Einrichtung von Bienenweiden
| Vorlage: | 2019/0698 |
|---|---|
| Art: | Antrag |
| Datum: | 04.07.2019 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | Ortsverwaltung Grötzingen |
| Erwähnte Stadtteile: | Grötzingen |
Beratungen
- Ortschaftsrat Grötzingen (öffentlich/nicht öffentlich)
Datum: 10.07.2019
Rolle: Entscheidung
Ergebnis: Keine Angabe
Zusätzliche Dateien
-
Extrahierter Text
Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister Antrag der FDP-Ortschaftsratsfraktion Grötzingen vom: 10.06.2019 Vorlage Nr.: 5 Einrichtung von Bienenweiden Gremium Termin TOP ö nö Ortschaftsrat Grötzingen 10.07.2019 6 x Es ist mittlerweile bekannt, wie sehr der Insektenbestand, ganz besonders Bienenarten, gefährdet ist und was das für uns mittelbar und übergreifend bedeutet. Dies wird be- sonders darauf zurückgeführt, dass das Nahrungsangebot, also blühende Pflanzen, ganz besondere heimische, deutlich zurückgegangen ist. Dies resultiert aus immer stär- ker werdender monokultureller Landwirtschaft, aber auch durch überhand nehmende Anpflanzungen von Exoten in privaten Gärten. Darüber hinaus werden kommunale Flächen z.T. tatsächlich bis zur Erdkrume herunter geschnitten, sodass der Schaden an Kleinlebewesen außerordentlich hoch und unverantwortbar ist. Darüber hinaus trock- nen solche Flächen logischerweise und nachgewiesen völlig unnötig wesentlich schnel- ler aus, verdorren folglich rasch. Die Gemeinde unterhält und pflegt viele Straßenrandstreifen, Raine, Brachflächen und Rasenflächen. Wenige, vorbildliche Flächen werden dabei bereits als Blühwiesen unterhalten. Zum überwiegenden Teil jedoch herrschen Rasenflächen im herkömmli- chen Sinne vor: Artenarmer Kurzrasen, mit hohem Pflege- und Bewässerungsaufwand, sowie anspruchsvoll geschaffenen Böden. Die FDP beantragt daher, weit mehr Flächen kurzfristig in lebendige, ökologisch wert- vollere, optisch ansehnlichere Blumenflächen umzuwandeln. Biologisch und technisch ist der Aufwand minimal, die Folgekosten weitaus vorteilhafter. Weiter beantragt die FDP, dass Rasenflächen nicht mehr unter 40 bis 50 mm abgemäht werden und Raine, Straßenränder und bestehende Blühflächen nur nach der Blüte, dann auf höchstens 10 cm abgenommen werden.
-
Extrahierter Text
Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister STELLUNGNAHME zum Antrag FDP-Ortschaftsratsfraktion Vorlage Nr.: Verantwortlich: 5 OV Grötzingen Einrichtung von Bienenweiden Gremium Termin TOP ö nö Ortschaftsrat Grötzingen 10.07.2019 6 x Kurzfassung Die Ortsverwaltung Grötzingen arbeitet mit großem Engagement an der Balance zwischen ei- ner zeitgemäßen ökologischen Flächenbehandlung und den zur Verfügung stehenden Ressour- cen. Die Annahme dass extensive Pflege per se die günstigere Alternative ist, bewahrheitet sich in der Praxis leider nicht. Aus der Analyse von Betriebswirtschaftlichen Daten wird offensichtlich, das für die ökologische Pflegepraxis ein vielfach höherer finanzieller als auch personeller Aufwand erforderlich ist. Die ökologisch orientierte Pflege von Kleinflächen ist im Faktor 5-6 mal so teuer als die bisher übli- che Pflegepraxis. Leider lassen sich derzeit noch nicht alle Flächen in der wünschenswerten aber aufwendigen Weise, bewirtschaften. Ergänzende Erläuterungen Seite 2 (Die Notwendigkeit nach ökologischer Vielfalt ist aufgrund der aktuellen Diskussionen sowohl in der Bevölkerung als nun auch bei allen politischen Gruppierungen ins Bewusstsein gerückt. Die Ortsverwaltung Grötzingen betreibt bereits seit geraumer Zeit die Bewirtschaftung der öf- fentlichen Grünflächen unter ökologischen Gesichtspunkten nach besten Kräften. Die Grünflächenpflege unterliegt hierbei den beeinflussenden Rahmenbedingungen wie zum Beispiel Verkehrssicherheit, Funktionalität (z.B. Aufenthalts – und Spielflächen), Beschränkung der zeitlichen, personellen, maschinellen oder monetären Ressourcen. Ebenso hat das Entwicklungsziel maßgeblichen Einfluss auf den Aufwand. Relevant ist ferner die Flächengröße der zu bearbeitenden Flächen . Die Annahme dass extensive Pflege per se die günstigere Alternative ist, bewahrheitet sich in der Praxis leider nicht. Folgend werden aktuelle Betriebsdaten für die verschiedenen Bewirtschaftungsweisen und die daraus entstehenden Kosten gegenüber gestellt. A; Landwirtschaftliche artenreiche Extensiv-Wiese: 2-3 Schnitte pro Jahr. Große Flächeneinheit > 1000 m2 im möglichst recheckigen Zuschnitt Bewirtschaftung mit leistungsfähigen landwirtschaftlichen Maschinen möglich. Mahd mittels Großflächenmähwerk als Traktoranbau Das Schnittgut verbleibt zunächst zur Trocknung und Aussamung auf der Fläche . 1-2 Wendegänge mittels Heuwender Mähgut verladen mittels automatischem Ladewagen . Mähgut kann auch als Futter verwendet werden . Beispiel hierfür die Ökologischen Entwicklungsflächen auf dem Knittelberg Kosten: pro m2 / Mähgang 0,12-0,15 € - 0,24-0,36 € /Jahr B; Landschaftsrasen wenig bis mäßig artenreich in öffentlichen Verkehrs – und Grünflächen (bisher übliche Pflegepraxis) : 3-5 Schnitte pro Jahr als Mulchmahd. In der Regel schmale lang gestreckte Flächeneinheit unterschiedlichster Größe . Mahd mit Aufsitzmähgeräten Schnittgut verbleibt gehäckselt auf der Fläche. Alternativ mit Selbstladung Aufwand für Transport und Enstsorgung des Schnittgutes fallen nicht an. Kosten: pro m2 / Mähgang 0,03-0,05 € - 0,15-0,25 € /Jahr C; Landschaftswiese, artenreich , extensiv in öffentlichen Verkehrs – und Grünflächen: 2-3 Schnitte pro Jahr . In der Regel schmale lang gestreckte Flächeneinheit unterschiedlichster Größe . Abfall und Unrat sind vorab mit Hand aufzunehmen, um Personen- und Maschinenschäden zu vermeiden. Mahd mit handgeführten Geräten, wie Balkenmäher, Motorsense , etc. Das Schnittgut verbleibt zunächst zur Trocknung und Aussamung auf der Fläche . 1-2 Wendegänge mit Gabel oder Kleinmaschine in Handarbeit Zuzüglich Entsorgungsgkosten , da Schnittgut wegen unkontrollierter Belastung nicht als Futter geeignet. Beispiel hierfür der Grünstreifen entlang der Eisenbahnstraße Kosten: pro m2 / Mähgang 0,32-0,40 € - 0,96-1,20 € /Jahr Ergänzende Erläuterungen Seite 3 Aus der Zusammenschau der Zahlen wird offensichtlich, das für die ökologische Pflegepraxis ein vielfach höherer finanzieller als auch personeller Aufwand erforderlich ist. Die Ortsverwaltung arbeitet hier mit großem Engagement an der Balance zwischen einer zeit- gemäßen ökologischen Flächenbehandlung und den zur Verfügung stehenden Ressourcen. Alle Flächen lassen sich deshalb nicht in der aufwendigen Weise bewirtschaften. Die ökologische Bewirtschaftung konzentriert sich derzeit noch auf größere zusammenhängen- de Flächeneinheiten mit maßgeblich faunistisch wirksamer Vernetzungsfunktion.