Verkehrskonzept für Bernhardusplatz: Verkehrssicherheit und Aufenthaltsqualität

Vorlage: 2019/1139
Art: Antrag
Datum: 11.11.2019
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Offen
Erwähnte Stadtteile: Oststadt

Beratungen

  • Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 21.01.2020

    TOP: 14

    Rolle: Entscheidung

    Ergebnis: verwiesen in Fachausschuss

Zusätzliche Dateien

  • Antrag
    Extrahierter Text

    Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister ANTRAG CDU-Gemeinderatsfraktion Vorlage Nr.: 2019/1139 Verkehrskonzept für Bernhardusplatz: Verkehrssicherheit und Aufenthaltsqualität Gremium Termin TOP ö nö Gemeinderat 21.01.2020 14 x Die CDU-Gemeinderatsfraktion Karlsruhe beantragt: Mit Blick auf die zukünftige Verkehrsführung um den Bernhardusplatz erarbeitet die Stadtverwaltung ein Konzept, das darstellt, wie die Anliegen der Anwohner und Besucher des Kinderspielplatzes hinsichtlich einer geschützten Aufenthaltsqualität berücksichtigt werden. In diesem Konzept sind Rad- und Fußverkehr im Bereich des Bernhardusplatzes zu trennen und Mischflächen zu vermeiden. Sachverhalt/Begründung Bei der Bürgerinformation zum Thema „Gestaltung des Durlacher Tors am Bernhardusplatz“ haben sich Anwohner und Bürger der Oststadt kritisch gegenüber den vorgestellten Plänen der Stadtverwaltung geäußert. Bedenken gibt es speziell im Hinblick auf Mischflächen, wo sich Radverkehr und Fußgängerbereich vermischen. Nach Angaben der Vertreter des Stadtplanungsamts wird es nach dem aktuellen Stand der Planungen Mischflächen geben. Die Bürger befürchten, dass in Mischflächen Konflikte der verschiedenen Verkehrsteilnehmer entstehen können. Insbesondere sollten Fußgänger und Radfahrer grundsätzlich getrennt gelenkt werden. Es besteht jetzt bei der Neugestaltung des Areals die große Chance, den Verkehrsfluss für alle Verkehrsteilnehmer zu verbessern, vor allem verschiedene Verkehre zu entzerren. Es ist zu berücksichtigen, dass sich auf dem Areal ein beliebter Kinderspielplatz befindet und ältere Menschen den Platz zum Aufenthalt nutzen. Bei der Neugestaltung kann zusätzlich durch Errichtung einer Brunnenanlage und Bepflanzung gerade in den Sommermonaten die Aufenthaltsqualität auf dem Areal gesteigert werden. Die CDU-Fraktion stimmt einer direkten Beratung des Antrages im öffentlichen Teil des Planungsausschusses zu. unterzeichnet von: Tilman Pfannkuch Dr. Rahsan Dogan Sven Maier

  • Stellungnahme TOP 14 Verkehrskonzept Bernhardusplatz
    Extrahierter Text

    Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister STELLUNGNAHME zum Antrag CDU-Gemeinderatsfraktion Vorlage Nr.: Verantwortlich: 2019/1139 Dez. 6 Verkehrskonzept für Bernhardusplatz: Verkehrssicherheit und Aufenthaltsqualität Gremium Termin TOP ö nö Gemeinderat 21.01.2020 14 x Kurzfassung Der Großteil des Radverkehrs wird zukünftig auf den neu gestalteten Hauptrouten in der Karl-Wilhelm- Straße und der Durlacher Allee stattfinden. Diese werden zurzeit ausgebaut bzw. neu gestaltet und mit Fertigstellung des Bernhardusplatzes durchgängig befahrbar sein. An der Durlacher Allee wird auf der Südseite des Bernhardusplatzes auf Wunsch des Bürgervereins Oststadt aktuell eine baulich getrennte Führung des Radverkehrs über den Platz geprüft. Auch der in der Ludwig-Wilhelm-Straße von Osten kommende Radverkehr auf der heutigen Nebenroute wird am Knotenpunkt mit der Bernhardstraße eine Wegweisung nach Norden bzw. Süden mit entsprechender Zielführung erhalten. Die bisher im Radverkehrskonzept bestehende Nebenroute wird somit auch zukünftig nicht mehr über den Platz führen. Der Bereich der Ludwig-Wilhelm-Straße zwischen Bernhardstraße und Bernhardusplatz wird baulich so gestaltet, dass der Anliegerverkehr inklusive des verbleibenden Radverkehrs am nördlichen Rand vor der Bebauung geführt wird. Der Spielplatz wird wie heute baulich abgetrennt gestaltet. Wie auf allen Plätzen im Stadtbereich wird es auch auf dem Bernhardusplatz sowohl Mischflächen geben als auch geschützte Bereiche, die ausschließlich dem Fußverkehr und der Aufenthaltsfunktion dienen. Diese werden erkennbar mit baulichen Mitteln gestaltet. In wieweit auch Bereiche als seine Fußgängerzonen (d. h. ohne Freigabe für Radverkehr) rechtlich ausgewiesen werden, wird sinnvollerweise zu einem späteren Zeitpunkt nach Fertigstellung der Maßnahmen entschieden. Finanzielle Auswirkungen Gesamtkosten der Maßnahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatorischen Kosten abzügl. Folgeerträge und Folgeeinsparungen) Ja Nein Haushaltsmittel sind dauerhaft im Budget vorhanden Ja Nein Die Finanzierung wird auf Dauer wie folgt sichergestellt und ist in den ergänzenden Erläuterungen auszuführen: Durch Wegfall bestehender Aufgaben (Aufgabenkritik) Umschichtungen innerhalb des Dezernates Der Gemeinderat beschließt die Maßnahme im gesamtstädtischen Interesse und stimmt einer Etatisierung in den Folgejahren zu IQ-relevant Nein x Ja Korridorthema: Fahrradfreundliche Stadt Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) x Nein Ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften x Nein Ja abgestimmt mit

  • Protokoll TOP 14
    Extrahierter Text

    Niederschrift 6. Plenarsitzung des Gemeinderates 21. Januar 2020, 15:30 Uhr öffentlich Bürgersaal, Rathaus Marktplatz Vorsitzender: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 11. Punkt 14 der Tagesordnung: Verkehrskonzept für den Bernhardusplatz: Verkehrssicherheit und Aufenthaltsqualität Antrag: CDU Vorlage: 2019/1139 dazu: Ergänzungsantrag: GRÜNE Vorlage: 2020/0072 Beschluss: Weitere Behandlung im Planungsausschuss Abstimmungsergebnis: Keine Abstimmung Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkte 14 zur Behandlung auf und verweist auf die vorliegende Stellungnahme der Verwaltung: Zum Ergänzungsantrag der GRÜNEN liegt keine Stellungnahme vor, weil der so spät eingegangen ist, dass wir das nicht mehr verschriftlichen konnten. Wir müssen nachher einmal klären, wie wir mit den Vorschlägen umgehen, weil wir die durchaus gerne in die weitere Diskussion mit aufnehmen wollen, wie auch schon mehrfach an entsprechender Stelle Ihnen zugesagt. Stadträtin Dr. Dogan (CDU): Ich komme zum nächsten Sorgenkind unserer Stadt, die Oststadt. Ein Stadtteil, historisch interessant, baulich schön, mit eigenem Charme, der leider nicht so zur Geltung kommt, wie er es sollte. Der Bernhardusplatz spielt eine zentrale Rolle in der Oststadt. Das sieht man schon unverkennbar am Stadtbild durch St. Bernhard, aber auch durch die Umgebung, ausgestattet mit einem Spielplatz, Cafés, kleinen Geschäften. Es ist ein wichtiger und zentraler Platz in der Oststadt. Die Menschen dort warten darauf und hoffen, dass sich jetzt durch die Neugestaltung erstmalig die Chance ergibt, diesen Stadtteil, den Platz – 2 – und das gesamte Areal außen herum so zu gestalten, dass es Aufenthaltsqualität bietet, dass der Verkehrsfluss schlüssiger verläuft, und dass Lebensqualität in der Oststadt ankommt, die durch Verkehr, durch eine dichte Bebauung, wenige Plätze doch leider von ihrem Charme einbüßen muss. Daher unser Antrag, weil der Bevölkerung vor Ort immer noch unklar ist, wie die Planung konkret verlaufen soll an den Mischflächen, die - von der Verwaltung auch so mitgeteilt - an einigen Stellen entstehen werden, nämlich dort, wo sich Radverkehr und Fußgänger kreuzen. Uns schwebt die Problematik vor, gerade im Umfeld des Spielplatzes, der gerne angenommen wird von Familien mit Kindern, dass es dort Schwierigkeiten und Konflikte geben könnte, weil Kinder sich natürlich frei bewegen wollen und es auch sollen. Wir sehen auch beim Radverkehr, es ist nicht mehr der klassische Radverkehr mit dem normalen Fahrrad, das langsam kommt, sondern wir haben E-Bikes, wir haben Roller. Die haben eine gewisse Geschwindigkeit. Es ist also für alle Verkehrsbeteiligten sinnvoll und wichtig, Lösungen zu finden. Wir bitten die Verwaltung, ich muss sagen, hier ist die Antwort noch nicht überzeugend, nachzujustieren, zu prüfen. Wir denken, unsere Stadtverwaltung, das Stadtplanungsamt, sollte das auch hinbekommen, um die wenigen Konfliktherde, die noch bestehen, zu entschärfen und die Situation zu verbessern, insgesamt den Platz aber auch so zu gestalten, dass er einfach einmal ein Blickpunkt wird, nicht nur optisch durch St. Bernhard, sondern auch durch sein Umfeld, und Lebensqualität bietet. Stadtrat Löffler (GRÜNE): Wir danken für den Antrag. Der Bernhardusplatz in seiner Gestaltung und jetzt auch konkret, was die Auswirkungen für die Verkehrsfläche angeht, ist viel diskutiert. Wir sehen es ebenfalls so, dass nach dem bisherigen Status Quo ein gewisses Konfliktpotential zwischen Fußgängern und Radfahrern besteht. Dieses Problem wollen wir gerne ausmerzen. Wir sehen weiterhin, dass der Bernhardusplatz ein Ziel ist, auch mit dem Fahrrad dorthin zu kommen, weil man mit seinen Kindern zum Spielplatz fährt, dort in die Cafés geht. Aber er soll nicht die Verkehrsfläche sein, um den Platz zu überqueren, um danach in die Innenstadt oder an die Uni zu gelangen. Deswegen wollten wir mit unserem Ergänzungsantrag - um darauf einzugehen - noch einmal besonders hervorheben, die Radrouten um den Platz herum zu stärken, insbesondere die Durlacher Allee, um den Radverkehr auch vom Platz weg und auf die Fahrbahn zu bekommen. Da sind unter anderem neben der Mischfläche, die als störend erachtet werden kann, auch die Aufzüge ein Problem, weil die Radwegeführung entlang der Aufzüge stattfindet auf Nord- und Südseite der Durlacher Allee. Das sollte auf jeden Fall noch einmal überprüft werden, weil es da insbesondere Konflikte mit mobilitätseingeschränkten Personen gibt und weil logischerweise vor einem Aufzug auch einmal gewartet wird, das heißt, da wird der Platz eigentlich mehr gebraucht, als auf einem Gehweg, auf dem man einfach nur entlang geht. Wir bitten, das noch einmal zu berücksichtigen. Es wurde uns mündlich schon zugesichert, dass diese Gedanken noch einmal aufgenommen werden. Deswegen sind wird damit zufrieden, wenn wir das noch einmal ausführlich im Planungsausschuss dargestellt bekommen in einer entsprechenden gesamten Planung für den Bernhardusplatz mit dem Schwerpunkt auf die Mobilität. Stadtrat Huber (SPD): Ich kann im Prinzip direkt in den Kantus miteinstimmen. Wir waren auch sehr erfreut, im Planungsausschuss zu sehen, was dort Tolles entsteht für die Ost- städtlerinnen und Oststädtler und natürlich auch für alle Karlsruher. Wir sehen auch das – 3 – Konfliktpotential, das dort entsteht. Wir sind generell für Mischflächen. Wir finden das richtig und auch zeitgemäß. Aber natürlich muss man sehen, dass es auch jetzt schon dort Konfliktflächen gibt, obwohl eigentlich dieser unattraktive Wall ist. Das heißt im Prinzip, jeder kennt die Situation, man kommt aus der Karl-Ludwig-Straße und fährt über den Platz und hat eigentlich jetzt schon die Möglichkeit, außen herum zu fahren. Aber es gibt da wirklich große Probleme. Wenn ich links herum fahre, Richtung Durlacher Allee, dann muss ich mich zwischen den parkenden Autos und dem Gegenverkehr durchschlängeln. Dann kommt irgendwann auch noch ein Glascontainer, wo ich aufpassen muss, dass ich in keine Scherben fahre. Das ist noch die entspannte Situation. Problematischer ist, wenn ich nach rechts gehe, Richtung Karl- Wilhelm-Straße. Da habe ich das große Problem, wenn ich zur Universität will, muss ich über die Straße, über die Bahnschienen und über die Fahrradwege. Das heißt, es ist jetzt schon eine schwierige Situation, die man entschärfen müsste. Wir sind auch der Meinung, man müsste das Ganze noch einmal im Planungsausschuss diskutieren. Wir müssen das Ganze gesamtheitlich betrachten. Ich bin mir sicher, dass wir am Ende zu einer guten Lösung kommen. Vielleicht – ich habe es schon im Planungsausschuss gesagt, sage es jetzt noch einmal – kann man doch noch einmal über diese kleine Straße nachdenken, die quer an dem Café Oktave vorbeigeht. Ich weiß, es ist notwendig für die Feuerwehrzufahrt für die Schule. Aber vielleicht kann man da auch eine Lösung finden. Denn es wäre natürlich noch schöner, wenn man diesen ganzen Platz bis zum Schluss autofrei hätte. Stadtrat Høyem (FDP): Die CDU hat einen Antrag zum Bernhardusplatz gestellt. Der Bernhardusplatz interessiert uns alle. Die FDP hat früher auch einen Antrag zum Bernhardusplatz gestellt. Wir können gerne dem CDU-Antrag zustimmen, weil wir das schon im Planungsausschuss getan haben. Die BNN berichtete am 16.01.2020 über diese Sitzung Planungsausschuss. Ich zitiere: „Thema war dabei der Radverkehr. Diesen müsse man aus den beruhigten Zonen herausziehen. Ziel müsse laut Bürgermeister Daniel Fluhrer sein, die Außenbeziehungen rund um die Platzfläche für den Radverkehr zu stärken. Ein Knackpunkt ist auf der Südseite des Platzes, wo die Verwaltung noch einmal prüfen wird, ob die Planung für das Radangebot noch optimiert werden kann.“ – Zitat Ende. Bürgermeister Fluhrer hat also schon im Planungsausschuss diese Hausaufgabe bekommen. Jetzt hat die CDU es hier im Gemeinderat wiederholt. Wir wünschen alle zusammen mit dem Bürgerverein Oststadt, dass der Bernhardusplatz nicht nur seine Lebensqualität behält, sondern dass dieses gesamte Gebiet eine echte Aufwertung erlebt. Die Kombilösung wird nicht nur eine fantastische Verbesserung für den Verkehr in Karlsruhe sein. Jetzt, wenn die Kombilösung bald fertig wird, bekommen wir ganz neue Gestaltungsmöglichkeiten für unsere Stadtentwicklung, auch für den Bernhardusplatz. Wir freuen uns über diese erneute Behandlung im Planungsausschuss und stimmen selbstverständlich dem CDU-Antrag zu, weil wir das schon im Planungsausschuss getan haben. Stadtrat Dr. Schmidt (AfD): Was Herr Høyem eben gesagt hat, kann ich nur bestätigen. Die Frage ist, wie gehen wir künftig mit solchen Planungsausschusssitzungen um. Wird von uns Fraktionen dann erwartet, dass wir unsere Argumentationen aus dem Planungsausschuss hinterher in einen Antrag gießen? Und wenn einer etwas beantragt, müssen alle einen Änderungsantrag stellen? Ich weiß nicht, ob das so sinnvoll ist. Ich kann aber sagen, dass der Antrag der CDU und der Änderungsantrag der GRÜNEN die Diskussion aus dem Ausschuss ziemlich gut wiedergibt. Genau das sind die Dinge, die wir da besprochen haben. – 4 – Dementsprechend, wenn jetzt abgestimmt würde, könnten wir allem zustimmen, bis auf den Punkt 1 der GRÜNEN. Denn es wurde im Ausschuss auch thematisiert. An der Stelle wird es ziemlich eng. Das liegt daran, dass Abluftschächte dort stehen. Die müssen dort auch stehen. Die können nirgendwo anders stehen. Direkt daneben ist eine Bushaltestelle. Dann haben wir da auch noch die Straße. Dann ist die Frage, wie führt man den Fahrradverkehr am besten. Das wurde auch der Verwaltung als Hausaufgabe mitgegeben, da die beste Lösung zu finden. Inwieweit man darüber jetzt abstimmen kann, nachdem man das vorher der Verwaltung als Hausaufgabe mitgegeben hat, sehe ich kritisch. Deswegen würden wir diesem einen Punkt nicht zustimmen. Wir freuen uns aber darauf, das dann zu gegebener Zeit im Planungsausschuss weiter zu besprechen. Auch für uns ist sehr wichtig, dass wir natürlich Gefahrenquellen auf diesen Plätzen vermeiden. Eine andere Sache, die aber auch wichtig ist, das kam auch bei der Diskussion heraus: Wie schafft man es, die Fahrradfahrer von so einem Platz fernzuhalten? Wenn das Fahren über den Platz die kürzestes Verbindung darstellt. Das ist eine schwierige Frage. Dafür gibt es eigentlich auch keine echte Lösung. Denn man kann natürlich Radwege bauen, die um so einen Platz herumführen. Wenn die tatsächliche Wegebeziehung direkt über den Platz geht, dann muss man sich da etwas anderes einfallen lassen. Deswegen ist es nicht so einfach, wie es jetzt diese beiden Anträge vielleicht vermuten lassen. Wir glauben, dass es schwierig sein wird, ein Konzept zu entwickeln, was wirklich verhindert, dass die Fahrradfahrer über den Platz fahren, und dass die Gefahr besteht, dass Kinder oder alte Leute dann über den Haufen gefahren werden. Aber daran müssen wir gemeinsam weiter arbeiten. Wir sind froh, dass wir das gemeinsam mit der Verwaltung tun können. Stadträtin Göttel (DIE LINKE.): Um die Spannung vorweg zu nehmen, falls es die gibt bei dem Antrag: Unsere Fraktion wird beiden Anträgen zustimmen, auch wenn sie heute wahrscheinlich verwiesen werden. Ich gehe absolut d’accord mit dem Antrag der CDU, dass der Bernhardusplatz ein Platz mit Aufenthaltsqualität wird, oder um diesen vielbenutzten Begriff mit peinlich-ironischem Jugendslang zu beleben, ein cooler neuer Cornerspace. Dafür ist natürlich nicht förderlich, wenn die Radfahrer durch die Engstelle zwischen Kirche und Schule jagen, wozu die Entfernung des Walls geradezu einlädt. Aber mit Absperrmaßnahmen ist es für unsere Fraktion eben nicht getan. Das Durlacher Tor ist ein Verkehrsknoten, auch für Fahrradfahrer und nicht nur für Autos. Das heißt, wir brauchen eine attraktive Fahrradführung um den Platz herum, und damit auch ein bisschen ein Zoom out aus dem wirklich sehr engen Bernhardusplatz über das Gebiet hinaus. Ich nehme jetzt die Perspektive einer Radfahrerin ein, die vom kleinen echten Oststadtkreisel in Richtung Bernhardusplatz fährt. Mein Vorredner Anton Huber hat dankenswerterweise schon sehr viele Problempunkte zusammengefasst. Gerade in dieser Bernhardusstraße müssen dringend zumindest die Zweite-Reihe-Parker vor der Baumscheibe weg. Denn das ist eine unsichere Situation, wenn man da langfährt. Auch die Scherben sind ein Problem. Die andere Richtung über die Straße ist auch kein Spaß. Da muss man wirklich ein griffiges Konzept entwickeln. Jetzt beim imaginären Weiterfahren kommt der Antrag der GRÜNEN in Sicht. Da begrüße ich ausdrücklich den ersten Vorschlag, dass man diese bisherige Radführung zwischen Haltestelle und Platz auf die Straße hin verlegt, um diese bisher sehr unübersichtliche Führung zwischen Platz und Haltestelle, die viel Konfliktpotential birgt, auszuräumen. Vielleicht kann sich dafür sogar die CDU erwärmen. Immerhin sprechen Sie sich – 5 – in Ihrem Antrag gegen Mischflächen aus. Damit lässt sich die Überschneidung zwischen Wartebereich für den Kombifahrstuhl und den Radweg nicht vereinbaren. Stadtrat Wenzel (FW|FÜR): Ich habe nicht ganz genau aufgepasst. Aber zwei Wörter habe ich jetzt im Ohr hängen. Das ist einmal „Nusseckencorner und auch Autos müssen weg“. (Heiterkeit) Jetzt Spaß beiseite. Wir hatten darüber bereits im Planungsausschuss geredet. Der Bernhardusplatz wird eine wichtige Rolle spielen im westlichen Teil der Stadt. Eine Verbindungsschiene und alles das, was da drin steht, das ist mehr oder weniger richtig. Doch ich habe eine Bitte. Darum habe ich das etwas überspitzt. Wenn ein Antrag sehr kurz vor der Gemeinderatssitzung kommt, müsste eine Fraktion, die aus zwei Gruppierungen besteht, darüber erst einmal diskutieren. Das können wir schlecht hier direkt vor Ort. Das würde die Ruhe hier stören. Deshalb – so habe ich es verstanden, als drittes nach Nussecken und Autos müssen weg – ist es gut, dass wir darüber ausführlich im Planungsausschuss reden werden. Der Vorsitzende: Ich glaube, es herrscht Einigkeit, dass wir die entsprechenden Anregungen der GRÜNEN noch einmal ausführlich beantworten und das Ganze dann im Planungsausschuss noch einmal insgesamt diskutieren. An einer Stelle, Frau Stadträtin Dr. Dogan, möchte ich Ihnen versuchen, eine andere Sichtweise zu vermitteln. Sie haben davon gesprochen, dass nach Fertigstellung der Kombilösung in der Oststadt etwas passieren muss. Ich habe es wörtlich, „die Lebensqualität in der Oststadt endlich ankommen muss“, dass wir jetzt ein überzeugendes Stadtplatzkonzept brauchen. Ich stelle fest, dass die Lebensqualität der Oststadt immerhin so groß ist, dass das seit Jahren der am stärksten wachsende Stadtteil ist und ich eine hohe Zufriedenheit vieler Menschen, die dort wohnen, feststelle, dass wir seit Jahren am Platzkonzept arbeiten, dass es viele Bürgerbeteiligungen gab. Ich habe extra einen Vororttermin gemacht, um mir diese ganzen Themen anzuschauen. Ich finde es sensationell, was auf diesem Platz in Zukunft alles vorgesehen ist, an Marktmöglichkeiten, an Grünflächen, an Baumpflanzungen usw. Es verbleiben noch drei kritische Punkte, die sind jetzt hier erwähnt worden. Das Eine ist, wie verhindert man, wenn der Wall fällt, dass hier ein rasender Durchgangsverkehr für die Radfahrer stattfindet? Da haben wir vor Ort sehr deutlich gemacht, dass, wenn es durch eine entsprechende Markierung, „dieses ist ein Fußgängerbereich, aber Fahrräder sind auch zugelassen“ nicht reicht, dann müssen wir zur härteren Maßnahmen greifen. Das ist versprochen. Schon durch die Gestaltung des Platzes ist es nicht so, dass man einfach durchfahren kann, sondern man müsste ein bisschen zwischen den Grünanlagen durchschlängeln. Zweites Problem ist, dass wir einen Fahrradstreifen anbieten entlang der Durlacher Allee, der in der Tat zwischen Haltestelle und dem eigentlichen Platz liegt. Das ist aus meiner Sicht bisher nicht ausreichend deutlich. Das müssen wir auf alle Fälle besser darstellen. Den Fahrradweg auf die Straße zu legen, was eigentlich der naheliegende Entwurf wäre, ist aus meiner Sicht mit einer vollwertigen Radspur nicht möglich. Da werden wir noch einmal im Planungsausschuss darüber reden müssen, wie wir vielleicht zu Mischlösungen kommen. Aber das ist im Moment in der Tat unrealistisch, dass es da nicht zur Gefährdung kommt zwischen – 6 – Fußgängern, die von der Haltestelle auf den Platz laufen oder umgekehrt, und entsprechenden Fahrradfahrern. Der dritte Punkt ist, dass wir zur Gestaltung des Platzes um den kleinen Spielplatz herum, den es schon gibt, noch Themen diskutieren müssen wie, parkende Autos wegnehmen und vor allem auch, es attraktiver machen. Da knüpfe ich an Herrn Huber an, dass wir dann eine Umleitung anbieten, die lösbar ist. Ich bin die persönlich auch gefahren mit dem Rad. Ich glaube, die ist zumutbar. Wir müssen es nur nicht so attraktiv machen, dann doch lieber geradeaus zu fahren. Da müssen wir noch einmal darüber reden. Insofern nehmen wir das in den Planungsausschuss. Ich möchte mich ausdrücklich noch einmal bei der Verwaltung für die viele Vorarbeit und die, wie ich finde, tolle Grundkonzeption bedanken. Das ist eben etwas zu kurz gekommen. Wir werden auch diese drei Probleme noch gelöst bekommen. Dann wird das ein richtiges Schmuckstück werden, was den Menschen auch noch einmal zeigt, dass die Kombilösung mehr bringt, als einfach nur eine Sicherheit für den Stadtbahnverkehr, sondern eben auch an diesem Platz eine ganz neue Qualität. So können wir verbleiben und damit in die Pause einsteigen. Wir treffen uns um 19:00 Uhr wieder hier zur Fortsetzung der Sitzung. (Unterbrechung der Sitzung von 18:30 – 19:05 Uhr) Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt - Ratsangelegenheiten – 4. Februar 2020