Methangewinnung aus der Kläranlage

Vorlage: 2019/0396
Art: Anfrage
Datum: 15.04.2019
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Offen
Erwähnte Stadtteile: Keine Angaben

Beratungen

  • Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 14.05.2019

    TOP: 69

    Rolle: Kenntnisnahme

    Ergebnis: Keine Angabe

Zusätzliche Dateien

  • Anfrage
    Extrahierter Text

    Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister ANFRAGE GRÜNE-Gemeinderatsfraktion Vorlage Nr.: 2019/0396 Methangewinnung aus der Kläranlage Gremium Termin TOP ö nö Gemeinderat 14.05.2019 69 x 1. Inwiefern wurde bei der Stadt Karlsruhe bereits untersucht, ob eine Gewinnung von Methan aus Klärgas der Karlsruher Kläranlage sinnvoll ist? 2. Wie wird das in der Kläranlage anfallende Klärgas derzeit genutzt? 3. Wie schätzt die Stadt Karlsruhe die technische Möglichkeit ein, Methan aus der Kläran- lage zu gewinnen? 4. Wie schätzt die Stadt Karlsruhe die wirtschaftliche Möglichkeit ein, Methan aus der Kläranlage zu gewinnen? 5. Welche ökologischen Potentiale sieht die Stadt Karlsruhe bei einer Gewinnung von Methan aus Klärgas im Vergleich zur aktuell gängigen Verwertungspraxis? Sachverhalt / Begründung: Aus dem Klärschlamm von Kläranlagen lässt sich mittels Power-to-Gas–Verfahren Erdgas syn- thetisieren. Das so gewonnene Methan kann in das Erdgasnetz eingespeist werden, fossiles Erdgas ersetzen oder direkt in der Anlage genutzt werden. Diese Technologie ist umweltfreund- lich und könnte eine Maßnahme für den Klimaschutz in Karlsruhe sein. Die GRÜNE Gemeinderatsfraktion möchte durch die Anfrage erfahren, wie die Stadt Karlsruhe das Potential der Methangewinnung durch Klärgas ökologisch, technisch und wirtschaftlich einschätzt. unterzeichnet von: Zoe Mayer Renate Rastätter Verena Anlauf Christine Weber

  • Stellungnahme TOP 69
    Extrahierter Text

    Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister STELLUNGNAHME zur Anfrage GRÜNE-Gemeinderatsfraktion Vorlage Nr.: Verantwortlich: 2019/0396 Dez. 6 Methangewinnung aus der Kläranlage Gremium Termin TOP ö nö Ergebnis Gemeinderat 14.05.2019 69 x 1. Inwiefern wurde bei der Stadt Karlsruhe bereits untersucht, ob eine Gewinnung von Methan aus Klärgas der Karlsruher Kläranlage sinnvoll ist? Der im Klärwerk Karlsruhe anfallende Klärschlamm wird unausgefault als Rohschlamm in der betriebseigenen Klärschlamm-Verbrennungsanlage thermisch verwertet. Der unausge- faulte Rohschlamm besitzt einen hohen Anteil an brennbarer organischer Trockensubstanz (oTS) von etwa 70 %, welcher sich positiv auf die Dampferzeugung und die bereits laufende Stromerzeugung durch die installierte Dampfturbine auswirkt. Klärgas wird üblicherweise durch Faulung in sogenannten Faultürmen gewonnen. Durch ei- ne Faulung und Gewinnung von Methangas würde sich der Anteil an brennbarer organi- scher Trockensubstanz auf circa 50 % bis 60 % oTS verringern. Durch den geringeren Ener- giegehalt müsste die Stützfeuerung des Verbrennungsofens erhöht werden, um die erfor- derlichen Verbrennungstemperaturen zu halten. Die bei der Faulung gewonnene Energie müsste somit wieder im Verbrennungsprozess eingesetzt werden. Die Energiebilanz für Faulung beziehungsweise Verbrennung wurde schon in der Vergan- genheit bei der wirtschaftlichen Bewertung wichtiger Ausbauschritte immer wieder neu be- rücksichtigt. 2. Wie wird das in der Kläranlage anfallende Klärgas derzeit genutzt? Da das Klärwerk Karlsruhe keine Klärschlammfaulung betreibt, fällt kein Klärgas an. 3. Wie schätzt die Stadt Karlsruhe die technische Möglichkeit ein, Methan aus der Kläranlage zu gewinnen? Für die Klärschlammfaulung ist die Planung und Erstellung einer Faulungsanlage erforder- lich, die im Wesentlichen aus Faulbehältern, Gasspeicher und Blockheizkraftwerk zur Strom- gewinnung besteht. Die Faulungsanlage wäre technisch in die bestehende Anlagenstruktur zu integrieren und mit den anderen schon laufenden Planungs- und Bauprojekten abzu- stimmen. Ergänzende Erläuterungen Seite 2 4. Wie schätzt die Stadt Karlsruhe die wirtschaftliche Möglichkeit ein, Methan aus der Kläranlage zu gewinnen? Die Wirtschaftlichkeit einer Faulungsanlage ist fraglich, da, wie unter 1. beschrieben, die Energie des aus dem Klärschlamm erzeugten Methans bei der Verbrennung wieder zuge- führt werden muss und/oder mit Abstrichen bei der Stromerzeugung durch die Dampfturbi- ne zu rechnen ist. Zudem fallen für die Faulungsanlage neben den Erstellungskosten auch Betriebs- und Instandhaltungskosten an und es entscheiden zusätzliche Personalkosten zur Anlagenbetreuung. 5. Welche ökologischen Potentiale sieht die Stadt Karlsruhe bei einer Gewinnung von Methan aus Klärgas im Vergleich zur aktuellen gängigen Verwertungspraxis? Aufgrund der fehlenden und zu ersetzenden Energie an anderer Stelle infolge der Metha- nerzeugung und hinsichtlich des zusätzlichen Betriebsaufwandes für die Faulung erscheint das ökologische Potential momentan eher gering. Im Zuge der laufenden Planung „Ausbaukonzept 2030“ zur langfristigen Modernisierung der gesamten Kläranlage wird diesbezüglich auch das Thema Klärschlammfaulung mit un- tersucht werden.

  • Protokoll Gemeinderat
    Extrahierter Text

    Niederschrift 64. Plenarsitzung des Gemeinderates 14. Mai 2019, 13:30 Uhr öffentlich Bürgersaal, Rathaus Marktplatz Vorsitzender: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 64. Punkt 69 der Tagesordnung: Methangewinnung aus der Kläranlage Anfrage: GRÜNE Vorlage: 2019/0396 Beschluss: Kenntnisnahme Abstimmungsergebnis: Keine Abstimmung Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 69 zur Behandlung auf und stellt fest, die Stellungnahme der Verwaltung liege vor, der Gemeinderat habe Kenntnis genommen. (Keine Wortmeldung) Zur Beurkundung: Die Schriftführerin Hauptamt – Ratsangelegenheiten – 11. Juni 2019