Kollegin Moser gesagt hat, jetzt im Moment ein Kraftakt, aber meine Fraktion steht zu diesem Kraftakt, weil wir um die Außenwirkung wissen, und wir wollen nicht die getane Arbeit, die hier in diesem Bereich, von vielen Protagonisten in dieser Stadt über Jah- re hin gemacht wurde, aufs Spiel setzten und sagen, okay wir lassen das mal, und dann werden wir weiter sehen, das kann nicht das richtige Signal sein. Deshalb, lieber Gemeinderat, Herr Oberbürgermeister, wir sollten das Indoor Meeting am Leben erhalten und ein starkes Signal nach draußen senden, dass die Stadt Karlsruhe zu diesem Meeting steht. Stadträtin Fenrich (AfD): Ja, das Indoor Meeting ist ein großartiger Event. Es wird über Euro- sport eins und zwei übertragen und es ist ein unheimlich großer Imagefaktor für Karlsruhe. Wir haben vielleicht einen Punkt nicht angesprochen, er bietet auch Jugendlichen die Möglichkeit, sich das vor Ort anzuschauen. Vielleicht erwächst bei dem einen oder anderen die Neigung, die eine oder andere Sportart zu betreiben, so wie es bei Boris Becker oder Steffi Graf war oder bei unseren Fußballlegenden. Es hat etwas Positives und wir sollten auch großstädtisch denken, nicht in Kleinklein. Aber wir haben zurzeit eine Krise und auf städtischer Seite sehr hohe Ausga- ben. Wir haben sehr viele Hilferufe und wir wissen heute noch nicht, ob es eine Haushaltssper- re mit Nachtragshaushalt geben wird. Die Stadt kann auch nicht alles und jeden bedienen, wir müssen Abstriche machen. Ich bin überzeugt davon, wir müssen sparen und wir werden das als – 4 – Gemeinderäte sehr gewissenhaft tun und werden überlegen, wo wir das Geld ausgeben. Von daher unsere Abstimmung, wir als AfD sind eine demokratische Partei, wir heißen nicht Höcke und Kalbitz, wir heißen Schmidt, Schnell und Fenrich und von daher stimmen wir uneinheitlich ab. Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, ich danke Ihnen, dass Sie die Punkte auf meinen Wunsch hin zur Abstimmung gedrängt haben. Noch vielleicht zur Klarstellung, in der Vorlage steht, der Aufsichtsrat der KME hat die Durchführung des Indoor Meeting in den Jahren 2021 bis 2024 befürwortet. So ganz richtig ist es nicht, es war nicht einstimmig, es vermittelt aber so den Eindruck, deswegen bitte ich dies zu beachten, weil es hier auch ein unterschiedliches Ab- stimmungsergebnis geben wird. Stadtrat Bimmerle (DIE LINKE.): Vielem was bereits gesagt wurde, kann ich mich uneinge- schränkt anschließen. Herr Löffler, Sportveranstaltungen sind eben ein Teil der Kultur und des- halb müssen wir sie auch weiterhin unterstützen, auch wenn es einiges an Geld kostet. Wir können jetzt nicht das Signal aussenden, dass wir solche wichtigen Veranstaltungen, bei denen wir in den letzten Jahren so viel Geld investiert haben, jetzt aufgrund einer einmaligen Krise opfern und damit vielleicht auch für die Zukunft vollständig beerdigen wollen. Diese Veranstal- tung ist nicht nur ein Publikumsmagnet, sondern auch ein wichtiges Zeichen an diejenigen, die vielleicht Profisportler werden wollen und dort einen Schub Motivation bekommen, dass dies auch möglich ist. Wenn wir jetzt in der Corona-Krise anfangen, Sport gegen Kultur oder die Wirtschaft gegen das Soziale auszuspielen, dann machen wir einen fatalen Fehler, denn am Ende verlieren dabei alle Bürgerinnen und Bürger. Deshalb werden wir als Fraktion auch wei- terhin diesen Event unterstützen und halten es absolut für notwendig, dieses Geld dafür in die Hand zu nehmen. Stadtrat Kalmbach (FÜR): Kontinuität ist ein ganz wichtiges Wort bei solchen Veranstaltungen, und die sind über Jahre hinweg aufgebaut worden. Deswegen ist es richtig, darauf zu beharren, man kann das nicht einfach aussetzen und wieder weitermachen, es braucht diese Kontinuität. Gleichzeitig stimmt es natürlich, dass wir eine finanzielle Schieflage haben. Aber wie kann man in einer unsicheren Situation planen? Dadurch, dass man die Planung aufstellt und die Dinge unserer Entscheidungen unter Haushaltsvorbehalt stehen. Deswegen können wir, wenn alles schief geht, alles noch stoppen. Wir können jetzt nicht das Signal senden, wir stehen nicht zu dieser Veranstaltung und wir überlegen es uns noch, wie es weitergeht. Wir müssen ein klares Signal setzen, aber natürlich, wenn es ganz schief kommt, müssen wir auch den Mut haben, es wieder zurückzunehmen. Ein klares Ja, für die Planung des Indoor Meetings. Der Vorsitzende: Ich würde gerne noch mal zwischen den drei Positionen unterscheiden, man kann grundsätzlich sagen 500.000 Euro sind für eine solche Veranstaltung zu viel. Diese Diskus- sion hatten wir in den letzten Jahren oftmals. Aber es gab am Ende immer eine deutliche Mehrheit für diesen Event, das habe ich aber auch nicht als Position so rausgehört. Dann kann man sagen, in diesem Jahr, wo es so viele Einschränkungen und eine so schlechte Haushaltslage gibt, kann man mal ein Jahr darauf verzichten, das ist aus meiner Sicht, und das ist auch schon von mehreren gesagt worden, ein kritischer Weg, weil ich kann genau damit riskieren, dass ich jemals weiter in dieser Indoor-Tour bleibe und das wäre das falsche Signal, nachdem wir uns hier schon so intensiv damit beschäftigt haben. Dann gibt es eine dritte Position, die da heißt, es könnte sein, dass das Indoor Meeting im nächsten Januar gar nicht stattfindet und dann hät- ten wir eine Vergabe getätigt, die viel Geld kostet und dieses ist dann verschenkt. Da kann ich – 5 – Ihnen mitteilen, dass Herr Wacker in einem aktuellen Sprechzettel noch mal konkretisiert hat, dass es eine Möglichkeit der Vergabe für zwei Jahre gibt und man würde das Risiko, falls es 2021 nicht stattfindet auf unter 50.000 Euro reduzieren können, weil man es dann quasi im Jahr 2022 abruft und nicht 2021. Das setzt natürlich voraus, dass Sie sich nächstes Jahr gegebenen- falls für das Jahr 2022 entscheiden. Es wird nicht für zwei Jahre vergeben, sondern mit der Op- tion 2021 oder 2022 eingesetzt zu werden. Damit würde sich dann auch dieses Risiko, falls es abgesagt wird und Sie aber nächstes Jahr sagen, 2022 knüpfen wir an, auf unter 50.000 Euro reduzieren. Ich sage Ihnen aber ausdrücklich zu, dass hinter der Ziffer zwei und drei nicht nur entsprechende Haushaltsabsicherungen stehen, sondern, dass sie natürlich auch schon vorher im Jahr 2021 darüber entscheiden müssen, ob sie 2022 fortsetzen wollen oder nicht, denn die Haushaltsberatung im Jahr 2021 wird für das Jahr 2022 zu spät sein. Das noch mal zur Konkreti- sierung der Information, ich hoffe ich habe es richtig wiedergegeben, so ist es, sodass nicht die Gefahr besteht, dass wir 500.000 Euro verlieren, dann hätte ich auch Schwierigkeiten, Ihnen das zu empfehlen, sondern wir können durch diese offene Vergabeoption für das Jahr 2021 oder 2022 das Risiko auf die Planungskosten von unter 50.000 Euro reduzieren. Stadtrat Löffler (GRÜNE): Das ist eine Antwort auf eine Frage, die wir auch im Hauptausschuss gestellt haben, deswegen würden wir uns zu dieser Fragestellung gerne beraten, weil wir die Antwort jetzt erst bekommen konnten. Der Vorsitzende: Sorry, dass wir Ihnen das noch nicht früher zutragen konnten. Wir würden für zwei Minuten unterbrechen und dann setzen wir die Sitzung fort. (Unterbrechung der Sitzung von 16:19 Uhr bis 16:21 Uhr) Wenn Sie bitte wieder Platz nehmen, ich merke schon, Sie brauchen dringend eine Pause zur Kommunikation, die gibt es nachher. Stadtrat Löffler (GRÜNE): Für uns stellt es eine neue Information dar, mit der wir das Ganze auch anders bewerten aber dann noch mal betonen, diese Vergabe aber auch wirklich in der von Ihnen, Herr Oberbürgermeister, dargestellten Form vorzunehmen und das finanzielle Risiko deutlich zu minimieren. Der Vorsitzende: Ich darf mich auch bei Herrn Wacker bedanken, für mich war das in der Kon- kretisierung auch neu auf meinem Sprechzettel und es ist schön, dass wir das so hinbekommen. Dann können wir damit zur Beschlussvorlage kommen und zur Abstimmung. Ich rufe nur die Ziffer 1 auf, wo wir uns verpflichten, das in den Haushaltsentwurf mitaufzunehmen und dafür die Voraussetzung heute zu schaffen, dass die Ausschreibung erfolgen kann. Die Vergabe würde eine solche Option enthalten müssen, dass es dann eben mit diesem deutlich reduzierten Risi- ko, verbunden mit der Option, es dann 2022 zu ziehen, beinhaltet. Damit bitte ich jetzt um ihr Kartenzeichen zu Ziffer 1. Bei 5 Gegenstimmen und 41 Zustimmun- gen, wenn ich jetzt richtig gerechnet habe, ist dann die Ziffer 1 mehrheitlich angenommen. Frau Fenrich, kann ich Ziffer 2 und 3 gemeinsam aufrufen? Nein. Bei der Ziffer 2 geht es um den nächsten Doppelhaushalt der die Jahre 2022 und 2023 erfasst. Wir würden dann aber rechtzeitig schon vor dem Doppelhaushalt im Jahr 2021 um eine ent- – 6 – sprechende Option bitten, weil wir sonst nächstes Jahr wieder dasselbe Problem haben mit den ganzen Lieferanten. Ich bitte Sie jetzt zur Ziffer 2 um das Kartenzeichen. Da sehe ich eine Ge- genstimme, eine Enthaltung und sonst nur Zustimmung. Dann sind wir bei 44 Zustimmungen. Wir kommen zu Ziffer 3 und auch da bitte ich Sie um das Kartenzeichen. Da haben wir eine Ge- genstimme und eine Enthaltung und somit auch wieder 44 Zustimmungen. Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt - Ratsangelegenheiten – 13. Juli 2020