Muttermilchbank in Karlsruhe
| Vorlage: | 2018/0916 |
|---|---|
| Art: | Anfrage |
| Datum: | 20.12.2018 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | Offen |
| Erwähnte Stadtteile: | Keine Angaben |
Beratungen
- Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)
Datum: 26.02.2019
Rolle: Kenntnisnahme
Ergebnis: Keine Angabe
Zusätzliche Dateien
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Extrahierter Text
Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister ANFRAGE GRÜNE-Gemeinderatsfraktion Vorlage Nr.: 2018/0916 Muttermilchbank in Karlsruhe Gremium Termin TOP ö nö Gemeinderat 26.02.2019 26 x Muttermilch ist die gesündeste Nahrung für Neugeborene. Insbesondere bei Frühgeborenen trägt sie dazu bei, die Gefahr gesundheitlicher Schäden zu verringern. Da viele Mütter von Frühgeborenen nicht stillen können, ist der Bedarf an Muttermilch hoch. Muttermilchbankenhalten gespendete und auf Keime kontrollierte Milch vorrätig. 1. In Karlsruhe gibt es bislang keine Muttermilchbank, obwohl das Städtische Klinikum Karlsruhe (SKK) mit seinem Perinatalzentrum der höchsten Versorgungsstufe (Level 1) auch auf Risikoschwangerschaften und Risikogeburten sowie sehr kleine Frühgeborene spezialisiert ist. Wie wird daher die Bedeutung einer Muttermilchbank beurteilt? 2. Ist der Aufbau einer Muttermilchbank geplant? a) Wenn ja, in welchem Zeitrahmen? b) Wenn nein, warum nicht? 3. Wird am SKK bzw. an anderen Kliniken in Karlsruhe Muttermilch für Frühchen eingesetzt? a) Wenn ja, in welchem Umfang? b) Wie und woher wird die Milch beschafft? 4. Wie steht die Stadtverwaltung zur Finanzierung einer Muttermilchbank durch einen kom- munalen Zuschuss? Aus Sicht des Deutschen Hebammenverbandes, der Fachärzt*innen und der Forschung sind die Muttermilchbanken von großer Bedeutung. Die wertvolle Nahrung kann Krankheitsrisiken wie Darmerkrankungen, Nahrungsmittelunverträglichkeiten minimieren und hat einen positiven Einfluss auf die neurologische Entwicklung der Babys. Deswegen besteht unter Fachleuten der Wunsch, dass es mehr solcher Banken gibt. Frühgeborene benötigen in den ersten Lebenstagen manchmal nur wenige Milliliter Milch. Die Lücke wird mit industriell verarbeiteter Milch für Babys geschlossen. Vor allem aber die in der Muttermilch enthaltenden Enzyme und Abwehrstoffe können bislang nicht synthetisch hergestellt werden – und gerade diese können den Darmtrakt des Babys gegen Keime und vor anderen Komplikationen schützen. Frühgeborene, die mit gespendeter Muttermilch anstatt künstlicher Säuglingsnahrung ernährt werden, erleiden unter anderem deutlich seltener schwerwiegende Darm-komplikationen und haben eine bessere Nahrungsverträglichkeit. Bisher gibt es in Baden-Württemberg nur eine Muttermilchbank. Sie wurde 2017 in Freiburg am Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Freiburg eröffnet, wo Mütter von Früh- oder Neugeborenen, die über den Bedarf ihres eigenen Kindes hinaus einen Über- schuss an Muttermilch bilden, ihre Milch für die optimale Ernährung von anderen Frühchen im Sachverhalt/Begründung: Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Klinikum spenden können. Ziel der Frauenmilchbank ist es, alle sehr kleinen Frühgeborenen in Freiburg mit Muttermilch zu versorgen, um auf künstliche Säuglingsnahrung verzichten zu kön- nen (https://www.uniklinik-freiburg.de/nc/presse/pressemitteilungen/detailansicht/presse/ 1160.html?tx_aspresse_pi1%5Bpage%5D=7), siehe die Erfahrungen in Dortmund: https://www.wn.de/NRW/2974429-Gesundheit-Muttermilchbank-zieht-positive- BilanzGesundheit. In den Muttermilchbanken wird gespendete Muttermilch mikrobiologisch untersucht, bei Bedarf pasteurisiert und bei -20 Grad Celsius gefriergelagert. Die Milch steht nach der Aufbereitung zum Verzehr für Frühgeborene und kranke Neugeborene, die keine Milch der eigenen Mutter erhalten, zur Verfügung. Spenderinnen sind Mütter anderer Neu- oder Frühgeborener, die auf den neonatologischen Intensivstationen oder Frühchenstationen der Kliniken behandelt werden. Sie werden besonders ausgewählt und auf Erkrankungen getestet. Finanziert werden Muttermilchbanken bisher von Kliniken, Trägern und über Spendengeldern. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen diese Leistung leider nicht (http://www.fr.de/kultur/netz-tv-kritik-medien/tv-kritik/wunder-muttermilch-arte-ein-ganz- besonderer-saft-a-1592300). Derzeit existieren rund 20 Muttermilchbanken in Deutschland mit steigender Tendenz, z.B. in Augsburg, Berlin, Dortmund, Hamburg, Freiburg, Leipzig, Dresden, München. unterzeichnet von: Verena Anlauf Michael Borner Dr. Ute Leidig Renate Rastätter
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Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister STELLUNGNAHME zur Anfrage GRÜNE-Gemeinderatsfraktion Vorlage Nr.: Verantwortlich: 2018/0916 Dez. 5 Muttermilchbank in Karlsruhe Gremium Termin TOP ö nö Ergebnis Gemeinderat 26.02.2019 26 x Muttermilch ist die gesündeste Nahrung für Neugeborene. Insbesondere bei Frühgeborenen trägt sie dazu bei, die Gefahr gesundheitlicher Schäden zu verringern. Da viele Mütter von Frühgeborenen nicht stillen können, ist der Bedarf an Muttermilch hoch. Muttermilchbanken halten gespendete und auf Keime kontrollierte Milch vorrätig. 1. In Karlsruhe gibt es bislang keine Muttermilchbank, obwohl das Städtische Kli- nikum Karlsruhe (SKK) mit seinem Perinatalzentrum der höchsten Versorgungs- stufe (Level 1) auch auf Risikoschwangerschaften und Risikogeburten sowie sehr kleine Frühgeborene spezialisiert ist. Wie wird daher die Bedeutung einer Muttermilchbank beurteilt? Muttermilch ist generell die beste Nahrung für Neugeborene und Frühchen und hat da- her aus medizinischer Sicht Vorrang vor anderen Nahrungsformen. Da sich Frauen nach der Frühgeburt häufig in einer Stresssituation befinden, ist die Milchbildung deutlich eingeschränkt, sodass nicht alle Frühchen ausreichend mit Muttermilch versorgt werden können. Die Bedeutung einer Muttermilchbank wird daher als sehr hoch eingeschätzt, um allen Frühchen und Neugeborenen die bestmögliche Nahrung zur Verfügung stellen zu kön- nen. Die Inbetriebnahme einer Muttermilchbank am SKK ist aufgrund der bereits vorhande- nen Milchküche als grundsätzlich günstig zu betrachten. 2. Ist der Aufbau einer Muttermilchbank geplant? a) Wenn ja, in welchem Zeitrahmen? b) Wenn nein, warum nicht? Die Möglichkeit eine Muttermilchbank am SKK aufzubauen, wird aktuell analysiert. Die ersten Fortbildungen zu diesem Thema erfolgten am SKK sowohl in der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin als auch in der Frauenklinik. Derzeit wird dort ein Konzept für den Aufbau einer Muttermilchbank am Städtischen Klinikum Karlsruhe erarbeitet. Sobald die notwendigen Maßnahmen und der benötigte Kostenrahmen ermittelt sind, wird bewertet, ob das Projekt Muttermilchbank am SKK verwirklicht werden kann. Er- gebnisse werden im 2. Quartal 2019 erwartet. Die Verwaltung wird im zuständigen Ausschuss hierüber berichten. Ergänzende Erläuterungen Seite 2 3. Wird am SKK bzw. an anderen Kliniken in Karlsruhe Muttermilch für Frühchen eingesetzt? a) Wenn ja, in welchem Umfang? b) Wie und woher wird die Milch beschafft? Am SKK wird bereits Muttermilch für Frühchen eingesetzt. Allerdings wird nur die Milch der eigenen Mutter verwendet, wenn diese verfügbar ist. Die eigene Milch reicht häufig jedoch nicht aus, sodass ergänzend teilweise auf künstliche Nahrung zurückge- griffen werden muss. 4. Wie steht die Stadtverwaltung zur Finanzierung einer Muttermilchbank durch einen kommunalen Zuschuss? Von Seiten des Klinikums kann bereits jetzt mitgeteilt werden, dass mit einer Mutter- milchbank keine Einnahmen generiert werden können, es sind eher zusätzliche Kosten zu erwarten. Die Investitionskosten für Kühl- und Pasteurisierungsgeräte liegen im Bereich von 20.000 bis 25.000 Euro. Die laufenden Kosten (für z. B. Behälter, Verschlusssysteme, mikrobiologische Tests, Testungen der Spenderinnen, usw.) sind noch nicht ermittelt. Ein Mehr an Personal in der Milchküche ist nicht grundsätzlich erforderlich. Eine kon- krete Abschätzung ist noch nicht erfolgt und wird ebenfalls ermittelt. Im Doppelhaushalt 2019/2020 sind hierfür keine Mittel vorgesehen.
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Niederschrift 61. Plenarsitzung des Gemeinderates 26. Februar 2019, 15:30 Uhr öffentlich Bürgersaal, Rathaus Marktplatz Vorsitzender: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 26. Punkt 26 der Tagesordnung: Muttermilchbank in Karlsruhe Anfrage: GRÜNE Vorlage: 2018/0916 Beschluss: Kenntnisnahme Abstimmungsergebnis: Keine Abstimmung Die Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 26 zur Behandlung auf und stellt fest, die Stel- lungnahme der Verwaltung liege vor, der Gemeinderat habe Kenntnis genommen. (Keine Wortmeldung) Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt - Ratsangelegenheiten – 4. März 2019