Kooperation "Jung und Alt" - Kindertagesstätten und Altenhilfeeinrichtungen
| Vorlage: | 2019/0392 |
|---|---|
| Art: | Antrag |
| Datum: | 15.04.2019 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | Offen |
| Erwähnte Stadtteile: | Keine Angaben |
Beratungen
- Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)
Datum: 25.06.2019
Rolle: Entscheidung
Ergebnis: erledigt durch Stellungnahme der Verwaltung
Zusätzliche Dateien
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Extrahierter Text
Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister ANTRAG SPD-Gemeinderatsfraktion Vorlage Nr.: 2019/0392 Kooperation "Jung und Alt" - Kindertagesstätten und Altenhilfeeinrichtungen Gremium Termin TOP ö nö Gemeinderat 25.06.2019 9 x Die Stadtverwaltung erarbeitet eine Förderkonzeption für Kooperationsprojekte von Kinderta- gesstätten und Altenhilfeeinrichtungen im Stadtgebiet. Begründung: Im Rahmen der Berichterstattung zur „Bedarfsentwicklung in der stadtteilbezogenen Versor- gung Pflegebedürftiger 2019“ wurden verschiedene Handlungsempfehlungen für die Quar- tiersarbeit formuliert. Ein weiterer niedrigschwelliger Ansatz können Kooperationsprojekte zwi- schen Kitas und Pflegeeinrichtungen sein, welche für beide Seiten gewinnbringend sind. Die Begegnung zwischen den Generationen ist für alte Menschen wie auch für Kinder sehr wichtig. Einsamkeit stellt auch für die Gesundheit ein hohes Gefährdungspotenzial dar. Viele ältere Menschen in Pflegeeinrichtungen sind davon betroffen. Auf der anderen Seite fehlt vielen Kindern der regelmäßige Kontakt zu Großeltern. Es bestehen bereits in einigen Kommunen „best-practice-Beispiele“ zur intergenerativen Pädagogik, die zeigen, dass ein regelmäßiger Kontakt zwischen Kindern und Senioren nicht nur den Alltag in den Einrichtungen bereichert, sondern auch zu einem neuen gegenseitigen Verständnis führen kann. An solche bestehenden Konzepte kann angeknüpft werden. unterzeichnet von: Parsa Marvi Yvette Melchien Gisela Fischer Irene Moser
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Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister STELLUNGNAHME zum Antrag SPD-Gemeinderatsfraktion Vorlage Nr.: Verantwortlich: 2019/0392 Dez. 3 Kooperation "Jung und Alt" Kindertagesstätten und Altenhilfeeinrichtungen Gremium Termin TOP ö nö Gemeinderat 25.06.2019 9 x Kurzfassung Die Verwaltung empfiehlt, Kooperationen zwischen Kindertagesstätten und Altenhilfeeinrich- tungen im Sinne eines Best-Practice-Ansatzes sichtbar und einer breiten Öffentlichkeit zugäng- lich zu machen. Im Jahr 2020 wird daher beim Kinderfreundlichkeitspreis ein Sonderpreis zum „Dialog zwischen Generationen“ ausgelobt. Finanzielle Auswirkungen Gesamtkosten der Maß- nahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatorischen Kosten abzügl. Fol- geerträge und Folgeeinsparungen) Ja Nein Haushaltsmittel sind dauerhaft im Budget vorhanden Ja Nein Die Finanzierung wird auf Dauer wie folgt sichergestellt und ist in den ergänzenden Erläuterungen auszuführen: Durch Wegfall bestehender Aufgaben (Aufgabenkritik) Umschichtungen innerhalb des Dezernates Der Gemeinderat beschließt die Maßnahme im gesamtstädtischen Interesse und stimmt einer Etatisierung in den Folgejahren zu IQ-relevant Nein Ja Korridorthema: Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) Nein Ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften Nein Ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Der Antrag der SPD-Fraktion sieht die Schaffung einer Förderkonzeption zur Förderung des in- tergenerationalen Austauschs vor. Bereits jetzt gibt es Beispiele einer erfolgreichen Zusammen- arbeit zwischen Kindertagesstätten und Altenhilfeeinrichtungen, die unabhängig von einer kommunalen Förderung entstanden sind. Diese sind zum Teil dauerhaft im Angebotsportfolio beziehungsweise in den Konzeptionen der Einrichtungen verankert. Durch die Zusammenarbeit mit weiteren Kooperationspartnern wie Jugendhäusern, Schulen und Sportvereinen sowie durch die Öffnung von Einrichtungen im Stadtteil, durch die Bürgerinnen und Bürger zu gemeinsamen Aktivitäten in eine Altenpflegeeinrichtung kommen, finden darüber hinaus in den Altenpflege- einrichtungen weitere regelmäßige Angebote statt. Diese bieten Begegnungs- und Austausch- möglichkeiten zwischen verschiedenen Generationen und fördern die Teilhabe pflegebedürfti- ger Menschen. Wie im Antrag beschrieben, hält der Kontakt zwischen den Generationen viele Potentiale bereit. Die Praxis zeigt, dass es hier sehr unterschiedliche Formen der Zusammenarbeit gibt, die im Rahmen einer spezifischen Förderkonzeption nur schwer abzubilden sind. Daher empfiehlt die Verwaltung weiterhin Strukturen zu unterstützen, die verschiedenste Kontakte zwischen Bürge- rinnen und Bürgern ermöglichen und von einer spezifischen Förderung des Kontaktes zwischen Kindertagesstätten und Altenhilfeeinrichtungen abzusehen. Durch die städtische Förderung von Kinder- und Familienzentren und die angestrebte Förderung von Quartiersarbeit in Karlsruhe werden die strukturellen Voraussetzungen für unter anderem intergenerationale Projekte ge- stärkt. Die Verwaltung kommt aufgrund des bereits bestehenden Angebotsspektrums, der Eigeninitia- tive der Träger sowie der kommunalen Ausrichtung auf stadtteilbezogene Arbeitsansätze zu der Einschätzung, dass eine zusätzliche kommunale Förderung von Kooperationen zwischen Kinder- tagesstätten und Altenhilfeeinrichtungen nicht notwendig ist. Die Verwaltung schlägt vor, für das Jahr 2020 einen Sonderpreis „Dialog zwischen den Generationen“ im Rahmen der Verlei- hung des Kinderfreundlichkeitspreises einzurichten. Damit kann das vorhandene Engagement gewürdigt und einer breiteren Öffentlichkeit sichtbar gemacht werden.
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Niederschrift 65. Plenarsitzung des Gemeinderates 25. Juni 2019, 15:30 Uhr öffentlich Bürgersaal, Rathaus Marktplatz Vorsitzender: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 11. Punkt 9 der Tagesordnung: Kooperation „Jung und Alt“ – Kindertagesstätten und Altenhilfeeinrichtungen Antrag: SPD Vorlage: 2019/0392 Beschluss: Zustimmung zur Stellungnahme der Verwaltung Abstimmungsergebnis: keine Abstimmung Die Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 9 zur Behandlung auf und verweist auf die vorliegende Stellungnahme der Verwaltung. Stadträtin Melchien (SPD): Zur Verwaltungsantwort auf unseren Antrag zur Kooperation von „Jung und Alt“ – Kindertagesstätten und Altenhilfeeinrichtungen möchte ich drei An- merkungen machen. Wir freuen uns, dass unsere Fraktion und Stadtverwaltung überein- stimmen in der Überzeugung, welche Potentiale intergenerative Pädagogik birgt, insbe- sondere auch für Senioren und Kinder. Dabei geht es uns nicht – das möchte ich noch einmal betonen – um einmalige Veranstaltungen, sondern um einen regelmäßigen Kon- takt, der nicht nur den Alltag für beide Seiten bereichert, sondern weit mehr bewirken kann, wie beispielsweise ein verändertes Verständnis voneinander und den Aufbau von bereichernden Beziehungen durch diese Kontinuität. Unsicher sind wir uns, bezogen auf die Stellungnahme, ob es uns tatsächlich gelingt, durch die allgemeine Förderung von Kinder- und Familienzentren beziehungsweise der Quartiers- arbeit vor Ort intergenerationale Projekte vor allem zwischen Kindertagesstätten und Al- tenhilfeeinrichtungen in unserer Stadt voranzutreiben, auszuweiten oder auch zu initiieren. Daher unterstützen wir aber die Idee der Stadtverwaltung, für 2020 einen Sonderpreis „Di- – 2 – alog zwischen den Generationen“ einzurichten, um so zum einen Engagement sichtbar zu machen, gute Beispiele und positive Auswirkungen hervorzuheben und dadurch vor allen Dingen mehr Öffentlichkeit für das Thema und die Chancen, die intergenerative Pädagogik bietet, zu gewinnen. Abschließend hoffen wir im Einklang mit der Verwaltung, dass wir mit den verschiedenen Maßnahmen in diesem Bereich tatsächlich vorankommen. Wir freuen uns darauf, das Thema weiter zu begleiten. Stadtrat Dr. Müller (CDU): Der Austausch zwischen den Generationen, vor allem zwi- schen den ganz jungen und der älteren Generation, die quasi die Großelterngeneration darstellt, ist ein wichtiger Ansatzpunkt im gesamten gesellschaftlichen Leben. Wir finden es sehr gut, dass bereits viele Kooperationsmodelle, auch zwischen Kitas und Alteneinrichtun- gen, aber beispielsweise auch zwischen verschiedenen Generationen in einem Hause statt- finden. Wichtig erscheint mir, dass wir das Ganze einbinden in die Quartiersarbeit, die eine man- nigfaltige Kooperationsmöglichkeit bietet, sowohl zwischen Jung und Alt, zwischen Leu- ten, die sich treffen, um zu basteln oder andere Tätigkeiten gemeinsam zu tun. Auch hier ist es wichtig, dass wir dann auch dort Förderungen machen, dass die Quartiersarbeit auch solche Projekte zwischen Kitas und Alteneinrichtungen, gerade in einem Quartier, mit för- dert. Wir fördern jetzt schon die Familien und die Familien- und Kinderzentren. Wir werden auch weiterhin in Zukunft die Quartiersarbeit insgesamt fördern, so dass wir da eine große Chance sehen für dieses Projekt, dass es weiter vorangeht. Stadträtin Anlauf (GRÜNE): Wir GRÜNEN halten die Richtung des SPD-Antrags für rich- tig, weil wir alles unterstützen, was in Richtung Austausch und Verbindung der Generatio- nen geht. Auch die Ausführung meines Vorredners zum Thema Quartiersarbeit finde ich gut. Es bringt unsere Gesellschaft insgesamt zusammen, wenn die Generationen sich hel- fen und voneinander lernen. Die Idee der Verwaltung, einen Sonderpreis auszuloben „Dia- log zwischen den Generationen“, ist eine schöne und unterstützenswerte Idee. Stadtrat Høyem (FDP): Kooperation zwischen Jung und Alt und Dialog zwischen Jung und Alt ist immer gut, in den Kindertagesstätten, in Altenhilfeeinrichtungen und auch im Gemeinderat. Der Vorsitzende: Vielen Dank, dann würden wir so verfahren, wie wir es vorgeschlagen haben. Sie haben eine gewisse Skepsis in der Antwort gesehen, Frau Stadträtin Melchien, zu einer Förderkonzeption. Ich denke, es geht wirklich in der Tat mehr darum, die Kinder- tagesstätten einerseits und die Altenhilfeeinrichtungen in unmittelbarer Nachbarschaft an- dererseits anzuregen, über eine permanente Kooperation den richtigen Weg zu finden. Da müssen die zwei Einrichtungen immer den richtigen Weg gemeinsam erarbeiten. Das kann man über Best-Practice-Beispiele und einen solchen Preis anregen. Das sollte aber nicht Aufgabe einer Gesamtkonzeption sein aus unserer Sicht, die jetzt über alles darüberge- stülpt wird. Lassen Sie uns diesen Wege jetzt gehen. Dann schauen wir einmal, ob wir da- mit unser Ziel erreichen. – 3 – Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt - Ratsangelegenheiten – 30. Juli 2019