Verringerung der Pflegekräfte um 47 % in naher Zukunft im Städtischen Klinikum

Vorlage: 2018/0680
Art: Anfrage
Datum: 05.10.2018
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Offen
Erwähnte Stadtteile: Keine Angaben

Beratungen

  • Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 27.11.2018

    TOP: 23

    Rolle: Kenntnisnahme

    Ergebnis: Kenntnisnahme

Zusätzliche Dateien

  • Anfrage
    Extrahierter Text

    Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister ANFRAGE Stadtrat Eduardo Mossuto (FÜR Karlsruhe) Vorlage Nr.: 2018/0680 Verringerung der Pflegekräfte um 47 % in naher Zukunft im Städtischen Klinikum Gremium Termin TOP ö nö Gemeinderat 27.11.2018 23 x Fragen 1 Wird die Reduzierung der Pflegekräfte zu 100% ausgeglichen um zumindest den jetzi- gen Personalstand zu halten und wird damit jetzt schon begonnen? 2 Geschieht dies Zug um Zug damit nicht weniger Pflegekräfte die Arbeit der jetzigen Pflegekräfte übernehmen müssen? 3 Wieviel Pflegekräfte beschäftigt das Städtische Klinikum derzeit, Stand per 30.09.2018? Begründung Die Klagen über schlechte bzw. nicht ausreichende Pflege mehren sich aus der Bevölkerung. Es wird bemängelt, dass das Pflegepersonal sich nicht grundsätzlich lückenlos die Hände 30 Se- kunden lang vor Betreten eines Patientenzimmers vorschriftsmäßig desinfiziert. Andererseits wird beklagt, dass das Personal einfach aufgrund von Unterbesetzung diesen vorgeschriebenen Desinfektionsvorgang aus Zeitgründen nicht in der Lage ist einzuhalten. unterzeichnet: Eduardo Mossuto

  • Stellungnahme TOP 23
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    Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister STELLUNGNAHME zur Anfrage Stadtrat Eduardo Mossuto (FÜR Karlsruhe) Vorlage Nr.: Verantwortlich: 2018/0680 Dez. 5 Verringerung der Pflegekräfte um 47 % in naher Zukunft im Städtischen Klinikum Gremium Termin TOP ö nö Ergebnis Gemeinderat 27.11.2018 23 x 1. Wird die Reduzierung der Pflegekräfte zu 100 % ausgeglichen um zumindest den jetzigen Personalstand zu halten und wird damit jetzt schon begonnen? Laut des Städtischen Klinikums Karlsruhe werden in den nächsten 15 Jahren ca. 40 % des Personals des Pflege- und Funktionsdienstes in Ruhestand gehen. Die Akademie für Gesundheitsberufe des Städtischen Klinikums bietet 330 Ausbil- dungsplätze an. Sofern diese auch in Zukunft weiterhin besetzt sind, ist davon auszuge- hen, dass damit dem Personalengpass entgegengesteuert werden kann. Nichtsdestotrotz ist auch das Städtische Klinikum Karlsruhe – wie der Großteil der deut- schen Krankenhäuser – mit einem (bundesweit) schwierigen Personalmarkt im Pflege- und Funktionsdienst konfrontiert und muss die daraus resultierenden Herausforderun- gen, neues Pflegepersonal anzuwerben, zukünftig mit weiteren gezielten Maßnahmen fokussieren, z. B. durch die Kooperation mit Agenturen zur Gewinnung ausländischer Pflegekräfte, dem permanenten Ausbau des Bildungsangebots des Bildungszentrums sowie einem breit gefächerten Angebot an Teilzeitmodellen. Des Weiteren laufen per- manent Ausschreibungen über die Homepage des Städtischen Klinikums sowie gezielte Annoncen in Fachzeitschriften. 2. Geschieht dies Zug um Zug, damit nicht weniger Pflegekräfte die Arbeit der jet- zigen Pflegekräfte übernehmen müssen? Wie unter Frage 1 erwähnt, wird mit der eigenen Akademie für Gesundheitsberufe am Klinikum jedes Jahr eigenes Pflegepersonal ausgebildet, um die Patientenversorgung auch in Zukunft sicherstellen zu können. 3. Wieviel Pflegekräfte beschäftigt das Städtische Klinikum derzeit, Stand per 30.09.2018? Zum 30.09.18 beschäftigte das Städtische Klinikum 1.937 Mitarbeiter im Pflege- und Funktionsdienst, davon 1.377 Mitarbeiter (ohne Azubis) im Pflegedienst und 560 Mitar- beiter im Funktionsdienst. Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Stellungnahme zur Begründung Zur hygienischen Händedesinfektion ist festzuhalten, dass selbstverständlich alle Pflegekräfte des Städtischen Klinikum Karlsruhe zeitlich in der Lage sind, eine hygienische Händedesinfektion nach Vorschrift, einschließlich der Einwirkzeit, durchzuführen. Dies betrifft sämtliche Arbeitsbe- reiche des Pflege- und Funktionsdienstes im Städtischen Klinikum Karlsruhe, welche personell so besetzt sind, wie es die derzeitige Personalbedarfsberechnung vorsieht. Um, unter anderem, die Hygienevorgaben einhalten zu können, wird bei nicht besetzten Stellen die Leistung in einzel- nen Bereichen, zum Beispiel in der Intensivpflege und Intermediate Care Stationen entspre- chend reduziert. Die Durchführung der hygienischen Händedesinfektionen ist eine der effektivsten Methoden der Prävention nosokomialer Infektionen und gehört zu den Standardmaßnahmen bei der Versor- gung von Patienten im Krankenhaus. In aufwendigen Compliance-Beobachtungen (2018 waren es 185 Beobachtungen/Testungen) wird deshalb am Städtischen Klinikum Karlsruhe die korrekte Durchführung der Händedesinfektion überwacht. Da solche Beobachtungen – zur Häufigkeit durchgeführter Händedesinfektionen - sehr aufwen- dig sind und immer nur kurze Zeitabschnitte umfassen können, kann alternativ die Ermittlung des Verbrauchs von Händedesinfektionsmittel und der daraus ermittelten Anzahl durchgeführ- ter Desinfektionsmaßnahmen pro Patiententag oder Behandlungsfall, Erkenntnisse zum Grad der Umsetzung der hygienischen Händedesinfektion liefern. Über das Benchmarktool HAND- KISS des Nationalen Referenzzentrums für Surveillance von nosokomialen Infektionen haben Kliniken die Möglichkeit, den eigenen Händedesinfektionsmittelverbrauch mit anderen zu ver- gleichen. HAND-KISS berechnet jährlich stratifizierte Referenzdaten nach dem Stationstyp (In- tensiv, IMC, Normalstation) und der Art der Station (Innere, andere konservative Fächer, Chirur- gie, andere operative Fächer, Interdisziplinär, Pädiatrie, Neonatologie). Anhand der Auswertung des Verbrauchs an Händedesinfektionsmittel im Jahr 2018 zeigt sich für das Städtische Klinikum Karlsruhe im bundesweiten Vergleich folgendes Ergebnis: 48 von 54 Stationen am Städtischen Klinikum liegen über dem bundesweiten Durchschnitt. Das Städtische Klinikum betreibt darüber hinaus zahlreiche Aktivitäten zur Verbesserung der Händehygiene um sich stets zu verbessern und im Vergleich mit anderen Einrichtungen zu mes- sen bzw. mit gezielten Maßnahmen weiter zu optimieren und auf dem neusten Stand der Er- kenntnisse weiterzuentwickeln. Ergänzend wird darauf hingewiesen, dass es keine Vorschrift gibt, wonach Pflegepersonal sich vor Betreten eines Patientenzimmers die Hände desinfizieren muss. Die 5 Indikationen für eine hygienische Händedesinfektion (nach WHO) sind: (1) vor Patientenkontakt, (2) vor aseptischen Tätigkeiten, (3) nach Patientenkontakt, (4) nach Kontakt mit potentiell kontaminierter Patien- tenumgebung und (5) nach Umgang mit infektiösem Material.

  • Protokoll TOP 23
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    Niederschrift 58. Plenarsitzung des Gemeinderates 27. November 2018, 15:30 Uhr öffentlich Bürgersaal, Rathaus Marktplatz Vorsitzender: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 24. Punkt 23 der Tagesordnung: Verringerung der Pflegekräfte um 47 % in naher Zu- kunft im Städtischen Klinikum Anfrage: FÜR Karlsruhe Vorlage: 2018/0680 Beschluss: Kenntnisnahme Abstimmungsergebnis: Keine Abstimmung Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 23 zur Behandlung auf. Stadtrat Mossuto (FÜR Karlsruhe): Ich wollte wissen, in welchem Zeitraum sich die An- zahl der Pflegekräfte in näherer Zukunft verringert, nicht etwa in 15 Jahren, wie es in der Antwort der Verwaltung steht. Weiterhin, den Punkt 1 der Anfrage möchte ich mit einem eindeutigen Ja oder Nein be- antwortet wissen, und zwar, ob der jetzige Personalstand im Zusammenhang mit der Ver- ringerung der Pflegekräfte zu halten ist. Der Vorsitzende: Sie behaupten, irgendetwas von 47 %. Wir sagen ganz klar, in den nächsten 15 Jahren sind es 40 %. Jetzt hätten Sie es noch gerne heruntergebrochen auf einzelne Jahre, oder was ist jetzt Ihr Problem? Ich habe es nicht verstanden. Stadtrat Mossuto (FÜR Karlsruhe): Konkret müsste die Angabe heißen „in näherer Zu- kunft“. Was heißt „in näherer Zukunft“? Eine Information im Zeitraum von 15 Jahren ist nicht aussagend. Aber im Rahmen von etwa drei Jahren würde es das. Der Vorsitzende: Dann brechen wir das herunter auf die einzelnen Jahre. Den anderen Punkt können wir beantworten. Aber wir können immer nur so viele Stationen betreiben, – 2 – wie wir ausreichend Pflegekräfte haben und müssen natürlich versuchen, die aufzufüllen, die in Ruhestand gehen. Aber das können wir gerne noch einmal schriftlich aufführen. Ich würde eher die Frage so herum drehen und fragen: Wie schaffen wir es, ausreichend Pflegekräfte zu bekommen? Und nicht, was machen wir, wenn wir zu wenig bekommen. Damit da nicht der falsche Eindruck entsteht. Aber ich glaube, Sie meinen dasselbe. Inso- fern sind wir uns da einig. Es wird beantwortet. Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt - Ratsangelegenheiten – 4. Dezember 2018