Durchführung eines Sicherheitsaudits in Karlsruhe in Zusammenarbeit mit der Universität Heidelberg: Vorstellung der Gutachten

Vorlage: 2019/0751
Art: Beschlussvorlage
Datum: 29.07.2019
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Ordnungs- und Bürgeramt
Erwähnte Stadtteile: Beiertheim-Bulach, Daxlanden, Durlach, Grötzingen, Grünwettersbach, Grünwinkel, Hagsfeld, Hohenwettersbach, Innenstadt-Ost, Innenstadt-West, Knielingen, Mühlburg, Neureut, Nordstadt, Nordweststadt, Oberreut, Oststadt, Palmbach, Rintheim, Rüppurr, Stupferich, Südstadt, Südweststadt, Waldstadt, Weiherfeld-Dammerstock, Weststadt, Wolfartsweier

Beratungen

  • Hauptausschuss (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 17.09.2019

    TOP: 2

    Rolle: Entscheidung

    Ergebnis: einstimmig beschlossen

Zusätzliche Dateien

  • TOP 2 Anlage 1 Endgutachten-Innenstadt
    Extrahierter Text

    1 Das Karlsruher Audit-Konzept für urbane Sicherheit 2018 -- Gutachten für die Innenstadt -- Prof. Dr. Dieter Hermann Institut für Kriminologie Universität Heidelberg Heidelberg 2019 2 Inhalt 1. Einleitung .......................................................................................................................................... 2 2. Bedingungen der Kriminalitätsfurcht und Lebensqualität in der Innenstadt ........................... 3 2.1 Incivilities ohne Regionalbezug .................................................................................................. 3 2.2 Incivilities mit Bezug zur Innenstadt .......................................................................................... 5 2.3 Fehlendes Sozialkapital .............................................................................................................. 6 2.4 Furchtgründe aus Befragtensicht ............................................................................................... 7 2.5 Kontrollrechnung ........................................................................................................................ 8 3. Vorschläge der Bevölkerung zur Verbesserung der Lebensqualität .............................................. 11 4. Fazit ................................................................................................................................................ 12 5. Managementkonzept und Maßnahmen zur Umsetzung der Präventionsvorschläge ................... 12 Anhang ............................................................................................................................................... 14 Präventionsprojekt „PFADE“ – Programm zur Förderung alternativer Denkstrategien ................ 14 Präventionsprojekt „Aktion Glasklar“ – ein Projekt gegen den Alkoholmissbrauch ..................... 16 Präventionsprojekt „Unplugged“ – Suchtprävention im Unterricht .............................................. 17 Präventionsprojekt „fairplayer.manual“ – eine Maßnahme gegen Respektlosigkeit ................... 19 Prävention durch Förderung von Zivilcourage und Selbstbehauptungskurse – Maßnahmen gegen Respektlosigkeit ............................................................................................................................. 21 Prävention durch mobile Sozialarbeiter ........................................................................................ 21 Vorschläge zur Verbesserung der Lebensqualität für die Innenstadt............................................ 21 1. Einleitung Auf die Frage, ob sich das Sicherheitsempfinden in der Innenstadt in den letzten Jahren verändert hat, antworteten 4 Prozent der Befragten zum Karlsruher Sicherheitsaudit 2018, dass es sich verbes- sert hat, im Vergleich zu 47 Prozent, die eine Verschlechterung konstatiert haben. Für 49 Prozent blieb das Sicherheitsgefühl unverändert. Zudem ist die Kriminalitätsfurcht in der Karlsruher Innen- stadt im Vergleich zu den anderen Stadtteilen relativ groß. Somit ist es sinnvoll, kriminalpräventive Maßnahmen in der Innenstadt zu intensivieren. Das Ziel des Sicherheitsaudits für die Karlsruher Innenstadt ist die Planung, Initiierung, Durchführung und Kontrolle von Projekten der Kommunalen Kriminalprävention. Damit die Projekte erfolgverspre- chend sind, ist es sinnvoll, solche Maßnahmen zu wählen, welche die Ursachen von Kriminalitäts- furcht und Lebensqualität beeinflussen. Diese Ursachen können mittels der Bevölkerungsbefragung zum Karlsruher Sicherheitsaudit gezielt für die Innenstadt bestimmt werden. Das Untersuchungsdesign, also Angaben zu Grundgesamtheit, Auswahlverfahren, Stichprobe und Repräsentativität, sind im 4. Sachstandsbericht der Stadt Karlsruhe zur öffentlichen Sicherheit und 3 Ordnung 2018 (https://web5.karlsruhe.de/Stadtentwicklung/afsta) sowie im Gutachten für die Ge- samtstadt (Hermann 2019: „Das Karlsruher Audit-Konzept für urbane Sicherheit 2018. Gutachten für die Gesamtstadt“) dokumentiert. Insgesamt haben 5.929 Personen an der Befragung teilgenommen. Für die vorliegende Analyse werden erstens Befragte aus der Innenstadt mit allen anderen Befragten aus Karlsruhe verglichen. Zweitens werden Bürgerinnen und Bürger Karlsruhes, die sich in der Innen- stadt vor Kriminalität fürchten, mit solchen Bürgerinnen und Bürgern Karlsruhes verglichen, die dort eine geringe Kriminalitätsfurcht haben. Aus der Innenstadt (Innenstadt-Ost und Innenstadt-West) haben sich 330 Personen an der Umfrage beteiligt. 2. Bedingungen der Kriminalitätsfurcht und Lebensqualität in der Innen- stadt 2.1 Incivilities ohne Regionalbezug Incivilities sind subjektive Störungen der sozialen Ordnung. Sie beeinflussen u.a. die Kriminalitäts- furcht und die Lebensqualität. Die Tabelle 1 enthält die Zahlen zu prozentualen Anteilen an Perso- nen, die einen Bereich als ziemliches oder großes Problem sehen – sowohl für die Einwohner der Innenstadt als auch im Vergleich dazu für die Bürgerinnen und Bürger aller anderen Stadtteile. Über- regionale Incivilities werden durch die Frage 11 im Fragebogen zum Karlsruher Sicherheitsaudit er- fasst; in der Tabelle sind die Zahlen in den Spalten zu den Häufigkeiten die prozentualen Anteile der Personen, die einen Bereich als ziemliches oder großes Problem sehen. Die Incivilities sind in der Reihenfolge der Items im Fragebogen aufgeführt. In der rechten Spalte sind Partialkorrelationen auf- gelistet. Sie können intuitiv als Maß für die Stärke des Einflusses von Incivilities auf Kriminalitäts- furcht und perzipierte Lebensqualität interpretiert werden. Das statistische Maß für die Stärke des Zusammenhangs variiert zwischen -1 und +1. Ein Wert von null bedeutet, dass kein (linearer) Zusam- menhang vorliegt. Je näher der Zahlenwert der Partialkorrelation an den möglichen Extremwerten ist, desto größer ist der Effekt des berücksichtigten Problembereichs. Eine differenziertere Erklärung des Partialkorrelationskoeffizienten ist im Gutachten für die Gesamtstadt zu finden. Bei den Analy- sen wurde Kriminalitätsfurcht als umfassendes Konstrukt operationalisiert, das sowohl die affektive, kognitive und konative Kriminalitätsfurcht als auch das Unsicherheitsgefühl umfasst. Details zur Ope- rationalisierung und Analysen zur Messqualität des Gesamtindexes Kriminalitätsfurcht sind im „Karlsruher Audit-Konzept für urbane Sicherheit 2018 - Gutachten für die Gesamtstadt“ dargestellt. 4 Tabelle 1: Subjektive Sichtweisen über Problembereiche – ein Vergleich zwischen der Innenstadt und allen anderen Stadtteilen in Karlsruhes: Häufigkeiten und Einfluss auf die Kriminalitätsfurcht und perzipierte Lebensqualität Incivilities Häufigkeit (%) Partialkorrelation mit Kriminalitäts- furcht: Nur Innenstadt Partialkorrelation mit Lebensqualität* Nur Innenstadt Sonstige Stadtteile Innen- stadt Gruppen Jugendlicher 15 26 0,49 0,37 Fliegende Händler, Haustürge- schäfte 5 5 0,32 0,19 Drogenabhängige 10 21 0,41 0,37 Betrunkene 17 46 0,51 0,41 Undiszipliniert fahrende Autofah- rer 37 48 0,23 0,19 Ausländerfeindlichkeit 8 12 0,07 0,09 Rechtsradikalismus 5 11 0,09 0,17 Fremdenfeindliche Demonstratio- nen 3 18 0,08 0,13 Gruppen alkoholisierter Personen 19 48 0,51 0,41 Aggressives Betteln 7 24 0,50 0,33 Sexualisierte Herabwürdigung und verbale Demütigungen von Frauen 9 18 0,43 0,37 Besprühte / beschmierte Haus- wände 15 29 0,32 0,15 Schmutz / Müll in den Straßen oder Grünanlagen 33 42 0,36 0,37 Diebstahl, Sachbeschädigung, Ge- walt 24 32 0,55 0,38 Falsch oder behindernd parkende Autos 36 37 0,21 0,17 Zugewanderte aus anderen Län- dern denken, die schon sehr lange in Deutschland leben 4 4 0,42 0,26 Asylsuchende, die erst in letzter Zeit nach Karlsruhe kamen 30 26 0,55 0,30 Fallzahl 5.599 330 330 330 Legende: Partialkorrelationen unter Kontrolle von Alter, Geschlecht, Staatsangehörigkeit, Bildungsabschluss und die Wohndauer in Karlsruhe; alle Koeffizienten sind signifikant. Schulnotenskala: Ein niedriger Zahlenwert bedeutet eine gute Lebensqualität, ein hoher Wert steht für eine schlechte Lebensqualität. 5 Erfolgversprechend sind solche Maßnahmen, die quantitativ bedeutsame Incivilities mit starkem Einfluss auf die Kriminalitätsfurcht und die perzipierte Lebensqualität beeinflussen, also  Gruppen alkoholisierter Personen und Betrunkene  Schmutz, Müll  Diebstahl, Sachbeschädigung, Gewalt. 2.2 Incivilities mit Bezug zur Innenstadt Im Karlsruher Sicherheitsaudit wurde auch nach Incivilities mit konkretem Ortsbezug gefragt. Für die Karlsruher Innenstadt sind dies Europaplatz, Schlossgarten, Kronenplatz und Friedrichsplatz. Zudem wurden noch innenstadtnahe Örtlichkeiten berücksichtigt, nämlich Bahnhofsvorplatz, Eingangsbe- reich des Zoologischen Stadtgartens, Citypark und Werderplatz. Diese lokalen Incivilities werden durch die Frage 27 im Fragebogen zum Karlsruher Sicherheitsaudit erfasst. Tabelle 2 enthält Angaben zu den prozentualen Anteilen an Personen, die einen Bereich als ziemli- ches oder großes Problem sehen. Dabei wurden alle Befragten aus Karlsruhe berücksichtigt. In der rechten Spalte sind Partialkorrelationen mit der Kriminalitätsfurcht und perzipierten Lebensqualität aufgeführt. Die Zahlenwerte können, wie bereits erwähnt, intuitiv als Maß für die Stärke des Einflus- ses von Incivilities auf Kriminalitätsfurcht und Lebensqualität interpretiert werden. Tabelle 2: Subjektive Sichtweisen über Problembereiche mit Lokalbezug: Häufigkeiten und Einfluss auf die Kriminalitätsfurcht und perzipierte Lebensqualität Incivilities Häufigkeit (%) Partialkorre- lation mit Kri- minalitäts- furcht Partialkorre- lation mit Le- bensqualität Aggressive und betrunkene Gruppen am Bahn- hofsvorplatz / Eingangsbereich Zoologischer Stadtgarten 35 0,38 0,25 Aggressive und betrunkene Gruppen am Europa- platz 58 0,41 0,25 Lärm, Schmutz, Randale, aggressive und betrun- kene Gruppen im Schlossgarten 35 0,37 0,26 Lärm, Schmutz, Randale, aggressive und betrun- kene Gruppen am Kronenplatz 40 0,39 0,25 Lärm, Schmutz, Randale, aggressive und betrun- kene Gruppen im Citypark 14 0,27 0,19 Aggressive und betrunkene Gruppen am Fried- richsplatz 18 0,31 0,22 6 Incivilities Häufigkeit (%) Partialkorre- lation mit Kri- minalitäts- furcht Partialkorre- lation mit Le- bensqualität Aggressive und betrunkene Gruppen auf dem Werderplatz 43 0,27 0,14 Drogenkriminalität am Kronenplatz 31 0,33 0,20 Drogenkriminalität am Werderplatz und den um- liegenden Straßen 38 0,28 0,16 Drogenkriminalität in der Altstadt und im Bereich Alter Friedhof 19 0,27 0,17 Fallzahl 5.929 Legende: Partialkorrelationen unter Kontrolle von Alter, Geschlecht, Staatsangehörigkeit, Bildungsabschluss und die Wohndauer in Karlsruhe; alle Koeffizienten sind signifikant Erfolgversprechend sind Maßnahmen, die Incivilities beeinflussen, die erstens quantitativ bedeut- sam sind und zweitens einen großen Einfluss auf die Kriminalitätsfurcht sowie auf die perzipierte Lebensqualität haben, also  Aggressive und betrunkene Gruppen am Europaplatz  Lärm, Schmutz, Randale, aggressive und betrunkene Gruppen am Kronenplatz. 2.3 Fehlendes Sozialkapital Unter Sozialkapital versteht man insbesondere das Vertrauen in Personen und Institutionen sowie ehrenamtliches Engagement. Defizite im Sozialkapital führen zu Instabilitäten in der Gesellschaft und letztlich zu ihrem Zerfall, wenn der gesellschaftliche Zusammenhalt erheblich beeinträchtigt wird. Das Sozialkapital beeinflusst die Kriminalitätsfurcht und perzipierte Lebensqualität. Somit kann durch eine Steigerung des Sozialkapitals die Kriminalitätsfurcht reduziert und die Lebensqualität ver- bessert werden. In Tabelle 3 sind die Häufigkeiten der Indikatoren des Sozialkapitals aufgeführt, so- wohl für die Innenstadt als auch im Vergleich dazu für alle anderen Stadtteile. Die Zahlen in Spalte 2 und 3 der Tabelle sind die Anteile der Personen, die einer Gruppierung mit deutlichem Misstrauen begegnen. Die Spalten 4 und 5 enthalten Partialkorrelationen – ein Maß für die Stärke des Einflusses von Sozialkapitalindikatoren auf die Kriminalitätsfurcht und Lebensqualität. 7 Tabelle 3: Häufigkeitsverteilung der Sozialkapitalindikatoren – ein Vergleich zwischen der Innen- stadt und allen anderen Stadtteilen Karlsruhes sowie Analysen zum Einfluss des Sozialkapitals auf die Kriminalitätsfurcht und perzipierte Lebensqualität Sozialkapitalindikatoren Häufigkeit (%) Partialkorrelation mit Kriminalitäts- furcht: Nur Innen- stadt Partialkorrelation mit Lebensqualität: Nur Innenstadt Sonstige* Innenstadt* Misstrauen in die ... Polizei 3 4 -0,18 -0,20 Justiz 6 5 -0,31 -0,25 Politik auf Bundes- und Landesebene 21 17 -0,32 -0,22 Politik in Karlsruhe 13 9 -0,34 -0,27 Menschen in meiner Nachbarschaft 4 3 -0,25 -0,31 Menschen in Karls- ruhe allgemein 6 4 -0,34 -0,25 Kirchen- und Religi- onsgemeinschaften 23 27 -0,19 -0,16 Einsatz- und Ret- tungskräften 1 1 -0,14 -0,15 Ehrenamtliche Tätigkeit in den letzten 12 Monaten 37 33 0,01** 0,02** Bereitschaft zu ehrenamtli- chem Engagement 66 65 0,05 0,05 Fallzahl 5.599 330 330 330 Legende: Partialkorrelationen unter Kontrolle von Alter, Geschlecht, Staatsangehörigkeit, Bildungsabschluss und die Wohndauer in Karlsruhe. Alle Korrelationen sind signifikant, bis auf die mit ** markierten. *) Die Zahlen sind die Anteile der Personen, die einer Gruppierung mit deutlichem Misstrauen begegnen. Erfolgversprechend sind das Sozialkapital beeinflussende Maßnahmen, die erstens quantitativ be- deutsam sind und zweitens einen großen Einfluss auf die Kriminalitätsfurcht sowie auf die perzi- pierte Lebensqualität haben, das ist in der Innenstadt das Vertrauen in die Politik, insbesondere in die Kommunalpolitik, aber auch in die Politik auf Bundes- und Landesebene, wobei der letztgenannte Bereich auf kommunaler Ebene nur bedingt beeinflussbar ist. 2.4 Furchtgründe aus Befragtensicht Auf die Frage, was das Sicherheitsempfinden in der Innenstadt in jüngerer Zeit vor allem beeinträch- tigt hat (Frage 26), antworteten von allen 5.929 Befragten 1.899 Personen; diese machten insgesamt 3.627 Angaben. Davon entfiel fast ein Drittel auf aggressives Verhalten. Dazu zählen auch verbale 8 Angriffe und sexualisierte Herabwürdigungen von Frauen. Jeder zweite Befragte, der eine Antwort auf die Frage gab, hat dies als Furchtgrund genannt. An zweiter Stelle wurden Personengruppen genannt, die oft aus jungen Männern bestehen oder als Migranten oder Asylbewerber etikettiert werden. In Tabelle 4 sind alle Angaben zu den Furchtgründen aus Befragtensicht aufgeführt. Tabelle 4: Antworten auf die Frage nach den Gründen für die Beeinträchtigung des Sicherheitsge- fühls in der Innenstadt (Mehrfachnennungen möglich) Furchtgrund Anzahl Prozent (Angaben) Prozent (Personen) Herumstehende Personengruppen mit hohem Anteil männlicher junger Menschen, die oft als Asylbewerber oder Migranten ange- sehen werden 1.024 28 54 Aggressives Verhalten, Anpöbeln, Bedrohungen, sexuelle Über- griffe 1.182 33 62 Aggressives Betteln 251 7 13 Alkoholisierte Personen 371 10 20 Sonstiges 799 22 42 Summe 3.627 100 191 Auf die Frage, welche Orte in der Karlsruher Innenstadt vom Befragten gemieden werden (Frage 22), haben 3.459 Personen geantwortet und insgesamt 8.818 Angaben gemacht. Zwei Örtlichkeiten werden besonders häufig genannt: Erstens der Europaplatz und das nähere Umfeld und zweitens der Kronenplatz und Berliner Platz mit näherem Umfeld. Auf den Europaplatz entfallen 32 Prozent aller Nennungen. 81 Prozent aller Personen, die auf die Frage geantwortet haben, nennen diesen Platz. Für den Kronenplatz und Berliner Platz liegen die Zahlen bei 16 und 40 Prozent. Diese beiden Örtlichkeiten entsprechen in dieser Reihenfolge den subjektiven Sichtweisen über Problembereiche mit Lokalbezug (Tabelle 2). Somit decken sich die perzipierten Furchtgründe aus der Sicht der Be- fragten mit den oben dargestellten Analyseergebnissen zum Einfluss von Incivilities auf die Krimina- litätsfurcht und Lebensqualität. 2.5 Kontrollrechnung Im Karlsruher Sicherheitsaudit wurde nicht nur die Kriminalitätsfurcht umfassend und überregional erhoben, sondern es wurden zusätzlich spezielle Fragen zur Kriminalitätsfurcht in der Innenstadt ge- stellt. Ein Indikator für die Kriminalitätsfurcht in der Innenstadt ist die Frage nach dem Unsicherheits- gefühl bei einem Aufenthalt in der Karlsruher Innenstadt (Frage 20) und das Vermeideverhalten in der Innenstadt (Frage 21). In beiden Fragen werden zwei Zeiträume genannt, nämlich „Tagsüber“ und „Bei Dunkelheit“. Somit wird die Kriminalitätsfurcht in der Innenstadt durch vier Items erfasst. Diese werden zu einem Index zusammengefasst; er wird zur Unterscheidung von dem oben verwen- deten Index der Kriminalitätsfurcht als „Kriminalitätsfurcht-Innenstadt“ bezeichnet. Die Messung 9 dieses Konstrukts ist valide und reliabel. So ergibt eine Faktorenanalyse mit diesen Items standardi- sierte Faktorladungen über 0,68 und eine erklärte Varianz von 55 Prozent. Cronbachs Alpha ist 0,72. Diese Ergebnisse sprechen für eine gute Messqualität. Dies wird durch die hohe Korrelation von r=0,59 mit dem oben verwendeten Gesamtindex Kriminalitätsfurcht bestätigt. Der Index ist so ope- rationalisiert, dass mit zunehmender Größe eine höhere Kriminalitätsfurcht indiziert ist. Für die Analyse wurde die Kriminalitätsfurcht-Innenstadt erstens durch Incivilities ohne Regionalbe- zug, zweitens durch Incivilities mit Bezug zur Innenstadt und drittens durch Indikatoren des Sozial- kapitals erklärt. Die Tabelle 5 enthält Partialkorrelationen zwischen Incivilities ohne Regionalbezug und der Kriminalitätsfurcht-Innenstadt. Tabelle 5: Einfluss von Incivilities ohne Regionalbezug auf die Kriminalitätsfurcht-Innenstadt Incivilities Partialkorrelation mit Kriminali- tätsfurcht-Innenstadt Gruppen Jugendlicher 0,35 Fliegende Händler, Haustürgeschäfte 0,20 Drogenabhängige 0,21 Betrunkene 0,26 Undiszipliniert fahrende Autofahrer 0,21 Ausländerfeindlichkeit 0,13 Rechtsradikalismus 0,09 Fremdenfeindliche Demonstrationen 0,08 Gruppen alkoholisierter Personen 0,27 Aggressives Betteln 0,23 Sexualisierte Herabwürdigung und verbale Demütigungen von Frauen 0,26 Besprühte / beschmierte Hauswände 0,18 Schmutz / Müll in den Straßen oder Grünanlagen 0,24 Diebstahl, Sachbeschädigung, Gewalt 0,29 Falsch oder behindernd parkende Autos 0,14 Zugewanderte aus anderen Ländern denken, die schon sehr lange in Deutschland leben 0,28 10 Incivilities Partialkorrelation mit Kriminali- tätsfurcht-Innenstadt Asylsuchende, die erst in letzter Zeit nach Karlsruhe kamen 0,44 Fallzahl 5.929 Legende: Partialkorrelationen unter Kontrolle von Alter, Geschlecht, Staatsangehörigkeit, Bildungsabschluss und die Wohndauer in Karlsruhe; alle Korrelationen sind signifikant. Erfolgversprechend sind solche Maßnahmen, die Incivilities mit starkem Einfluss auf die Kriminali- tätsfurcht-Innenstadt beeinflussen, also insbesondere  Asylsuchende, die erst in letzter Zeit nach Karlsruhe kamen  Gruppen Jugendlicher Tabelle 6 enthält wie oben Partialkorrelationen zwischen Incivilities und Kriminalitätsfurcht-Innen- stadt, allerdings bezogen auf Incivilities mit einem direkten Bezug zur Innenstadt. Tabelle 6: Einfluss von Incivilities mit Bezug auf die Innenstadt auf die Kriminalitätsfurcht-Innen- stadt Incivilities Partialkorrelation mit Kriminalitätsfurcht Aggressive und betrunkene Gruppen am Bahnhofsvorplatz / Ein- gangsbereich Zoologischer Stadtgarten 0,37 Aggressive und betrunkene Gruppen am Europaplatz 0,44 Lärm, Schmutz, Randale, aggressive und betrunkene Gruppen im Schlossgarten 0,36 Lärm, Schmutz, Randale, aggressive und betrunkene Gruppen am Kronenplatz 0,43 Lärm, Schmutz, Randale, aggressive und betrunkene Gruppen im Citypark 0,30 Aggressive und betrunkene Gruppen am Friedrichsplatz 0,34 Aggressive und betrunkene Gruppen auf dem Werderplatz 0,31 Drogenkriminalität am Kronenplatz 0,42 Drogenkriminalität am Werderplatz und den umliegenden Straßen 0,31 Drogenkriminalität in der Altstadt und im Bereich Alter Friedhof 0,34 Fallzahl 5.929 Legende: Partialkorrelationen unter Kontrolle von Alter, Geschlecht, Staatsangehörigkeit, Bildungsabschluss und die Wohndauer in Karlsruhe; die Korrelationen sind signifikant. 11 Erfolgversprechend sind solche Maßnahmen, die quantitativ bedeutsame Incivilities mit starkem Einfluss auf die Kriminalitätsfurcht und die perzipierte Lebensqualität beeinflussen, also  Aggressive und betrunkene Gruppen am Europaplatz  Lärm, Schmutz, Randale, aggressive und betrunkene Gruppen sowie Drogenkriminalität am Kronenplatz. Die Analysen zum Einfluss des Sozialkapitals auf die Kriminalitätsfurcht-Innenstadt führen zu dem Ergebnis, dass drei Indikatoren mit hoher Kriminalitätsfurcht assoziiert sind: Das Misstrauen in die Menschen in Karlsruhe allgemein (die Partialkorrelation beträgt r=-0,29), das Misstrauen in die Kom- munalpolitik (r=-0,28) und das Misstrauen in die Bundes- und Landespolitik (r=-0,28). Insgesamt ge- sehen bestätigen die Kontrollrechnungen die oben dargestellten Ergebnisse zum Einfluss von Incivi- lities und Sozialkapital auf die Kriminalitätsfurcht weitgehend. 3. Vorschläge der Bevölkerung zur Verbesserung der Lebensqualität In der Erhebung konnten die Befragten Vorschläge für die Verbesserung der Lebensqualität machen – 989 Befragte aus Karlsruhe haben Verbesserungsmöglichkeiten für die Innenstadt aufgeführt und insgesamt 1.113 kategorisierbare Vorschläge formuliert. Die häufigsten Angaben sind in Tabelle 7 dargestellt. Im Anhang sind alle Vorschläge im Wortlaut aufgeführt. Tabelle 7: Vorschläge zur Verbesserung der Lebensqualität für die Karlsruher Innenstadt (Mehr- fachnennungen möglich) Vorschlag Anzahl der Nennungen Prozentualer An- teil an den Nen- nungen Höhere Polizeipräsenz und mehr Kontrollen durch den KOD 361 32 Ästhetische Maßnahmen: Verschönerung des Stadtteils, mehr Sau- berkeit, bessere Müllentsorgung, mehr Mülleimer, mehr Grünflä- chen und Bäume, bessere Pflege, saubere Spielplätze, keine Nach- verdichtung 195 18 Verkehrsplanung: Weniger Autoverkehr, mehr Verkehrssicherheit, Geschwindigkeitskontrollen, Verkehrsberuhigung, autofreie Innen- stadt, mehr Radwege, Verbesserung des Radverkehrsklimas 123 11 Weniger und besser koordinierte Baustellen 87 8 Sonstige 347 31 Die höchste Priorität haben Kontrollmaßnahmen von Sicherheitsorganen, gefolgt von Maßnahmen, die zu einer Verschönerung der Innenstadt beitragen und den Straßenverkehr bürgerfreundlicher regeln. 12 4. Fazit Die Ergebnisse der oben dargestellten Analysen ergänzen sich, sodass sich erfolgversprechende und ursachenorientierte kriminalpräventive Maßnahmen auf folgende Punkte konzentrieren können:  Ein Problemfeld ist durch Personen und Personengruppen charakterisiert, die mit Aggres- sion, Gewalt und frauenfeindlichen Handlungen in Verbindung gebracht werden. Somit würde eine Erhöhung der Kontrolldichte helfen, wobei es wichtig wäre, diese Maßnahmen öffentlichkeitswirksam darzustellen. Hilfreich wären zudem eine Entschärfung von Konflik- ten mit Gruppen alkoholisierter Personen und Betrunkenen sowie mit Asylsuchenden und der Abbau von Respektlosigkeit bei zwischenmenschlichen Interaktionen.  Das zweite Problemfeld betrifft ästhetische Maßnahmen wie mehr Sauberkeit und mehr Grünflächen sowie Verbesserungen im Straßenverkehr, die zu einer bürgerfreundlichen Innenstadt beitragen.  Die beiden Problemfelder sind lokal eindeutig zu verorten, nämlich der Europaplatz und Kronenplatz / Berliner Platz mit näherem Umfeld.  Auch wenn das Vertrauen in die (Kommunal-)Politik relativ groß ist, würden vertrauensbil- dende Maßnahmen helfen, die Kriminalitätsfurcht abzubauen und die Lebensqualität zu verbessern. Dabei ist es hilfreich, wenn die Zielgruppe bei der Implementation vertrauens- bildender Maßnahmen berücksichtigt würde. Die Gruppe mit einer vergleichsweise hohen Kriminalitätsfurcht besteht aus älteren Frauen, die eine mittlere bis niedrige Schulbildung haben, schon lange in Karlsruhe leben und an Sicherheit und Ordnung sehr großes Inte- resse haben. Im Anhang sind Vorschläge zu kriminalpräventiven Projekten aufgeführt, die helfen sollen, die oben genannten Problemfelder positiv zu beeinflussen. 5. Managementkonzept und Maßnahmen zur Umsetzung der Präventi- onsvorschläge Für die Entwicklung eines Präventionskonzepts für die Innenstadt müssen folgende Fragen beant- wortet werden: 1. Konkretisierung der oben genannten Punkte, beispielsweise: Wie kann das ästhetische Er- scheinungsbild von Europaplatz und Kronenplatz / Berliner Platz verbessert werden? Wie kann die Kontrolldichte an den Plätzen erhöht werden – Polizei, KOD oder mobile Sozialar- beiter? 2. Durch welche Maßnahmen sollen die oben genannten Punkte verbessert werden? Eine Liste von Projektvorschlägen ist im Anhang aufgeführt. 13 3. Wie kann das Vertrauen in die (Kommunal-)Politik verbessert werden? 4. Welche Personen, Ämter und Gruppen sollen die Präventionsmaßnahmen durchführen (Prä- ventionsakteure)? Müssen neue Organisationsstrukturen geschaffen werden? 5. Wer ist verantwortlicher Initiator und Impulsgeber für die Präventionsmaßnahmen? 6. Wer übernimmt das Controlling, also die Überwachung der Durchführung und informiert die Präventionsakteure? 14 Anhang Präventionsprojekt „PFADE“ – Programm zur Förderung alternativer Denkstrategien Ziel Förderung von emotionalen, sozialkognitiven und sozialen Kompetenzen und von Verantwortungs- übernahme, Prävention von Emotions- und Verhaltensstörungen. Ziele auf der Ebene des Kindes: externalisierendes aggressives Problemverhalten vermindern, externalisierendes nicht aggressives Problemverhalten vermindern, internalisierendes Problemverhalten und Substanzmissbrauch ver- mindern, Lernbereitschaft und Leistungen erhöhen. Ziele auf der Ebene der Schule: Klassen- und Schulklima verbessern, Disziplinprobleme mindern. Dies soll auch Lehrkräfte entlasten und Burnout reduzieren. Zielgruppe Kinder im Grundschulalter Methode PFADE arbeitet an sieben Schwerpunktthemen, die wiederholt aufgenommen werden: Gefühle, ge- sundes Selbstwertgefühl, Selbstkontrolle, soziale Problemlösefertigkeiten, Umgang mit Freund- schaften und Beziehungen, Regeln des Zusammenlebens, Lern- und Organisationsstrategien. PFADE geht davon aus, dass das Lernen in sozialisationsrelevanten Systemen erfolgt. Daher werden die El- tern miteinbezogen. Erstens bringen die Kinder ihre Komplimente-Liste nach Hause und nach Erhalt eines Komplimentes von den Eltern wieder in die Schule zurück. Zweitens erhalten die Kinder Haus- aufgaben, bei denen sie neue Kompetenzen ausprobieren oder die Eltern befragen. Die Hausaufga- ben führen zu einer neuartigen Auseinandersetzung zwischen Kind und Eltern. Drittens werden die Eltern regelmäßig über die Inhalte informiert: Die Schulen organisieren einen Informationsabend, bei dem das PFADE-Fachteam zusammen mit der Schule selbst das Programm vorstellt. Auch bein- haltet der PFADE-Ordner themenspezifische Informationsbriefe, die den Kindern im Laufe des Schul- jahres für ihre Eltern mit nach Hause gegeben werden. Die Elternbriefe enthalten Informationen zu bestimmten Konzepten, die in der Schule besprochen werden. Die Eltern können so Veränderungen im Verhalten des Kindes besser einordnen, aber auch das Kind auf die behandelten Themen anspre- chen und die Entwicklung unterstützen. Die Motivation der Lehrpersonen, der Transfer in den Schul- alltag, aber auch die Quantität und Qualität der Umsetzung in der Praxis sind von besonderer Be- deutung. Dem wird durch eine sorgfältige Umsetzung des Programms Rechnung getragen. Interes- siert sich eine Schule oder ein Team für PFADE, kann es sinnvoll sein, zuerst eine Informationsveran- staltung zusammen mit der Schulbehörde durchzuführen. Dies gewährleistet, dass sich die Lehr- kräfte damit auseinandersetzen können, ob das Programm für ihre Schule in Frage kommt. Eine Al- ternative besteht darin, dass man im Team die vorhandenen Fragen sammelt und eine Kontaktper- son mit der PFADE-Projektleitung Kontakt aufnimmt, um sie zu klären. Ein sorgfältiger Entschei- dungsprozess ist in jedem Fall wichtig, damit die Passung von PFADE zur Schule stimmt, die Umset- zung gut gestaltet werden kann und gegenseitige Erwartungen geklärt werden können. Parallel zum Informationsprozess werden die Kosten der Umsetzung geklärt. Damit die Konzepte auch tatsächlich 15 in den Schulalltag einfließen können, wird die Umsetzung von PFADE in ganzen Schulen empfohlen. Es kann aber schwierig sein, alle Lehrpersonen für das Projekt zu gewinnen. Es ist daher auch mög- lich, dass eine Teilgruppe von Lehrpersonen mit PFADE startet. Da die Arbeit mit PFADE doch einiges auslöst und beinhaltet, sind das Gespräch mit der Schulleitung und ihre Unterstützung notwendig. Damit das Gelernte im Schulalltag angewendet werden kann und die Konzepte die Schulkultur durch- dringen können, wird PFADE in der Regel durch die Klassenlehrpersonen unterrichtet. Die PFADE- Stunden eignen sich aber auch für Teamteaching (z.B. KLP und SHP, KLP und SozialpädagogIn, usw.) Alle Formen der Kooperation bezüglich PFADE zwischen Lehrpersonen und weiteren schulischen Be- zugspersonen werden unterstützt, denn es ist von Vorteil, wenn alle Lehrpersonen, welche für eine Klasse Verantwortung tragen, involviert und beteilig sind. Inhaltlich startet das Projekt mit der Schu- lung der beteiligten Lehrpersonen. Im Falle einer Schule werden möglichst neben den Lehrpersonen auch die weiteren schulischen Akteure wie Hort-Personal, Hausmeister und VertreterInnen von Be- hörden einbezogen. Die Schulung beinhaltet drei Teilveranstaltungen: Eine Startveranstaltung von gut 2 Stunden, zwei Schulungstage (ganztags) und einen Vertiefungshalbtag. Die Teilnehmenden werden mit dem Curriculum bekannt gemacht, sowohl in unterrichtspraktischer Hinsicht als auch mit den Hintergründen und der Philosophie des PFADE-Programms. Zudem besteht das Ziel darin, eine erste persönliche Auseinandersetzung der Teilnehmenden mit den Konzepten anzustoßen. An der Schulung erhalten die Lehrpersonen auch das Material, so dass sie nach der Schulung bereit sind, in ihrem Unterricht mit PFADE zu beginnen. Die Schulung findet möglichst kurz vor Beginn der Um- setzungsphase statt. Während der Umsetzungsphase – besonders in der ersten Zeit - werden die Lehrpersonen durch eine pädagogische Fachperson des PFADE-Fachteams begleitet und unterstützt. Diese sind immer engagierte Fachleute mit Erfahrung als Lehrperson. Das Ziel dieser Begleitung ist die Sicherung der Qualität der Umsetzung von PFADE. Der PFADE-Coach besucht PFADE-Lektionen, anschließend findet ein Coachinggespräch statt. Bestandteil des Gesprächs sind Tipps und Rückmel- dungen durch den Coach, aber auch Fragen und Eindrücke seitens der Lehrperson. Die Anzahl sol- cher Coaching-Besuche im ersten PFADE Jahr ist vorher abzusprechen, wobei die Intensität der Be- ratung zu Beginn eher hoch sein sollte und mit der Zeit abnehmen kann. Wichtig ist, dass die Lehr- personen in der Umsetzung von PFADE nicht alleine gelassen werden und durch die Coaches ermu- tigt werden, regelmäßig und auf einem hohen Niveau mit PFADE zu arbeiten. Die Erfahrung zeigt, dass sich die Reflexionen und der fachliche Austausch nicht nur auf den PFADE-Unterricht positiv auswirken, sondern generell für die Klassenführung, die Unterrichtsqualität und die Schulentwick- lung anregend und hilfreich sein können. Material / Instrumente PFADE-Ordner, Kopiervorlagen, Gefühlskarten, Holzsockel, Handpuppen, Poster, ergänzende Unter- lagen Programmbeschreibung www.pfade.ch weiteres Material: Infomappe PFADe auf o.g. Website Ansprechpartner 16 Dr. Rahel Jünger, Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Zürich, Freiestraße 36, CH 8032 Zürich, rjuenger@ife.uzh.ch Evaluation Eisner, M., Ribeaud, D. (2009): Prävention durch Förderung von Sozialkompetenz – Wirkungen eines schulbasierten Kompetenztrainings. Universität Zürich – Pädagogisches Institut. Eisner, M., Ribeaud, D. (2008): Das Zürcher Interventions- und Präventionsprogramm an Schulen ‚zipps‘ – eine Zusammenfassung der zentralen Ergebnisse. Bern: Bundesamt für Gesundheit. Eisner, M., Ribeaud, D., Jünger, R.; Meidert, U. (2007) Frühprävention von Gewalt und Aggression – Ergebnisse des Zürcher Interventions- und Präventionsprojektes an Schulen. Zürich: Rüegger Verlag. Zitiert aus: http://www.gruene-liste-praevention.de/najax/pdf.cms?XA=programm&XID=30&a=.pdf Präventionsprojekt „Aktion Glasklar“ – ein Projekt gegen den Alkoholmissbrauch Ziel Information und Sensibilisierung der Jugendlichen und ihrer Bezugspersonen über den Alkoholkon- sum, Fördern der Auseinandersetzung Jugendlicher mit der Thematik, Bereitstellen von Arbeitsma- terialien für Lehrkräfte und Jugendgruppenleiter. Zielgruppe Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren sowie deren erwachsene Bezugspersonen. Methode Neben einem Internet-Portal und verschiedenen Broschüren zum Thema Alkoholkonsum Jugendli- cher (siehe unten) werden Arbeitsblätter und –Materialien für Schüler und Lehrer zu acht einheit- lich aufgebauten Unterrichtseinheiten angeboten: - Was ist eigentlich erlaubt? - Die Werbung - Versuchungen - Wann ist Alkohol trinken o.k.? - Auch mal Nein sagen können: Umgang mit Gruppendruck - Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie ... - Jetzt nicht: Alkohol und Verkehrsmittel - Ins Gespräch kommen mit konsumierenden Jugendlichen. Material / Instrumente 17 DIE BLAUMACHER – Glasklar: Durchblicken und gewinnen. Die Broschüre richtet sich an Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren. Für diese Zielgruppe ist die Botschaft der Kampagne vollständige Absti- nenz. SPASSMACHER – MIESMACHER. Die Broschüre richtet sich an Jugendliche ab 16 Jahren. Für diese Zielgruppe erscheint eine vollständige Abstinenz als Ziel unrealistisch. Daher liegt das Ziel der Kam- pagne für die älteren Jugendlichen in der Förderung eines verantwortungsvollen Umgangs mit Alko- hol. ALKOHOL – REIZ UND RISIKO, Informationen und Anregungen für Eltern. Die Broschüre gibt Eltern und anderen Erwachsenen, die Kontakt zu Kindern und Jugendlichen haben, Hinweise und erhalten Tipps, damit das Thema Alkohol weder tabuisiert noch bei Betroffenheit oder Vorfällen ignoriert wird. Damit sollen Hilfen für sach- und altersgerechte Gespräche gegeben werden. Die Jugendlichen sollen dadurch Orientierung erhalten, aber auch gleichzeitig lernen, dass sie für ihr Verhalten selbst verantwortlich sind und die Konsequenzen selbst tragen müssen. ALKOHOL-PRÄVENTION, Vorschläge für Unterricht und Jugendarbeit. Die Broschüre ist als Angebot für diejenigen gedacht, die mit Unterricht und Jugendarbeit befasst sind und eine aktive Auseinan- dersetzung mit dem Thema anregen wollen, also Lehrer, Jugendwarte, Übungsleiter, Betreuer in Ju- gendzentren und andere in der Jugendarbeit tätige Multiplikatoren. Ein weiteres Element der Kam- pagne ist die Internetseite mit den Rubriken: 1. Quiz, 2. Tests, 3. Selbstverpflichtung („Trinkstopp“), 4. Downloads, 5. Infos, 6. Gästebuch und 7. E-Cards. Ansprechpartner IFT-Nord gGmbH, Harmsstraße 2, 24114 Kiel, Dr. Barbara Isensee Prof. Dr. Reiner Hanewinkel Tel.: 0431 5702 970, Fax: 0431 5702 929, Internet: www.ift-nord.de , Mail: glasklar@ift-nord.de Zitiert aus: https://www.gruene-liste-praevention.de/najax/pdf.cms?XA=programm&XID=44&a=.pdf. Präventionsprojekt „Unplugged“ – Suchtprävention im Unterricht Ziel Prävention des Konsums und Missbrauchs legaler und illegaler Substanzen. Korrektur normativer Überzeugungen, Förderung der Lebenskompetenz, Verringerung von Erstkontakten mit psychotro- pen Substanzen und Hinauszögern des Übergangs von experimentellem zu regelmäßigem Sub- stanzkonsum. 18 Zielgruppe Jugendliche zwischen 12 und 14 Jahren Methode "Unplugged" ist ein standardisiertes manualisiertes Unterrichtsprogramm für Schulen zur Primärprä- vention des Konsums und Missbrauchs legaler und illegaler Substanzen. Es wurde im Rahmen des Projekts EU-DAP („European Drug Addicition Prevention Trial“) von 2003 bis 2009 entwickelt und wird von speziell geschulten Lehrkräften durchgeführt. Das Programm basiert auf dem Konzept des umfassenden sozialen Einflusses (Comprehensive Social Influence), ist interaktiv, bezieht die Familie mit ein, liefert Informationen zu verschiedenen Substanzen und kombiniert die Korrektur normativer Überzeugungen über Substanzkonsum mit der Förderung von Sozial- und Lebenskompetenz. „Life Skills“ wie kritisches Denken, strukturiertes Problemlösen, kreatives Denken, effektive Kommunika- tion, Beziehungskompetenzen, Selbstwahrnehmung, Empathie und die Bewältigung von Emotionen werden im Rahmen des Programms entwickelt, gefördert und tragen dazu bei, dass Jugendliche le- galen wie illegalen Substanzen kritisch begegnen und sich bewusst für gesunde Verhaltensweisen entscheiden. Das „Unplugged“ Curriculum besteht aus 12 Unterrichtseinheiten, umfasst ein Hand- buch für Lehrkräfte, ein Arbeitsbuch für Schüler, Quizkarten, Arbeitsunterlagen für Elternabende und ist so gestaltet, dass es während der Unterrichtszeit durchgeführt werden kann. Die Unterrichts- einheiten konzentrieren sich auf die Komponenten Information und Einstellungen, zwischen- menschliche und intrapersonale Kompetenzen und bieten folgende Inhalte an: Einführung in das Programm, Festsetzen von Regeln für die Lektionen, Reflektion des Wissens über Drogen, Klärung von Gruppen-einflüssen und Gruppenerwartungen, Informationen über verschiedene Einflussfakto- ren des Drogenkonsums, Förderung des kritischen Überdenkens von Informationen, Reflexion von eigener Meinung und tatsächlichen Daten, Informationen über Auswirkungen des Rauchens, adä- quates Äußern von Gefühlen, Unterschiede verbaler und nonverbaler Kommunikation, Förderung des Selbstbewusstseins und Respekts gegenüber anderen, Erkennen und Akzeptieren von positiven Qualitäten, Akzeptanz positiven Feedbacks, Übung und Reflexion des Kontaktaufbaus mit anderen, Informationen zu positiven und negativen Wirkungen des Drogenkonsums, Selbstkontrolle, Förde- rung kreativen Denkens, Bewältigungsstrategien, strukturiertes Problemlösen, Entscheidungs-fin- dung und das Setzen von Zielen. Die Inhalte werden in Form von Präsentationen, Vertragsmanage- ment, Gruppenarbeit, Hausaufgaben, Rollenspielen, Diskussionen im Plenum, Gruppenarbeit, Kol- lagen, Spiel, Plenumsdiskussion, Quiz und Feedback mit den Jugendlichen umgesetzt. Zur erfolgrei- chen Umsetzung von „Unplugged“ steht zusätzlich ein "Leitfaden zur Durchführung von Curricula auf der Basis des Konzepts vom umfassenden sozialen Einfluss (CSI) in Sekundarschulen" zur Verfügung, der sich in jeweils eigenen Kapiteln an Lehrkräfte, Schulleiter und Schulpolitiker wendet und beglei- tende Maßnahmen erörtert, die zum Gelingen eines schulischen Präventionsprogramms beitragen können. Material / Instrumente Programmunterlagen: Handbuch für Lehrkräfte, Arbeitsbuch für Schüler, Quizkarten, Arbeitsunter- lagen für Elternabende http://www.eudap.net/unplugged_detail_on_teachin_manual_au_ge.aspx. Programmbeschreibung http://www.isg.co.at/de/praevention/unplugged „Unplugged“-Suchtprävention im Unterricht 19 Ansprechpartner Dr. Karl Bohrn, Dr. Sebastian Bohrn-Mena, Institut für Sozial- und Gesundheitspsychologie (ISG), Mariahilferstraße 88a/I/6, 1070 Wien, Tel.: (+43) 1 786 18 10 I Fax: -77,E-Mail: office@isg.co.at, www.isg.co.at. Zitiert aus: https://www.gruene-liste-praevention.de/nano.cms/datenbank/programm/40. Präventionsprojekt „fairplayer.manual“ – eine Maßnahme gegen Respektlosigkeit Ziel Förderung von sozialen Kompetenzen und Zivilcourage – Prävention von Bullying / Mobbing und Schulgewalt. Zielgruppe Kernzielgruppe Schüler der 7. bis 9. Klasse, außerdem die jeweiligen Lehrkräfte. Methode fairplayer.manual ist eine manualisierte, strukturierte Präventionsmaßnahme, die unterrichtsbeglei- tend zur Förderung sozialer Kompetenzen und zur Prävention von Bullying eingesetzt wird. Im Rah- men des Programms entwickelte Materialien und Methoden beziehen sich neben der grundsätzli- chen Auseinandersetzung mit dem Thema Gewalt, Bullying /Mobbing und Zivilcourage auf entwick- lungsorientierte Förderung sozialer Kompetenzen, moralische Sensibilität der Jugendlichen und un- terschiedliche, am Bullyingprozess beteiligte soziale Rollen (Paticipant Role Approach), die von Schü- lern eingenommen werden. Das Bewusstsein für Gewaltsituationen wird geschärft, Handlungsalter- nativen werden vermittelt und es wird zu einem Einschreiten ohne Gefährdung der eigenen Sicher- heit angeleitet. Im Anschluss an eine Lehrerfortbildung wird die Maßnahme gemeinsam von Lehrern und fairplayer.teamern umgesetzt. Auch die Eltern werden im Rahmen von 2 Elternabenden infor- miert und in die Maßnahme miteinbezogen. In mindestens 15 bis 17 aufeinander aufbauenden Schuldoppelstunden sollen zivilcouragiertes und prosoziales Handeln gefördert, soziale Kompeten- zen gestärkt und persönliche Verantwortungsübernahme unterstützt werden. Anleitungen zu struk- turierten Rollenspielen fördern Empathie und kognitive Perspektivenübernahme. Die Jugendlichen lernen, sich in andere Rollen hineinzuversetzen, etwa in die des Täters oder in die des Opfers und auch, wie sie in einer Bullying-Situation einschreiten können, ohne sich selbst zu gefährden. Modell- lernen, soziale Verstärkung und Verhaltensfeedback (Kognitiv-behaviorale Methoden) werden ein- gesetzt um kognitive, emotionale, soziale und moralische Kompetenzen auszubauen. fairplayer.ma- nual schafft einen Rahmen, der es zunächst den ressourcenstarken Schülerinnen und Schülern er- möglichen soll, sich für die Opfer eizusetzen, um dann auf die gesamte Gruppe überzugreifen. Auf Schulklassenebene werden demokratiepädagogische Elemente, Diskussionen über moralische Di- lemmata zur Förderung moralischer Urteilsfähigkeit und Übungen zum Transfer der gelernten In- halte in den Alltag angewandt. Mit Hilfe der Dilemmata-Methode wird den Schülern eine altersge- rechte Konfliktsituation geboten, die anhand eines strukturierten Leitfadens, angeleitet durch einen 20 erwachsenen Moderator, von den Schülern in einer anschließenden Gruppendiskussion bearbeitet wird. Die Jugendlichen haben die Möglichkeit, erarbeitete Lösungsansätze und Handlungsmöglich- keiten nach ihren Ideen umzusetzen und zu präsentieren (z.B. einen Kurzfilm drehen, in Form von Rollenspielen). Mit Hilfe verschiedener Medien erfolgt eine breit angelegte Wissensvermittlung. Auf- grund der breiten Ausrichtung und moderner Methoden wird die Aufmerksamkeit der Jugendlichen regelmäßig gefordert und eine intensivere Auseinandersetzung mit relevanten Themen erreicht. Die Schüler lernen, dass eine Reihe von Möglichkeiten für einen gewaltfreien Umgang mit ihren Mit- schülern existiert und gestalten diese aktiv und eigenverantwortlich mit. Gleichzeitig wird ein Raum geschaffen, in dem die Schüler respektvoll miteinander umgehen und auf Grundlage sachlicher Ar- gumente zu diskutieren lernen. Sozial-emotionale Kompetenzen sowie Toleranz werden auf diese Weise gefördert und durch Lernen-am-Erfolg das Bewusstsein für eine gewaltfreie Diskussionsebene im sozialen Miteinander geschaffen. Wichtig ist, dass es sich um Jugendliche handelt, die - wie im Klassenkontext - regelmäßig zusammenkommen. Ein besonderer Fokus wird auf die Integration der Maßnahme in den Unterrichtsablauf gelegt. Ziel ist eine langfristige Integration der Methoden in den Unterricht. Material / Instrumente Bestellung des Manuals unter http://www.v-r.de/ Programmbeschreibung www.fairplayer.de http://blk-demokratie.de/fortbildung/externe-programme/fairplayer.html Scheithauer, H./Bull, H.D. (2010) Das fairplayer.manual zur unterrichtsbegleitenden Förderung sozi- aler Kompetenzen und Prävention von Bullying im Jugendalter: Ergebnisse der Pilotevalua- tion. Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie, 59, 266 - 281. Scheithauer, H./Rosenbach, C./Niebank, K. (2008): Gelingensbedingungen für Prävention von inter- personaler Gewalt im Kindes- und Jugendalter. Expertise zur Vorlage bei der Stiftung Deut- sches Forum für Kriminalprävention (DFK).Bonn. Scheithauer, H./ Hayer, T./Niebank, K. (Hrsg./2007) Problemverhalten und Gewalt im Jugendalter und in der Schule - Erscheinungsformen, Entstehungsbedingungen, Intervention und Präven- tion. Kohlhammer. Stuttgart. Ansprechpartner Prof. Dr. phil. Herbert Scheithauer, Fachbereich Erziehungswissenschaft und Psychologie, Habel- schwerdter Allee 45, 14195 Berlin, Tel.: 030 838-5 65 46, Fax: 030 838-5 65 88, E-Mail: hscheit@ze- dat.fu-berlin.de Evaluation Scheithauer, H. & Bull, H.D. (2007) Unterrichtsbegleitende Förderung sozialer Kompetenzen und Prä- vention von Bullying im Jugendalter - das fairplayer.manual. Gruppenpsychotherapie und Gruppendynamik, 43, S. 277 - 293 (insbesondere S. 287 ff). Bull, H.D., Schultze, M., Scheithauer, H. (2009) School-based Prevention of Bullying and Relational Aggression: The fairplayer.manual (Short Report). European Journal of Developmental Sci- ence, 3 (3), S. 312 - 317. 21 Scheithauer, H., Hess, M., Schultze-Krumbholz, A., Bull, H.D., (2012) School-based Prevention of Bul- lying and Relational Aggression: The fairplayer.manual, New Directions for Youth Develop- ment, 133, 55-70, http://userpage.fu-berlin.de/~hscheit/pdf/projekt_fairplayer.manual.pdf. Prävention durch Förderung von Zivilcourage und Selbstbehauptungskurse – Maßnahmen gegen Respektlosigkeit Die Wahrnehmung von Respektlosigkeit ist eine Furchtursache, die häufig genannt wird. Dabei dürf- ten das Frauenbild und die Maskulinitätsvorstellungen mancher Jugendlicher von Bedeutung sein, denn Machismorituale wirken respektlos und bedrohlich – sie erzeugen Kriminalitätsfurcht. Ein Prä- ventionsansatz wäre die Förderung von Zivilcourage, um dem Opfer von respektlosem Verhalten beizustehen, sowie Selbstbehauptungskurse, damit die Opfer von respektlosem Verhalten auf ge- eignete Abwehrstrategien zurückgreifen können. Allerdings sind diese Kurse in Baden-Württemberg nicht mehr eine Aufgabe der Polizei (obwohl dies auf Grund der Kompetenz der Polizei sinnvoll wäre), sodass andere Formate oder Träger gefunden werden müssten. Prävention durch mobile Sozialarbeiter Der Einsatz mobiler Sozialarbeiter könnte die Problemsituation entschärfen. Dies verhindert zwar nicht den Alkoholkonsum, sondern nur Konflikte, die mit alkoholisierten Personen auftreten. Dies wurde beispielsweise in Eppelheim von Postillion (http://www.postillion.org) praktiziert: Zu be- stimmten Zeiten waren Streetworker unterwegs, die auffällige Personen ansprachen und so versuch- ten, eine Eskalation zu verhindern. Zudem wurde der Bevölkerung die Möglichkeit gegeben, Prob- leme direkt bei den Streetworkern zu melden. Die Wirksamkeit dieser Maßnahme wurde belegt (Hermann, Dieter, 2009: Kriminalprävention durch mobile Jugendarbeit - eine Evaluationsstudie. In: Kriminalistik 63, S. 344–348.) Vorschläge zur Verbesserung der Lebensqualität für die Innenstadt 30er Zone Kriegsstraße in Innenstadt Ab 22 Uhr Polizei stationieren am Europaplatz Abendliche Kontrolle Abendliche Polizeikontrolle (Alkohol, Drogen) Abendliche Polizeipräsens Abends den Europaplatz attraktiver machen (man fuehlt sich als Frau nicht sicher abends) Abends mehr Präsenz von Ordnungshütern Abends und nachts mehr Polizeistreifen Abfallbeseitigung Fahrradweg Stuttgarter Str., weniger Autoverkehr Stuttg. Str. Abschaffung der Straßenwirtschaften Abschaffung von Pegida Abschluss Bauarbeiten U-Strab Abschluss der Bauarbeiten Kombi-Lösung Absolute Sauberkeit Absolutes Verbot von ausländischen Bettler-Organisationen Achten auf Verbot von Alkohol in Straßenbahnen aggressiv Bettelnde im Penny durch Polizei kontrollieren 22 aggressive Gruppen schnell auflösen Aggressives Betteln angehen Aggressives Betteln unterbinden Aggressives Betteln verbieten Aktive Kontrolle der Jugendgruppen auf der Kaiserallee Alkohol trinkende Gruppen Alkohol und Drogenszene entfernen Alkoholspinner Alkoholverbot Alkoholverbot auf der Kaiserstraße/Öffentlichen Plätzen ab z.B. 20 Uhr Alkoholverbot auf Plätzen Alkoholverkaufsverbot in Kaiserstraße (besonders bei Rewe City) ab 19 Uhr alle Baustellen abschließen Alle Geldwaschanlagen kontrollieren am abends die Haltestellen zu Sicherheit kontrollieren Am Europaplatz die Jugendlichen nachmittags/abends zurechtweisen Ampelfreie Radwege vom Vorort in die Stadt Anpöbeln, Schreihälse Anreize schaffen für originelle, Alternative Ausgehlokalitäten (besondere Bars, Restaurants) Ansiedlung besserer Geschäfte - eine Ramschläden Ansprechbarkeit der Polizei, Interesse für die genannten Belange Anzahl an Spielhallen verringern Araber arbeitslose Arten + Vogelschutz durch Fällverbot von Bäumen Asylbewerber raus aus der Stadt Attraktive Kaiserstraße, Läden, Restaurants Attraktivere Geschäfte entlang der Kaiserallee, mehr kleinere Cafés und Möglichkeiten gemütlich zu sitzen Auflösen der Drogenszene Aufwertung Aufwertung der Geschäfte etc. (fast nur 1€-Läden, Imbisse etc.) Aufwertung der Geschäfte und öffentlichen Plätze Aufwertung der Kaiserstraße Ost - Ersatz der Handyläden und Billigläden. Aufwertung Kaiserstraße Aufwertung von Geschäften, Straße und Kontrollen Aufwertung von Hinterhöfen Ausbau der Fahrradwege / Autoverkehr aussiedeln Ausbau des Fahrradwegenetzes Autofreie Innenstadt mit Ausnahmen für Anlieger autofreie Innenstadt, nur Taxis und Krankenfahrten, dafür kostenloser öffentlicher Nahverkehr und Park&Ride Park- plätze außerhalb der Stadt Autofreie Stadt Autofreie Zonen Autoraser Stephanienstraße mehr Kontrollen Autos aus der Stadt Autos die Einfahrt verbieten Autos raus (Privatautos) Autos zurückdrängen, mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer Autoverbot Südliche Waldstraße Autoverkehr verringern/beseitigen Baldige Fertigstellung der Bauarbeiten baldiger Abschluss Kombilösung Bänke und Bäume in der Innenstadt Bänke und Cafés 23 barrierefreie Haltestellen Barrierefreiheit Baumaßnahmen zügig fertig werden bäume Bäume auf dem Marktplatz pflanzen und Bäume in Kaiserstr erhalten Bäume pflanzen Bäume pflanzen Bäume und Grün Bäume, grüne Oase Bäume, mehr feste Grünflächen Baustelle Baustellen abbauen Baustellen beenden Baustellen besser koordinieren Baustellen besser sichern für Verkehrsteilnehmer Baustellen fertig stellen Baustellen fertig stellen! Baustellen fertigstellen Baustellen reduzieren Baustellen reduzieren und koordinieren Baustellen sobald wie möglich abschließen Baustellen zügig beenden Baustellen zügig fertigstellen Baustellen zügiger abschließen Baustellen zügiger fertigstellen Baustellenende Baustellensituation Baustellenverminderung Baustellenzeit verkürzen Beendigung der Baustellen Beendigung der Duldung. Abholung der permanenten Missachtung des Einfahrverbots für Autos(Fußgängerzone) Befreiung vom aggressiven Betteln Begrenzung auf 30 km auf allen kleineren Straßen Begrünter Marktplatz Begrünung und Café Begrünung und Gastronomie Begrünung von großen gepflasterten Plätzen Begrünung von Plätzen u. Straßen Begrünung von Plätzen, mehr angenehmen öffentlichen Raum anbieten, Bänke, Brunnen etc. Beleben des Schlossvorplatzes Belebung Belebung der Kaiserstraße (Gastronomie) Belebung des Schlossparks (Öffnungszeiten/Cafés/Feste) Belebung von Kronenplatz und Europaplatz, Ansiedelung von Cafés, Kneipen, Studentenbars etc., Dönerbuden und Handyläden in der Haupteinkaufsstraße machen die Stadt nicht unbedingt lebenswerter Beleuchtung Bepflanzung z.B. Blumenkübel Bepflanzungen Bequeme Sitzgelegenheiten Beschleunigung der Baustellen Beseitigung von Müll in den Anlagen durch Arbeitslose oder Hartz 4 Empfänger Bessere (breiter, besser markierte) Radwege Bessere Baustellenkoordination (bzgl. Bauzeiten) 24 bessere Beleuchtung in kleineren Straßen Bessere Fahrraddurchgangsstrecke bessere Fahrradwege Bessere Fahrradwege Bessere Fahrradwege trotz Baustellen Bessere Kontrolle der Autofahrer in der Innenstadt, bezüglich Geschwindigkeit und Einsatz von Hupen/lauten Musik nach 22 Uhr, z.B. durch Radaranlagen oder Lautstärkesensoren Bessere Ladengeschäfte, mehr Inhaber geführte Läden die Wert auf Qualität l Bessere Parkkonzepte für PKW, enge Straßen - viel Verkehr, Platzmangel führt zu aggressiver Parkplatzssuche bessere Parkplätze Bessere Präsenz der Ordnungsdienste Bessere Radwege bessere Sauberkeit bessere Sauberkeit und Ordnung Bessere Trennung Radfahrer/Fußgänger besonders im Bereich Erbprinzenstr./Ludwigsplatz Bessere Überwachung Bessere Überwachung bessere Verkehrsüberwachung (Radfahrer, Autostadt) Betrunkene Personen des Platzes verweisen bei Pöbeleien Betrunkene wegmachen Bettelei Bettelei ist zunehmend nervig Bettelei verhindern Betteln / Alkohol verbieten&kontrollieren Betteln auf den Gehwegen verbieten Betteln verbieten Betteln, besonders Banden, sofort ahnden Bettler Bettler-Banden aus der Innenstadt verbannen (echte Obdachlose dürfen gerne bleiben und um Geld bitten) Bettlerkolonnen aus der Stadt heraushalten bezahlbaren Wohnraum schaffen Bolzplatz nicht bei Grundschule am Wasserturm, sondern abseits der vielen Anwohner Brücke über Kriegsstraße Brücke über Kriegstrasse Brunnen Brunnen-Gasse Cliente unter Kontrolle kriegen BtM-Kriminalität konsequent verfolgen Bürgersteig Straße sauber halten Casinos und Bordelle verbannen Casinoverbot clean free public toilets Dafür sorgen, dass weniger Zigarettenstummel auf den Straßen liegen, denn wenn man mit Kleinkindern unterwegs ist, muss man sehr aufpassen, weil die Kleinen diese anfassen und aufheben wollen. Als Maßnahme höhere Strafen bei unsachgemäßer Entsorgung. Das aggressive Betteln sollte ENDLICH mal beseitigt oder härter bestraft werden! Das Betteln verbieten vor allem von Kindern oder von Frauen mit jungen Kindern Das Ende der Baustellen dass die Bauarbeiten ein Ende finden den Bau schnell fertigmachen deutlich mehr Fahrradwege Deutlich mehr Polizei Deutliche Maßnahmen gegen den Drogenhandel Deutliche Reduktion der Baustellen 25 Die Anhäufung von türkischen Geschäften am Europaplatz minimieren Die Auftrittszeiten von Straßenmusikanten besser durchsetzen (diese spielen gerne länger als 20 Min. Die Bettelbanden aus der Stadt verbannen gehe nicht mehr gerne mit meinem Kind in die Stadt Die Leute motivieren, Courage zu zeigen bei Überfällen oder Attacken und nicht nur blöd nebenan zu stehen und das zu filmen... Die Plätze 'grüner' mit mehr Aufenthaltsqualität gestalten (Marktplatz, Bahnhofsvorplatz) Die unsachgemäße Entsorgung von Zigaretten ahnden. Direkte Busverbindungen zu den Baggerseen (Weingarten, Epplesee, ...) von der Stadtmitte Drogen Drogen, Alkohol, Diebstahl bekämpfen durchgehende Radwege (nicht ständiger Wechsel Straße/Gehweg etc.) + Ausbau v.a. auf der Karlstraße Effektives Vorgehen gegen Falsch-/Geh-/Radwegparken ein noch weiter ausgebautes und sichereres Radwegenetz (auch in den Baustellenbereichen), insgesamt klarere Ab- grenzungen zum Autoverkehr ein paar öffentliche Trinkwasserbrunnen eindämmen des Glückspiels Eindämmung der Belästigung durch Betrunkene (Glasscherben, Lärm, Pöbeleien) durch gezielte Polizeikontrollen Eindämmung Drogendealerei Eindämmung von Billig-Läden und Döner-Buden Eine humanistische Universität Eingreifen der Polizei bei Betrunkenen die Ärger macht! Nicht nur zuschauen! Eingrenzung der aktuellen Baustellen Einzelhandel und Handwerk fördern Einzelhandelsgeschäfte (keine Ketten) Einzelhändler Ende der Bauarbeiten und Behinderungen wg U-Strab-Kombilösung Ende der Behinderungen durch Bautätigkeiten Ende der ewig wechselnden Baustellen Entfernung der Bettler-Banden Entfernung des Bordells Entfernung Graffiti Entspannung der Parkplatzsituation Erhaltung und Pflege der Grünflächen Erhöhen bitte die Polizeistreife auf der Kaiserstraße im Winter, weil es früh dunkel wird, und wenige Leute sind auf der Straße. Falls die Frauen wegen der Abendessen oder Treffen später auf der Straße sind, es kann sein, sie treffen betrunken Leute. Erhöhen Sie die Häufigkeit der Straßenreinigung erhöhte Polizeipräsenz OHNE Auto erhöhte Präsenz Ordnungskräfte Erhöhung der Streifen KOD und Polizei Erhöhung Sauberkeit Erneuerung und Lifestyle alla Piazza Erscheinungsbild und neues Flair am Europaplatz, mehr Sicherheit Erweiterung U-Straßenbahn Es sollte mit mehr Polizeipräsenz konsequent mit einer Null Toleranz Strategie gegen ordnungsstörende Personen und Straftätern vorgegangen werden dürfen. Zudem sollte ein Waffenverbot für den Innenstadtbereich gelten. Kamera- überwachung. Etwas mehr Mülltonen einrichten. etwas mehr Polizeipräsenz (insbesondere abends und auf Veranstaltungen) Europaplatz sicherer machen Europaplatz wieder sicher machen. Drogenumschlagplatz Extrem störend sind Personen, die mit sehr PS-starken Autos nahezu täglich am Abend (20-24 Uhr) mit hoher Ge- 26 schwindigkeit und extrem lauten Motorengeräuschen in der Kaiserstraße westlich des Europaplatzes fahren/be- schleunigen. Fachgeschäfte Fahrdelikte streng bestrafen Fahrradstraßen auf denen nur Fahrräder fahren dürfen, wie zum Beispiel in den Niederlanden Fahrradweg Fahrradweg auf Kriegsstraße Fahrradwege ausbauen Fahrradwege sicherer machen Fahrradwege und -verkehrsführung ausbauen Fahrradwege zugeparkt Fahrverbote für Angeber-Autos und -Motorräder mit 'fettem Sound' (Mustang, Corvette, ...) Fast-Food Müll beseitigen Fertig werden mit den Baumaßnahmen Fertigbauen der U-Bahn-Bauarbeiten Fertigstellen der Baustellen Fertigstellung der vielen Baustellen Feste und Feierlichkeiten genehmigen, aber nicht zu viele Fester Blitzer bei alnatura in der Douglasstrasse Flüchtlingsheime nicht Central legen Förderung kleiner Gewerbe mit lokalen Angeboten Fr\Sa abends mehr Polizeipräsenz, da besonders viele alkoholisierte Gruppen unterwegs sind freie Bahnfahrt Freitag- u. Samstagabends mehr Polizeipräsenz Freundlichere Gestaltung der Innenstadt für besseren Verkehrsfluss sorgen Für viel, viel bessere Sauberkeit sorgen, trotz aller Baustellen. Das ist möglich. In Tokio z.B. sind die Großbaustellen so abgeschirmt, dass man sie von außen NICHT SIEHT. Fußgängerzone ausweiten (Karlstraße, südl. Waldstraße) Fußläufige Polizeikontrollen Fußstreife KOD oder Polizei Fußstreifen Fußwege für Fußgänger nicht für Radfahrer ganzjährig Trinkwasser an öffentlichen Plätzen Geeignete Überwege für Fußgänger am Mühlburger Tor Gegen Autoposer vorgehen gegen Gastronomielärm Gegen sehr aufdringliche Bettler und Leute mit religiösen Flyern vorgehen gegen Verschmutzungen von Straßen und Plätzen Gegen Verschmutzungen vorgehen Geldstrafe für Verschmutzer Generell Tempo 30 genügend kostenlose Parkplätze geordnetes Abstellen von Rädern auf den Straßen/Gehwegen gerade ältere Menschen könnte man in der schillerstraße + sophienstraße dafür sorgen das die einsteige nicht so hoch sind Geringere Mietpreise Geschwindigkeitsbegrenzungen Autos Geschwindigkeitsbeschränkung nachts Geschwindigkeitskontrollen Geschwindigkeitsmessungen Gettobildung am Europaplatz verhindern Glasfaser 27 Grillplätze im Schlossgarten Grillstelle einrichten große ständige Markthalle international Größere Männergruppen (meist Migranten/Asylanten) z.B. in der Innenstadt West auflösen Größeres Sicherheitsgefühl an Brennpunktplätzen Grün erhalten, Bebauung in Maßen Grünanlagen Grünfläche und Bäume Grünflächen Grünflächen an ehem. Straßenbahntrassen nach Fertigstellung Kombilösung Grünflächen erhöhen günstiger einkaufen z.B. in Tafelläden Günstigere Parkgebühren bei den Parkscheinautomaten Haltestellen/Baustellenbereiche offen und bei Nacht hell ausleuchten härter gegen Drogendealer durchgreifen Härtere Bestrafung bei Straftaten Härteres Durchgreifen ggü. aggressiven Autofahrern (Kurven schneiden, Motor hochdrehen) hartes Durchgreifen gegen (meist nächtliche) Autorennen auf öffentlichen Straßen. hartes Durchgreifen gegen jugendliche, aggressive Migrantengruppen Herumlungernde und laute Gruppen am Europaplatz verhindern Hetzerische (gegen Schwaben) T-Shirts sollten im KSC Fanshop nicht ausgehängt/angeboten werden Hilfe-Notruf-Knopf an Haltestellen Hilfsbereitschaft Hinweisschilder aufstellen Hinweisschilder zu WCs Hoffentlich baldiges Ende der Bauarbeiten, insbesondere nachts... Hohe Polizeipräsenz in Innenstadt und Straßenbahnen insbesondere nachts Hohe Strafen Verunreinigung Höhere Polizei Präsenz / ggf. KOD insbesondere in den Abendstunden / Kamera Überwachung am offenen Plätzen Höhere Polizeipräsenz Höhere Polizeipräsenz in der Innenstadt in den Abendstunden Höhere Präsenz der Polizei bei Dunkelrot Höhere straffe für aggressive Auto Fahrern ich würde mich über eine längere Öffnungszeit der Museen freuen Imbissbude weg, Bäume pflanzen, Müllproblem lösen In der Innenstadt mehr Gruppentreffpunkte schaffen, da am Europaplatz oft unangenehme Gruppen stehen die belei- digen etc. in Fußgängerzone Fahrrad schieben Indoor Spielplatz für kleine Kinder leider gibt es gar nicht. Wenn das Wetter kalt ist, kann man nicht draußen spielen Innenstadt für Autos von Nichtanliegern sperren Integration intensive Polizei-Kontrollen / -Anwesenheiten Interkulturelle Räume Ist nicht politisch korrekt, daher keine Angabe Kaiserstr. Ost endlich wieder in beide Richtungen befahrbar, Straba Haltestelle Durlacher Tor weg Kaiserstraße reanimieren Kameras an Brennpunkten wie z.B. Europaplatz kein Cent mehr für eine überflüssige U-Bahn kein Zuparken von Gehwegen keine Baustellen mehr Keine Baustellen mehr Keine Nachtcafés/ Casinos in Wohngebiet Keine schrill pfeifenden S-Bahn Schienen 28 Keine Sperrung von bewohnten Straßen für Demonstrationen Keine ustrab keine weiteren Grünflächen zentrumsnah zur Bebauung frei geben, stattdessen als Grünfläche für die Öffentlichkeit zugänglich und als Erholungsort nutzbar machen KFZ befreite Zonen, max. nur noch Lieferverkehre zulassen Kfz-Kontrollen nachts, Kinderspielplätze in der Innenstadt - nicht nur 'Designer-Spielplätze' wie bei St. Stephan (z. B. wie in Heilbronn) Klar abgetrennte Fahrradwege Klare Fahrrad-Weg-Führung in Baustellen Klarere Auszeichnung/Trennung der Wege für Autos, Fahrradfahrer und Fußgänger kleine Grünflächen, Bänke, Blumenkübel 'komisches Volk' reduzieren in der Stadt, was sich da rumtreibt, rumsitzt Komplett autofrei Innenstadt, z.B. Erbprinzenmstr. Konsequent Platzverweise für alle Bettler Konsequente Ahndung von Alkohol in öffentlichen Räumen, aggressives Betteln Konsequente Eindämmung von Menschenansammlungen vor Kneipen, Discos etc. zur Vermeidung von Ruhestörungen und Pöbeleien. Konsequente Verkehrskontrollen / Poserautos Konsequentes Vorgehen gegen aggressive Bettler Kontrolle Straßenbahn, Präsenz (Polizei) Kontrolle von Männergruppen auf Messer etc. Kontrolle von Radwegen (park. Autos etc.) Kontrolle von Rasern und Schnellfahrern Kontrolle/Polizeistreifen wegen Drogendealern Kontrolle/Sanktionen von Fahrradfahrern (z.B.: Geisterfahrer) Kontrollen Kontrollen kostenlose öffentliche Toiletten (für mehr Sauberkeit generell, für die Würde von Obdachlosen) Kostenlose Straßenbahn Kronenplatz begrünen Kronenplatz muss dringend mehr Aufenthaltsqualität bieten! Mehr Grün, weniger Beton Kühlende Klimamaßnahmen Kvv Verkehr nachts auch unter der Woche Ladengeschäfte wechseln Lärm Lärmbelästigung vorwiegend durch motorisierten Verkehr besser ahnden Lärmschutz für Kranke im Krankenhaus, z.B. bei DAS FEST Laternen im Nymphengarten öfters kontrollieren Laute Fahrzeuge verbieten oder andere Maßnahmen zum Schallschutz einführen Lautstärke durch Betrunkene verringern Lebendigere Platzgestaltungen Lebensqualität verbessern leichtere Vergabe von Gastronomie-Beantragungen Lösung für Parkplatzproblematik Luftqualität, Kohlekraftwerke reduzieren Mainerstraßen, die zu jeder Tageszeit herumlungern Marktplatz nicht versiegeln, sondern begrünen Marktplatz verschönern Maßnahme gegen aggressive Radfahrer Maßnahmen gegen Falschparken und Verkehrsrowdys Maßnahmen gegen Vermüllen Mehr Anwohnerparkplätze mehr Außenbewirtung, z.B. Lidellplatz 29 Mehr Bäume mehr Bäume/Grünanlagen Mehr Begrünung Mehr Begrünung (Bäume etc.) mehr beleben Mehr bezahlbaren Wohnraum Mehr bezahlbarer Wohnraum für Studenten Mehr Blumenbeete, um ein bisschen Farbe in die Parkanlagen zu bringen Mehr Cafés / Begegnungsplätze in der City, analog Ludwigsplatz oder neu Stephansplatz mehr Cafés, Bistros, Coffee-Bike etc. mehr Cafés/Bars, auch im Freien Mehr Einzelhändler als Ketten, die Innenstadt wirkt leider trist. Mehr Elektroladestationen Auto (nicht nur in Parkhäusern) + Parken kostenfrei Mehr Events w. Bkran Mehr Fahrradparkplätze mehr Fahrradwege mehr Fahrradwege und Fahrradständer Mehr Falschparkkontrollen mehr Gastronomie Mehr Gastronomie, Rattenbekämpfung mehr grün mehr Grün mehr grün (weniger Beton und Pflaster) Mehr grün in der Fußgängerzone (Topfpflanzen) Mehr Grün in der Fußgängerzone mit nichtkommerziellen Sitzgelegenheiten mehr Grün, auch Fassaden und Gehwege + Verkehrsberuhigung + Sitzbänke zum Treffen mehr Grünanlagen Mehr Grünanlagen mehr Grünfläche mehr Grünfläche wie in der Nordweststadt Mehr Grünflachen Mehr Grünflächen mehr Grünflächen und Pflanzen Mehr Grünpflanzen mehr hochwertige Boutiquen mehr individuelle Läden - keine Ketten Mehr Kameras in Problemzonen aufstellen mehr Kameraüberwachung mehr Kaufhäuser Mehr kleine Geschäfte fördern - weniger ketten Mehr KOD oder Polizei spät abends mehr Kontrolle Mehr Kontrolle Mehr Kontrolle der Parksituationen Mehr Kontrolle durch Polizei u. Ordnungsdienst mehr Kontrolle durch Polizei und Ordnungsamt Mehr Kontrolle in den Abendstunden mehr Kontrollen Mehr Kontrollen der Polizei, nachts mehr Kontrollen, Mehr kostenlose Parkmöglichkeiten bzw. mehr Parkmöglichkeiten ohne Bewohnerausweis in der Stadt mehr kulturelles Angebot (Theater, Tanz, ...) Mehr künstlerische Aktivitäten fördern in der Stadt. 30 Mehr Lärmschutz, gerade in Bezug auf aufgemotzte Fahrzeuge Mehr Licht, Hausfassaden renovieren mehr Mülleimer aufstellen in der Innenstadt Mehr Mülleimer besserer Putzdienst auch Afa mehr Tonnenleerungen mehr Nachtklubs in der Innenstadt. Auf diese Weise gibt es bestimmte Orte, wo man feiern kann. leichtere Kontrolle und ruhigere Stadteile mehr nächtliche Polizeipräsenz mehr öffentliche Bänke Mehr öffentliche Rollstuhl-Toiletten und deren Wegweiser, da meine Frau eine Rollstuhlfahrerin ist! mehr öffentliche Toiletten mehr Ordnung und Sauberkeit Mehr Ordnungshüter auf den Straßen mehr Ordnungshüter, Unterbringung für Obdachlose, Einschreiten bei Pöbeleien bzw. Personen mit aggressiven Ver- halten (Schläger, Diebe) Mehr Ordnungshüterpräsenz Mehr Orts und Polizeistreifen Mehr Parkmöglichkeiten Mehr Parkmöglichkeiten für Berufstätige Mehr Parkplätze Mehr Parkplätze anbieten Mehr Parks mehr Personenkontrollen Mehr Personenkontrollen mehr Polizei mehr Polizei Mehr Polizei Mehr Polizei Mehr Polizei (feste Posten an Brennpunkten und mehr Streifen) Mehr Polizei- / KOD-streifen Mehr Polizei am Bahnhof da es sehr viele verdächtige Leute da gibt. Insbesondere abends. Auch am Kroenenplatz kann man oft betrunkene Gruppen von Jungen, die ein bisschen aggressiv sind, abends sehen. Mehr Polizei Anwesenheit mehr Polizei auch zu Fuß ohne Fahrrad Mehr Polizei auf die Straßen Mehr Polizei bei Weihnachtsmärkten, etc. Mehr Polizei die zu Fuß unterwegs ist mehr Polizei in der Nacht Mehr Polizei Kontrollen Mehr Polizei oder KOD im öffentlichen Raum Mehr Polizei oder Regeln Mehr Polizei Präsens mehr Polizei Präsenz mehr Polizei Präsenz (zu viele Gruppierungen jugendlicher Emigranten mit starker Neigung zu Gewalt) Mehr Polizei Präsenz. Drogenverkauf bekämpfen. mehr Polizei und Ordnungsdienste Mehr Polizei unterwegs Abend. Mehr Polizei zu Fuß vor allem nachts Mehr Polizei, Kamera Überwachung mehr Polizei, mehr Kameras, weniger Betrunkene/Ausländer in der Nacht Mehr Polizei-/KOD-Streifen abends/nachts mehr Polizeibeamte als Fußgänger mehr Polizeibeamten Mehr Polizeieinsatz 31 Mehr Polizeieinsatz mehr Polizeifußstreife Mehr Polizeikontrollen und mehr Kontrollen vom Ordnungsamt mehr polizeiliche Kontrolle Mehr polizeiliche Kontrollen/Präsenz früh morgens ab 5.30 Uhr Mehr polizeiliches Präsens mehr Polizeipatrouille Mehr Polizeipräsems mehr Polizeipräsens Mehr Polizeipräsens Mehr Polizeipräsens am Abend Mehr Polizeipräsents Mehr Polizeipräsenz mehr Polizeipräsenz Mehr Polizeipräsenz Mehr Polizeipräsenz Mehr Polizeipräsenz mehr Polizei-Präsenz Mehr Polizeipräsenz (Fußstreife) Mehr Polizeipräsenz abends mehr Polizeipräsenz abends, nachts mehr Polizeipräsenz am Abend mehr Polizeipräsenz am Europaplatz Mehr Polizeipräsenz am Europaplatz Mehr Polizeipräsenz am Europaplatz Mehr Polizeipräsenz bes. abends und z.B. nach dem Theater Mehr Polizeipräsenz durch Fußstreifen Mehr Polizeipräsenz in den Abendstunden Mehr Polizeipräsenz in Öffentlichkeit mehr Polizeipräsenz insbesondere als Fußstreife Mehr Polizeipräsenz nachts Mehr Polizeipräsenz nachts und in den Abendstunden mehr Polizeipräsenz oder Videoüberwachung mehr Polizei-Präsenz und auch wirkliche Maßnahmen Mehr Polizeipräsenz und Durchgreifen mehr Polizeipräsenz und Präsenz vom Ordnungsamt Mehr Polizeipräsenz vor allem abends mehr Polizeipräsenz vor allem nachts Mehr Polizeipräsenz zu Nachtzeit mehr Polizeipräsenz, auch zu Fuß Mehr Polizeipräsenz, die aber nicht mit Bahnkontrollen gegen die 'kleinen Kiffer' geht, sondern in erster Linie einfach aufpasst, dass den Frauen nichts passiert Mehr Polizeipräsenz, Ordnungskräfte, größere Mülleimer Mehr Polizeipräsenz/KOD Mehr Polizeischutz in der Innenstadt abends & nachts Mehr Polizeistreife Mehr Polizeistreife abends Mehr Polizeistreife auch in dunkleren Gassen/ kleineren Straße/Wege Mehr Polizeistreife und Präsenz Mehr Polizeistreife zu Fuß Mehr Polizeistreife zu Fuß oder Auto. Präsenz zeigen Mehr Polizeistreife, vor allem wenn es dunkel wird Mehr Polizeistreife/KOD-Streife 32 mehr Polizeistreifen Mehr Polizeistreifen mehr Polizeistreifen mehr Polizei-Streifen Mehr Polizei-Streifen Mehr Polizeistreifen / Ordnungsbeamte mehr Polizeistreifen abends bzw. nachts Mehr Polizeistreifen uns Kontrollen mehr Polizeistreifen Vorort Mehr Polizeistreifen zu Fuß Mehr Polizeistreifen zu Fuß oder mit dem Fahrrad auf den Straßen, vor allem in den Abendstunden. mehr Polizeistreifen zu Fuß und Fahrrad mehr Polizeistreifengänge Mehr Polizeistreifenwagen bei Dunkelheit - am Wochenende mehr Polizeiüberwachung Mehr Polizisten mehr Polizisten (Europaplatz) mehr Polizisten an öffentlichen Plätzen/Brennpunkten mehr Präsenz der Polizei Mehr Präsenz der Streifenwagen Mehr Präsenz durch KOD oder Polizei Mehr Präsenz KOD und Polizei am Europaplatz, Verkehrsberuhigung, da sind viele Maßnahmen sinnvoll! mehr Präsenz von Polizei Mehr Präsenz von Polizei und Ordnungskräften mehr Präsenz von Polizei, härteres Vorgehen gegen Straftaten mehr preisgünstiger Wohnraum für Studierende mehr private Geschäfte mehr Radwege, auch die umliegenden Stadtteile d.h. weg von der Straße. mehr Reinungskräfte Mehr ruhige Cafés mehr Sauberkeit Mehr Sauberkeit Mehr Sauberkeit in Grünanlagen Mehr Sauberkeit/ geleerte Mülleimer mehr Schattenplätze mehr schöne Cafés Mehr Sicherheit mehr Sicherheit (Polizei) Mehr Sicherheit für Radfahrer Mehr Sicherheitskontrollen mehr Sicherheitskräfte mehr Sicherheitspersonal auf der Straße Mehr Sitzgelegenheiten mehr Sitzgelegenheiten (in altengerechter Höhe) mehr Straßenreinigung mehr streifen des KOD Mehr Streifen in der Innenstadt in der Nacht (vor allen in den kleinen Gassen) Mehr Streifenwagen, Polizei Kontrolle, Kameras Mehr Veranstaltungen für jüngeres Publikum in und um den Schlossgarten mehr Verfolgungsdruck auf Straftäter Mehr Verkehrsberuhigung (Weniger Autos) Mehr Verkehrskontrollen gegen Raser Mehr Videoüberwachung 33 Mehr Wohnraum Mehr Zivile Polizei Mehr Zivileinsatz mehr Zivilstreife, auch auf Rädern Mehr Zivilstreifen und richtig durchgreifen mehrere Fachgeschäfte Mehrere Parkhäuser meine persönliche Meinung Merkmal Kontrolle Mietpreise dauerhaft senken More Police patrolling in the nights motorisierte Individualverkehr raus aus der Stadt Müll an Sonntagen entsorgen Müll aufsammeln gegen Sozialhilfebezahlung. Müll Beseitigung Müll entsorgen, den Ort gestalten Müll und Dreck Müllbeseitigung Müllbeseitigung, Schmutz Müllsünder bestrafen, mit Sozialstunden im Mülleinsammeln. Nach Ende der Baustellenzeit Nächtliche Kontrollen in den Bahnen und Haltestellen bzgl. pöbeln, Alkoholkonsum in Bahnen und betteln mit zivilen Mitarbeitern Nächtliche Kontrollen wegen der Ruhestörung Nächtlicher Alkoholverkauf- und konsum soll verboten sein Nachts erhöhte Polizeipräsenz Nachts Geschwindigkeitsbegrenzungen von 30 km/h aufgrund von Lärm Nachts kleine Gruppen besser kontrollieren Nachts Mehr Polizei und Kontrollen Nachts mehr Polizeipräsenz Nachts mehr Polizeistreifen zu Fuß Nachts mehr Präsenz (KOD, Polizei) Nachts mehr Streife / Ordnungshüter neue Sitzbänke Neues Stadion Nicht so viele Ausländer Nightliner fördern. Man muss nicht nachts im Dunkeln zurück in seine Wohnung finden, sondern kann sich darauf ver- lassen, in einer Bahn möglichst schnell an seinem Wohnplatz zu sein. Nightliner wieder einsetzen noch mehr Fahrradstreifen nördliche Fahrradstraße (Zirkel) autofrei Notfallsäulen Obdachlose Hilfe offene Gestaltung / Bauweise offene Polizeipräsenz Öffentliche Alkohol verbot öffentliche Alkoholexzesse konsequenter ahnden öffentliche Grillplätze öffentliche Parksituation verbessern Öffentliche Sportplätze/Basketball Öffentliche Verkehrsmittel nach 20 uhr verbessern Öffentliche Verkehrsmittel: Modernisieren, besser kontrollieren, besonders nachts als Frau fahre ich lieber mit dem Rad oder laufe, statt mit der Bahn zu fahren. Auch wegen der schlechten Abdeckung zu späteren Abendstunden, man kommt schwer heim. 34 Öffentlichen Raum netter gestalten um Menschen dahin zu locken. offizielle Plätze deutlich schöner gestalten Öfter die Straßen reinigen öfter Straßen reinigen öfters Kontrolle der Ausländer Öfters Kontrolle der Bettler und auch Flüchtlinge auf der Straße durch die Polizei, bei Aufälligkeitn ansprechen Öfters Kontrollieren von rasenden Autos in der Innenstadt Öfters Leerung von Abfallbehältern ÖPVN kostenlos oder Jahreskarte extrem billig, P&R Parkplätze ein 1€ für den Tag mit Fahrkarte ordentlicher Geschäfte, keine Billigläden Ordnung Ordnung und Sauberkeit Östliche Fußgängerzone in der Innenstadt sympathischer gestalten (weniger Handyläden/Döner/...) Parkenden Autos auf Fahrradwegen Parkflächen optimaler ausnutzen. Z.B. parken auch vor deutlich nicht als Ausfahrt genutzten Toren Parkplätze schaffen Parkplätze und-häuser an den Stadträndern, die nicht zu teuer sind Parks und Grünflächen in der Innenstadt erhalten Parks und Grünstreifen Parkverbot in schmalen Straßen mit viel Fuß- und Fahrradverkehr Parkverstöße nachts ahnden durch KOD - nicht Polizei Passagen für Plätze 1 Stunde früher reinigen Passkontrollen Europaplatz Patrouille Patrouille Permanente Fußstreifen der Polizei Personalkontrollen am Europaplatz Personenkontrollen Personenkontrollen Schloßpark Personenkontrollen und Streifen PKW Fahrverbot Pkw raus aus Innenstadt Plätze attraktiver bepflanzen Platzverweis mit ggf. Arrest bei Alkohol/Drogenmissbrauch Pöbeleien gegen Frauen Pöbelnde Leute reduzieren Polizei - Kontrollen - Ordnungsdienst Polizei auf Streifengang Polizei bzw. Ordnungsamt Präsenz vor allem abends/nachts Polizei Gegenwart Polizei im Bereich des Europaplatzes nachts Polizei Patrouillen/Videokameras am Europaplatz Polizei streife Polizeiautos am Fr-Wochenende, nachts wenn Partys sind Polizeikontrolle Polizei-Kontrollen Polizeiliche Fußstreifen Polizeipräsens Polizeipräsens besonders nachts Polizeipräsenz Polizeipräsenz Polizeipräsenz Polizeipräsenz / Streife 35 Polizeipräsenz erhöhen Polizeipräsenz erhöhen/Drogenfahndung/Bettler aus Osteuropa in Haft nehmen Polizeipräsenz etwas zurückfahren (teilweise extrem hoch) Polizeipräsenz nachts Polizeipräsenz nicht nur bei Pegida Polizeipräsenz und hartes Durchgreifen auf der Straße und in den Straßenbahnen Polizeipräsenz, KOD Polizeipräsenz, Ordnungsdienstpräsenz Polizeipräsenz/Kontrolldruck Polizeischutz Polizeistreife zu Fuß, bei Tag u. besonders bei Nacht Polizeistreifen Polizeistreifen am Mittag Polizeistreifen nachts Polizeistreifen zu Fuß Polizeistreifen zu Fuß per Rad 'Poser' abmahnen Präsenz von Ordnungshütern auf Straßen Präsenz von Polizei/Ordnungsamt Priorisierung von Radverkehr Private Sicherheitsunternehmen Punker und Bettler aus der Innenstadt entfernen. Sie geben Kein gutes Bild ab und produzieren Müll. Beschädigen die Grünanlagen Punktuell mehr Verschönerung durch Kunst Quartier um den Europaplatz aufwerten Radfahren in der Fußgängerzone / Straßenbahntrasse streng kontrollieren, unterbinden bzw. ahnden Radfahrer Radfahrer überwachen Radfahrverbot auf der Kaiserstraße Radweg nord-süd Überquerung Europaplatz Radwege besser ausschildern in Bauphase rasende Autofahrer aus dem Verkehr ziehen Raser/Poser auf der Kriegsstraße verfolgen Rauchverbot/verringerung (Zigaretten oder anderes) Razzien gegen Dealer Rechtsabbiegerpfeil für Radfahrer Reduktion der parallel eröffneten Baustellen Reduktion des Autoaufkommens. Ich komme seit mehr als 20 Jahren ohne eigenes Auto aus. Das können andere auch! Reduzierung der Asylanten Reduzierung der Baustellen Reduzierung der Gruppen von ausländischen Männer, die Pöbeln, Bedrängen und Belästigen oder offensichtlich Dro- gen verkaufen, vor allem an den Wochenenden und nachts. Reduzierung/Vermeidung von Müll (Coffee to go, Eis, Snacks) regelmäßige Kontrollen regelmäßige Polizeikontrollen regelmäßige Polizeikontrollen in der Ostendstraße bei der Kita Regulierung pausenlos 'musizierender' Menschen, die das nicht können Reinigung der Straßen Reparatur Durchgang Kaiserstraße, Schloss schöner gestalten Respekt Rotlichtviertel/-straße nicht zentral in die Innenstadt setzen, wenn überhaupt, dann außerhalb! Ich halte es für sehr fragwürdig, dass so etwas in Karlsruhe so 'normal' und so zentral gelegen ist... Nicht nur für die Anwohner ist das unangenehm. 36 Ruhebänke nicht Café Ruhenden Verkehr vermindern/ Nachweis von Stellplatz vor Zulassung mehrerer Autos pro Haushalt Saubere Straßen und Gehwege saubere Straßenbahnhaltestellen sauberere Innenstadt Sauberkeit Sauberkeit Sauberkeit (besonders im Stadtzentrum) Sauberkeit (Müll) Sauberkeit / überfüllte Mülleimer Sauberkeit halten Sauberkeit mehr Mülleimer Sauberkeit verbessern/manuelle Straßenreinigung in der FuZo Sauberkeit, Sauberkeit, die kleinen Fahrzeuge oder Gebläse machen morgen leider so viel Lärm und ändern nichts. Die Straßen sind vermüllt und müssten besser geputzt werden, nicht mit Gebläsen, sondern einzelne Müllteile aufgesammelt werden oder sonstiges Sauberkeit, öffentliche Mülleimer Schattige Spielplätze Schluss mit den Baustellen Schmutzige Hausflecken, Gehwege. Begrünung, nicht nur Beton, Uringestank, furchtbare Wandkritzeleien Schnelle Beendigung der Baustellen Schneller fertig gestellte Baustellen schönere Cafés zum gemütlich sitzen Schönere Plätze Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Überfällen Schwerpunktkontrollen gegen Autoposer (getunte lärmende Autos) wie In Mannheim oder Stuttgart Seit 2001 haben wir rund um das Ettlinger Tor nur Baustellen mit Lärm, Schmutz und Verkehrsbehinderungen selbstbewusste Polizei bei aller Freundlichkeit. Personen sehen Waldstraße Sicher fühlen als Frau im Schlossgarten sicherere Möglichkeit die Straßenbahnschienen zu überqueren (Fußgängerüberweg) Sicherheit Sicherheit bei S-Bahn/ Fußgänger Kreuzungen Sicherheit durch Präsenz Sicherheit!!! Sicherheitsempfinden: Polizeistreifen zu Fuß Sicherheitsgefühl Sicherheitskräfte sichtbare Präsenz der Polizei Sichtbares Polizei Signifikante Polizeipräsenz um dem erheblichen Gefühl von Bedrohung zu begegnen Sitzbänke am Marktplatz Sitzbänken an Tram-und Bushaltestellen Sitzmöglichkeiten Sitzplätze 'speed bumps' in verkehrsberuhigten Zonen Sperrstunde 1.30 Uhr Sperrung Individueller PKW Verkehr Spuckverbot Kaugummi, Sonnenblumenkerne Stadt sauberer halten, Personal KOD aufstocken, um damit verbundene Ordnungsverstöße konsequent ahnden zu kön- nen Städteplanerische Interventionen Stadtmitte 37 Stadtreinigung Gehweg und Abfallbehälter Stadtteilarbeit/Sozialarbeit Ständige Polizeipräsenz starke Reduzierung des Autoverkehrs Stärker gegen 'Auto-Poser' vorgehen rund um den Europaplatz, hauptsächlich Douglasstraße, aber au Stärkere Kontrollen, Mehr Sicherheitsmaßnahmen, Überwachung Stärkere Polizeipräsenz Strafzettel für zugeparkte Garageneinfahrten Straße bis Müllentsorgung Straßen Verschmutzungen Straßenbahnen sollten mehr bewacht werden, da am Abend mit der Straßenbahn zu fahren kann gefährlich sein. Es gibt eine viel höhere Chance, um am Abend auf der Straßenbahn belästigt zu werden. Straßenbahnfahrpläne nicht ständig verändern Straßenkontrollen Straßenmüll und Zigarettenstummel Straßenregeln wieder befolgen lernen Streng überwachter Fahrradverkehr Strikteres Vorgehen der Polizei gegen Pöbeleien/Anfeindungen von Großgruppen in der Innenstadt, insbesondere am Europaplatz Super Block Bildung nach Beispiel Barcelona Supermärkte am Sonntag! Tags Kontrolle Polizei tagsüber Fahrradfahrverbot kontrollieren-Geldstrafe TDI der Infrastruktur z.B. Wege, Plätze, Fahrradwegführung, Angebot Gatsronomie Tempo 30 stärker kontrollieren Toiletten Tourismusinfos Trading-Down-Effekt entgegenwirken ('Shisha-Bars') Trafic Trinkbrunnen Überprüfung der Lautstärke Überwachung des Radfahrerverhaltens Um- od. aufbauarbeit schnell zu fertig bringen Urbane Gärten (Vorbild z.B. Freiburg) U-Straßenbau beenden Vandalismus eindämmen veraltete Straßenbeläge erneuern Verbesserung der Fahrradinfrastuktur Verbesserung der Fußgängerzone Verbesserung der Sauberkeit Verbesserung der Umleitungen Verbesserung Fahrradinfrastruktur Verbesserung Gebäude, Sauberkeit Verbreiterung von Straßen und Radwegen, damit die Stadt nicht so gepresst wirkt. Verhindern der Angriffe durch Zuwanderer Verhindern von Rasen in der Tiefgarage, besonders abends/nachts (Ruhestörung) Verhindern von Sprayen Verkehr ableiten Verkehrsberuhigung Verkehrsberuhigung/ Straßenschikanen /Blitzer Verkehrsberuhigung/autofreie Zonen, keine Autotrassen wie z.B. Kriegsstrasse oder Kaiserstrasse, Ausbau von P&R! Verkehrsführung & Ampelschaltungen für Fußgänger und Radfahrer weiter optimieren Verkehrslawine und Staus eindämmen 38 Verkehrsreduzierung, Regelung zu Stoßzeiten an Kriegsstraße und Max-Brauer-Straße Verkehrsregeln beachten (Radfahrer, Autos) Verkehrssituationen übersichtlicher gestalten Verkehrssituation-Radfahrer-Fußgänger Verkehrsverstöße von Fahrradfahren verfolgen Verlängerung der Öffnungszeiten der Stadtbibliothek im Ständehaus (v. a. Samstag & Sonntag) vermehrt Polizeikontrolle / Streifen Vermehrte Begrünung vermehrte Kontrollen, besonders bei Dunkelheit Vermehrte Polizeipräsenz vermehrte Präsenz von Polizei zur Abschreckung von Straftaten Verringerung der sexuellen Herabwürdigung für Frau Versammlungen von 'junge Maenner' im Innenstadt durch Polizeipräsenz ausgleichen. Verschmutzung Verschönerung Verschönerung der Innenstadt: Sauberkeit Verschönerung großer Plätze (z. B. Kronenplatz) Verstärke Präsenz des KOD, auch und insb. nachts Verstärkte Kontrolle Verstärkte Kontrollen am und um Europaplatz Verstärkte Polizei Präsenz verstärkte Polizeipräsenz Verstärkte Polizeipräsenz Verstärkter Polizeieinsatz Verstöße konsequent ahnden Videoüberwachung Videoüberwachung von Fahrradstellplätzen viel häufiger Konsequenzen für Radfahrer ohne Licht Viel mehr Polizei und knallhartes durchgreifen bei Straftaten. Unsere Polizei wird im Stich gelassen. Das sind mittler- weile die ärmsten Hunde. Müssen sich alles gefallen lassen. Haben viel zu wenig Handhabe beim Umgang mit Tä- tern. Viel mehr Polizei unterwegs: Nachts am Wochenende viel mehr Polizeipräsenz viel mehr Präsenz/Schutz von der Polizei viele Straßenbaustellen, oft gleichzeitig Volkstänze vesch. Kulturen zum Mitmachen, Vorgehen gegen Betrunkene und Pöbler Vorrang für Fußgänger/Fahrradfahrer Wasser in Form von Brunnen o.Ä Weitere Bäume u. Grüninseln Weiterer Ausbau von Fahrradstraßen oder zumindest breiten guten Radwegen Wenige Autos und mehr Fahrräder wenige Baustellen weniger abzockende Verkehrskontrollen Weniger Anzeigenzeitungen (Müll) weniger Automobilverkehr weniger Autos Weniger Autos weniger Autoverkehr weniger Autoverkehr Weniger Autoverkehr weniger Autoverkehr in der Innenstadt Weniger Autoverkehr und kostenloser Nahverkehr 39 weniger Baustellen weniger Baustellen Weniger Baustellen Weniger Baustellen weniger Baustellen Weniger Baustellen (Kombilösung !!!) Weniger Baustellen an der Uni Campus weniger Baustellen im gleichen Zeitraum Weniger Bettler Weniger Billigläden (ein Euro Shops) Weniger Billigläden, kleinere Betriebe unterstützen weniger Fahrräder die auf den Bürgersteigen fahren Weniger Fast-Food Restaurants auf der Kaiserstraße, insbesondere jedoch den MC Donald's am Europaplatz entfernen Weniger Flächen für Parkplätze vergeuden und damit den Fußgängern und Radfahrern mehr Bewegungsfläche bieten, Gewonnene Flächen im Straßenraum ansprechend gestalten Weniger Hitzeinseln Weniger KFZ-Verkehr Weniger Langzeitbaustellen weniger Lärm durch Lieferautos Weniger Lärm, Baustellen weniger laute Feste auf dem Stephanplatz Weniger Migranten Weniger moslemische Ausländer Weniger Müll in Grünanlagen und Straße Weniger Polizeikontrollen & Ordnungsdienst weniger Polizeipräsenz weniger Ramsch und Billigläden, 1€ Shops weniger Shishabars/Wettbüros/Handyshops Weniger Verkehr und grüner weniger Wettbüros Wieder mehr den Einzelhandel fördern und weniger auf Einkaufszentren setzten(ECE). Einkaufscenter entziehen der Kaiserstraße ihren Reiz. Wiederanpflanzung von Bäumen und Sträuchern Wiederholte Polizeikontrollen von herumstehenden Männergruppen ..., Bettlern usw. Wochenende mehr Polizei Zerstreuung von 'Gruppen' durch Kontrollen Zivilstreife abends zu viel Müll überall zu viele Ausländer die nicht deutsch sprechen zu viele ausländische Betriebe und Billiganbieter, Schlechtes Publikum, Sauberkeit, mehr Mülleimer zu viele Billig-Läden zu wenig Abfallkörbe Zufahrt für Autos verbieten Zügige Fertigstellung der U-Strab / Kombilösung Zügige und termingerechte Fertigstellung der Baumaßnahmen Zügigere Fortführung der Bauarbeite Zusammenrottungen von ausländ. Jugendlichen kontrollieren zuverlässige Trams

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    Extrahierter Text

    Das Karlsruher Audit-Konzept für urbane Sicherheit 2018 -- Gutachten für die Gesamtstadt -- Prof. Dr. Dieter Hermann Institut für Kriminologie Universität Heidelberg Heidelberg 2019 2 Inhalt 1. Einleitung und methodische Anmerkungen ............................................................................... 4 1.1 Wichtigkeit von Kommunaler Kriminalprävention ......................................................................... 4 1.2 Grundlagen ................................................................................................................................... 5 1.3 Untersuchungsdesign ................................................................................................................... 8 1.4 Die Messung von Kriminalitätsfurcht .......................................................................................... 10 1.5 Die Messung von Incivilities ........................................................................................................ 11 1.6 Die Messung der Lebensqualität ................................................................................................ 13 1.7 Die Messung von Viktimisierungen ............................................................................................ 13 1.8 Die Messung der Wahrnehmung von Polizei und KOD ............................................................. 14 1.9. Die Messung von Sozialkapital .................................................................................................. 14 1.10 Die Messung von Werten ......................................................................................................... 15 2. Wandel der Kriminalitätsfurcht und Ängste: Veränderungen in Deutschland und Karlsruhe 18 2.1 Veränderungen der Angst und Kriminalitätsfurcht in Karlsruhe ................................................. 18 2.2 Veränderungen von Ängsten in Deutschland ............................................................................. 18 2.3 Fazit ............................................................................................................................................ 20 3. Lokale Differenzierung: Der Vergleich zwischen Städten ....................................................... 21 3.1 Vergleichsstädte ......................................................................................................................... 21 3.2 Kriminalitätsfurcht ....................................................................................................................... 22 3.2 Lebensqualität ............................................................................................................................ 23 3.3 Incivilities..................................................................................................................................... 24 3.5 Wahrnehmung von Polizei und KOD .......................................................................................... 25 3.6 Sozialkapital ................................................................................................................................ 26 4. Lokale Differenzierung: Der Vergleich zwischen Stadtteilen Karlsruhes.............................. 27 4.2 Kriminalitätsfurcht ....................................................................................................................... 28 4.3 Kriminalitätsbelastung ................................................................................................................. 34 4.4 Incivilities..................................................................................................................................... 35 4.5 Lebensqualität ............................................................................................................................ 39 4.6 Präsenz von Polizei und Kommunalem Ordnungsdienst ........................................................... 40 4.7 Sozialkapital und soziale Kompetenzen ..................................................................................... 44 5. Bedingungen von Kriminalitätsfurcht und perzipierter Lebensqualität in Karlsruhe- Gesamtstadt ........................................................................................................................................ 46 5.1 Incivilities, Kriminalitätsfurcht und Lebensqualität ...................................................................... 46 5.2 Sozialkapital ................................................................................................................................ 48 5.3 Die kriminalpräventive Zielgruppenanalyse ................................................................................ 49 3 5.3.1 Alter, Geschlecht und Kriminalitätsfurcht ................................................................................. 51 5.3.2 Werte und Kriminalitätsfurcht................................................................................................... 55 5.3.3 Soziale Milieus und Kriminalitätsfurcht .................................................................................... 57 5.4 Vorschläge für kriminalpräventive Maßnahmen ......................................................................... 58 6. Vorschläge für eine Auswahl von Regionen für eine Intensivierung kriminalpräventiver Maßnahmen ......................................................................................................................................... 62 7. Fazit .................................................................................................................................................. 64 7.1 Die aktuelle Situation in Karlsruhe .............................................................................................. 64 7.2 Die Veränderung der subjektiven Sicherheitslage in Karlsruhe ................................................. 65 7.3 Kriminalprävention in Karlsruhe - Vorschläge ............................................................................ 65 7.4 Schlusswort................................................................................................................................. 66 Anhang ................................................................................................................................................. 68 Literatur ............................................................................................................................................. 68 Präventionsprojekt „PFADE“: Programm zur Förderung alternativer Denkstrategien ...................... 78 Präventionsprojekt „Aktion Glasklar“ ................................................................................................ 80 Präventionsprojekt: „Unplugged“ – Suchtprävention im Unterricht .................................................. 81 Vertrauensbildende Maßnahmen in der Kommunalpolitik ................................................................ 82 4 1. Einleitung und methodische Anmerkungen 1.1 Wichtigkeit von Kommunaler Kriminalprävention Eine zentrale Aufgabe des Staates ist es, für ein sicheres Zusammenleben der Bür- gerinnen und Bürger zu sorgen (Heinz 2004, S. 2). Wenn Bürgerinnen und Bürger Rechte an die Gesellschaft abtreten und das Gewaltmonopol des Staates akzeptieren, ist dieser im Gegenzug dazu verpflichtet, für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bür- ger zu sorgen. Ein Mittel, um dieses Ziel zu erreichen, ist die Kriminalprävention. Die Verpflichtung der Gesellschaft für die Durchführung kriminalpräventiver Maßnahmen kann auch aus § 1 Polizeigesetz und den Aufgaben der Kommunen abgeleitet werden. Für die konkrete Umsetzung von Kriminalprävention wurden unterschiedliche Ansätze entwickelt. In den letzten Jahrzehnten wurde die lokale Ebene in die Kriminalpräven- tion einbezogen. Man erhoffte sich von Kommunaler Kriminalprävention eine effekti- vere Kriminalitätsvorbeugung, die Kriminalität dort verhindert, wo sie entsteht (Steffen 2009, S. 74). Der Ansatz einer gemeindebezogenen Kriminalprävention wurde bislang in verschie- denen Varianten umgesetzt. Während etliche Kommunen in den USA das Modell der "zero tolerance" zugrunde legten, wurden in Deutschland mit dem Abbau von Incivili- ties, der Verbesserung der Lebensqualität und der Erhöhung des Sozialkapitals eheri kommunitaristische Elemente in den Vordergrund gestellt. Diese Variante der Kom- munalen Kriminalprävention ist erfolgversprechend, zumal die Entwicklung in Deutschland mit einer zunehmenden Professionalisierung einherging. So deuten bei- spielsweise Evaluationen von Kommunaler Kriminalprävention auf eine günstige Kri- minalitätsentwicklung, eine Reduzierung der Kriminalitätsfurcht und eine positive Kos- ten-Nutzen-Relation hin, wenn das Konzept professionell umgesetzt wird (Hermann & Bubenitschek 2016). Kriminalität und Kriminalitätsfurcht beeinträchtigen nicht nur die Lebensqualität in ei- ner Gemeinde, sondern können auch das Verhalten und die kriminalpolitischen Ein- stellungen der Menschen sowie die wirtschaftliche Situation des Einzelhandels und 5 unternehmerische Entscheidungen über die Standortwahl bei wirtschaftlichen Innova- tionen erheblich beeinflussen (Bussmann & Werle 2004). Es kommt darauf an, den Menschen ein realistisches Sicherheitsgefühl zu vermitteln. Für eine bürgernahe Kom- mune, die auch der Wirtschaftsförderung eine hohe Priorität zukommen lässt, muss deshalb die Reduzierung von Kriminalität und der Abbau von Kriminalitätsfurcht ein zentrales Ziel sein (vgl. Hermann 2008a). Gemeinden, die auf das wichtige Steue- rungsinstrument „Kommunale Kriminalprävention“ verzichten, stehen in der Gefahr, als rückständig und bürgerfern etikettiert zu werden. 1.2 Grundlagen In der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland gibt es wohl kein populäreres kri- minalpolitisches Konzept als das der Kommunalen Kriminalprävention. Fast alle deut- schen Städte und Gemeinden haben in den letzten Jahren Gremien gebildet, die sich mit Kriminalprävention auf kommunaler Ebene befassen. Von einem geschlossenen und einheitlichen Konzept zu sprechen, wäre allerdings übertrieben. Unter Kommuna- ler Kriminalprävention werden lokale Bemühungen verstanden, um das Ausmaß der Kriminalität zu vermindern und das subjektive Sicherheitsgefühl der Bevölkerung zu verbessern, wobei die Bürgerinnen und Bürger als Initiatoren und verantwortliche Trä- ger eingebunden werden (Dölling, Hermann & Simsa 1995; Forschungsgruppe Kom- munale Kriminalprävention in Baden-Württemberg 1998 und 2000). Für die organisa- torische, konzeptuelle und inhaltliche Ausgestaltung der einzelnen Projekte und Initi- ativen gibt es keine festen Regeln; die praktische Umsetzung soll sich an den indivi- duellen Problemlagen der Kommunen orientieren. So gibt es in der Praxis der Kom- munalen Kriminalprävention ganz erhebliche Unterschiede, so dass auch die kriminal- präventiven Effekte erheblich variieren dürften (Hermann 2008a; Hermann & Laue 2004). In Deutschland verlief die Entwicklung der Kommunalen Kriminalprävention in Stufen (Hermann 2016a und b). Anfänglich wurde die Idee der Kommunalen Kriminalpräven- tion pragmatisch umgesetzt. Meist mittels der Daten der Polizeilichen Kriminalstatistik wurden kriminologische Lagebilder erstellt, die als Wissensgrundlage für die Konzep- tion kriminalpräventiver Maßnahmen genutzt wurde (Pohl-Laukamp 1996; Lübeck 6 2015; Hunsicker 2006). Das Problem kriminologischer Regionalanalysen auf der Grundlage der Polizeilichen Kriminalstatistik ist, dass sie lediglich auf Hellfelddaten beruhen und die subjektive Seite der Kriminalität, nämlich Kriminalitätsfurcht und Un- sicherheitsgefühl, unberücksichtigt lassen. Dies kann durch Bevölkerungsbefragun- gen kompensiert werden – einige Gemeinden haben dies realisiert. Allerdings war durch unterschiedliche Stichproben und Operationalisierungen von Fragen ein Ver- gleich zwischen Kommunen nur bedingt möglich. Aus diesem Grund hat die For- schungsgruppe Kommunale Kriminalprävention in Baden-Württemberg im Rahmen von Befragungen im Jahr 1994 in Calw, Freiburg und Ravensburg/Weingarten ein Er- hebungsinstrument entwickelt, das die Themen der Kommunalen Kriminalprävention abdecken sollte und das auf seine Messqualität überprüft wurde (Forschungsgruppe Kommunale Kriminalprävention in Baden-Württemberg 1998 und 2000; Feltes 1995). In einem nächsten Schritt wurden von einigen Gemeinden Ideen aus dem Qualitäts- management übernommen und ein Audit-Instrument der Kommunalen Kriminalprä- vention entwickelt. Das Ziel war, Prävention evidenzbasiert zu konzipieren. Diese Forderung wurde im Jahr 2003 in den Beccaria-Standards formuliert. Diese be- schreiben den Prozess der Umsetzung Kommunaler Kriminalprävention in sieben Schritten: Problembeschreibung, Analyse der Entstehungsbedingungen, Festlegung der Präventionsziele, Projektziele und Zielgruppen, Festlegung der Maßnahmen für die Zielerreichung, Projektkonzeption und Projektdurchführung, Überprüfung von Um- setzung und Zielerreichung des Projekts (Evaluation) und Schlussfolgerungen sowie Dokumentation (Marks, Meyer und Linssen 2005; Meyer 2006; Meyer, Coester und Marks 2010). Im Heidelberger Audit Konzept für urbane Sicherheit wurden diese Ideen übernommen, wobei die Evaluation nicht nur projektspezifisch erfolgt, sondern alle kriminalpräventiven Maßnahmen in einer Gemeinde umfassen soll (Hermann 2011). Dies wird durch eine regelmäßige Wiederholung von Bevölkerungsbefragungen und Analysen der Polizeilichen Kriminalstatistik erreicht; durch diese Art der Evaluation können auch Synergieeffekte von Projekten erfasst werden. Dieses Konzept umfasst also eine systematische Längsschnittuntersuchung, mit der insbesondere festgestellt werden kann, ob Präventionsmaßnahmen und damit zusammenhängende Ergeb- nisse den Planungen entsprechen, und ob diese Maßnahmen geeignet sind, die Ziel- 7 vorgaben zu erreichen. Eine Untersuchung der Wirksamkeit aller Einzelprojekte in ei- ner Gemeinde ist nur bedingt geeignet, den Gesamteffekt der Präventionsmaßnah- men zu erkennen, denn lokal begrenzte Projekte können übergreifende Wirkungen entfalten und Emergenzphänomene erzeugen. Zudem kann das Auditkonzept zur Op- timierung kriminalpräventiver Maßnahmen sowie für eine Zielgruppenanalyse genutzt werden. Durch die Differenzierung der Bevölkerung einer Kommune in soziale Milieus können Gruppierungen mit hoher Kriminalitätsfurcht und geringer Lebensqualität iden- tifiziert werden, sodass Präventionsprojekte zielgerichtet angepasst und vermittelt werden können. Die kriminalpräventive Zielgruppenanalyse ermöglicht zudem die Ent- wicklung von Marketingkonzepten für die Implementation von Präventionsmaßnah- men (Hermann 2006; Hermann 2014). Die primären Ziele des Auditkonzepts sind die Reduzierung der Kriminalitätsfurcht, die Verbesserung der Lebensqualität und der Abbau von Incivilities. Die Verminderung der Kriminalitätsbelastung ist ein sekundäres Ziel. Unter ‘Incivilities’ versteht man sub- jektive Störungen der sozialen und normativen Ordnung. Die Aussagen über Incivili- ties der Bewohnerinnen und Bewohner eines Stadtteils sind somit subjektive Bewer- tungen seines Zustands. Ursachen und Wirkungen von Incivilities werden im Broken Windows-Ansatz beschrieben. Verlassene und verfallende Häuser, unentsorgter Müll und verwahrloste Häuser beispielsweise verunsichern die Bevölkerung, reduzieren die Lebensqualität, verursachen Furcht und signalisieren, dass Normen nur bedingt gültig sind. Als Folge davon ziehen sich die Menschen zurück, die soziale Kontrolle nimmt ab und die Kriminalitätsbelastung steigt. Diejenigen, die es sich leisten können, ziehen aus einem solchen Stadtteil weg, andere Personen hingegen, die solche Ver- hältnisse eher positiv bewerten und an sozialer Kontrolle weniger interessiert sind, bevorzugen solche Stadtteile als Wohnort. Diese Fluktuation führt zu einer Ver- schlechterung der Situation des Stadtteils und somit zu einer Verschärfung der Prob- lemlage in dem Viertel. Dies bedeutet, dass es eine Wechselbeziehung zwischen In- civilities, Kriminalitätsfurcht, Lebensqualität, Kriminalität, Viktimisierungen und Bevöl- kerungsstruktur in einem Stadtteil gibt – ein Kreislauf, der ohne Eingreifen eskalieren würde. Diese Zusammenhänge sind Ergebnisse anderer Studien zur Kommunalen Kriminalprävention und somit empirisch überprüft (Hermann & Laue 2001; Hermann 8 & Dölling 2001; Dölling & Hermann 2006; Lüdemann & Peter 2007). Schaubild 1 be- schreibt die skizzierten Beziehungen. Schaubild 1: Incivilities, Kriminalitätsfurcht und Kriminalität – Beziehungen nach theoretischen und empirischen Studien Das Auditkonzept greift gezielt in diesen Kreislauf durch die Reduzierung der Krimi- nalitätsfurcht, die Verbesserung der Lebensqualität, den Abbau von Incivilities und die Erhöhung des Sozialkapitals ein; dies führt mittel- und langfristig zu einem Abbau der Kriminalitätsbelastung. Insgesamt gesehen ist das Auditkonzept ein ursachenorien- tierter, theoretisch fundierter und empirisch untermauerter Präventionsansatz für Kommunen, ein Evaluationsinstrument sowie ein Konzept zur Optimierung kriminal- präventiver Maßnahmen. Die vorliegende Studie basiert auf diesem Konzept. 1.3 Untersuchungsdesign Die regelmäßige Erfassung der subjektiven und objektiven Sicherheitslage sowie die wissensbasierte Implementation und Evaluation von Präventionsmaßnahmen charak- terisieren das Karlsruher Konzept der Kommunalen Kriminalprävention. Die Bevölke- rungsbefragung zu dieser Thematik wurde 2018 zum vierten Mal durchgeführt, wobei in der letzten Erhebung der Fragenkatalog erweitert und um Fragen aus dem oben beschriebenen Audit-Konzept ergänzt wurde. Die aktuelle Befragung fand Mitte 2018 statt. Hierfür wurden 17.000 zufällig ausgewählte Karlsruherinnen und Karlsruher im 9 Alter von mindestens 18 Jahren mit einem Schreiben des Oberbürgermeisters einge- laden, an der Umfrage teilzunehmen. Diese Zufallsstichprobe erfolgte geschichtet nach Altersgruppen und Staatsangehörigkeit. Die einzelnen Merkmalsgruppen wur- den dabei unterschiedlich gewichtet. So wurden beispielsweise die Nichtdeutschen und die Personen im Alter von 18 bis 29 Jahren übersteuert, da diese Personengrup- pen erfahrungsgemäß zurückhaltender an Umfragen teilnehmen. Die Einwohner bis zum 70. Lebensjahr wurden ersucht, eine Online-Version des Fragebogens auszufül- len. Es wurde ihnen zudem die Möglichkeit gegeben, auch einen schriftlichen Frage- bogen zu erhalten. Die Einwohner ab dem 70. Lebensjahr erhielten grundsätzlich ei- nen schriftlichen Fragebogen. Zusätzlich wurden rund 3.800 Panel-Adressaten, die im Rahmen vergangener Bürgerumfrage ihre Bereitschaft zur Teilnahme an weiteren Umfragen erklärt haben, per E-Mail eingeladen an der Sicherheitsumfrage 2018 teil- zunehmen. Insgesamt haben 5.929 Personen den Fragebogen ausgefüllt. Aufgrund altersbezo- gener Verzerrungen in dem Panel musste der Datensatz gewichtet werden. Die Ge- wichtung verändert die Fallzahl nicht. Eine schriftliche Erhebung und eine Onlineerhebung haben im Vergleich zu einer per- sönlichen Befragung die Vorteile, vergleichsweise billig zu sein und Einflüsse des In- terviewers zu vermeiden. Mit einer schriftlichen Erhebung und einer Onlineerhebung werden unterschiedliche Zielgruppen erreicht, sodass die Kombination beider Metho- den Verzerrungen hinsichtlich der Repräsentativität minimiert. Somit ist die Wahl der Methodenkombination angemessen. Nähere Informationen zum Untersuchungsdes- ign sowie Analysen zur Repräsentativität können den „Beiträgen zur Stadtentwicklung Nr. 56“ (https://web5.karlsruhe.de/Stadtentwicklung/afsta), also dem Sachstandsbe- richt zur öffentlichen Sicherheit und Ordnung von der Stadt Karlsruhe entnommen werden. Mit den Wiederholungen der Bürgerbefragungen wird die Kriminalprävention auf die Basis eines Audit-Konzepts gestellt. Dadurch können Veränderungen in der Sicher- heitslage erfasst und negative Tendenzen durch die Implementation geeigneter Maß- nahmen kompensiert werden. 10 1.4 Die Messung von Kriminalitätsfurcht Hirtenlehner (2006) unterscheidet zwischen universeller Angst und spezifischer Furcht. Zu dem letztgenannten Punkt gehört die Kriminalitätsfurcht. Die universelle Angst – das Sicherheitsgefühl – wurde durch die Frage 3 des Fragebogens erfasst: „Wenn Sie auf den Straßen, Plätzen und Grünanlagen Ihrer Wohngegend zu Fuß un- terwegs sind, fühlen Sie sich dann sicher, einigermaßen sicher oder unsicher?“. Dabei wurden zwei Zeiträume unterschieden: Tagsüber und bei Dunkelheit. Zudem wurde das Sicherheitsgefühl noch speziell für die Innenstadt und den öffentlichen Nahver- kehr erfasst (Fragen 20, 29 und 30). Zur Differenzierung der Aspekte der Kriminalitätsfurcht können in Anlehnung an ein sozialpsychologisches Einstellungskonzept drei Dimensionen unterschieden werden: die affektive (emotionale), kognitive (verstandesbezogene) und konative (verhaltens- bezogene) Komponente (Schwind 2016, § 20 Rn. 18, S. 444). Die affektive Krimina- litätsfurcht wird durch die Fragen 8 und 31 gemessen: „Wie oft haben Sie nachts draußen alleine in Ihrem Stadtteil Angst, Opfer einer Straftat zu werden?“ und „Wie oft denken Sie daran, selbst Opfer einer Straftat zu werden?“. Die Messung der kognitiven Kriminalitätsfurcht erfolgt durch Fragen nach der sub- jektiven Risikoeinschätzung für zukünftige Opferwerdungen (Frage 14: Für wie wahr- scheinlich halten Sie es, dass Ihnen persönlich folgende Dinge in Ihrem Stadtteil im Laufe der nächsten 12 Monate tatsächlich passieren werden: Von irgendjemand an- gepöbelt zu werden, von irgendjemand geschlagen und verletzt zu werden, von einem Einbruch betroffen zu werden, überfallen und beraubt zu werden, bestohlen zu wer- den, vergewaltigt oder sexuell angegriffen zu werden und sexuell belästigt zu wer- den?). Die konative Kriminalitätsfurcht wird durch Fragen nach Abwehr- und Vermeide- maßnahmen, durch die eine Opferwerdung verhindert werden soll, gemessen (Frage 6: „Gibt es in Ihrer Wohngegend bestimmte Orte oder Stellen, die Sie aus Gründen der Sicherheit gezielt meiden?“, Frage 21: „Kennen Sie in der Karlsruher Innenstadt 11 Straßen oder Plätze, wo Sie sich persönlich nach eigener Erfahrung nur sehr ungern aufhalten?“ Bei beiden Fragen wurden zwei Zeiträume unterschieden: Tagsüber und bei Dunkelheit. Ein weiterer Indikator der konativen Kriminalitätsfurcht ist die Frage 32: „Haben Sie ganz generell Ihre Freizeitaktivitäten in den letzten 12 Monaten einge- schränkt aus Angst davor, Sie könnten Opfer einer Straftat werden, z. B. indem Sie bestimmte Gegenden nicht mehr aufsuchen oder abends nicht mehr alleine ausge- hen?“). Für komplexere Analysen wurden alle Indikatoren der Kriminalitätsfurcht und der uni- versellen Angst standardisiert und zu einem Index zusammengefasst. Ein Wert von null für den Kriminalitätsfurchtindex entspricht der durchschnittlichen Kriminalitäts- furcht in Karlsruhe, ein positiver Wert steht für eine überdurchschnittliche und ein ne- gativer Wert für eine unterdurchschnittliche Kriminalitätsfurcht. Die Messung ist valide und reliabel. Eine Faktorenanalyse mit den vier Dimensionen der Kriminalitätsfurcht kann 71 Prozent der Varianz erklären. Die rotierten Faktorladungen liegen alle über 0,81. Der Wert für Cronbachs Alpha beträgt 0,87. Die Qualität der Messung der Kri- minalitätsfurcht ist somit ausgezeichnet. 1.5 Die Messung von Incivilities Als strukturelle Entstehungszusammenhänge für Kriminalitätsfurcht werden in der Kri- minologie bedrohlich wahrgenommene Örtlichkeiten und soziale Desorganisation, also Incivilities, diskutiert (Heinz 1997, S. 65f.; Skogan 1992, S. 3; Dölling & Hermann 2006). Diese wurden früher als Verfallserscheinungen der materiellen Umwelt oder der sozialen Ordnung gesehen – als „unerwünschte“ und verunsichernde Zustände, die baulicher oder sozialer Art sein können. Zu den baulichen Incivilities gehören bei- spielsweise zerfallene und verlassene Gebäude und verwahrloste Grundstücke. Sol- che Räume erwecken den Eindruck fehlender sozialer Kontrolle. Soziale Incivilities beziehen sich auf andere Menschen und deren Verhalten, z.B. „herumhängende“ Ju- gendliche sowie öffentlicher Alkohol- und Drogenkonsum. Es sind „nicht unbedingt gewalttätige oder kriminelle Personen (...), sondern solche mit schlechtem Ruf, lär- mender Aufdringlich- oder Unberechenbarkeit: Bettler, Betrunkene, Süchtige, randa- lierende Jugendliche, Prostituierte, Herumhängende und psychisch Kranke“ (Wilson 12 & Kelling 1996: 129). Das Unsicherheitsgefühl entsteht dadurch, dass das Verhalten dieser Personen als unberechenbar, als belästigend und bedrohlich wahrgenommen wird (Wilson & Kelling 1996; Hermann & Laue 2003; Hohage 2004). Incivilities spiegeln nur bedingt die Realität wieder (Häfele & Lüdemann 2006). Neuere Studien zeigen, dass Incivilities in Bezug auf Migranten in erster Linie Stereotype und Vorurteile über Personengruppen erfassen (Kamenowski 2012; Hermann 2012). Fragt man beispielsweise Personen, die in Migranten ein Problem sehen, worin dieses Prob- lem bestehe, erhält man lediglich unbestimmte Antworten. Zudem werden die Fragen nach persönlichen oder vermittelnden schlechten Erfahrungen mit Migranten in der Regel verneint. Dies verdeutlicht, dass diese Frage Vorurteile erfasst. „Incivilities“ wurden durch die Frage nach Problembereichen erfasst (Fragen 11 und 12): „In einem Stadtteil könnte man verschiedene Dinge als problematisch wahrneh- men. Wie ist das in Ihrem Stadtteil? Kreuzen Sie bitte für jeden der hier aufgeführten Punkte an, inwieweit Sie das in Ihrem Stadtteil heute als Problem ansehen“, beispiels- weise „Gruppen Jugendlicher“, „Undiszipliniert fahrende Autofahrer“, „Ausländerfeind- lichkeit“ und „Rechtsradikalismus“. Die Items können durch eine Ratingskala (kein Problem, ... , großes Problem) bewertet werden. Die Erfassung von Incivilities ist ein wichtiges Instrument für die Ableitung von Prä- ventionsmaßnahmen, insbesondere die Frage zu Migranten. Diese Thematik wurde, um Diskriminierungen zu vermeiden, in einer getrennten Frage berücksichtigt: „Die Bevölkerung setzt sich heute in fast jedem Stadtteil anders zusammen als in den 50er- und 60er-Jahren des letzten Jahrhunderts. Stellt dies für Sie persönlich ein Problem dar, (1) „wenn Sie an die Zugewanderten aus anderen Ländern denken, die schon sehr lange in Deutschland leben?“ und (2) „wenn Sie an die Asylsuchenden denken, die erst in letzter Zeit nach Karlsruhe kamen?“. Personen, die in vielen Migranten ein Problem sehen, haben eine überdurchschnittlich hohe Kriminalitätsfurcht. Die Mi- schung aus Vorurteilen gegenüber Migranten und Furcht ist eine Projektionsfläche zur Förderung rechtsradikaler Ansichten. Eine Kommune, die solche Phänomene unter- binden will, ist gut beraten, Incivilities in Bezug auf Migranten zu erfassen und gezielt abzubauen. 13 In der Frage nach Incivilities werden Vorurteile angesprochen und dabei eine Sprache gewählt, die Personen mit Vorurteilen auch sprechen. Für eine valide Messung ist es notwendig, dass den meisten Befragten das Ziel der Befragung, Vorurteile zu erfas- sen, nicht bekannt wird. Ein solches Vorgehen könnte zu Irritationen unter den Be- fragten führen. Eine ähnliche Problematik findet man beispielsweise in der Antisemi- tismus-Forschung. Hier werden Fragen mit diskriminierendem Charakter gestellt, bei- spielsweise „Was der Staat Israel heute mit Palästinensern macht, ist im Prinzip auch nichts anderes als das, was die Nazis im Dritten Reich mit den Juden gemacht haben“ und „Jews are responsible for the death of Christ“. Neben überregionalen Incivilities wurden durch Frage 27 regionale Incivilities erfasst: „Wenn Sie die Stadt als Ganzes betrachten: Inwieweit sehen Sie die hier aufgeführten Punkte in Karlsruhe als Problem an?“ Die Antwortvorgaben bezogen sich auf Prob- leme mit aggressiven und betrunkenen Gruppen, auf Lärm und Schmutz sowie auf Drogenkriminalität, wobei die Problemfelder lokal verortet wurden. 1.6 Die Messung der Lebensqualität Die perzipierte Lebensqualität wurde durch die Frage „Alle Erfahrungen des täglichen Lebens an einem bestimmten Ort werden zusammengenommen als Lebensqualität bezeichnet. Wie würden Sie Ihre Lebensqualität insgesamt bewerten?“ gemessen. Dabei wurde zwischen der Lebensqualität im Stadtteil und der Lebensqualität in der Gesamtstadt unterscheiden. Die Bewertung der Lebensqualität konnte mittels Schul- noten durchgeführt werden (1 – sehr gut, ..., 6 – ungenügend). 1.7 Die Messung von Viktimisierungen In der Befragung in Karlsruhe wurden durch Frage 33 Viktimisierungen erfasst und damit auch solche Straftaten, die polizeilich nicht registriert wurden. Dabei wurden, anders als in der Polizeilichen Kriminalstatistik, nicht nur Viktimisierungen des Opfers erfasst, sondern auch Opferwerdungen von anderen Mitgliedern des Haushalts. 14 Handlungen wie ein Einbruch in Wohnräume oder die Beschädigung des Autos be- treffen nicht nur eine einzige Person, sondern den gesamten Haushalt. Durch diese Zählweise sind die Viktimisierungsraten nicht nur durch die Berücksichtigung des Dun- kelfelds größer als in der Polizeilichen Kriminalstatistik. Die Frage zur Messung von Viktimisierungen lautete: „Welche der folgenden Straftaten sind Ihnen oder anderen Mitgliedern Ihres Haushalts während der vergangenen 12 Monate in Karlsruhe wider- fahren?“. Die Antwortkategorien zu dieser Frage waren: Diebstahl eines Fahrrads, Diebstahl von sonstigem persönlichen Eigentum, absichtliche Beschädigung an einem Auto, Beschädigung oder Zerstörung von sonstigem persönlichen Eigentum, Einbruch in die Wohnräume und Diebstahl persönlicher Gegenstände, versuchter Einbruch in die Wohnräume, Raub oder versuchter Raub (z. B. Entreißen der Handtasche), Kör- perverletzung oder Androhung von Gewalt und sexuelle Übergriffe. 1.8 Die Messung der Wahrnehmung von Polizei und KOD Die perzipierte Sichtbarkeit von Polizei und KOD wurde durch folgende Fragen erfasst: „Wann haben Sie das letzte Mal eine Polizeistreife oder Streife des Kommunalen Ord- nungsdienstes (KOD) in Ihrem Stadtteil gesehen? (Zu Fuß oder mit dem Auto).“ Die Wahrnehmungshäufigkeiten von Polizeistreifen und Streifen des Kommunalen Ord- nungsdienstes wurden getrennt erfasst. Für die Analyse wurde der Zeitraum „Im Laufe der vergangenen Woche oder häufiger“ mit den restlichen Zeitintervallvorgaben ver- glichen. 1.9. Die Messung von Sozialkapital Sozialkapital im Sinne von Putnam (2000) umfasst insbesondere das Vertrauen in Institutionen und Personengruppen sowie ehrenamtliches Engagement. Zur Mes- sung dieser Merkmale wurde gefragt (Frage 37): „Bitte sagen Sie uns für jede der genannten Institutionen oder Personengruppen in Ihrer Region, wie sehr Sie jeder einzelnen davon persönlich vertrauen.“ Als Items wurden berücksichtigt:  Polizei  Justiz  Der Politik auf Bundes- und Landesebene 15  Der Politik in Karlsruhe  Den Menschen in meiner Nachbarschaft  Den Menschen in Karlsruhe allgemein  Kirchen- und Religionsgemeinschaften  Einsatz- und Rettungskräften. Die Messung von ehrenamtlichem Engagement erfolgte durch die Frage 38: „Waren Sie in den letzten 12 Monaten für einen Verein, eine Kirche oder für eine sonstige Organisation ehrenamtlich tätig?“ und die Bereitschaft zu ehrenamtlichem Engage- ment durch Frage 39: „Wären Sie bereit, sich für einen Verein, eine Kirche oder für eine sonstige Organisation ehrenamtlich zu engagieren?“ 1.10 Die Messung von Werten Das hier berücksichtigte Wertekonzept stammt von Shalom Schwartz. Dieser hat An- fang der 1990er Jahre die Theorie eines umfassenden individuellen Wertesystems entwickelt, das sich insbesondere durch die Annahme, dass Werte nach Ähnlichkeiten geordnet werden können, von anderen Wertekonzepten unterscheidet (Schwartz 1992). Ordnet man Werte nach Ähnlichkeiten, erhält man automatisch eine symmet- rische Anordnung – in einem zweidimensionalen Werteraum ist dies ein Kreis. Dabei liegen ähnliche Werte nebeneinander und gegensätzliche Werte nehmen gegenüber- liegende Positionen ein. Auf der Grundlage zahlreicher, meist internationaler Befra- gungen unterscheidet Schwartz 10 Wertedimensionen: Macht: Der Wert Macht steht für das Ziel, sozialen Status und Prestige sowie die Kontrolle oder Vorherrschaft über Personen und Ressourcen zu erlangen, Leistung: Das Ziel des Wertes Leistung ist der sichtbare persönliche Erfolg und so- ziale Anerkennung innerhalb der Grenzen sozialer Standards, Hedonismus: Der Wert Hedonismus steht für Vergnügen, Freude und sinnliche Be- friedigung, Stimulation: Das zentrale Ziel des Wertes Stimulation ist Spannung, ein aufregen- des Leben, der Reiz des Neuen und die Herausforderungen im Leben, 16 Selbstbestimmung: Das Kernziel des Wertes Selbstbestimmung besteht in eigen- ständigem und unabhängigem Denken und Handeln, Universalismus: Das Ziel des Wertes Universalismus besteht in Verständnis, Wert- schätzung, Toleranz und Schutz für das Wohlergehen aller Menschen und der Natur, Wohlwollen: Beim Wert Wohlwollen steht der Erhalt und die Verbesserung des Wohlergehens von Menschen im Mittelpunkt, mit denen man in häufigen, regelmäßigen und persönlichen Kontakt hat, Tradition: Das Ziel des Wertes Tradition besteht in Respekt, Verpflichtung und Ak- zeptanz bezüglich der Bräuche und Ideen, welche die eigene Kultur oder Religion vorgibt, Konformität: Der Wert Konformität zielt auf das Zurückhalten von Handlungen, Nei- gungen und Antrieben, an denen andere Personen Anstoß nehmen, die an- deren Personen Schaden zufügen und soziale Erwartungen oder Normen verletzen könnten, Sicherheit: Im Zentrum des Wertes Sicherheit stehen der Schutz, die Harmonie und die Stabilität der Gesellschaft sowie persönlicher Beziehungen und des ei- genen Selbst. In Schaubild 2 ist der Wertekreis von Schwartz dargestellt. Sein Anspruch ist, dass dieses Wertekonzept universell ist und somit in allen Kulturen Gültigkeit hat – dies wurde durch zahlreiche internationale Studien belegt (Schwartz 1992; Schwartz & Bilsky 1987). 17 Schaubild 2: Das Wertemodell nach Schwartz Die Messung von Werten erfolgte durch Frage 35. Dabei wurden nur ausgewählte Items der Skala „Individuelle reflexive Werte“ berücksichtigt (Hermann 2004). Die Items zu der Frage können den Wertedimensionen von Schwartz zugeordnet werden (Bilsky & Hermann 2016):  Universalismus: Sozial benachteiligten Gruppen helfen,  Wohlwollen: Gute Freunde haben, die einen anerkennen und akzeptieren,  Konformität: Gesetz und Ordnung respektieren,  Sicherheit: Nach Sicherheit streben,  Hedonismus: Ein Leben mit viel Vergnügen,  Stimulation: Ein aufregendes Leben führen,  Selbstbestimmung: Eigenverantwortlich leben und handeln. 18 2. Wandel der Kriminalitätsfurcht und Ängste: Ver- änderungen in Deutschland und Karlsruhe 2.1 Veränderungen der Angst und Kriminalitätsfurcht in Karlsruhe In den Karlsruher Befragungen ist der Anteil der Personen, die sich als sehr oder manchmal ängstlich einstufen, zwischen 2014 und 2018 von 39 auf 49 Prozent ge- stiegen. Auch in Bezug auf das Sicherheitsgefühl ist ein geringer Anstieg der Unsi- cherheit zu erkennen. Der Anteil der Personen, die sich tagsüber in der eigenen Wohngegend unsicher fühlen, blieb unverändert, während bei Dunkelheit der Anteil der Personen, die sich unsicher fühlen, um drei Prozentpunkte gestiegen ist. Für die Innenstadt ist der Anstieg des Unsicherheitsgefühls etwas ausgeprägter – ein Anstieg um einen Prozentpunkt bei einem Aufenthalt bei Tag und ein Anstieg um sieben Pro- zentpunkte bei einem Aufenthalt bei Nacht. Der Anteil der Personen, die aus Sicher- heitsgründen tagsüber Orte oder Stellen in der Wohngegend meiden, ist geringfügig um einen Prozentpunkt gestiegen. Das Vermeideverhalten bei Dunkelheit hat sich ebenfalls verändert – der Anteil der Personen, die dies praktizieren, ist um zwei Pro- zentpunkte gestiegen. Für die Innenstadt ist die Veränderung des Vermeideverhaltens ausgeprägter – ein Anstieg um 12 Prozentpunkte bei einem Aufenthalt bei Tag und ein Anstieg um acht Prozentpunkte bei einem Aufenthalt bei Nacht. Nach der Befra- gung 2018 hat sich bei 33 Prozent das Sicherheitsempfinden in der Wohngegend der Befragten verschlechtert und bei 4 Prozent verbessert. Als Grund für die Verschlech- terung werden am häufigsten (24 %) Migranten und Geflüchtete genannt (Stadt Karls- ruhe, Amt für Stadtentwicklung 2018: Tabellen im Anhang). Insgesamt gesehen spre- chen die Befragungsergebnisse für die letzten Jahre für einen leichten Anstieg der Kriminalitätsfurcht in Karlsruhe. 2.2 Veränderungen von Ängsten in Deutschland Das Infocenter der R+V Versicherung, Wiesbaden, führt jährlich Befragungen zu den Ängsten der Deutschen durch. Die Erhebungen sind repräsentativ für die deutsch- sprachige Wohnbevölkerung in Privathaushalten in Ost- und Westdeutschland; be- rücksichtigt wurden jedes Mal etwa 2.400 Personen im Alter ab 14 Jahren, davon 19 1.600 in West- und 800 in Ostdeutschland (disproportionale Stichprobenanlage). Wei- tere Informationen zu den Befragungen sind unter www.die-aengste-der-deut- schen.de dokumentiert. Die zentrale Frage der Befragungsstudie lautete: „Es gibt viele Risiken und Gefahren im Leben. Einige davon haben wir zusammengestellt. Uns in- teressiert nun, inwieweit Sie sich davon bedroht fühlen. Bitte geben Sie uns – rein aus dem Gefühl – eine Bewertung, die aussagt, für wie bedrohlich Sie dieses Ereignis halten. Eine „1“ drückt aus, dass Sie keine Angst davor haben. Mit einer „7“ geben Sie zum Ausdruck, dass Sie sehr große Angst davor haben. Denken Sie aber bitte auch an die Zwischenstufen von „2“ bis „6“.“ Es wurden insgesamt 20 mögliche Ängste vor- gegeben. Für die Auswertung wurden die Werte 5, 6 und 7 als „große Angst“ zusam- mengefasst. In Tabelle 1 sind die Umfrageergebnisse seit 2015 zusammengefasst. Tabelle 1: Die Ängste der Deutschen im Langzeitvergleich. Prozentualer Anteil der Befragten mit großer Angst Die größten Ängste 2015 2016 2017 2018 Spannungen durch den Zuzug von Migranten 49 67 61 63 Kontrollverlust des Staates, insbeson- dere durch Flüchtlingskrise 50 66 57 63 Terrorismus 52 73 71 59 Politischer Extremismus 49 67 61 63 Quelle: https://www.ruv.de/static-files/ruvde/Content/presse/die-aengste-der-deutschen/aengste-grafi- ken/ruv-aengste-grafiken.pdf Im Jahr 2016 gab es einen sprunghaften Anstieg bei fast allen Ängsten. Nie zuvor sind „die Ängste innerhalb eines Jahres so drastisch in die Höhe geschnellt wie 2016", so die Leiterin des Infocenters der Projektverantwortlichen. 2016 sei „das Jahr der Ängste“ (https://www.ruv.de/presse/aengste-der-deutschen/presseinformation-a- engste-der-deutschen-2016). Terrorismus, Spannungen durch den Zuzug von Aus- ländern, politischer Extremismus, Überforderung von Behörden/Bürgern durch Asyl- bewerber, Kosten für Steuerzahler durch die EU-Schuldenkrise und Überforderung der Politiker waren die größten Ängste. Bei etwa 70 Prozent der Befragten wurden alle diese Themen mit „großer“ Angst assoziiert. Dabei ist die Angst vor Terror am stärk- sten gestiegen und erreichte erstmals den Spitzenplatz der Umfrage. 2014 hatten 39 20 Prozent der Befragten große Angst vor Terrorismus, 2016 waren es 73 Prozent. Wäh- rend 2015 nur vier Themen von jeweils mehr als der Hälfte der Befragten mit großer Angst verbunden waren, traf dies im Jahr 2016 für 12 Themen zu. Der Angstindex, das ist der Durchschnitt der prozentualen Anteile der Befragten, welche die langjährig abgefragten Themen mit großer Angst verknüpfen, stieg 2016 sprunghaft von 39 auf 49 um 10 Prozentpunkte an (www.die-aengste-der-deutschen.de). Im Jahr 2017 ist das Angstniveau etwas gesunken und 2018 wieder leicht gestiegen, wobei die Trump-Politik als neuer Angstfaktor dazu beigetragen hat. Nach wie vor sind ein drohender Kontrollverlust des Staates, Terrorismus, Spannungen durch den Zu- zug von Ausländern und politischer Extremismus große Angstfaktoren. (https://www.ruv.de/presse/aengste-der-deutschen/downloads). Zu einem identischen Befund gelangt auch die Studie von Streng (2018), der mittels wiederholter Befragungen von Jurastudierenden die Veränderung der Kriminalitäts- furcht und des Bedrohungsgefühls untersucht hat. Von 2010 bis 2016 war ein Anstieg der Kriminalitätsfurcht und insbesondere des persönlichen Bedrohungsgefühls zu be- obachten, ausgelöst durch die „Flüchtlingskrise“ (Streng 2018, S. 1136). 2.3 Fazit Der Vergleich der bundesweiten Daten mit den Erhebungen aus Karlsruhe legt es nahe, dass der leichte Anstieg der Ängste und der Kriminalitätsfurcht von Bürgerinnen und Bürgern aus Karlsruhe durch bundesweite Veränderungen verursacht wurde. Der bundesweite Anstieg der Ängste ist deutlich ausgeprägter als in Karlsruhe. Dies lässt vermuten, dass die Kriminalprävention in Karlsruhe so erfolgreich war, dass bundes- weite Trends nur in abgeschwächter Form in Karlsruhe relevant wurden. 21 3. Lokale Differenzierung: Der Vergleich zwischen Städten 3.1 Vergleichsstädte Ende 2016 wurde in Mannheim und Anfang 2017 in Heidelberg ein Sicherheitsaudit durchgeführt. Dabei wurden zum Teil die gleichen Fragen verwendet wie im Karlsru- her Sicherheitsaudit. Somit ist ein Vergleich möglich. Allerdings sind dabei einige Punkte zu berücksichtigen, denn Unterschiede zwischen den Städten können zum Teil durch die Spezifika der Untersuchungen entstehen. Während in Heidelberg und Mannheim schriftliche Befragungen durchgeführt wurden, basiert die Untersuchung in Karlsruhe weitgehend auf einer Online-Erhebung. Zudem unterscheiden sich die Stichproben: In Heidelberg und Mannheim wurden Bürgerinnen und Bürger ab 14 Jah- ren befragt, in Karlsruhe war die untere Grenze das 18. Lebensjahr. Die Erhebungs- instrumente unterscheiden sich auch in der Reihenfolge der Fragen – auch dies kann das Antwortverhalten beeinflussen. Allerdings dürften die Verzerrungen durch diese Faktoren eher marginal sein. Die Methode der Stichprobenziehung unterscheidet sich nur wenig zwischen den Städten. In Heidelberg wurde der Fragebogen an 8.000 zufällig ausgewählte Einwoh- ner der Stadt verteilt. Die Auswahl erfolgte anhand der Daten des Einwohnermeldere- gisters. Die Zielgruppe bestand aus allen Personen, die mindestens 14 Jahre alt wa- ren. An der Befragung haben 2.770 Personen teilgenommen. Berücksichtigt man die nicht zustellbaren Fragebögen, ergibt sich eine Rücklaufquote von 35 Prozent. Der Fragebogen wurde in Mannheim an 9.998 zufällig ausgewählte Personen verteilt. Die Auswahl erfolgte anhand der Daten des Einwohnermelderegisters. Die Zielgruppe be- stand aus allen Personen, die mindestens 14 Jahre alt waren. An der Befragung ha- ben 3.272 Personen teilgenommen. Berücksichtigt man die nicht zustellbaren Frage- bögen, ergibt sich eine Rücklaufquote von 36 Prozent. Die realisierten Stichproben in Mannheim und Heidelberg weisen geringe Abweichun- gen von der Repräsentativität auf: Frauen und ältere Personen sind überrepräsentiert. In der Karlsruher Befragung sind bezüglich der Repräsentativität lediglich geringe Ab- 22 weichungen beim Alter der Befragten vorhanden – diese Abweichungen wurden rech- nerisch durch eine Gewichtung kompensiert. Auch diese Unterschiede beeinträchti- gen einen Städtevergleich nur wenig. Gravierender dürfte sich die demographische Zusammensetzung der Bevölkerung auswirken: In der Heidelberger Befragung waren 44 Prozent der Befragten mindestens 50 Jahre alt, in Mannheim 52 Prozent und in Karlsruhe 57 Prozent. Auch in der Geschlechterverteilung sind Unterschiede erkenn- bar: In der Heidelberger Stichprobe sind 58 Prozent der Befragten weiblich, in Mann- heim 56 Prozent und in Karlsruhe 49 Prozent. Alter und Geschlecht beeinflussen die Kriminalitätsfurcht: Frauen und ältere Personen haben im Durchschnitt eine ver- gleichsweise hohe Kriminalitätsfurcht. Frauen sind in den Stichproben zu Heidelberg und Mannheim überrepräsentiert und ältere Personen unterrepräsentiert, somit dürf- ten sich die Verzerrungen kompensieren – folglich sind die Unterschiede zu Karlsruhe interpretierbar. 3.2 Kriminalitätsfurcht Die Fragen zum Sicherheitsgefühl und zur konativen Kriminalitätsfurcht unterscheiden sich in den Befragungen in Heidelberg, Mannheim und Karlsruhe, sodass ein Ver- gleich nicht sinnvoll ist. Die Fragen zur affektiven und kognitiven Kriminalitätsfurcht hingegen sind in den Bevölkerungsbefragungen der drei Gemeinden identisch. In Ta- belle 2 sind die Ergebnisse festgehalten. Es zeigt sich, dass die Kriminalitätsfurcht in Karlsruhe sich auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau befindet. 23 Tabelle 2: Affektive und kognitive Kriminalitätsfurcht im Städtevergleich Stadt Kriminalitätsfurcht Karlsruhe Mannheim Heidelberg Affektive Kriminalitätsfurcht Wie oft denken Sie daran, selbst Opfer einer Straftat zu werden? 1 15 27 17 Wie oft haben Sie nachts draußen alleine in Ihrem Stadtteil Angst, Opfer einer Straftat zu werden? 2 14 30 17 Kognitive Kriminalitätsfurcht: Perzipierte Viktimisierungswahrscheinlichkeiten 3 Belästigung durch Anpöbeln 26 35 26 Körperverletzung 6 15 6 Wohnungseinbruch 25 35 23 Raub 12 23 11 Diebstahl 19 26 16 Vergewaltigung, sexueller Angriff 5 10 5 Sexuelle Belästigung 9 14 10 1: Prozentualer Anteil von Befragten, die oft oder sehr oft daran denken, Opfer einer Straftat zu wer- den 2: Prozentualer Anteil von Befragten, die nachts draußen alleine in Ihrem Stadtteil oft oder sehr oft Angst haben, Opfer einer Straftat zu werden 3: Prozentualer Anteil von Befragten, die es für ziemlich oder sehr wahrscheinlich halten, dass Ihnen persönlich folgende Dinge in Ihrem Stadtteil im Laufe der nächsten 12 Monate tatsächlich passieren werden 3.2 Lebensqualität Die untersuchten Gemeinden unterscheiden sich in der perzipierten Lebensqualität. Die Ergebnisse sind in Tabelle 3 beschrieben. Die Zahlen sind Durchschnittswerte, wobei für die Bewertung Schulnoten verwendet wurden. 24 Tabelle 3: Perzipierte Lebensqualität im Städtevergleich Stadt Lebensqualität Karlsruhe Mannheim Heidelberg Lebensqualität im Stadtteil* 1,9 2,5 2,0 Lebensqualität in der Gemeinde* 2,3 3,0 2,1 Die Lebensqualität in Karlsruhe wird als gut bewertet und liegt etwa auf dem Niveau von Heidelberg. Bemerkenswert ist der Unterschied in der Bewertung des eigenen Stadtteils und in der Bewertung der Gesamtgemeinde in Karlsruhe. Die Lebensqualität im nahen Umfeld wird deutlich besser beurteilt als die Lebensqualität in der Kommune. Dies spricht für das Vorhandensein von Stereotypen in Teilen der Bevölkerung. 3.3 Incivilities Der Städtevergleich in Bezug auf Incivilities ist in Tabelle 4 aufgeführt. Die Zahlen sind prozentuale Anteile der Befragten, die einen Bereich als ziemliches oder großes Problem betrachten. Das dominante Problem in allen Gemeinden ist der Straßenverkehr. Undisziplinierte Autofahrerinnen und Autofahrer sowie rechtwidrig parkende Autos werden von vielen als Problem gesehen. An zweiter Stelle werden ästhetische Probleme wie Schmutz und Müll genannt. In allen Bereichen ist das Niveau der subjektiven Problemsicht in Karlsruhe niedriger als in Mannheim. Im Vergleich zu Heidelberg sind einige Incivilities in Karlsruhe ausgeprägter, andere in Heidelberg. Auffallend ist in Karls- ruhe der große Unterschied zwischen der Beurteilung von Zugewanderten, die schon lange in Deutschland leben, und Asylsuchenden, die erst in letzter Zeit nach Karlsruhe kamen. Während Migranten von nur ganz wenigen Personen mit einem Problem in Verbindung gebracht werden, ist dies bei Asylbewerbern bei fast einem Drittel der Befragten der Fall. In diesem Punkt könnten Präventionsmaßnahmen helfen, die aus- gezeichnete Situation in Karlsruhe noch zu verbessern. 25 Tabelle 4: Incivilities im Städtevergleich Stadt Karlsruhe Mannheim Heidelberg Gruppen Jugendlicher 15 18 9 fliegende Händler 5 9 5 Drogenabhängige 11 17 7 Betrunkene 19 24 17 Undisziplinierte Autofahrer 37 46 35 Ausländerfeindlichkeit 8 15 6 Rechtsradikalismus 5 14 4 Fremdenfeindliche Demonstrationen 4 8 3 Gruppen alkoholisierter Personen 21 24 17 Aggressive Bettler 8 - 12 Sexualisierte Herabwürdigung und ver- bale Demütigung von Frauen 9 - 7 Beschmierte Wände 16 31 22 Müll in den Straßen 33 53 30 Diebstahl, Sachbeschädigung und Ge- walt 25 41 25 Falsch oder behindernd parkende Au- tos 36 51 42 Migranten 4 11 11 Geflüchtete 30 25 13 -) Nicht erfasst 3.5 Wahrnehmung von Polizei und KOD Der Städtevergleich in Bezug auf die Wahrnehmung von Polizei und KOD ist in Ta- belle 5 aufgeführt. Die Zahlen sind prozentuale Anteile der Befragten, die in der letzten Woche mindestens einmal eine Polizeistreife beziehungsweise eine Streife des Kom- munalen Ordnungsdienstes oder des städtischen Vollzugsdienstes gesehen haben. 26 Tabelle 5: Die Wahrnehmung von Polizei und KOD im Städtevergleich Stadt Karlsruhe Mannheim Heidelberg Polizei 48 47 58 KOD 19 25 31 Die Präsenz der Polizei in der Öffentlichkeit ist in Karlsruhe auf dem Niveau von Mann- heim, allerdings unter dem Niveau von Heidelberg. Der KOD in Karlsruhe wird seltener wahrgenommen als die städtischen Vollzugsdienste in Heidelberg und Mannheim. 3.6 Sozialkapital Das Vertrauen in Institutionen und Mitmenschen sind zwei zentrale Komponenten des Sozialkapitals. Der Städtevergleich in Bezug auf das Vertrauen in Institutionen und Mitmenschen ist in Tabelle 6 aufgeführt. Die Frageformulierungen unterscheiden sich in den Gemeinden etwas, deshalb sind die Items einzeln aufgeführt. Die Zahlen sind die Anteile der Personen, die einer Gruppierung mit deutlichem Misstrauen begegnen. Insgesamt gesehen unterscheiden sich die Gemeinden kaum im Ausmaß des Ver- trauens der Bevölkerung gegenüber Institutionen und Mitmenschen. Lediglich das Vertrauen in die Politik ist in Karlsruhe größer als in den anderen Städten. Tabelle 6: Das Misstrauen in Institutionen und Mitmenschen im Städtever- gleich Karlsruhe Mannheim Heidelberg Polizei: 3 Prozent Den Menschen in meiner Nachbarschaft: 4 Prozent Den Menschen in Karlsruhe allgemein: 6 Prozent Justiz: 6 Prozent Der Politik in Karlsruhe: 13 Prozent Der Politik auf Bundes- und Landesebene: 21 Prozent Polizei 4 Prozent Die Mitmenschen in der Ge- meinde: 5 Prozent Justiz: 8 Prozent Politik insgesamt: 34 Prozent Polizei: 3 Prozent Die Mitmenschen in der Ge- meinde: 5 Prozent Justiz: 5 Prozent Politik insgesamt: 23 Prozent 27 Tabelle 7 beschreibt den Städtevergleich für ehrenamtliches Engagement. Die Zah- len sind prozentuale Anteile der Personen, die ehrenamtlich aktiv sind beziehungs- weise die Bereitschaft dazu zeigen. Insgesamt gesehen sind die Unterschiede zwi- schen den Städten gering. Tabelle 7: Ehrenamtliches Engagement im Städtevergleich Stadt Karlsruhe Mannheim Heidelberg Ehrenamtliche Tätigkeit 37 34 39 Bereitschaft zu einem ehrenamtlichen Engagement 66 62 73 4. Lokale Differenzierung: Der Vergleich zwischen Stadtteilen Karlsruhes Die lokale Differenzierung erfolgt auf der Basis der Stadtteile. Diese sind unterschied- lich groß, entsprechend variiert auch der Stichprobenumfang. In Tabelle 8 ist die An- zahl der Befragten in den einzelnen Stadtteilen aufgeführt. Die Fallzahl für einige Stadtteile ist relativ klein, sodass die Analyseergebnisse zu diesen Stadtteilen, insbe- sondere zu Palmbach und Stupferich mit Fallzahlen unter 50 nur unter Vorbehalt zu interpretieren sind. Tabelle 8: Anzahl der Befragten pro Stadtteil Stadtteil Fallzahl 1 Innenstadt-Ost 120 2 Innenstadt-West 210 3 Südstadt 422 4 Südweststadt 473 5 Weststadt 422 6 Nordweststadt 208 7 Oststadt 412 28 8 Mühlburg 280 9 Daxlanden 199 10 Knielingen 169 11 Grünwinkel 180 12 Oberreut 118 13 Beiertheim-Bulach 148 14 Weiherfeld-Dammerstock 127 15 Rüppurr 228 16 Waldstadt 209 17 Rintheim 109 18 Hagsfeld 145 19 Durlach 614 20 Grötzingen 180 21 Stupferich 48 22 Hohenwettersbach 62 23 Wolfartsweier 77 24 Grünwettersbach 61 25 Palmbach 37 26 Neureut 360 27 Nordstadt 206 Insgesamt 5825 Keine Angabe 104 4.2 Kriminalitätsfurcht Die Kriminalitätsfurcht wird in der Umfrage durch mehrere Fragen erfasst, die zwi- schen allgemeinem Sicherheitsgefühl, affektiver, konativer und kognitiver Kriminali- tätsfurcht unterscheiden. Zur Analyse wurden alle Indizes zu einem Gesamtindex „Kri- minalitätsfurcht“ zusammengefasst, wobei jede der vier Dimensionen mit gleichem Gewicht in die Indexbildung einfließt. Der Gesamtindex ist standardisiert – das bedeu- tet, er hat den Mittelwert null. Negative Zahlenwerte bedeuten eine unter- und positive Werte eine überdurchschnittliche Kriminalitätsfurcht. In Schaubild 3 sind für diesen Gesamtindex die Durchschnittswerte (Mittelwerte) für jeden Stadtteil aufgeführt. 29 Schaubild 3: Regionale Verteilung der Kriminalitätsfurcht (Gesamtindex) in Karlsruhe Legende: Der Mittelwert der Kriminalitätsfurcht für Karlsruhe-Gesamt ist null. Zwischen den Stadtteilen gibt es signifikante Unterschiede in der Kriminalitäts- furcht. Aus der Sicht der Bewohnerinnen und Bewohner der jeweiligen Stadtteile ist die Kriminalitätsfurcht in Palmbach und Hohenwettersbach am geringsten. Relativ hoch ist die Kriminalitätsfurcht in Daxlanden, Knielingen und Oberreut. Die Unter- schiede zwischen den Stadtteilen in der Kriminalitätsfurcht ist nicht auf Unterschiede in der Ängstlichkeit der Einwohner zurückzuführen, denn die Antworten auf die Frage, wie schätzen Sie sich selbst ein, sind Sie sehr ängstlich, manchmal ängstlich oder nicht ängstlich, unterscheiden sich nicht signifikant zwischen den Stadtteilen. Manche Items zur Messung der Kriminalitätsfurcht beziehen sich auf den Stadtteil, in dem der oder die Befragte wohnt, einige beziehen sich auf die Innenstadt oder den ÖPNV. Zur Kontrolle der Ergebnisse wurde die Analyse mit einem Kriminalitätsfurcht- 30 Index durchgeführt, in dem lediglich solche Items berücksichtigt wurden, die sich auf den Stadtteil beziehen. Das Ergebnis dieser modifizierten Berechnung ist in Schau- bild 4 dargestellt. Schaubild 4: Regionale Verteilung der Kriminalitätsfurcht (Gesamtindex) in Karlsruhe – modifizierte Messung der Kriminalitätsfurcht Legende: Der Mittelwert der Kriminalitätsfurcht für Karlsruhe-Gesamt ist null. Auch bei dieser Analyse ist die Kriminalitätsfurcht in Palmbach und Hohenwettersbach am geringsten, während sie in Daxlanden, Knielingen und Oberreut relativ hoch ist. Beide Analysen kommen nahezu zum gleichen Ergebnis. Für die Innenstadt-Ost je- doch führt die modifizierte Messung der Kriminalitätsfurcht zu einem schlechteren Er- gebnis. 31 Fragt man nicht die Bewohnerinnen und Bewohner der jeweiligen Stadtteile nach der Kriminalitätsfurcht in ihren Wohngebieten, sondern alle Einwohner Karlsruhes nach solchen Stadtteilen, die außerhalb ihres Wohngebietes liegen und in denen sie sich fürchten würden, erhält man ein anderes Bild als in den Schaubildern 3 und 4. Die Tabelle 9 enthält die prozentualen Anteile von Befragten, die sich in einem Stadtteil außerhalb des Wohnbezirks fürchten würden. Beispielsweise bedeutet die Zahl 23 für Oberreut, dass sich 23 Prozent der Einwohner Karlsruhes, die nicht in Oberreut woh- nen, in Oberreut fürchten würden. Tabelle 9: Ansichten der Bewohnerinnen und Bewohner Karlsruhes über Stadtteile außerhalb ihres Wohngebiets, in denen sie sich fürchten würden Stadtteil Prozentualer Anteil von Be- fragten, die sich in einem Stadtteil fürchten würden Innenstadt-Ost 36 Südstadt 35 Innenstadt-West 35 Oberreut 23 Oststadt 13 Mühlburg 9 Südweststadt 9 Waldstadt 4 Weststadt 4 Nordstadt 3 Nordweststadt 2 Durlach 2 Rintheim 2 Grünwinkel 2 Beiertheim-Bulach 1 Daxlanden 1 Neureut 1 32 Hagsfeld 1 Weiherfeld-Dammerstock 1 Knielingen 1 Rüppurr 0 Grötzingen 0 Hohenwettersbach 0 Stupferich 0 Wolfartsweier 0 Palmbach 0 Grünwettersbach 0 Weniger als 0,5 Prozent der Befragten geben an, dass sie sich in den Stadtteilen Rüppurr, Grötzingen, Hohenwettersbach, Stupferich, Wolfartsweier, Palmbach und Grünwettersbach fürchten würden. Etwa ein Drittel der Befragten nennen bei der Frage nach Gegenden, in denen sie sich fürchten würden, die Innenstadt-Ost, Süd- stadt und Innenstadt-West. Die Selbsteinschätzung der Kriminalitätsfurcht durch die Einwohner der Stadtteile und die Fremdeinschätzung durch Einwohner Karlsruhes, die nicht in dem Stadtteil woh- nen, kann differieren. Die Einwohner von Daxlanden und Knielingen haben eine über- durchschnittliche Kriminalitätsfurcht, aber kaum jemand, der nicht in diesen Stadtteilen wohnt, fürchtet sich dort. Dies dürfte insbesondere durch die Randlage der Stadtteile im Stadtkreis begründet sein. In Schaubild 5 wird die Selbsteinschätzung der Kriminalitätsfurcht durch die Einwoh- ner der Stadtteile mit der Fremdeinschätzung durch Einwohner Karlsruhes, die nicht in dem Stadtteil wohnen, verglichen. Die Analyse zeigt, dass drei Stadtteilgruppen unterschieden werden können, die für eine Vertiefung kriminalpräventiver Maßnah- men geeignet sind. 33  Die erste Gruppe besteht aus Stadtteilen, in denen sich die Kriminalitätsfurcht der Bewohnerinnen und Bewohner kaum von dem Furchtniveau in der gesam- ten Stadt unterscheidet, aber für etwa ein Drittel der Einwohner eine Region ist, in der sie sich fürchten würden – das ist die Innenstadt-Ost, Südstadt und In- nenstadt-West.  Die zweite Gruppe besteht aus Stadtteilen, in denen die Kriminalitätsfurcht der der Bewohnerinnen und Bewohner überdurchschnittlich groß ist, aber von der restlichen Einwohnern Karlsruhes fürchtet sich dort kaum jemand – das sind Daxlanden und Knielingen.  Die dritte Gruppe besteht aus einem Stadtteil, in dem das Furchtniveau der Einwohner sowie der Anteil der Personen, die sich dort fürchten würden, ob- wohl sie dort nicht wohnen, relativ groß ist – das ist Oberreut. Schaubild 5: Selbst- und Fremdeinschätzung der Kriminalitätsfurcht in den Stadtteilen Karlsruhes 34 Bei der Implementation neuer kriminalpräventiver Maßnahmen und beim Aus- bau bestehender Aktivitäten zum Abbau der Kriminalitätsfurcht sollten die Stadtteile mit hoher Kriminalitätsfurcht im Mittelpunkt stehen. Dabei könnte ent- weder aus jeder der drei oben beschriebenen Gruppen jeweils ein Stadtteil aus- gewählt werden oder jeweils alle Stadtteile in einer Gruppe zusammengefasst werden. 4.3 Kriminalitätsbelastung Die Kriminalitätsbelastung wurde durch Fragen nach Opferwerdungen erfasst. Diese variiert delikt- und ortsspezifisch. In Schaubild 6 sind die prozentualen Anteile der Befragten aufgeführt, die angaben, dass sie oder ein anderes Mitglied des Haushalts innerhalb der letzten 12 Monate Opfer einer Straftat wurden, differenziert nach Stadt- teilen. Dabei wird nicht zwischen Deliktsarten unterschieden, sondern alle Delikte wer- den berücksichtigt, nämlich Diebstahl eines Fahrrads, Diebstahl von sonstigem per- sönlichen Eigentum, absichtliche Beschädigung an einem Auto, Beschädigung oder Zerstörung von sonstigem persönlichen Eigentum, Einbruch in die Wohnräume und Diebstahl persönlicher Gegenstände, versuchter Einbruch in die Wohnräume, Raub oder versuchter Raub (z. B. Entreißen der Handtasche), Körperverletzung oder An- drohung von Gewalt und sexueller Übergriff. 35 Schaubild 6: Prävalenzraten für Viktimisierungen der Befragten und anderer Haushaltsmitglieder Legende: Die durchschnittliche Prävalenzrate von Viktimisierungen für Karlsruhe-Gesamt beträgt 48 Prozent. Die lokalen Unterschiede hinsichtlich Viktimisierungen erlauben eine Konzentration kriminalpräventiver Maßnahmen auf die jeweils relevanten Stadtteile. Die häufigsten Viktimisierungen treten in der Innenstadt-Ost auf. Aber auch in der Innenstadt-West, der Südstadt, in Knielingen und Oberreut, also die Stadtteile, die hinsichtlich der Kri- minalitätsfurcht auffällig sind. 4.4 Incivilities Die subjektiven Problembelastungen in Karlsruhe, also Incivilities, sind in Tabelle 10 dargestellt. Dabei wird zwischen überregionalen und regionalen Incivilities unterschie- den. Während die Fragen zu den überregionalen Incivilities von allen Befragten be- antwortet werden können, ist dies bei den regionalen Incivilities nicht der Fall. Folglich 36 ist bei diesen Items die Anzahl fehlender Angaben vergleichsweise hoch. Um dies zu berücksichtigen, wurden in dem Tabellenteil zu den regionalen Incivilities die Prozent- werte sowohl für die Befragten angeführt, die eine Antwort auf die Frage gegeben haben als auch für alle Befragten der gesamten Erhebung. Bei der Zahl in Klammern bezieht sich der Prozentwert auf alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Befra- gung, unabhängig davon, ob sie die Frage beantwortet haben oder nicht, bei der Zahl vor der Klammer sind die fehlenden Angaben ausgeschlossen. Für eine Beurteilung der Relevanz eines Items ist insbesondere dieser Zahlenwert von Bedeutung. Tabelle 10: Subjektive Sichtweisen über Problembereiche in Karlsruhe Incivilities Prozent* Überregionale Incivilities Undiszipliniert fahrende Autofahrer 37 Falsch oder behindernd parkende Autos 36 Schmutz / Müll in den Straßen oder Grünanlagen 33 Asylsuchende, die erst in letzter Zeit nach Karlsruhe kamen 30 Diebstahl, Sachbeschädigung, Gewalt 25 Gruppen alkoholisierter Personen 21 Betrunkene 19 Besprühte / beschmierte Hauswände 16 Gruppen Jugendlicher 15 Drogenabhängige 11 Sexualisierte Herabwürdigung und verbale Demütigungen von Frauen 9 Aggressives Betteln 8 Ausländerfeindlichkeit 8 Fliegende Händler, Haustürgeschäfte 5 Rechtsradikalismus 5 Zugewanderten aus anderen Ländern, die schon sehr lange in Deutschland leben 4 Fremdenfeindliche Demonstrationen 4 Regionale Incivilities Drogenkriminalität am Werderplatz und den umliegenden Straßen 76 (38)** Aggressive und betrunkene Gruppen auf dem Werderplatz 70 (43)** Aggressive und betrunkene Gruppen am Europaplatz 67 (58)** Drogenkriminalität am Kronenplatz 64 (30)** Lärm, Schmutz, Randale, aggressive und betrunkene Gruppen am Kronenplatz 56 (40)** Drogenkriminalität in der Altstadt und im Bereich Alter Friedhof 56 (19)** Aggressive und betrunkene Gruppen am Bahnhofsvorplatz / Eingangsbereich Zoologi- scher Stadtgarten 47 (35)** Lärm, Schmutz, Randale, aggressive und betrunkene Gruppen im Schlossgarten 46 (35)** 37 Aggressive und betrunkene Gruppen am Friedrichsplatz 33(18)** Lärm, Schmutz, Randale, aggressive und betrunkene Gruppen im Citypark 33 (15)** *) Prozentuale Anteile an Personen, die einen Bereich als ziemliches oder großes Problem sehen. **) Die Zahlen in Klammern sind Prozentwerte, wobei sich die Prozentuierung auf alle Befragten bezieht, die Zah- len vor den Klammern berücksichtigen fehlende Angaben. Die Zahlen sind die prozentualen Anteile an Personen, die einen Bereich als ziemli- ches oder großes Problem sehen. Demnach dominiert aus Befragtensicht ein Prob- lembereich, nämlich der Straßenverkehr: Falsch oder behindernd parkende Autos so- wie undiszipliniert fahrende Autofahrer werden von mehr als einem Drittel als Problem gesehen. Die Problembelastung ist insgesamt gesehen auf niedrigem Niveau. Dies trifft nicht für einige Brennpunkte zu: Drogenkriminalität sowie aggressive und betrun- kene Gruppen auf dem Werderplatz und den umliegenden Straßen sowie aggressive und betrunkene Gruppen am Europaplatz. Zudem zeigt der Kronenplatz gewisse Auf- fälligkeiten. In Tabelle 11 werden die überregionalen Incivilities nach Stadtteilen differenziert. Alle Unterschiede zwischen den Stadtteilen sind nach Varianzanalysen signifikant. 38 Tabelle 11: Subjektive Sichtweisen über Problembereiche in den Stadtteilen Incivilities Stadtteil q1301 q1302 q1303 q1304 q1305 q1306 q1307 q1308 q1309 q1310 q1311 q1312 q1313 q1314 q1315 q1401 q1402 1 Innenstadt-Ost 21 7 32 48 39 11 12 8 49 23 23 30 45 36 33 7 30 2 Innenstadt-West 30 4 15 44 53 13 10 23 47 25 15 29 40 29 39 2 24 3 Südstadt 22 4 44 50 34 9 4 3 52 16 20 38 49 35 38 3 26 4 Südweststadt 13 2 8 16 36 8 4 4 19 7 8 21 30 21 42 3 23 5 Weststadt 15 5 10 19 43 8 6 4 21 8 10 22 35 24 42 4 24 6 Nordweststadt 12 5 8 11 30 4 3 3 15 7 6 10 29 21 23 2 34 7 Oststadt 13 4 11 18 35 11 7 7 21 8 13 10 34 28 35 3 25 8 Mühlburg 20 8 10 23 46 9 3 2 20 10 9 18 38 28 43 4 33 9 Daxlanden 22 4 9 21 41 8 2 1 19 1 7 14 39 33 32 5 40 10 Knielingen 15 8 6 12 48 5 6 1 15 8 7 17 39 33 41 7 40 11 Grünwinkel 15 7 9 10 41 8 4 1 14 6 9 9 36 32 30 4 32 12 Oberreut 36 12 26 42 31 22 16 2 42 6 14 32 57 37 40 9 43 13 Beiertheim-Bulach 10 4 5 13 39 3 3 2 12 5 6 13 34 15 44 3 31 14 Weiherfeld-Dammerstock 5 6 1 3 23 7 5 2 4 2 3 3 12 16 27 2 23 15 Rüppurr 7 8 4 4 27 2 1 1 9 5 4 7 19 27 29 1 21 16 Waldstadt 14 6 10 21 35 9 5 3 21 12 9 13 43 28 33 8 33 17 Rintheim 14 6 9 14 31 3 5 2 15 6 9 10 30 21 41 2 31 18 Hagsfeld 15 3 3 13 32 4 4 1 17 7 3 14 26 17 31 6 33 19 Durlach 16 4 6 15 42 9 7 6 16 9 8 13 32 24 41 5 34 20 Grötzingen 10 8 4 7 34 10 5 2 8 5 9 12 25 18 37 7 29 21 Stupferich 6 6 5 6 45 13 11 2 6 2 5 4 21 24 35 9 35 22 Hohenwettersbach 4 5 2 4 29 2 7 0 4 7 2 2 11 10 21 2 20 23 Wolfartsweier 8 3 5 11 37 6 4 1 7 1 11 4 17 13 40 4 38 24 Grünwettersbach 7 15 2 5 47 4 2 2 5 4 5 7 21 16 50 8 29 25 Palmbach 3 3 7 9 33 6 4 3 9 6 7 0 11 21 21 3 34 26 Neureut 13 5 4 10 29 5 2 1 11 5 5 8 26 18 27 4 36 27 Nordstadt 18 5 5 9 39 9 8 2 15 3 8 11 39 20 30 4 28 Insgesamt 15 5 11 19 37 8 5 4 21 8 9 16 33 25 36 4 30 q1301 Gruppen Jugendlicher q1302 Fliegende Händler, Haustürgeschäfte q1303 Drogenabhängige q1304 Betrunkene q1305 Undiszipliniert fahrende Autofahrer q1306 Ausländerfeindlichkeit q1307 Rechtsradikalismus q1308 Fremdenfeindliche Demonstrationen q1309 Gruppen alkoholisierter Personen q1310 Aggressives Betteln q1311 Sexualisierte Herabwürdigung und verbale Demütigungen von Frauen q1312 Besprühte / beschmierte Hauswände q1313 Schmutz / Müll in den Straßen oder Grünanlagen q1314 Diebstahl, Sachbeschädigung, Gewalt q1315 Falsch oder behindernd parkende Autos q1401 Zugewanderte aus anderen Ländern denken, die schon sehr lange in Deutschland leben q1402 Asylsuchende, die erst in letzter Zeit nach Karlsruhe kamen Die Problemschwerpunkte sind regional konzentriert.  In Oberreut haben vergleichsweise viele Einwohner Probleme mit Gruppen Ju- gendlicher.  In der Innenstadt, Südstadt, und Oberreut sind perzipierte Probleme mit Be- trunkenen überrepräsentiert.  In der Innenstadt-West und Knielingen sind undiszipliniert fahrende Autofahrer vergleichsweise häufig auffällig.  Graffiti sowie Schmutz und Müll werden insbesondere in der Südstadt und in Oberreut vergleichsweise häufig wahrgenommen und als Problem gesehen.  In Grünwettersbach scheinen falsch und behindernd parkende Autos ein Prob- lem zu sein.  In Daxlanden und Knielingen werden Asylbewerber, die erst in letzter Zeit nach Karlsruhe kamen, von vergleichsweise vielen Einwohnern mit Problemen as- soziiert.  Auffallend ist, dass Migranten, die schon lange Zeit in Deutschland leben, von sehr wenigen Personen als Problem gesehen werden. Alle Stadtteile in Karls- ruhe zeigen diese positive Ergebnis – es gibt keine „Ausreißer“. Negative ste- reotype Vorstellungen über Migranten sind kaum vorhanden. Die genannten Probleme könnten durch kriminalpräventive Maßnahmen entschärft werden und dadurch zu einer Reduzierung der Kriminalitätsfurcht beitragen. Auch diese Analyse zeigt, dass die Konzentration von kriminalpräventiven Maßnahmen auf die Innenstadt-Ost, Südstadt, Innenstadt-West, Daxlanden, Knielingen und Oberreut sinnvoll ist. Diese unterscheiden sich jedoch in der Problemkonstellation, sodass un- terschiedliche Maßnahmen angemessen wären. 4.5 Lebensqualität Die Bewertungen der Lebensqualität in den Stadtteilen unterscheiden sich signifikant. In Schaubild 7 sind die Ergebnisse der entsprechenden Varianzanalyse dargestellt. Die Lebensqualität in den meisten Stadtteilen ist ausgesprochen gut. Besonders hoch ist die Lebensqualität in Hohenwettersbach, die schlechtesten Bewertun- gen betreffen Oberreut, die Innenstadt-Ost, Knielingen, Innenstadt-West und Südstadt; aber auch dort ist die durchschnittliche Lebensqualität noch gut. Auch 40 diese Ergebnisse sprechen für eine lokale Konzentration von Präventionsmaßnah- men. Schaubild 7: Regionale Unterschiede in der Bewertung der Lebensqualität in Karlsruhe (Mittelwerte) Legende: Der Mittelwert für die perzipierte Lebensqualität im Stadtteil ist 1,9.. 4.6 Präsenz von Polizei und Kommunalem Ordnungsdienst Im gesamten Untersuchungsgebiet haben 48 Prozent der Befragten in der letzten Wo- che mindestens einmal eine Polizeistreife gesehen. Im gleichen Referenzzeitraum ha- ben in Karlsruhe 19 Prozent der Bevölkerung eine Streife des Kommunaler Ordnungs- dienstes (KOD) wahrgenommen. Die Wahrnehmungshäufigkeit von Polizeistreifen und KOD variiert zwischen den Stadtteilen, und die Unterschiede sind nach Vari- 41 anzanalysen signifikant. In der Innenstadt-Ost werden Polizeistreifen und KOD ver- gleichsweise häufig wahrgenommen. Die Zahlen liegen bei 75 Prozent (Polizei) und 60 Prozent (KOD). In Schaubild 8 werden die Wahrnehmungshäufigkeiten von Polizei und KOD mitei- nander verglichen. Wird in einem Stadtteil die Polizei häufig wahrgenommen, trifft dies auch auf den KOD zu – und umgekehrt. Schaubild 8: Vergleich der Wahrnehmungshäufigkeit von Polizeistreifen und des KOD (Prozentualer Anteil an Personen, die eine Polizeistreife/KOD heute oder im Lauf der vergangenen Woche gesehen haben) Zwischen der Wahrnehmungshäufigkeit von Polizei und KOD einerseits und Krimina- litätsfurcht andererseits gibt es einen Zusammenhang: Je größer die Kriminalitäts- furcht einer Person ist, desto häufiger werden Polizei und KOD wahrgenommen. Die bivariaten Korrelationskoeffizienten sind signifikant (Polizei: r=-0,06; KOD: r=-0,12). 42 Die Präsenz von Sicherheitsorganen ist ein Grundbedürfnis von Menschen mit hoher Kriminalitätsfurcht. Die Wahrnehmung der Kontrollinstitutionen deckt sich jedoch nur zum Teil mit dem Kriminalitätsfurchtniveau in Stadtteilen, sodass eine Optimierung der Personalressourcen möglich ist. Hinweise, den Personaleinsatz weiter zu optimieren, liefern die Schaubildern 9 und 10. In diesen wird die durchschnittliche Kriminalitäts- furcht in den Stadtteilen mit der Wahrnehmungshäufigkeit von Polizeistreifen und städtischem Vollzugsdienst verglichen. Beide Schaubilder verdeutlichen, dass ten- denziell mit zunehmendem Furchtniveau in einem Stadtteil die Wahrnehmungshäufig- keit steigt. Schaubild 9: Vergleich der Kriminalitätsfurcht in den Stadtteilen (Mittelwert Furcht-Index) mit der Wahrnehmungshäufigkeit von Polizeistreifen (Prozentua- ler Anteil an Personen, die eine Polizeistreife heute oder im Lauf der vergange- nen Woche gesehen haben) 43 Schaubild 10: Vergleich der Kriminalitätsfurcht in den Stadtteilen (Mittelwert Furchtindex) mit der Wahrnehmungshäufigkeit von Streifen des KOD (Prozen- tualer Anteil an Personen, die eine Streife heute oder im Lauf der vergangenen Woche gesehen haben) In der Innenstadt-Ost und Innenstadt-West werden Polizei und KOD vergleichsweise häufig wahrgenommen, obwohl dort die Kriminalitätsfurcht der Bewohnerinnen und Bewohner nur durchschnittlich ist. Allerdings ist in den Stadtteilen die Furcht der Ein- wohner anderer Stadtteile groß, sodass diese Konzentration sinnvoll ist. In einigen Stadtteilen ist jedoch die Wahrnehmungshäufigkeit geringer als dies dem lokalen Furchtniveau entsprechen würde, das ist insbesondere Daxlanden und gilt so- wohl für die Wahrnehmung von Polizeistreifen als auch in Bezug auf den KOD. Auch in Knielingen und Oberreut wird der KOD vergleichsweise selten wahrgenommen, ob- wohl auch dort die Kriminalitätsfurcht relativ groß ist. 44 4.7 Sozialkapital und soziale Kompetenzen In einigen Studien wird das Sozialkapital einer Region mit Kriminalität und Kriminali- tätsfurcht in Verbindung gebracht. In einer empirischen Studie mit Daten über die Staaten der USA kann Putnam (2000) eine enge Beziehung zwischen der Ausstattung an Sozialkapital und der Kriminalitätsrate belegen. Hinweise auf einen Zusammen- hang zwischen Sozialkapital und Kriminalitätsfurcht liefern die Studien von Mosconi und Padovan (2004), Hermann und Dölling (2006) sowie Hermann (2008b). Alle Un- tersuchungen fanden eine Beziehung zwischen dem Grad des Vertrauens in Instituti- onen und der Kriminalitätsfurcht: Je größer der Mangel an Vertrauen in Institutionen in einem Stadtteil ist, desto höher ist das Furchtniveau. Das Sozialkapital ein Schutz- faktor, der Sicherheit auch in problembehafteten Regionen vermittelt. Eine Anhebung des Sozialkapitals durch vertrauensbildende Maßnahmen trägt somit zum Abbau der Kriminalitätsfurcht bei. In der Karlsruher Bevölkerung ist das Vertrauen in Einsatz- und Rettungskräfte und in die Polizei ausgesprochen groß, während das Vertrauen in die Kirchen und Religions- gemeinschaften eher gering ist. Ein solches Ergebnis ist nicht ortsspezifisch, man fin- det es auch in vielen westeuropäischen Ländern. Der Anteil der Personen, die einer Gruppierung mit deutlichem Misstrauen begegnen, beträgt für  Einsatz- und Rettungskräfte: 1 Prozent  Polizei : 3 Prozent  Den Menschen in meiner Nachbarschaft: 4 Prozent  Den Menschen in Karlsruhe allgemein: 6 Prozent  Justiz: 6 Prozent  Der Politik in Karlsruhe: 13 Prozent  Der Politik auf Bundes- und Landesebene: 21 Prozent  Kirchen- und Religionsgemeinschaften: 23 Prozent. Zwischen den Stadtteilen unterscheidet sich das Vertrauen zu Polizei, Einsatz- und Rettungskräften sowie den Menschen in Karlsruhe nicht signifikant. Das Misstrauen in die Politik Bundes- und Landesebene ist besonders ausgeprägt in den Stadtteilen Daxlanden (30 %), Knielingen (31 %) und Grünwettersbach (29 %). Der Lokalpolitik 45 misstrauen in Daxlanden 18 Prozent, Knielingen 19 Prozent und Wolfartsweier 24 Prozent. Das Misstrauen in Kirchen und Religionsgemeinschaften ist in Stupferich am höchsten (34 %). In Oberreut geben 10 Prozent der Befragten an, dass ihr Vertrauen in die Nachbarschaft sehr gering ist. Folglich wären unter kriminalpräventiven Aspek- ten insbesondere Vertrauen schaffende Maßnahmen in Regionen mit niedrigem Vertrauensniveau sinnvoll. Allerdings kann dadurch das Misstrauen von Bevölke- rungsteilen in die Politik des Landes und des Bundes sowie in die Europapolitik nur bedingt kompensiert werden. Neben dem Vertrauen ist das ehrenamtliche Engagement ein weiterer Sozialkapitalin- dikator. Der Anteil der ehrenamtlich Aktiven in Karlsruhe liegt bei 37 Prozent. Dieses Ergebnis liegt etwas unter dem Bundesdurchschnitt. Nach dem Freiwilligensurvey ha- ben sich im Jahr 2014 deutschlandweit etwa 44 Prozent ehrenamtlich engagiert (Bun- desministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, 2014). Bei diesem Ver- gleich muss berücksichtigt werden, dass die Vergleichszahlen aus dem Jahr 2014 stammen und somit nicht aktuell sind. Es ist denkbar, dass der bundesweite Anstieg der Kriminalitätsfurcht einen Rückzug in den Privatbereich verursacht hat, durch den auch das ehrenamtliche Engagement beeinträchtigt wurde. Nach der Karlsruher Bevölkerungsbefragung wären 66 Prozent zu einer entsprechen- den Verpflichtung bereit. Somit hat Karlsruhe möglicherweise ein geringfügig un- terdurchschnittliches Sozialkapital in Bezug auf ehrenamtliches Engagement, aber eine hohe Bereitschaft zu ehrenamtlichem Engagement. Die hohe Bereit- schaft zu ehrenamtlichem Engagement könnte auch für kriminalpräventive Zwecke eingesetzt werden. Das ehrenamtliche Engagement ist in den Stadtteilen unterschiedlich ausgeprägt. Be- sonders selten ist es in Oberreut (23 %) und Daxlanden (28 %). In diesen Stadtteilen ist auch die Bereitschaft zu ehrenamtlichem Engagement vergleichsweise niedrig: Oberreut (55 %) und Daxlanden (57 %). 46 5. Bedingungen von Kriminalitätsfurcht und perzi- pierter Lebensqualität in Karlsruhe-Gesamtstadt 5.1 Incivilities, Kriminalitätsfurcht und Lebensqualität Als Gründe für die Kriminalitätsfurcht und die Bewertung der Lebensqualität werden von Befragten in erster Linie Incivilities genannt. Folglich ist es naheliegend, die Stärke des Einflusses von Incivilities auf die Kriminalitätsfurcht und Lebensqualität zu bestim- men. Dies ist durch die Berechnung von Partialkorrelationen möglich. Bei dieser Analyse wird der Zusammenhang zwischen den einzelnen Problembereichen und Kri- minalitätsfurcht sowie perzipierter Lebensqualität im Stadtteil ermittelt. Das statisti- sche Maß für die Stärke dieses Zusammenhangs variiert zwischen -1 und +1. Ein Wert von null bedeutet, dass kein (linearer) Zusammenhang vorliegt. Je näher der Zahlen- wert der Partialkorrelation an den möglichen Extremwerten ist, desto größer ist der Effekt des berücksichtigten Problembereichs. Die Größe des Partialkorrelationskoef- fizienten ist ein Indikator für die Stärke des Zusammenhangs. Das Besondere an der Partialkorrelation ist, dass eine Kontrolle von Drittvariablen möglich ist. Dies ist erfor- derlich, wenn eine Drittvariable beide Merkmale beeinflusst und der Zusammenhang auf einer Scheinkorrelation basiert. Beispielsweise ist denkbar, dass sowohl die sub- jektive Bedeutung von Incivilities als auch die Kriminalitätsfurcht geschlechterabhän- gig sind. Dies würde zu einer Korrelation zwischen Incivilities und Kriminalitätsfurcht führen, die aber nicht kausal bedingt ist. Bei der vorliegenden Analyse werden Alter, Geschlecht, Staatsangehörigkeit, Bildungsabschluss und die Wohndauer in Karlsruhe als Kontrollvariablen verwendet, so dass die Korrelationen von den genannten Merk- malen unabhängig sind. Die Ergebnisse sind in Tabelle 12 dargestellt. Alle aufgeführ- ten Koeffizienten sind nach einem t-Test für Korrelationen signifikant. Zudem enthält die Tabelle Angaben zur quantitativen Bedeutung von Incivilities. Die Zahlen der letz- ten Spalte sind die prozentualen Anteile der Personen, die einen Bereich als ziemli- ches oder großes Problem empfinden. Dadurch werden qualitative und quantitative Aspekte von Incivilities berücksichtigt. Kriminalpräventive Maßnahmen sind dann er- folgversprechend, wenn sie die Beseitigung von solchen Incivilities beitragen, die ei- nen starken Einfluss auf die Kriminalitätsfurcht und die perzipierte Lebensqualität ha- ben und von relativ vielen als Problem gesehen werden. 47 Tabelle 12: Qualitative und quantitative Bedeutung von Incivilities Incivilities Partialkorrelation mit Kriminalitäts- furcht Partialkorrela- tion mit Le- bensqualität Probleme mit Incivili- ties (%)* Gruppen Jugendlicher 0,50 0,33 15 Fliegende Händler, Haustürgeschäfte 0,31 0,19 5 Drogenabhängige 0,41 0,37 11 Betrunkene 0,46 0,39 19 Undiszipliniert fahrende Autofahrer 0,29 0,21 37 Ausländerfeindlichkeit 0,22 0,19 8 Rechtsradikalismus 0,18 0,17 5 Fremdenfeindliche Demonstrationen 0,16 0,17 4 Gruppen alkoholisierter Personen 0,47 0,38 21 Aggressives Betteln 0,40 0,30 8 Sexualisierte Herabwürdigung und verbale Demütigungen von Frauen 0,48 0,36 9 Besprühte / beschmierte Hauswände 0,33 0,26 16 Schmutz / Müll in den Straßen oder Grünanlagen 0,41 0,36 33 Diebstahl, Sachbeschädigung, Gewalt 0,51 0,35 25 Falsch oder behindernd parkende Au- tos 0,22 0,16 36 Zugewanderte aus anderen Ländern denken, die schon sehr lange in Deutschland leben 0,38 0,27 4 Asylsuchende, die erst in letzter Zeit nach Karlsruhe kamen 0,58 0,31 30 Legende: Partialkorrelationen unter Kontrolle von Alter, Geschlecht, Staatsangehörigkeit, Bildungsab- schluss und die Wohndauer in Karlsruhe. Prozentuale Anteile der Personen, die einen Bereich als ziemliches oder großes Problem empfinden. Incivilities haben unterschiedliche Einflüsse auf die Kriminalitätsfurcht und Lebens- qualität. Besonders groß ist der Effekt durch Asylsuchende, die erst in letzter Zeit nach Karlsruhe kamen. Migranten, die schon lange in Deutschland leben, werden nicht als Problem gesehen. Dieses Ergebnis über die Beziehung zwi- schen der Wahrnehmung von Asylbewerbern und Kriminalitätsfurcht ist nicht so zu verstehen, dass Geflüchtete ein tatsächliches Problem sind. Es bedeutet, dass die Personen, die darin ein Problem sehen, eine höhere Kriminalitätsfurcht haben als andere, bedingt durch stereotype Vorstellungen, die Asylsuchende 48 mit Kriminalität und Parallelgesellschaften assoziieren. Zudem sind subjektive Probleme mit einer sexualisierten Herabwürdigung und verbalen Demütigung von Frauen und alkoholisierten oder drogenkonsumierenden Personen(-grup- pen) sowie Gruppen Jugendlicher und Müll in den Straßen oder Grünanlagen relevant. Durch die Frage nach der subjektiven Problemsicht werden, wie bereits erwähnt, ins- besondere Vorurteile und diffuse Ängste gegenüber Bevölkerungsgruppen erfasst. Somit ist nicht nur der Abbau der Problembereiche, sondern vor allem der Abbau von Vorurteilen und Ängsten seitens der Bevölkerung ein geeignetes Mittel, Kriminalitäts- furcht abzubauen. Die Lebensqualität ist stark von der Kriminalitätsfurcht abhängig. Somit tragen Präventionsmaßnahmen, die dem Abbau der Kriminalitätsfurcht dienen, auch zu einer Verbesserung der Lebensqualität bei. 5.2 Sozialkapital Das Sozialkapital einer Region hat einen Einfluss auf die Kriminalitätsfurcht und Le- bensqualität. Die Tabelle 13 beinhaltet die Ergebnisse der entsprechenden Analyse, nämlich Partialkorrelationen zwischen den Indikatoren des Sozialkapitals und Krimi- nalitätsfurcht sowie perzipierter Lebensqualität. Zudem sind in der Tabelle in der letz- ten Spalte die Anteile der Personen aufgeführt, die einer Gruppierung mit deutlichem Misstrauen begegnen. Tabelle 13: Einfluss des Sozialkapitals auf die Kriminalitätsfurcht und die perzi- pierte Lebensqualität sowie die Häufigkeitsverteilung der Sozialkapitalindikato- ren Sozialkapitalindika- toren Partialkorrelation mit Kriminalitäts- furcht Partialkorrela- tion mit Lebens- qualität Misstrauen gegenüber Dritten (%) Vertrauen in die ... Polizei -0,18 -0,20 3* Justiz -0,31 -0,25 6* 49 Politik auf Bundes- und Landesebene -0,32 -0,22 21* Politik in Karlsruhe -0,34 -0,27 13* Menschen in meiner Nachbarschaft -0,25 -0,31 4* Menschen in Karls- ruhe allgemein -0,34 -0,25 6* Kirchen- und Religi- onsgemeinschaften -0,19 -0,16 23* Einsatz- und Ret- tungskräften -0,14 -0,15 1* Ehrenamtliche Tätig- keit in den letzten 12 Monaten 0,01** 0,02** 37 % Bereitschaft zu ehren- amtlichem Engage- ment 0,05 0,05 66 % Legende: Partialkorrelationen unter Kontrolle von Alter, Geschlecht, Staatsangehörigkeit, Bildungsab- schluss und die Wohndauer in Karlsruhe. *) Die Zahlen sind die Anteile der Personen, die einer Gruppierung mit deutlichem Misstrauen begeg- nen. **) Nicht signifikante Korrelationen Das Vertrauen in die Politik in Karlsruhe und in die Mitmenschen hat die größten Ein- flüsse auf die Kriminalitätsfurcht und die perzipierte Lebensqualität. Der Anteil der Per- sonen, die ihren Mitmenschen misstrauisch gegenübertreten, ist gering. Das Miss- trauen gegenüber der Politik ist ausgeprägter. Allerdings ist das Vertrauen in die Karlsruher Kommunalpolitik deutlich größer als in die Bundes- und Landespo- litik. Das Vertrauen der Karlsruher Bürgerinnen und Bürger in die Lokalpolitik beeinflusst die Kriminalitätsfurcht und Lebensqualität erheblich. Aus kriminal- präventiver Sicht wäre es sinnvoll, durch vertrauensbildende Maßnahmen das Ansehen der Karlsruher Kommunalpolitik in der Bevölkerung noch weiter zu verbessern. 5.3 Die kriminalpräventive Zielgruppenanalyse Der Schwerpunkt der kriminalpräventiven Maßnahmen, die aus dem Broken Windows-Ansatz abgeleitet werden, liegt in der Verbesserung von lokalen strukturel- len Bedingungen, die einen Einfluss auf Kriminalität und Kriminalitätsfurcht haben. Da- bei stehen Stadtteile mit hoher Kriminalitätsbelastung und hoher Kriminalitätsfurcht 50 sowie Personen mit hoher Kriminalitätsfurcht im Mittelpunkt präventiver Maßnahmen. Eine Weiterentwicklung dieses Ansatzes kann durch eine differenziertere Charakteri- sierung dieser Personengruppen erfolgen. In der Studie von Hermann und Dölling (2001) wurde dieser Anspruch mit Hilfe der soziologischen Milieuforschung umge- setzt. Soziale Milieus sind Gruppierungen, die hinsichtlich Strukturmerkmalen und solchen Merkmalen, die das Denken und Handeln von Personen bestimmen, homo- gen sind und sich von anderen Gruppierungen abgrenzen (Hradil 1987). Nach der Handlungs- und Gesellschaftstheorie von Parsons sind Werte handlungsleitend: Sie sind Filter, mit deren Hilfe Akteure wichtige von unwichtigen Handlungszielen unter- scheiden, sie helfen bei der Auswahl von Mitteln zur Erreichung von Zielen und sie unterstützen bei der Reduzierung der Komplexität von Situationen (Parsons 1967). Die kriminalpräventive Zielgruppenanalyse soll durch die Charakterisierung von Per- sonen mit hoher Kriminalitätsfurcht dazu beitragen, gruppenspezifische Ziele für kri- minalpräventive Maßnahmen festzulegen und geeignete Präventionsmaßnahmen zu entwickeln. Das Wissen über die kulturelle Verortung dieser Gruppierungen soll hel- fen, die Zielgruppen in angemessener Weise darüber zu informieren und zweckmä- ßige ‘Marketingmaßnahmen’ bei der Implementation von Präventionsmaßnahmen zu entwickeln. Solche Maßnahmen erhöhen die Akzeptanz von Präventionsprojekten, sodass das Risiko, Maßnahmen anzubieten, die seitens der Bevölkerung nicht ange- nommen werden, geringer wird. Dadurch können die vorhandenen Ressourcen opti- miert eingesetzt werden. Ein ähnliches Konzept wird im Marketingbereich seit einigen Jahren praktiziert, indem die Art und Weise, wie ein Produkt angeboten wird, auf bestimmte Käufergruppen ausgerichtet ist. Dabei werden Kenntnisse über die Milieuzugehörigkeit potenzieller Kundinnen und Kunden genutzt, um über eine angemessene Werbung eine Identifi- zierung mit dem Produkt zu erreichen und ein positives Bild über die Ware zu vermit- teln (Barz & Kosubek 2011; Becker & Nowak 1982; Conrad & Burnett 1991). Auch bei einer Implementation kriminalpräventiver Projekte ist die Akzeptanz und die positive Beurteilung von Inhalt und Darstellung seitens der Betroffenen eine notwendige Vo- raussetzung für den Erfolg. Die verbreiteten Informationen über ein geplantes Präven- tionsprojekt sind eine Form von Werbung, und das Projekt selbst ist vergleichbar mit 51 einer Ware, die verkauft werden soll. Somit gibt es durchaus Ähnlichkeiten zwischen der Implementation kriminalpräventiver Maßnahmen und der Markteinführung von Produkten. Eine umfassende Auseinandersetzung mit dem Konzept ist in Hermann (2006) zu finden. Milieus sind von Strukturmerkmalen wie Alter, Geschlecht und Bildung abhängig – diese Variablen ermöglichen eine Einordnung von Personen nach vertikaler und hori- zontaler Ungleichheit. Zudem werden bei der Milieukonstruktion Wertorientierungen einbezogen. Das Ziel der kriminalpräventiven Zielgruppenanalyse ist es, wie bereits erwähnt, mög- lichst homogene Personengruppierungen für kriminalpräventive Maßnahmen zu fin- den. Die Gruppen sollen sich in der Kriminalitätsfurcht unterscheiden und hinsichtlich Struktur und kultureller Verortung homogen sein. Die Analysen beziehen sich auf die Beziehungen zwischen Alter, Geschlecht, Wertorientierungen und Kriminalitätsfurcht. 5.3.1 Alter, Geschlecht und Kriminalitätsfurcht In älteren Studien nimmt die Kriminalitätsfurcht mit dem Alter zu (Dölling &Hermann 2006). Diese Beziehung ist jedoch inzwischen komplexer und zudem deliktsabhängig. In Schaubild 11 ist die Alters- und Geschlechtsabhängigkeit der Kriminalitätsfurcht aufgeführt. Ein positiver Wert auf der Skala entspricht einem überdurchschnittlichen Furchtniveau. 52 Schaubild 11: Die Alters- und Geschlechtsabhängigkeit der Kriminalitätsfurcht in Karlsruhe Es scheint eine Besonderheit in Karlsruhe zu sein, dass die Altersabhängigkeit der Kriminalitätsfurcht für Frauen und Männern anderen Gesetzmäßigkeiten unterliegt. Während bei Männern bis zum 75 Lebensjahr die Kriminalitätsfurcht zu- und danach etwas abnimmt, ist die die Kriminalitätsfurcht bei Frauen nahezu unabhängig vom Al- ter; lediglich die Gruppe der 45- bis 65-jährigen Frauen hat eine etwas erhöhte Krimi- nalitätsfurcht – dies ist die Gruppe mit der höchsten Kriminalitätsfurcht. Betrachtet man deliktspezifisch die Abhängigkeit der Kriminalitätsfurcht von Alter und Geschlecht, erhält man differenziertere Zusammenhänge. In den Schaubildern 12 bis 15 ist diese Beziehung für die perzipierte Viktimisierungswahrscheinlichkeit auf- geführt. Die Zahlen für die Viktimisierungswahrscheinlichkeiten sind die prozentualen Anteile, die eine Opferwerdung in den nächsten 12 Monaten als ziemlich oder sehr wahrscheinlich einschätzen. In den Schaubildern sind die Mittelwerte für dieses Merk- mal aufgeführt, differenziert nach Alter und Geschlecht. 53 Schaubild 12: Die Alters- und Geschlechtsabhängigkeit der kognitiven Krimi- nalitätsfurcht: Einschätzung der Wahrscheinlichkeit, von irgendjemand ange- pöbelt zu werden. Schaubild 13: Die Alters- und Geschlechtsabhängigkeit der kognitiven Krimi- nalitätsfurcht: Einschätzung der Wahrscheinlichkeit, von irgendjemand ge- schlagen oder verletzt zu werden. 54 Schaubild 14: Die Alters- und Geschlechtsabhängigkeit der kognitiven Krimi- nalitätsfurcht: Einschätzung der Wahrscheinlichkeit, von einem Einbruch be- troffen zu werden. Schaubild 15: Die Alters- und Geschlechtsabhängigkeit der kognitiven Krimi- nalitätsfurcht: Einschätzung der Wahrscheinlichkeit, sexuell belästigt zu wer- den. 55 Das perzipierte Viktimisierungsrisiko ist von Alter, Geschlecht und Delikt abhängig. Präventionsmaßnahmen sollten auf die Personengruppen konzentriert sein, die das Viktimisierungsrisiko besonders hoch einschätzen, also in Bezug auf ...  Anpöbeln: Junge Frauen und Männer,  Körperverletzung: Frauen und Männer mittleren Alters,  Wohnungseinbruch: Frauen und Männer ab 45 Jahren und  Sexuelle Belästigung: Junge Frauen. Die Analyseergebnisse ermöglichen die Festlegung von Zielgruppen für Präventions- maßnahmen. 5.3.2 Werte und Kriminalitätsfurcht Die Kriminalitätsfurcht wird von einigen Wertorientierungen beeinflusst. In Schaubild 16 ist dieser Zusammenhang graphisch dargestellt. 56 Schaubild 16: Zusammenhang zwischen ausgewählten Wertorientierungen und Kriminalitätsfurcht Demnach haben insbesondere Personen, denen Sicherheit sowie sozial und kulturell etablierte Normen und Leistung wichtig sind, eine vergleichsweise hohe Kriminalitätsfurcht. Daraus lässt sich unter anderem folgern, dass die Be- reitschaft in diesem Personenkreis vergleichsweise groß sein dürfte, sich zur Verbesserung der Sicherheitslage einzusetzen und aktiv zu werden. Die Analyse zeigt, dass es zudem eine zweite Gruppe gibt, die ebenfalls eine hohe Kriminalitätsfurcht besitzt, nämlich Personen, die Konformität und damit auch Rechts- normen ablehnen. Diese handeln mit höherer Wahrscheinlichkeit kriminell als andere. Straftäterinnen und Straftäter haben ein relativ hohes Opferrisiko, deshalb ist die er- höhte Kriminalitätsfurcht berechtigt. Für kriminalpräventive Maßnahmen, die zu einer Reduzierung des Viktimisierungsrisikos und der Kriminalitätsfurcht führen sollen, ist diese Gruppierung nur bedingt geeignet. 57 5.3.3 Soziale Milieus und Kriminalitätsfurcht Zur Aufdeckung komplexer Beziehungen zwischen verschiedenen Einflussmerkmalen der Kriminalitätsfurcht kann die Clusteranalyse in Verbindung mit der Diskriminanz- analyse verwendet werden. Es handelt sich um ein exploratives Verfahren, das Grup- pen kreiert, die möglichst homogen sind und sich deutlich voneinander unterscheiden (Bacher, Pöge & Wenzig 2010; Deichsel & Trampisch 1985). Konkret heißt dies, dass Personengruppen aus den möglichen Kombinationen der milieukonstituierenden Merkmale Alter, Geschlecht, Bildungsstatus, Wohndauer in Karlsruhe und den Werten Sicherheit und Konformität gebildet werden und für jede Gruppe wird die Kriminalitäts- furcht bestimmt. Dadurch können soziale Milieus identifiziert werden, die sich in der Kriminalitätsfurcht signifikant unterscheiden, wobei diese Gruppen hinsichtlich der ge- nannten Strukturmerkmale homogen sind. Das Ergebnis der Analyse ist in Tabelle 14 dargestellt. Tabelle 14: Kriminalitätsfurcht in sozialen Milieus Milieugruppe 1 2 3 4 Frauenanteil (%) 45 49 40 56 Durchschnittsalter 48 31 42 55 Bildung: (Fach-)Hochschulabschluss (%) 67 55 50 3 Wohndauer in Karlsruhe: Mind. 20 Jahre (%) 67 0 43 89 Mittelwert Konformität: Gesetz und Ordnung* 6,2 6,3 2,8 6,8 Mittelwert Sicherheit: Nach Sicherheit streben* 5,8 6,2 2,6 6,7 Mittelwert Kriminalitätsfurcht-Gesamtindex -0,02 -0,18 -0,30 0,30 Fallzahl 2.018 1.633 551 1.726 *) Skala: 1 – unwichtig, ..., 7 - wichtig Mittels demographischer Merkmale, dem Geschlecht, Alter, der Bildung, der Wohn- dauer in Karlsruhe und den Wertorientierungen Konformität und Sicherheit können clusteranalytisch vier Gruppen unterschieden werden, die sich in diesen Merkmalen signifikant unterscheiden, so das Ergebnis einer Diskriminanzanalyse. Diese Grup- pen unterscheiden sich auch signifikant hinsichtlich der Kriminalitätsfurcht. Das höchste Furchtniveau ist in der Milieugruppe 4 zu finden. Die Gruppe ist durch den höchsten Frauenanteil, das höchste Durchschnittsalter, die niedrigste Bil- dung, die längste Wohndauer in Karlsruhe charakterisiert. Sicherheit und Ord- 58 nung sind wichtiger als in den anderen Gruppen. Nach den SINUS-Milieus ent- spricht dies dem kleinbürgerlichen Milieu und dem traditionellen Arbeitermilieu (Barth, Flaig, Schäuble & Tautscher (2018), Schulze (2005) beschreibt diese Gruppe als „Harmoniemilieu“, das von ihm zudem durch ästhetische Präferenzen wie die Vorliebe für Heimatfilme und Gameshows, Volksmusik, unauffällige Kleidung, Pau- schal-Tourismus und Zeitschriften wie das Goldene Blatt oder die BILD-Zeitung cha- rakterisiert wird. Bei der Konzeption der Öffentlichkeitsarbeit für kriminalpräventive Maßnahmen sollten diese Merkmale berücksichtigt werden. 5.4 Vorschläge für kriminalpräventive Maßnahmen Die zentralen furchtauslösenden Incivilities können zwei Gruppen zugeordnet wer- den. Zum einen Probleme mit einer sexualisierten Herabwürdigung und verbalen De- mütigung von Frauen, die durch alkoholisierte oder drogenkonsumierende Personen(- gruppen), Gruppen Jugendlicher oder Asylbewerber hervorgerufen werden können – und zum anderen ästhetische Probleme wie Schmutz und Müll in den Straßen oder Grünanlagen. Für die Kriminalität von Asylbewerbern werden mehrere Gründe diskutiert. Krimina- lität ist in allen Gesellschaften altersabhängig, wobei Jugendliche, Heranwachsende und junge Erwachsene die aktivste Gruppe darstellen – und diese Altersgruppe ist unter Asylbewerbern überrepräsentiert. Zudem führt die räumliche Enge der Unter- bringung und die Belastung durch eine ungewisse Zukunft zu Stresssituationen. Ein dritter Grund dürfte die vergleichsweise hohe Präferenz für gewaltlegitimierende Männlichkeitsnormen sein. Diese ist besonders bei Personen anzutreffen, die in pat- riarchalischen Strukturen sozialisiert wurden (Enzmann, Brettfeld & Wetzels 2004; Pfeiffer, Baier & Kliem 2018). Diese Persönlichkeitseigenschaft ist auch unter türki- schen und fremdenfeindlich eingestellten deutschen Jugendlichen zu finden (Baier & Pfeiffer 2007, S. 27; Baier, Rabold, Pfeiffer. O.J, S. 14). Zudem dürften posttraumati- sche Belastungsstörungen als Ursache für eine erhöhte Aggressivität unter Zuwan- dern verantwortlich sein. Nach dem ICD-10 (F 43), der internationalen Klassifikation von Krankheiten, ist eine posttraumatische Belastungsstörung „eine verzögerte oder protrahierte Reaktion auf ein belastendes Ereignis oder eine Situation kürzerer oder 59 längerer Dauer, mit außergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigem Aus- maß“. Mögliche Folgen sind Gleichgültigkeit gegenüber anderen Menschen, Teil- nahmslosigkeit der Umgebung gegenüber, vegetative Übererregtheit, übermäßige Schreckhaftigkeit, Angst, Depression und insbesondere bei Jugendlichen Störungen des Sozialverhaltens. Verstärkte Aggressivität und Gewaltbereitschaft ist somit ein Krankheitssymptom. Eine posttraumatische Belastungsstörung tritt bei etwa 50 Pro- zent der Kriegs-, Vertreibungs- und Folteropfer auf (Flatten, Gast, Hofman, Knaevels- rud, Lampe, Liebermann, Maercker, Reddemann & Wöller 2011, S. 202-210). Hinzu kommen bei Geflüchteten aus den nordafrikanischen Ländern, dass die Chancen auf ein Bleiberecht oder Arbeitserlaubnis minimal sind. Diese frustrierenden Rahmenbe- dingungen haben offenkundig die Bereitschaft für Gewalttaten erhöht: Bei Nordafrika- nern ist die Quote aufgeklärter Gewaltdelikte im Vergleich zu anderen Asylbewerbern um das 19-fache höher (Pfeiffer, Baier & Kliem 2018, S. 77). Als kriminalpräventive Maßnahmen werden unter anderem Schutzmaßnahmen für vulnerable Flüchtlingsgruppen wie alleinlebende Frauen, homosexuelle Flüchtlinge und Angehörige von ethnischen und religiösen Gruppen empfohlen (Haverkamp 2017), denn diese Gruppen werden relativ häufig Opfer von Geflüchteten. Zur Reduzierung der Kriminalität von Asylbewerbern und anderen Zuwanderern könn- ten zwei Maßnahmen helfen. Die erste setzt bei der Behandlung von posttraumati- schen Belastungsstörungen Geflüchteter an. Dazu liegen bislang nur wenige Erfah- rungen vor. In Berlin beispielsweise gibt es an der Charité eine Clearingstelle, eine Anlaufstelle für Menschen im Asylverfahren und eine arabischsprachige Ambulanz an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie. Der Leiter der Klinik hält eine Behand- lung der Erkrankten in jedem Fall für sinnvoll, zumal es auch Therapiemethoden gibt, die nicht auf sprachlicher Kommunikation beruhen. In Karlsruhe gibt es bereits eine Organisation, die sich um traumatisierte Geflüchtete kümmern, den „Verein zur Unter- stützung traumatisierter Migranten e. V.“ (www.traumatisierte-migranten.de). Es könnte hilfreich sein, dass die Arbeit dieser Organisation einer breiten Öffentlichkeit bekannt wird, um deutlich zu machen, dass die Gemeinde auch bei Geflüchteten kri- minalpräventiv aktiv wird. Die zweite Maßnahme hat zum Ziel, die Akzeptanz gewalt- legitimierender Männlichkeitsnormen abzubauen. Dazu wurden, soweit ersichtlich, 60 bislang keine Präventionsprojekte entwickelt. Aber es erscheint möglich, dieses Ziel in Projekte mit ähnlicher Zielsetzung zu integrieren, so in den Integrationskursen für erwachsene Geflüchtete. Für Kinder und Jugendliche, die eine Schule besuchen, bie- tet sich das Projekt PFADE an, ein Programm zur Förderung alternativer Denkstrate- gien. Die Ziele sind insbesondere die Förderung von emotionalen, sozial-kognitiven und sozialen Kompetenzen und von Verantwortungsübernahme, die Prävention von Emotions- und Verhaltensstörungen sowie von aggressivem Problemverhalten und Disziplinproblemen in der Schule. Das Programm wurde positiv evaluiert. Eine umfas- sende Beschreibung ist im Anhang zu finden. Die sexualisierte Herabwürdigung und verbale Demütigung von Frauen können auch durch alkoholisierte oder drogenkonsumierenden Personen(-gruppen) sowie durch Gruppen Jugendlicher herbeigeführt werden. Präventionsmaßnahmen bei Al- koholproblemen konzentrieren sich auf zwei Bereiche, zum einen Sozialisationsmaß- nahmen bei Kindern und Jugendlichen, um Alkohol- und Drogenmissbrauch vorzu- beugen, und zum anderen Kontrollmaßnahmen, die zum Teil repressiven Charakter haben. Vorbeugende Projekte sind beispielsweise die „Aktion Glasklar“ (Morgenstern, Wiborg, Isensee & Hanewinkel 2009) und „Unplugged“ (http://www.isg.co.at/de/praevention/unplugged). Beide Maßnahmen sind schulischer Art und wurden positiv evaluiert. Ein modifizierter Ansatz wird in dem Projekt „Start- hilfe“ verfolgt, in dem versucht wird, vor Ort tragfähige kommunale Netzwerke zum Thema Alkoholprävention aufzubauen und diese nachhaltig in den kommunalen Strukturen zu verankern. Ein Ziel ist die Einbindung relevanter kommunaler Akteure wie Gastronomie, Sportvereine und Festveranstalter. Die Verbindung zu Alkoholkon- sumenten soll durch geschulte Jugendliche oder Streetworker hergestellt werden. Das Projekt wurde wissenschaftlich begleitet, und die Rückmeldungen von Betroffenen waren weitegehend positiv – allerdings wurde keine Wirkungs-, sondern nur eine Pro- zessevaluation durchgeführt (Stumpp & Wißmann 2017). Belegt hingegen ist der de- eskalierende Einsatz mobiler Sozialarbeiter. Dies wurde beispielsweise in Eppelheim von Postillion (http://www.postillion.org) praktiziert: Zu bestimmten Zeiten waren Streetworker unterwegs, die auffällige und alkoholisierte Personen ansprachen und so versuchten, Eskalationen zu verhindern. Zudem wurde der Bevölkerung die Mög- lichkeit gegeben, Probleme direkt bei den Streetworkern zu melden (Hermann 2009b). 61 Eher repressive Maßnahmen wären lokale Konsumverbote von Alkohol auf öffentli- chen Plätzen sowie die Umsetzung des Präventionsprogramms „Gelbe Karte“: Ju- gendliche und Heranwachsende, die wiederholt wegen Gewalttaten und Alkoholkon- sum auffallen, müssen nicht nur mit einer Anzeige rechnen, es droht ihnen auch eine medizinisch-psychologische Untersuchung, die zum Entzug oder einer verzögerten Ausstellung des Führerscheins führen kann. Eine Evaluation wurde, soweit ersichtlich, nicht durchgeführt. Sexualisierte Herabwürdigungen und verbale Demütigungen von Frauen sowie Verhaltensweisen wie Anpöbeln können neben der o.g. Maßnahmen auch durch die Förderung der Zivilcourage der Bevölkerung erschwert werden. Die Vulnerabilität der potenziellen Opfer kann durch Selbstbehauptungskurse für Frauen reduziert werden. In diesen Kursen wird gelernt, gefährliche von ungefährlichen Situationen zu unter- scheiden und angemessene Reaktionen auf bedrohliche Situationen eingeübt. Ein weiteres Ergebnis der Analyse zum Einfluss von Incivilities auf die Kriminalitäts- furcht und perzipierte Lebensqualität legt es nahe, Kriminalprävention durch die Ver- besserung des ästhetischen Erscheinungsbildes der Stadt umzusetzen und Schmutz und Müll in den Straßen oder Grünanlagen zu beseitigen. Kriminalitätsfurcht und Lebensqualität sind eng miteinander verknüpft, wobei eine Wechselbeziehung zwischen beiden Merkmalen angenommen werden kann: Eine hohe Kriminalitäts- furcht geht einher mit einer schlechten Lebensqualität und eine niedrige Lebensquali- tät schafft Bedingungen, die Kriminalitätsfurcht begünstigen. Somit haben Maßnah- men zur Steigerung der Lebensqualität auch kriminalpräventive Effekte. Die perzi- pierte Lebensqualität ist stark von der Einschätzung des Verschmutzungsgrades ab- hängig. Die Vorschläge der Befragten zur Verbesserung der Lebensqualität betreffen häufig diesen Bereich, wobei dieser meist umfassender verstanden wird, nämlich als Wunsch für ästhetische Verbesserungen, insbesondere mehr Grünflächen und Bäume, weniger Verkehr, mehr Radwege und Parkmöglichkeiten (Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung, 2018, S. 58). 62 Aus den Analysen zum Einfluss des Sozialkapitals auf die Kriminalitätsfurcht und perzipierte Lebensqualität kann gefolgert werden, dass vertrauensbildende Maß- nahmen in die Kommunalpolitik hilfreich wären. Dabei müsste berücksichtigt wer- den, dass die Öffentlichkeitsarbeit dazu insbesondere die Personen mit hoher Kri- minalitätsfurcht ansprechen sollte – dies sind meist ältere Frauen, die schon lange in Karlsruhe leben, ein mittleres oder niedriges Bildungsniveau haben und sehr an Si- cherheit und Ordnung interessiert sind. 6. Vorschläge für eine Auswahl von Regionen für eine Intensivierung kriminalpräventiver Maßnah- men Die Stadtteile Karlsruhes unterscheiden sich signifikant hinsichtlich der Kriminalitäts- furcht, der Kriminalitätsbelastung und den Bedingungen der objektiven und subjekti- ven Sicherheitslage. Diese Informationen können genutzt werden, um kriminalpräven- tive Maßnahmen regional unterschiedlich zu verorten und dadurch den Ressourcen- einsatz zu optimieren. In Tabelle 15 sind für unterschiedliche Selektionskriterien die Stadtteile aufgeführt, in denen eine Intensivierung kriminalpräventiver Aktivitäten sinn- voll wäre. Tabelle 15: Kriterien für eine regionale Intensivierung kriminalpräventiver Maß- nahmen Auswahlkriterium Stadtteile Stadtteile, in denen das Niveau der Krimi- nalitätsfurcht der Einwohner relativ hoch ist Daxlanden, Knielingen und Oberreut Stadtteile, in denen sich die Bewohner anderer Stadtteile fürchten Innenstadt-Ost, Südstadt und Innen- stadt-West Stadtteile, in denen sowohl das Niveau der Kriminalitätsfurcht der Einwohner hö- her ist als im Durchschnitt der Stadt und zudem die Furcht von Bewohnern ande- rer Stadtteile relativ groß ist Oberreut Überdurchschnittliches Viktimisierungsri- siko Innenstadt-Ost, Innenstadt-West, Ost- stadt 63 Incivilities  Gruppen mit Jugendlichen Oberreut  Betrunkene Innenstadt-Ost, Innenstadt-West, Südstadt, und Oberreut  Undiszipliniert fahrende Autofahrer Innenstadt-West und Knielingen  Graffiti sowie Schmutz und Müll Südstadt und in Oberreut  falsch und behindernd parkende Autos Grünwettersbach  Asylbewerber, die erst in letzter Zeit nach Karlsruhe kamen Daxlanden und Knielingen Unterdurchschnittliche perzipierte Le- bensqualität Oberreut, Innenstadt-Ost, Knielingen, Innenstadt-West und Südstadt Im Vergleich zum lokalen Furchtniveau vergleichsweise geringe Wahrnehmungs- häufigkeit der Polizei Daxlanden Im Vergleich zum lokalen Furchtniveau vergleichsweise geringe Wahrnehmungs- häufigkeit des KOD Daxlanden, Knielingen und Oberreut Vergleichsweise geringes Vertrauen in Institutionen und Mitbürger  Bundes- und Landespolitik Daxlanden, Knielingen und Grünwettersbach  Lokalpolitik Daxlanden, Knielingen und Wolfartsweier  Nachbarschaft Oberreut Relativ geringer Anteil an ehrenamtlich Aktiven Oberreut und Daxlanden Relativ geringe Bereitschaft zu einem eh- renamtlichen Engagement Oberreut und Daxlanden Aufgrund dieser Übersicht würde es sich anbieten, drei Stadtteilgruppen auszuwäh- len, die für eine Vertiefung kriminalpräventiver Maßnahmen geeignet sind.  Die erste Gruppe besteht aus Stadtteilen Innenstadt-Ost, Innenstadt-West und Südstadt.  Die zweite Gruppe besteht Daxlanden und Knielingen.  Die dritte Gruppe besteht aus Oberreut. 64 7. Fazit 7.1 Die aktuelle Situation in Karlsruhe Die subjektive und objektive Sicherheit in Karlsruhe sowie Bedingungen der Sicher- heitslage können mit der Situation in Mannheim und Heidelberg verglichen werden. Ende 2016 wurde in Mannheim und Anfang 2017 in Heidelberg ein Sicherheitsaudit durchgeführt. Dabei wurden zum Teil die gleichen Fragen verwendet wie im Karlsru- her Sicherheitsaudit.  Die Kriminalitätsfurcht in Karlsruhe befindet sich auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau.  Die perzipierte Lebensqualität in Karlsruhe wird als gut bewertet und liegt auf dem Niveau von Heidelberg. In Karlsruhe wird die Lebensqualität im Wohnum- feld deutlich besser beurteilt als die Lebensqualität in der gesamten Kommune.  In nahezu allen Bereichen treten Incivilities in Karlsruhe seltener auf als in den Vergleichsgemeinden. Das dominante Problem in allen Gemeinden ist der Straßenverkehr. Undisziplinierte Autofahrerinnen und Autofahrer sowie recht- widrig parkende Autos werden von vielen als Problem gesehen. An zweiter Stelle werden ästhetische Probleme wie Schmutz und Müll genannt.  Die Präsenz der Polizei in der Öffentlichkeit ist in Karlsruhe auf dem Niveau von Mannheim, allerdings unter dem Niveau von Heidelberg. Der KOD in Karls- ruhe wird seltener wahrgenommen als die städtischen Vollzugsdienste in Hei- delberg und Mannheim.  Die Gemeinden unterscheiden sich kaum im Ausmaß des Vertrauens der Be- völkerung gegenüber Institutionen und Mitmenschen. Lediglich das Vertrauen in die Politik ist in Karlsruhe größer als in Mannheim und Heidelberg, wobei das Vertrauen in Lokalpolitik deutlich größer ist als in die Politik auf Bundes- und Landesebene.  Die Anteile der Personen die ehrenamtlich aktiv sind beziehungsweise die Be- reitschaft dazu zeigen, unterscheiden sich zwischen den Städten kaum. 65 7.2 Die Veränderung der subjektiven Sicherheitslage in Karlsruhe Im Vergleich zu den vorangegangenen Befragungen in Karlsruhe ist das Unsicher- heitsgefühl und die Kriminalitätsfurcht in Karlsruhe moderat gestiegen. Insbesondere in der Innenstadt werden zunehmend Plätze und Örtlichkeiten gemieden, um zu ver- hindern, Opfer einer Straftat zu werden. Als Grund für die Verschlechterung werden am häufigsten Migranten und Geflüchtete genannt. Nach den Ergebnissen bundesweiter Bevölkerungsbefragungen zu den Ängsten der Deutschen ist die Angst von 2015 bis 2016 exorbitant gestiegen und ist seither nur wenig geringer geworden. Terrorismus, Spannungen durch den Zuzug von Auslän- dern, politischer Extremismus, Überforderung von Behörden/Bürgern durch Asylbe- werber und eine befürchtete Überforderung der Politiker waren die größten Angstfak- toren. Zu ähnlichen Ergebnissen kommt eine Langzeitstudie unter Studierenden der Rechtswissenschaft. Der Anstieg des Unsicherheitsgefühls und der Kriminalitäts- furcht in Karlsruhe ist somit nicht auf lokale Bedingungen zurückführen, son- dern ist Ausdruck eines bundesweiten Trends. Durch die Kommunalpolitik in Karlsruhe ist diese Entwicklung in Karlsruhe nur in abgeschwächter Form er- kennbar. Aus kriminalpräventiver Sicht ist es sinnvoll, die erfolgreiche Kommu- nalpolitik in der bisherigen Form weiterzuführen und auf die oben genannten Angstfaktoren zu reagieren. 7.3 Kriminalprävention in Karlsruhe - Vorschläge Eine Verbesserung der bereits guten Situation ist möglich. Erfolgversprechend sind Maßnahmen, welche die Ursachen von Kriminalitätsfurcht, Unsicherheitsgefühl und Defiziten in der Lebensqualität gezielt beeinflussen. In Tabelle 16 sind entsprechende Empfehlungen aufgeführt. Diese Empfehlungen beziehen sich auf die Maßnahmen für die Gesamtstadt. Für die Innenstadt und Oberreut – zwei Regionen mit vergleichs- weise hoher Kriminalitätsfurcht – werden gesonderte Gutachten erstellt. 66 Tabelle 16: Vorschläge für kriminalpräventive Maßnahmen in Karlsruhe Problem Maßnahme Gewalt und frauenfeindliche Hand- lungen durch Geflüchtete  Schutzmaßnahmen für vulnerable Geflüch- tete  Behandlung Posttraumatischer Belastungs- störungen von Geflüchteten; Unterstützung des Karlsruher „Vereins zur Unterstützung traumatisierter Migranten e. V.“  Programm zur Förderung alternativer Denkstrategien: PFADE Gewalt und frauenfeindliche Hand- lungen durch alkoholisierte Perso- nen(-gruppen) oder Gruppen Ju- gendlicher  PFADE  Vorbeugung des Alkohol- und Drogenmiss- brauchs von Jugendlichen: Aktion Glasklar, Unplugged oder Starthilfe  Einsatz mobiler Sozialarbeiter  Konsumverbote von Alkohol auf ausgewähl- ten öffentlichen Plätzen  Förderung der Zivilcourage  Selbstbehauptungskurse für Frauen Schmutz und Müll auf Straßen und Plätzen Verbesserung des ästhetischen Erscheinungs- bildes Misstrauen gegenüber der Politik Vertrauensbildende Aktionen der Kommunalpo- litik Präsenz des KOD Erhöhung der Präsenz in Daxlanden, Oberreut und Knielingen 7.4 Schlusswort In der postmodernen Gesellschaft sind auf Grund der starken funktionalen Vernetzung Kriminalität und Kriminalitätsfurcht kontraproduktiv, weil dadurch Vertrauen in Mitmen- schen und Institutionen zerstört wird – dies ist jedoch die Grundlage einer funktionie- renden Gesellschaft. Zudem ist Kriminalität durch die Verletzung der Freiheit des Op- fers eine extreme Form von Intoleranz. Somit hat eine subjektiv und objektiv sichere Kommune, die dies ohne Einschränkung der Freiheitsrechte der Bürgerinnen und Bür- ger erreicht, einen Wettbewerbsvorteil im Modernisierungsprozess. Karlsruhe hat eine ausgezeichnete Ausgangsposition, und mit Hilfe des Audits für urbane Sicherheit kann die Situation ressourcenschonend verbessert werden. Durch die Befragung können Unterschiede in der Kriminalitätsfurcht, Bedingungen der Kriminalitätsfurcht und die Problemschwerpunkte Karlsruhes aus der Sicht der Bürgerinnen und Bürger aufge- 67 zeigt werden. Diese Informationen können von der Stadtverwaltung und Polizei in Zu- sammenarbeit mit der Bevölkerung genutzt werden, um Wege zur Verbesserung der Situation zu beschreiten. 68 Anhang Literatur Bacher, Johann; Pöge, Andreas & Wenzig, Knut, (2010): Clusteranalyse. Anwen- dungsorientierte Einführung in Klassifikationsverfahren. 3. Aufl. 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Zielgruppe Kinder im Grundschulalter Methode PFADE arbeitet an sieben Schwerpunktthemen, die wiederholt aufgenommen werden: Ge- fühle, gesundes Selbstwertgefühl, Selbstkontrolle, soziale Problemlösefertigkeiten, Umgang mit Freundschaften und Beziehungen, Regeln des Zusammenlebens, Lern- und Organisati- onsstrategien. PFADE geht davon aus, dass das Lernen in sozialisationsrelevanten Systemen erfolgt. Daher werden die Eltern miteinbezogen. Erstens bringen die Kinder ihre Komplimente- Liste nach Hause und nach Erhalt eines Komplimentes von den Eltern wieder in die Schule zurück. Zweitens erhalten die Kinder Hausaufgaben, bei denen sie neue Kompetenzen aus- probieren oder die Eltern befragen. Die Hausaufgaben führen zu einer neuartigen Auseinan- dersetzung zwischen Kind und Eltern. Drittens werden die Eltern regelmäßig über die Inhalte informiert: Die Schulen organisieren einen Informationsabend, bei dem das PFADE-Fachteam zusammen mit der Schule selbst das Programm vorstellt. Auch beinhaltet der PFADE-Ordner themenspezifische Informationsbriefe, die den Kindern im Laufe des Schuljahres für ihre El- tern mit nach Hause gegeben werden. Die Elternbriefe enthalten Informationen zu bestimmten Konzepten, die in der Schule besprochen werden. Die Eltern können so Veränderungen im Verhalten des Kindes besser einordnen, aber auch das Kind auf die behandelten Themen ansprechen und die Entwicklung unterstützen. Die Motivation der Lehrpersonen, der Transfer in den Schulalltag, aber auch die Quantität und Qualität der Umsetzung in der Praxis sind von besonderer Bedeutung. Dem wird durch eine sorgfältige Umsetzung des Programms Rech- nung getragen. Interessiert sich eine Schule oder ein Team für PFADE, kann es sinnvoll sein, zuerst eine Informationsveranstaltung zusammen mit der Schulbehörde durchzuführen. Dies gewährleistet, dass sich die Lehrkräfte damit auseinandersetzen können, ob das Programm für ihre Schule in Frage kommt. Eine Alternative besteht darin, dass man im Team die vor- handenen Fragen sammelt und eine Kontaktperson mit der PFADE-Projektleitung Kontakt aufnimmt, um sie zu klären. Ein sorgfältiger Entscheidungsprozess ist in jedem Fall wichtig, damit die Passung von PFADE zur Schule stimmt, die Umsetzung gut gestaltet werden kann und gegenseitige Erwartungen geklärt werden können. Parallel zum Informationsprozess wer- den die Kosten der Umsetzung geklärt. Damit die Konzepte auch tatsächlich in den Schulall- tag einfließen können, wird die Umsetzung von PFADE in ganzen Schulen empfohlen. Es kann aber schwierig sein, alle Lehrpersonen für das Projekt zu gewinnen. Es ist daher auch möglich, dass eine Teilgruppe von Lehrpersonen mit PFADE startet. Da die Arbeit mit PFADE doch einiges auslöst und beinhaltet, sind das Gespräch mit der Schulleitung und ihre Unter- stützung notwendig. Damit das Gelernte im Schulalltag angewendet werden kann und die Konzepte die Schulkultur durchdringen können, wird PFADE in der Regel durch die Klassenlehrpersonen unterrichtet. Die PFADE-Stunden eignen sich aber auch für Teamteaching (z.B. KLP und SHP, KLP und 79 SozialpädagogIn, usw.) Alle Formen der Kooperation bezüglich PFADE zwischen Lehrperso- nen und weiteren schulischen Bezugspersonen werden unterstützt, denn es ist von Vorteil, wenn alle Lehrpersonen, welche für eine Klasse Verantwortung tragen, involviert und beteilig sind. Inhaltlich startet das Projekt mit der Schulung der beteiligten Lehrpersonen. Im Falle einer Schule werden möglichst neben den Lehrpersonen auch die weiteren schulischen Ak- teure wie Hort-Personal, Hausmeister und VertreterInnen von Behörden einbezogen. Die Schulung beinhaltet drei Teilveranstaltungen: Eine Startveranstaltung von gut 2 Stunden, zwei Schulungstage (ganztags) und einen Vertiefungshalbtag. Die Teilnehmenden werden mit dem Curriculum bekannt gemacht, sowohl in unterrichtspraktischer Hinsicht als auch mit den Hin- tergründen und der Philosophie des PFADE-Programms. Zudem besteht das Ziel darin, eine erste persönliche Auseinandersetzung der Teilnehmenden mit den Konzepten anzustoßen. An der Schulung erhalten die Lehrpersonen auch das Material, so dass sie nach der Schulung bereit sind, in ihrem Unterricht mit PFADE zu beginnen. Die Schulung findet möglichst kurz vor Beginn der Umsetzungsphase statt. Während der Umsetzungsphase – besonders in der ersten Zeit - werden die Lehrpersonen durch eine pädagogische Fachperson des PFADE- Fachteams begleitet und unterstützt. Diese sind immer engagierte Fachleute mit Erfahrung als Lehrperson. Das Ziel dieser Begleitung ist die Sicherung der Qualität der Umsetzung von PFADE. Der PFADE-Coach besucht PFADE-Lektionen, anschließend findet ein Coachingge- spräch statt. Bestandteil des Gesprächs sind Tipps und Rückmeldungen durch den Coach, aber auch Fragen und Eindrücke seitens der Lehrperson. Die Anzahl solcher Coaching-Be- suche im ersten PFADE Jahr ist vorher abzusprechen, wobei die Intensität der Beratung zu Beginn eher hoch sein sollte und mit der Zeit abnehmen kann. Wichtig ist, dass die Lehrper- sonen in der Umsetzung von PFADE nicht alleine gelassen werden und durch die Coaches ermutigt werden, regelmäßig und auf einem hohen Niveau mit PFADE zu arbeiten. Die Erfah- rung zeigt, dass sich die Reflexionen und der fachliche Austausch nicht nur auf den PFADE- Unterricht positiv auswirken, sondern generell für die Klassenführung, die Unterrichtsqualität und die Schulentwicklung anregend und hilfreich sein können. Material / Instrumente PFADE-Ordner, Kopiervorlagen, Gefühlskarten, Holzsockel, Handpuppen, Poster, ergän- zende Unterlagen Programmbeschreibung www.pfade.ch weiteres Material: Infomappe PFADe auf o.g. Website Ansprechpartner Dr. Rahel Jünger, Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Zürich, Freiestraße 36, CH 8032 Zürich, rjuenger@ife.uzh.ch Evaluation Eisner, M., Ribeaud, D. (2009): Prävention durch Förderung von Sozialkompetenz – Wirkun- gen eines schulbasierten Kompetenztrainings. Universität Zürich – Pädagogisches Insti- tut. Eisner, M., Ribeaud, D. (2008): Das Zürcher Interventions- und Präventionsprogramm an Schulen ‚zipps‘ – eine Zusammenfassung der zentralen Ergebnisse. Bern: Bundesamt für Gesundheit. Eisner, M., Ribeaud, D., Jünger, R.; Meidert, U. (2007) Frühprävention von Gewalt und Ag- gression – Ergebnisse des Zürcher Interventions- und Präventionsprojektes an Schulen. Zürich: Rüegger Verlag. 80 Zitiert aus: http://www.gruene-liste-praevention.de/najax/pdf.cms?XA=programm&XID=30&a=.pdf Präventionsprojekt „Aktion Glasklar“ Ziel Information und Sensibilisierung der Jugendlichen und ihrer Bezugspersonen über den Alko- holkonsum, Fördern der Auseinandersetzung Jugendlicher mit der Thematik, Bereitstellen von Arbeitsmaterialien für Lehrkräfte und Jugendgruppenleiter. Zielgruppe Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren sowie deren erwachsene Bezugspersonen Methode Neben einem Internet-Portal und verschiedenen Broschüren zum Thema Alkoholkonsum Ju- gendlicher (siehe unten) werden Arbeitsblätter und –Materialien für Schüler und Lehrer zu acht einheitlich aufgebauten Unterrichtseinheiten angeboten: - Was ist eigentlich erlaubt? - Die Werbung - Versuchungen - Wann ist Alkohol trinken o.k.? - Auch mal Nein sagen können: Umgang mit Gruppendruck - Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie ... - Jetzt nicht: Alkohol und Verkehrsmittel - Ins Gespräch kommen mit konsumierenden Jugendlichen. Material / Instrumente DIE BLAUMACHER – Glasklar: Durchblicken und gewinnen. Die Broschüre richtet sich an Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren. Für diese Zielgruppe ist die Botschaft der Kampagne vollständige Abstinenz. SPASSMACHER – MIESMACHER. Die Broschüre richtet sich an Jugendliche ab 16 Jahren. Für diese Zielgruppe erscheint eine vollständige Abstinenz als Ziel unrealistisch. Daher liegt das Ziel der Kampagne für die älteren Jugendlichen in der Förderung eines verantwortungsvollen Umgangs mit Alkohol. ALKOHOL – REIZ UND RISIKO, Informationen und Anregungen für Eltern. Die Broschüre gibt Eltern und anderen Erwachsenen, die Kontakt zu Kindern und Jugendlichen haben, Hinweise und erhalten Tipps, damit das Thema Alkohol weder tabuisiert noch bei Betroffenheit oder Vorfällen igno- riert wird. Damit sollen Hilfen für sach- und altersgerechte Gespräche gegeben werden. Die Jugendlichen sollen dadurch Orientierung erhalten, aber auch gleichzeitig lernen, dass sie für ihr Verhalten selbst verantwortlich sind und die Konsequenzen selbst tragen müssen. ALKOHOL-PRÄVENTION, Vorschläge für Unterricht und Jugendarbeit. Die Broschüre ist als Angebot für diejenigen gedacht, die mit Unterricht und Jugendarbeit befasst sind und eine aktive Auseinandersetzung mit dem Thema anregen wollen, also Lehrer, Jugendwarte, Übungsleiter, Betreuer in Jugendzentren und andere in der Jugendarbeit tätige Multiplikato- ren. Ein weiteres Element der Kampagne ist die Internetseite mit den Rubriken: 1. Quiz, 2. Tests, 3. Selbstverpflichtung („Trinkstopp“), 4. Downloads, 5. Infos, 6. Gästebuch und 7. E- Cards. Programmbeschreibung Aktion Glasklar. Ansprechpartner IFT-Nord gGmbH, Harmsstraße 2, 24114 Kiel, 81 Dr. Barbara Isensee Prof. Dr. Reiner Hanewinkel Tel.: 0431 5702 970, Fax: 0431 5702 929, Internet: www.ift-nord.de , Mail: glasklar@ift-nord.de Zitiert aus: https://www.gruene-liste-praevention.de/najax/pdf.cms?XA=programm&XID=44&a=.pdf. Präventionsprojekt: „Unplugged“ – Suchtprävention im Unterricht Ziel Prävention des Konsums und Missbrauchs legaler und illegaler Substanzen. Korrektur nor- mativer Überzeugungen, Förderung der Lebenskompetenz, Verringerung von Erstkontakten mit psychotropen Substanzen und Hinauszögern des Übergangs von experimentellem zu regelmäßigem Substanzkonsum. Zielgruppe Jugendliche zwischen 12 und 14 Jahren Methode "Unplugged" ist ein standardisiertes manualisiertes Unterrichtsprogramm für Schulen zur Pri- märprävention des Konsums und Missbrauchs legaler und illegaler Substanzen. Es wurde im Rahmen des Projekts EU-DAP („European Drug Addicition Prevention Trial“) von 2003 bis 2009 entwickelt und wird von speziell geschulten Lehrkräften durchgeführt. Das Pro- gramm basiert auf dem Konzept des umfassenden sozialen Einflusses (Comprehensive Social Influence), ist interaktiv, bezieht die Familie mit ein, liefert Informationen zu verschie- denen Substanzen und kombiniert die Korrektur normativer Überzeugungen über Substanz- konsum mit der Förderung von Sozial- und Lebenskompetenz. „Life Skills“ wie kritisches Denken, strukturiertes Problemlösen, kreatives Denken, effektive Kommunikation, Bezie- hungskompetenzen, Selbstwahrnehmung, Empathie und die Bewältigung von Emotionen werden im Rahmen des Programms entwickelt, gefördert und tragen dazu bei, dass Jugend- liche legalen wie illegalen Substanzen kritisch begegnen und sich bewusst für gesunde Ver- haltensweisen entscheiden. Das „Unplugged“ Curriculum besteht aus 12 Unterrichtseinhei- ten, umfasst ein Handbuch für Lehrkräfte, ein Arbeitsbuch für Schüler, Quizkarten, Arbeits- unterlagen für Elternabende und ist so gestaltet, dass es während der Unterrichtszeit durch- geführt werden kann. Die Unterrichts-einheiten konzentrieren sich auf die Komponenten In- formation und Einstellungen, zwischenmenschliche und intrapersonale Kompetenzen und bieten folgende Inhalte an: Einführung in das Programm, Festsetzen von Regeln für die Lek- tionen, Reflektion des Wissens über Drogen, Klärung von Gruppen-einflüssen und Gruppen- erwartungen, Informationen über verschiedene Einflussfaktoren des Drogenkonsums, För- derung des kritischen Überdenkens von Informationen, Reflexion von eigener Meinung und tatsächlichen Daten, Informationen über Auswirkungen des Rauchens, adäquates Äußern von Gefühlen, Unterschiede verbaler und nonverbaler Kommunikation, Förderung des Selbstbewusstseins und Respekts gegenüber anderen, Erkennen und Akzeptieren von posi- tiven Qualitäten, Akzeptanz positiven Feedbacks, Übung und Reflexion des Kontaktaufbaus mit anderen, Informationen zu positiven und negativen Wirkungen des Drogenkonsums, Selbstkontrolle, Förderung kreativen Denkens, Bewältigungsstrategien, strukturiertes Prob- lemlösen, Entscheidungs-findung und das Setzen von Zielen. Die Inhalte werden in Form von Präsentationen, Vertragsmanagement, Gruppenarbeit, Hausaufgaben, Rollenspielen, Diskussionen im Plenum, Gruppenarbeit, Kollagen, Spiel, Plenumsdiskussion, Quiz und 82 Feedback mit den Jugendlichen umgesetzt. Zur erfolgreichen Umsetzung von „Unplugged“ steht zusätzlich ein "Leitfaden zur Durchführung von Curricula auf der Basis des Konzepts vom umfassenden sozialen Einfluss (CSI) in Sekundarschulen" zur Verfügung, der sich in jeweils eigenen Kapiteln an Lehrkräfte, Schulleiter und Schulpolitiker wendet und beglei- tende Maßnahmen erörtert, die zum Gelingen eines schulischen Präventionsprogramms bei- tragen können. Material / Instrumente Programmunterlagen: Handbuch für Lehrkräfte, Arbeitsbuch für Schüler, Quizkarten, Ar- beitsunterlagen für Elternabende http://www.eudap.net/unplugged_detail_on_teachin_ma- nual_au_ge.aspx. Programmbeschreibung http://www.isg.co.at/de/praevention/unplugged „Unplugged“-Suchtprävention im Unterricht Ansprechpartner Dr. Karl Bohrn, Dr. Sebastian Bohrn-Mena, Institut für Sozial- und Gesundheitspsychologie (ISG), Mariahilferstraße 88a/I/6, 1070 Wien, Tel.: (+43) 1 786 18 10 I Fax: -77,E-Mail: office@isg.co.at, www.isg.co.at. Zitiert aus: https://www.gruene-liste-praevention.de/nano.cms/datenbank/programm/40. Vertrauensbildende Maßnahmen in der Kommunalpolitik Das Vertrauen in die Kommunalpolitik hängt von mehreren Faktoren ab. In der Literatur wer- den insbesondere genannt (Paust 2000; Pröhl & Osner 2010, Robbins 2011):  Öffentlichkeitsarbeit,  Kommunikation mit Bürgerinnen und Bürgern,  bürgerschaftliche Partizipation und Transparenz bei zentralen politischen Entschei- dungen,  eine robuste Rechtslage im Sinne einer „Vertragssicherheit“, wobei unter Vertrag jede Vereinbarung verstanden wird, an der die Kommune in irgendeiner Form betei- ligt ist und  Förderung der Zivilgesellschaft, insbesondere von Gruppen, die sich um das Allge- meinwohl verdient machen. Eine negative Wirkung, nämlich die Zerstörung von Vertrauen, haben Korruption und Amts- missbrauch. Somit ist eine Compliance-Abteilung auch in einer Stadtverwaltung sinnvoll. In Unternehmen sind insbesondere Leitwerte und die Vorbildfunktion der Unternehmensleitung korruptionshemmend. Abschreckende Maßnahmen hingegen haben eine untergeordnete Bedeutung. Korruptionsfördernd sind ungeschriebene Regeln einer Organisation, die Hand- lungen im Graubereich legitimieren (Bussmann o.J.; Bussmann & Salvenmoser 2008; Her- mann 2018; Pohlmann, Bitsch & Klinkhammer 2016). Für die Konzeption von vertrauensbildenden Maßnahmen in der Kommunalpolitik Karlsruhes ist eine Analyse der Öffentlichkeitsarbeit, der Kommunikationsstrukturen, und der Praxis der bürgerschaftlichen Partizipation sowie eine Bestandsaufnahme hinsichtlich Umfang und Art der Kooperation zwischen Kommunalverwaltung und Kommunalpolitik einerseits und Zivilge- sellschaft andererseits erforderlich. Dazu ist die Unterstützung durch eine professionelle Po- litikberatung sinnvoll. Dies gilt auch für die Implementation einer Compliance-Abteilung. 83 Bussmann, K. (o.J.) Kriminalpräventive Wirkung von Anti-Korruptionsprogrammen. Ein For- schungsprojekt. Online verfügbar unter http://bussmann.jura.uni-halle.de/antikorruption/; Zugriff 1/2018. Bussmann, K.-D./Salvenmoser, S. (2008): Der Wert von Compliance und Unternehmenskul- tur. Ergebnisse der aktuellen Studie von PricewaterhouseCoopers zur Wirtschaftskrimi- nalität, Corporate-Compliance-Zeitschrift: CCZ; Zeitschrift zur Haftungsvermeidung im Unternehmen, 1 (5), S. 192–196. Hermann, Dieter (2018): Die Korruptionsbereitschaft von Managern - organisationale oder individuelle Devianz? In: Boers, Klaus; Schaerff, Marcus (Hrsg.): Kriminologische Welt in Bewegung. Mönchengladbach: Forum, S. 255-264. Paust, Andreas (2000): Vom Bürgerbegehren zur Bürgergesellschaft. In: Aus Politik und Zeitgeschichte, B 28. http://www.bpb.de/apuz/25530/vom-buergerbegehren-zur-buer- gergesellschaft?p=all; Zugriff 3/2019. Pohlmann, Markus, Bitsch, Kristina; Klinkhammer, Julian (2016): Personal Gain or Organiza- tional Benefits – How to Explain Active Corruption? In: Graeff, P. /Wolf, S. (Hrsg.): Ethi- cal Challenges of Corrupt Practices: Formal and Informal Conflicts of Norms and Their Moral Ramifications: In: German Law Journal 17(1): S. 73-100. Pröhl, Marga; Osner, Andreas (2010): Ratsarbeit besser machen. Ein Handbuch für kommu- nale Mandatsträger, sachkundige Bürger und Verwaltungschefs. Guetersloh: Verlag Bertelsmann Stiftung. Online verfügbar unter http://gbv.eblib.com/patron/FullRe- cord.aspx?p=802119; Zugriff 03/2019. Robbins, Blaine G. (2011): Neither government nor community alone: A test of state-cen- tered models of generalized trust; Rationality and Society, Vol 23(3), S. 304-346.

  • TOP 2 Anlage 3 Endgutachten-Oberreut
    Extrahierter Text

    1 Das Karlsruher Audit-Konzept für urbane Sicherheit 2018 -- Gutachten für Oberreut -- Prof. Dr. Dieter Hermann Institut für Kriminologie Universität Heidelberg Heidelberg 2019 2 Inhalt 1. Einleitung .......................................................................................................................................... 2 2. Bedingungen der Kriminalitätsfurcht und Lebensqualität in Oberreut ........................................... 3 2.1 Incivilities .................................................................................................................................... 3 2.2 Fehlendes Sozialkapital .............................................................................................................. 6 3. Wahrnehmung von Polizei und Kommunaler Ordnungsdienst ....................................................... 7 4. Vorschläge der Bevölkerung zur Verbesserung der Lebensqualität ................................................ 9 5. Kriminalitätsfurcht in Oberreut – von Einwohnerinnen und Einwohnern Karlsruhes, die nicht in Oberreut wohnen ................................................................................................................................. 9 6. Fazit und Vorschläge für kriminalpräventive Maßnahmen ............................................................ 10 7. Managementkonzept und Maßnahmen zur Umsetzung der Präventionsvorschläge ................... 12 Anhang ............................................................................................................................................... 13 Präventionsprojekt „PFADE“ – Programm zur Förderung alternativer Denkstrategien ................ 13 Präventionsprojekt „Aktion Glasklar“ – ein Projekt gegen den Alkoholmissbrauch ..................... 15 Präventionsprojekt „Unplugged“ – Suchtprävention im Unterricht .............................................. 16 Präventionsprojekt „fairplayer.manual“ – eine Maßnahme gegen Respektlosigkeit ................... 18 Prävention durch Förderung von Zivilcourage und Selbstbehauptungskurse – Maßnahmen gegen Respektlosigkeit ............................................................................................................................. 20 Prävention durch mobile Sozialarbeiter ........................................................................................ 20 Vorschläge zur Verbesserung der Lebensqualität in Oberreut ...................................................... 20 1. Einleitung Auf die Frage im Karlsruher Sicherheitsaudit 2018, ob sich das Sicherheitsempfinden in Oberreut in den letzten Jahren verändert hat, antworteten 10 Prozent der Befragten des Stadtteils, dass es sich verbessert hat, im Vergleich zu 39 Prozent, die eine Verschlechterung konstatiert haben. Für 50 Pro- zent blieb das Sicherheitsgefühl unverändert. Zudem ist die Kriminalitätsfurcht in Oberreut im Ver- gleich zu den anderen Stadtteilen relativ groß, ebenso der Anteil der Personen, die nicht in Oberreut wohnen, aber sich dort fürchten würden. Somit ist es sinnvoll, kriminalpräventive Maßnahmen in Oberreut zu intensivieren. Das Ziel des Sicherheitsaudits für Oberreut ist die Planung, Initiierung, Durchführung und Kontrolle von Projekten der Kommunalen Kriminalprävention. Damit die Projekte erfolgversprechend sind, ist es sinnvoll, solche Maßnahmen zu wählen, welche die Ursachen von Kriminalitätsfurcht und Lebens- qualität beeinflussen. Diese Ursachen können mittels der Bevölkerungsbefragung zum Karlsruher Sicherheitsaudit gezielt für Oberreut bestimmt werden. 3 Das Untersuchungsdesign, also Angaben zu Grundgesamtheit, Auswahlverfahren, Stichprobe und Repräsentativität, sind im 4. Sachstandsbericht der Stadt Karlsruhe zur öffentlichen Sicherheit und Ordnung 2018 (https://web5.karlsruhe.de/Stadtentwicklung/afsta) sowie im Gutachten für die Ge- samtstadt (Hermann 2019: „Das Karlsruher Audit-Konzept für urbane Sicherheit 2018. Gutachten für die Gesamtstadt“) dokumentiert. Insgesamt haben 5.929 Personen an der Karlsruher Befragung teil- genommen. Aus Oberreut haben sich 118 Personen an der Umfrage beteiligt. Für die vorliegende Analyse werden erstens Befragte aus Oberreut mit allen anderen Befragten aus Karlsruhe verglichen. Zweitens werden Bürgerinnen und Bürger Karlsruhes, die sich in Oberreut vor Kriminalität fürchten, mit solchen Bürgerinnen und Bürgern Karlsruhes verglichen, die dort eine geringe Kriminalitätsfurcht haben – diese Analyse bezieht sich auf Befragte, die nicht in Oberreut wohnen. Drittens werden nur die Befragten aus Oberreut untersucht. 2. Bedingungen der Kriminalitätsfurcht und Lebensqualität in Oberreut 2.1 Incivilities Incivilities sind subjektive Störungen der sozialen Ordnung. Sie beeinflussen u.a. die Kriminalitäts- furcht und die Lebensqualität. Die Tabelle 1 enthält die Zahlen zu prozentualen Anteilen an Perso- nen, die einen Bereich als ziemliches oder großes Problem sehen – sowohl für die Einwohnerinnen und Einwohner Oberreuts als auch im Vergleich dazu für die Bürgerinnen und Bürger aller anderen Stadtteile. In der rechten Spalte sind Partialkorrelationen aufgelistet. Sie können intuitiv als Maß für die Stärke des Einflusses von Incivilities auf Kriminalitätsfurcht und perzipierter Lebensqualität inter- pretiert werden. Das statistische Maß für die Stärke des Zusammenhangs variiert zwischen -1 und +1. Ein Wert von null bedeutet, dass kein (linearer) Zusammenhang vorliegt. Je näher der Zahlenwert der Partialkorrelation an den möglichen Extremwerten ist, desto größer ist der Effekt des berück- sichtigten Problembereichs. Eine differenziertere Erklärung des Partialkorrelationskoeffizienten ist im Gutachten für die Gesamtstadt zu finden. Bei den Analysen wurde Kriminalitätsfurcht als umfas- sendes Konstrukt operationalisiert, das sowohl die affektive, kognitive und konative Kriminalitäts- furcht als auch das Unsicherheitsgefühl umfasst. Details zur Operationalisierung und Analysen zur Messqualität des Gesamtindexes Kriminalitätsfurcht sind im „Karlsruher Audit-Konzept für urbane Sicherheit 2018 - Gutachten für die Gesamtstadt“ dargestellt. 4 Tabelle 1: Subjektive Sichtweisen über Problembereiche – ein Vergleich zwischen Oberreut und allen anderen Stadtteile Karlsruhes: Häufigkeiten und Einfluss auf die Kriminalitätsfurcht und perzipierte Lebensqualität Incivilities Häufigkeit (%) Partialkorrelation mit Kriminalitäts- furcht: Nur Oberreut Partialkorrelation mit Lebensquali- tät: Nur Oberreut Sonstige Oberreut Gruppen Jugendlicher 15 36 0,39 0,32 Fliegende Händler, Haustürge- schäfte 5 12 0,32 0,24 Drogenabhängige 11 26 0,50 0,27 Betrunkene 18 42 0,44 0,27 Undiszipliniert fahrende Autofahrer 37 31 0,40 0,18 Ausländerfeindlichkeit 8 22 0,27 0,30 Rechtsradikalismus 5 16 0,31 0,22 Fremdenfeindliche Demonstratio- nen 4 2 0,38 n.s. Gruppen alkoholisierter Personen 20 42 0,40 0,29 Aggressives Betteln 8 6 0,46 n.s. Sexualisierte Herabwürdigung und verbale Demütigungen von Frauen 9 14 0,51 n.s. Besprühte / beschmierte Haus- wände 16 32 0,31 0,39 Schmutz / Müll in den Straßen oder Grünanlagen 33 57 0,45 0,35 Diebstahl, Sachbeschädigung, Ge- walt 25 37 0,53 0,37 Falsch oder behindernd parkende Autos 36 40 0,25 n.s. Zugewanderte aus anderen Ländern denken, die schon sehr lange in Deutschland leben 4 9 0,25 0,32 Asylsuchende, die erst in letzter Zeit nach Karlsruhe kamen 30 43 0,63 0,35 Fallzahl 5.599 118 118 118 5 Legende: Partialkorrelationen unter Kontrolle von Alter, Geschlecht, Staatsangehörigkeit, Bildungsabschluss und die Wohndauer in Karlsruhe. Die aufgeführten Koeffizienten sind signifikant; nicht signifikante Effekte sind mit n.s. gekennzeichnet. Erfolgversprechend sind solche Maßnahmen, die quantitativ bedeutsame Incivilities mit starkem Einfluss auf die Kriminalitätsfurcht und auf die perzipierte Lebensqualität gezielt verändern können, also  Asylsuchende, die erst in letzter Zeit nach Karlsruhe kamen,  Schmutz, Müll,  Diebstahl, Sachbeschädigung, Gewalt. Quantitativ weniger bedeutsam, aber immer noch relevant sind  Gruppen alkoholisierter Personen und Betrunkene und  Gruppen Jugendlicher. Auf die Frage, wieso sich das Sicherheitsempfinden in Oberreut verschlechtert hat, werden insbe- sondere die oben genannten Punkte genannt. Incivilities spiegeln nur bedingt die Realität wieder. Neuere Studien zeigen, dass insbesondere Inci- vilities in Bezug auf Migranten in erster Linie Stereotype und Vorurteile über Personengruppen er- fassen. Fragt man beispielsweise Personen, die in Migranten ein Problem sehen, worin dieses Prob- lem bestehe, erhält man lediglich unbestimmte Antworten. Zudem werden die Fragen nach persön- lichen oder vermittelnden schlechten Erfahrungen mit Migranten in der Regel verneint. Dies ver- deutlicht, dass diese Frage Vorurteile erfasst. In Oberreut ist der Effekt auf die Kriminalitätsfurcht und Lebensqualität durch Asylsuchende, die erst in letzter Zeit nach Karlsruhe kamen, besonders groß. Dieses Ergebnis über die Beziehung zwischen der Wahrnehmung von Asylbewerbern und Kri- minalitätsfurcht ist nicht so zu verstehen, dass Geflüchtete ein tatsächliches Problem sind. Es bedeu- tet, dass die Personen, die darin ein Problem sehen, eine höhere Kriminalitätsfurcht haben als an- dere. Dies ist durch stereotype Vorstellungen, die Asylsuchende mit Kriminalität und Parallelgesell- schaften assoziieren, bedingt. Für die Ableitung kriminalpräventiver Maßnahmen ist es sinnvoll, diese stereotypen Vorstellungen abzubauen, aber auch die Kriminalität dieser Personengruppe nicht aus dem Blick zu verlieren. Für die Kriminalität von Asylbewerbern werden mehrere Gründe diskutiert. Kriminalität ist in allen Ge- sellschaften altersabhängig, wobei Jugendliche, Heranwachsende und junge Erwachsene die aktivste Gruppe darstellen – und diese Altersgruppe ist unter Asylbewerbern überrepräsentiert. Zudem führt die räumliche Enge der Unterbringung und die Belastung durch eine ungewisse Zukunft zu Stresssi- tuationen. Ein dritter Grund dürfte die vergleichsweise hohe Präferenz für gewaltlegitimierende Männlichkeitsnormen sein. Diese ist besonders bei Personen anzutreffen, die in patriarchalischen Strukturen sozialisiert wurden. Zudem dürften posttraumatische Belastungsstörungen als Ursache für eine erhöhte Aggressivität unter Zuwandern verantwortlich sein. Nach dem ICD-10 (F 43), der 6 internationalen Klassifikation von Krankheiten, ist eine posttraumatische Belastungsstörung „eine verzögerte oder protrahierte Reaktion auf ein belastendes Ereignis oder eine Situation kürzerer oder längerer Dauer, mit außergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigem Ausmaß“. Mögliche Folgen sind Gleichgültigkeit gegenüber anderen Menschen, Teilnahmslosigkeit der Umgebung ge- genüber, vegetative Übererregtheit, übermäßige Schreckhaftigkeit, Angst, Depression und insbeson- dere bei Jugendlichen Störungen des Sozialverhaltens. Verstärkte Aggressivität und Gewaltbereit- schaft ist somit ein Krankheitssymptom. Eine posttraumatische Belastungsstörung tritt bei etwa 50 Prozent der Kriegs-, Vertreibungs- und Folteropfer auf. Hinzu kommen bei Geflüchteten aus den nordafrikanischen Ländern, dass die Chancen auf ein Bleiberecht oder Arbeitserlaubnis minimal sind. Diese subjektiv frustrierenden Rahmenbedingungen haben offenkundig die Bereitschaft für Gewalt- taten erhöht. Nach einer Studie von Pfeiffer, Baier und Kliem aus dem Jahr 2018 ist bei Nordafrika- nern die Quote aufgeklärter Gewaltdelikte im Vergleich zu anderen Asylbewerbern um das 19-fache höher. 2.2 Fehlendes Sozialkapital Unter Sozialkapital versteht man insbesondere das Vertrauen in Personen und Institutionen sowie ehrenamtliches Engagement. Defizite im Sozialkapital führen zu Instabilitäten in der Gesellschaft und letztlich zu ihrem Zerfall, wenn der gesellschaftliche Zusammenhalt erheblich beeinträchtigt wird. Das Sozialkapital beeinflusst die Kriminalitätsfurcht und perzipierte Lebensqualität. Somit kann durch eine Steigerung des Sozialkapitals die Kriminalitätsfurcht reduziert und die Lebensqualität ver- bessert werden. In Tabelle 2 sind die Häufigkeiten der Indikatoren des Sozialkapitals aufgeführt, so- wohl für Oberreut als auch im Vergleich dazu für alle anderen Stadtteile. Die Zahlen in Spalte 2 und 3 der Tabelle sind die Anteile der Personen, die einer Gruppierung mit deutlichem Misstrauen be- gegnen. Die Spalten 4 und 5 enthalten Partialkorrelationen – ein Maß für die Stärke des Einflusses von Sozialkapitalindikatoren auf die Kriminalitätsfurcht und Lebensqualität. Der Grad des Misstrauens in Institutionen und Mitmenschen ist in Oberreut weitgehend mit dem Niveau in den restlichen Stadtteilen identisch – die meisten Unterschiede sind statistisch nicht signi- fikant. Eine Ausnahme ist das Vertrauen in die Menschen in der Nachbarschaft und das Vertrauen in die die Menschen in Karlsruhe allgemein. In diesen Punkten ist das Misstrauen in Oberreut ausge- prägter als im restlichen Stadtgebiet. Auch die Unterschiede in Bezug auf das Ehrenamt sind signifi- kant. In Oberreut sind verhältnismäßig wenig Personen ehrenamtlich aktiv, auch die Bereitschaft zu ehrenamtlichem Engagement ist weniger stark ausgeprägt. In Oberreut hat das Vertrauen in die Po- litik, das Vertrauen in die Menschen in der Nachbarschaft sowie das Vertrauen in die Menschen in Karlsruhe allgemein einen großen Einfluss auf die Kriminalitätsfurcht sowie auf die perzipierte Le- bensqualität. Diese Ergebnisse legen es nahe, Maßnahmen zur Stärkung dieser Aspekte des Sozial- kapitals zu initiieren. 7 Tabelle 2: Häufigkeitsverteilung der Sozialkapitalindikatoren – ein Vergleich zwischen Oberreut und allen anderen Stadtteilen Karlsruhes sowie Analysen zum Einfluss des Sozialkapitals auf die Kriminalitätsfurcht und perzipierte Lebensqualität Sozialkapitalindikatoren Häufigkeit (%) Partialkorrelation des Vertrauensgra- des mit Kriminali- tätsfurcht: Nur Oberreut Partialkorrelation des Vertrauensgra- des mit Lebensquali- tät: Nur Oberreut Sonstige* Oberreut* Vertrauen bzw. Misstrauen in die ... Polizei 3 6 -0,20 n.s. Justiz 6 8 n.s. n.s. Politik auf Bundes- und Landesebene 20 26 -0,44 -0,26 Politik in Karlsruhe 13 13 -0,29 -0,34 Menschen in meiner Nachbarschaft 3 10 -0,26 -0,41 Menschen in Karls- ruhe allgemein 6 10 -0,26 -0,24 Kirchen- und Religi- onsgemeinschaften 23 29 n.s. n.s. Einsatz- und Ret- tungskräften 1 1 -0,27 -0,07 Ehrenamtliche Tätigkeit in den letzten 12 Monaten 37 23 n.s. n.s. Bereitschaft zu ehrenamtli- chem Engagement 66 55 n.s. - n.s. Fallzahl 5.599 118 118 118 Legende: Partialkorrelationen unter Kontrolle von Alter, Geschlecht, Staatsangehörigkeit, Bildungsabschluss und die Wohndauer in Karlsruhe. Die aufgeführten Koeffizienten sind signifikant; nicht signifikante Effekte sind mit n.s. gekennzeichnet. *) Die Zahlen sind die Anteile der Personen, die einer Gruppierung mit deutlichem Misstrauen begegnen. 3. Wahrnehmung von Polizei und Kommunaler Ordnungsdienst In Oberreut haben 44 Prozent der Befragten in der letzten Woche mindestens einmal eine Polizei- streife gesehen. Im gleichen Referenzzeitraum haben in Oberreut 7 Prozent der Einwohnerinnen und Einwohner des Stadtteils eine Streife des Kommunalen Ordnungsdienstes (KOD) wahrgenommen. Im restlichen Untersuchungsgebiet liegen die Zahlen bei 47 Prozent für die Wahrnehmung von Poli- zeistreifen und 20 Prozent in Bezug auf den KOD. Somit entspricht die Präsenz der Polizei in Oberreut nahezu dem Durchschnitt in den restlichen Stadtteilen, während die Wahrnehmungshäufigkeit des KOD erheblich niedriger liegt. 8 Zwischen der Wahrnehmungshäufigkeit von Polizei und KOD einerseits und Kriminalitätsfurcht an- dererseits gibt es einen Zusammenhang: Je größer die Kriminalitätsfurcht einer Person ist, desto häufiger werden Polizei und KOD wahrgenommen. Die bivariaten Korrelationskoeffizienten sind sig- nifikant (Polizei: r=-0,06; KOD: r=-0,12; N=5.929). Die Präsenz von Sicherheitsorganen ist ein Grund- bedürfnis von Menschen mit hoher Kriminalitätsfurcht. Die Wahrnehmung der Kontrollinstitutionen deckt sich jedoch nur zum Teil mit dem Kriminalitätsfurchtniveau in Stadtteilen, sodass eine Opti- mierung der Personalressourcen möglich ist. Hinweise, den Personaleinsatz weiter zu optimieren, liefert das Schaubild 1. In diesen wird die durchschnittliche Kriminalitätsfurcht in den Stadtteilen mit der Wahrnehmungshäufigkeit des städtischen Vollzugsdienstes verglichen. Schaubild 1: Vergleich der Kriminalitätsfurcht in den Stadtteilen (Mittelwert Furchtindex) mit der Wahrnehmungshäufigkeit von Streifen des KOD (Prozentualer Anteil an Personen, die eine Streife heute oder im Lauf der vergangenen Woche gesehen haben) In einigen Stadtteilen ist die Wahrnehmungshäufigkeit des KOD deutlich geringer als dies dem loka- len Furchtniveau entsprechen würde, das betrifft insbesondere Daxlanden und Oberreut. Dieses Er- gebnis würde eine Aufstockung des KOD in Oberreut nahelegen. 9 4. Vorschläge der Bevölkerung zur Verbesserung der Lebensqualität In der Erhebung konnten die Befragten aus Oberreut Vorschläge für die Verbesserung der Lebens- qualität machen – 66 Personen haben davon Gebrauch gemacht und insgesamt 72 kategorisierbare Vorschläge formuliert. Die fünf häufigsten Angaben sind in Tabelle 3 dargestellt. Im Anhang sind alle Angaben vollständig aufgeführt. Tabelle 3: Vorschläge zur Verbesserung der Lebensqualität für Oberreut (Mehrfachnennungen möglich) Vorschlag Anzahl der Nennungen Prozentualer Anteil an den Nennungen Höhere Polizeipräsenz und mehr Kontrollen durch den KOD 22 31 Ästhetische Maßnahmen: Verschönerung des Stadtteils, mehr Sau- berkeit, bessere Müllentsorgung, mehr Mülleimer, bessere Pflege, saubere Spielplätze, keine Nachverdichtung 20 28 Mehr Einkaufsmöglichkeiten und Gastronomieangebote 5 7 Verbesserte Integration, soziales Miteinander, Rücksicht 3 4 Verkehrsplanung: Mehr Radwege 3 4 Die höchste Priorität haben Kontrollmaßnahmen von Sicherheitsorganen, gefolgt von Maßnahmen, die zu einer Verschönerung von Oberreut beitragen. An dritter Stelle stehen Vorschläge zur Verbes- serung der Nahversorgung durch Einkaufsmöglichkeiten und gastronomische Angebote. 5. Kriminalitätsfurcht in Oberreut – von Einwohnerinnen und Einwoh- nern Karlsruhes, die nicht in Oberreut wohnen Auf die Frage, ob es außerhalb des Wohnort-Stadtteils eine andere Gegend in Karlsruhe gibt, in der sie sich fürchten würden, geben 23 Prozent aller Befragten aus Karlsruhe den Stadtteil Oberreut an – ein relativ hoher Wert. In Tabelle 4 sind die prozentualen Anteile der Einwohner für jeden Stadt- teil der Stadt aufgeführt, die angaben, sich in Oberreut zu fürchten. Tabelle 4: Kriminalitätsfurcht in Oberreut von externen Befragten Stadtteil Prozentualer Anteil der Einwohner des Stadtteils, die sich in Oberreut fürchten würden Grünwinkel 36 Daxlanden 36 Weiherfeld-Dammerstock 31 Beiertheim-Bulach 30 Neureut 30 Hohenwettersbach 29 Südweststadt 28 Weststadt 27 Rüppurr 26 Nordstadt 26 10 Knielingen 25 Mühlburg 25 Wolfartsweier 25 Hagsfeld 24 Nordweststadt 24 Grünwettersbach 21 Grötzingen 21 Rintheim 19 Durlach 19 Palmbach 19 Stupferich 19 Waldstadt 19 Innenstadt-West 19 Südstadt 18 Oststadt 17 Innenstadt-Ost 11 Jeweils 36 Prozent der Bewohner Grünwinkels und Daxlandens würden sich in Oberreut fürchten. Dies sind unmittelbar benachbarte Stadtteile von Oberreut. Neureut hingegen ist relativ weit von Oberreut entfernt, und dort beträgt der Anteil der Einwohner des Stadtteils, die sich in Oberreut fürchten würden, noch 30 Prozent. Es ist nicht auszuschließen, dass die Einschätzung von Oberreut als unsicherer Stadtteil zum Teil auf Stereotypen basiert, die möglicherweise durch lokale Medien- berichte verstärkt werden. 6. Fazit und Vorschläge für kriminalpräventive Maßnahmen Die Ergebnisse der oben dargestellten Analysen ergänzen sich, sodass sich erfolgversprechende und ursachenorientierte kriminalpräventive Maßnahmen auf folgende Punkte konzentrieren können:  Ein Problemfeld ist durch Personen und Personengruppen charakterisiert, die mit Aggres- sion, Gewalt und frauenfeindlichen Handlungen in Verbindung gebracht werden. Somit würde eine Erhöhung der Kontrolldichte helfen, wobei es wichtig wäre, diese Maßnahmen öffentlichkeitswirksam darzustellen. Hilfreich wären zudem eine Entschärfung von Konflik- ten mit Gruppen alkoholisierter Personen und Betrunkenen sowie mit Asylsuchenden und der Abbau von Respektlosigkeit bei zwischenmenschlichen Interaktionen. Im Anhang sind Vorschläge zu kriminalpräventiven Projekten aufgeführt, die helfen sollen, die oben ge- nannte Problematik positiv zu beeinflussen.  In Oberreut ist der KOD vergleichsweise selten präsent, wenn man als Maßstab das Furcht- niveau in dem Stadtteil zugrunde liegen würde. Somit ist eine Erhöhung der Kontrolldichte durch den KOD angemessen. Dies würde zudem dem Wunsch der Bevölkerung nach einer Verstärkung der Kontrolle durch den KOD in Oberreut entsprechen. 11  Ein weiteres Problemfeld betrifft ästhetische Maßnahmen und mehr Sauberkeit, wobei die Beseitigung von Müll, eine unzureichende Anzahl öffentlicher Abfallbehälter und Defizite bei der Pflege der Grünanlagen häufiger genannt wurden.  Sinnvoll wäre der Aufbau von Sozialkapital durch vertrauensbildende Maßnahmen gegen- über der (Kommunal-)Politik und den Menschen in der Nachbarschaft. Auch wenn das Ver- trauen in die (Kommunal-)Politik relativ groß ist, würden vertrauensbildende Maßnahmen helfen, die Kriminalitätsfurcht abzubauen und die Lebensqualität zu verbessern. Dabei ist es hilfreich, wenn die Zielgruppe bei der Implementation vertrauensbildender Maßnah- men berücksichtigt würde. Die Gruppe mit einer vergleichsweise hohen Kriminalitätsfurcht besteht aus älteren Frauen, die eine mittlere bis niedrige Schulbildung haben, schon lange in Karlsruhe leben und an Sicherheit und Ordnung sehr großes Interesse haben. Um das Vertrauen in die Mitmenschen zu stärken, also in die unmittelbare Nachbarschaft, sind Maßnahmen hilfreich, die in der Industrie unter dem Begriff des „Corporate Identity“ beschrieben werden. Zur Stärkung des Zusammengehörigkeitsgefühls helfen gemeinsame Aktivitäten, Vereine und die Schaffung gemeinsamer Symbole (Corporate Design). Mög- licherweise könnte die Einbindung des Bürgervereins Oberreut hilfreich sein, Maßnahmen zur Steigerung des Sozialkapitals zu initiieren. Legt man das Gründungsjahr des Stadtteils auf den Sommer 1964, wäre beispielsweise ein Stadtteilfest in diesem Jahr – „55 Jahre Oberreut“ – eine Möglichkeit, das lokale Zusammengehörigkeitsgefühl zu stärken. Die Um- setzung des Vorschlags der Befragten, zur Verbesserung der Lebensqualität das Gastrono- mieangebot zu erhöhen, könnte, je nach gastronomischem Konzept, durch die Schaffung von Kontaktmöglichkeiten ebenfalls das Zusammengehörigkeitsgefühl steigern. Für die Konzeption von Maßnahmen zur Verbesserung des Vertrauens in die Mitmenschen ist es hilfreich, die Personengruppe zu identifizieren, die den Mitmenschen Misstrauen entgegenbringt. Eine multiple Regression mit dem Grad des Vertrauens in die Menschen aus der Nachbarschaft als abhängige Variable kommt zu dem Ergebnis, dass das Bildungs- niveau (β=0,26) und insbesondere die Wohndauer in Oberreut (β=0,31) signifikante Ein- flüsse haben: Je niedriger das Bildungsniveau und je kürzer die Wohndauer in Oberreut, desto größer ist das Misstrauen in die Mitmenschen. Diese Effekte sind unabhängig von Alter, Geschlecht und Migrationshintergrund. Somit wäre eine Initiative zur Begrüßung der Neubürgerinnen und Neubürger eine mögliche vertrauensbildende Maßnahme.  Es scheint stereotype Vorstellungen über Oberreut als unsicheren Stadtteil zu geben. Dem könnte durch gezieltes Stadtteilmarketing entgegengewirkt werden. 12 7. Managementkonzept und Maßnahmen zur Umsetzung der Präventi- onsvorschläge Für die Entwicklung eines Präventionskonzepts für Oberreut müssen folgende Fragen beantwortet werden: 1. Konkretisierung der oben genannten Punkte, beispielsweise: Wie kann das ästhetische Er- scheinungsbild von Oberreut verbessert werden? 2. Durch welche Maßnahmen sollen die oben genannten Punkte verbessert werden? Eine Liste von Projektvorschlägen ist im Anhang aufgeführt. 3. Wie kann das Vertrauen in die (Kommunal-)Politik verbessert werden? 4. Wie kann das Vertrauen in die Mitmenschen verbessert werden? 5. Welche Personen, Ämter und Gruppen sollen die Präventionsmaßnahmen durchführen (Prä- ventionsakteure)? Müssen neue Organisationsstrukturen geschaffen werden? 6. Wer ist verantwortlicher Initiator und Impulsgeber für die Präventionsmaßnahmen? 7. Wer übernimmt das Controlling, also die Überwachung der Durchführung und informiert die Präventionsakteure? 13 Anhang Präventionsprojekt „PFADE“ – Programm zur Förderung alternativer Denkstrategien Ziel Förderung von emotionalen, sozialkognitiven und sozialen Kompetenzen und von Verantwortungs- übernahme, Prävention von Emotions- und Verhaltensstörungen. Ziele auf der Ebene des Kindes: externalisierendes aggressives Problemverhalten vermindern, externalisierendes nicht aggressives Problemverhalten vermindern, internalisierendes Problemverhalten und Substanzmissbrauch ver- mindern, Lernbereitschaft und Leistungen erhöhen. Ziele auf der Ebene der Schule: Klassen- und Schulklima verbessern, Disziplinprobleme mindern. Dies soll auch Lehrkräfte entlasten und Burnout reduzieren. Zielgruppe Kinder im Grundschulalter Methode PFADE arbeitet an sieben Schwerpunktthemen, die wiederholt aufgenommen werden: Gefühle, ge- sundes Selbstwertgefühl, Selbstkontrolle, soziale Problemlösefertigkeiten, Umgang mit Freund- schaften und Beziehungen, Regeln des Zusammenlebens, Lern- und Organisationsstrategien. PFADE geht davon aus, dass das Lernen in sozialisationsrelevanten Systemen erfolgt. Daher werden die El- tern miteinbezogen. Erstens bringen die Kinder ihre Komplimente-Liste nach Hause und nach Erhalt eines Komplimentes von den Eltern wieder in die Schule zurück. Zweitens erhalten die Kinder Haus- aufgaben, bei denen sie neue Kompetenzen ausprobieren oder die Eltern befragen. Die Hausaufga- ben führen zu einer neuartigen Auseinandersetzung zwischen Kind und Eltern. Drittens werden die Eltern regelmäßig über die Inhalte informiert: Die Schulen organisieren einen Informationsabend, bei dem das PFADE-Fachteam zusammen mit der Schule selbst das Programm vorstellt. Auch bein- haltet der PFADE-Ordner themenspezifische Informationsbriefe, die den Kindern im Laufe des Schul- jahres für ihre Eltern mit nach Hause gegeben werden. Die Elternbriefe enthalten Informationen zu bestimmten Konzepten, die in der Schule besprochen werden. Die Eltern können so Veränderungen im Verhalten des Kindes besser einordnen, aber auch das Kind auf die behandelten Themen anspre- chen und die Entwicklung unterstützen. Die Motivation der Lehrpersonen, der Transfer in den Schul- alltag, aber auch die Quantität und Qualität der Umsetzung in der Praxis sind von besonderer Be- deutung. Dem wird durch eine sorgfältige Umsetzung des Programms Rechnung getragen. Interes- siert sich eine Schule oder ein Team für PFADE, kann es sinnvoll sein, zuerst eine Informationsveran- staltung zusammen mit der Schulbehörde durchzuführen. Dies gewährleistet, dass sich die Lehr- kräfte damit auseinandersetzen können, ob das Programm für ihre Schule in Frage kommt. Eine Al- ternative besteht darin, dass man im Team die vorhandenen Fragen sammelt und eine Kontaktper- son mit der PFADE-Projektleitung Kontakt aufnimmt, um sie zu klären. Ein sorgfältiger Entschei- dungsprozess ist in jedem Fall wichtig, damit die Passung von PFADE zur Schule stimmt, die Umset- zung gut gestaltet werden kann und gegenseitige Erwartungen geklärt werden können. Parallel zum Informationsprozess werden die Kosten der Umsetzung geklärt. Damit die Konzepte auch tatsächlich 14 in den Schulalltag einfließen können, wird die Umsetzung von PFADE in ganzen Schulen empfohlen. Es kann aber schwierig sein, alle Lehrpersonen für das Projekt zu gewinnen. Es ist daher auch mög- lich, dass eine Teilgruppe von Lehrpersonen mit PFADE startet. Da die Arbeit mit PFADE doch einiges auslöst und beinhaltet, sind das Gespräch mit der Schulleitung und ihre Unterstützung notwendig. Damit das Gelernte im Schulalltag angewendet werden kann und die Konzepte die Schulkultur durch- dringen können, wird PFADE in der Regel durch die Klassenlehrpersonen unterrichtet. Die PFADE- Stunden eignen sich aber auch für Teamteaching (z.B. KLP und SHP, KLP und SozialpädagogIn, usw.) Alle Formen der Kooperation bezüglich PFADE zwischen Lehrpersonen und weiteren schulischen Be- zugspersonen werden unterstützt, denn es ist von Vorteil, wenn alle Lehrpersonen, welche für eine Klasse Verantwortung tragen, involviert und beteilig sind. Inhaltlich startet das Projekt mit der Schu- lung der beteiligten Lehrpersonen. Im Falle einer Schule werden möglichst neben den Lehrpersonen auch die weiteren schulischen Akteure wie Hort-Personal, Hausmeister und VertreterInnen von Be- hörden einbezogen. Die Schulung beinhaltet drei Teilveranstaltungen: Eine Startveranstaltung von gut 2 Stunden, zwei Schulungstage (ganztags) und einen Vertiefungshalbtag. Die Teilnehmenden werden mit dem Curriculum bekannt gemacht, sowohl in unterrichtspraktischer Hinsicht als auch mit den Hintergründen und der Philosophie des PFADE-Programms. Zudem besteht das Ziel darin, eine erste persönliche Auseinandersetzung der Teilnehmenden mit den Konzepten anzustoßen. An der Schulung erhalten die Lehrpersonen auch das Material, so dass sie nach der Schulung bereit sind, in ihrem Unterricht mit PFADE zu beginnen. Die Schulung findet möglichst kurz vor Beginn der Um- setzungsphase statt. Während der Umsetzungsphase – besonders in der ersten Zeit - werden die Lehrpersonen durch eine pädagogische Fachperson des PFADE-Fachteams begleitet und unterstützt. Diese sind immer engagierte Fachleute mit Erfahrung als Lehrperson. Das Ziel dieser Begleitung ist die Sicherung der Qualität der Umsetzung von PFADE. Der PFADE-Coach besucht PFADE-Lektionen, anschließend findet ein Coachinggespräch statt. Bestandteil des Gesprächs sind Tipps und Rückmel- dungen durch den Coach, aber auch Fragen und Eindrücke seitens der Lehrperson. Die Anzahl sol- cher Coaching-Besuche im ersten PFADE Jahr ist vorher abzusprechen, wobei die Intensität der Be- ratung zu Beginn eher hoch sein sollte und mit der Zeit abnehmen kann. Wichtig ist, dass die Lehr- personen in der Umsetzung von PFADE nicht alleine gelassen werden und durch die Coaches ermu- tigt werden, regelmäßig und auf einem hohen Niveau mit PFADE zu arbeiten. Die Erfahrung zeigt, dass sich die Reflexionen und der fachliche Austausch nicht nur auf den PFADE-Unterricht positiv auswirken, sondern generell für die Klassenführung, die Unterrichtsqualität und die Schulentwick- lung anregend und hilfreich sein können. Material / Instrumente PFADE-Ordner, Kopiervorlagen, Gefühlskarten, Holzsockel, Handpuppen, Poster, ergänzende Unter- lagen Programmbeschreibung www.pfade.ch weiteres Material: Infomappe PFADe auf o.g. Website Ansprechpartner 15 Dr. Rahel Jünger, Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Zürich, Freiestraße 36, CH 8032 Zürich, rjuenger@ife.uzh.ch Evaluation Eisner, M., Ribeaud, D. (2009): Prävention durch Förderung von Sozialkompetenz – Wirkungen eines schulbasierten Kompetenztrainings. Universität Zürich – Pädagogisches Institut. Eisner, M., Ribeaud, D. (2008): Das Zürcher Interventions- und Präventionsprogramm an Schulen ‚zipps‘ – eine Zusammenfassung der zentralen Ergebnisse. Bern: Bundesamt für Gesundheit. Eisner, M., Ribeaud, D., Jünger, R.; Meidert, U. (2007) Frühprävention von Gewalt und Aggression – Ergebnisse des Zürcher Interventions- und Präventionsprojektes an Schulen. Zürich: Rüegger Verlag. Zitiert aus: http://www.gruene-liste-praevention.de/najax/pdf.cms?XA=programm&XID=30&a=.pdf Präventionsprojekt „Aktion Glasklar“ – ein Projekt gegen den Alkoholmissbrauch Ziel Information und Sensibilisierung der Jugendlichen und ihrer Bezugspersonen über den Alkoholkon- sum, Fördern der Auseinandersetzung Jugendlicher mit der Thematik, Bereitstellen von Arbeitsma- terialien für Lehrkräfte und Jugendgruppenleiter. Zielgruppe Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren sowie deren erwachsene Bezugspersonen. Methode Neben einem Internet-Portal und verschiedenen Broschüren zum Thema Alkoholkonsum Jugendli- cher (siehe unten) werden Arbeitsblätter und –Materialien für Schüler und Lehrer zu acht einheit- lich aufgebauten Unterrichtseinheiten angeboten: - Was ist eigentlich erlaubt? - Die Werbung - Versuchungen - Wann ist Alkohol trinken o.k.? - Auch mal Nein sagen können: Umgang mit Gruppendruck - Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie ... - Jetzt nicht: Alkohol und Verkehrsmittel - Ins Gespräch kommen mit konsumierenden Jugendlichen. Material / Instrumente 16 DIE BLAUMACHER – Glasklar: Durchblicken und gewinnen. Die Broschüre richtet sich an Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren. Für diese Zielgruppe ist die Botschaft der Kampagne vollständige Absti- nenz. SPASSMACHER – MIESMACHER. Die Broschüre richtet sich an Jugendliche ab 16 Jahren. Für diese Zielgruppe erscheint eine vollständige Abstinenz als Ziel unrealistisch. Daher liegt das Ziel der Kam- pagne für die älteren Jugendlichen in der Förderung eines verantwortungsvollen Umgangs mit Alko- hol. ALKOHOL – REIZ UND RISIKO, Informationen und Anregungen für Eltern. Die Broschüre gibt Eltern und anderen Erwachsenen, die Kontakt zu Kindern und Jugendlichen haben, Hinweise und erhalten Tipps, damit das Thema Alkohol weder tabuisiert noch bei Betroffenheit oder Vorfällen ignoriert wird. Damit sollen Hilfen für sach- und altersgerechte Gespräche gegeben werden. Die Jugendlichen sollen dadurch Orientierung erhalten, aber auch gleichzeitig lernen, dass sie für ihr Verhalten selbst verantwortlich sind und die Konsequenzen selbst tragen müssen. ALKOHOL-PRÄVENTION, Vorschläge für Unterricht und Jugendarbeit. Die Broschüre ist als Angebot für diejenigen gedacht, die mit Unterricht und Jugendarbeit befasst sind und eine aktive Auseinan- dersetzung mit dem Thema anregen wollen, also Lehrer, Jugendwarte, Übungsleiter, Betreuer in Ju- gendzentren und andere in der Jugendarbeit tätige Multiplikatoren. Ein weiteres Element der Kam- pagne ist die Internetseite mit den Rubriken: 1. Quiz, 2. Tests, 3. Selbstverpflichtung („Trinkstopp“), 4. Downloads, 5. Infos, 6. Gästebuch und 7. E-Cards. Ansprechpartner IFT-Nord gGmbH, Harmsstraße 2, 24114 Kiel, Dr. Barbara Isensee Prof. Dr. Reiner Hanewinkel Tel.: 0431 5702 970, Fax: 0431 5702 929, Internet: www.ift-nord.de , Mail: glasklar@ift-nord.de Zitiert aus: https://www.gruene-liste-praevention.de/najax/pdf.cms?XA=programm&XID=44&a=.pdf. Präventionsprojekt „Unplugged“ – Suchtprävention im Unterricht Ziel Prävention des Konsums und Missbrauchs legaler und illegaler Substanzen. Korrektur normativer Überzeugungen, Förderung der Lebenskompetenz, Verringerung von Erstkontakten mit psychotro- pen Substanzen und Hinauszögern des Übergangs von experimentellem zu regelmäßigem Sub- stanzkonsum. 17 Zielgruppe Jugendliche zwischen 12 und 14 Jahren Methode "Unplugged" ist ein standardisiertes manualisiertes Unterrichtsprogramm für Schulen zur Primärprä- vention des Konsums und Missbrauchs legaler und illegaler Substanzen. Es wurde im Rahmen des Projekts EU-DAP („European Drug Addicition Prevention Trial“) von 2003 bis 2009 entwickelt und wird von speziell geschulten Lehrkräften durchgeführt. Das Programm basiert auf dem Konzept des umfassenden sozialen Einflusses (Comprehensive Social Influence), ist interaktiv, bezieht die Familie mit ein, liefert Informationen zu verschiedenen Substanzen und kombiniert die Korrektur normativer Überzeugungen über Substanzkonsum mit der Förderung von Sozial- und Lebenskompetenz. „Life Skills“ wie kritisches Denken, strukturiertes Problemlösen, kreatives Denken, effektive Kommunika- tion, Beziehungskompetenzen, Selbstwahrnehmung, Empathie und die Bewältigung von Emotionen werden im Rahmen des Programms entwickelt, gefördert und tragen dazu bei, dass Jugendliche le- galen wie illegalen Substanzen kritisch begegnen und sich bewusst für gesunde Verhaltensweisen entscheiden. Das „Unplugged“ Curriculum besteht aus 12 Unterrichtseinheiten, umfasst ein Hand- buch für Lehrkräfte, ein Arbeitsbuch für Schüler, Quizkarten, Arbeitsunterlagen für Elternabende und ist so gestaltet, dass es während der Unterrichtszeit durchgeführt werden kann. Die Unterrichts- einheiten konzentrieren sich auf die Komponenten Information und Einstellungen, zwischen- menschliche und intrapersonale Kompetenzen und bieten folgende Inhalte an: Einführung in das Programm, Festsetzen von Regeln für die Lektionen, Reflektion des Wissens über Drogen, Klärung von Gruppen-einflüssen und Gruppenerwartungen, Informationen über verschiedene Einflussfakto- ren des Drogenkonsums, Förderung des kritischen Überdenkens von Informationen, Reflexion von eigener Meinung und tatsächlichen Daten, Informationen über Auswirkungen des Rauchens, adä- quates Äußern von Gefühlen, Unterschiede verbaler und nonverbaler Kommunikation, Förderung des Selbstbewusstseins und Respekts gegenüber anderen, Erkennen und Akzeptieren von positiven Qualitäten, Akzeptanz positiven Feedbacks, Übung und Reflexion des Kontaktaufbaus mit anderen, Informationen zu positiven und negativen Wirkungen des Drogenkonsums, Selbstkontrolle, Förde- rung kreativen Denkens, Bewältigungsstrategien, strukturiertes Problemlösen, Entscheidungs-fin- dung und das Setzen von Zielen. Die Inhalte werden in Form von Präsentationen, Vertragsmanage- ment, Gruppenarbeit, Hausaufgaben, Rollenspielen, Diskussionen im Plenum, Gruppenarbeit, Kol- lagen, Spiel, Plenumsdiskussion, Quiz und Feedback mit den Jugendlichen umgesetzt. Zur erfolgrei- chen Umsetzung von „Unplugged“ steht zusätzlich ein "Leitfaden zur Durchführung von Curricula auf der Basis des Konzepts vom umfassenden sozialen Einfluss (CSI) in Sekundarschulen" zur Verfügung, der sich in jeweils eigenen Kapiteln an Lehrkräfte, Schulleiter und Schulpolitiker wendet und beglei- tende Maßnahmen erörtert, die zum Gelingen eines schulischen Präventionsprogramms beitragen können. Material / Instrumente Programmunterlagen: Handbuch für Lehrkräfte, Arbeitsbuch für Schüler, Quizkarten, Arbeitsunter- lagen für Elternabende http://www.eudap.net/unplugged_detail_on_teachin_manual_au_ge.aspx. Programmbeschreibung http://www.isg.co.at/de/praevention/unplugged „Unplugged“-Suchtprävention im Unterricht 18 Ansprechpartner Dr. Karl Bohrn, Dr. Sebastian Bohrn-Mena, Institut für Sozial- und Gesundheitspsychologie (ISG), Mariahilferstraße 88a/I/6, 1070 Wien, Tel.: (+43) 1 786 18 10 I Fax: -77,E-Mail: office@isg.co.at, www.isg.co.at. Zitiert aus: https://www.gruene-liste-praevention.de/nano.cms/datenbank/programm/40. Präventionsprojekt „fairplayer.manual“ – eine Maßnahme gegen Respektlosigkeit Ziel Förderung von sozialen Kompetenzen und Zivilcourage – Prävention von Bullying / Mobbing und Schulgewalt. Zielgruppe Kernzielgruppe Schüler der 7. bis 9. Klasse, außerdem die jeweiligen Lehrkräfte. Methode fairplayer.manual ist eine manualisierte, strukturierte Präventionsmaßnahme, die unterrichtsbeglei- tend zur Förderung sozialer Kompetenzen und zur Prävention von Bullying eingesetzt wird. Im Rah- men des Programms entwickelte Materialien und Methoden beziehen sich neben der grundsätzli- chen Auseinandersetzung mit dem Thema Gewalt, Bullying /Mobbing und Zivilcourage auf entwick- lungsorientierte Förderung sozialer Kompetenzen, moralische Sensibilität der Jugendlichen und un- terschiedliche, am Bullyingprozess beteiligte soziale Rollen (Paticipant Role Approach), die von Schü- lern eingenommen werden. Das Bewusstsein für Gewaltsituationen wird geschärft, Handlungsalter- nativen werden vermittelt und es wird zu einem Einschreiten ohne Gefährdung der eigenen Sicher- heit angeleitet. Im Anschluss an eine Lehrerfortbildung wird die Maßnahme gemeinsam von Lehrern und fairplayer.teamern umgesetzt. Auch die Eltern werden im Rahmen von 2 Elternabenden infor- miert und in die Maßnahme miteinbezogen. In mindestens 15 bis 17 aufeinander aufbauenden Schuldoppelstunden sollen zivilcouragiertes und prosoziales Handeln gefördert, soziale Kompeten- zen gestärkt und persönliche Verantwortungsübernahme unterstützt werden. Anleitungen zu struk- turierten Rollenspielen fördern Empathie und kognitive Perspektivenübernahme. Die Jugendlichen lernen, sich in andere Rollen hineinzuversetzen, etwa in die des Täters oder in die des Opfers und auch, wie sie in einer Bullying-Situation einschreiten können, ohne sich selbst zu gefährden. Modell- lernen, soziale Verstärkung und Verhaltensfeedback (Kognitiv-behaviorale Methoden) werden ein- gesetzt um kognitive, emotionale, soziale und moralische Kompetenzen auszubauen. fairplayer.ma- nual schafft einen Rahmen, der es zunächst den ressourcenstarken Schülerinnen und Schülern er- möglichen soll, sich für die Opfer eizusetzen, um dann auf die gesamte Gruppe überzugreifen. Auf Schulklassenebene werden demokratiepädagogische Elemente, Diskussionen über moralische Di- lemmata zur Förderung moralischer Urteilsfähigkeit und Übungen zum Transfer der gelernten In- halte in den Alltag angewandt. Mit Hilfe der Dilemmata-Methode wird den Schülern eine altersge- rechte Konfliktsituation geboten, die anhand eines strukturierten Leitfadens, angeleitet durch einen 19 erwachsenen Moderator, von den Schülern in einer anschließenden Gruppendiskussion bearbeitet wird. Die Jugendlichen haben die Möglichkeit, erarbeitete Lösungsansätze und Handlungsmöglich- keiten nach ihren Ideen umzusetzen und zu präsentieren (z.B. einen Kurzfilm drehen, in Form von Rollenspielen). Mit Hilfe verschiedener Medien erfolgt eine breit angelegte Wissensvermittlung. Auf- grund der breiten Ausrichtung und moderner Methoden wird die Aufmerksamkeit der Jugendlichen regelmäßig gefordert und eine intensivere Auseinandersetzung mit relevanten Themen erreicht. Die Schüler lernen, dass eine Reihe von Möglichkeiten für einen gewaltfreien Umgang mit ihren Mit- schülern existiert und gestalten diese aktiv und eigenverantwortlich mit. Gleichzeitig wird ein Raum geschaffen, in dem die Schüler respektvoll miteinander umgehen und auf Grundlage sachlicher Ar- gumente zu diskutieren lernen. Sozial-emotionale Kompetenzen sowie Toleranz werden auf diese Weise gefördert und durch Lernen-am-Erfolg das Bewusstsein für eine gewaltfreie Diskussionsebene im sozialen Miteinander geschaffen. Wichtig ist, dass es sich um Jugendliche handelt, die - wie im Klassenkontext - regelmäßig zusammenkommen. Ein besonderer Fokus wird auf die Integration der Maßnahme in den Unterrichtsablauf gelegt. Ziel ist eine langfristige Integration der Methoden in den Unterricht. Material / Instrumente Bestellung des Manuals unter http://www.v-r.de/ Programmbeschreibung www.fairplayer.de http://blk-demokratie.de/fortbildung/externe-programme/fairplayer.html Scheithauer, H./Bull, H.D. (2010) Das fairplayer.manual zur unterrichtsbegleitenden Förderung sozi- aler Kompetenzen und Prävention von Bullying im Jugendalter: Ergebnisse der Pilotevalua- tion. Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie, 59, 266 - 281. Scheithauer, H./Rosenbach, C./Niebank, K. (2008): Gelingensbedingungen für Prävention von inter- personaler Gewalt im Kindes- und Jugendalter. Expertise zur Vorlage bei der Stiftung Deut- sches Forum für Kriminalprävention (DFK).Bonn. Scheithauer, H./ Hayer, T./Niebank, K. (Hrsg./2007) Problemverhalten und Gewalt im Jugendalter und in der Schule - Erscheinungsformen, Entstehungsbedingungen, Intervention und Präven- tion. Kohlhammer. Stuttgart. Ansprechpartner Prof. Dr. phil. Herbert Scheithauer, Fachbereich Erziehungswissenschaft und Psychologie, Habel- schwerdter Allee 45, 14195 Berlin, Tel.: 030 838-5 65 46, Fax: 030 838-5 65 88, E-Mail: hscheit@ze- dat.fu-berlin.de Evaluation Scheithauer, H. & Bull, H.D. (2007) Unterrichtsbegleitende Förderung sozialer Kompetenzen und Prä- vention von Bullying im Jugendalter - das fairplayer.manual. Gruppenpsychotherapie und Gruppendynamik, 43, S. 277 - 293 (insbesondere S. 287 ff). Bull, H.D., Schultze, M., Scheithauer, H. (2009) School-based Prevention of Bullying and Relational Aggression: The fairplayer.manual (Short Report). European Journal of Developmental Sci- ence, 3 (3), S. 312 - 317. 20 Scheithauer, H., Hess, M., Schultze-Krumbholz, A., Bull, H.D., (2012) School-based Prevention of Bul- lying and Relational Aggression: The fairplayer.manual, New Directions for Youth Develop- ment, 133, 55-70, http://userpage.fu-berlin.de/~hscheit/pdf/projekt_fairplayer.manual.pdf. Prävention durch Förderung von Zivilcourage und Selbstbehauptungskurse – Maßnahmen gegen Respektlosigkeit Die Wahrnehmung von Respektlosigkeit ist eine Furchtursache, die häufig genannt wird. Dabei dürf- ten das Frauenbild und die Maskulinitätsvorstellungen mancher Jugendlicher von Bedeutung sein, denn Machismorituale wirken respektlos und bedrohlich – sie erzeugen Kriminalitätsfurcht. Ein Prä- ventionsansatz wäre die Förderung von Zivilcourage, um dem Opfer von respektlosem Verhalten beizustehen, sowie Selbstbehauptungskurse, damit die Opfer von respektlosem Verhalten auf ge- eignete Abwehrstrategien zurückgreifen können. Allerdings sind diese Kurse in Baden-Württemberg nicht mehr eine Aufgabe der Polizei (obwohl dies auf Grund der Kompetenz der Polizei sinnvoll wäre), sodass andere Formate oder Träger gefunden werden müssten. Prävention durch mobile Sozialarbeiter Der Einsatz mobiler Sozialarbeiter könnte die Problemsituation entschärfen. Dies verhindert zwar nicht den Alkoholkonsum, sondern nur Konflikte, die mit alkoholisierten Personen auftreten. Dies wurde beispielsweise in Eppelheim von Postillion (http://www.postillion.org) praktiziert: Zu be- stimmten Zeiten waren Streetworker unterwegs, die auffällige Personen ansprachen und so versuch- ten, eine Eskalation zu verhindern. Zudem wurde der Bevölkerung die Möglichkeit gegeben, Prob- leme direkt bei den Streetworkern zu melden. Die Wirksamkeit dieser Maßnahme wurde belegt (Hermann, Dieter, 2009: Kriminalprävention durch mobile Jugendarbeit - eine Evaluationsstudie. In: Kriminalistik 63, S. 344–348.). Vorschläge zur Verbesserung der Lebensqualität in Oberreut Abgemeldete Autos weg Aldi Süd Beseitigung von Graffiti Bessere Beleuchtung an den Haltestellen, Parkanlagen Bessere Einkaufs Möglichkeit Bessere Kontrollen/Überwachung durch die Polizei bessere Polizeipräsenz Dealen an der Realschule stoppen Drogenhandel mit Jugendlichen Eindeutig bessere und hellere Beleuchtung in der dunklen Jahreszeit Freundlichkeit Gastronomie (Restaurant, Kneipe) 21 intensivere Betreuung von bestimmten Personen Kamphunde Besitzer besser kontrollieren Kommunaler Ordnungsdienst Konsequente Mülltrennung und Beseitigung von Müll an Straßenrändern und Parks Ladesäulen für E-Autos Luftqualität verbessern, weniger Staub mehr für Kleinkinder mehr Gespür bei der Zusammensetzung der Bevölkerung Mehr Mülleimer an öffentl. Plätzen Mehr Ordnungsdienste Mehr Patrouillen nachts mehr Polizei Mehr Polizei mehr Polizei auch zu Fuß ohne Fahrrad mehr Polizeipräsenz Mehr Sauberkeit mehr Sicherheit durch Streifen Mehrere Kontrollen von Polizeibeamten Mittel zur Förderung sozialer Teilhabe/ Integration bereitstellen Nahversorgung Nicht alle Grünflächen bebauen, denn Kinder haben weniger Platz zum Spielen, Hunde haben keine Auslaufmöglichkeiten mehr und durch die Bauarbeiter kommt noch mehr Verschmutzung und Ärger, denn die schmeißen ihren Müll einfach überall hin. Öffentliche Müllbehälter mit Deckel Öfter Kontrolle der Bettler und auch Flüchtlinge auf der Straße durch die Polizei, bei Ausfälligkeiten ansprechen Ordnung herstellen Parkplatz Pflege der Grünanlagen Polizeiposten auch abends besetzen, nicht nur am Tag!!! Polizeiposten länger besetzen Polizeipräsenz Regelmäßigere Säuberung der Grünanlagen Reinigung der Grünflächen Renovierungen öffentlicher Anlagen und Spielplätze Sauberkeit Sauberkeit (Müll) Sauberkeit, Müllentsorgung selbe Kontrolle von Behörden Sperrmüll der nicht abgeholt wird Sportabteilung Sprachkurse für Personen mit Migrationshintergrund Streetworker als Ansprechpartner f. Jugendl.+Erw. Supermarkt 22 Vandalismus bekämpfen vermehrt Polizeipräsenz Verschönerungen (z.B.) Brunnen, mehr Grünflächen erhalten viel Verkehr auf Hauptstraße weniger Kleberbäume bei Parkplatz zu viele Fremde zu wenig Müllbehälter an Weges- und Grünanlagen

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    Extrahierter Text

    Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister BESCHLUSSVORLAGE Vorlage Nr.: Verantwortlich: 2019/0751 Dez. 2 Durchführung eines Sicherheitsaudits in Karlsruhe in Zusammenarbeit mit der Universität Heidelberg: Vorstellung der Gutachten Beratungsfolge dieser Vorlage Gremium Termin TOP ö nö Ergebnis Hauptausschuss 17.09.2019 2 x Beschlussantrag Der Hauptausschuss nimmt die Ausführungen von Herrn Professor Dr. Hermann für die Gesamt- stadt und die Stadtteile Oberreut und Innenstadt zur Kenntnis und stimmt der vorgeschlagenen Vorgehensweise der Verwaltung im Hinblick auf die beiden stadtteilbezogenen Sicherheitsaudits in Oberreut und in der Innenstadt zu. Finanzielle Auswirkungen Gesamtkosten der Maß- nahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatorischen Kosten abzügl. Fol- geerträge und Folgeeinsparungen) Ja Nein Haushaltsmittel sind dauerhaft im Budget vorhanden Ja Nein Die Finanzierung wird auf Dauer wie folgt sichergestellt und ist in den ergänzenden Erläuterungen auszuführen: Durch Wegfall bestehender Aufgaben (Aufgabenkritik) Umschichtungen innerhalb des Dezernates Der Gemeinderat beschließt die Maßnahme im gesamtstädtischen Interesse und stimmt einer Etatisierung in den Folgejahren zu IQ-relevant Nein x Ja Korridorthema: Zukunft Innenstadt und öffentl. Raum Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) x Nein Ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften x Nein Ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Im Hauptausschuss am 3. Juli 2018 hat Herr Professor Dr. Hermann von der Universität Heidel- berg erstmals das Vorgehen zur Erarbeitung quartiersbezogener Sicherheitsaudits für Karlsruhe erläutert. Nach Auswertung der Umfrage zum subjektiven Sicherheitsempfinden, erteilte der Gemeinderat daraufhin am 11. Dezember 2018 der Verwaltung den Auftrag, die ersten beiden Sicherheitsaudits in Oberreut und der Innenstadt durchzuführen. Herr Professor Dr. Hermann stellt dem Hauptausschuss die Ergebnisse für die Gesamtstadt und die beiden Stadtteile Oberreut und Innenstadt dar. Die im Folgenden zusammengefassten Ergebnisse geben die von den Befragten empfundenen Störungen wieder. Sie müssen nicht der objektiven Realität entsprechen, sondern können bei- spielsweise durch Stereotype und Vorurteile über Personengruppen geprägt sein. A. Ergebnisse für die Gesamtstadt Karlsruhe - Die Kriminalitätsfurcht in Karlsruhe ist in den letzten Jahren moderat gestiegen, befindet sich aber noch immer auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau. - Die wahrgenommene Lebensqualität in Karlsruhe wird insgesamt als gut bewertet, im Wohngebiet allerdings noch deutlich besser als in der Gesamtstadt. - In nahezu allen untersuchten Bereichen treten subjektive Störungen der sozialen und normativen Ordnung (Incivilities) seltener auf, als in den Vergleichskommunen Mann- heim und Heidelberg. - Dominante Probleme sind der Straßenverkehr (rechtswidrig parkende Fahrzeuge und undisziplinierte Verkehrsteilnehmende) und Verunreinigungen (Schmutz und Müll). - Die Präsenz der Polizei in der Öffentlichkeit ist in Karlsruhe auf dem Niveau von Mann- heim, aber unter dem Niveau von Heidelberg. Der Kommunale Ordnungsdienst wird in Karlsruhe seltener wahrgenommen als in Mannheim oder Heidelberg. - Die Karlsruher Kommunalpolitik genießt ein deutlich größeres Vertrauen der Menschen, als die Landes- oder Bundespolitik und ein größeres Vertrauen als in Mannheim oder Heidelberg. Dennoch ist das Misstrauen ausgeprägter als gegenüber Institutionen (wie zum Beispiel Polizei und Justiz). B. Ergebnisse für Oberreut - Es existiert bei relativ vielen Menschen die stereotype Vorstellung über Oberreut als un- sicheren Stadtteil. - Schmutz und Müll wird als besonderes Problem wahrgenommen, gefolgt von Asylsu- chenden, Betrunkenen, betrunkenen Gruppen und falsch beziehungsweise behindernd parkenden Autos. - Ein weiteres Problemfeld ist durch Personen charakterisiert, die mit Aggression, Gewalt und frauenfeindlichen Handlungen in Verbindung gebracht werden. Ergänzende Erläuterungen Seite 3 - Das Vertrauen in die Menschen aus der Nachbarschaft ist geringer ausgeprägt als im restlichen Stadtgebiet. - In Oberreut sind verhältnismäßig wenige Menschen ehrenamtlich aktiv. Auch die Bereit- schaft, sich ehrenamtlich zu engagieren ist weniger stark ausgeprägt. - Der Kommunale Ordnungsdienst wird in Oberreut erheblich seltener wahrgenommen als in anderen Stadtteilen. - Die Befragten aus Oberreut wünschen sich eine höhere Polizeipräsenz und mehr Kon- trollen durch den Kommunalen Ordnungsdienst, sowie Maßnahmen zur Verschönerung des Stadtteils (gestalterische Maßnahmen, mehr Sauberkeit). C. Ergebnisse für die Innenstadt - Auch hier ist ein Problemfeld erkennbar, das durch Personen charakterisiert wird, die mit Aggression, Gewalt und frauenfeindlichen Handlungen in Verbindung gebracht werden. Oft werden auch hier Betrunkene und Gruppen von Jugendlichen benannt. - Das zweite Problemfeld betrifft ästhetische Maßnahmen, wie mehr Sauberkeit und mehr Grünflächen, sowie Verbesserungen im Straßenverkehr. - Beide Problemfelder sind lokal eindeutig zu verorten am Europaplatz und im Bereich Kronen-/Berliner Platz mit näherem Umfeld. Aufgrund dieser Erkenntnisse sind nun konkrete Maßnahmen für die Innenstadt und Oberreut zu entwickeln. Hierfür schlägt die Verwaltung folgende weitere Schritte vor: Innenstadt:  September 2019: Prozessvorbereitung mit Projektgruppe aus der AG Innenstadt  Anfang Oktober 2019: Konstituierung einer größeren Begleitgruppe (unter Einbeziehung externer Dienststellen und Organisationen) mit Abstimmung des weiteren Prozesses und der geplanten Abendspazier- gänge  Oktober 2019: Durchführung von zwei Abendspaziergängen (einmal Erwachsene, einmal Jugendliche) mit Beteiligung externer Personen  November 2019: Vorstellung des Gutachtens für die Innenstadt von beziehungsweise durch Herrn Professor Dr. Hermann sowie der Ergebnisse der Spaziergänge in der größeren Begleitgruppe, Erarbei- tung erster Maßnahmenvorschläge  Danach die Erarbeitung eines Sicherheitskonzepts Innenstadt und Vorstellung des Sicher- heitskonzepts in der Begleitgruppe (Zeitrahmen: bis Frühjahr 2020)  Sommer 2020: Vorstellung des Ergebnisses im Hauptausschuss Ergänzende Erläuterungen Seite 4 Oberreut:  Mitte September 2019: Herr Professor Dr. Hermann stellt die Ergebnisse für Oberreut im Stadtteilgremium IGO (Inte- ressengemeinschaft Oberreut) vor, Erarbeitung erster Maßnahmenvorschläge  12. Oktober 2019: Stadtteilforum Oberreut mit Stadtteilspaziergang zum Thema Sicherheit (Analyse aus Sicht der Bürger)  Anschließend Gründung einer Projektgruppe zum Thema Sicherheit und Erarbeitung von Vorschlägen in drei bis vier Sitzungen  Rückkopplung der Ergebnisse mit der IGO  Bis Frühjahr 2020: Zusammenführung in einem Sicherheitskonzept  Sommer 2020: Vorstellung der Ergebnisse im Hauptausschuss Beschluss: Antrag an den Hauptausschuss Der Hauptausschuss nimmt die Ausführungen von Herrn Professor Dr. Hermann für die Gesamt- stadt und die Stadtteile Oberreut und Innenstadt zur Kenntnis und stimmt der vorgeschlagenen Vorgehensweise der Verwaltung im Hinblick auf die beiden stadtteilbezogenen Sicherheitsaudits in Oberreut und in der Innenstadt zu.

  • Protokoll TOP 2
    Extrahierter Text

    Niederschrift 1. Sitzung Hauptausschuss 17. September 2019, 16:30 Uhr öffentlich Bürgersaal, Rathaus Marktplatz Vorsitzender: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 2. Punkt 2 der Tagesordnung: Durchführung eines Sicherheitsaudits in Karlsruhe in Zusammenarbeit mit der Universität Heidelberg: Vorstellung der Gutachten Vorlage: 2019/0751 Beschluss: Der Hauptausschuss nimmt die Ausführungen von Herrn Professor Dr. Hermann für die Gesamtstadt und die Stadtteile Oberreut und Innenstadt zur Kenntnis und stimmt der vor- geschlagenen Vorgehensweise der Verwaltung im Hinblick auf die beiden stadtteilbezoge- nen Sicherheitsaudits in Oberreut und in der Innenstadt zu. Abstimmungsergebnis: Einstimmig zugestimmt Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 2 zur Behandlung auf und begrüßt Herrn Prof. Dr. Hermann von der Universität Heidelberg, der die Ergebnisse und Empfehlungen des Gutachtens vorstellen werde. Prof. Dr. Hermann (Universität Heidelberg) bedankt sich dafür, das Ergebnis des Gut- achtens vorstellen zu dürfen und erläutert mittels beigefügter PowerPoint-Präsentation die wesentlichen Inhalte. Er verweist insbesondere darauf, dass es sich bei der dem Gutachten zugrunde liegenden Umfrage bereits um die 4. Welle handele, welche im Jahr 2018 statt- gefunden habe, und dass sich die Vergleiche auf die letzte im Jahr 2014 durchgeführt Um- frage beziehen. Von 17.000 zufällig angeschriebenen Personen hätten ca. 6.000 Rückläufe stattgefunden, was eine außerordentlich gute Quote darstelle. Eine Untersuchung der R+V Versicherung habe ergeben, dass im Jahr 2016 ein sprunghafter Anstieg der Ängste zu verzeichnen gewesen sei. Die Angst sei bis heute auf diesem hohen Niveau geblieben. Da- bei sei besonders die Angst vor politischem Extremismus und dem Kontrollverlust des Staa- tes gestiegen. Eine Opferbefragung, die im Jahr 2017 durchgeführt worden sei, weise in die gleiche Richtung. Insgesamt könne festgestellt werden, dass der Anstieg der Kriminali- – 2 – tätsfurcht in Karlsruhe geringer ausfalle als deutschlandweit betrachtet. Daraus schließt er, dass die Ursachen deutschlandweit/europaweit zu suchen sind. Die in Karlsruhe sehr gute Ausgangslage sei aber immer noch verbesserungsfähig, z. B. durch die Konzentration auf Gebiete, in den die Furcht besonders ausgeprägt sei. Die Ergebnisse würden sich anbieten, die Kriminalprävention in der Innenstadt und in Oberreut zu verstärken. Dazu böten sich insbesondere Selbstbehauptungskurse für Frauen, Förderung der Zivilcourage der Bevölke- rung, Projekte zur Förderung alternativer Denkstrategien und zum Abbau gewaltlegitimie- render Männlichkeitsnormen bei jungen Geflüchteten, Behandlung von posttraumatischen Belastungsstörungen Geflüchteter, Verbesserung des ästhetischen Erscheinungsbildes der Stadt sowie vertrauensbildende Maßnahmen der Kommunalpolitik an. Er teilt auf Nachfra- ge von Stadtrat Marvi (SPD) mit, dass der Europaplatz bei den Vorschlägen zu kriminal- präventiven Maßnahmen eine zentrale Rolle spiele. Durch das Vorhandensein von Hot- spots, die es in jeder Stadt gebe, sei ein Problem lokalisierbar und behandelbar. Die Fremd- und Eigenwahrnehmung sei berücksichtigt und biete die Möglichkeit entsprechend zu handeln. Auf Nachfrage von Stadtrat Bimmerle (DIE LINKE) berichtet er, dass das Thema Rechtsradikalismus in der Studie berücksichtigt worden sei, was jedoch in Karlsruhe quanti- tativ nicht relevant sei und keinen furchtauslösenden Faktor darstelle. Stadtrat Cramer (KAL) weist darauf hin, dass die tatsächlich in der Südstadt stattfindende Kriminalität sehr niedrig sei. Die Furcht sei bei Personen vorhanden, die nicht in der Süd- stadt lebten. Stadtrat Dr. Schmidt (AfD) teilt mit, dass die AfD-Fraktion mit den Maßnahmen, die für Oberreut aufgelistet seien, einverstanden sei. Die Entwicklung von Maßnahmen in der In- nenstadt sollte durch die unbeeinflusste Befragung von Bürgern erfolgen. Er bittet um Transparenz. Stadträtin Fahringer (GRÜNE) bittet mitzuteilen, wer zur Teilnahme in den Begleitgrup- pen eingeladen werde und unter welcher Zielsetzung die Spaziergänge erfolgten. Stadtrat Bimmerle (DIE LINKE) bittet darum, den methodischen Ablauf der Abendspa- ziergänge zu erläutern. Prof. Dr. Hermann (Universität Heidelberg) ergänzt, dass die Gutachten für die Innen- stadt und für Oberreut lokalen Verantwortlichen vorgestellt werden. Dabei solle sich ein Gremium konstituieren, das in der Lage und bereit sei, die abgeleiteten kriminalpräventiven Maßnahmen umzusetzen. Es würde sich jedoch um einen offenen Prozess handeln. Dr. Wiegelmann-Uhlig (AfStA) erläutert, dass geplant sei, die Abendspaziergänge um 20 Uhr bei Dunkelheit zu beginnen. Eine repräsentativ ausgewählte Gruppe der Bevölkerung solle angeschrieben werden. Ziel sei es, die aus Sicht der Bevölkerung besonders kritischen Räume und Situationen festzuhalten und Ideen aufzunehmen. Stadträtin Dr. Sardarabady (GRÜNE) spricht sich dafür aus, Projekte gegen die gewalt- legitimierenden Männlichkeitsnormen bei jungen Geflüchteten allgemeiner zu fassen. Der Vorsitzende teilt mit, dass die IGO in Oberreut zwar nicht repräsentativ sei, jedoch als engagierter Ansprechpartner fungiere. Es sei sinnvoll, die Selbstorganisationskräfte vor Ort miteinzubeziehen. Es gelte aber auch die Personen und Gruppen, die bislang noch nicht – 3 – organisiert seien, nicht zu vergessen oder zu übersehen. Er verweist auf die in Oberreut sehr gut aufgestellte gemeinwesenorientierte Sozialarbeit, die Zugang zu diesen Gruppen habe. Er schlägt vor, mit den vorliegenden Maßnahmen einzusteigen und diese dann mit den gemachten Erfahrungen und Vorschlägen weiterzuentwickeln. Dr. Wiegelmann-Uhlig (AfStA) teilt auf Nachfrage von Stadtrat Dr. Schmidt (AfD) mit, dass als externe Fachkräfte, z. B. das Moderationsbüro miteinbezogen sei. Der Vorsitzende schlägt vor, die extern hinzugezogenen Fachkräfte aufzulisten und nach- zureichen. Er stellt, nachdem keine weiteren Wortmeldungen vorliegen, die einstimmige Zustimmung fest. Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt - Ratsangelegenheiten- 7. Oktober 2019