Vogelkundliche Berichterstattung und Exkursion
| Vorlage: | 2019/1262 |
|---|---|
| Art: | Antrag |
| Datum: | 16.02.2021 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | Ortsverwaltung Wettersbach |
| Erwähnte Stadtteile: | Grünwettersbach, Palmbach |
Beratungen
- Ortschaftsrat Wettersbach (öffentlich/nicht öffentlich)
Datum: 17.12.2019
Rolle: unbekannt
Ergebnis: erledigt durch Stellungnahme der Verwaltung
Zusätzliche Dateien
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Extrahierter Text
Stadt Karlsruhe Ortsverwaltung Wettersbach Antrag CDU-FW-Ortschaftsratsfraktion Wettersbach vom: 26.10.2019 Vorlage Nr.: 39 Verantwortlich: - Vogelkundliche Berichterstattung und Exkursion Gremium Termin TOP ö nö Ortschaftsrat Wettersbach 17.12.2019 5 X Kurzfassung Die CDU/FW-Ortschaftsratsfraktion beantragt eine ornithologische/vogelkundliche Berichterstat- tung über die Entwicklung des Wildvogelbestandes im Bereich der Karlsruher Höhenstadtteile, sowie eine Exkursion für die Mitglieder des Ortschaftsrates mit dem NABU im Frühjahr des kom- menden Jahres. Bei der Berichterstattung soll besonders auf mögliche zukünftige Maßnahmen zu Förderung des Vogelbestandes eingegangen werden. Begründung: Bei der Begehung des Wettersbacher Streuobstwiesenlehrpfades am 21.09.2019 wurde durch Vertreter des NABUs u. a. berichtet, dass die heimische Vogelwelt stark vom Rückgang betroffen ist. Dies hatte auch der Antrag der SPD in der letzten Ortschaftsratssitzung gezeigt, der den Schutz von Schwalben zum Inhalt hatte. Damit keine weiteren Vogelarten im Bereich unserer Stadtteile vom Aussterben bedroht werden, halten wir die Berichterstattung und eine Exkursion für angebracht, um die Situation aufzuneh- men und Gegenmaßnahmen in Form von Förderung von Brutplätzen oder anderen empfohlen Maßnahmen des NABU aufzugreifen. Auch das Thema Mehlschwalben möchten wir nochmals aufgreifen. Bei der Begehung des Streu- obstwiesenlehrpfades wurde vom Vertreter des NABUs berichtet, dass es in Grünwettersbach und Palmbach, entgegen der Antwort der Verwaltung bei der letzten Ortschaftsratssitzung, doch noch Restbestände von Mehlschwalben gibt. Diese gilt es zu fördern und zu schützen. Die Trafostation in der Grünwettersbacher Bachgasse wurde uns jedoch als vermutlich ungeeignet bezeichnet, hingegen scheint die Palmacher Trafostation geeignet zu sein. Wir bitten daher dieses Thema nochmals aufzugreifen. Mit unserem Antrag wollen wir auch den Natur-, Arten- und Vogelschutz weiter in das Bewusst- sein unserer Bevölkerung rücken. unterzeichnet von: Roland Jourdan, Fraktionsvorsitzender und Paul Wirtz
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Extrahierter Text
Stadt Karlsruhe Ortsverwaltung Wettersbach STELLUNGNAHME zum Antrag CDU-FW-Ortschaftsratsfraktion Wettersbach Vorlage Nr.: Verantwortlich: 39 --- Vogelkundliche Berichterstattung und Exkursion Gremium Termin TOP ö nö Ortschaftsrat Wettersbach 17.12.2019 5 X Kurzfassung Zu dem Antrag vom 26.10.2019 nimmt der Umwelt- und Arbeitsschutz wie folgt Stellung: Komplette ornithologische Erhebungen für die Höhenstadtteile liegen dem Umwelt- und Arbeitsschutz nicht vor. Allerdings wurden in den Jahren 1989, 2000 und 2018 in den Streu- obstwiesen Grünwettersbachs die Bestände einer Auswahl von Vogelarten erfasst. In die- sem Zeitraum hat es einige ornithologische Veränderungen gegeben. Besonders augenscheinlich ist das Verschwinden des Baumpiepers, einer typischen Art der Streuobstwiesen. Der hohe Bestand in Wettersbach erlitt Anfang der 90er Jahre einen dra- matischen Einbruch, die Art ist heute völlig aus dem Gebiet verschwunden. Diese Entwick- lung lässt sich aber auch in anderen Karlsruher Streuobstgebieten feststellen und ist überre- gional zu erkennen. Auch weitere Veränderungen des Vogelbestandes sind identisch mit denen in den anderen Streuobstgebieten Karlsruhes: Der Girlitz ist verschwunden, die Dorngrasmücke – noch 1989 im Gebiet selten – ist dort heute eine häufige Vogelart, die Mönchsgrasmücke hat ihren Be- stand nach 1989 ca. verdoppelt. Finanzielle Auswirkungen Gesamtkosten der Maß- nahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatorischen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) Ja Nein Haushaltsmittel sind dauerhaft im Budget vorhanden Ja Nein Die Finanzierung wird auf Dauer wie folgt sichergestellt und ist in den ergänzenden Erläuterungen auszuführen: Durch Wegfall bestehender Aufgaben (Aufgabenkritik) Umschichtungen innerhalb des Dezernates Der Gemeinderat beschließt die Maßnahme im gesamtstädtischen Interesse und stimmt einer Etatisierung in den Folgejahren zu IQ-relevant Nein Ja Korridorthema: Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) Nein X Ja durchgeführt am 17.12.2019 Abstimmung mit städtischen Gesellschaften Nein Ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Die Goldammer hat nach 2000 einen starken Rückgang erlebt, allerdings nur in Wetters- bach. Und der Gartenrotschwanz ist nach 1989 deutlich häufiger anzutreffen. Schwankungen in der Artausstattung von Gebieten sind in gewissem Umfang normal, so steigt z. B. die Anzahl der Höhlenbrüter (z. B. Gartenrotschwanz) mit dem Anteil der Höh- lenbäume. Diese sind z. B. in dem überalterten Obstbaumbestand der Streuobstwiesen der- zeit recht häufig. Der aktuell ganz allgemein in der landwirtschaftlichen Flur, aber auch in Wettersbach fest- zustellende Vogelartenrückgang hat u. a. folgende Ursachen: • Einsatz von Herbiziden, • fehlende mehrjährige Brachen (wichtig z. B. für Rebhuhn und Feldlerche, zwei er- schreckend im Rückgang begriffene Feldvogelarten), • fehlende extensiv gepflegte Säume an Gebüschen und Wäldern, • zu große (Mais-)Schläge, • zu dichte Ansaat in den Kulturen, • intensive Wiesenpflege oder nur Mulchen, die typische zweischürige Mahd mit Mähgutabtransport fehlt, • intensive Freizeitnutzung mit Störungen in allen Teilen der Feldflur, • zu viele freilaufende Hunde. Ein großer Teil der Wettersbacher Flur ist als FFH-Gebiet bzw. als Landschaftsschutzgebiet geschützt. Gerade die stringente Umsetzung der Erhaltungsziele des FFH-Gebietes ist geeig- net, die Strukturierung der Landschaft auch im Sinne des Vogelschutzes zu fördern. Durch die Schutzgebiete ist eine optimale Förderkulisse für finanzielle Unterstützung durch das Land Baden-Württemberg vorhanden. Ergänzend hat die Artenschutzstiftung des Zoos fi- nanzielle Unterstützung für Landwirte zugesagt. Dies ist insbesondere dann von Vorteil, wenn offizielle Förderprogramme für kleinteilige Maßnahmen oder lineare Strukturen er- heblichen Verwaltungs- und Kontrollaufwand erfordern würden. Konkret sind folgende Maßnahmen für die Wettersbacher Flur vorgesehen, tw. erfolgten bereits Abstimmungen: • finanzielle Förderung für die vertragliche Sicherung von zweischürigen Wiesen, • Anlage von Brachestreifen (mehrjährige Brachen) auf Äckern, • Aufwertung von Grünstreifen am Wegrand durch Übersaat und Brachestreifen, • angedacht ist auch Heckenpflege. Die Maßnahmen werden allerdings nur dann wirksam, wenn sie von der Bevölkerung mitge- tragen werden, weshalb intensive Öffentlichkeitsarbeit erforderlich wird. Alle in Wettersbach geplanten Aktivitäten werden neben der Ortsverwaltung mit den örtli- chen Landwirten und Jägern sowie den betroffenen städtischen Ämtern abgestimmt. Erste vielversprechende Gespräche erfolgten bereits.