Änderungsantrag GRÜNE: Weiterführung der Majolika
| Vorlage: | 2018/0832 |
|---|---|
| Art: | Änderungs-/Ergänzungsantrag |
| Datum: | 20.11.2018 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | Keine Angaben |
| Erwähnte Stadtteile: | Keine Angaben |
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Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister ÄNDERUNGSANTRAG GRÜNE-Gemeinderatsfraktion Vorlage Nr.: 2018/0832 Weiterführung der Majolika Gremium Termin TOP ö nö Gemeinderat 20.11.2018 2 x 1. Die Stadt Karlsruhe stellt die Zuschüsse an die Majolika Stiftung für die Keramikproduktion mittelfristig ein. Es werden nur noch Zuschüsse in einer Höhe erteilt, die eine vollständige Er- füllung der bisher eingegangenen Produktionsverpflichtungen ermöglichen. Ziel ist die Beendi- gung der Keramikproduktion auf dem Majolika Gelände. 2. Die Stadt prüft, inwiefern die Produktion von Majolika Keramik an anderer Stelle, z.B. in Zell am Harmersbach, fortgesetzt werden kann. 3. Zur Würdigung der Majolika wird - nach Produktionseinstellung - in einem Teilbereich eines Gebäudes auf dem Gelände ein Ausstellungsraum eingerichtet, in dem die Geschichte und die Erfolge der Majolika Karlsruhe sicht- und erlebbar werden. 4. Die Stadtverwaltung entwickelt ein Konzept wie das Majolika Gelände und - soweit finanziell vertretbar - ein Teil der Gebäude nach Produktionseinstellung für künstlerisch-kreative Zwecke genutzt werden können. Sachverhalt / Begründung: Beim „Workshop Majolika“ im April 2018 wurde von der Mehrheit der Teilnehmenden als herausra- gendes Merkmal der Majolika „es ist ein besonderer Ort“ genannt. Dies war verbunden mit dem Wunsch, den „besonderen Ort“ zu bewahren oder gar die Besonderheit zu stärken. Der „besondere Ort“ ergibt sich vor allem aus künstlerischem Schaffen inmitten des Landschaftsschutzgebietes „Nördliche Hardt“:, einer Lage, die Abgeschiedenheit vermittelt und gleichzeitig nicht weit von Schloss und Stadtzentrum entfernt liegt. Gerade diese Mischung macht den Reiz, die Besonderheit des Ortes aus. Die von der Verwaltung vorgeschlagenen Entwicklung steht dem in vielen Punkten entgegen: Produk- tionsausbau in Richtung Gewerbe, touristischer Anziehungspunkt für 50.000 Personen jährlich, Erwei- terung von Parkplatzanlagen und Zufahrtswegen, Ausbau der Verkaufsstätten und der angebotenen Produkte bis hin zu regionalen Lebensmitteln, z.B. Schinken, Marmelade und Schnaps. Gleichzeitig wären hohe Investitionskosten für den Ausbau der Infrastruktur erforderlich. Nach Ansicht der GRÜNEN Fraktion sollte aber die Besonderheit des Ortes gewahrt bleiben, indem dort weiterhin eine künstlerische kreative Nutzung stattfindet, und der umgebende Hardtwald weit- gehend geschützt bleibt. Für eine solche Nutzung sollte durch die Stadtverwaltung ein Konzept erar- beitet werden, wenn möglich unter Einbezug der Fächer Gesellschaft. Die Stärken der Stadt Karlsruhe, als innovative kreative Stadt im Grünen, könnten somit noch weiter ausgebaut werden. Trotz großen Engagements auf vielen Seiten und trotz jahrelanger finanzieller Unterstützung durch die Stadt Karlsruhe, ist es der Majolika Karlsruhe nicht gelungen, sich als Wirtschaftsunternehmen tragfä- hig aufzustellen. Obwohl verschiedene Vertriebszweige und -wege sowie attraktive künstlerische Ge- staltungsformate entwickelt wurden, gibt es wenig Nachfrage nach Produkten der Majolika Karlsruhe. In Anerkennung dieser Tatsache sollte die Produktion auf dem Gelände nach Abarbeitung der bereits vereinbarten Verpflichtungen aufgegeben werden. Die GRÜNE Fraktion würde es begrüßen, wenn die Majolika Karlsruhe an eine andere Keramikproduktion außerhalb von Karlsruhe angegliedert werden und damit – unter Beibehaltung des Markenzeichens – die Majolikakunst ohne städtische Zuschüsse Seite 2 fortbestehen könnte. In einem kleinen Ausstellungsraum auf dem Majolika Gelände, könnten die Ge- schichte und Erfolge der Manufaktur zukünftig gewürdigt und herausragende Exponate präsentiert werden. Unterzeichnet von: Dr. Ute Leidig Johannes Honné Renate Rastätter Verena Anlauf
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Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister STELLUNGNAHME zum Antrag GRÜNE-Gemeinderatsfraktion Vorlage Nr.: Verantwortlich: 2018/0832 Dez. 2 Weiterführung der Majolika Gremium Termin TOP ö nö Gemeinderat 20.11.2018 2 x Kurzfassung Die Verwaltung empfiehlt, den Änderungsantrag abzulehnen. Sie befürwortet die Weiterfüh- rung der Majolika an ihrem jetzigen Standort und hält die vorgestellte Investorenlösung für ein tragfähiges und für Karlsruhe interessantes Konzept, das zudem eine Reduzierung des instituti- onellen Zuschusses für den künstlerischen Betrieb der Majolika beinhaltet. Finanzielle Auswirkungen Gesamtkosten der Maß- nahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatorischen Kosten abzügl. Fol- geerträge und Folgeeinsparungen) Ja Nein Haushaltsmittel sind dauerhaft im Budget vorhanden Ja Nein Die Finanzierung wird auf Dauer wie folgt sichergestellt und ist in den ergänzenden Erläuterungen auszuführen: Durch Wegfall bestehender Aufgaben (Aufgabenkritik) Umschichtungen innerhalb des Dezernates Der Gemeinderat beschließt die Maßnahme im gesamtstädtischen Interesse und stimmt einer Etatisierung in den Folgejahren zu IQ-relevant Nein Ja Korridorthema: Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) Nein Ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften Nein Ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Die Majolika ist nach Ansicht der Verwaltung in ihrer künstlerischen Produktion ein Kul- turbetrieb mit großer Tradition und von besonderer Bedeutung für die Stadt. Sie ver- bindet sich seit ihrem Bestehen mit der künstlerischen, wirtschaftlichen und gesell- schaftlichen Geschichte der Stadt. Die Verwaltung sieht sich mit Blick auf die Pflege des kulturellen Erbes wie auf die Einzigartigkeit des künstlerischen Markenkern verpflichtet, nach Möglichkeiten für den Erhalt des künstlerischen Betriebs der Majolika in ihrem derzeitigen Standort zu suchen. Hierzu gehört – gemäß dem Ergebnis des Workshops zur Zukunft der Majolika im April 2018 – auch die Suche nach möglichen Partnern für die Nutzung und den Betrieb des Geländes 1. Eine Beendigung der Keramikproduktion auf dem Gelände würde den unwiederbringli- chen Abbruch einer künstlerischen und wirtschaftlichen Tradition und künstlerischen Perspektive bedeuten. Die Verwaltung befürwortet daher den Fortbestand der Majolika in ihrem künstlerischen Betrieb. Sie hält die nun vorliegende Investorenlösung für ein tragfähiges Konzept. Die Verwaltung begrüßt, dass das Investorenmodell die Perspektive eröffnet, den insti- tutionellen Zuschuss dauerhaft zu reduzieren. Dieser Zuschuss ist zweckgebunden für die Kunst- und Kulturförderung der Majolika. 2. Die Majolika ist untrennbar mit Karlsruhe und mit dem konkreten Standort im Hardt- wald verbunden. Sie ist die letzte Kunstkeramikmanufaktur in Deutschland und ist da- mit ein Alleinstellungsmerkmal für Karlsruhe, das in dem Investorenmodell gestärkt und herausgestellt werden soll. 3. Auf dem Gelände der Majolika befindet sich das Majolika Museum, in dem die Ge- schichte und die Gegenwart der Majolika dargestellt werden. Das Museum in der Majolika ist ein Zweigmuseum des Badischen Landesmuseums. Es befindet sich im ehemaligen Verwaltungsgebäude der Majolika-Manufaktur und gibt einen Überblick über die Produktion der Großherzoglichen, später Staatlichen Majolika- Manufaktur von ihren Anfängen bis in die Gegenwart. 4. In der angedachten Investorenlösung sind Ateliers für Gastkünstlerinnen und –künstler und keramische Werkstätten für Studierende und Interessierte vorgesehen. Diese Nut- zung ist vom Bestandsschutz gedeckt. Ob eine Änderung der Nutzung der Gebäude für weitere künstlerisch-kreative Zwecke vom Planungsrecht gedeckt wäre, ist fraglich. Die Verwaltung ist davon überzeugt, dass die Eigenart des Geländes nur durch den Er- halt der Majolika bewahrt werden kann. Diese Eigenart ist nicht durch eine behutsame Öffnung des Geländes für mehr Besucherinnen und Besucher gefährdet. Nach derzeiti- ger Einschätzung erscheint die Investorenlösung mit der Öffnung des Geländes wirt- schaftlich tragfähig.