Radioaktive Strahlung durch das geplante flächendeckende Granitpflaster in der Kaiserstraße und auf dem Marktplatz
| Vorlage: | 2019/0070 |
|---|---|
| Art: | Anfrage |
| Datum: | 23.01.2019 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | Offen |
| Erwähnte Stadtteile: | Keine Angaben |
Beratungen
- Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)
Datum: 26.02.2019
Rolle: Kenntnisnahme
Ergebnis: Keine Angabe
Zusätzliche Dateien
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Extrahierter Text
Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister ANFRAGE Stadtrat Marc Bernhard (AfD) Stadtrat Dr. Paul Schmidt (AfD) Vorlage Nr.: 2019/0070 Radioaktive Strahlung durch das geplante flächendeckende Granitpflaster in der Kaiserstraße und auf dem Marktplatz Gremium Termin TOP ö nö Gemeinderat 26.02.2019 27 x 1.) Welche Dosisleistung in Mikrosievert pro Jahr (μSv/a) erwartet die Stadtverwaltung aufgrund der Spezifikation des Granit-Lieferanten künftig im Bereich über dem geplanten Pflaster auf Kaiserstraße und Marktplatz? 2) Welcher zusätzlichen Strahlendosis entspricht dies für jemand, der sich beruflich tagsüber dort aufhält (Polizei, KOD, Marktverkäufer u. s. w.) pro Jahr bei einer Aufenthaltsdauer von 8 Stunden täglich und 250 Arbeitstagen pro Jahr? 3) Wäre es mit Blick auf die Volksgesundheit nicht sinnvoller, anstelle von Granit einen deutlich weniger radioaktiven Bodenbelag auszuwählen? Sachverhalt/Begründung: Der in der Stuttgarter Königstraße aufgebrachte Granit hat im Jahr 2012 für erhebliche Diskus- sionen gesorgt. Nachdem die LUBW 2012 die dort durch den Belag aus Flossenbürger Granit entstandene zusätzliche Strahlenbelastung als „im erwartbaren Rahmen“ bezeichnet hat, stellt sich die Frage, wieviel zusätzliche radioaktive Strahlung die Karlsruher Bürger durch den geplan- ten Granitbelag in der Karlsruher Kaiserstraße und auf dem Marktplatz zu erwarten haben. In Stuttgart wurde 2012 ein Maximalwert von knapp 3.000 Mikrosievert pro Jahr errechnet, wenn sich jemand ein Jahr lang rund um die Uhr in der Königstraße aufhalten würde. Hält man sich dort von Berufs wegen auf, also jeweils 8 Stunden an 250 Tagen im Jahr, ergibt sich eine Dosis von 680 Mikrosievert pro Jahr. Zum Vergleich: Die durchschnittliche Strahlenbelastung in Deutschland beträgt 2.100 Mikrosie- vert pro Jahr aus natürlichen und 1.800 Mikrosievert pro Jahr aus Mensch-gemachten Strahlen- quellen. Während sich die Dosisleistung einer Punktquelle aus rein geometrischen Gründen mit doppel- tem Abstand von ihr auf ein Viertel reduziert und die Dosisleistung einer Linienquelle mit dem doppelten Abstand auf die Hälfte, nimmt die Dosisleistung einer flächig aufgebrachten Strah- lenquelle – wie in diesem Fall – mit zunehmendem Abstand nicht ab. Die Wirkung radioaktiver Strahlung ist im Niedrigdosisbereich nach gültiger Lehrmeinung rein stochastischer Natur. Das heißt, dass bei geringen Dosen nach den Gesetzen der Wahrschein- lichkeit nur sehr selten Schäden hervorgerufen werden, die bis zur Krebserkrankung reichen können. Trotzdem ist die Häufigkeit dieser Schäden auch bei niedrigen Dosen zwar sehr niedrig, Ergänzende Erläuterungen Seite 2 aber nicht gleich Null. Wird – wie in diesem Fall – eine sehr große Zahl an Menschen dieser Strahlung ausgesetzt, so ist daher dennoch mit einer wahrnehmbaren Zahl zusätzlicher Krebser- krankungen zu rechnen. Quellen: Stuttgarter Nachrichten (https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.radioaktivitaet-gemessen-koenigstrasse-strahlt- aber-nur-ein-wenig.05593a69-3ec5-43b4-97bc-8103b53199c7.html) Bundesamt für Strahlenschutz /http://www.bfs.de/DE/themen/ion/umwelt/natuerliche- strahlenbelastung/natuerliche-strahlenbelastung_node.html) unterzeichnet von: Marc Bernhard Dr. Paul Schmidt
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Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister STELLUNGNAHME zur Anfrage - Bitte austauschen - Stadtrat Marc Bernhard (AfD) Stadtrat Dr. Paul Schmidt (AfD) Vorlage Nr.: Verantwortlich: 2019/0070 Dez. 6 Radioaktive Strahlung durch das geplante flächendeckende Granitpflaster in der Kaiserstra- ße und auf dem Marktplatz Gremium Termin TOP ö nö Ergebnis Gemeinderat 26.02.2019 27 x 1. Welche Dosisleistung in Mikrosievert pro Jahr (μSv/a) erwartet die Stadtverwaltung aufgrund der Spezifikation des Granit-Lieferanten künftig im Bereich über dem ge- planten Pflaster auf Kaiserstraße und Marktplatz? Es ist bekannt, dass verschiedene Granitsorten im Hinblick auf ihren natürlichen Gehalt an radioaktiven Elementen stark unterschiedlich ausfallen. Für die Exposition durch Gamma- Strahlung sind die spezifischen Aktivitäten von Radium-226 und Thorium-232 (Leitnuklide) im Granitgestein ursächlich. Was Granite aus deutscher Herkunft anbelangt, hat das Bun- desministerium für Strahlenschutz in seinem Bericht BMU – 2007-697„Vorkommen und Ent- stehung von radiologisch relevanten Bodenkontaminationen aus bergbaulichen und industri- ellen Prozessen“ die deutschen Granitvorkommen diesbezüglich aufgelistet. Hierbei schnei- det Flossenbürger Granit aus Bayern, verwendet in der Stuttgarter Königstraße, mit am un- günstigsten ab. Bei Verwendung dieses Granits zur Flächengestaltung in Karlsruhe ist davon auszugehen, dass die von der LUBW für die Stuttgarter Granitflächen errechnete maximale Strahlendosis von 3.000 Mikrosievert (μSv) pro Jahr bei theoretischem Daueraufenthalt, auch auf die geplanten Granitflächen in Karlsruhe, zutreffen würde. Für Granite aus anderer deut- scher Herkunft können entsprechend niedrigere Strahlendosiswerte resultieren. Die Verwal- tung hat an den Musterflächen in der Kreuzstraße und an den ersten gelieferten Granitplat- ten Strahlenmessungen durchführen lassen. Weiterhin wurden an anderen Belagsflächen in der Kaiserstraße Vergleichsmessungen durchgeführt. Im Ergebnis weisen die Messungen am Natursteinbelag „Granit“ eine natürliche Radioaktivi- tät von 0.8 bis 1.1 Millisievert pro Jahr auf. Die Vergleichsmessung an anderen Belägen in der Kaiserstraße weist ebenfalls 1.1 Millisievert pro Jahr auf. 2. Welcher zusätzlichen Strahlendosis entspricht dies für jemand, der sich beruflich tagsüber dort aufhält (Polizei, KOD, Marktverkäufer usw.) pro Jahr bei einer Auf- enthaltsdauer von 8 Stunden täglich und 250 Arbeitstagen pro Jahr? In Deutschland beträgt die gesamte effektive Dosis aus der natürlichen Strahlenexposition im Mittel 2.100 Mikrosievert (μSv) pro Jahr. Je nach Aufenthaltsort schwankt der tatsächliche Wert zwischen 1.000 und 10.000 Mikrosievert (μSv) pro Jahr. Analog der von der LUBW für die Stuttgarter Königstraße ermittelte Strahlendosis von 680 Mikrosievert (μSv) pro Jahr bei arbeitstäglichem Aufenthalt (8 Stunden; 250 Arbeitstage pro Jahr) auf den dort mit Granit gepflasterten Flächen wäre, bei Verwendung von Flossenbürger Granit auch in Karlsruhe, diese Strahlendosis annährend auch über den Granitflächen in Karlsruhe zutreffend. Aus der Verwendung von Granit niedrigerer natürlicher Radioaktivität würden entsprechend niedrige- Ergänzende Erläuterungen Seite 2 re Strahlendosiswerte resultieren. Die ermittelte Strahlendosis liegt innerhalb der Schwan- kungsbreite der natürlichen Strahlenexposition, die sich in Summe durch Aufenthalte auch an anderen Orten ergibt. In Deutschland erhält der Durchschnittsmensch statistisch gesehen zudem eine zivilisatorisch bedingte Strahlendosis von 1.700 μSv pro Jahr, vorwiegend aus der medizinischen Strahlen- anwendung (Röntgendiagnostik). Der Grenzwert für die effektive Dosis von Einzelpersonen beträgt nach § 46 Strahlenschutzverordnung 1000 μS/a aus nicht-natürlichen Quellen. Die natürliche Strahlenbelastung aus natürlichen Quellen beträgt nach Angaben des Bundesam- tes für Strahlenschutzes 2000 bis 3000 μSv/a. Bei einem 24-stündigen Aufenthalt auf der Pflasterfläche ist eine Person einer Jahresdosis von 788 bis 1051 μSv/a ausgesetzt. 3. Wäre es mit Blick auf die Volksgesundheit nicht sinnvoller, anstelle von Granit einen deutlich weniger radioaktiven Bodenbelag auszuwählen? Granit und alle anderen Natursteine vulkanischen Ursprungs enthalten die radioaktiven Ele- mente Uran und Thorium. Deren lange Halbwertszeiten sind zugleich der Grund, warum die Radioaktivität dieser natürlichen Elemente vergleichsweise gering ausfällt. Die Schwankungs- breite der natürlichen Strahlenexposition in Deutschland ist erheblich größer als die in Sum- me für die Aufenthalte der Bevölkerung auf den geplanten Granitflächen in Karlsruhe zu er- wartende jährliche Strahlendosis. Diese betrüge nur Bruchteile der unter Ziffer 2 genannten Jahresdosis von 680 Mikrosievert (μSv) für einen dort arbeitstäglich berechneten Aufenthalt. Auch das im menschlichen Körper und generell in Baustoffen vorhandene natürliche Radio- nuklid Kalium-40 (K-40) trägt anteilig zur täglichen effektiven Strahlendosis bei. Zur Einor- dung: Ein Flug von Frankfurt nach New York und zurück führt zu einer zusätzlichen durch- schnittlichen effektiven Strahlendosis von etwa 100 Mikrosievert (μSv). Im Übrigen verweist die Verwaltung auf die EU-Empfehlung "Radiation Protection 112". Nach dieser gibt es für die radiologische Bewertung von Baustoffen und somit auch Natur- werksteinen bisher noch keine verbindliche Rechtsgrundlage. Allerdings beinhaltet diese Empfehlung ein Screening Verfahren, das auch in die am 5. Dezember 2013 verabschiedete Europäische Grundnormenrichtlinie übernommen wurde. Wenn man sich am darin genann- ten Wert der effektiven Dosis von 1 Millisievert pro Jahr für Personen der Bevölkerung durch Radionuklide natürlichen Ursprungs (außer Radon) orientiert, ist festzustellen, dass die untersuchten Bauprodukte und auch die untersuchten Naturwerksteine - selbst bei großflä- chiger Anwendung – in Gebäuden uneingeschränkt verwendbar sind. Dies gilt auch für die für den Marktplatz ausgeschriebenen Granite, die ohnehin über einen Mineralbestand verfü- gen, der kaum den Einbau radioaktiver Element ermöglicht. Zu berücksichtigen ist dabei außerdem, dass diese Grenzwerte nur in geschlossenen Aufenthaltsräumen und nicht im Au- ßenbereich gelten. Damit sieht die Verwaltung die Verwendung der ausgeschriebenen Granite gerade im Außen- bereich als unbedenklich an.
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Niederschrift 61. Plenarsitzung des Gemeinderates 26. Februar 2019, 15:30 Uhr öffentlich Bürgersaal, Rathaus Marktplatz Vorsitzender: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 27. Punkt 27 der Tagesordnung: Radioaktive Strahlung durch das geplante flächende- ckende Granitpflaster in der Kaiserstraße und auf dem Marktplatz Anfrage: AfD Vorlage: 2019/0070 Beschluss: Kenntnisnahme Abstimmungsergebnis: Keine Abstimmung Die Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 27 zur Behandlung auf. Stadtrat Dr. Schmidt (AfD): Nachdem ich jetzt die Neufassung gelesen habe, (Zuruf: Frage!) ja, ich komme gleich zu meiner Frage, darf ich wenigstens einleiten? Nachdem ich jetzt die Neufassung gesehen habe, kann ich guten Willen erkennen, (Der Vorsitzende: Danke!) aber das was ich gefragt habe, ist nicht beantwortet. Was da steht, ist sehr wage. Der Vorsitzende: Dann stellen Sie die Frage einfach noch mal, entweder schriftlich oder jetzt mündlich. Stadtrat Dr. Schmidt (AfD): Ich stelle die Frage nicht noch mal, ich möchte sie einfach beantwortet haben. Das was hier steht, da werden Einheiten verwechselt, da ist von Radi- oaktivität gesprochen, Einheit Millisievert - Millisievert ist die Einheit für die biologische – 2 – Strahlenwirkung, die Einheit für die Aktivität ist Becquerel. Ich bitte Sie, die Frage 1 noch mal zu überarbeiten, der Rest kann bleiben. Der Vorsitzende: Das machen wir. Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt - Ratsangelegenheiten – 4. März 2019