Innovative Beratungsstrukturen im Quartier
| Vorlage: | 2019/0393 |
|---|---|
| Art: | Antrag |
| Datum: | 15.04.2019 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | Offen |
| Erwähnte Stadtteile: | Daxlanden, Mühlburg, Waldstadt |
Beratungen
- Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)
Datum: 14.05.2019
Rolle: Entscheidung
Ergebnis: verwiesen in Fachausschuss
Zusätzliche Dateien
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Extrahierter Text
Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister ANTRAG SPD-Gemeinderatsfraktion Vorlage Nr.: 2019/0393 Innovative Beratungsstrukturen im Quartier Gremium Termin TOP ö nö Gemeinderat 14.05.2019 53 x 1. In den bestehenden Quartiersprojekten wird erfragt, ob zugehende Beratungsstrukturen zu alleinlebenden älteren und in der Mobilität eingeschränkten Menschen bereits bestehen oder im Aufbau sind und welche Erfahrungen in diesem Bereich bisher gemacht wurden. 2. In den bereits bestehenden Quartiersprojekten wird geprüft, welche zugehenden Beratungs- strukturen für diese Personengruppe erprobt und dauerhaft verankert werden können. Begründung: Die gute Versorgung alleinlebender älterer und in der Mobilität eingeschränkter Menschen stellen die altersgerechte Quartiersarbeit vor eine große Herausforderung. In der Weiterentwick- lung der stadtteilbezogenen Arbeit ist eine aus unserer Sicht wesentliche Handlungsempfeh- lung, zugehende Beratungsstrukturen aufzubauen, da durch gute Netzwerkarbeit auch die Achtsamkeit im Quartier erhöht werden kann. Bereits gesammelte Erfahrungen können dazu beitragen, Schwierigkeiten in der Umsetzung gezielt gegenzusteuern. Von besonderem Interes- se ist die Frage, ob und in welcher Weise „Frühwarnsysteme“ installiert werden können. Aus sozialdemokratischer Perspektive ist der Einbezug von Ehrenamtlichen für eine erfolgreiche Arbeit im Quartier essentiell. unterzeichnet von: Parsa Marvi Gisela Fischer Yvette Melchien
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Extrahierter Text
Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister STELLUNGNAHME zum Antrag SPD-Gemeinderatsfraktion Vorlage Nr.: Verantwortlich: 2019/0393 Dez. 2 Innovative Beratungsstrukturen im Quartier Gremium Termin TOP ö nö Gemeinderat 14.05.2019 53 x Kurzfassung Das Thema zugehende Beratungsstrukturen findet Berücksichtigung in dem gemeinsam mit den Trägern von Quartiersprojekten zu entwickelnden Gesamtkonzept Quartiersentwicklung. Die Erfahrungen der Quartiersprojekte mit derartigen Beratungsstrukturen werden im Lenkungskreis Quartiersentwicklung erörtert und fließen in das Gesamtkonzept ein. Die Verwaltung empfiehlt dem Gemeinderat zum jetzigen Zeitpunkt keine über den laufenden Prozess der Entwicklung eines Gesamtkonzepts Quartiersentwicklung hinausgehende Über- prüfung von zugehenden Beratungsstrukturen. Finanzielle Auswirkungen Gesamtkosten der Maß- nahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatorischen Kosten abzügl. Fol- geerträge und Folgeeinsparungen) Ja Nein Haushaltsmittel sind dauerhaft im Budget vorhanden Ja Nein Die Finanzierung wird auf Dauer wie folgt sichergestellt und ist in den ergänzenden Erläuterungen auszuführen: Durch Wegfall bestehender Aufgaben (Aufgabenkritik) Umschichtungen innerhalb des Dezernates Der Gemeinderat beschließt die Maßnahme im gesamtstädtischen Interesse und stimmt einer Etatisierung in den Folgejahren zu IQ-relevant x Nein Ja Korridorthema: Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) x Nein Ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften x Nein Ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 1. In den bestehenden Quartiersprojekten wird erfragt, ob zugehende Beratungs- strukturen zu alleinlebenden älteren und in der Mobilität eingeschränkten Men- schen bereits bestehen oder im Aufbau sind und welche Erfahrungen in diesem Be- reich bisher gemacht wurden. Mit dem Gemeinderatsbeschluss (2017/0473) zum Pilotprojekt Quartier 2020, Mehrgeneratio- nenquartier Mühlburg vom 25. Juli 2017 hat sich die Stadt Karlsruhe entschieden, entsprechend den Empfehlungen durch das Sozialministerium Baden-Württemberg wichtige Koordinations- und Steuerungsaufgaben in der Quartiersentwicklung in Karlsruhe zu übernehmen und durch die Zusammenarbeit in einem übergeordneten Lenkungskreis ein Gesamtkonzept Quartiersent- wicklung für Karlsruhe zu entwickeln. Dieses wird dem Gemeinderat voraussichtlich Anfang 2020 vorgelegt. Ziel ist es, mit dem Gesamtkonzept Quartiersentwicklung in Karlsruhe die inklusive und genera- tionengerechte (Weiter-)Entwicklung der Stadtteile und Stadtviertel konzeptionell zu verankern und Verbesserungen der Lebensumstände und des Umfeldes in den Stadtteilen zu erwirken. Dabei fließen sowohl praktische Erfahrungen der bestehenden Quartiersprojekte und der Träger als auch Erfahrungen aus der Arbeit im Pilotprojekt in Mühlburg – auch im Hinblick auf zuge- hende Beratungsstrukturen - in die Konzeptentwicklung mit ein. Diese werden in der zukünfti- gen Angebots- und Maßnahmenentwicklung Berücksichtigung finden, vorbehaltlich der Zu- stimmung des Gemeinderats zum Gesamtkonzept. Daher empfiehlt die Verwaltung dem Ge- meinderat, zum jetzigen Zeitpunkt keine gesonderte Befragung der Quartiersprojekte zu zuge- henden Beratungsstrukturen zu beauftragen. 2. In den bereits bestehenden Quartiersprojekten wird geprüft, welche zugehenden Beratungsstrukturen für diese Personengruppe erprobt und dauerhaft verankert werden können Die Vermeidung von Doppelstrukturen, die Herstellung von Synergien sowie die kooperative Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure sind wesentliche Ziele der Quartiersentwicklung in Karlsruhe und sollen durch eine Kultur der Zusammenarbeit und der Vernetzung unterstützt werden. Dies beinhaltet auch die Sicherstellung des Wissenstransfers zwischen den Stadtteilen und Stadtteilnetzwerken, zum Beispiel in Form von Austauschtreffen, Fachtagen und übergrei- fenden Fortbildungen. Durch die geplante enge Zusammenarbeit der Sozialplanung mit den Trägern, der Stadtteilkoordination und dem Stadtteilnetzwerk werden konkrete Maßnahmen und Angebote, die von Trägern bzw. in der Quartiersarbeit entwickelt wurden bzw. zukünftig neu entstehen, überprüft. Dabei ist auch zu klären, ob diese im Sinne einer „Best Practice“ auch auf andere Stadtteile übertragbar bzw. ausweitbar sind. Die Arbeit der Träger und Initiativen mit ihren bereits bestehenden quartiers- bzw. sozialraum- bezogenen Handlungsansätze stellen eine wichtige Ressource zur Verwirklichung der oben be- schriebenen Ziele dar. Insbesondere die Träger der bereits bestehenden Quartiersprojekte sind wichtige Partner in der Entwicklung des Gesamtkonzepts und dessen zukünftiger Ausgestaltung und Umsetzung und bringen sich mit einem hohen Maß an Engagement und Fachwissen in den Prozess ein. Die Frage einer städtischen Regelförderung der Quartiersprojekte mit Stellen der sozialen Arbeit („Kümmerer“/Quartiersmanagement) durch die Träger wird als Teil des Gesamt- konzepts zu klären sein. Ergänzende Erläuterungen Seite 3 Die Verwaltung empfiehlt dem Gemeinderat zum jetzigen Zeitpunkt keine über den laufenden Prozess der Entwicklung eines Gesamtkonzepts der Quartiersentwicklung hinausgehende Über- prüfung von zugehenden Beratungsstrukturen. Diese ist im Entwicklungs- und Umsetzungspro- zess des Gesamtkonzepts der Quartiersentwicklung (vorbehaltlich der Zustimmung durch den Gemeinderat zum Gesamtkonzept) zu realisieren. Die Überprüfung bestehender Maßnahmen und Angebote, gegebenenfalls ihre Verankerung sowie Weiterentwicklung sind Ziele des Pro- zesses, auch besonders im Hinblick auf zugehende Beratungsstrukturen bzw. Zugänge zu Bera- tungsangeboten. Ergänzende Erläuterungen Vielfältige Handlungsansätze verschiedener Träger, Anbieter und Initiativen, die unterschiedliche Lebenslagen und Ungleichheiten berücksichtigen sind notwendig, um Teilhabechancen zu er- höhen und sogenannte stille Gruppen und zurückgezogen lebende Menschen zu erreichen. In bestehenden Angeboten werden unter Mitwirkung bürgerschaftlich Engagierter ältere Men- schen in der Häuslichkeit bzw. wohnortnah im Quartier angesprochen und erreicht. Als spezifi- sche Projekte der bestehenden Quartiersarbeit können genannt werden, das Lotsenprojekt der Caritas in Daxlanden, das von der AWO betriebene Quartiersprojekt im Rintheimer Feld, das neben einem niederschwelligen Treffpunkt mit Mittagstisch direkt im Quartier auch Beratung zu Pflegethemen bietet, sowie der Badische Landesverein, der in der Waldstadt in zwei Arbeits- gruppen „Nachbarschaftshilfe“ und „Jung und Alt“ in dem beschriebenen Handlungsfeld arbei- tet. Darüber hinaus sind die Nachbarschaftshilfen, Taschengeldbörsen sowie Geburtstagsbesuche von Kirchengemeinden oder der Volkswohnung Ansatzpunkte, um Menschen aufsuchend zu erreichen und Informationen zu weiteren Beratungsangeboten zu eröffnen. Sinnbildlich geht es darum, Brücken zwischen Menschen und Institutionen zu schaffen. Multiplikatoren und Schlüs- selpersonen im Stadtteil, vertrauten Menschen im nachbarschaftlichen Umfeld, bei Trägern und in ehrenamtlichem Engagement kommt dabei eine hohe Bedeutung zu, um sogenannte stille Gruppen oder zurückgezogen lebende Menschen zu erreichen, Einsamkeit entgegenzuwirken und Zugänge zu professionellen Hilfen oder auch zu unterstützenden nachbarschaftlichen bzw. ehrenamtlich getragenen Angeboten und Netzwerken zu eröffnen. Mit dem Gesamtkonzept der Quartiersentwicklung sollen – anknüpfend an bereits bestehende Angebote, Netzwerke und Arbeitsgremien - Strukturen geschaffen werden, die kontinuierlich und verlässlich die Zusammenarbeit und den Austausch der verschieden Akteure regeln, denn Quartiersentwicklung ist nicht allein als Maßnahmenentwicklung zu verstehen, sondern benö- tigt entsprechende Arbeits- und Kommunikationsstrukturen, auch im Hinblick auf die Weiter- entwicklung von Angeboten. Die derzeit im Pilotprojekt in Mühlburg erprobte Gründung, Be- gleitung und Unterstützung einer lokalen Verantwortungsgemeinschaft, dem „Stadtteilnetz- werk“, dessen Arbeit durch eine städtische Funktion der „Stadtteilkoordination“ begleitet wird, stellt eine solche Strukturlegung dar und wird im Gesamtkonzept Berücksichtigung finden. Wichtige Ziele in der Zusammenarbeit in und mit den Stadtteilnetzwerken ist die Förderung von Austausch und Kooperationen zwischen Institutionen untereinander und mit bürgerschaftlichen Initiativen, sowie die Förderung und Einbindung von bürgerschaftlichem Engagement, um An- gebote in den verschiedenen Stadteilen bedarfsgerecht weiterzuentwickeln. Nicht allein das Vorhandensein von Angeboten ist dabei maßgeblich, sondern der kontinuierliche Abbau von Zugangsbarrieren und die Entwicklung passgenauer Angebote, die von (mehr) Menschen ange- nommen und akzeptiert werden. Ergänzende Erläuterungen Seite 4 Ein weiterer wichtiger Baustein ist es, die bestehenden Beratungsangebote der Stadt Karlsruhe, wie die Arbeit des Allgemeinen Sozialen Dienstes (ASD), des Pflegestützpunktes sowie des Büros für Mitwirkung und Engagement und anderen Beratungsstellen, mit der Quartiersarbeit zu ver- knüpfen. Die Mitarbeitenden des ASD sowie des Pflegestützpunktes gehen auf Wunsch und bei Bedarf bereits jetzt zu Betroffenen nach Hause. Sie klären mit den Betroffenen und ihren Fami- lien die individuelle Bedarfssituation und überlegen gemeinsam mit ihnen, durch welche Hilfen der Alltag trotz Einschränkungen oder spezifischer Problemlagen zufriedenstellend abgesichert werden kann. Weiterhin gibt es Angebote zur Unterstützung im Alltag, die bei Vorliegen der Voraussetzungen nach § 45 a SGB XI und nach der Unterstützungsangebote-Verordnung des Landes Baden- Württemberg anerkannt werden können. Die Anerkennungsstelle liegt in kommunaler Zustän- digkeit. Zweck der Verordnung ist es stabile Angebote und Strukturen vor Ort zur flankierenden Unterstützung und Stabilisierung der häuslichen Pflegesituation auf- und auszubauen. In den Unterstützungsangeboten sind schwerpunktmäßig Ehrenamtliche unter fachlicher Anleitung und Qualifizierung verschiedener Träger in der Häuslichkeit tätig, um beeinträchtigte Menschen in ihrer Selbstständigkeit zu unterstützen, Teilhabe zu ermöglichen und pflegende Angehörige zu entlasten. Auch diese sind mit der Quartiersarbeit zu verknüpfen.
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Extrahierter Text
Niederschrift 64. Plenarsitzung des Gemeinderates 14. Mai 2019, 13:30 Uhr öffentlich Bürgersaal, Rathaus Marktplatz Vorsitzender: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 49. Punkt 53 der Tagesordnung: Innovative Beratungsstrukturen im Quartier Antrag: SPD Vorlage: 2019/0393 Beschluss: Verwiesen in den Fachausschuss Abstimmungsergebnis: Keine Abstimmung Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 53 zur Behandlung auf und verweist ihn sofort in den Fachausschuss. Zur Beurkundung: Die Schriftführerin Hauptamt – Ratsangelegenheiten – 11. Juni 2019