Förderung der Biodiversität
| Vorlage: | 2019/0841 |
|---|---|
| Art: | Antrag |
| Datum: | 09.09.2019 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | Ortsverwaltung Wettersbach |
| Erwähnte Stadtteile: | Keine Angaben |
Beratungen
- Ortschaftsrat Wettersbach (öffentlich/nicht öffentlich)
Datum: 17.09.2019
Rolle: Kenntnisnahme
Ergebnis: erledigt durch Stellungnahme der Verwaltung
Zusätzliche Dateien
-
Extrahierter Text
Stadt Karlsruhe Ortsverwaltung Wettersbach Antrag SPD-Ortschaftsratsfraktion Wettersbach vom: 12.06.2019 Vorlage Nr.: 19 Verantwortlich: - Förderung der Biodiversität Gremium Termin TOP ö nö Ortschaftsrat Wettersbach 17.09.2019 5 X Kurzfassung Der Ortschaftsrat Wettersbach möge in einer seiner nächsten Sitzungen folgenden Antrag beraten und beschließen: Die Stadtverwaltung startet ein Projekt bezüglich der Förderung der Biodiversität auf Grün- flächen, das zwei aufeinander folgende Schritte beinhaltet: 1. Gewinnung von entsprechendem hochwertigem Saatgut. 2. Ausbringung dieses Saatguts auf Wiesen und Grünflächen. Die Ortsverwaltung wird beauftragt, sich an diesem Projekt insofern zu beteiligen, dass sie öffentliche Flächen aussucht, wo dieses künftig hochwertige Saatgut ausgebracht werden kann. Ein Gebiet wäre zum Beispiel der Skulpturenpark. Es wäre im Sinne des Informati- onsgehaltes förderlich, wenn ein Vertreter der betroffenen Fachämter bei der Sitzung an- wesend sein könnte, der dieses Projekt erläutert. (siehe BNN vom 12.06.2019 Seite 17) Begründung Insekten- und Artensterben in unserem Biosystem ist ein Problem, das im Rahmen der ge- samten ökologischen Diskussion höchste Priorität genießt. Massiv davon betroffen ist letz- ten Endes die Nahrungskette der gesamten Fauna. Neben den vielen Privatinitiativen sollten hier auch alle Ebenen unserer Gebietskörperschaften, somit auch die Ortsverwaltung Wet- tersbach, sich aktiv in dieses Prozess einbringen. Die SPD-Fraktion verweist hier auf die Be- ratung im Ortschaftsrat am 10.04.2018 und auf das Schreiben vom Amt für Umwelt- und Artenschutz vom 05.04.2018. unterzeichnet von: Peter Hepperle Fraktionsvorsitzender
-
Extrahierter Text
Stadt Karlsruhe Ortsverwaltung Wettersbach STELLUNGNAHME zum Antrag SPD-Ortschaftsratsfraktion Wettersbach Vorlage Nr.: Verantwortlich: 19 Dez. 5 Förderung der Biodiversität Gremium Termin TOP ö nö Ortschaftsrat Wettersbach 17.09.2019 5 x Kurzfassung Seit 2018 beschäftigt sich die amtsübergreifende Arbeitsgruppe Biodiversität unter an- derem mit dem Thema „Gewinnung und Ausbringen gebietseigenem Saatgut“. Insbe- sondere für die Gewinnung von Saatgut oder Heumulch sind die Orts- und Sachkennt- nisse der Personen von Bedeutung, welche artenreiches Grünland bewirtschaften. Das städtische Liegenschaftsamt und Umwelt- und Arbeitsschutz haben sich daher mit der Frage beschäftigt, wie und auf welchen städtischen Flächen in Karlsruhe Saatgut ge- wonnen und ausgebracht werden kann. Finanzielle Auswirkungen Gesamtkosten der Maß- nahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatorischen Kosten abzügl. Fol- geerträge und Folgeeinsparungen) Ja Nein Haushaltsmittel sind dauerhaft im Budget vorhanden Ja Nein Die Finanzierung wird auf Dauer wie folgt sichergestellt und ist in den ergänzenden Erläuterungen auszuführen: Durch Wegfall bestehender Aufgaben (Aufgabenkritik) Umschichtungen innerhalb des Dezernates Der Gemeinderat beschließt die Maßnahme im gesamtstädtischen Interesse und stimmt einer Etatisierung in den Folgejahren zu IQ-relevant Nein Ja Korridorthema: Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) Nein X Ja durchgeführt am 17.09.2019 Abstimmung mit städtischen Gesellschaften Nein Ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Im Juli 2018 wurde die ämterübergreifende Arbeitsgruppe Biodiversität aus der Not- wendigkeit gegründet, städtisches Handeln in Bezug auf dieses wichtige Thema zu op- timieren und zu erweitern. Unter Federführung des Amtes für Umwelt- und Arbeitsschutz wurde im Frühjahr 2019 das Institut für Botanik und Landschaftskunde, Thomas Breunig, Karlsruhe, beauftragt, ein auf die Stadt Karlsruhe zugeschnittenes „Biodiversitätskonzept“ zu erarbeiten. In einem ersten Schritt soll der aktuelle Zustand festgestellt und aus diesem bis zum Herbst 2020 konkrete Ziele und Maßnahmen entwickelt werden. Gleichzeitig wird eine Leit- bilddiskussion geführt. Auch die große Bedeutung von Öffentlichkeitsarbeit wurde er- kannt. Eine Untergruppe der AG Biodiversität hat sich mit dem wichtigen Thema gebietseige- nes (autochthones) Saatgut befasst. Sinnvolle Maßnahmen, wie die Gewinnung von autochthonem Saatgut bzw. Heudrusch von geeigneten Wiesenflächen im Stadtgebiet, sollen parallel zur Entwicklung des Biodiversitätskonzeptes weiter vorangetrieben wer- den. Das städtische Liegenschaftsamt hat auf ausgewählten Flächen begonnen, Heu- drusch zu ernten. Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass die Vorgehensweisen zu op- timieren sind, bevor sie in größerem Rahmen angewandt werden. Gleichzeitig hat der Umwelt- und Arbeitsschutz gemeinsam mit einem Neureuter Land- wirt ein Projekt gestartet, um bei Mäharbeiten anfallendes Saatgut zu sammeln. Die derzeitigen Erfahrungen und das entsprechende Saatgut wurden im Naturraum „Nördliche Oberrheinniederung“ gesammelt. Dort können das Saatgut oder der Heu- drusch auch zur Neuanlage oder Optimierung von Wiesen ausgebracht werden. Da die Neuanlage oder Artenanreicherung von Wiesen mit dem aus dem jeweils pas- senden Karlsruher Naturraum stammenden Saatgut bzw. Heumulch insgesamt sehr ar- beitsaufwendig ist, ist angedacht, diese Methoden zunächst nur für kleinflächige Maß- nahmen zu erproben. In Wettersbach ist die Ausgangssituation durch die zahlreichen artenreichen Wiesen sehr positiv, allerdings befinden sich die meisten Flächen in Privat- eigentum. Sollten sich kurzfristig Kooperationen mit interessierten Landwirten ergeben, können entsprechende Projekte ab dem kommenden Jahr auch in Wetterbach durchge- führt werden.