Klimaneutralität des neuen Wildparkstadions: Wie weit sind die Planungen für ein klimaneutrales Wildparkstadion fortgeschritten?
| Vorlage: | 2019/0937 |
|---|---|
| Art: | Anfrage |
| Datum: | 25.09.2019 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | Offen |
| Erwähnte Stadtteile: | Keine Angaben |
Beratungen
- Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)
Datum: 19.11.2019
Rolle: Kenntnisnahme
Ergebnis: erledigt durch Stellungnahme der Verwaltung
Zusätzliche Dateien
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Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister ANFRAGE GRÜNE-Gemeinderatsfraktion Vorlage Nr.: 2019/0937 Klimaneutralität des neuen Wildparkstadions: Wie weit sind die Planungen für ein klimaneutrales Wildparkstadion fortgeschritten? Gremium Termin TOP ö nö Gemeinderat 19.11.2019 35 x 1. Welche Maßnahmen sind bisher konkret in Planung, um das Wildparkstadion klimaneutral zu gestalten in den Bereichen - Mobilität - Energiebereitstellung - Abfallmanagement - Umgang mit Wasser - klimaneutrales Bauen - Spielbetrieb und andere Veranstaltungen - sonstige? 2. Werden die bisher vorgesehenen Maßnahmen ausreichen, um das Wildparkstadion klimaneutral zu errichten und zu betreiben? 3. Falls nicht: Welche Maßnahmen werden darüber hinaus geprüft, um das Ziel der Klimaneutralität zu erreichen? Ist es geplant, Kompensationszahlungen zu leisten, falls keine klimafreundlichen Alternativen zur Verfügung stehen? „...Sowohl die Stadt Karlsruhe als Bauherrin als auch der KSC als Hauptnutzer bekennen sich zu einem Planungsziel, welches in der ökologischen Betrachtung überdurchschnittlichen und öf- fentlichkeitswirksamen Standards genügen soll. Für das neue Stadion setzt die Stadt Karlsruhe auf das sogenannte „Drei-Säulen-Konzept“ der Energieeffizienz, Nachhaltigkeit und Klimaneut- ralität...“, so die Stadtverwaltung in ihrer Antwort auf einen Antrag der KULT Fraktion zum Neubau Wildparkstadion. Zudem wurden im Planungskonzept das Ziel formuliert „...dass man die übergeordneten Ziele eines klimaneutralen Stadions, eines überdurchschnittlich geringen Energiebedarfs und der ökonomischen, ökologischen sowie sozialen Nachhaltigkeit verfolgt...” Ziel der Anfrage ist es, den aktuellen Sachstand „klimaneutrales Wildparkstadion“ offenzule- gen. Die GRÜNE Fraktion legt Wert darauf, das Wildparkstadion so zu errichten, dass es Vor- bildcharakter für andere Stadien hat. Deshalb ist es wichtig, dass vielfältige Maßnahmen in ver- schiedenen Handlungsfeldern zum Einsatz kommen. Sachverhalt / Begründung: Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Kompensationszahlungen für am Ende möglicherweise dennoch verbleibende CO2-Emissionen sollten nur in wenigen Ausnahmen dort zum Tragen kommen, wo keine andere klimafreundli- che Alternative umsetzbar ist. Auch sollten die Zahlungen nur für ausgewählte, erwiesenerma- ßen sinnvolle Klimaschutzprojekte in Karlsruhe oder durch Karlsruher Akteure eingesetzt wer- den. Unterzeichnet von: Michael Borner Aljoscha Löffler Zoe Mayer Dr. Clemens Cremer Jorinda Fahringer
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Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister STELLUNGNAHME zur Anfrage GRÜNE-Gemeinderatsfrakion Vorlage Nr.: Verantwortlich: 2019/0937 Dez. 6 Klimaneutralität des neuen Wildparkstadions: Wie weit sind die Planungen für ein klima- neutrales Wildparkstadion fortgeschritten? Gremium Termin TOP ö nö Ergebnis Gemeinderat 19.11.2019 35 x 1. Welche Maßnahmen sind bisher konkret in Planung, um das Wildparkstadion klima- neutral zu gestalten in den Bereichen Mobilität Energiebereitstellung Abfallmanagement Umgang mit Wasser Klimaneutrales Bauen Spielbetrieb und andere Veranstaltungen Sonstige? Das Verkehrskonzept sieht eine Förderung der fußläufigen Erschließung und der Radmobilität neben der Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs sowie gleichzeitig eine effizientere Parkraumauslastung durch Bewirtschaftung des umliegenden Angebotes und somit eine Redu- zierung des Kfz-Verkehrs vor. Im Einzelnen sind folgende Maßnahmen zusätzlich zu den bereits bestehenden Angeboten (wie z.B. das Kombiticket für den ÖPNV) konkret geplant: - Schaffung von bis zu 3.500 Radabstellanlagen - Verbreiterung der Fuß- und Radwege entlang des Adenauerrings - Lückenschlüsse bei Beleuchtung und Fußwegweisung - Bewirtschaftung des Kfz-Parkraumes - Unterbindung des "wilden Parkens" im Wald - Ausbau des Parkleitsystems zur Vermeidung von Parksuchverkehr und Mitnutzung der beste- henden Parkhäuser in der Innenstadt. Es ist vorgesehen, künftige Anlagen zur Beleuchtung der öffentlichen Wege im Bereich des Sta- dions so zu errichten und zu betreiben, dass schädliche Umwelteinwirkungen durch Licht nach dem Stand der Technik vermieden oder zumindest auf ein Mindestmaß beschränkt werden. Diesbezüglich werden nur solche Leuchten ausgewählt, die kein Licht in den oberen Halbraum abstrahlen. Zudem soll das Beleuchtungsniveau möglichst auf die Mindestvorgaben der aktuell gültigen Norm für die Straßenbeleuchtung beschränkt bleiben. Durch die Verwendung moder- ner, hocheffizienter LED-Leuchten kann somit der Stromverbrauch auf ein notwendiges Mini- mum reduziert werden. Im Fall des Bezuges von Öko-Strom, wäre somit ein weitestgehend CO2-neutraler Betrieb der öffentlichen Straßenbeleuchtung möglich. Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Eine Klimatisierung des Stadions ist zurzeit nur in Teilbereichen vorgesehen. Diese betrifft die Polizeiwache, Leitstelle, Business-Clubs/Logen, Küchenbereiche und Pressebereiche. Auf die Klimatisierung von weiteren Bereichen wie z.B. Spielbetrieb (Umkleiden usw.) wurde verzichtet. Es besteht für den Warmbau ein Dämmkonzept zur Einsparung von Wärmeenergie sowie eine Montage einer 500 m² große Photovoltaikanlage. Wie bereits in der funktionalen Leistungsbe- schreibung (FLB) geplant, wird die stadioneigene PV-Anlage durch weitere Anlagen auf städti- schen Gebäuden ergänzt. Kooperationspartner sind die Stadtwerke Karlsruhe und nicht der Bieter. Diese sollen durch ihre gesamthafte Erzeugungskapazität eine in der Jahresbilanz pri- märenergetische Nullenergiebilanz erzielen. Der primärenergetische Bedarf für Wärme und Strom des Stadions wird also durch einen PV-Anlagenverbund ausgeglichen. Die Bilanz soll laut Vertrag auf einem Display im Stadion gut sichtbar für alle Besucherinnen und Besucher kontinu- ierlich dargestellt werden. Die EnEV wird eingehalten und in Bereichen unterschritten. Die einzubauende Lüftungsanlage wird mit einer Wärmerückgewinnung versehen. Im Hauptgebäude wird eine Sonnenschutzverglasung verbaut, um eine unnötige Aufheizung der dahinterliegenden Räume zu vermeiden. Für die Spielfeldbewässerung wird das Regenwasser genutzt. Für die Reduzierung des Trinkwas- serverbrauchs werden in Teilbereichen wasserlose Urinale geliefert und verbaut. 2. Werden die bisher vorgesehenen Maßnahmen ausreichen, um das Wildparkstadion klimaneutral zu errichten und zu betreiben? Die ursprüngliche Funktionale Leistungsbeschreibung sah vor, dass das Stadion mit „Passivhaus- Standard“ errichtet wird. Um den Vergabevorbehalt zu erreichen, wurde nach einem Spitzengespräch im September 2017 entschieden, dass die Funktionale Leistungsbeschreibung dahingehend fortgeschrieben wird, dass die Einhaltung der aktuell gültigen Energieeinsparverordnung (EnEV) den Bietern stattdessen vorgegeben wird. Bezüglich des Ziels der ökonomischen, ökologischen und sozialen Nachhaltigkeit wurde die Funktionale Leistungsbeschreibung so geändert, dass sämtliche darin benannten, über verbindliche Normen- und Gesetzesanforderungen hinausgehende Ziele und Standards inklusive den vorgegebenen Festsetzungen der „Leitlinie Energieeffizienz und Nach- haltiges Bauen" bei kostensteigernden Auswirkungen durch die Bieter unberücksichtigt bleiben dürfen. Ein möglichst geringer Bedarf an End- und Primärenergie blieb weiterhin das Ziel. Der Pächter wurde in diese Entscheidung miteinbezogen, da dies Auswirkungen auf den Betrieb des Gebäudes hat. Durch die vertraglich bedingte Reduktion der Standards für energetische Suffizienz und Effizienz muss im stärkeren Maße baulich außerhalb des Stadions kompensiert werden. Der unter 1. be- nannte PV-Anlagenverbund muss also eine größere primärenergetische Kompensation leisten, als bei der Aufstellung der FLB abgeschätzt wurde. 3. Falls nicht: Welche Maßnahmen werden darüber hinaus geprüft, um das Ziel der Klimaneutralität zu erreichen? Ist es geplant, Kompensationszahlungen zu leisten, falls keine klimafreundlichen Al- ternativen zur Verfügung stehen? Die Leistung von Kompensationszahlungen ist nicht vorgesehen. Sollte dies vom Gemeinderat gewünscht sein, ist weiteres Budget bereitzustellen.
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Niederschrift 4. Plenarsitzung des Gemeinderates 19. November 2019, 15:30 Uhr öffentlich Bürgersaal, Rathaus Marktplatz Vorsitzender: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 34. Punkt 35 der Tagesordnung: Klimaneutralität des neuen Wildparkstadion: Wie weit sind die Planungen für ein klimaneutrales Wildparkstadion fortgeschritten? Anfrage: GRÜNE Vorlage: 2019/0937 Beschluss: Kenntnisnahme Abstimmungsergebnis: Keine Abstimmung Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 35 zur Behandlung auf. Stadtrat Löffler (GRÜNE): Das wäre jetzt aber auch das Letzte für heute Abend. Ich habe drei Fragen zum klimaneutralen Stadion. In der Gemeinderatssitzung vom Juli 2016 wurde erwähnt, dass das Stadion klimaneutral werden soll. Wie passt das jetzt mit der genannten Orientierung an der jeweils gültigen EnEV zusammen? Das Stadion sollte ein energetisches Vorbildstadion werden, wieso ist jetzt ein Passivhausstandard nicht mehr vorgesehen? Gibt es noch die Möglichkeit, dass der Primärenergiebedarf des Stadions auf eigenen Dachflä- chen, beziehungsweise auf den gesamten Areals des Stadions gedeckt wird, und damit nicht einfach rechnerisch auf andere städtische Dachflächen ausgewichen werden muss? Der Vorsitzende: Das wird beantwortet. Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt - Ratsangelegenheiten – 3. Januar 2020