Mehr Qualität und Flexibilität für die Ganztagsgrundschulen
| Vorlage: | 2020/0212 |
|---|---|
| Art: | Änderungs-/Ergänzungsantrag |
| Datum: | 18.02.2020 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | Schul- und Sportamt |
| Erwähnte Stadtteile: | Keine Angaben |
Beratungen
- Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)
Datum: 18.02.2020
Rolle: Entscheidung
Ergebnis: keine Abstimmung
Zusätzliche Dateien
-
Extrahierter Text
Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister ERGÄNZUNGSANTRAG SPD-Gemeinderatsfraktion Vorlage Nr.: 2020/0212 Mehr Qualität und Flexibilität für die Ganztagsgrundschulen Gremium Termin TOP ö nö Gemeinderat 18.02.2020 32 x Die Ferienbetreuung an Ganztagsgrundschulen wird evaluiert. Dabei ist die Frage zu klären, ob über das bestehende Angebot hinaus Betreuungsbedarf besteht und eine Ausweitung geboten ist. Es wird dargelegt, inwieweit sich die Kosten für die Ferienbetreuung an den Ganztagsschulen in Karlsruhe von denen vergleichbarer Städte in Baden-Württemberg unterscheiden. Begründung Der vom Bund geplante Rechtsanspruch ab 2025 ist ein wichtiger nächster Schritt in der Etablierung von Ganztagsschulen. Gleichzeitig gibt er Anlass, die Qualität zu überprüfen und wo Bedarf besteht nachzubessern. Ausreichende Betreuung, auch in den Ferien, ist ein wichtiges Qualitätskriterium. Eltern sind darauf angewiesen. Dieses Argument wird immer wieder im Vergleich zur Hortferienbetreuung angeführt. Unterzeichnet von: Parsa Marvi Yvette Melchien Sibel Uysal, Irene Moser
-
Extrahierter Text
Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister STELLUNGNAHME zum Ergänzungs-antrag SPD-Gemeinderatsfraktion Vorlage Nr.: Verantwortlich: 2020/0212 Dez. 3 Mehr Qualität und Flexibilität für die Ganztagsgrundschulen Gremium Termin TOP ö nö Gemeinderat 18.02.2020 32 x Kurzfassung Im Rahmen der Überarbeitung des bestehenden Konzepts „Ganztagsangebote für Grundschulkinder“ wird auch die Ferienbetreuung an Ganztagsgrundschulen evaluiert. Das bestehende Konzept „Ganztagsangebote für Grundschulkinder“ wird überarbeitet. In diesem Finanzielle Auswirkungen Gesamtkosten der Maßnahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatorischen Kosten abzügl. Folgeerträge und Folgeeinsparungen) Ja Nein Haushaltsmittel sind dauerhaft im Budget vorhanden Ja Nein Die Finanzierung wird auf Dauer wie folgt sichergestellt und ist in den ergänzenden Erläuterungen auszuführen: Durch Wegfall bestehender Aufgaben (Aufgabenkritik) Umschichtungen innerhalb des Dezernates Der Gemeinderat beschließt die Maßnahme im gesamtstädtischen Interesse und stimmt einer Etatisierung in den Folgejahren zu IQ-relevant X Nein Ja Korridorthema: Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) X Nein Ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften X Nein Ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Zusammenhang wird auch die Ferienbetreuung an den Ganztagsgrundschulen evaluiert. Die Kosten der Ferienbetreuung in Schulen in vergleichbaren Städten in Baden-Württemberg müssen erst erhoben werden.
-
Extrahierter Text
Niederschrift 7. Plenarsitzung des Gemeinderates 18. Februar 2020, 15:30 Uhr öffentlich Bürgersaal, Rathaus Marktplatz Vorsitzender: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 35. Punkt 32 der Tagesordnung: Mehr Qualität und Flexibilität für die Ganztagsgrundschulen Antrag: GRÜNE Vorlage: 2020/0077 Ergänzungsantrag: SPD Vorlage: 2020/0212 Beschluss: Verwiesen in den Fachausschuss Abstimmungsergebnis: keine Abstimmung Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 32 und den Ergänzungsantrag zur Behandlung auf. Stadträtin Rastätter (GRÜNE): Wie Sie dem Antrag entnehmen können, handelt es sich hier um einen Prüfantrag unserer Fraktion. Er ergibt sich daraus, dass wir inzwischen mit unserer Ganztagskonzeption und den Rahmenrichtlinien an einem Punkt stehen, wo es für uns als Stadt wichtig ist, zu evaluieren und zu schauen, wie wir das Konzept und die Rahmenbedingungen für die Ganztagsbetreuung für die Grundschulkinder weiterentwickeln. Wir sind insgesamt schon sehr gut aufgestellt. Wir haben 22 Ganztagsgrundschulen, die sehr gut arbeiten und angenommen werden. Eltern, die keine Ganztagesgrundschule wünschen, haben an einer anderen Grundschule die Möglichkeit, eine Hortbetreuung oder eine ergänzende Betreuung wahrzunehmen, die auch fachlich und qualitativ auf einem hohen Niveau ist. Im Moment stagnieren wir aber mit dem Ausbau der Ganztagesschulen. Damit hängt es auch zusammen, dass gelegentlich einige neuralgische Stellen auftauchen, insbesondere auch von Eltern, die mehr Qualität oder mehr Flexibilität an der Ganztagesgrundschule wünschen. Insbesondere geht es um die Frage, ist diese Betreuungszeit von vier Tagen jeweils acht Stunden für alle Eltern das passende Modell oder könnte man nicht auch prüfen, inwieweit – 2 – Ganztagesgrundschulen sich eventuell schneller weiterentwickeln würden, wenn sie ein anderes Zeitmodell bekommen könnten. Die andere Frage dabei ist auch, wie sieht es aus mit den Mischklassen? Wie können wir Möglichkeiten finden, was auch ein Wunsch des ganzen Hauses ist, um mehr Züge hinzubekommen statt Mischklassen an einer Grundschule. Unser Ziel ist es auch, voll gebundene Ganztagesschulen weiter zu entwickeln, weil die von der Förderung, der Rhythmisierung und von der sozialen Integration die besten Ganztagesgrundschulen sind. Das sind für uns alles Fragen, die uns veranlasst haben, diesen Antrag einzubringen. Wir begrüßen hierzu auch die Antwort der Stadtverwaltung, dass jetzt auch vor allem die Thematik Schulkinderbetreuung noch mal aufgearbeitet werden soll und möglicherweise sogar in einem IQ-Leitprogramm. Das finden wir auch sehr gut und dass dabei alle Institutionen, die beteiligt sind, miteinbezogen werden und diese von uns gemachten Vorschläge mit einfließen. Wir begrüßen auch den Ergänzungsantrag der SPD, das passt jetzt auch sehr gut dazu, weil es tatsächlich ein Punkt ist, für den sich die Eltern interessieren. Wir freuen uns jetzt auf die Auseinandersetzung im Schulbeirat. Stadtrat Hofmann (CDU): Es ist schon interessant, was so ein Antrag, den wir vor ein paar Wochen das letzte Mal hatten, bezüglich der Südendschule und der Fortbestehung des Hortes, für Reaktionen nach sich zieht. Das ist nämlich die Problematik, sehr geehrte Frau Rastätter. Die Ganztagsschule ist nicht das Modell für alle Eltern, sondern die Eltern wolle alle mehr Flexibilität erhalten, und das müssen wir erreichen. Ihr Antrag geht in die richtige Richtung, das ist vollkommen klar, wir müssen das aber auch hinbekommen. Wir müssen dann auch wirklich daran arbeiten, dass eine flexible Betreuung stattfinden kann. Es kann nicht sein, dass dann die Horte auf der Strecke bleiben und wir keine Horte mehr anbieten. Ich möchte jetzt nicht wieder mantrahaft hören, dass die Horte früher mal für etwas anderes gedacht waren, das ist mir schon klar, aber die Zeiten haben sich geändert. Heute haben die Horte einfach auch eine ganz andere Aufgabe. Heute sind die Horte eben für viele Eltern da, um diese Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu gewährleisten. Das heißt, ein flexibles Angebot, um dort entsprechend mit ihren Kindern eine Betreuung zu gewährleisten. Trotzdem empfinden wir diesen Schritt als einen richtigen Schritt, dass wir auch versuchen müssen, die Ganztagesschule flexibel auszubauen. Sie wissen selbst, dass wir auch der Meinung sind, dass eine gebundene Form deutlich flexibler handhabbar ist, aber gerade, wenn wir das brauchen, brauchen wir parallel ein Angebot an Horten, das den Eltern auch zur Verfügung steht. Liebe Frau Rastätter, bitte kein IQ-Projekt, mir reicht es damit. Das ist ein Projekt, das dann zwischen diesen ganzen Institutionen zermartert wird. Wir brauchen schnelle Lösungen, damit man den Eltern pragmatisch helfen kann und richtig auf sie zugehen kann. Ich könnte Ihnen jetzt auch - das wäre dann aber genauso wie bei einigen anderen verfehlten Themen – vorlesen, was Eltern wünschen und wo sie hingehen wollen. Das haben Sie sicher auch tagtäglich, aber bitte lassen Sie uns schnell reagieren, und dieses Thema so behandeln. Nicht wieder als Querschnittsprojekt, sondern, dieses Projekt geht beim Schulbeirat ein, um dann eine vernünftige Lösung hinzubekommen. Stadträtin Melchien (SPD): Ich würde sagen, nicht nur die schon sehr lange fortwährende Hortdiskussion, sondern der geplante Rechtsanspruch des Bundes ab 2025 bietet uns Anlass, – 3 – noch mal die bestehende Ganztageskonzeption zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen. Ein wesentlicher Aspekt hierbei - und meine Kollegin ist bereits darauf eingegangen - ist sicherlich das Kernanliegen des Ganztages, nämlich eine sinnvolle Rhythmisierung umzusetzen. Insofern sind wir uns wohl alle einig. Uns allen ist auch daran gelegen, den zeitlichen Umfang zu überprüfen. Insofern unterstützen wir selbstverständlich das Ansinnen der GRÜNEN. Daneben legt meine Fraktion wert - von daher unser Ergänzungsantrag - darauf, dass auch die Ferienbetreuung speziell in den Blick genommen wird, damit überprüft wird, ob nachgesteuert werden muss, was den Bedarf der Eltern angeht, aber auch was die Kosten angeht und wie wir da im baden-württembergischen Vergleich liegen. Zur Frage einer Erneuerung der Konzeption, wollen wir uns auch bei der Verwaltung bedanken, dass sie mit allen Beteiligten diese neue Konzeption erarbeiten wird und möchten zusagen, dass wir hieran gerne mitarbeiten werden. Stadtrat Jooß (FDP): Beim ersten Lesen dachte ich, sind die GRÜNEN jetzt auf dem richtigen Weg? Mit individuellen Betreuungsangeboten für Schüler, Eltern und Lehrer in allen Variationen, beim Weiterlesen, aber weit gefehlt. Der Antrag ist nur ein Trojanisches Pferd. In dem Punkt zwei c kann man die rot-grüne Doktrin klar herauslesen: stufenweise Umwandlung bestehender Ganztagesschulen von der Wahlform in die verbindliche Form. Die Eltern wollen aber frei entscheiden! Das habe ich auch immer wieder gesagt, die Eltern entscheiden, was sie wollen. Es soll nicht von oben herunterdiktiert werden, was gut und schlecht ist. Die Eltern sollen entscheiden können, das ist unsere Grundhaltung. Detlef Hofmann hat auch die Südendschule angesprochen. Wir lehnen den Antrag ab. Stadtrat Dr. Schmidt (AfD): Uns ging es mit dem GRÜNEN-Antrag ganz ähnlich, wie von Herrn Jooß bereits geschildert. Wenn man ihn aber genau liest, merkt man, die GRÜNEN haben dazu gelernt. Sie haben endlich erkannt, und sie sprechen es hier in ihrem Antrag auch aus, dass die Ganztagsgrundschule Probleme hat. Sie hat Probleme mit der Akzeptanz, das steht schon ganz am Anfang, richtig erkannt, sehr gut sogar. Sie stellen unter zwei b fest, dass weitere Probleme in der mangelnden Flexibilität bestehen, deswegen wollen sie diese verbessern und die verbindliche Zeit verringern. Sie wollen versuchen, die Ganztagesgrundschule ein bisschen so wie die Schülerhortlösung zu machen. Das ist bestimmt die richtige Richtung, aber es wird nicht gelingen, aus einer Ganztagesschule einen Schülerhort zu machen, denn es sind einfach zwei völlig verschiedene Konzepte, schon gar nicht zu den Kosten, die Ihnen von Anfang an vorgeschwebt haben. Wir haben diese Diskussion schon seit fünfeinhalb Jahren. Sie haben am Anfang erklärt, wie günstig das alles sein wird, wie wenig zusätzliche Lehrer man braucht, um eine Ganztagesbetreuung in der Ganztagesgrundschule hinzubekommen, weil die Vereine und die Musikschulen mitarbeiten werden. Das Problem ist nur, Schüler, die zwangsweise zum Verein oder in die Musikschule gesetzt werden, die werden die Autorität des Trainers oder der Musiklehrerin nicht ohne weiteres anerkennen. Also brauchen sie doch noch zusätzlich Lehrer, um die Klasse ruhig zu halten. Die Ganztagesgrundschule ist viel teurer als ursprünglich gedacht. Deswegen lieber echte Schülerhorte als eine Ganztagesgrundschule, die sich wie ein Schülerhort anfühlt. Deswegen kann ich nur bestätigen, was Herr Jooß gesagt hat. Unter Punkt c sieht man, was Sie wirklich wollen. Sie wollen zwangsweise die Ganztagesgrundschule und die Wahlform abschaffen. Das bedeutet am Ende wieder, so wie beim letzten Mal als wir darüber diskutiert haben, weniger Wahlfreiheit und Flexibilität für die Eltern und Schüler. Deswegen lehnen wir diesen Antrag ab. – 4 – Stadträtin Binder (DIE LINKE.): Ich bin den GRÜNEN für den Antrag dankbar, weil ich wirklich glaube, dass wir ein Konzept für die Verbesserung der Qualität brauchen, und weil wir uns klar darüber sind, dass eine Ganztagesschule einen viel weitergehenden Auftrag hat, im Vergleich zu einem Hort. Hort bedeutet Betreuung. In der Ganztagesschule geht es um ein anderes Bildungskonzept, das den Kindern ermöglicht, eben nicht im Block vormittags alles in sich hineinzufressen, was wichtig ist oder sein könnte, und am Nachmittag habe ich dann so etwas wie Freizeit. Darum geht es nicht, sondern darum, die Ganztagesschule so zu gestalten, dass Kinder über den Tag verteilt, auch mit den entsprechenden Leistungskurven und –abfällen, Bewegung haben, parallel zu dem, was sie an geistiger Arbeit leisten müssen, und das in einem vernünftigen Wechsel. Dazu braucht es ein Konzept und wenn dieses steht, dann wird die Ganztagesschule auch akzeptiert werden. Die Eltern werden dann merken, dass es ihren Kindern guttut. Wenn ich aber Mischklassen habe, wo klar ist, ich kann mein Konzept gar nicht umsetzen, weil ein Teil der Kinder nur vormittags da ist, dann ist das ganze zunichtegemacht. Das hat dann doch keinen Sinn und ist eine absolute Fehlgeburt. Deshalb kann ich nur sagen, dass wir dieses Konzept brauchen, bezüglich der Qualität zu einem richtigen Ganztagesbildungskonzept. Wir brauchen dann aber auch eine Beurteilung oder eine Einschätzung, wie weit Flexibilität in diesen Ganztagesschulen überhaupt sinnvoll ist, weil man damit das Bildungskonzept der Einrichtung möglicherweise zunichtemacht. Warum geht es hier eigentlich immer um die Eltern, was die Eltern wollen? Es geht um Kinder, die eine Bildungschance brauchen. Die sollte man eigentlich mal fragen. Wollt ihr eure Ganztagesschule oder wollt ihr lieber zum Ballettunterricht oder Geigenunterricht oder sonst was, wo ihr von euren Helikoptereltern hingefahren werdet. Das ist doch das eigentliche Problem, es geht um alle Kinder, es geht um Kinder, die weit weg sind... (Unruhe) Der Vorsitzende: Bitte ein bisschen Ruhe! ...von all dem, was gut betuchte Eltern sich leisten können. Es geht darum, dass andere Kinder auch eine Chance haben. Dazu brauchen wir die Ganztagesschule mit einem guten Bildungskonzept. Ich denke, mehr Flexibilität ist sicherlich wünschenswert, aber es geht immer in erster Linie um das Konzept. Wenn das funktioniert, dann kann man Flexibilität sicherlich irgendwie leisten, aber das muss man gut überlegen und einschätzen. Noch eine Anmerkung... Der Vorsitzende: Frau Binder, Ihre drei Minuten sind um. ...schade. Stadtrat Kalmbach (FW|FÜR): Ich habe ehrlich das Gefühl, dass wir hier Chaos anrichten, aus folgendem Grund. Gibt es eine Zweidrittel-Ganztagesschule oder eine Dreiviertel- Ganztagesschule? Dann haben wir eine Halbtags-Schule. Ist es flexibel, wenn die Schule nur an drei Nachmittagen offen hat? Dann sind das drei feste Nachmittage, das ist auch nicht flexibel, das ist starr. Ich bin ganz bei Ihnen, wir brauchen eine vernünftige Ganztagesschule, dann macht die Rhythmisierung auch Sinn. Das heißt, gemischte Klassen sind Mist. Lassen Sie uns eine Ganztagsschule mit Qualität machen, keine gemischte Klassen, sonst sind die Qualität – 5 – und die Rhythmisierung nicht vorhanden, dann bringt es nichts. Wenn wir jetzt auf Flexibilität bauen und einfach einzelne Tage rausschneiden oder den Tag um eine Stunde kürzen... (Unruhe) ... horcht bitte zu, dann könnt ihr was lernen, wenn man den Tag nur kürzer macht, ist es nicht flexibel. Das Wort ist falsch, es suggeriert etwas Falsches, es ist nur kürzer und es fehlt an Qualität. Ich schlage vor, wir brauchen ein vernünftiges Konzept, und zwar nicht nur im Sinne für die Schule, sondern für alles, auch für Horte. Das sitzt schon wie ein Stachel im Fleisch, das die Horte so gefragt sind. Ich behaupte, dass diese das Instrument haben, flexibel zu sein. Deswegen brauchen wir sie auf der einen Seite. Auf der anderen Seite ist eine vernünftige Ganztageschule, die geht meinetwegen acht Stunden an fünf Tagen die Woche, das ist vollkommen in Ordnung. Dann haben wir an der Stelle eine klare Alternative. Nicht immer alles ein bisschen einweichen, das schafft nur Chaos, schafft keine Klarheit, deswegen brauchen wir ein vernünftiges Konzept, es reicht nicht alles nur aufzuweichen. Unsere Meinung ist ganz klar, der Antrag taugt nichts. Es tut mir leid, dass ich das an der Stelle so klar sagen muss. Ich bitte um eine vernünftige Lösung und eine vernünftige Ganztagesschule. Stadtrat Schnell (AfD): Ich wollte eigentlich gar nicht zu diesem Thema sprechen, aber als Frau Binder jetzt gesagt hat, es geht doch um die Kinder, muss ich Ihnen eine Geschichte erzählen. Als mein Ältester in die fünfte Klasse auf das Gymnasium kam, im ersten Jahr von G8, sieben Stunden am Stück - weil Sie vorhin sagten, es ist so furchtbar – ließen besorgte Eltern einen Elternabend einberufen. Es waren alle da, die Elternvertreter und auch ein paar Schüler dabei. Dann kam für viele Eltern die Überraschung und auch zum Teil war es für die Lehrer ganz entsetzlich. Die Schüler haben gesagt, dass sie die sieben Stunden am Stück wollen, um am Nachmittag freizuhaben. Wir haben noch etwas anderes im Leben als nur Schule. Auch, wenn das nicht so ganz in die Gehirne von LINKS-GRÜNEN Bildungspolitikern eindringen will, Kinder wollen auch etwas anderes als Schule machen. Das ist wirklich wichtig. Der Vorsitzende: Deswegen Herr Schnell, weil die Kinder auch noch etwas anderes wollen als nur Schulunterricht, gibt es Ganztagesangebote, die rhythmisiert sind und genau diesen Unterricht unterbrechen. Es ist überhaupt kein Gegensatz. Wir nehmen alle Vorschläge zur Prüfung auf, weil wir uns ohnehin gerade in der Weiterentwicklung der Konzeption befinden, und dann können wir diese ganze Diskussion gerne wieder neu führen. Verschiedene Punkte, wie die Förderung von separaten Zügen, sind übrigens ein gutes Mittel, um die Kinder zu überzeugen. Ich könnte Ihnen von mehreren Schulen berichten, die zu Pionierschulen gehört haben, wo man Züge mit verbindlichen Ganztagesangebot parallel zu Halbtagesangeboten gemacht hat, und wo nach spätestens einem Jahr die Schüler alle in den Zug mit dem verbindlichem Ganztagesangebot wechselten, weil sie plötzlich gemerkt haben, dass die persönliche Beziehungsarbeit, die dort möglich ist, und vor allem die Zusammengehörigkeit der Schülerinnen und Schüler, etwas ganz anderes ist. Wenn man die Schülerinnen und Schüler befragt, kommen die manchmal zu erstaunlichen Ergebnissen. Wo ich meinen erbitterten Widerstand ankündige, ist, dass wir das auf drei Tage beschränken, denn dann versuchen wir aus allem so eine Mischmaschform zu machen, das macht pädagogisch aus meiner Sicht keinen Sinn, die Leitlinie, ich muss Sie leider zitieren, Frau Stadträtin Rastätter, „für alle Eltern das passende Modell“. Wir müssen für alle Schüler das passende Modell finden. Da verpflichtet uns der Artikel der Landesverfassung, dass alle – 6 – Schüler die Möglichkeit bekommen sollen, entsprechend ihrer Talente gefördert zu werden. Den Nachweis sind wir bis heute schuldig, dass uns das gelingt. Das muss im Grunde die Leitschnur sein, dafür die Angebote zu schaffen. Ich freue mich auf die weitere Diskussion, Sie auch, merke ich. Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt - Ratsangelegenheiten – 21. Februar 2020