Akuelle Hortentwicklung

Vorlage: 2019/0443
Art: Beschlussvorlage
Datum: 29.04.2019
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Sozial- und Jugendbehörde
Erwähnte Stadtteile: Innenstadt-West, Knielingen, Neureut, Nordstadt, Rintheim, Rüppurr, Waldstadt

Beratungen

  • Jugendhilfeausschuss (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 08.05.2019

    TOP: 7

    Rolle: Vorberatung

    Ergebnis: Keine Angabe

Zusätzliche Dateien

  • TOP_7_Hortentwicklung
    Extrahierter Text

    Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister INFORMATIONSVORLAGE Vorlage Nr.: Verantwortlich:Dez. 3 Aktuelle Hortentwicklung Beratungsfolge dieser Vorlage GremiumTerminTOPönöErgebnis Jugendhilfeausschuss08.05.20197 x Schulbeirat29.05.20192 x Beschluss: Der Jugendhilfeausschussund der Schulbeirat nehmendie Vorlage zur Kenntnis. Finanzielle Auswirkungen Gesamtkosten der Maß- nahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatorischen Kosten abzügl. Fol- geerträge und Folgeeinsparungen) JaNein Haushaltsmittel sind dauerhaft imBudget vorhanden Ja NeinDie Finanzierung wird auf Dauer wie folgt sichergestellt und ist in den ergänzenden Erläuterungen auszuführen: Durch Wegfall bestehender Aufgaben (Aufgabenkritik) Umschichtungen innerhalb des Dezernates Der Gemeinderat beschließt die Maßnahme im gesamtstädtischen Interesse und stimmt einer Etatisierung in den Folgejahren zu IQ-relevant x NeinJaKorridorthema: Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) x NeinJadurchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften x NeinJaabgestimmt mit Ergänzende ErläuterungenSeite2 Ausgangslage Mit der Einführung desRechtsanspruchs auf Kita-Betreuungab Vollendung des ersten Lebens- jahrswurde im Jahr 2013 eine wichtige Weichenstellung für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf geschaffen. Ziel war und istdie bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf gewährleisten zu könnensowie die Erleichterung des Wiedereinstiegs in den Beruf nach der Elternzeit. Für eine Stadt ist ein gut ausgebautes Kinderbetreuungsangebot einbedeutenderStandortfak- tor.Im Hinblick auf den demografischen Wandel wird die Zukunft einer Stadtkünftig auch dar- über entschieden werden, wie gut es gelingt,Familien zu halten und zu gewinnen, um ein gu- tes Verhältnis von Alt und Jung zubewahren. Mit dem Schuleintritt erlischt der Rechtsanspruch auf Kindertagesbetreuung,und so stellt der Übergang von der Kindertagesstätte in die Grundschule einige Familien noch immer vor eine Herausforderung. DerErwartung der Eltern, dass auch im Grundschulbereich eine ganztägige Betreuung gewährleistet wird, kann nur schwer nachgekommen werden, zumal es keinen Rechtsanspruch auf Grundschulbetreuung gibt. Die Stadt Karlsruhe hat deshalb schon vor einigen Jahren eine Gesamtstrategie zur Schulkindbe- treuung erarbeitet. Die Rahmenkonzeption und Richtlinie „Ganztagsangebote für Grundschul- kinder“, die vom Gemeinderat imNovember 2013 einstimmig beschlossen und in der fortge- schriebenen Version am 24. November 2015 verabschiedet wurde, sieht die Ganztagsschule als Basismodell für die Betreuung im Grundschulbereich vor. Die Ganztagsgrundschule hat sich als zentrales Angebotin Karlsruhe etabliert. Ein weitereswichtigesBetreuungsangebot stellen noch immer die Schülerhorte in Karlsruhe dar. Als neues innerschulisches Betreuungsangebot hat das Schul-und Sportamt in Kooperation mit der Sozial-und Jugendbehörde ein Konzeptfür dieEinrichtung eines ganztägigen,flexiblen Betreuungsangebots an Grundschulenerstellt.Das Pilotprojekt wurde am26. März2019vom Gemeinderatbeschlossen und bietetab dem Schuljahr 2019/20 für die nächsten vier Jahre ein flexibles Betreuungsangebots für Grundschulkinder an der Viktor-von-Scheffel-Schule an.Dieses Betreuungsangebot ist eineweitere Ergänzung, um dem heterogenenBedarf derunterschiedli- chenFamiliennach Schulkindbetreuung nachzukommen. Entwicklung der Horte in Karlsruhe Gemäßder Hort-Jahresstatistik derSozial-und Jugendbehördegibt eszum Stichtag 1. Novem- ber 2018zum laufenden Schuljahr 2018/19 insgesamt 34Schülerhorte in Karlsruhemit 109,5 Hortgruppen und einer Kapazitätvon 2.203Hortplätzen. Zum Stichtagwaren2.189 der Schü- lerhortplätze belegt, d. h. die Auslastung lag bei 99%. Mit 22 Schülerhorten befindet sich der größte Teil der Horte und damit die meisten Betreu- ungsplätze in städtischer Trägerschaft. Die weiteren Horte verteilen sich auf sieben freie Träger. Ergänzende ErläuterungenSeite3 Tab.1: Träger der Schülerhorte zum Schuljahr 2018/19 Träger der HorteAnzahl Einrichtun- gen Anzahl GruppenAnzahlPlätze StadtKarlsruhe2267,51.334 Stadtjugendausschuss Karlsruhe e.V. 413255 Kinderstadtkirche311230 Evangelische Kirchen- verwaltung Karlsruhe 1230 Elterninitiative Hort an der Gartenschule e.V. 1224 Pro Liberis gGmbH17175 Kind und Beruf gGmbH 1480 Freie Waldorfschule1375 Insgesamt34109,52.203 Hortentwicklung im Zeitverlauf Der Rahmenkonzeption „Ganztagsangebote für Grundschulkinder“ folgend wird eine schritt- weise Verkleinerung des Hortangebotes in Karlsruhe angestrebt. In Folge dessen wurden im Jahr 2017vier Schülerhorte (Alte-Friedrich-Straße, Neureut; Moltkestraße, Innenstadt-West; Tilsiter Straße, Waldstadt; Forststraße, Rintheim) geschlossen. Im Jahr 2018 lief das Betreuungs- angebot der Elterninitiative an der Draisschule aus. Gleichzeitig kam es in anderen Stadtteilen zu Hortgruppenerweiterungen. Zum Schuljahr 2018/19 wurde das Hortangebot um jeweils eine Hortgruppe am Hort an der Riedschule in Rüppurr (Gemeinderat 15. Mai 2018) und dem Hort Schulstraße an der Viktor-von-Scheffel Schule in Knielingen (Gemeinderat 17. Juli 2018)erweitert. Für das Schuljahr 2019/20 wurde in die städtische Bedarfsplanungder Hort im NCO-Club (Nordstadt; Gemeinderat 23. Oktober 2018) und der Hort der Kind und Beruf gGmbH im Technido (Rintheim; Gemeinderat 26. Februar2019), mit jeweils einer Gruppenerweiterung aufgenommen. Überdies ist die Aufnahme einer weiteren Hortgruppe des Schülerhorts Eggen- steiner Straße-nach Bewilligung desGemeinderats-in Planung. Ergänzende ErläuterungenSeite4 Tab.2: Entwicklung der Hortein Karlsruhe von 2008-2018 Betrachtet man die Hortentwicklung in den letzten zehn Jahren,so kann man einenzunächst steilen Anstieg an Hortplatzkapazitäten undspätereinen sukzessiven Rückgang erkennen. Für das Jahr 2018 und infolge des Planungsstands für das Schuljahr 2019/20 lässt sich dagegen wieder eine Zunahme an Hortplätzen erkennen. Entwicklung der Horte undGanztagsschulenin Karlsruhe Die Hortentwicklung steht in engem Zusammenhang mit der Entwicklung von Ganztagsschulen in Karlsruhe. Neben den Schülerhorten und Ganztagsschulen wird die Betreuung von Schulkin- dern zusätzlich noch vom Angebot der Ergänzenden Betreuung und Flexiblen Nachmittagsbe- treuung flankiert. Zum laufenden Schuljahr wird die Ergänzende Betreuung/Verlässliche Grund- schulean insgesamt 36 Grundschulen angeboten. Die Ergänzende Betreuung/Verlässliche Grundschule findet in den Zeiträumen von 7:30 bis 8:30 Uhr und von 12 bis 13 oder 14 Uhr statt und deckt für Eltern, die eine Ganztagsbetreuung benötigen, den Bedarf nicht vollständig ab. Die Flexible Nachmittagsbetreuung hat momentan nur vereinzelte Standorte. In der folgen- den Tabelle wird deshalb der Schwerpunkt auf die Betreuungsform Horte und Ganztagsschulen gelegt. Dabei wird deutlich, dass bereits ein großer Teil der Grundschulkinderbetreuung in Karlsruhe über die beiden Angeboteabgedeckt wird. 20082009201020112012201320142015201620172018 Hortkapazität 1.8321.8672.10623362.541239423772289229321782203 Belegung 1.8271.7242.13222982.48323912326224322262.1542189 0 500 1.000 1.500 2.000 2.500 3.000 Ergänzende ErläuterungenSeite5 Tab.3: Entwicklung der Horteund Ganztagsschulenin Karlsruhe von 2013-2018 *Statistik desSchul-und Sportamts **Statistik desSozial-und Jugendbehörde In den letzten Jahren hat sich das bestehende Angebot unter dem Druck des steigenden Bedarfs in den unterschiedlichen Stadtteilen unterschiedlich entwickelt. Aufgrund der spezifischen Betreuungsstrukturder Stadtteile kommt es immer wiederzuPlatz- engpässen bei der Schulkindbetreuung. Dies lässt sich am Beispiel des Stadtteils Knielingen gut veranschaulichen. Fallbeispiel: Knielingen Der Bedarf an Schulkindbetreuung wird in Knielingen über mehrere Horteinrichtungen abge- deckt. Der städtische HortLassallestraßemit AußenstelleAm Brurain und Schulstraße decktmit insgesamt acht Gruppen und 165 Hortplätzen den Betreuungsbedarf an der Viktor-von- Scheffel-Schule ab. Die Schulkindbetreuung im Schulbezirk Grundschule Knielingen wird über den städtischen Hort Eggensteiner Straße mit 20 Hortplätzen abgedeckt, eine Erweiterung um weitere 20 Plätze ist geplant. An der Viktor-von Scheffel-Schule gibt es aktuell noch kein ganztägiges, innerschulisches Be- treuungsangebot. An der Grundschule Knielingen wird Ergänzende Betreuung bis 14 Uhr ange- boten.Auch die Umwandlung zu Ganztagsschulen ist nicht geplant. Die Viktor-von-Scheffel- Schule wird aufgrund mangelnder Akzeptanz der Elternschaft vorerst keine Ganztagsschule SJ 2012/ 2013 SJ 2013/ 2014 SJ 2014/ 2015 SJ 2015/ 2016 SJ 2016/ 2017 SJ 2017/ 2018 SJ 2018/ 2019 Grundschulkinder* (ohne Vorberei- tungsklassen und Privatschule) 8.4028.4198.5098.4448.5098.6068.604 Ganztagsgrund- schulkinder* 297565966141817532.0122.141 Betreuungsquote der Grundschulkin- der abgedeckt durch Ganztagsschule** 3,5%6,7%11,4%16,8%20,6%23,4%24,9% Kinder in Hortbe- treuung** 2.5412.3942.3772.2892.2932.1782.203 Betreuungsquote der Grundschulkin- der abgedeckt durch Horte 30,2%28,4%27,9%27,1%26,9%25,3%25,6% Ergänzende ErläuterungenSeite6 werden. Die Grundschule Knielingen kann sich aufgrund der Einzügigkeit und räumlichen Ge- gebenheit nicht zu einer Ganztagsschule entwickeln. Mit dem umfangreichen Betreuungsangebot des SchülerhortsLassallestraßeund der Außenstel- le Am Brurain sowie des Horts Schulstraße wurde die organisatorische Grenze am Standort er- reicht. Für den Hort Eggensteiner Straße ist zwar dieAufnahme einer weiteren Hortgruppe ge- plant, doch damit sind auch hier die Ausbaumöglichkeiten erschöpft. Die beschriebene Betreuungsstruktur lässt wenige Handlungsmöglichkeiten zu und erschwert damit die Abdeckung des Betreuungsbedarfs. Ähnliche Gegebenheiten lassen sich auch in anderen Stadtteilen finden. Beispielsweise ist der Stadtteil Rüppurrin einer ähnlichen Situation.Es gibt derzeit keine Ganztagsschule amStandort, und die Schülerhorte haben keine Räumlichkeiten,um den steigenden Bedarfweiterdecken zu können. Zusammenfassung und Ausblick Die aktuelle Hortentwicklung zeigt, dass der Bedarf an Schulkindbetreuung weiter steigt und auch in den nächsten Jahren zunehmen wird.Auf lange Sicht betrachtet, istvon ähnlichen Be- treuungsquoten wie im Kita-Bereich auszugehen. Daneben hat der Bund einenRechtsanspruch auf eine Ganztagsbetreuung im Grundschulalter ab dem Jahr 2025 angekündigt. Die Horte können auf diesen steigenden Bedarf nur eingeschränkt reagieren. Zum einen fehlt es häufig an weiteren Räumen oder anderenAusbaumöglichkeiten. Zum anderen sind die Horte als Angebot der Jugendhilfe eine sozialpädagogische und familienergänzende Einrichtung (siehe §24 Abs. 2 SGB VIII) mit dem pädagogischen Auftragder„Erziehung, Bildung und Betreuung“. Hiermit gehen speziellefachliche Qualitätsanforderungensowie personelle und räumliche Stan- dards einher. Die Einhaltung dieser Vorgaben wird über eine Betriebserlaubnis geregelt, die vom Landesjugendamt (KVJS) erteilt wird. Ein quantitativer Ausbau ist aufgrund dieser umfassenden Vorgaben und dem spezifischen pädagogischen Auftrag nur beschränkt möglich. Darüber hinaus wird der flächendeckende Ausbau der Ganztagsschule als Möglichkeit zur ge- zielten Förderungvon Grundschulkindernim schulischen und außerschulischen Bereichbetrach- tetsowiezumAbbau der sozialen Ungleichheit bei der Inanspruchnahme von Schulkinderbe- treuung.Der Ausbau einer Parallelstrukturhingegen könntedie soziale Selektion bei der Nut- zung der Betreuungsangebote verstärken. Seitdie Landesförderungzum Schuljahr 2015/16 für neu eingerichtete Hortgruppen eingestellt wurde, werden die Kosten für die neuen Hortgruppen vollständig von der Stadt Karlsruhe fi- nanziert.Dies betrifft auch zusätzliche Betreuungsgruppen an Grundschulen. Dagegen werden Ressourcen, die das Land im Zuge der Einführung einer gesetzlichen Regelung zur Ganztags- grundschule eingeplant hat (Annahme 70 Prozent Ganztagsgrundschulebis zum Jahr 2023) seitens der Schulen nicht benötigt.Das Land hat eine verbesserte Bezuschussung kommunaler Angebote in Aussicht gestellt, die Weiterentwicklung ist derzeit jedoch noch unklar. Vor diesem Hintergrund sollte nochmalüberprüft werden, inwieweit dasbestehendeBetreu- ungssystemmit demsteigenden BedarfSchritt haltenkann und an welchenStellennoch Mög- lichkeiten zur Bedarfsdeckung gegeben sind.Um auch in Zukunft dem Betreuungsbedarf der Familien nachkommen zu können.