Städtisches Mustergebäude und städtische Brücke aus Holz

Vorlage: 2019/0277
Art: Antrag
Datum: 25.03.2019
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Offen
Erwähnte Stadtteile: Knielingen, Oberreut

Beratungen

  • Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 14.05.2019

    TOP: 43

    Rolle: Entscheidung

    Ergebnis: Antrag ist erledigt

Zusätzliche Dateien

  • Antrag
    Extrahierter Text

    Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister ANTRAG GRÜNE-Gemeinderatsfraktion Vorlage Nr.: 2019/0277 Städtisches Mustergebäude und städtische Brücke aus Holz Gremium Termin TOP ö nö Gemeinderat 14.05.2019 43 x 1. Ein neues städtisches Gebäude wird als Pilotprojekt aus Holz gebaut, als Vorbild für wei- tere Bauten. 2. Die Verwaltung prüft, wo Bauen mit Holz im Bereich öffentlicher Gebäude zum Standard werden kann und wie dies in den Bauleitlinien der Stadt veran- kert werden kann. 3. Eine Brücke, die erneuert oder neu gebaut werden muss, wird aus Holz gebaut. Sachverhalt/Begründung: Es ist dringend erforderlich, auf allen Ebenen mehr für den Klimaschutz zu tun. Dazu müssen wir auch in Karlsruhe in verschiedenen Bereichen grundlegend umdenken. Eine der möglichen – und besonders wirkungsvollen – Klimaschutz-Maßnahmen ist, beim Bauen weitgehend auf Be- ton zu verzichten, weil dafür rund eine Tonne CO2 je Tonne Zement in die Umwelt gelangen. Für die Aufbereitung von Holz ist dagegen extrem wenig CO2-Erzeugung nötig. Vielmehr wird sogar über eine Tonne CO2 je Tonne Holz auf lange Zeit gebunden. Karlsruhe sollte deshalb vorangehen und sowohl im Hochbau wie im Tiefbau ein Beispiel geben: Ein ohnehin geplantes neues Gebäude, das dafür geeignet ist, soll in Holz ausgeführt werden. Die Voraussetzungen dafür wurden schon vor einiger Zeit von der Landesregierung verbessert, indem die Landesbauordnung Holz-freundlicher gestaltet wurde. Einzelteile wie ein Aufzugs- schacht oder Treppenhaus wären dabei weiterhin in Beton möglich. Das Land integriert den Holzbau bereits bei zahlreichen eigenen Projekten und hat für beispiel- hafte Projekte initiiert (siehe https://fm.baden-wuerttemberg.de/de/bauen-beteiligungen/bau- und-immobilien/holzbau/) und eine Holzbauoffensive ausgelobt (siehe https://mlr.baden- wuerttemberg.de/de/unsere-themen/wald-und-naturerlebnis/holzbau-offensive/). Auch beim Tiefbau bietet es sich an, Brücken aus Holz statt aus Beton herzustellen. Auf unseren entsprechenden Antrag zur Wasserwerkbrücke (Vorlage 2017/0136) wurde entgegnet, die Haltbarkeit sei nicht so lang wie bei Betonbrücken. Dafür sind die Kosten aber auch niedriger. Dieser Kostenvorteil mag sich nicht sofort einstellen, weil es erst Zeit braucht, bis sich die Bau- unternehmen darauf eingestellt haben. Aber wenn Holzbrücken zum baulichen Standard ge- worden sind, wird ihr Preis gegenüber heute deutlich sinken. Auch hier sollte die Verwaltung zunächst eine Brücke aussuchen, die für den Einsatz von Holz besonders geeignet ist. Dieses Bauwerk sollte größer sein als die kleineren Fuß- und Radwegbrücken, wie es sie in Karlsruhe bereits in Holzbauweise gibt. Ergänzende Erläuterungen Seite 2 In beiden Fällen können mit den Beispiel-Bauwerken Erfahrungen gesammelt werden. Das Ziel ist, den Holzbau zum Normalfall von Bauten der Stadtverwaltung und der städtischen Gesell- schaften zu machen, sofern kein sachlicher Grund dagegen spricht. unterzeichnet von: Johannes Honné Christine Weber Tim Wirth Renate Rastätter Zoe Mayer Verena Anlauf

  • Stellungnahme TOP 43
    Extrahierter Text

    Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister STELLUNGNAHME zum Antrag GRÜNE-Gemeinderatsfraktion Vorlage Nr.: Verantwortlich: 2019/0277 Dez. 6 Städtisches Mustergebäude und städtische Brücke aus Holz Gremium Termin TOP ö nö Gemeinderat 14.05.2019 43 x Kurzfassung Das Material Holz kommt im kommunalen Hochbau bereits in steigendem Umfang zur Anwen- dung. Dies ist durch eine systematisch positivere Bewertung in Wettbewerbsverfahren und Ökobilanzierungen abgesichert. Für den Bereich des konstruktiven Ingenieurbaus gibt es ebenso Beispiele der baulichen Umsetzung. Hier bestehen nur für anspruchsvollere Bauaufgaben noch Entwicklungsmöglichkeiten, die jedoch der fehlenden technischen Normung geschuldet sind. Finanzielle Auswirkungen Gesamtkosten der Maß- nahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatorischen Kosten abzügl. Fol- geerträge und Folgeeinsparungen) Ja Nein Haushaltsmittel sind dauerhaft im Budget vorhanden Ja Nein Die Finanzierung wird auf Dauer wie folgt sichergestellt und ist in den ergänzenden Erläuterungen auszuführen: Durch Wegfall bestehender Aufgaben (Aufgabenkritik) Umschichtungen innerhalb des Dezernates Der Gemeinderat beschließt die Maßnahme im gesamtstädtischen Interesse und stimmt einer Etatisierung in den Folgejahren zu IQ-relevant x Nein Ja Korridorthema: Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) x Nein Ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften x Nein Ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 1. Ein neues städtisches Gebäude wird als Pilotprojekt aus Holz gebaut, als Vorbild für weitere Bauten. Die Verwaltung hat im Rahmen der zuletzt durchgeführten Planungswettbewerbe für die Bauaufgaben „Neubau Dreifeldsporthalle Moltkestraße“ und „Neubau einer zweifachen Dreifeldsporthalle in Karlsruhe-Oberreut“ in der Auslobung „die Ausführung des Dach- tragwerkes in Holz oder Holzwerkstoffen gefordert“. Die qualitätvolle Umsetzung wurde durch die Vorprüfung und Vertretung im Preisgericht über die Karlsruher Hochschule für Technik und Wirtschaft abgesichert. Weitere neue Projekte mit Fassaden und teils tragen- der Konstruktion aus Holz werden die Kindergartenneubauten in der Egon-Eiermann-Allee in Knielingen 2.0 sowie der Kindergarten-Erweiterungsbau am Weinbrennerplatz sein. Eine Änderung der Fassadenmaterialität auf Holz wird für den Entwurf des Ersatzneubaus für den Kindergarten „Sybelstraße“ sowie für die Sanierung der Gebäude A und D der Europä- ischen Schule aktuell geprüft. 2. Die Verwaltung prüft, wo Bauen mit Holz im Bereich öffentlicher Gebäude zum Standard werden kann und wie dies in den Bauleitlinien der Stadt verankert wer- den kann. Grundsätzlich besteht gegenüber der Verwendung von Holz und Holzwerkstoffen keine Ein- schränkung in der Anwendung für tragende Teile oder die Fassade. Entsprechend wird bei- spielweise bei der Bewertung von Nachhaltigkeitskriterien in Planungswettbewerben und Mehr- fachbeauftragungen durch die Verwaltung die Verwendung von Baustoffen aus nachwachsen- den Rohstoffen oder recycelten Stoffen extra positiv bewertet. Dies basiert auf dem Leitziel 5 „Qualitative Ziele der Nachhaltigkeit“ der „Leitlinie Energieeffizienz und Nachhaltiges Bauen“ im Teil 1: „Hinsichtlich der Qualitätsziele der Nachhaltigkeit orientiert sich die Stadt Karlsruhe an dem Leitfaden Nachhaltiges Bauen des BMVBS.“ Im erwähnten Leitfaden wird über die Anwen- dung einer Ökobilanzierung der Einsatz von Holz besonders positiv bewertet. Dies wird in allen HGW-Projekten praktiziert, welche die Anforderungen zum Nachhaltigen Bauen Baden- Württemberg (NBBW) wegen einer Förderung zum Bau von Schulen und Sportstätten erfüllen müssen. Die Verwaltung prüft derzeit eine noch weitergehende Zielstellung zur Anwendung von Holz im kommunalen Hochbau. 3. Eine Brücke, die erneuert oder neu gebaut werden muss, wird aus Holz gebaut. Grundsätzlich ist bei der Aufgabenstellung für eine neu zu bauende oder zu erneuernde Brücke zu prüfen, welche Baustoffe für die Ausführung in Betracht kommen. Bereits heute wird im Tiefbauamt dabei stets auch Holz als möglicher Baustoff betrachtet. Einige umgesetzte Geh- und Radwegbrücken mit verschiedenen Arten von Holzkonstruktionen belegen dies. Insofern liegen durchaus schon Erfahrungen vor, die auch auf größere Brücken übertragen werden kön- nen. Ungleich schwieriger ist die Anwendung von Holz bei Straßenbrücken auf Grund der hohen dynamischen Lasten. Einzelne Holzstraßenbrücken sind zwar in Deutschland und in den Alpen- ländern bereits gebaut worden, in Deutschland existiert aber bis heute kein abschließendes und umfassendes Regelwerk dazu. Dennoch könnte der Einsatz von Holz auch in der Stadt Karlsruhe bei einer einfachen Straßenbrücke in Betracht kommen, wenn entsprechende Voraussetzungen gegeben sind. Prinzipiell sind bei jeder Planungsaufgabe jedoch stets die Randbedingungen zunächst zu prüfen, die für die Anwendung von Holz geeignet sein müssen, was im Übrigen auch für jeden anderen Baustoff gilt. Eine Holzbrücke ist darüber hinaus auch nicht allein durch die Verwendung von Holz wirtschaftlicher, sondern sie ist es nur dann, wenn sie die in der Pla- nungsaufgabe bestehenden Randbedingungen weitgehend optimal erfüllen kann. Ergänzende Erläuterungen Seite 3 Enge geometrische Vorgaben können sogar dazu führen, dass Holz als Baustoff ausscheidet, da Holz auf Grund seiner geringeren Festigkeitswerte im Vergleich zu Stahl oder Spannbeton deut- lich größere Querschnitte erfordert, für die im konkreten Anwendungsfall beispielsweise kein Raum besteht. Der Holzbau kann also im Brückenbau nicht ohne Weiteres zum „Normalfall“ werden. Außerdem ist der Einspareffekt an Kohlendioxid durch Verwendung von Holz beim Brückenbau nicht in vergleichbarem Maße gegeben, wie im Hochbau, da der Anteil der Widerlager und Gründungen, die meist nur in Stahlbetonbauweise ausführbar sind, im Verhältnis zur Gesamt- konstruktion in der Regel deutlich größer ist. Dennoch wird die Verwaltung, insbesondere bei Geh- und Radwegbrücken, unabhängig von der Größe die Ausführung einer Holzkonstruktion weiterhin prüfen, und bei technisch günstigen und wirtschaftlichen Verhältnissen auch umset- zen

  • Protokoll Gemeinderat
    Extrahierter Text

    Niederschrift 64. Plenarsitzung des Gemeinderates 14. Mai 2019, 13:30 Uhr öffentlich Bürgersaal, Rathaus Marktplatz Vorsitzender: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 39. Punkt 43 der Tagesordnung: Städtisches Mustergebäude und städtische Brücke aus Holz Vorlage: 2019/0277 Beschluss: Kenntnisnahme von der Stellungnahme Abstimmungsergebnis: keine Abstimmung Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 43 zur Behandlung auf und verweist auf die vorliegende Stellungnahme der Verwaltung: Ich möchte vorher noch für das Protokoll festhalten, dass Herr Stadtrat Wenzel zur Pause gegangen ist und an dieser einen Abstimmung zuletzt auch nicht teilgenommen hat. Stadtrat Honné (GRÜNE): Es wird ganz viel über die Klimakrise gesprochen. Es ist ganz dringend nötig, dass wir handeln. Es soll nachher auch noch der Klimanotstand ausgerufen werden. Dann haben wir uns überlegt, was kann man noch in diese Richtung tun, wo man irgendwie vorangeht, auch deutschlandweit oder wenigstens baden-württembergweit. Da ist uns das Bauen in den Fokus gekommen, weil es absehbar ist, dass auch nicht mehr so einfach alle Gebäude aus Beton gebaut werden können aus Klimaschutzgründen. Das wird in den nächsten Jahren kommen, wann auch immer, weil jede Tonne Zement ungefähr eine Tonne CO 2 erzeugt. Wenn man das Ganze aus Holz baut, dann hat man nicht nur fast keinen CO 2 -Ausstoß bei der Herstellung dieses Holzes, sondern in dem Holz selbst werden 1,4 Tonnen CO 2 pro Tonne Holz gebunden. Also mehr CO 2 wird gebunden, als das Holz selbst wiegt. Das kommt daher, dass der Sauerstoff in die Luft abgegeben wird. Das wäre eine wahnsinnig wirksame Maßnahme, CO 2 einzusparen. Deshalb haben wir beantragt, dass ein Mustergebäude und eine Musterbrücke gemacht werden sollen, um einmal Erfahrungen zu sammeln. Jetzt steht viel Positives in der Antwort der Verwaltung. Es werden bei den Gebäuden immer wieder auch jetzt schon Einzelteile – 2 – aus Holz genommen. Das ist auf jeden Fall gut. Aber wir würden gerne noch einen Schritt weitergehen und wirklich ein echtes Holzhaus bauen lassen. Das ist nicht einfach, das ist gar keine Frage. Aber es ist möglich, wie auch das Land inzwischen gezeigt hat, oder wo es auch immer wieder einzelne Beispiele gibt. Uns ist wichtig, dass die Firmen gefördert wer- den, die so etwas anbieten, damit auch mehr Anbieter auf den Markt kommen und dass auch die Verwaltung Erfahrung sammelt mit so einem Bau. Deshalb hätten wir gerne, dass das noch weiter vorangeht und noch mehr Einzelteile bis hin zum ganzen Haus aus Holz sind. Bei den Brücken sehe ich die Antwort der Verwaltung sehr positiv, dass sie wohl geneigt sind, eine Brück aus Holz zu bauen, die mehr ist als nur eine Rad- und Fußgängerbrücke. Ich gehe einmal davon aus, dass die zukünftigen Rad- und Fußgängerbrücken alle aus Holz sein werden, wenn nicht besondere Verhältnisse vorliegen, weil es da definitiv geht und auch schon Erfahrungen vorliegen. Aber bei etwas größeren Brücken gibt es sicherlich auch welche, die infrage kommen. Da wäre es gut, wenn das Tiefbauamt eine finden wür- de, bei der nicht nur in der Ausschreibung die Möglichkeit eröffnet wird, Holz zu nehmen, sondern einfach vorgeschrieben wird, dass es eine Holzbrücke sein soll, damit wir auch so etwas einmal haben. Damit könnten wir auch etwas bekannt werden im Verkehrsbereich auf einer ganz anderen Ebene, und auch im Klimaschutz einiges tun dafür. Stadtrat Brenk (CDU): Wir haben uns gerade gefragt, ob die GRÜNEN das ernst meinen, was sie hier verzapfen. Ich will den Antrag nicht verdonnern. Er war grundsätzlich nicht schlecht. Den Christbaum können wir noch und noch füllen, aber den muss auch jemand bezahlen, wenn jetzt schon das Thema Klimakrise und Klimanotstand kommt. Wir reden unseren Bürgern in Karlsruhe etwas ein. Wir sagen etwas, was wir bei uns gar nicht vorfin- den. Natürlich müssen wir dem CO 2 -Anstoß gemeinsam den Kampf ansagen. Aber letzten Endes alles mit Maß und Ziel. Wir von der CDU sind der Meinung, die Antwort, die die Stadtverwaltung hier gegeben hat, ist ausreichend. Die gibt auch die Chance für die Zu- kunft, die eine oder andere Möglichkeit anzupacken, eine Brücke aus Holz, die man so entwickeln kann, zu machen. Aber wenn ich heute eine Brücke aus Holz baue, dann steht klar fest, dann habe ich ganz andere Folgekosten, als wenn ich eine Brücke aus Stahlbeton oder Metall baue. Die habe ich ganz einfach, die Wiederlager, die da sind, das Holz. Wenn Holz und Metall oder Holz und Stahl zusammenarbeiten, dann kommen unterschiedliche Materialien zusammen. Das geht nicht so einfach. Im ersten Moment spare ich vielleicht. Aber am Ende lege ich vielleicht noch sehr viel Geld drauf. Wir haben die eine oder andere Brücke in Karlsruhe. Beim Thema Rad- und Fußwege kann man sicher das eine oder andere Mal darüber reden. Aber im Großen und Ganzen muss man immer auch die Wirtschaft- lichkeit sehen. Stadtrat Dr. Fechler (SPD): Vielleicht liegt die Wahrheit, wie so oft, in der Mitte. Auf der einen Seite würde ich den Baustoff Holz nicht so verdammen, wie der Kollege Brenk. Auf der anderen Seite ist es vielleicht nicht ganz so euphorisch, wie der Kollege Honné es aus- geführt hat. Holz ist ein guter und nachhaltiger Werkstoff. Das ist hinlänglich bekannt. Es gibt wunderbare Beispiele, bis hin zum Hochhausbau, in dem Holz aus Baustoff Verwen- dung findet. Aber es ist kein Allheilmittel. Man muss Fall für Fall prüfen. Dass wir hier in der Stadt sicherlich an der einen oder anderen Stelle auch ein Mehr machen können, ist unbestritten. (Stadtrat Ehlgötz/CDU: Über den Rhein können wir eine bauen!) – 3 – - Vielleicht auch über den Rhein, Herr Kollege. Auch das wäre denkbar. Es wäre nicht die erste Brück aus Holz über den Rhein. Von daher kann man diesen Weg ohne weiteres mitgehen. Wir verstehen die Antwort der Verwaltung so, dass der Baustoff Holz im Blick ist, und würden uns vielleicht an der einen oder anderen Stelle ein Mehr wünschen. Ein Leuchtturmprojekt, wie es so schon heißt, für Karlsruhe in diesem Sinne wäre auch denkbar. Warum nicht aus Holz. Stadtrat Haug (KULT): Jede Maßnahme, die dabei hilft, den CO 2 -Ausstoß konsequent zu verringern, ist zunächst einmal positiv. Dazu gehört ohne Frage auch der konsequente Um- stieg auf nachhaltige, nachwachsende, regionale und gut wiederverwendbare Rohstoffe im Gebäudebau. Die Verwaltung schreibt, dass Holz vor allem im kommunalen Hochbau in steigenden Maßnahmen zum Einsatz kommt. Das ist gut und sinnvoll. Denn den höchsten CO 2 -Anteil beim Gebäudebau haben derzeit mineralische Baustoffe, Steine, Ziegel und Be- ton. Die Idee der GRÜNEN, Holzbau an modellhaften Bauvorhaben, auch im Hinblick auf den Vorbildcharakter, umzusetzen, finden wir gut und unterstützenswert. Stadtrat Hock (FDP): Wir hatten im Jahr 2018 auch zum Thema Holzbau in Karlsruhe eine Anfrage und hatten die Verwaltung gefragt, was denn in unserer Kommune als Projekte im Moment anstehen. Deshalb, muss ich ganz ehrlich sagen, finden wir von der FDP-Fraktion diesen Antrag, die Sache einmal als Modell zu nehmen, richtig gut. Deshalb würden wir es heute gerne unterstützen. Denn alles, was schon gesagt wurde, Einsparung Co 2 usw., würde mit dem Holzbau natürlich auch ein Vorbildcharakter für uns in Karlsruhe sein. An- dere Kommunen – das wurde hier auch schon erwähnt – machen es uns vor. Die bauen jetzt mittlerweile Hochhäuser aus Holz. Von daher, diesen Antrag der GRÜNE-Fraktion fin- den wir richtig gut und würden den gerne unterstützen. Der Vorsitzende: Wir würden gerne so verbleiben bei einzelnen Gebäuden, wir haben es schon ausgeführt. Bei der Kindertagesstätte Sybelstraße wird schon teilweise die Fassade mit Holz gemacht. Ich würde Ihnen gerne zusagen, dass wir bei den nächsten Gebäuden, bevor wir in eine kostenkontrollierte Planung gehen, uns gemeinsam darauf verständigen, ob das ein geeignetes Gebäude sein könnte. Ich denke, dann sind auch gegebenenfalls Mehrkosten von Ihnen zumindest einmal in Kauf zu nehmen. Denn es macht keinen Sinn, eine Variante in Holz und eine nicht in Holz kostenkontrolliert zu planen. Da muss vorher die Weichenstellung erfolgen. Bitte aber dann, wenn es so kommt, der Verwaltung, wie neulich im Hauptausschuss bei einer Kindertagesstätte für 8 Mio. Euro, nicht wieder vor- werfen, wir würden goldene Wasserhähne und Maximalniveaus umsetzen. Das müssen Sie dann schon auch berücksichtigen. Wenn wir so verbleiben können, würden wir so mit Ihnen in die Diskussion einsteigen. (Stadtrat Honné/GRÜNE: Einverstanden!) – 4 – Zur Beurkundung: Die Schriftführerin Hauptamt – Ratsangelegenheiten – 2. Juli 2019