Gewerbegebiet Grünwinkel - Antragstellung zur Aufnahme in ein städtebauliches Sanierungsprogramm

Vorlage: 2019/0852
Art: Beschlussvorlage
Datum: 10.09.2019
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Stadtplanungsamt
Erwähnte Stadtteile: Beiertheim-Bulach, Durlach, Grünwinkel, Mühlburg, Rintheim, Weststadt

Beratungen

  • Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 22.10.2019

    TOP: 25

    Rolle: Entscheidung

    Ergebnis: einstimmig zugestimmt

Zusätzliche Dateien

  • Grünwinkel Anlage 1
    Extrahierter Text

    Bi rkenweg Liststraße Be nzstraße Be nzstraße Liststraße Fe lsstraße Vol zstraße Liststraße Vol zstraße Liststraße Draisstraße Draisstraße Lagerstraße Stulzstraße Yorckstraße Yorckstraße We stbahnhof Yorckstraße Bl ohnstraße We stbahnhof Kr iegsstraße Kr iegsstraße Bu nse nstraße Bu nse nstraße Uhlandstraße Kr iegsstraße Zie gelstraße Ke ßlerstraße Hopfenstraße Liebigstraße Hübschstraße Sinnerstraße Uhlandstraße Gerberstraße Gerberstraße Hübschstraß e Kohle nstraße Görre sstraße Sie dle rstraße Gelle rtstraße Ka rl-Wolf-We g Ka rl-Wolf-We g Ka rl-Wolf-We g Ka rl-Wolf-We g Ba nnwaldalle e Hardeckstraße Ba nnwaldalle e Hardeckstraße Sophi enstraße Sophi enstraße Ak azie nstraße Sophi enstraße Ba nnwaldalle e Hardeckstraße Wiche rnstraße Wiche rnstraße Ze ppe linstraße Ze ppe linstraße We ltzienstraße We ltzienstraße Ze ppe linstraße Ze ppe linstraße Lotzbeck straße We ltzienstraße Neubruchstraße Geranie nstraße G riesbachstraße Eisenlohrstraße Gute nbergstraße Mörsche r S traße Pulve rhausstraße Koe lreuterstraße Winkelrie dstraße Staudingerstraße Junke r-u.-Ru h-Weg We inbrennerstraße We inbrennerstraße Auf de n Eiswie se n We inbrennerstraße Mühlburge r S traße We inbrennerstraße Ro be rt-Bl um-S traße Fritz-Haber- Straße Fritz-Haber- Straße Wilhelm- Te ll-S traße Wilhelm- Ba ur-Straße Junke r-u.-Ru h-Straße Durme rshe imer Straße Andreas-Hofe r-S traße Durme r she imer Straße Durme rshe imer Straße He rrmann-Le ichtli n- Straße Alb Alb Alb Alb Alb Alb Alb Alb Alb He rrenfeld Landgraben Yorckplatz Mühlburge r Weg Gustav-Helle r-Platz Ro be rt-Sinner-Platz Günthe r-Kl otz-Anlage Spitzäcke r -Beierthe im- Goeth estraße Ka r l-Wolf-We g Geranie nstraße We inbrennerst raße Gabe lsbe rge r straße Landgraben Landgrabe n Gute nbergplatz Günthe r-Kl otz-Anlage © Stadt Karlsruhe Liegenschafts amt Grünwinkel Maßnahmenübersicht Juli 2019 Ge neralplanung und Stadtsanierung 025 5075 100m Abgrenzung Sanierungsgebiet (ca. 60,8 ha) Stadt Karlsruhe Stadtplanungsamt 1 : 5.000 Do Heike De de rer 09.08.2019 A. Lehn Prof. Dr. Anke Karmann-W oe ssner Maßstab: Gezei chne t: Be re ichsle itung: Datum: Proje ktle itung: Amtsle itung: Maßnahmen geplant Sanierung Grünwinkel Maßnahmenüber sicht St and Juli 2019 Anlage 1 E PP Verlängeru ng Lo tzbeckstraße Umbau und Verb esseru ng Stu lzstraße Ausbildung einer Quar ti ers mitte am Westb ah nhof Fahrrad- und Fußgängerb rü cke Bahn Lü ckenschluss Rad wegenetz Akaz ienstraße/Ze ppelinbrü cke Neuord nung Be nzstraße/Bahn 1 ( 2 ( 3 ( 4 ( 5 ( 6 ( Projekte Ri ngschluss Felsstraße Neugesta ltu ng Birkenweg Neue Sti chstraße nördlich des Bi rkenweges 7 ( 01 ( 11 ( !! 1 ( !! 3 ( ! 11 ( ! 01 ( ! 7 ( !! 5 ( ! 6 ( ! 2 ( !! 3 ( ! 4 ( H Neuordnung Umbau und Verbesserung Neuschaffung Brücke Begrünung Haltepunkt H Aufwertung Erwerb N:\_Projekte\Sanierung\2018\01_Gebiete\Grünwinkel\Exporte\190807_Gruenwinkel_Maßnahmen_A3.pdf

  • Grünwinkel Anlage 4
    Extrahierter Text

    Seite 1/2 ANLAGE 4 1234 lfd. Nr. (lt. Plan) Zuwendungsfähige Einzelmaßnahmen unter Nennung von Anschrift und Tatbestand (ggf. weitere Erläuterungen) Fläche, Bewertungsmaßstab, Anzahl Veranstaltungen etc. insgesamt geplant hiervon förderfähig vss. max. Zuschuss StBauF €€ A U S G A B E N (I. - VII.) I.Vorbereitende Untersuchungen 1 Anhörung-/Dialog Nutzer, Eigentümer (Beteiligungsphase) 30.00030.00018.000 Summe I 30.00030.00018.000 II.Weitere Vorbereitung der Erneuerung 2 Gebietskoordination; weitere Dialogphasen im Rahmen der Beteiligung 150.000150.00090.000 3 Gutachten externe (Grundstücksbewertungen etc.); Kaufpreisprüfung; Begleitung bis zu Ausgleichsbeträgen 1.000.0001.000.000600.000 Summe II 1.150.0001.150.000690.000 III.Grunderwerb (HF 9) 4 Grunderwerbe/Flächentausch z.B. Quartiersmitte Nord und Süd 1.500.0001.500.000900.000 Erwerb Teilgrundstück zur Verlängerung Lotzbeckstraße 243.200243.200145.920 Erwerb Grdst. Lückenschluss Radweg Akazienstraße/Zeppelinbrücke 672.600672.600403.560 Erwerb Grdst. Birkenweg (Verbreiterung wg. Grünstreifen) 144.400144.40086.640 Grundwerwerb Ringschluss Felsstraße 161.500161.50096.900 Erwerb Gebäude Umfeld Quartiersmitte 150.000150.00090.000 Summe III 2.871.7002.871.7001.723.020 IV.Sonstige Ordnungsmaßnahmen 5 Lotzbeckstraße Verlängerung; Änderung Straßenverlauf etc. Verbindung bis zur Hardeckstraße HF 1 957.500957.500574.500 6 Stulzstraße Umbau und Verbesserung HF 2 365.000365.000219.000 7 Bereich um Westbahnhof und unter der Zeppelinbrücke (Umbau und Aufwertung städt. Platzbereich) HF 3 1. westl. der Bahn: Umbau u.Aufwertung städt. Platzbereich; Einrichtung ÖPNV-Hub (Carsharing/Bike etc.); barrierefreier Ausbau der Haltestelle 2. östlich der Bahn: Umbau und Aufwertung städt. Platzbereich; barrierefreier Ausbau der Haltestelle 2.652.5002.652.5001.591.500 8 Fahrrad- und Fußgängerbrücke über die Bahn (Neuschaffung/südlich des Gebäudes Westbahnhof) mit Auf und Abgang zur Haltestelle) HF 4 1.500.000893.750536.250 9 Radwegeführung südlich entlang der Bahn (südlich Verlängerung der Akazienstraße bis zur Zeppelinbrücke) HF 5 885.000885.000531.000 10 Neuordnung Bereich Benzstraße/Bahn HF 6 Neuordnung auf privaten Grundstücke000 11 Ringschluss zwischen Felsstraße, Kohlenstraße und Liststraße HF 7 1.125.0001.125.000675.000 12 Neuordnung Grundstücke div.; Abbruch; Förderung des Abbruchs HF 8 500.000500.000300.000 13 Neugestaltung/Umbau Birkenweg (Grünstreifen/Bäume) HF 10 712.500712.500427.500 14 Neubau Stichstraße/Erschließung der Fläche nördl. des Birkenweges (ehem. Spedition); event. aber auch private Erschl.Straße?? HF 11 000 15 Betriebsverlagerungen; diverse HF 12 500.000500.000300.000 16 Entsiegelung zur klimatischen Aufwertung HF 13 250.000250.000150.000 Summe IV 9.447.5008.841.2505.304.750 V.Baumaßnahmen 18 KEB an Private Gewerbeeigentümer; energetische Erneuerung der Gebäude HF 14 2.000.0002.000.0001.200.000 Summe V 2.000.0002.000.0001.200.000 VI.Sonstige Maßnahmen Kosten- und Finanzierungsübersicht (KuF laufende Maßnahmen) "Gewerbegebiet Grünwinkel" .August 19 Seite 2/2 ANLAGE 4 1234 lfd. Nr. (lt. Plan) Zuwendungsfähige Einzelmaßnahmen unter Nennung von Anschrift und Tatbestand (ggf. weitere Erläuterungen) Fläche, Bewertungsmaßstab, Anzahl Veranstaltungen etc. insgesamt geplant hiervon förderfähig vss. max. Zuschuss StBauF €€ Kosten- und Finanzierungsübersicht (KuF laufende Maßnahmen) "Gewerbegebiet Grünwinkel" Summe VI 00 VII.Vergütung Summe VII 00 Summe Ausgaben (I. - VII.)15.499.20014.892.9508.935.770 E I N N A H M E N (I. - III.) I.Grundstückserlöse Summe I 00 II.Darlehensrückflüsse 00 Summe II 00 III.Sonstige Einnahmen Ausgleichsbeträge1.000.0001.000.000 Summe III 1.000.0001.000.000 Summe Einnahmen (I. - III.)1.000.0001.000.000 Saldo Ausgaben-Einnahmen14.499.20013.892.950 .August 19

  • Grünwinkel Anlagen 2 und 3
    Extrahierter Text

    Anlage 2 Die Leitideen zum Sanierungsgebiet GE Grünwinkel orientieren sich an folgenden Schwerpunkten:  Stabilisierung und Aufwertung bestehender Gewerbegebiete, um zukunftsfähige Ent- wicklungen zu ermöglichen und den Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg zu stär- ken,  Maßnahmen 1-14  Schaffung von Gewerberaum durch Umnutzung, Modernisierung und Aktivierung von Flächen und leerstehenden Immobilien,  Maßnahmen 8, 9 , 12, 14  Sicherung und Verbesserung in den gewerblichen Quartieren als wichtiger Teil der wirt- schaftlichen Daseinsvorsorge durch Erhaltung und Aufwertung des Bestandes sowie des Umfeldes in Gewerbequartieren mit negativer Entwicklungsperspektive und besonderem Entwicklungsbedarf,  Maßnahmen 1, 3  Maßnahmen zur Anpassung vorhandener Strukturen an den demografischen Wandel (insbesondere Maßnahmen zur Erreichung von Barrierefreiheit bzw. -armut im öffentli- chen Raum),  Maßnahme 3  Stärkung, Revitalisierung, Belebung und Erhalt der Funktionsfähigkeit öffentlicher Räume bestehender Quartierszentren, insbesondere durch ergänzende notwendige Infrastruk- turverbindungen, Sicherstellung zentraler Mobilitätsbereiche, Profilierung der kommuna- len Individualität.  Maßnahmen 1-14  Sicherung und Erhalt denkmalpflegerisch wertvoller Bausubstanz sowie stadt-und orts- bildprägender Gebäude,  Maßnahme 9  Neustrukturierung und Umnutzung leerstehender, fehl-oder mindergenutzter Flächen und baulich vorgenutzter Brachflächen, insbesondere Bahnbrachen, für andere Nutzun- gen, z. B. Gewerbe und hochwertige Dienstleistungen,  Maßnahmen 6, 8  ganzheitliche ökologische Erneuerung mit den vordringlichen Handlungsfeldern Energie- effizienz im Altbaubestand, Verbesserung des Stadtklimas, Reduzierung von Lärm und Abgasen, Aktivierung der Naturkreisläufe in den festgelegten Gebieten,  Maßnahme 13  Aufwertung des öffentlichen Raumes und des Wohnumfeldes durch Schaffung und Er- halt sowie Qualifizierung von multifunktionalen Grün-und Freiräumen  Maßnahmen 10, 13 Anlage 3 Im Zuge des Rahmenplans Grünwinkel haben sich die folgenden 14 Handlungsfelder als wesent- liche inhaltliche Aspekte einer Sanierungsmaßnahme definiert: 1 Verlängerung Lotzbeckstraße Im Bereich der Lotzbeckstraße zeichnet sich der öffentliche Raum durch eine komplizierte Ver- kehrsführung aus, so dass der Bereich für Orts- unkundige schlecht auffindbar ist. Die damit einhergehenden Umwege belasten die umlie- genden Wohngebiete. Die Sackgassensituation der Lotzbeckstraße verhindert zudem eine Zir- kulationsmöglichkeit innerhalb des Gewerbe- gebiets und stellt eine Barriere in Ost-West- Richtung dar. Dies führt insbesondere dazu, dass das Wohngebiet an der südlichen Hardeckstraße vom Gewerbeverkehr belastet wird. Mit dem Lückenschluss bekommt die Straße eine wichtige Durchgangsfunktion, insbesonde- re für den Radverkehr. Die Verbindungen in die Nachbarquartiere sind von hoher Bedeutung, da das Gewerbegebiet von vielen Menschen aus den Wohnbereichen durchquert wird, um in die Stadt oder die Grünzüge entlang der Alb zu gelangen. Durch den Lückenschluss kann der Gewerbeverkehr im Gebiet wieder zirkulie- ren und besser vom Wohngebiet getrennt wer- den. Die südliche Hardeckstraße könnte damit zu- sätzlich ab dem neuen Abzweig Lotzbeckstraße in ihrer Funktion als Wohnstraße gestärkt wer- den. 2 Umbau und Verbesserung Stulzstraße Im Rahmen der Umbau- und Verbesserungs- maßnahmen des dortigen Straßenquerschnittes soll die Erschließung an den städtischen Stan- dard angepasst und somit gesichert werden. Überbauungen der städtischen Erschließungs- flächen durch Angrenzer erfordern eine Neu- ordnung der Grundstücke an der Stulzstraße. Die zeitliche Abwicklung ist dabei auch in Ab- hängigkeit des nördlich daran angrenzenden Areals zu sehen. 3 Ausbildung einer Quartiersmitte am Westbahnhof Der Westbahnhof ist der „Dritte Karlsruher Bahnhof“ neben dem Hauptbahnhof und Karlsruhe-Durlach. Damit erhält er die Qualifi- zierung als Quartiersmittelpunkt, als lebendi- ger, attraktiv gestalteter Raum mit Aufent- haltsqualifikation und Identifikationswirkung. Die unmittelbare Umgebung am Bahnhof im Gewerbegebiet Grünwinkel ist im Vergleich zu anderen Städten wenig dicht bebaut, die Ar- beitsplatzdichte ist bei Weitem noch nicht so hoch, wie dies an einem Haltepunkt in dieser Lage zu erwarten wäre. Auch ist der Bereich funktional schwierig und wenig attraktiv gestaltet. Eine gute Anbin- dung für Fuß- und Radfahrer fehlt vollkom- men und ist dringend zu verbessern. Für viele Firmen, insbesondere im Dienstleis- tungsbereich, ist eine Lage unmittelbar an einem Hub attraktiv, um für Kunden und Mit- arbeiter gut erreichbar zu sein. Eine ange- strebte hohe Arbeitsplatzdichte sorgt für eine zusätzliche Belebung des Haltepunkts und setzt einen neuen Impuls für das Quartier. Bahnhöfe sind deshalb immer auch Stadtein- gänge. Der Bereich um den Haltepunkt bietet großes Potenzial für eine höhere Ausnutzung und städtebauliche Akzentuierung. Um eine Alternative zum motorisierten Indivi- dualverkehr anzubieten und den öffentlichen Nahverkehr weiter auszubauen, soll der West- bahnhof als Mobilitätsknoten ausgebaut wer- den. Dafür ist die Einrichtung von Carsharing- Plät- zen und Leihfahrradständern vorgesehen. Es ist anzustreben, den Kreuzungsbereich Zeppe- linstraße/Fritz-Haber-Straße/ Hardeckstraße städtebaulich zu fassen, um diesen für die quartiersinterne Verteilung und den für die Orientierung wichtigen Bereich neu zu ord- nen. 4 Fahrrad- und Fußgängerbrücke Bahn Derzeit ist von der Brücke Zeppelinstraße ein komfortabler Anschluss an die Gleise nicht mög- lich. Die vorgeschlagene Fußgänger- und Rad- fahrerbrücke aus der Liststraße erschließt direkt alle Bahnsteige und sorgt für eine schnelle Ver- bindung von diesem zentralen Punkt in die nahe gelegene Weststadt. 5 Lückenschluss Radwegenetz Akazienstraße/Zeppelinbrücke Ein Lückenschluss im Radwegenetz zwischen der Akazien- und Ziegelstraße ermöglicht eine durchgängige Radwegeverbindung entlang der Bahngleise. 6 Neuordnung Benzstraße/Bahn Die Nordseite der Bahngleise soll eine unterbro- chene bauliche Kante zu den Gleisen bilden mit einer höheren Ausnutzung der Dichte bspw. durch die Verlagerung der ebenerdigen Stell- platzflächen in mehrgeschossige Parkhäuser. 7 Ringschluss Felsstraße Die Stichstraßen im Bereich List- und Felsstraße bilden kleine, in sich geschlossene Abschnitte. Ein Erschließungsring, über den Lückenschluss zwischen List- und Ziegelstraße und weiter bis zur Felsstraße, soll einen zusammenhängenden Abschnitt herstellen, der auch ein durchgängi- ges Radwegenetz durch die Brücke über die Südtangente ermöglicht. Durch die Fortführung der Wegebeziehung wird eine künftig stärkere Ausnutzung dieses Gewerbegebiets im Norden beabsichtigt. 8 Förderung des Abbruchs In Einzelfällen ist der Abbruch nicht mehr sanie- rungs- oder umnutzungsfähiger Objekte zum Zwecke nachhaltiger Folgenutzungen sicherzu- stellen. Eine Freilegung bestimmter Flächen er- möglicht die Sicherstellung von Schlüsselgrund- stücken, welche für die weitere Entwicklung des Gebietes eine positive Wirkung erzielen und daher von zentraler Bedeutung sind. 9 Grunderwerb und Flächentausch Der Erhalt und die Modernisierung von Be- standsgebäuden verfolgen das Ziel der Siche- rung der Gewerbefunktion und Verbesserung der infrastrukturellen und klimatischen Ver- hältnisse. Der Inwertsetzung der ortsbildprägenden denkmalgeschützten Bestandsgebäude zur ortsbildgerechte energetische Sanierung kommt dabei eine Schlüsselrolle im Quartier zu. Angestrebt wird eine gezielte städtebauliche Neuordnung an infrastrukturell strategisch wichtigen Punkten im Sinne der städtebauli- chen Innenentwicklung. Dazu ist auch der Neubau von Verkehrsachsen/-straßen not- wendig. Insbesondere der Lückenschluss und die Wei- terentwicklung eines qualifizierten linearen Fuß- und Radwegeangebotes, dienen hierbei der funktionalen Verbesserung der Wegever- bindung und tragen ihren Teil zur Verkehrs- vermeidung bei. Im Sinne der Nachhaltigkeit sollen deshalb u.a. Radabstellmöglichkeiten, Park and Ride, und Carsharing-Angebote im öffentlichen Raum umgesetzt werden. Durch die infrastrukturellen baulichen Maß- nahmen erhöht sich die Verkehrssicherheit, während sich gleichzeitig die Emissionen im Quartier reduzieren. 10 Neugestaltung Birkenweg Das frühere Speditionsgelände am Birkenweg befindet sich am Übergang zum Wohnquar- tier Hardecksiedlung. Heute treffen am Bir- kenweg gewerbliche Nutzung und Wohnen unmittelbar aufeinander. Es wird vorgeschlagen, diesen Übergang zu- künftig neu zu ordnen und eine ergänzende Begrünung zu schaffen: Ein gut nutzbarer und baumbestandener Grünstreifen trennt zukünf- tig die beiden Richtungsfahrbahnen des Bir- kenwegs und damit auch die beiden unter- schiedlichen Quartiersnutzungen voneinander. Dadurch wird ein notwendiger Übergang zwi- schen Gewerbe und Wohnen geschaffen, der zudem stadtklimatisch wirksam ist und eine wichtige Radwegeverbindung herstellt. 11 Neue Stichstraße nördlich des Birkenwe- ges Das Sanierungskonzept sieht vor, die bestehende zusammenhängende, ehemalige Speditionsfläche nördlich des Birkenwegs durch eine neue Stich- straße zu erschließen. Dadurch sind dort kleintei- ligere Parzellierungen bei minimalem Erschlie- ßungsaufwand möglich. 12 Betriebsverlagerungen und Sozialplan Das Gewerbequartier Grünwinkel soll sich in Richtung einer effizienten Gewerbegebietsstruk- tur entwickeln. Diese soll in besonderem Maße den Zielen der Innenentwicklung, dem Themen- feld „Flächen gewinnen“, Verdichtung der Nut- zung sowie der Schaffung attraktiver, kompakter Siedlungsmuster mit zukunftsweisenden, res- sourceneffizienten Strukturen Rechnung tragen. Erforderliche Verlagerungen der Betriebe sollen insbesondere der internen Entwicklung Rech- nung tragen und so den Fortbestand des Gewer- bes in dem Quartier in Karlsruhe sichern. 13 Entsiegelung zur klimatischen Aufwer- tung des Gebiets Weite Teile des Gewerbegebiets sind durch eine hohe Versiegelung sowie großflächige Infrastrukturanlagen geprägt. Zu Letzterem gehören unter anderem Parkplätze und Abstellflächen. Es gibt im Gebiet so gut wie keine Grün- und Freiräume, die zum Aufenthalt geeignet sind. Eine bioklimatische Verbesserung wird erzielt, indem auf dem Areal geschlossene Oberflächen entsiegelt werden. 14 Gewährung von Zuschüssen Im Rahmen privater Gebäudeerneuerungen bzw. -sanierungen sollen Modernisierungs- und In- standsetzungszuschüsse gewährt werden.

  • Grünwinkel Anlage 5 (nur digital)
    Extrahierter Text

    Städtebaulicher R ahmenplan Gewerbegebiet Grünwinkel Stadt Karlsruhe Stadtplanungsamt, Wirtschaftsförderung, Karlsruher Fächer GmbH 2 | Städtebaulicher Rahmenplan Grünwinkel – EndberichtStadtplanungsamt, Wirtschaftsförderung, Karlsruher Fächer GmbH | 3 Inhalt 1. Zusammenfassung 5 2. Einleitung, Ziele und Rahmenbedingungen 6 2.1. Anlass und Ziele, Zeithorizont 7 2.2. Einbettung in das Forschungsprojekt REGEKO 8 2.3. Übergeordnete Planungen im Kontext 9 3. Vision und Konzeptansatz 10 3.1. Vision: Was zeichnet ein Gewerbegebiet der Zukunft aus? 11 3.2. Potenziale und Defizite, konzeptionelle Ansätze 19 3.2.1. Gesamtstädtische Einbindung und städtebauliches Umfeld 20 3.2.2. Verkehr (MIV, Fuß- und Radverkehr, Öffentlicher Verkehr) 23 3.2.3. Grün- und Freiräume 27 4. Rahmenplan 28 4.1. Konzept 28 4.2. Lupen 31 4.3. Maßnahmen und Umsetzungsschritte 36 5. Fazit und Empfehlungen 39 6. Anhang/Bildnachweise 40 Bearbeitung: berchtoldkrass space&options Raumplaner, Stadtplaner. Partnerschaft Dr. Martin Berchtold, Dipl.-Ing. Philipp Krass Dipl.-Ing. Dominik Renner, M.Sc. SaeBom Song, M.Sc. Isabel Garcia Espino Schützenstraße 8 a 76137 Karlsruhe Telefon: +49 721 6655 068 mail@berchtoldkrass.de Auftrag der: Karlsruher Fächer GmbH Stadt Karlsruhe | Stadtplanungsamt Impressum 4 | Städtebaulicher Rahmenplan Grünwinkel – EndberichtStadtplanungsamt, Wirtschaftsförderung, Karlsruher Fächer GmbH | 5 Der hier vorliegende städtebauliche Rahmenplan wurde aufbauend auf dem im Projekt REGEKO erstellten Masterplan erarbeitet. Im Zuge der Erarbeitung wurden in mehreren Betiligungsveranstaltungen unter Einbezug von Grundstückseigentümern und -eigentümerinnen sowie der Öffentlichkeit Zwischen- ergebnisse vorgestellt und diskutiert. Anregungen aus den Veranstaltungen wurden in die Bearbeitung aufgenommen. Der Rahmenplan dient als Grundlage für die langfristige und zukunftsorientierte Weiterentwicklung des Gewerbegebiets. Er beinhaltet die Vision eines dichten und multifunktionalen Gewerbegebiets welches eng mit den Nachbarquartieren verknüpft ist, eine hohe Aufenthaltsqualität bietet und auf umweltfreundliche Verkehre optimiert ist. Hauptbestandteile des Rahmenplans sind vier unterschiedliche Strukturbereiche, die sich in Körnung, Dichte und Nutzung unterscheiden und jeweils über das heutige Baurecht hinausgehen. In der Folge sind dahin gehend Anpassungen erforderlich. Im Ergebnis ensteht ein Gebiet mit einer höheren Dichte und gleichzeitigen Verbesserungen in der Qualität der öffentlichen Räume, einer geringeren Flächenversiegelung und einer Optimierung des Erschließungs- und Freiflächensytems. Kern der infrastrukturellen Optimierung ist der Umbau zu einem System aus Erschließungsringen und einer verbesserten An- und Durchbindung für den Rad- und Fußverkehr. Der Haltepunkt Karlsruhe West wird zu einem multimodalen Mobilitätsknoten erweitert. Neben Aussagen zur städte- baulichen Struktur trifft der Rahmenplan auch Aussagen zu wichtigen städtebaulichen Setzungen wie Hochpunkten und räumlichen Kanten sowie der angestrebten Nutzungs- zusammensetzung und Verteilung. Die vorgeschlagenen Maßnahmen werden in Vertiefungen konkretisiert und hinsichtlich Umsetzungshorizont und Aufwand bewertet. Abb. 1 Luftbild Grünwinkel 1. Zusammenfassung 6 | Städtebaulicher Rahmenplan Grünwinkel – EndberichtStadtplanungsamt, Wirtschaftsförderung, Karlsruher Fächer GmbH | 7 Anlass Das Gewerbegebiet Grünwinkel ist Gegenstand des Forschungsprojekts REGEKO („Ressourcenoptimiertes Gewerbeflächenmanagement durch Kooperation“). Auf dem im Rahmen dieses Projekts erarbeiteten Masterplan aufbauend soll die langfristige städtebauliche Entwicklung mit dem hier vorliegenden städtebaulichen Rahmenplan vertieft werden. Im Rahmen des Forschungsprojekts REGEKO ist das Gewerbequartier Grünwinkel Modellquartier für flächensparendes, innovatives und ressourcenoptimiertes Wirtschaften. Dazu haben sich die Wirtschaftsförderung und das Stadtplanungsamt der Stadt Karlsruhe sowie die Karlsruher Fächer GmbH zusammengetan und Forschungsmittel des Landes Baden-Württemberg und des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit erhalten. Der städtebauliche Rahmenplan entwickelt eine Vision einer zukunftsfähigen innerstädtischen Gewerbenutzung und zeigt daraus abgeleitete städtebauliche Perspektiven auf. Darüber hinaus werden Handlungsmöglichkeiten im Sinne einer strategischen und stufenweisen Entwicklung ausgelotet. Ziele & Vorgehen Der städtebauliche Rahmenplan soll als Grundlage für die langfristige städtebauliche Entwicklung des Gewerbegebiets Grünwinkel (auch über das bestehende Baurecht hinaus) dienen. Dabei stehen folgende Fragestellungen im Zentrum der Betrachtung: „„ Wie kann sich dieses Gewerbegebiet zukünftig weiterentwickeln? „„ Wie kann gleichzeitig eine höhere Dichte und eine höhere städtebauliche Qualität erreicht werden? „„ Wie kann mit Hilfe von städtebaulichen Prinzipien eine klimaoptimierte und flächeneffiziente Nutzung des Gebietes erreicht werden? „„ Kurz: Was zeichnet ein innerstädtisches Gewerbegebiet der Zukunft aus? Der Plan beschreibt eine gebietsübergreifende städtebauliche Vision, anhand derer zukünftige Planungen initiiert und überprüft werden können. Zudem werden Aussagen zu Nutzungsverteilung, Zuschnitt und Größe von Grundstücken und damit auch eine Vorsortierung von möglichen Betriebsformen sowie zu Struktur, Dichte und Höhe der Bebauung in den einzelnen Teilbereichen getroffen. Durch die Schwerpunktsetzungen des Rahmenplanes ergeben sich Schlüsselbereiche, die in Lupen weiter vertieft ausgearbeitet werden. Hierzu gehören beispielsweise die Optimierung des Erschließungssystems, das gezielte Setzen von neuen städtebaulichen Akzenten an geeigneten Stellen sowie das Weiterdenken des Westbahnhofs zu einem ÖPNV- Knoten mit zusätzlichem Nutzungsangebot und einem verdichteten Umfeld mit einer möglichst hohen Arbeitsplatzdichte. Darüber hinaus werden Handlungsfelder und Entwicklungsstufen benannt, welche für eine Umsetzung in Schritten Voraussetzung sind. Dazu gehören die Identifikation von Schlüsselgrundstücken, Vorschläge zur Anpassung des Baurechts und Optimierung des Erschließungssystems. Dabei wird unterschieden von niederschwellig und kurzfristig umsetzbaren Maßnahmen bis hin zu langfristigen Perspektiven. Zeithorizont Der Rahmenplan dient als Grundlage für die langfristige und zukunftsorientierte Weiterentwicklung des Gewerbegebiets, beginnend ab heute. Der Zeithoriont ist daher bewusst weit gesteckt und nicht an einer Jahreszahl festgemacht. Das Gewerbegebiet befindet sich in Nutzung, daher sind Entwicklungsschritte nicht immer exakt vorhersehbar. Der Rahmenplan soll jedoch für die nächsten 15- 20 Jahre Entscheidungsgrundlage für anstehende und kommende Projekte und das Rahmenwerk für weitere Schritte wie sich anschließende Bauleitplanverfahren sein. 2. Einleitung, Ziele und Rahmenbedingungen2.1. Anlass und Ziele, Zeithorizont 8 | Städtebaulicher Rahmenplan Grünwinkel – EndberichtStadtplanungsamt, Wirtschaftsförderung, Karlsruher Fächer GmbH | 9 Das Gewerbegebiet Grünwinkel soll als Modellquartier für flächensparendes, innovatives und ressourcenoptimiertes Wirtschaften entwickelt werden. Dazu wurden von der Stadt Karlsruhe und der Karlsruher Fächer GmbH im Landes- wie im Bundesministerium Fördermittel beantragt, die in einem gemeinsamen Projektzeitraum von drei Jahren einen innovativen Beteiligungsprozess im Gewerbequartier Grünwinkel zur Erstellung einer Entwicklungskonzeption für den Aufbau einer effizienten Gewerbegebietsstruktur ermöglichen. Diese soll in besonderem Maße den Zielen der Innenentwicklung, dem Themenfeld „Flächen gewinnen“ sowie der Schaffung attraktiver, kompakter Siedlungsmuster mit zukunftsweisenden, ressourceneffizienten Strukturen Rechnung tragen. Die Beauftragung der Erstellung eines städtebaulichen Rahmenplans ergibt sich aus der bisherigen Projektarbeit. Sie ist auch eine Reaktion auf die Anforderungen der Unternehmen vor Ort. Um das Gewerbegebiet entsprechend der Wünsche, Vorstellungen und Bedürfnisse der Eigentümer und Eigentümerinnen beziehungsweise der Nutzer und Nutzerinnen gestalten zu können, braucht es die Etablierung eines städtebaulichen Rahmens unter Berücksichtigung des städtischen Gesamtzusammenhangs. Das Büro zeroemission GmbH hat, gemeinsam mit scheuvens&wachten, eine Standortanalyse durchgeführt und basierend darauf einen Masterplan erstellt. Dieser enthält Vorschläge für Maßnahmen, mit deren Durchführung das Flächenpotenzial im Gewerbegebiet entwickelt werden kann. Bereits im Rahmen der Abschlussarbeit am Vorgängerprojekt „REGEKO – Flächen gewinnen durch Innenentwicklung“ des Landes Baden-Württemberg, auf dem das ExWoSt-Vorhaben basiert, hat sich gezeigt, dass dieser Masterplan städtebaulich noch weiter ausgearbeitet werden muss und zur besseren Kommunikation mit den Gewerbetreibenden visuell plakativer zu gestalten ist. Da das Gebiet zu groß für einen Bebauungsplan ist, hat man sich für das Instrument eines städtebaulichen Rahmenplans entschieden, der auf den Masterplan aufbaut und dessen Grundlagen detailschärfer weiterführt, aber noch nicht die Genauigkeit eines Bebauungsplans hat. Der Rahmenplan bildet so den Link zwischen dem Masterplan und kommenden Bebauungsplänen und bildet die langfristige städtebauliche Entwicklungsbasis. Zum anderen ist bei der Erstellung des Masterplans deutlich geworden, dass es Schlüsselgrundstücke gibt, die für die weitere Entwicklung des Gebietes von zentraler Bedeutung sind. Für die nun notwendigen intensiven Gespräche mit den Eigentümern werden seitens der Stadt klarere Vorstellungen gebraucht, in welche Richtung sich abgegrenzte Bereiche entwickeln können und sollen. Bilder und Visualisierungen können zudem dazu beitragen eine Aufbruchsstimmung zu erzeugen, die der erfolgreichen Bearbeitung des Projektes REGEKO insgesamt zuträglich ist. Gewerbeflächenstudie des Nachbarschaftsverbands In der Gewerbeflächenstudie des Nachbarschaftsverbands Karlsruhe wurden erstmals Defizite und Potenziale in den größeren Gewerbearealen stadtweit erfasst. Hier wurde auch für das Gewerbegebiet Grünwinkel ein Defizit im Erscheinungsbild des öffentlichen Raums festgestellt. Das Gewerbegebiet sei auch in Hinsicht auf Versorgungs- und Freizeitangebote besser versorgt als andere Gewerbegebiete im näheren Umfeld. Die Anbindung an das Straßennetz wird als sehr gut beschrieben. Die innere Erschließung wird durch die Bahntrasse zerschnitten und erschwert; ebenfalls wurde der ruhende Verkehr bereits als Schwachstelle benannt. Als Ziel daraus wird zum einen die Erhaltung und Sicherung als klassisches Gewerbegebiet, zum anderen die langfristige Weiterentwicklung zu einem (urbanen) Dienstleistungsstandort formuliert. Als Empfehlung werden die Verbesserung der inneren und äußeren Erschließung und die Aufwertung des Straßenraums ausgesprochen. Städtebaulicher Rahmenplan Klimaanpassung Im Städtebaulichen Rahmenplan Klimaanpassung befindet sich der am stärksten belastete Hot- Spot beim Stadtstrukturtyp „Industriegebiet“ innerhalb des Gewerbegebietes Grünwinkel. Er zeichnet sich durch einen starken Effekt der städtischen Hitzeinsel aus – die damit verbundenen gesundheitlichen Risiken der Bevölkerung sind von herausragender Bedeutung. Der im Klimaanpassungsplan beschriebene Hot-Spot verfügt außer in den Straßenräumen über kaum weitere öffentliche und private Freiflächen. Hochwertige Grünflächen sind nur in sehr geringem Umfang vorhanden. Räumliches Leitbild Das Gewerbequartier Grünwinkel ist Teil des Städtebaulichen Konzepts „Dynamisches Band Karlsruhe“, das im Rahmen des Räumlichen Leitbildes für die Stadt Karlsruhe erarbeitet wurde. Das „Dynamische Band“ geht gesondert als eine der sieben „Stoßrichtungen“ aus dem Leitbildprozess hervor. Daran wird die Bedeutung des Untersuchungsraumes als ein Teil dieses Bandes besonders deutlich. Die konzeptionellen Ziele für das Dynamische Band lauten: Stadtraum! – Stadteingänge baulich gestalten; Stadtraum Südtangente vielfältig sicht- und erlebbar machen Grün! – Doppelte Innenentwicklung; Vernetzung; Klimaanpassung; so viel Grün im Quartier wie möglich Nutzung! – Gewerbe stärken; „Mischen possible“; Sachen möglich machen, die in der Kernstadt nicht gehen Mobilität! – Öffentlichkeit und Langsamverkehr ausbauen; Lage ins Bewusstsein bringen. Praxishandbuch „Unternehmensstandorte zukunftsfähig entwickeln“ Zudem sei auf das 2014 mit Fördermitteln des Landes erstellte Praxishandbuch „Unter- nehmensstandorte zukunftsfähig entwickeln, Flächenpotenziale gewinnen – nachhaltig bauen – Synergien nutzen“ verwiesen, das während des REGEKO- Prozesses unter anderem als Handlungsleitfaden diente. 2.2. Einbettung in das Forschungsprojekt REGEKO2.3. Übergeordnete Planungen im Kontext : 10 | Städtebaulicher Rahmenplan Grünwinkel – EndberichtStadtplanungsamt, Wirtschaftsförderung, Karlsruher Fächer GmbH | 11 Vision Dem städtebaulichen Rahmenplan liegt eine prägnante Vision für die zukünftige Entwicklung des Gebiets zu Grunde. Diese Vision beschreibt wünschenswerte inhaltliche Ziele des Rahmenplans. Dabei geht es nicht um eine im Detail ausgearbeitete Beschreibung eines fertigen Endzustands, sondern vielmehr um die Formulierung einer positiven Zukunftsperspektive, die deutlich macht, wohin sich das Gebiet auf lange Sicht entwickeln kann und soll und warum. Im Sinne solch einer Langfristperspektive geht es also um die zentrale Frage: „Was zeichnet ein innerstädtisches Gewerbegebiet der Zukunft aus?“. Die Arbeitswelt unterliegt schon seit geraumer Zeit einem enormen Wandel, welcher sich durch Trends wie die Digitalisierung, lebenslangem Lernen, einer älter werdenden Gesellschaft, dem Wandel in der Mobilität und einer fortschreitenden Urbanisierung noch weiter beschleunigen dürfte: Moderne Produktionsabläufe und -techniken ermöglichen ein „verträglicheres“ Produzieren im städtischen Kontext (Urbane Produktion). Arbeitszeiten verschieben sich weg von klassischen „nine to five“-Jobs im Büro oder den üblichen Schichtarbeitszeiten hin zu flexibleren Arbeitszeitmodellen. Es wird vermehrt auch von zu Hause oder sogenannten „Third- Places“ gearbeitet, auf dem Weg zur oder von der Arbeit werden Einkäufe erledigt, Dienstleistungen in Anspruch genommen oder Freizeitaktivitäten nachgegangen. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie wird ebenfalls immer wichtiger, so steigt die Nachfrage nach arbeitsplatznahen Betreuungsangeboten ebenso. Der Alltag gliedert sich also weniger stark in reine Wohn- und Arbeitsorte. Dies hat zur Folge, dass Arbeitsorte auf vielen Ebenen immer stärker in den Alltag integriert werden und dadurch zu städtischeren Orten werden können. Vor allem in den nachgefragten Stadtregionen trifft eine sich ändernde Arbeitswelt auf eine zunehmende Flächenknappheit, besonders in gut erreichbaren Lagen, was den Druck auf eine effiziente Ausnutzung der zur Verfügung stehenden Flächen weiter erhöht. In diesem Zusammenhang sind insbesondere das großflächige erdgebunde Parken oder eingeschossige Gebäude kritisch zu hinterfragen. Dies ist auch im Kontext des Klimawandels zu sehen, welcher die Städte im allgemeinen und Karlsruhe im Besonderen vor neue Zukunftsherausforderungen stellt. Im Zusammenhang mit dem Gewerbegebiet Grünwinkel ist hier vor allem die Hitzeproblematik zu nennen, welche auch durch einen starken Versiegelungsgrad hervorgerufen wird. Vor diesem Hintergrund zeichnen sich nun mehrere „Ansprüche“ ab, denen ein innerstädtisches Gewerbegebiet wie das in Grünwinkel zukünftig genügen sollte. Auf den folgenden Seiten wird die Vision anhand von Referenzbildern in ihren verschiedenen Ebenen beschrieben. Das Gewerbegebiet in Grünwinkel hat eine lange Geschichte und ist an diesem Standort über einen Zeitraum von über hundert Jahren gewachsen. Es ist selbstverständlich, dass ein bestehendes Gewerbegebiet nicht von heute auf morgen in eine neue Struktur, mit einer höheren Dichte und einem neuen Nutzungsmix überführt werden kann. Zudem ist festzustellen, dass wesentliche Veränderungen nur zusammen mit und durch die Grundstückseigentümerinnen und -eigentümer gelingen können. Unter Umständen dauert so ein Transformationsprozess sehr lange. Trotzdem geschehen Veränderungen permanent: Grundstücke werden verkauft, Betriebe erweitert, verlagert oder geschlossen. Aufgrund sich verändernder Rahmenbedingungen lassen sich durch neue Nutzungsangebote und höhere Dichten höhere Erträge erzielen, was wiederum Anlass zu baulichen Veränderungen geben kann. Um diese Entwicklungen zu koordinieren und das Gebiet aus gesamtstädtischer Perspektive optimal ausrichten zu können, braucht es eine robuste Zielvorstellung, die einen wünschenswerten Horizont darstellt, als Orientierungsrahmen und Wertmaßstab dient und anhand derer Einzelprojekte, aber auch weitreichende Entscheidungen, wie die Anpassung des Baurechts, geprüft und abgeleitet werden können. Abb. 2 Zukunftsbild, Westbahnhof 3. Analyse und Konzeptansatz3.1. Vision: Was zeichnet ein Gewerbegebiet der Zukunft aus? 12 | Städtebaulicher Rahmenplan Grünwinkel – EndberichtStadtplanungsamt, Wirtschaftsförderung, Karlsruher Fächer GmbH | 13 des Gebiets: Welche Nutzungen sind zukünftig anzustreben? Für welche Nutzungen sollte nach alternativen Standorten gesucht werden? Dies stellt eindeutig keine bestehenden Betriebe in Frage, soll jedoch vor dem oben erwähnten langen Planungshorizont erlauben darüber nachzudenken, was an solch einem Ort wie Grünwinkel das Optimale ist, um gegebenenfalls nach besseren Standorten zu suchen, alternative Möglichkeiten präsent zu haben und/oder bei sich abzeichnenden Chancen rechtzeitig und zielgerichtet agieren zu können. Grundsätzlich soll das Gebiet ein Ge- werbegebiet bleiben, um die Knappheit an Gewerbeflächen nicht noch weiter zu verschärfen. Die Vision sieht einen Mix aus produktivem Gewerbe, Handwerk und Dienstleistungen, aber auch Bildungs- und Betreuungsangebote, Freizeit- und Sportnutzungen, Kultur und Gastronomie, in kleinem Maße an geeigneten Stellen auch Einzelhandel vor. Besonders die innerstädtisch gelegenen und gut zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem ÖPNV erreichbaren Gewerbeflächen sind prädestiniert für arbeitsplatzintensive und wertschöpfungsstarke Nutzungen, um möglichst Vielen wohnortnahe Arbeitsplätze zu ermöglichen, Verkehre in entfernt liegende Arbeitsorte zu vermeiden und um das Potenzial von gut ausgebildeten Arbeitskräften auszuschöpfen. Darüber hinaus ist zusätzlicher Schwerverkehr in die Innenstadt zu vermeiden und sind stark emittierende Betriebe an dafür geeigneten Standorten zu konzentrieren. Zudem sollte auf die Möglichkeit einer Stapelung in die Höhe geachtet werden. Dichte/Höhe/Struktur Aus städtebaulicher Sicht ist die Frage nach der baulichen Struktur entscheidend. Es geht um die Frage: Wie hoch und wie dicht kann gebaut werden? Dies ist vor allem in Bezug auf die Möglichkeiten einer höheren Ausnutzung der Grundstücke von Bedeutung. Das „Stapeln“ von Nutzungen bzw. die Organisation einer Einheit in der Vertikalen bringt mehr Geschossfläche auf einem Grundstück unter und kann zudem dazu beitragen, den Versiegelungsgrad zu reduzieren. Gerade in den flächenmäßig sehr begrenzten innerstädtischen Gewerbelagen sollten keine Flächen durch großflächiges ebenerdiges Parken oder geringe Geschosszahlen „verschenkt“ werden. Die Weiterentwicklung an geeigneten Stellen zu wirklichen Hochpunkten setzt städtebauliche Akzente und verleiht dem Gebiet ein neues Gesicht. Auch wenn das Bauen in die Höhe im gewerblichen Kontext noch nicht den Stellenwert hat wie im Wohnungsbau, so zeigen doch viele Beispiele, dass dies möglich ist und zu guten Ergebnissen führt. Hier kann eine enge Beratung der Eigentümer und Betreiber durch die Stadt, das Lernen von Referenzbeispielen sowie Gespräche mit Bauherrn und Architekten, die schon erfolgreich „gestapelt“ haben, helfen, auf diesem wichtigen Feld der Innenentwicklung einen Schritt weiter zu kommen. Nutzung Die Frage des Nutzungsmixes ist eine entscheidende für die Weiterentwicklung Abb. 4 Nutzungen Abb. 3 Nutzungsmischung & Dichte 14 | Städtebaulicher Rahmenplan Grünwinkel – EndberichtStadtplanungsamt, Wirtschaftsförderung, Karlsruher Fächer GmbH | 15 Mobilität/Parken/Ankommen Für die Firmen in einem Gewerbegebiet ist eine gute Erreichbarkeit von großer Bedeutung. Aber nicht nur eine gute Anbindung ist ein Standortvorteil, sondern auch eine klare Orientierung im Quartier mit eindeutigen Adressen. Orte des Ankommens – insbesondere die des öffentlichen Verkehrs – sind Aushängeschilder, Dreh- und Angelpunkte des Gebiets. Sie werden zu Orten der kombinierten Mobilität und sorgen für einen einfachen und komfortablen Wechsel zwischen den Verkehrsmitteln (ÖPNV/Fahrrad/ Car-Sharing). Das Anreichern von Mobilitätsknoten mit weiteren Funktionen, etwa im Dienstleistungs- oder gastronomischen Bereich, stärkt die Ankerfunktion und macht den Umstieg auf den ÖV/Langsamverkehr attraktiver, da verschiedene Besorgungen auf den täglichen Wegeketten erledigt werden können. Die Personenfrequenz, die durch die Nutzerinnen und Nutzer des öffentlichen Verkehrs erzeugt wird, schafft einen attraktiven Standort für solche Angebote, welche wiederum zu einer weiteren Belebung beitragen können. Im innerstädtischen Kontext nimmt die Bedeutung des Fahrrades (Pedelec) als Alltagsverkehrsmittel weiter zu. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schätzen eine gute Anbindung ihres Arbeitsplatzes an das städtische Radwegenetz sowie komfortable und sichere Abstellmöglichkeiten in ausreichender Anzahl an geeigneten Standorten. Eine gute Fahrradinfrastruktur ist ein weicher Standortfaktor und sorgt zudem für eine Entlastung des motorisierten Verkehrs. Öffentlicher Raum Auch in Gewerbegebieten kommt den privaten Freiflächen und öffentlichen Räumen ein hoher Stellenwert zu. Kleine Pocketparks und Plätze ermöglichen das Verweilen in Pausen, sind Treffpunkt und Orte des Austauschs und übernehmen nicht zuletzt auch wichtige mikroklimatische Funktionen, wie Verschattung und Versickerung. Ein gut gestalteter öffentlicher Raum sorgt für Belebung und Sicherheit. Vor allem die innerstädtischen Gebiete, die auch von Personen aus den Nachbarquartieren aufgesucht und durchquert werden, haben das Potenzial, zu belebten urbanen Orten zu werden. Im Sinne einer doppelten Innenentwicklung sollten daher parallel zu einer höheren Dichte unbedingt eine qualitative Verbesserung der öffentlichen Räume und eine Entsiegelung und Begrünung der privaten Freiflächen angestrebt werden. Abb. 6 Öffentlicher RaumAbb. 5 Mobilität 16 | Städtebaulicher Rahmenplan Grünwinkel – EndberichtStadtplanungsamt, Wirtschaftsförderung, Karlsruher Fächer GmbH | 17 Umwelt, Energie, Klima Ein nachhaltiges Gewerbegebiet geht bewusst mit Ressourcen um. Es leistet einen Beitrag zum Klimaschutz und zur Klimaanpassung. Im Rahmen des Projekts REGEKO wurden dazu bereits viele Aussagen getroffen. Durch Kooperation und Austausch der Gewerbetreibenden sollen Anstrengungen zur Ressourceneffizienz beschritten werden. An dieser Stelle sei deshalb auch auf die Website des Forschungsprojekts verwiesen: www.regeko-karlsruhe.de Unter stadtklimatischen Gesichtspunkten ist eine Reduzierung der Versiegelung, eine ausreichende Beschattung durch Bäume sowie eine Dach- oder Fassadenbegrünung anzustreben. In Bezug auf Verschattung und Entsiegelung sowie Versickerung und Entwässerung bestehen neben Maßnahmen auf privaten Flächen auch noch deutliche Potenziale im öffentlichen Raum. Gerade im gewerblichen Bereich mit teilweise großen Gebäudevolumen können Dachflächen und Fassaden zur Energiegewinnung eingesetzt werden. Identität, Orte Das Gewerbegebiet Grünwinkel hat eine lange Geschichte. Davon zeugen noch diverse Gebäude unterschiedlicher Art und Funktion: Zum Teil sind sie noch als Gewerbebauten genutzt, zum Teil schon mit einer neuen Nutzung belegt. Neben Aspekten des Denkmalschutzes sind diese Bauwerke identitätsgebende Anker des Quartiers und prägen maßgeblich das Bild des Gebiets. Ein sensibler Umgang und eine gute Integration solcher Gebäude in die Zukunft des Gebiets kann viel zur Identifikation mit dem Gebiet und zur Markenbildung beitragen. Ein gelungenes Beispiel aus dem Quartier ist das Kesselhaus. Abb. 8 Umwelt und KlimaAbb. 7 Identität 18 | Städtebaulicher Rahmenplan Grünwinkel – EndberichtStadtplanungsamt, Wirtschaftsförderung, Karlsruher Fächer GmbH | 19 Um Handlungsansätze für eine zukünftige Ausrichtung des Gewerbegebiets Grünwinkel aufzuspüren, wird das Gebiet systematisch im Inneren und auf seine Beziehung zu den benachbarten Quartieren auf Potenziale und Defizite hin untersucht. Die Betrachtung erfolgt auf den Ebenen der städtebaulichen Struktur, des Verkehrs sowie der Grün- und Freiräume. Darüber hinaus erfolgt eine Einschätzung der Veränderungswahrscheinlichkeiten. Das heißt: Wo kann schon bald etwas in Angriff genommen werden beziehungsweise wo ist kurzfristig mit Veränderungen zu rechnen und was hat vermutlich noch über viele Jahre hin Bestand? Welches sind Schlüsselgrundstücke, die für die Entwicklung des Gebiets eine hohe Bedeutung haben? Einbindung in das Stadtgefüge, historische Entwicklung Das Gewerbegebiet in Grünwinkel hat eine lange und bewegte Geschichte und hat sich über mehr als hundert Jahre an diesem Standort entwickelt. In seinen Ursprüngen war das Gebiet ein klassischer Industriestandort am Stadtrand außerhalb der Siedlungen. Im Laufe der Zeit wurde das Gebiet vollständig durch das Stadtwachstum eingeschlossen und befindet sich nun inmitten des Siedlungsgebiets. Im Nordosten führt die Südtangente direkt am Gebiet entlang, jenseits schließt unmittelbar die Kernstadt (Weststadt) an. Die Südtangente stellt trotz einiger Fuß- und Radwegeverbindungen eine starke Zäsur dar, ebenso wie die Bahnlinie, welche das Gebiet durchquert und an der sich der „dritte Karlsruher Bahnhof“ befindet (KA Hbf, KA-Durlach, KA-West). Im Westen und Süden ist das Gewerbegebiet von Wohnquartieren umgeben. Das Gebiet wird daher von vielen Menschen aus den Nachbarquartieren auf dem Weg in die Stadt oder zum Grünzug entlang der Alb durchquert; gleiches gilt in umgekehrter Richtung auch für diejenigen, die aus der Kernstadt in Richtung südlicher Hardtwald oder zur Heidenstückersiedlung unterwegs sind oder die aus den umliegenden Quartieren zum Arbeiten oder Einkaufen in das Gebiet kommen. Deshalb sind Verbindungen in die Nachbarquartiere von hoher Bedeutung, insbesondere für den Fuß- und Radverkehr. Das Gewerbegebiet Grünwinkel übernimmt so neben seiner Funktion als Gewerbestandort verschiedene Rollen im Stadtgefüge und bietet die folgenden Potenziale: „„ Es übernimmt eine Scharnier- und Durchgangsfunktion, insbesondere für den Radverkehr. „„ Durch die direkte Lage an der Südtangente könnte es eine Schaufensterfunktion für die Stadt Karlsruhe übernehmen. Abb. 9 Das Gebiet vor der Stadt (1943)Abb. 10 Das Gebiet in der Stadt (1965) 3.2. Potenziale und Defizite, konzeptionelle Ansätze 20 | Städtebaulicher Rahmenplan Grünwinkel – EndberichtStadtplanungsamt, Wirtschaftsförderung, Karlsruher Fächer GmbH | 21 Terra Incognita Durch die komplizierte Verkehrsführung ist der Bereich der nördlichen Hardeckstraße für Ortsunkundige schlecht auffindbar: Um dorthin zu kommen, muss man an der Kreuzung Zeppelinstraße/Hardeckstraße abbiegen und die Brücke unterqueren, oder von der Pulverhausstraße kommend, zuerst durch ein Wohngebiet fahren. Beide Optionen sind nicht direkt ersichtlich, zudem wird durch den Verkehr das Wohngebiet belastet. Leere Mitte Der Bereich zwischen Kreuzung Zeppelinstraße/Hardeckstraße und dem Haltpunkt Karlsruhe West wird aus folgenden Gründen als „leere Mitte“ identifiziert: „„ geringe Bau- und Nutzungsdichte „„ unklare städtebauliche Situation, dabei wichtiger Punkt für den ganzen Bereich Hardeckstraße „„ Quartiersmitte und zentraler Verteiler „„ Ankommenspunkt mit der Bahn „„ Lage an Brücke wird nicht ausgenutzt „„ Rückseiten des DHL-Gebäudes zur Zeppelinstraße „„ fehlende stadträumliche Kante auf Moniger-Areal, wenig attraktive Lagerfläche direkt an der Straße Der Westbahnhof ist der „Dritte Karlsruher Bahnhof“, neben dem Hauptbahnhof und Karlsruhe-Durlach. Alle drei Bahnhöfe sind im Vergleich zu anderen Städten wenig dicht bebaut, die Arbeitsplatzdichte ist bei Weitem noch nicht so hoch, wie dies an Haltepunkten dieser Lage zu erwarten wäre. Das Gelände südlich des Hauptbahnhofs wird nun entwickelt, die anderen beiden Bahnhöfe könnten nachziehen. Aus verschiedenen Gründen macht es Sinn, an diesen Knotenpunkten zu verdichten: Eine gute Erreichbarkeit mit dem öffentlichen Verkehr entlastet das Straßennetz und regt an, diesen auch zu nutzen. Für viele Firmen, insbesondere im Dienstleistungsbereich, ist eine Lage unmittelbar an einem Bahnhaltepunkt attraktiv, um für Kunden und Mitarbeiter gut erreichbar zu sein. Bahnhöfe sind immer auch Stadteingänge, eine hochwertige Nutzung bietet auch das Potenzial, diesen Stadtraum als Tor zur Stadt zu gestalten. Der Westbahnhof ist in fünf Minuten vom Hauptbahnhof aus erreichbar. Leider ist die Taktfrequenz und Bedienhäufigkeit noch nicht sehr hoch (ca. alle 30 Minuten RB, RE, S). Hier ist wie so häufig die Frage nach „Henne und Ei“: Muss erst der Takt besser werden, damit eine Verdichtung attraktiv ist, oder muss zuerst eine hohe Nachfrage (z.B. durch Verdichtung) entstehen, damit sich ein höherer Takt lohnt... Zweifellos bietet der Bereich um den Westbahnhof das Potenzial für eine höhere Ausnutzung und städtebauliche Akzentuierung. Auch der Haltepunkt selbst ist wenig attraktiv gestaltet; zudem fehlt eine gute und direkte Anbindung für Radfahrer aus der Weststadt. Wenig ausgenutzte Bereiche Besonders der Bereich zwischen Liststraße und Keßlerstraße ist wenig dicht genutzt. Es wechseln sich unbebaute Grundstücke und ein- bis zweigeschossige Hallen, sowie Einzelhandelsgebäude mit niedrigen Büro- und Wohngebäuden ab. Die langfristige Zukunft der Gebäude der Landeserstaufnahmestelle (LEA) ist auch noch ungewiss. Im Vergleich zum Bereich um das Kesselhaus liegt dieser Abschnitt hinter seinem Dichtepotenzial zurück, zumal man von hier zu Fuß und mit dem Fahrrad schnell in der Weststadt ist. (Entenfang/Mühlburger Feld). Potenzial Campus Die industrielle Vorgeschichte des Gebiets lässt sich an vielen Stellen noch gut ablesen. Eine dieser Stellen ist der Bereich um das Kesselhaus. Die als Mischverkehrsfläche angelegten Gebäudezwischenräume haben eine hohe Aufenthaltsqualität und sind sehr funktional. Ein ähnliches räumliches „„ Der Bahnhof KA-West hat das Potenzial für einen Gewerbestandort, der mit allen Verkehrsmitteln sehr gut erreichbar ist. Eine stadtstrukturelle Stärken- Schwächen-Betrachtung des Gewerbegebiets führt zu folgendem Ergebnis: Gebietseingänge Für den motorisierten Verkehr gibt es sechs Zufahrten in das Gebiet: 1. von Nordwesten über die Südtangente bzw. die Vogesenbrücke (Liststraße) 2. aus der Stadt und von der Südtangente über den Knoten am Kühlen Krug/roten Turm sowie über die Kesslerstraße 3. von Osten über eine untergeordnete Zufahrtsmöglichkeit aus Bulach über die Bannwaldallee 4. von Süden aus der Pulverhausstraße über die Hardeckstraße 5. von Süden aus der Pulverhausstraße über die Fritz-Haber-Straße 6. von Westen aus Grünwinkel beziehungsweise von der B36 Nicht alle Zufahrten sind klar ersichtlich, oder weisen stadträumlich auf den Auftakt zu einem Gewerbegebiet hin. Dies ist insbesondere der Fall an der Zufahrt 1: Hier wirkt die Zufahrt eher wie eine Hinterhofsituation sowie an der Zufahrt 4, über die das Gebiet nur über ein Wohngebiet erreichbar ist. Die Hauptzufahrt am roten Turm hingegen ist städtebaulich markant. Südtangente Eckenerstraße Pulverhausstraße Südtangente Keßlerstraße Zeppelinbrücke Bannwaldallee Hardeckstraße Fritz-Haber-Straße Liststraße Entenfang keine Sichtbarkeit Richtung Entenfang/Nordwest unklare Situation am Westbahnhof Rückseite DHL zur Straße Gewerbe im Hintergrund / Rückraum Sichtbarkeit Baumarkt = Handel?* * Präsenz Wohnsiedlung an Pulverhausstraße Präsenz Ärztehaus und Roter Turm an Südtangente Präsenz Silos der Essigbrauerei Feldmann an Radverbindung Alb Alb Kühler Krug Günther-Klotz Anlage Weststadt Weststadt Haltestelle Mühlburger Feld Abb. 11 Potenziale 3.2.1. Gesamtstädtische Einbindung und städtebaulicher Kontext 22 | Städtebaulicher Rahmenplan Grünwinkel – EndberichtStadtplanungsamt, Wirtschaftsförderung, Karlsruher Fächer GmbH | 23 Muster, vermutlich ein Überbleibsel historischer Industrieanlagen, findet sich auf der nördlichen Seite der Zeppelinstraße zwischen List- und Lagerstraße. Dies birgt die Chance, dass auf längere Sicht dieser mischgenutzte Bereich auch auf dieser Seite das räumliche Rückgrat einer zukünftigen Entwicklung bildet. Städtebauliches Umfeld Betrachtet man die städtebauliche Struktur des Gebiets, so lassen sich vier grundsätzlich verschiedene Bereiche identifizieren, welche maßgeblich für die perspektivische Entwicklung sein können: „„ Zwischen Zeppelinstraße und Junker- und-Ruh-Straße: Dichter Mix aus Gebäuden unterschiedlicher Größe und Höhe, durch Lage zwischen Schienen und Südtangente keine direkte Nachbarbebauung „„ Bereich von Moninger über ROTAG bis Areal Birkenweg: große Grundstücke mit großvolumigen Gebäuden „„ Bereich Lotzbeckstraße/Hardeckstraße: kleinteilige Gewerbezone mit heterogener Bebauung, jedoch ohne Hochpunkte. Die angrenzende Wohnbebauung erfordert eine sensible Entwicklung „„ Bereich Westbahnhof: Spezielle Insellage an der Brücke, unmittelbare Lage am Haltepunkt der DB und KVV Motorisierter Verkehr - Drei Ringe für Grünwinkel Betrachtet man das Gebiet unter dem Blickwinkel des motorisierten Verkehrs, springen an der heutigen Situation mehrere Dinge ins Auge: „„ Komplizierte Erschließung: Grundsätzlich hat das Gebiet, vor allem zwischen Südtangente und Bahngleisen, einen Inselcharakter. Durch die Breite der Südtangente und die teilweise komplizierten Abbiegevorgänge erschließt sich Ortsunkundigen die Einfahrtsituation oft nicht auf den ersten Blick und erschwert die Orientierung. Aber auch der Bereich südlich der Gleise ist alles andere als leicht auffindbar. Dies gilt in besonderer Weise für den Bereich der Hardeckstraße. „„ Städtebaulich unbefriedigende Situation sowie keine Ausfahrtsmöglichkeit auf die Südtangente an der Nordspitze des Gewerbegebiets „„ Sackgasse Lotzbeckstraße: Die Sackgassensituation der Lotzbeckstraße verhindert eine Zirkulationsmöglichkeit innerhalb des Gewerbegebiets und stellt eine Barriere in Ost-West-Richtung dar. Dies führt insbesondere dazu, dass das Wohngebiet an der südlichen Hardeckstraße vom Gewerbeverkehr belastet wird. „„ Die Stichstraßen im Bereich Liststraße und Felsstraße bilden kleine, in sich geschlossene Abschnitte. Südtangente Eckenerstraße Pulverhausstraße Südtangente Keßlerstraße Bannwaldallee Benzstraße Ring 1 Ring 2 Ring 3 Hardeckstraße Fritz-Haber-Straße Liststraße Zeppelinbrücke Abb. 12 Strukturzonen und Nutzungsschwerpunkt Abb. 13 MIV: Bestand Abb. 14 MIV: Konzept 3.2.2. Verkehr 24 | Städtebaulicher Rahmenplan Grünwinkel – EndberichtStadtplanungsamt, Wirtschaftsförderung, Karlsruher Fächer GmbH | 25 „„ Das Verkehrsaufkommen ist auf der Zeppelinbrücke zu den Stoßzeiten sehr hoch und ein Engpass für den MIV. Es wird vorgeschlagen, ein System aus drei Erschließungsringen herzustellen: Dazu wird die Lotzbeckstraße mit der Hardeckstraße verbunden. Dadurch kann der Gewerbeverkehr im Gebiet zirkulieren, die südliche Hardeckstraße könnte ab dem neuen Abzweig Lotzbeckstraße etwas verengt und in ihrer Funktion als Wohnstraße gestärkt werden. Die Hauptzufahrt aus der Pulverhausstraße wäre dann die Fritz-Haber-Straße. Ein ähnliches Prinzip wird im Norden des Gebiets verfolgt: Durch den Lückenschluss zwischen List- und Ziegelstraße und weiter bis zur Felsstraße würde eine weitere Ringstraße entstehen, die bei einer zukünftigen stärkeren Ausnutzung dieses Teilgebiets für einen zusammenhängenden Abschnitt sorgen könnte. Eine zusätzliche Zufahrt auf die Südtangente auf Höhe der Einfahrt von der Vogesenbrücke würde für eine bessere Wahrnehmbarkeit dieses Bereichs und zu einer Entlastung des Knotens an der Zeppelinstraße führen. Der dritte „Ring“ besteht heute schon zwischen Keßlerstraße, Benzstraße und Bannwaldallee. Rad- und Fußwegekonzept Zur Zeit gibt es kein durchgängiges Radwegenetz im Gebiet, die Gebietsränder sind jedoch gut angebunden. Ziel ist es, ein durchgängiges Netz aufzubauen und mit den benachbarten Quartieren zu verbinden. Im Vordergrund steht hier die Verbindung des Quartiers über den Westbahnhof in die Weststadt (Mühlburger Feld). Die bestehende Brücke über die Südtangente liegt in diesem Sinne ungünstig und übergibt die Radfahrer an der falschen Stelle ins Quartier. Es wird vorgeschlagen, eine neue Brücke weiter östlich zu errichten. Im weiteren Verlauf wird zudem eine zweite Fußgänger- und Radfahrerbrücke über die Gleise vorgeschlagen, von der aus auch alle Bahnsteige direkt erreicht werden können (dies ist von der Brücke Zeppelinstraße heute nicht möglich). Durch die Nutzungsänderung auf dem ehemaligen Gelände der Firma Simon Hegele, ist es möglich die Lücke im Radwegenetz zwischen der Hardeckstraße und Ziegelstraße zu schließen und eine durchgängige Radwegeverbindung entlang der Bahngleise herzustellen. Die bereits unter dem Punkt MIV vorgeschlagene Verbindung der Lotzbeckstraße mit der Hardeckstraße würde auch dem Radwegenetz zu Gute kommen: Dadurch wäre eine direkte Durchquerung des Gebiets aus der Günther-Klotz-Anlage kommend über den Birkenweg und die Lotzbeckstraße bis nach Grünwinkel möglich. Ein wichtiger Punkt sind hochwertige Fahr- radabstellmöglichkeiten in ausreichender Zahl. Von besonderer Bedeutung ist dies im Bereich des Westbahnhofs. Hier werden überdachte Stellplätze vorgeschlagen, wel - che die Qualität des Mobilitätsknotenpunkts weiter verbessern. Neben Stellplätzen im öffentlichen Raum sind diese auch auf den Firmengeländen ein wichtiges Thema. Straßenbahn 5 Rheinhafen - Rintheim 5 min Takt Straßenbahn 6 Rappenwört - Hirtenweg 5 min Takt Straßenbahn S2 Rheinstetten - Spöck 5 min Takt Bus 55 Kühler Krug - Hauptbahnhof unregelmäßig Bus 60 Entenfang - Heidenstückersiedlung 20 min Takt Bus 62 Entenfang - Hauptbahnhof 20 min Takt ÖPNV-Hub Westbahnhof Umsteigepunkt Car-Sharing Bike 30 - 60 min Takt Abb. 16 Rad-/Fußwege KonzeptAbb. 15 Rad BestandAbb. 17 ÖPNV Konzept 26 | Städtebaulicher Rahmenplan Grünwinkel – EndberichtStadtplanungsamt, Wirtschaftsförderung, Karlsruher Fächer GmbH | 27 Kooperationen von Firmen untereinander oder mit der Stadt können hier einen entscheidenden Vorschub leisten. Öffentlicher Verkehr Das Gewerbegebiet ist auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln angebunden. Züge verkehren am Westbahnhof mit einer 30-60-minütigen Taktung. Straßenbahnen tangieren das Gebiet nur außerhalb (Entenfang, Mühlburger Feld, Kühler Krug und Eckenerstraße). Im südlichen Teil des Gebiets beschränkt sich der öffentliche Verkehr auf die Buslinien 62 (Entenfang – Hauptbahnhof) und 60 (Entenfang – Heidenstückersiedlung), die im 20 Minuten Takt verkehren. Der Bus 55 (Kühler Krug – Hauptbahnhof) durchfährt das nördliche Teilgebiet, allerdings in unregelmäßigen Abständen. Um eine Alternative zum motorisierten Individualverkehr anzubieten und den öffentlichen Nahverkehr weiter auszubauen, soll der Westbahnhof als Mobilitätsknoten ausgebaut werden. Dafür ist die Einrichtung von Carsharing- Plätzen und Leihfahrradständern vorgesehen. Darüber hinaus würde eine höhere Taktung der Busse und der vorhandenen S-Bahnen den ÖPNV verbessern. Die städtebaulichen Entwicklungen am Westbahnhof können den Haltepunkt als Umsteigepunkt stärken und eine höhere Frequenz generieren. Als langfristige Perspektive wird die Überprüfung einer Fortführung der Straßenbahn ab der Kriegsstraße über die Zeppelinstraße vorgeschlagen, um das Gebiet direkt mit der Straßenbahn zu erschließen und den Westbahnhof zu einem echten multimodalen Verkehrsknotenpunkt zu entwickeln. Diese Idee wird jedoch im Rahmen dieses Projekts nicht weiter vertieft. Im Nahverkehrsplan ist eine neue Straßenbahnlinie entlang der Pulverhausstraße vorgesehen. Weite Teile des Gewerbegebiets sind durch eine hohe Versiegelung sowie großflächige Infrastrukturanlagen geprägt; zu Letzterem gehören unter anderem Parkplätze und Abstellflächen. Es gibt im Gebiet – mit Ausnahme des Bereichs um das Kesselhaus – so gut wie keine Grün- und Freiräume, die zum Aufenthalt geeignet sind. Das Konzept schlägt daher vor, zukünftig verschiedene Grün- und Freiräume anzulegen: Die Bandbreite reicht von versiegelten Bereichen, wie der als Mischverkehrsfläche ausgebildete „Campus“ rund um das Kesselhaus und das ICF bis hin zu grünen, Baum bestandenen Aufenthaltsflächen. Des Weiteren finden sich entlang des Langsamverkehrsnetzes Potenzialflächen, für neue Grünräume. Innerhalb der Gewerbegebiete können so „Pocket Parks“ geschaffen werden, die zum Aufenthalt und als Treffpunkt genutzt werden können und darüber hinaus als bioklimatische Entlastungsorte dienen. Eine ergänzende Verschattung wird erzielt, indem die Hauptinfrastruktur sowie die Ringstraßen und Radwegeverbindungen – wo möglich – mit Bäumen gesäumt werden. Begrünungspotenzial bieten auch die Dachflächen der großkubaturigen Gewerbebauten. Eine geringere Hitzebelastung wird ebenfalls erzielt, indem auf dem Areal „Dichter und Grüner“ geschlossene Oberflächen entsiegelt werden. So entsteht ein zusammenhängendes Netz aus verschatteten öffentlichen Räumen mit darin eingeflochtenen punktuellen Orten des Aufenthalts. Begrünungsmaßnahmen auf privaten Flächen sind wichtige Ergänzungen für das Grünsystem. Südtangente Eckenerstraße Pulverhausstraße Lotzbeckstraße Radverbindung Radverbindung lang fristige Idee Erweiterung Straßenbahn Griesbachstrasse Benzstrasse Südtangente Keßlerstraße Bannwaldallee Hardeckstraße Fritz-Haber-Straße Liststraße Ziegelstraße Zeppelinstraße ÖPNV-Hub Westbahnhof Umsteigepunkt Car-Sharing Bike Abb. 18 Gesamt VerkehrskonzeptAbb. 19 Grün- und Freiraumkonzept 3.2.3. Grün- und Freiräume 28 | Städtebaulicher Rahmenplan Grünwinkel – EndberichtStadtplanungsamt, Wirtschaftsförderung, Karlsruher Fächer GmbH | 29 4.1. Konzept Der städtebauliche Rahmenplan für das Gewerbegebiet Grünwinkel beschreibt zusammenfassend auf folgenden Ebenen die angestrebte Entwicklung: „„ Strukturbereiche „„ städtebauliche Setzungen „„ Verkehrssystem „„ Grün- und Freiflächen Strukturbereiche Die Strukturbereiche sind als städtebauliche Richtgrößen gedacht. Sie beschreiben den Charakter, die Körnung und Dichte sowie die angestrebten Nutzungen, ohne diese im Detail schon festzulegen. Dies ist Gegenstand nachfolgender Verfahren. Dadurch wird ein robuster Rahmen geschaffen, der aber auch die nötige Flexibilität für die langfristig angelegte Planung besitzt. „Urbane Vielfalt“ Zwischen Südtangente und Bahngleisen entsteht ein Gebiet von hoher Dichte, in dem eine große Bandbreite von unterschiedlichen Gebäudehöhen möglich ist. Vorbild dafür ist der Bereich zwischen Kesselhaus und Junker- und-Ruh-Straße. An städtebaulich bedeutenden Punkten kann auch über die Bestandshöhe hinaus gebaut werden, wie beispielsweise an der „Spitze“ (Eingang Liststraße/Südtangente). Dieses Quartier bietet aufgrund der Nähe zur Weststadt, der städtebaulichen Vorprägung und den bestehenden Nutzungen großes Potenzial, zu einem lebendigen urbanen Ort zu werden. Das Nutzungsspektrum umfasst dabei Dienstleistung, Büros, produzierendes Gewerbe, Gastronomie, Kultur, Sport und Freizeit, Bildung und Einzelhandel (im Bestand). Öffentliche und halböffentliche Freiräume sollten nach dem Modell „Kesselhaus (Campus)“ weiterentwickelt und durch Pocket Parks ergänzt werden. „Große Kisten“ Dieser Strukturbereich verfügt als zusammenhängendes Gebiet über große Grundstücke, die mit großen Gebäudevolumen besetzt sind. Dies ist im innerstädtischen Kontext in Karlsruhe eine Seltenheit. Daran sollte auch langfristig aus strategischen Gründen festgehalten werden, um in diesem Strukturbereich gegebenenfalls frei werdende Grundstücke für Ansiedlungen von möglichst arbeitsplatzintensiven hochwertigen Nutzungen, auch aus dem gewerblich-industriellen Bereich, vorzuhalten. Dachflächen sollten zur Energiegewinnung genutzt und/oder begrünt werden. Urbane Vielfalt Neue Mitte Westbahnhof Dichter und Grüner Große Kisten Urbane Vielfalt Dienstleistung, Büro Produzierendes Gewerbe Gastronomie, Kultur, Third Place Bildung, Einzelhandel (im Bestand) Dichter und Grüner Dienstleistung, Büro Produzierendes Gewerbe Kleinere und mittlere Einheiten Betriebszugehöriges Wohnen (Einzelhandel + Wohnen im Bestand) Große Kisten Dienstleistung, Büro Produzierendes Gewerbe Einzelhandel (im Bestand) Große Einheiten Neue Mitte Dienstleistung, Büro Gastronomie, Service, Third Place Bildung Abb. 20 Rahmenplan Abb. 21 Städtebauliches Konzept 4. Städtebaulicher Rahmenplan 30 | Städtebaulicher Rahmenplan Grünwinkel – EndberichtStadtplanungsamt, Wirtschaftsförderung, Karlsruher Fächer GmbH | 31 In vier verschiedenen Lupen werden die Aussagen des Rahmenplans konkretisiert und exemplarisch vertieft. Diese sind weder als „in Stein gemeißelte“ Vorgaben, noch als Vorgriff auf zukünftige Verfahren der Bauleitplanung zu verstehen, sondern als beispielhafte Ausarbeitung und Veranschaulichung der städtebaulichen Leitideen. Die vier Ausschnitte für Lupen sind: 1. „Spitze“: Liststraße/Südtangente 2. Westbahnhof 3. Carrée Hardeckstraße/Lotzbeckstraße 4. Areal Birkenweg Sie wurden aus verschiedenen Gründen ausgewählt: Zum einen aus zeitlichen Dringlichkeiten, wie im Bereich des „Hardeck-Carrées“oder dem Areal im Birkenweg, wo schon teilweise Bauvoranfragen vorliegen und zeitnah mit Investitionen zu rechnen ist. Zum anderen sollen durch die Wahl der Lupen städtebauliche Visionen dargestellt werden an Stellen, die für die Entwicklung des Gebietes zentrale Bedeutung übernehmen. Alle Lupen sollen dazu anregen, die Aussagen des Rahmenplans anschaulich zu machen und die Zukunft des Gewerbegebiets vorauszudenken. Die Lupen werden auf den kommenden Seiten je in einem Lageplanausschnitt sowie einer Visualisierung dargestellt. „Neue Mitte Westbahnhof“ Der Westbahnhof hat das Potenzial, zu einem Mobiltätsknoten und belebten Mittelpunkt des Quartiers ausgebaut zu werden. Dieser Bereich hat eine Sonderstellung im Gebiet, ein neuer Hochpunkt ist hier verträglich und kann dadurch diesen, mit dem öffentlichen Verkehr gut erschlossenen Bereich optimal ausnutzen. Es sind Nutzungen mit einer hohen Arbeitsplatz- oder Besucherdichte anzustreben (z.B. Dienstleistungen, Büros, Bildung); als Ergänzung sind auch kleinere Einzelhandelseinheiten mit nicht zentrenrelevantem Sortiment zur Gebietsversorgung denkbar. Die Zone zwischen Hochpunkt und Bahnhof kann als kleiner „Bahnhofsplatz“ beziehungsweise Quartiersplatz ausgebildet werden. „Dichter und Grüner“ ist das Ziel für den südlichen Bereich des Gewerbegebiets. Die heute nahezu vollständig versiegelte Fläche ist nur mäßig dicht bebaut. Durch die Ermöglichung einer höheren Ausnutzung und dem Bauen in die Höhe sollen Anreize für eine höhere Dichte und weniger versiegelte Fläche gesetzt werden. Für diesen Bereich gibt es bereits einen intensiven Dialog mit den Grundstückseigentümern und -eigentümerinnen. Ein Bebauungsplanverfahren zur zukünftigen Neuausrichtung ist angestrebt. Städtebauliche Setzungen Über die Definition der Strukturbereiche hinaus dienen einige wenige städtebauliche Setzungen zur zukünftigen Ordnung des Gebietes: Neue Hochpunkte Am nördlichen Gebietseingang und am Westbahnhof werden neue Hochpunkte vorgeschlagen. Dies wird im Rahmen des sich aktuell in Bearbeitung befindlichen gesamtstädtischen Konzepts zur Höhenentwicklung genauer überprüft. Unterschiedliche Kanten zu den Gleisen Nord- und Südseite der Bahngleise sind unterschiedlich zu entwickeln. Im Norden (östliche Liststraße und Benzstraße) soll eine unterbrochene bauliche Kante zu den Gleisen abschließen. Südlich der Gleise soll der nun durchgängige baumbestandene Rad- und Fußweg eine „Grüne Kante“ bilden. Städtebauliche Fassung der Zeppelinstraße Es ist anzustreben, den Kreuzungsbereich Zeppelinstraße/Fritz-Haber-Straße/ Hardeckstraße städtebaulich zu fassen, um diesen für die quartiersinterne Verteilung und den für die Orientierung wichtigen Bereich neu zu ordnen. Dazu gehört eine bauliche Kante im Bereich des Moninger-Areals und auf die Zeppelinstraße hin orientierte Fassaden. Der Hochpunkt am Westbahnhof unterstützt dies zusätzlich. Verträgliche Übergänge zum Wohnen Besonders im südlichen Teil des Gewerbegebiets (Hardeckstraße, Hermann-Leichtlin-Straße, Birkenweg) ist auf einen verträglichen Übergang zur benachbarten Wohnnutzung zu achten. Dies wird im Rahmenplan durch entsprechende Stellung und Höhenentwicklung der Gewerbebauten verfolgt, sowie durch eine entsprechende Straßenraumgestaltung (siehe Vertiefungsbereiche „Hardeck-Carrée“ und Areal Birkenweg). Erschließung und Grünsystem Der Rahmenplan sieht einen langfristigen Umbau des Erschließungssystems zu einem „System der Ringe“ vor sowie eine starke Vernetzung des Gebiets mit den Nachbarquartieren. Das Grün- und Freiflächensystem unterstützt dieses Erschließungsprinzip (siehe oben). 1. „Spitze“ 2. Westbahnhof 3. „Hardeck-Carrée“ 4. Areal Birkenweg Abb. 22 Vertiefungsgebiete 4.2. Lupen 32 | Städtebaulicher Rahmenplan Grünwinkel – EndberichtStadtplanungsamt, Wirtschaftsförderung, Karlsruher Fächer GmbH | 33 2. Westbahnhof Das Grundstück am Westbahnhof nutzt die hohe Erschließungsqualität durch den öffentlichen Verkehr aus. Die hohe Arbeitsplatzdichte sorgt für eine zusätzliche Belebung des Haltepunkts und setzt einen neuen Impuls für das Quartier. Ein neues hohes Gebäude markiert den Stadteingang für Bahnreisende und betont die neue Quartiersmitte. Als städtebauliches Zeichen inszeniert das Gebäude auch für diejenigen, die über die Brücke an der Zeppelinstraße kommen, diesen Dreh- und Angelpunkt im Quartier und erleichtert zudem die gebietsinterne Orientierung. Der Bahnhaltepunkt ist zu einem Mobilitätsknoten mit Bike- und Carsharing ausgebaut und mit Dienstleistungs- und gastronomischen Angeboten angereichert, welche den neuen „Bahnhofsplatz“ bespielen und beleben. Die vorgeschlagene Fußgänger- und Radfahrerbrücke aus der Liststraße erschließt direkt alle Bahnsteige und sorgt für eine direkte und schnelle Verbindung von diesem zentralen Punkt in die nahe gelegene Weststadt. Dieser Vorschlag ist mit der „Strategie zur Höhenentwicklung“ sowie der Verdichtung an Bahnhaltepunkten zusammen zu denken; insofern ist die genaue Ausbildung und Höhe dieses neuen, markanten Gebäudes im Rahmen des Höhenentwicklungskonzeptes und der weiteren Planung zu konkretisieren. 1. „Spitze“ Der Rahmenplan sieht an der „Spitze“ des Gewerbegebiets, an der Einfahrt von der Südtangente in die Liststraße einen neuen Hochpunkt vor. Dieser ist Teil einer dichteren Bebauung, die auch von dem nahen Straßenbahnhalt am Entenfang profitiert. Die Visualisierung zeigt die neue Einfahrtsituation von der Pfalz kommend. Das hohe Gebäude markiert sowohl den Eintritt in die Stadt Karlsuhe als auch den Auftakt ins Gewerbegebiet Grünwinkel. Das„Ankommen in der Stadt“, welches die Durchfahrt unter der markanten Vogesenbrücke signalisiert, wird durch einen neuen Hochpunkt unterstützt, gleichzeitig ist es ein Aushängeschild des Gewerbegebiets Grünwinkel und verdeutlicht die Zufahrt ins Gebiet. Die Dichte und Ausnutzung des Grundstückes liegt ein Vielfaches über dem heutigen Zustand. Die genaue Ausbildung und Höhe ist im Rahmen des Höhenentwicklungskonzeptes und der weiteren Planung zu konkretisieren. Darüber hinaus wird eine neue Zufahrt aus dem Gebiet auf die Südtangente in Richtung Süden vorgeschlagen. Dies würde im Falle einer dichteren Nutzung ausfahrende Verkehre direkt auf die Südtangente bringen und könnte den Knoten an der Zeppelinstraße/ Kriegsstraße entlasten. Dazu müsste die heutige Fußgängerbrücke abgerissen werden. (Siehe auch Vorschlag für eine neue Fußgänger- und Radfahrerbrücke aus der Weststadt im Abschnitt Verkehr.) Abb. 24 Vertiefung 2 WestbahnhofAbb. 23 Vertiefung 1 Spitze 34 | Städtebaulicher Rahmenplan Grünwinkel – EndberichtStadtplanungsamt, Wirtschaftsförderung, Karlsruher Fächer GmbH | 35 4. Areal Birkenweg Das frühere Gelände der Firma Hegele befindet sich am Übergang zum Wohnquartier Hardecksiedlung. Heute grenzen am Birkenweg gewerbliche Nutzung und Wohnen unmittelbar aneinander. Es wird vorgeschlagen, diesen Übergang zukünftig neu zu ordnen: Ein gut nutzbarer und Baum bestandener Grünstreifen trennt die beiden Richtungsfahrbahnen des Birkenwegs. Der Entwurf sieht zudem vor, die heute zusammenhängende Fläche durch eine neue Stichstraße zu erschließen. Dadurch sind dort kleinteiligere Parzellierungen bei minimalem Erschließungsaufwand möglich. Im südlichen Teil am Birkenweg kann eine kleinteilige gewerbliche Bebauung mit betriebszugehörigem Wohnen entstehen. 3. Hardeck-Carrée Das Gebiet um die Hardeckstraße, welches heute durch eine kleinteilige und meist niedrige Gewerbestruktur sowie einer nahezu vollständigen Versiegelung geprägt ist, wird Schritt für Schritt nachverdichtet. Ziel ist eine deutlich höhere Ausnutzung der Grundstücke, bei einem signifikant größeren Anteil an nicht versiegelter Fläche. Die Verbindung der Lotzbeckstraße mit der Hardeckstraße schließt den „Gewerbering“. Die städtebauliche Leitidee sieht entlang der Straßenräume und der angrenzenden Wohnbebauung eine sich an der Umgebung orientierende Höhenentwicklung vor und im Blockinneren die Möglichkeit, darüber hinaus in Teilen höher zu bauen. Es ist eine eindeutig gewerbliche Nutzung vorgesehen, mit Möglichkeiten des betriebsbedingten Wohnens. Durch die Anordnung der privaten Grünflächen entlang der Grundstücksgrenzen können größere zusammenhängende und mikroklimatisch wirksame Freiräume entstehen, gerade an diesem stark von Hitze belasteten Hotspot. Abb. 26 Vertiefung 4 Areal BirkenwegAbb. 25 Vertiefung 3 Hardeck-Carrée 36 | Städtebaulicher Rahmenplan Grünwinkel – EndberichtStadtplanungsamt, Wirtschaftsförderung, Karlsruher Fächer GmbH | 37 Zukunftskarte So gut wie alle Grundstücke befinden sich in privater Hand, daher ist die bauliche Weiterentwicklung des Gebiets vom Engagement und von Investitionen der Grundstückseigentümerinnen und -eigentümer und Betreiber abhängig. Aufgrund von Eigentümerwechseln, Nutzungsänderungen und vorliegenden Bauanfragen sowie aus den Werkstattgesprächen vor Ort lassen sich zeitlich unterschiedliche „Veränderungswahrscheinlichkeiten“ einschätzen. Darüber hinaus gibt es einige wenige offensichtliche Brachflächen sowie größere Bereiche, die angesichts des Entwicklungspotenzials untergenutzt sind. Zudem gibt es Grundstücke, auf denen noch über einen unabsehbaren Zeitraum hinaus keine Veränderungen zu erwarten sind. Die „Zukunftskarte“ (siehe Abbildung oben) trägt diese Veränderungspotenziale zusammen. Dabei reicht die Skala von Grün=kurzfristig bis hin zu rot=langfristig. Zeitliche Priorität hat demnach der südliche Bereich Hardeck-Carrée und das Areal am Birkenweg. Farblich nicht hinterlegte Bereiche wurden in den letzten Jahren entwickelt oder es ist davon auszugehen, dass Nutzung und Struktur auf Dauer Bestand haben und bereits den Zielen des Rahmenplans entsprechen. Es gibt eine Reihe von Gebäuden/ Bauwerken, welche bezüglich der Identität des Gebiets von Bedeutung und in weiteren Entwicklungsschritten daher erhaltenswert sind. Diese sind im Plan schwarz hervorgehoben. Maßnahmen und Umsetzungsschritte Für die Entwicklung des Gebiets sind weitere Schritte notwendig. Sie lassen sich in konkrete (Planungs- und Bau-) Projekte sowie prozessuale Bestandteile gliedern. Darüber hinaus lassen sich die Maßnahmen in einen zeitlichen Horizont und nach ihrem Aufwand einordnen: Maßnahmen an Straßen „„ Einfahrt Südtangente (langfristig, aufwendig, erfordert Abriss der heutigen Fußgängerbrücke) „„ Ringschluss Liststraße/Ziegelstraße (langfristig, ist mit Einfahrt Südtangente zusammen zu denken, erfordert private Grundstücke) „„ Ringschluss Lotzbeckstraße / Hardeckstraße (kurz- bis mittelfristig, hoher Nutzen, erfordert private Grundstücke) „„ Neugestaltung Birkenweg (gleichzeitig mit Bebauung Areal Birkenweg, kurz- bis mittelfristig, schafft Übergang zwischen Gewerbe und Wohnen, stadtklimatisch wirksam, Radewegeverbindung) „„ Straßenraumgestaltung südliche Hardeckstraße als Wohnstraße (mittelfristig, ist abhängig von Ringschluss Lotzbeckstraße, Entlastung für Wohngebiet) Potenzialfläche Verdichtung Potenzialfläche Verdichtung Potenzialfläche Verdichtung Potenzialfläche Verdichtung Potenzialfläche Verdichtung Potenzialfläche Verdichtung Kesselhaus mit Schornstein Shedhalle mit Schornstein ehem. Bahnhofsgebäude ehem. Getreidesilo Biersilos Essigsilos ehem. Mühlengebäude Albauge Palazzo und the Rock LEA II Brache Brache Unternutzung als Lager Entwicklungsbereitschaft Flüchtlingsunterkunft geschlossen 09/2016 Lage altes Gleis „Campus2“ „C amp u s“ Roter Turm Studie Überdeckelung Südtangente Studie zur Bebauung an der Zeppelinstraße Ringschluss Lotzbeckstraße/Hardeckstraße Neugestaltung Birkenweg Lückenschluss Radweg entlang der Gleise Straßenraumgestaltung südliche Hardeckstraße (als Wohnstraße) Bebauungsplan Hardeckstraße Bebauungsplan Areal Birkenweg Bebauungsplan Liststraße Einfahrt Südtangente Ringschluss Liststraße/ Ziegelstraße Bebauungsplan Westbahnhof öfffentlicher Raum, „Bahnhofsplatz“ Städtebauliche Studie Pocketpark temporäre Gestaltung der Mauern zur Liststraße Neue Fußgängerbrücke (Weststadt - Gewerbegebiet) Neue Fußgängerbrücke (Liststraße - Westbahnhof ) Brache identitätsstiftende, erhaltenswerte Gebäude lang fristige Nutzungsänderung „C amp u s“ lang fristige Zukunft ungewiss Potenzialfläche für Verdichtung Studie Infrastrukturmaßnahme Bebauungsplan Abb. 27 „Zukunftskarte“ – VeränderungspotenzialeAbb. 28 Maßnahmenplan 4.3. Maßnahmen und Umsetzungsschritte 38 | Städtebaulicher Rahmenplan Grünwinkel – EndberichtStadtplanungsamt, Wirtschaftsförderung, Karlsruher Fächer GmbH | 39 Der städtebauliche Rahmenplan bildet die Grundlage für die weitere Entwicklung des Gewerbegebiets Grünwinkel und bietet eine langfristige Orientierung. Zur Umsetzung bedarf es einer Zusammenarbeit der Stadt mit Privaten sowie einer engagierten Mithilfe der Grundstückseigentümerinnen und -eigentümer. Die im Rahmen des Prozesses durchgeführten Workshops mit den Grundstückseigentümerinnen und -eigentümern, Anwohnerinnen und Anwohnern sowie Nutzern des Gebiets bestätigen diesen Weg. Es hat sich gezeigt, dass vor allem das Stapeln von Nutzungen und das Verdichten in die Höhe im kleinteiligen Gewerbebereich noch in den Anfängen steckt. Um hier entscheidende Schritte voranzukommen, wird vorgeschlagen, den Dialog mit den Eigentümern, und Investoren fortzusetzen: Anhand von umgesetzten Beispielen könnte durch Austausch mit Bauherrn und Architekten, die bereits erfolgreiche Projekte entwickelt haben, Interesse an einer Verdichtung in die Höhe geweckt und verstärkt werden; gepaart mit einer engen Beratung durch die Stadt zu den Themenfeldern Baurecht, Brandschutz, Best-Practice und Architektur könnten daraus Anreize für Investitionen gesetzt und die städtebauliche und architektonische Qualität gesichert werden. Weiterer politischer Entscheidungen und konkretisierender Planungen bedarf es in Bezug auf die Setzung von Hochhäusern. Die Verfasser dieser Studie sehen – wie bereits erwähnt – in diesem Gebiet das Potenzial dafür. Unabhängig von der baulichen Entwicklung auf Privatgrundstücken können insbesondere Investitionen in die Fahrradinfrastruktur dem Gebiet entscheidende Impulse geben und es besser mit den Nachbarquartieren vernetzen. Ein wesentlicher Vorteil für die Erschließung des Gebiets wird in dem Ringschluss Lotzbeckstraße/ Hardeckstraße gesehen. Maßnahmen an Fuß- und Radwegen und im öffentlichen Raum/Grünflächen „„ Lückenschluss Radweg entlang der Gleise (kurzfristig, wenig Aufwand, hoher Nutzen, erfordert Abstimmung mit neuem Grundstückseigentümer Areal Birkenweg) „„ Neue Fußgängerbrücke Weststadt - Gewerbegebiet (mittelfristig, aufwendig, hoher Nutzen, direkter Anschluss der Weststadt, logische Wegeführung) „„ Neue Fußgängerbrücke Liststraße - Westbahnhof (mittelfristig, aufwendig, hoher Nutzen; verbessert die Verbindung Weststadt-Westbahnhof, komfortabler Zugang zu allen Gleisen) „„ öffentlicher Raum, „Bahnhofsplatz“ (mittelfristig, mittlerer Aufwand, Umfeldverbesserung Bahnhaltepunkt KA-West, Abstimmung mit Bahn und privaten Grundstückseigentümern und -eigentümerinnen) „„ Pocket Park Liststraße (kurz- bis mittelfristig, geringer Aufwand, Umfeldverbesserung) „„ temporäre Gestaltung der Mauern zur Liststraße (kurzfristig, geringer Aufwand, Umfeldverbesserung) Bebauungsplanverfahren „„ Bebauungsplan Hardeckstraße (kurzfristig, aufbauend auf bisherigem Prozess, hohe Dringlichkeit) „„ Bebauungsplan Areal Birkenweg (ehemals Fa. Simon Hegele) (kurzfristig, aufbauend auf bisherigem Prozess, hohe Dringlichkeit) „„ Bebauungsplan Liststraße (mittelfristig, Nachverdichtung, Zusammendenken mit Erschließung (siehe oben), städtebauliche Verbesserung und Schaufenster zur Südtangente) „„ Bebauungsplan Westbahnhof (mittelfristig, Nachverdichtung, städtebauliche Verbesserung, Attraktivierung Haltepunkt KA-West) Weiterführende Studien „„ Städtebauliche Studie Lagerstraße (mittelfristig, Privateigentum, Weiterentwicklung des „Campus“- Systems aus dem Bereich Kesselhaus) „„ Studie zur Bebauung an der Zeppelinstraße (kurz- bis mittelfristig, Privateigentum, Nachverdichtung, Verbesserung der stadträumlichen Qualität und Orientierung) „„ Eine Überdeckelung der Südtangente, um neue Flächen zu gewinnen und um die Trennwirkung der Südtangente zu reduzieren, müsste im Rahmen einer gesonderten Studie überprüft werden. Dabei sollten auch Möglichkeiten einer (Teil)Finanzierung der Maßnahme durch neu enstehende hochwertige Grundstücke eruiert werden. (langfristige Maßnahme) Abb. 29 Modellfoto 5. Fazit und Empfehlungen 40 | Städtebaulicher Rahmenplan Grünwinkel – EndberichtStadtplanungsamt, Wirtschaftsförderung, Karlsruher Fächer GmbH | 41 Seite 5 „„ © Google Earth Seite 10, 11 „„ berchtoldkrass space&options Seite 12 „„ © Google Earth „„ Soccerrooftop (2016): Online im Internet: URL: https://www.instagram.com/p/BKs_8S6hS1R/?taken-by=soccerrooftop, Miami, U.S.A [Abgerufen 2018-03-21] „„ FaceMePLS (2014): ‚HEMA Hoofdkantoor‘ NDSM straat, Online im Internet: URL: https://www.flickr.com/photos/ faceme/15419860225, Amsterdam, Netherlands [Abgerufen 2018-03-21] „„ Romero, Fred (2016): Amsterdam - DoubleTree by Hilton Hotel - NDSM Wharf, Online im Internet: URL: https://www.flickr. com/photos/129231073@N06/30300680945, Amsterdam, Netherlands [Abgerufen 2018-03-21] „„ Mauch, Thomas (2012): Online im Internet: URL: https://www.flickr.com/photos/tmauch/6741482005/in/ album-72157628977484223, Zürich, Schweiz [Abgerufen 2018-03-21] „„ Hosoya Schäffer (2013): Areal V-Zug AG, Online im Internet: URL: http://cloudfront5.hosoyaschaefer.com/wp-content/ uploads/2014/01/6_43_vzug-480x270.jpg, Schweiz [Abgerufen 2018-03-21] „„ Morgan, John (2012): Rotterdam Sunset, Online im Internet: URL: https://www.flickr.com/photos/aidanmorgan/7402173526, Rotterdam, Netherlands [Abgerufen 2018-03-21] „„ Song, SaeBom (2016): Remix Karlshorst Seite 13 „„ Sobczak, Paul (2011): Hack Factory in Pictures, Online im Internet: URL: https://www.flickr.com/photos/ eagletusk/6110113164/in/photolist-aiVVLG-cC4Yc9-GC3a-abUduY-34TQpq-4nXFZe-zgfJJ9-UwKdaL-xp3K4v-31HyVW-5yfMzk- JVNvF-4PZKri-9hxZQT-9iVMAt-srdwZ-4MMe1d-23jUd8X-aDDce4-6ov57m-5ZmGQG-5rj4Bw-9iVmni-Gwq2R-9iYAz9-25QPFK- 9k64v5-6mJ51D-6dnY1A-fnVUf3-b5pFRi-abUgV3-9hxZQM-aDH7Fy-bv4kr7-7FT4Wr-5iiN6s-4Q4VQY-5yfMJz-aMHMHr- Vdr94w-abRhPk-9zKRLj-2Fjwc6-Ty7knr-8eFQEx-4Q4NEY-5aLwwv-4vsS8x-abRHFV [Abgerufen 2018-03-21] „„ Altman, Mitch (2018) Zitation von Internet-Quellen. 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Anhang/Bildnachweise 42 | Städtebaulicher Rahmenplan Grünwinkel – EndberichtStadtplanungsamt, Wirtschaftsförderung, Karlsruher Fächer GmbH | 43 „„ Trolle, Kristoffer (2016): Morning in Kødbyen, Copenhagen (København, Denmark), Online im Internet: URL: https://www. flickr.com/photos/kristoffer-trolle/26996672176/in/photolist-H8B167-823xRB-PEqi2X-Af2Pda-4HGhfZ-4vJxg-oA3PZr-4NxR31- uyseP3-uRgbXK-7LWjJP-229up6Z-baHNdx-uin7jp-G9SLiv-JUTEnq-EGx9WZ-Jr9MJX-Sxj5Rg-puE741-nc7AW3-6pPobQ-dLMwrr- otyCcg-dpcdv5-PgkhY-oeEfNZ-bRer62-nHK8LR-nnkzm1-7YLToc-oGGN5S-dENMA-b7SbL6-dpoRyG-unF2kJ-9Pz9aR-oGwDJd- 82j8tP-aCs8fm-bMsob8-hs6M6S-KLVKxv-7c3zmB-uDhKFm-7rcwoJ-CCLXbZ-9KtEC1-fuxnPj-5F6SG6, Copenhagen, Denmark [Abgerufen 2018-03-21] „„ Urban Land Institute (2012): The High Line, ULI Urban Open Space Award Finalist 2012, Online im Internet: URL: https:// www.flickr.com/photos/urbanlandinstitute/7982777122, Meatpacking District, New York, U.S.A [Abgerufen 2018-03-21] „„ Thomsen, Henning (2015): An evening at Stedsans on ØsterGro, Online im Internet: URL: https://www.flickr.com/photos/ henningthomsen/19600604016/in/photolist-vBS1tH-xf4XLf-vS3djQ-uXktko-vTJkQm-uXksBQ-vS3d6J-KWRo1s-xdHHac-Ex9d8L- FjnU25-FjnPaw-Ex8XY3-xV4Vth-uYWAQN-vTJn5L-uXtTqF-vS3dGy-uXtTpt-vTJmxU-uXktns-vS3dhL-vBJUyG-vBS1AB-vUmokx- vUK1B2-vTJkCC-vBJTCJ-v2JKH7-rLpFQN-rNzNu3-quz7PH-qLZFoV-oWLEb5-oAzwHE-mMSUSh-mMSSaJ-mMR8d2-mMNs1a- g3npdn-g3mGCC-g3mwH6-fs5mnT-f9ET9k-f9kMNW-dpxUTH-cDLHLY-751pVy-Nnckg-8kAkN, Copenhagen, Denmark [Abgerufen 2018-03-21] Seite 16 „„ berchtoldkrass space&options Seite 17 „„ Debs (ò‿ó)♪ (2010): Prettyy!! Want! {Nature/ 1 of 3}, Online im Internet: URL: https://www.flickr.com/photos/ littledebbie11/4681753422, Bellevue, Washington, U.S.A [Abgerufen 2018-03-21] „„ Diadem_USA (2015): Online im Internet: URL: https://www.flickr.com/photos/diadem_usa/22083243215/in/photolist-N6EAh- C5WrMH-QAE9Su-DnN6fK-HtEqqS-HtF92g-HtEqro-QVwFT6-GhK1RD-EWmz2R-GhHZ1B-QUbZju-QM8upt-yyuCGx-K57xDf- zDqoQF-DngVz1-bEqAt-5j9CPs-J4Hcq-toUgvE-abj6cx-NAFnGC-KokjvV-NK3gCf-NsMegW-NMxM4Z-NsLSJd-MXe4fe-NsL8sy- MXeKbg-NsLzeU-NMx68M-NS8uro-nsvo7o-rUoPSJ-nGXemY-nJGL42-H1YmE1-BdRP8h-K6b1zr-AgB28R-NMxzh2-MXxsuf- NS91MJ-MXe9Sr-nJXzdN-nJZCAM-bfeJFe-yoYJL, Washington State, U.S.A [Abgerufen 2018-03-21] „„ U.Seite Army Corps of Engineers (2015): Solar panels generate heat for warehouse under construction, Online im Internet: URL: https://www.flickr.com/photos/usacehq/16697377655, New Cumberland, Pennsylvania, U.S.A [Abgerufen 2018-03-21] „„ Mountain/ \Ash (2014): Solar Walls, Online im Internet: URL: https://www.flickr.com/photos/mountainash/14718256555/in/ photolist-oqAUU4-5qywXV-9bpN6C-61AkM8-9bpECE-61Akdp-61AiMi-5hNK5N-61AomP-auXzKE-61EyKL-6m1NNb-61Eyu7- auYcBs-aJfsxi-cJWyxs-auPk1U-5hJBZX-61Ewyb-auPhhq-Sc3kw8-CHkkUW-auL6Jc-auXfoL-5hNKof-61Ey19-61AmwH-6nUCJ9- 6EAXA8-61EtzQ-61EvXA-rruqDD-6wQ8uL-6MU4LR-6nUAhG-b5EBaV-79uuCF-79uwwp-83qtxp-7eqi6u-7eqj6Q-5D8riS- 6tcUAa-6zPwpw-7eqiiq-ocYXMW-auPg6S-auNLq5-79ykDE-79umA4, Trissino, Veneto, Italy [Abgerufen 2018-03-21] „„ Брусника (2015): Online im Internet: URL: https://www.flickr.com/photos/brusnika/24335014895/in/photolist-D5pj7k- fuV8ZR-9uhwQk-avtCk3-oymJQQ-ftE2Qt-Xf6Xg3-fuV9yH-fyrMZX-7aJP4T-WGoJcv-fxBKkX-7YgNr9-6hSbbr-qANxR2-fyG9hS- 6hWgoA-6hS9xk-a3sJtq-fsYSNr-fzmv2j-ftedZW-fsXHYD-6hS3yZ-qANCo8-iaaWUf-qjmVon-679jeN-fxS5hd-6gSxxV-c8tut7- ftUnHY-fxBSiR-fyrQ6z-c8toUo-fxS7Pf-ftUoco-fsXKf2-ftd5V3-fvRB5a-XxnsU9-fz7cS6-ftE11g-qAJw7L-fxBQNi-fxS3B9-c7dY8J- fsXL1i-iohz6K-ftUotW, Ленинский Округ, Tyumen Oblast, Russia [Abgerufen 2018-03-21] „„ Dickson, Jane (2013): Green Wall, Online im Internet: URL: https://www.flickr.com/photos/cluttercup/9605355977/in/ photolist-fCMXFP-56ex6m-hK8m3F-AoJEX8-jtiKMc-6Mp5T-rpF2ZM-dxkdwM-5vUQjD-brntCh-EFW94-Jyz7qF-7LQ6tD-pH9aMf- 7KBQBR-7KAqxT-4oRYeV-hs9pLT-mTHH8r-7KFHhQ-bePr8-2219Mbp-7KAN3X-e8RJuC-7KFKYm-6P9T8H-7KGMEE-9HYMvp- 9HYz5D-82k6PG-7LNXxB-fdnXN8-7KV3Qf-6yZGGg-ZBDydy-HEXFbj-aWDJiH-rPeA6-jMPk1v-9FyQ52-nboja1-82k1wu-hK2gvs- eaFWVz-bEhtuk-pyJ1zJ-66HMnM-rt12ks-nKeB3s-CemFB, London, England [Abgerufen 2018-03-21] „„ NNECAPA Photo Library (2002): Parking Lot Landscaping at the Village Shops, Online im Internet: URL: https://www.flickr. com/photos/nnecapa/2847086276/in/album-72157607219293180, Bedford, New Hampshire, U.S.A [Abgerufen 2018-03-21] „„ Chea, Sodanie (2012): Cedar Sinai HDR-ness, Online im Internet: URL: https://www.flickr.com/photos/ sodaniechea/7418678482, Los Angeles, California, U.S.A [Abgerufen 2018-03-21] Seite 19 „„ Stadt Karlsruhe, Liegenschaftsamt, Abteilung Geoinformation Seite 20,22,23,24,25,26,27,28,29,31,32,33,34,35,36,37,39 „„ berchtoldkrass space&options

  • AntragstellungSan_GewerbeGrünwinkel
    Extrahierter Text

    Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister BESCHLUSSVORLAGE Vorlage Nr.: Verantwortlich: 2019/0852 Dez. 6 Gewerbegebiet Grünwinkel - Antragstellung zur Aufnahme in ein städtebauliches Sanierungsprogramm Beratungsfolge dieser Vorlage Gremium Termin TOP ö nö Ergebnis Planungsausschuss 19.09.2019 6 x vorberaten Hauptausschuss 08.10.2019 14 x vorberaten Gemeinderat 22.10.2019 25 x Beschlussantrag 1. Der Gemeinderat nimmt die festgestellten Mängel und Missstände im geplanten Sanie- rungsgebiet zur Kenntnis und stimmt den Sanierungszielen, dem Neuordnungskonzept mit Maßnahmenübersicht, dem Vorschlag zur Abgrenzung eines zukünftig geplanten Sanie- rungsgebietes, der Kosten- und Finanzierungsübersicht sowie der Empfehlung für die Ver- fahrenswahl zu. 2. Die Verwaltung wird beauftragt, auf Grundlage des Forschungsprojekts REGEKO („Ressour- cenoptimiertes Gewerbeflächenmanagement durch Kooperation“) und des städtebaulichen Rahmenplans Gewerbegebiet Grünwinkel für das Programmjahr 2020 einen Antrag zur Aufnahme in ein städtebauliches Erneuerungsprogramm für das „Gewerbegebiet Grünwin- kel“ zu stellen. Finanzielle Auswirkungen Gesamtkosten der Maß- nahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatorischen Kosten abzügl. Fol- geerträge und Folgeeinsparungen) Ja Nein 15,5 Millionen Euro 8,3 Millionen Euro 252.000 € bei 10 Jahren Herstellungszeit und 50 Jahren Abschreibung Haushaltsmittel sind dauerhaft im Budget vorhanden Ja ist im Sockelbetrag enthalten Nein Die Finanzierung wird auf Dauer wie folgt sichergestellt und ist in den ergänzenden Erläuterungen auszuführen: Durch Wegfall bestehender Aufgaben (Aufgabenkritik) Umschichtungen innerhalb des Dezernates Der Gemeinderat beschließt die Maßnahme im gesamtstädtischen Interesse und stimmt einer Etatisierung in den Folgejahren zu IQ-relevant x Nein Ja Korridorthema: Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) x Nein Ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften Nein x Ja abgestimmt mit KfG Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Beurteilungsunterlagen und Ziel und Zweck der Sanierung Im Integrierten Stadtentwicklungskonzept Karlsruhe 2020 ist die Ausrichtung der Stadt als „zu- kunftsfähiger Wirtschaftsstandort“ verankert. Das prognostizierte Wachstum soll unter anderem mit einer „Bestandsentwicklungsstrategie“ aufgefangen werden. Dabei steht der Umgang mit den zahlreichen vorhandenen, in die Jahre gekommenen Gewerbegebieten im Mittelpunkt, die zum Teil die Anforderungen an moderne und zukunftsfähige Gewerbeflächen nicht mehr erfül- len. Der Vorrang der Innenentwicklung ist in Karlsruhe somit bei den Gewerbeflächen ein fest verankerter Grundsatz. Das Gewerbequartier Grünwinkel ist auch Teil des Städtebaulichen Kon- zepts „Dynamisches Band Karlsruhe“, das im Rahmen des Räumlichen Leitbildes für die Stadt Karlsruhe erarbeitet wurde. Das „Dynamische Band“ geht gesondert als eine der sieben „Stoß- richtungen“ aus dem Leitbildprozess hervor. Daran wird die Bedeutung des Untersuchungsrau- mes als ein Teil dieses Bandes besonders deutlich. Der Gemeinderat hat Anfang 2014 den Be- schluss bekräftigt, schonend mit der Ressource „Boden“ umzugehen und möglichst keine wei- teren Gewerbeflächen im Außenbereich auszuweisen. Daher liegt der Fokus auf einem „Upgra- ding“, einer „Re-Aktivierung“ sowie einer „Attraktivitätssteigerung“ der vorhandenen Gewer- begebiete. Das Modell-Projekt „Ressourcenoptimierte Gewerbeflächenentwicklung durch Kooperation“ (REGEKO) in Grünwinkel schloss an diese politische Ausgangslage an. Es wurde im Rahmen des „Experimentellen Wohnungs- und Städtebauprogramms“ des BBSR durch Bundesmittel und im Rahmen des Programms „Flächen gewinnen“ des Landes Baden-Württemberg gefördert. Der städtebauliche Rahmenplan, der im Rahmen des begleitenden Beteiligungsprozesses abgestimmt und im April 2018 im Gemeinderat beschlossen wurde, ging als ein zentrales Ergebnis aus dem Prozess hervor. Er formuliert eine übergreifende städtebauliche Entwicklungsperspektive für das Gesamtareal und stellt eine wichtige Planungsgrundlage für die nächsten Schritte dar. Der Rahmenplan hat für das Gewerbegebiet in Grünwinkel gezeigt, dass zum einen die derzeit äußerst umwegige und verwirrende verkehrliche Situation geklärt und verbessert werden muss, um das Gebiet in der Gesamtstadt angemessen zu verankern und auch intern zeitgemäß aufzustellen: so ist die Schließung der Schleife in Verlängerung der Lotzbeckstraße auf die Hardeckstraße zur besseren Orientierung im Gebiet aber auch zur besseren Abwicklung des LKW-Verkehrs von zentraler Bedeutung. Genauso ist teilweise mit einfachen, teilweise mit eher aufwendigen Mitteln das Fuß- und Radverkehrsnetz zu komplettieren und an die Stadt anzu- binden. Es ist beabsichtigt, diese Ziele nach und nach mithilfe von Bebauungsplänen zu sichern und auch teilweise erforderliche Grundstücksneuordnungen in diesem Zusammenhang zu erwirken. Die Ausbildung eines zentralen Bereiches an dem Haltepunkt Bahnhof West mit Anordnung von Infrastruktureinrichtungen mit Aufenthaltsfunktion und -qualität auch im öffentlichen Raum und somit der Ausbildung eines Quartierszentrums, das den Namen verdient und eines modernen Gewerbegebiets würdig ist, ist mindestens genauso wichtig wie die Ordnung der Erschließung. Der Rahmenplan zeigt deutlich auf, dass mit der Entwicklung des zentralen Bereichs um den Bahnhof West das „Herz“ des Gewerbegebietes generiert werden kann und auch muss, um als Impuls die weitere Entwicklung in dem Quartier zu tragen. Eine dem entgegen wirkende Nutzung der unmittelbar angrenzenden Grundstücke würde die Ansätze zur positiven Quartiersentwicklung bereits im Keime ersticken. Dabei handelt es sich nicht nur um neue Bebauung, die hier zu Wildwuchs führen könnte und mittels B-Plan ver- hindert werden könnte. Es geht vielmehr auch um die Nutzung der vorhandenen, zum Teil denkmalgeschützten Gebäude, die von prägender Bedeutung für die spätere Nutzung des Ergänzende Erläuterungen Seite 3 Platzes ist und wesentlich zur Akzeptanz und Belebung des öffentlichen Raumes beitragen kann. Der Platz muss dabei zusammen mit seinen Rändern eine Strahlkraft auf das ganze Quartier ausüben, um den gewünschten Impuls für die Gewerbeentwicklung entfalten zu können. Eine rein introvertierte Nutzung der Gebäude wäre hier äußerst kontraproduktiv. Gedacht ist daher an eine Nutzung, die sich sehr vielfältig darstellt, öffentlich zugänglich bleibt und von sozialer und gastronomischer Nutzung ergänzt wird. Vorstellbar ist zum Beispiel ein Handwerkerhof mit gemeinsamer, öffentlicher Kantine. Der städtebauliche Rahmenplan sieht zwar im südlichen Bereich den Erhalt der großflächigen Grundstücke für großflächige Ansiedlungen vor. Die innerhalb des Kerngebietes des Rahmen- plans liegenden Grundstücke haben jedoch eine Doppelfunktion zu erfüllen: sie müssen auch genau die gewünschte öffentlich zugängliche Struktur beherbergen, um für den zentralen Be- reich wirksam werden zu können. Zudem ist dort mit den denkmalgeschützten Gebäuden und Hallen sorgsam umzugehen. In ihnen liegt die Chance, für den Ort die gewünschte Identität und Adressbildung ausbilden zu können. Um diese strukturell verankerten, städtebaulichen Spannungen auszuräumen, sind besondere städtebauliche Mittel erforderlich. Zur Sicherstellung der aus dem Beteiligungsprozess in Grünwinkel hervorgegangenen und im Rahmenplan räumlich verorteten Ziele und Maßnahmen zur Aufwertung des Gewerbegebietes war aufgrund des vorgelagerten Prozesses der Abschluss der vorbereitenden Untersuchung ge- mäß § 141 Baugesetzbuch (BauGB) für den Sommer 2021 vorgesehen. Der Beschluss über die Einleitung der vorbereitenden Untersuchungen erfolgte am 14. Mai 2019 durch den Gemeinde- rat. Jedoch ist aufgrund der aktuellen beschleunigten Entwicklung ein umgehendes Einsteigen in die Sanierung notwendig geworden, um die vorgesehene Entwicklung zeitnah städtebaulich sichern und steuern zu können. Aufgrund der vorangegangenen Ergebnisse des Forschungspro- jekts REGEKO und des Rahmenplans wurden hinreichende Beurteilungsunterlagen erarbeitet, so dass von einer Durchführung vorbereitenden Untersuchung gemäß § 141 Abs. 2 BauGB abge- sehen wird. Zur Sicherung und Steuerung einer geordneten städtebaulichen Entwicklung im Sanierungsbe- reich für den Teilbereich „Umfeld Bahnhof West“ wurde ebenfalls mit Beschluss vom 14. Mai 2019 eine Satzung für ein besonderes Vorkaufsrecht nach § 25 Abs. 1 Ziff. 2 BauGB gefasst. Ein allgemeines Vorkaufsrecht zum Kauf von Grundstücken nach § 24 (1) Ziff. 3 BauGB steht der Stadt im Rahmen des besonderen Städtebaurechts ansonsten erst zu, wenn ein Sanierungs- gebiet förmlich festgelegt ist. Mit der geltenden Vorkaufsrechtssatzung wurde ermöglicht, dass auch schon während der erweiterten Beteiligungsphase, der Trägeranhörung und Antragsphase zur Aufnahme in ein städtebauliches Förderprogramm die Ausübung eines solchen im Bedarfs- falle frühzeitig erfolgen kann. Das allgemeine und auch besondere Vorkaufsrecht gegenüber dem Verkäufer darf allerdings nur ausgeübt werden, wenn das Wohl der Allgemeinheit (z.B. Deckung eines erhöhten Bedarfs an Wohn- und Arbeitsstätten, Errichtung von Gemeinbedarfs- und Folgeeinrichtungen, Wie- dernutzung brachliegender Flächen, Behebung städtebaulicher Missstände) dies rechtfertigt. Bei der Ausübung des Vorkaufsrechts hat die Gemeinde den Verwendungszweck des Grundstücks anzugeben. Es besteht gemäß § 27a BauGB auch die Möglichkeit, dass die Gemeinde das ihr zustehende Vorkaufsrecht zugunsten Dritter (z.B. zu Gunsten städtischer Gesellschaften) aus- übt. Der Käufer kann die Ausübung des Vorkaufsrechts allerdings abwenden, sofern er sich vor Fristablauf verpflichtet, die hier aufgeführten Ziele der städtebaulichen Maßnahme binnen an- gemessener Frist umzusetzen, und darstellen kann, dass er hierzu auch in der Lage ist. Unabhängig etwaiger Vorkaufsrechtsausübung kann und sollte die Stadt geeignete Objekte aber auch bereits im Vorfeld im Weg der Ankaufverhandlung erwerben. Ergänzende Erläuterungen Seite 4 Wesentliche inhaltliche Handlungsfelder für die Sanierungsmaßnahmen Die Ergebnisse des Forschungsprojekts REGEKO und des städtebaulichen Rahmenplans Gewer- begebiet Grünwinkel zeigen erhebliche städtebauliche Missstände auf, welche die Einleitung eines förmlichen Sanierungsverfahrens erforderlich machen. Dabei beziehen sich die wesentli- chen Mängel und Missstände sowohl auf die verkehrlichen Situationen als auch die erforderli- che Ausbildung eines Quartierzentrums am zentralen Haltepunkt Bahnhof West. Für das neue Zentrum soll im Zuge des Erwerbs des Areals insbesondere die historische Struktur des Rotag Areals erhalten werden und durch Gestaltung von öffentlichen Straßen und Plätzen eine neue Adresse entstehen. Auch der in die Jahre gekommene Gebäudebestand soll umfassend energe- tisch und bautechnisch saniert werden. Diese Maßnahmen bewegen sich im allgemeinen Kon- text der gewerblichen Regeneration und Neuordnung der Gewerbebetriebe und -gebäude nach stadtklimatischen und energetischen Gesichtspunkten. Derzeit werden darüber hinaus Überlegungen angestellt, den heute bereits vorhandenen Standort der Landeserstaufnahmestelle für Geflüchtete (LEA) mit Verwaltung an der Felsstraße auszubauen oder ggf. auch zu erweitern. Damit einhergehen muss die verbesserte Einbindung des Standortes der LEA in das Quartiersleben. Unabhängig von diesen Überlegungen ist hier beabsichtigt, die Einrichtung besser mit entsprechenden Infrastruktureinrichtungen zu versorgen und mit sozialen Maßnahmen zu begleiten. Hier werden im Rahmen des Landesförderpro- gramms zur „Nichtinvestiven Städtebauförderung“ zu gegebener Zeit ergänzende Förderanträ- ge seitens der Stadt zu stellen sein. Im Zuge des Rahmenplans Grünwinkel haben sich 14 Handlungsfelder als wesentliche inhaltli- che Aspekte für eine Sanierungsmaßnahme herauskristallisiert (s. Anlagen 2 und 3). Missstände im Gebiet werden hierfür dargelegt und die städtebaulichen Ziele aufgezeigt. Die Mitwirkungs- bereitschaft der Betroffenen im Gebiet wurde bereits im Dialog des REGEKO-Prozesses festge- stellt. Der Beteiligungsprozess soll nun fortgeführt werden. Parallel ist in der Antragsphase eine ergänzende Trägerbeteiligung durchzuführen. Empfehlungen zur Abgrenzung eines zukünftigen Sanierungsgebietes Basierend auf den erfassten Mängeln und Missständen sowie dem dargestellten Neuordnungs- und Maßnahmenkonzept wird die Abgrenzung des zukünftigen Sanierungsgebietes (Lageplan der Stadt Karlsruhe, Stadtplanungsamt mit Datum vom 09.08.2019, Anlage 1, Originalmaßstab M 1:1000) dargestellt. Das geplante Gebiet umfasst alle Grundstücke und Grundstücksteile innerhalb der im vorgenannten Lageplan abgegrenzten Fläche und umfasst ca. 60,8 ha. Das Gebiet wird im Süden begrenzt durch den Birkenweg und über die Hardeckstraße von Grundstücken südlich der Lotzbeckstraße und deren gedachter Verlängerung, im Westen durch die Fritz-Haber-Straße und der Liststraße bis zum Anschluss an die Südtangente/B10, im Norden durch die Südtangente/B10 bis zur Junker-Ruh-Straße, die zusammen mit der Siedlerstraße bis zum Birkenweg die Grenze im Osten darstellt. Ziel ist die Beantragung der Aufnahme in ein städtebauliches Erneuerungsprogramm im Herbst 2019 für das Programmjahr 2020. Nach Programmaufnahme kann sodann die förmliche Festle- gung eines Sanierungsgebietes erfolgen. Da die Fördermittelgeber die Einbettung der Förde- rung in integrierte Konzepte fordern, kommt es der Stadt bei der Antragstellung sehr entgegen, dass das Projekt sowohl aus dem „Integrierten Stadtentwicklungskonzept ISEK 2020“ als auch dem „Räumlichen Leitbild“ wie auch dem „Städtebaulichen Rahmenplan Klimaanpassung“ entwickelt ist und inhaltlich direkt auf den „Städtebaulichen Rahmenplan Gewerbegebiet Grünwinkel“ aufbaut und an den Prozess dazu anknüpfen kann. Ergänzende Erläuterungen Seite 5 Das Untersuchungsgebiet ist geprägt von einer Mischung aus Gewerbebetrieben und -gebäuden aus den unterschiedlichsten Epochen. Das ursprüngliche Güter-Bahn-Gelände mit den Gebäuden aus der frühesten Zeit der „Industrialisierung“ Karlsruhes durch eine Weberei wurde nach dem Krieg und dem gewerblichen Neustart nach Wegbruch der Textilindustrie Stück für Stück überbaut. Neue Gewerbebetriebe wurden durch die Gewerbeentwicklungen der 1970er bis 1990er mit zunehmend Büronutzungen ergänzt. Das Gebiet wird durch eine große Heterogenität geprägt, die öffentlichen Räume wurden nie aktiv geordnet und gestaltet sondern stellen sich vielmehr als reine Verkehrsflächen oder Resträume ohne Aufenthaltqualität dar. Mit der Zeppelinstraße und der Trasse der Pfalzbahn führen zudem zwei zentrale Verkehrsadern direkt durch das Untersuchungsgebiet, die gleichzeitig die hohe Lagegunst aber auch die Problematik der Zerschneidung und Lärmbelastung mit sich bringen. Allein die Ver- kehrsführung des motorisierten Verkehrs im zentralen Bereich über mehrere Ebenen und die von Güterbahnverkehr belastetet Bahnstrecke, auf der auch der ÖPNV-Halt liegt, wo aber eine Fahrtrichtung überhaupt nur über eine Fußgängertreppe zu erreichen ist, stellen große städte- bauliche Missstände dar. Eine Wahrnehmung des Untersuchungsraumes als einheitliches Quartier, das zur Identifikation der Nutzergruppen mit ihrem Arbeits- und Lernort beiträgt, muss mit baulichen Maßnahmen und unter Einbindung der Brücke sowie der zentralen Haltestelle, dem Bahnhof West, erst noch aktiv hergestellt werden. Auch den Anforderungen eines modernen Gewerbegebietes, das mit flexiblen Arbeits-, Büro- und Schulungszeiten den ganzen Tag über unterschiedliche Bevölkerungsgruppen, Arbeit- nehmende sowie Gäste „beherbergen“ muss, wird das Gebiet nicht mehr gerecht. Es fehlen gewerbeergänzende Infrastrukturen. Zudem ist das Ziel, schonend mit Grund und Boden umzugehen, in dem Gebiet bisher in keinster Weise berücksichtigt worden. Allein die Anordnung der oberirdischen Stellplätze auf den Privatgrundstücken bringt einen hohen Versiegelungsgrad mit sich und konterkarriert die Ansprüche der Stadt an eine klimaangepasste Siedlungsstruktur. Eine Neuordnung der privaten Flächen, der Nutzungen sowie des öffentlichen Raumes ist daher unabdingbar, um hier grundlegende Strukturverbesserungen zu erreichen. Dazu müssen auch wirksame Maßnahmen zur Durchgrünung öffentlicher und privater Flächen beitragen. Kosten- und Finanzierungsübersicht (KuF), Anlage 4 Nach § 149 BauGB ist nach dem Stand der Planung eine Kosten- und Finanzierungsübersicht aufzustellen. In der Summe werden auf Basis des Neuordnungskonzepts Ausgaben in Höhe von ca. 15,5 Millionen Euro kalkuliert, gleichzeitig sind ca. 1,0 Mio. Euro an Einnahmen aus Aus- gleichsbetragszahlungen geplant. In der Summe belaufen sich die Ausgaben netto damit auf ca. 14,5 Millionen Euro. Die förderfähigen Kosten liegen dabei bei ca. 13,9 Millionen Euro. Nach Förderung durch Bund/Land verbleiben bei der Stadt Karlsruhe komplementäre Kosten von ca. 6,2 Millionen Euro bei Umsetzung der im Neuordnungskonzept vorgesehenen 14 Handlungs- felder. Grundsätzlich wird angemerkt, dass die Stadt mit der Antragstellung für ein Gewebegebiet stadtintern Neuland betritt und die bisherigen Sanierungsgebiete sich sehr von dem beabsichtig- ten Gebiet unterscheiden. Daher unterliegen einzelne Betragspositionen wie z.B. zu den Aus- gleichsbeträgen und zur Gutachtenerstellung (Kaufpreisprüfung, Ermittlung von sanierungsbe- dingten Bodenwerterhöhungen sowie Ermittlung und Erhebung von Ausgleichsbeträgen) zu- nächst mangels Erfahrungswerten einer sehr groben Schätzung. Erst im Laufe des Sanierungs- verfahrens lassen sich die Positionen konkretisieren. Ergänzende Erläuterungen Seite 6 Zu der in der Anlage beiliegenden tabellarischen Kosten- und Finanzierungsaufstellung wird im Einzelnen folgendes angemerkt: - Die Ansätze für die Vorbereitung enthalten neben der in der Durchführung ergänzenden Beteiligungsphase auch einen Ansatz zur weiteren Begleitung des Sanierungsprozesses, zum Anschub von Sanierungsmaßnahmen sowie für Städtebauliche Wettbewerbe. - Die für die Gestaltung der öffentlichen Räume angesetzten Kosten basieren auf dem derzeit anrechenbaren Förderhöchstsatz von 250 Euro/m² und beziehen sich auf die Straßen, Wege und Plätze. - Die durch HSPKA gedeckelten Budgets werden im Durchschnitt über die Laufzeit weiter eingehalten. Hinweise zur Verfahrenswahl Die bisherigen Erhebungen bei Erstellung des Rahmenplans haben ergeben, dass im Gebiet er- hebliche städtebauliche Missstände vorhanden sind. Die Sanierungsziele sehen die Beseitigung der festgestellten städtebaulichen Missstände durch Sanierungsmaßnahmen vor. Die Sanie- rungsmaßnahmen bestehen aus Erhaltungs- und Aufwertungsmaßnahmen im Gebäudebe- stand, Erschließungs- und Qualifizierungsmaßnahmen von Straßenzügen, sowie von Platzräu- men, welche in ihrer allgemeinen öffentlichen Aufenthaltsqualität gesteigert werden sollen. Des Weiteren sind im Sinne der ökologischen Erneuerung Maßnahmen zur Energieeffizienz, Klima- schutz und Lärmreduzierung vorgesehen. Die städtebaulichen Zielsetzungen im Hinblick auf die Änderung der Art und teils erhöhtem Maß der baulichen Nutzung werden durch Bebauungs- pläne konkretisiert und können Aufzonungsvorteile bewirken. Die geplanten Maßnahmen kön- nen sanierungsbedingte Bodenwertsteigerungen auslösen. Nach den zwischenzeitlich in der Städtebauförderung enthaltenen Vorgaben ist die Stadt dabei angehalten, hinsichtlich der Verfahrenswahl der Sanierung im Allgemeinen das sogenannte „Regelverfahren“ anzuwenden. Das bedeutet, dass die Stadt im Rahmen des Sanierungsverfah- rens auch die besonderen sanierungsrechtlichen Vorschriften des dritten Abschnitts des Bauge- setzbuches anzuwenden hat. Damit müssen zum Beispiel Kaufpreisprüfungen oder die Prüfung sanierungsbedingter Bodenwerterhöhungen mit Blick auf die Erhebung von Ausgleichsbeträgen erfolgen. Die Verwaltung schlägt - mit Ausblick auf die geplante Förmliche Festlegung des Sanierungsge- biets im Frühjahr 2020 - daher die Anwendung des Regelverfahrens (umfassendes Sanierungs- verfahren) im geplanten Sanierungsgebiet vor. Die Anwendung des Regelverfahrens für das gesamte Sanierungsgebiet führt zu einem erhöh- ten Personalaufwand in der Abwicklung der Sanierungsmaßnahme. Der erhöhte Aufwand be- trifft insbesondere die Ermittlung sanierungsbedingter Bodenwerterhöhungen, die Durchfüh- rung und Steuerung der Kaufpreisprüfung, die Erteilung von Sanierungsgenehmigungen und die Erhebung von Ausgleichsbeträgen. Die zusätzlichen Aufgaben können nicht durch das be- stehende Fachpersonal bearbeitet werden. Die Vergabe von Teilaufgaben (Kaufpreisprüfung, Ermittlung von sanierungsbedingten Bodenwerterhöhungen sowie Ermittlung und Erhebung von Ausgleichsbeträgen) an Externe wird zwingend erforderlich. Zu berücksichtigen ist hierbei, dass zu vergebende Leistungen nach den Städtebauförderungsrichtlinien dem Grundsatz nach mit 60 Prozent zuschussfähig sind. Ergänzende Erläuterungen Seite 7 Das Verfahren „Gewerbegebiet Grünwinkel" kann weder durch eine Reduzierung bisheriger Aufgaben, noch durch eine Anpassung von Arbeitsprozessen oder durch Einsparungen bei an- deren Stellen kompensiert werden. Auf Grund der derzeitigen Situation auf dem Arbeitsmarkt bei der Gewinnung von geeignetem Fachpersonal wird eine verwaltungsinterne Lösung mit entsprechender Personalvermehrung nicht empfohlen. Besondere Probleme ergäben sich hierbei auf Grund des fehlenden Fachpersonals auf dem Arbeitsmarkt, bei der Personalgewinnung mit dem erforderlichen speziellen Fachwissen und der Personalbindung sowie dem fehlenden Vor- liegen entsprechender Berufserfahrung. Des Weiteren fallen die Aufgaben über die Verfahrens- laufzeit überaus ungleichmäßig an. Ein Teil der Aufgaben, wie die sanierungsbezogene Bodenrichtwertermittlung und ihre Fort- schreibung, kann als hoheitliche Aufgabe des Gutachterausschusses nicht vergeben werden und bleibt somit auch während des Sanierungsverfahrens Aufgabe des Gutachterausschusses. Die Leistungen des Liegenschaftsamtes, wie die Kaufpreisgenehmigung im Rahmen der Sanierungs- genehmigung und Erhebung von Ausgleichsbeträgen, sind gleichfalls weiterhin Aufgaben der Verwaltung. Weitere Sanierungsverfahren sind zur Einleitung vorgesehen. Das Verfahren Ortsmitte Grötzin- gen startet im Oktober 2019 und das Verfahren Durlach Stadteingang wird bis 2022 erwartet. Die beiden Sanierungsverfahren „SSP Mühlburg“ und „Soziale Stadt Programm Rintheimer Feld“ laufen noch bis Ende 2021 und 2022. Ausblick Der Gemeinderat der Stadt Karlsruhe beschließt die förmliche Festlegung des Sanierungsgebie- tes als Satzung nach Aufnahme in ein städtebauliches Erneuerungsprogramm im Frühjahr 2020. In der Sanierungssatzung ist das Sanierungsgebiet zu bezeichnen. Die Abgrenzung ist in einem Lageplan genau zu kennzeichnen. Die Satzung bedarf der öffentlichen Bekanntmachung. Mit der Rechtskraft der Sanierungssatzung gelten für das Sanierungsgebiet die Bestimmungen des besonderen Städtebaurechts (§§ 136 ff. BauGB). Bei dem Beschluss über die Sanierungssatzung ist zugleich durch Beschluss die Frist festzulegen, in der die Sanierung durchgeführt werden soll. Die Frist soll 15 Jahre nicht überschreiten. Gemäß § 143 Abs. 2 BauGB ist mit Anwendung des § 144 Abs. 2 BauGB (Grundstücksverkehr) ein Sanierungsvermerk in die Grundbücher der im Sanierungsgebiet liegenden Grundstücke einzutragen. Beschluss: Antrag an den Gemeinderat – nach Vorberatung im Planungsausschuss und im Hauptausschuss 1. Der Gemeinderat nimmt die festgestellten Mängel und Missstände im geplanten Sanie- rungsgebiet zur Kenntnis und stimmt den Sanierungszielen, dem Neuordnungskonzept mit Maßnahmenübersicht, dem Vorschlag zur Abgrenzung eines zukünftig geplanten Sanierungsgebietes, der Kosten- und Finanzierungsübersicht sowie der Empfehlung für die Verfahrenswahl zu. 2. Die Verwaltung wird beauftragt, auf Grundlage des Forschungsprojekts REGEKO („Res- sourcenoptimiertes Gewerbeflächenmanagement durch Kooperation“) und des städte- baulichen Rahmenplans Gewerbegebiet Grünwinkel für das Programmjahr 2020 einen Antrag zur Aufnahme in ein städtebauliches Erneuerungsprogramm für das „Gewerbe- gebiet Grünwinkel“ zu stellen.

  • Abstimmungsergebnis_top25
    Extrahierter Text

  • Protokoll GR TOP 25
    Extrahierter Text

    Niederschrift 3. Plenarsitzung des Gemeinderates 22. Oktober 2019, 15:30 Uhr öffentlich Bürgersaal, Rathaus Marktplatz Vorsitzender: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 28. Punkt 25 der Tagesordnung: Gewerbegebiet Grünwinkel – Antragstellung zur Aufnahme in ein städtebauliches Sanierungsprogramm Vorlage: 2019/0852 Beschluss: 1. Der Gemeinderat nimmt die festgestellten Mängel und Missstände im geplanten Sanierungsgebiet zur Kenntnis und stimmt den Sanierungszielen, dem Neuord- nungskonzept mit Maßnahmenübersicht, dem Vorschlag zur Abgrenzung eines zu- künftig geplanten Sanierungsgebietes, der Kosten- und Finanzierungsübersicht so- wie der Empfehlung für die Verfahrenswahl zu. 2. Die Verwaltung wird beauftragt, auf Grundlage des Forschungsprojekts REGEKO („Ressourcenoptimiertes Gewerbeflächenmanagement durch Kooperation“) und des städtebaulichen Rahmenplans Gewerbegebiet Grünwinkel für das Pro- grammjahr 2020 einen Antrag zur Aufnahme in ein städtebauliches Erneuerungs- programm für das „Gewerbegebiet Grünwinkel“ zu stellen. Abstimmungsergebnis: einstimmig zugestimmt Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 25 zur Behandlung auf und auf verweist auf die erfolgte Vorberatung im Planungsausschuss und im Hauptausschuss. Stadtrat Pfannkuch (CDU): Es ist eine Antragstellung, bei der es nicht nur um einen Zwi- schenbericht geht, sondern auch um die Aufnahme in ein weiteres städtebauliches Sanie- rungsprogramm. Letztendlich fließen hier weitere Haushaltsmittel hinein. Ich will es gleich vorweg sagen, man kann auf diesem Wege jetzt nicht Halt machen und muss das Projekt zu einem Ende führen. Aber trotzdem braucht es eine mahnende Stimme, nämlich, wir müssen in Erinnerung zurückrufen, dass es sich hier um ein ressourcenoptimiertes Gewer- – 2 – beflächenmanagement hätte handeln sollen. Das ist in unseren Augen so nicht ganz er- reicht worden. Das Projekt hat das Quartier in gute Hände genommen. Das will ich nicht bestreiten. Aber das eigentliche Ziel, Gewerbefläche zu optimieren, mehr aus dem zu ma- chen und unser latentes Gewerbeflächenproblem etwas zu lindern, wird mit diesem Projekt leider Gottes nicht erreicht. Ich denke, dass es an dieser Stelle – deshalb verlasse ich schon fast das Thema – notwendig ist, die Verwaltung darauf hinzuweisen, dass wir aber solche Intentionen in der Zukunft weiterhin brauchen. Wir sind seit dem REGEKO kein anderes Gewerbegebiet mehr ange- gangen. Ich kann mir gut vorstellen, dass wir das auch nicht mehr mit diesem wirtschaftli- chen Potential schaffen. Trotzdem müssen wir etwas tun. Wir stehen mit dem Rücken zur Wand, weil wir keine Flächen haben. Es bleibt deswegen nur eine von mehreren Möglich- keiten. Aber die ist wichtig, dass wir alte, in die Jahre gekommene Gewerbegebiete in die Hand nehmen. Das war – wie gesagt – ursprünglich gedacht. Wir gehen jetzt hier noch weiter. Ich bitte allerdings die Verwaltung, möglichst alsbald uns bekannt zu geben, wie wir mit dem eigentlichen Herangehen an überaltete Gewerbeflä- chen herangehen. Stadtrat Honné (GRÜNE): Es ist ein urgrünes Anliegen, die Flächen besser auszunutzen. Darum geht es auch bei diesem Gewerbegebiet. Insofern sehen wir durchaus Handlungs- bedarf. Es sind Maßnahmen aufgezeigt, mit denen das verbessert werden soll, zum Beispiel wenn Riesenparkplätze auf den Gewerbegebieten sind. Dann ist das sicherlich keine ver- nünftige Flächenausnutzung. Wenn da etwas Vernünftiges hinkommt, dann hat man indi- rekt damit auch mehr Gewerbegebiet geschaffen, weil zusätzliche Firmen oder größere Firmen hinkommen können. Außerdem wird auch eine ganze Menge für den Fahrradver- kehr vorgesehen, was dort bitter nötig ist. Es werden ein paar Straßen durchgängig ge- macht. Da können wir auch nichts dagegen haben. Vor allem, es liegt alles um den West- bahnhof herum, der aus seinem Dornröschenschlaf wachgeküsst werden muss, indem dort mehr geschieht. So etwas wird demnächst noch wesentlich bedeutender, wenn nicht mehr alle mit dem Auto zum Arbeitsplatz fahren sollen. Dann ist das genau ein Zukunftsgebiet. Stadtrat Zeh (SPD): Ich will dem Kollegen Pfannkuch doch widersprechen. Es ist hier sehr viel Potential in dem Gebiet. Die Brauerei Moninger ist durchaus dynamischer geworden. Sie hat schon die ersten Flächen anders genutzt. Aber da gibt es noch ziemlich viele Flä- chen, die mit leeren Bierfässern vollstehen. Das ist ein Teil des Gebietes. Oder es ist hier die Firma Hegele ausgezogen. Auch das Gelände steht noch leer. Da könnte man auch viel daraus machen. Es besteht gemäß dem Höhenentwicklungskonzept von uns, wo wir auch in der Diskussion sind, Potential, in die Höhe zu gehen. Das Gebiet hat noch viele Problem- zonen. Eines ist das Thema Verkehr mit nicht durchgehenden Radwegen. Auch der mitten- drin liegende Bahnhof West ist sehr isoliert, weil man fast gar nicht hinkommen kann. Da besteht sehr viel Aktivierungspotenial, was durch dieses Sanierungsgebiet auch gemacht werden kann. Es gibt hier viel Potential. Es ist nicht einfach, diese eine große Papiersam- melstelle, die auch nur ebenerdig ist, zu verlagern. Sicherlich kommt es auf die einzelnen Nutzer an, etwas zu tun. Aber zunächst einmal müssen wir es weiter angehen und das, was wir im öffentlichen Raum machen können, auch machen, damit das Gebiet einfach von außen her attraktiver ist. Daher stimmen wir diesem Gewerbegebiet als Sanierungsge- – 3 – biet, was das erste Gewerbegebiet als Sanierungsgebiet ist, zu und freuen uns auf die Er- gebnisse. Stadtrat Dr. Schmidt (AfD): Der Westbahnhof soll aus seinem Dornröschenschlaf erweckt werden. Natürlich gibt es Leute, die wohnen direkt daneben. Die sehen das mit nicht ganz so viel Begeisterung. Ich weiß, dass gerade in der Hardecksiedlung die Bahn und der Lärm, der dadurch entsteht, ein Thema ist. Wir haben das Problem, dass dieses Gewerbegebiet direkt angrenzt an Wohnbebauung in Grünwinkel und an Wohnbebauung der Hardecksiedlung. Der Bürgerverein Grünwinkel sieht das Projekt positiv. Die Siedlergemein- schaft Hardeck sieht das Projekt ebenfalls positiv, wünscht aber, in Zukunft besser involviert zu werden. Aber es gibt natürlich einzelne Anwohner, die auch Bedenken haben. Denn es gibt schon sehr viel Verkehr in diesem Bereich. Wenn wir uns die Grünwinkler Brücke an- schauen, was da morgens los ist. Dann muss man sich überlegen, was macht man mit dem Kühlen Krug, denn dort gibt es immer den Rückstau. Wenn wir jetzt dieses Gewerbegebiet aktivieren, dann werden wir natürlich dort viel mehr Verkehr haben. Davor haben natürlich auch die Leute, die direkt nebendran in ihrem Wohngebiet wohnen Angst, dass dann Stra- ßen, die bei ihnen am Haus vorbei führen, von Lkw durchfahren werden. Wir stimmen natürlich zu. Es ist richtig, dass wir die Innenentwicklung in Karlsruhe ange- hen. Aber wir regen an, die Interessen der Anwohner zu berücksichtigen. Oft bekommt man dann auch gute Hinweise, wie zum Beispiel der Hinweis aus der Hardecksiedlung, dass auch das Abwassersystem dringend ausgebaut werden muss, da dort Probleme vor- handen sind. Wenn man jetzt an diese Gewerbegebiet geht, hat man die Möglichkeit, viel- leicht an der Stelle auch etwas zu machen. Stadtrat Wenzel (FW|FÜR): Ich spreche für die Zählgemeinschaft aus FDP/FW|FÜR. Wir begleiten dieses Projekt schon eine ganze Weile und sind froh, dass wir soweit gekommen sind. Die Lage dieses Gewerbegebietes und die Brachlage sind exemplarisch für eine Stadt, die optimiert werden kann mit der Anbindung mit dem ÖPNV, mit der Aufstockung und Überbauung von Parkplätzen. Wir sehen hier große Potentiale, eine grüne Fläche zu ge- winnen in Verbindung mit Gewerbeflächen, eine Optimierung der Gewerbeflächen und ein Gebiet eventuell mit mehr Begrünung lebenswerter zu machen. Der Zustand, den wir jetzt haben, ist – das sagen auch alle Anwohner und Gewerbetreibende – nicht optimal. Des- halb begrüßen wir auch in der Beschlussvorlage alle Visionen, die vorgestellt werden und alle Optimierungen. Wie Kollege Dr. Schmidt sagte, wir dürfen die Anwohner dabei nicht vergessen und müssen sie mit in die weitere Planung aufnehmen. Ich denke, dass wir heu- te einen guten Beschluss fassen, um dieses Gebiet aufzuwerten, zu optimieren und das zu machen, was dieser Standort eigentlich ist, ein Dreh- und Angelkreuz mit optimaler Anbin- dung. Der Vorsitzende: Wir kommen damit zur Abstimmung. – Das ist einstimmig. Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt - Ratsangelegenheiten – 27. November 2019