Sportmotorische Fähigkeiten aller Kinder verbessern - Übertragung des Düsseldorfer Modells auf Karlsruhe

Vorlage: 2018/0628
Art: Antrag
Datum: 14.09.2018
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Offen
Erwähnte Stadtteile: Keine Angaben

Beratungen

  • Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 23.10.2018

    TOP: 23

    Rolle: Entscheidung

    Ergebnis: Weiterbehandlung im Sportausschus

Zusätzliche Dateien

  • Stellungnahme TOP 23
    Extrahierter Text

    Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister STELLUNGNAHME zum Antrag GRÜNE-Gemeinderatsfraktion Vorlage Nr.: Verantwortlich: 2018/0628 Dez. 3 Sportmotorische Fähigkeiten aller Kinder verbessern - Übertragung des Düsseldorfer Mo- dells auf Karlsruhe Gremium Termin TOP ö nö Gemeinderat 23.10.2018 23 x Kurzfassung In Karlsruhe gibt es zahlreiche Programme, die etabliert sind und für mehr Bewegung von Kin- dern im Alltag sorgen, hierzu gehören u.a. 1. „Bewegungswelt Karlsruher Kindergarten“ 2. „Kooperation Schule – Sportverein“ Auf Grundlage der Empfehlungen des Sportforums Karlsruhe – Strategien für bessere sportmo- torische Fähigkeiten von Kindern – werden folgende Maßnahmen geprüft: 1. Einrichtung einer Übungsleiterbörse „Studenten bewegen Kinder“ 2. Ausbau der Kooperationen Kitas und Sportvereine 3. Ausbau des Programms „Bewegungswelt Karlsruher Kindergarten“ Finanzielle Auswirkungen Gesamtkosten der Maß- nahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatorischen Kosten abzügl. Fol- geerträge und Folgeeinsparungen) Ja Nein Haushaltsmittel sind dauerhaft im Budget vorhanden Ja Nein Die Finanzierung wird auf Dauer wie folgt sichergestellt und ist in den ergänzenden Erläuterungen auszuführen: Durch Wegfall bestehender Aufgaben (Aufgabenkritik) Umschichtungen innerhalb des Dezernates Der Gemeinderat beschließt die Maßnahme im gesamtstädtischen Interesse und stimmt einer Etatisierung in den Folgejahren zu IQ-relevant X Nein Ja Korridorthema: Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) X Nein Ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften X Nein Ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 1. Die Stadtverwaltung erstellt einen Bericht, welche neuen Maßnahmen aufgrund der Ergebnisse des ersten Sportforums am 10. November 2017 für die Verbesserung der sportmotorischen Entwicklung der Kita- und Grundschulkinder ergriffen wurden. Die Stadt Karlsruhe hat die Anregungen aus dem Sportforum aufgegriffen und erste Schritte für die Weiterentwicklung von kommunalen Angeboten für mehr Bewegung im Alltag der Kinder und Jugendlichen eingeleitet. Über die Fortschritte wird im Sportausschuss berichtet. Auf Grundlage der Empfehlungen des Sportforums im November 2017 wurden bereits folgende Themen aufgegriffen: 1. Einrichtung einer Übungsleiterbörse (39,3 % Votum in der Online-Auswertung Sportforums) Die Einrichtung einer Übungsleiterbörse wurde geprüft. Im Sportausschuss am 23. No- vember 2018 wird darüber berichtet. 2. Ausbau 2018 der Kooperationen Kitas und Sportvereine (75 % Votum in der Online-Auswertung des Sportforums) In den aktuellen DHH-Entwurf 2019/2020 hat die Verwaltung für die Förderung von Kooperationen Kitas - Sportverein 5.000,- € zusätzlich aufgenommen. 3. Ausbau des Programms „Bewegungswelt Karlsruher Kindergarten“ (50 % Votum in der Online-Auswertung des Sportforums) Die Einführung des Bewegungspasses nach dem Stuttgarter Modell als weiterer Baustein des Programms „Bewegungswelt Karlsruher Kindergarten“ wird geprüft. Ein Antrag im Rahmen des Präventionsgesetzes wird aktuell zwischen der Stadt Karlsruhe, dem Land- kreis Karlsruhe und der Kommunalen Gesundheitskonferenz abgestimmt. 2. Sie zeigt auf, welchen weiteren Handlungsbedarf es gibt, um alle Kinder zu errei- chen, insbesondere diejenigen, die im Elternhaus kein Vorbild für Bewegung und Sport haben. Insbesondere die Settings Kita und Schule sind geeignet, um möglichst viele Kinder mit dem Ziel einer Bewegungsförderung zu erreichen. Die Basis für die motorische Entwicklung der Kinder und damit auch für die Entwicklung kognitiver und sozialer Kompetenzen findet insbesondere im Setting Kita statt. Mit dem Programm „Bewegungswelt Karlsruher Kindergarten“ wird seit 2007 erfolgreich und nachhaltig die Bewegung von Kindern in Karlsruhe gefördert. Aktuell können circa 57 Koopera- tionen zwischen Sportvereinen und Kitas mit 500 Euro im Jahr gefördert werden. Zukünftig können, vorbehaltlich der Genehmigung des DHH, zehn weitere Kooperationen gefördert wer- den. Parallel dazu wird die geplante Einführung des Bewegungspasses nach dem Stuttgarter Modell als weiterer Baustein im Programm „Bewegungswelt Karlsruher Kindergarten“ geprüft. Mit der Einführung des Bewegungspasses könnten noch mehr Kinder in der Altersgruppe 2 bis 7 Jahre erreicht werden. Ziel des Modells ist die Schaffung qualitativ hochwertiger Bewegungsangebote in Kitas. Durch Schulung der pädagogischen Fachkräfte werden diese sensibilisiert und das Thema Bewegungsförderung für Kinder nachhaltig in den Kitas verankert. Ergänzende Erläuterungen Seite 3 Zusätzlich ist geplant, die Untersuchung der Kinder im Alter von vier bis fünf Jahren (Schulein- gangsuntersuchung ESU) durch die Kinderärzte des Gesundheitsamtes als weiteres Steuerungs- element zu nutzen und so auch die Eltern für das Thema Bewegungsförderung zu gewinnen. Im Setting Schule bietet sich ein Ausbau der Förderung von Kooperationen Schule - Verein so- wie Sport im Ganztag an, um zusätzlich zum Sportunterricht mehr Bewegungsangebote an Schulen zu schaffen. 3. Um künftig lückenlos alle Kinder zu erreichen, prüft sie die Einführung des Düssel- dorfers Modell der Bewegungs-, Sport- und Talentförderung in Karlsruhe einschließlich der dazu erforderlichen finanziellen Mittel Der elementare Bestandteil des Düsseldorfer Modells sind die sportmotorischen Tests für Kinder, die dem Düsseldorfer Modell die wissenschaftliche Basis geben. Daran schließen sich Bewe- gungsangebote an für besonders begabte Kinder, Kinder mit Förderbedarf und Kinder, denen der Zugang zum organisierten Sport erleichtert werden soll. Der Kostenrahmen beläuft sich auf jährlich 131.000 Euro zuzüglich zweier Vollzeitstellen für Testungen und Fördermaßnahmen. Sicherlich hat das Düsseldorfer Modell Vorbildcharakter, jedoch ist die Bewegungsförderung nur ein Teil des Modells. Angesichts des hohen Ressourcenbedarfs, der mit dem laufenden Budget nicht abgebildet wer- den kann, empfiehlt die Verwaltung den Ausbau und die Erweiterung der etablierten und er- folgreichen Programme zur nachhaltigen Bewegungsförderung im Setting KiTa.

  • GRÜNE Sportmotorische Fähigkeiten verbessern
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    Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister ANTRAG GRÜNE-Gemeinderatsfraktion Vorlage Nr.: 2018/0628 Sportmotorische Fähigkeiten aller Kinder verbessern – Übertragung des Düsseldorfer Mo- dells auf Karlsruhe Gremium Termin TOP ö nö Gemeinderat 23.10.2018 23 x 1. Die Stadtverwaltung erstellt einen Bericht, welche neuen Maßnahmen aufgrund der Ergebnis- se des ersten Sportforums am 10. November 2017 für die Verbesserung der sportmotorischen Entwicklung der Kita- und Grundschulkinder ergriffen wurden. 2. Sie zeigt dabei auf, welchen weiteren Handlungsbedarf es gibt, um alle Kinder zu erreichen, insbesondere diejenigen, die im Elternhaus kein Vorbild für Bewegung und Sport haben. 3. Um künftig lückenlos alle Kinder zu erreichen, prüft sie die Einführung des Düsseldorfer Mo- dells der Bewegungs-, Sport- und Talentförderung in Karlsruhe einschließlich der dazu erfor- derlichen finanziellen Mittel. Seit Jahren wird bei Einschulungsuntersuchungen festgestellt, dass die motorischen Fähigkeiten von Kindern immer geringer werden. Auch die Karlsruher Sportvereine haben die Mitglieder des Sportaus- schusses im Juni 2016 auf diese besorgniserregenden Befunde aufmerksam gemacht. Sie haben an den Gemeinderat appelliert, wirkungsvolle Maßnahmen für eine bessere sportmotorische Förderung von Grundschulkindern zu ergreifen. Die Fraktionen reagierten darauf mit einem interfraktionellen Antrag für ein Sportforum. Die Ergebnis- se des ersten Sportforums sollten dazu beitragen, die motorische Entwicklung aller Kinder wirkungs- voller zu fördern, wobei ein starker Fokus auf Fördermaßnahmen für benachteiligte Kinder gelegt werden sollte. Von allen Teilnehmenden wurden die größten Chancen für effiziente Verbesserungen des Gesund- heits- und Bewegungsverhaltens von Kindern in den Bereichen Kita (71,4 %) und Schule (60,7 %) gesehen. Es wurden Best Practice Beispiele vorgestellt, viele Ideen ent- wickelt und konkrete Lösungsvorschläge für Verbesserungen erarbeitet. Seit diesem ersten Sportforum am KIT ist ein Jahr vergangen. Für uns Grüne ist es deshalb an der Zeit, dass die Stadtverwaltung berichtet, welche dieser Ideen und Vorschläge aufgegriffen, konzeptionell ausgearbeitet und umgesetzt wurden. Als Best Practice wurde das erfolgreiche Düsseldorfer Modell der Bewegungs-, Sport- und Talentförde- rung (DüMo) vorgestellt. Entscheidend ist bei diesem Modell, dass bei allen Kindern eine objektive Einschätzung ihrer Fähigkeiten erfolgt. Auf dieser fundierten Grundlage erfolgt eine individuelle Emp- fehlung und Förderung. Seit 2002 werden alle Kinder bis zur 10. Klasse mehrmals getestet: als Schul- anfänger*innen, in der 2., 5. Und 10. Klasse. Die Steuerung liegt beim Sportamt der Stadt. Beim Dü- Mo machen Vereine, Stadt, Uni Wuppertal (Prof. Dr. Stemper) sowie weitere Akteur*innen mit. Durch ein breit gefächertes Bündel an Maßnahmen ist seit 2003 die motorische Leistungsfähigkeit der Kinder - entgegen dem deutschlandweiten Abwärtstrend - gleich geblieben. Starkes Übergewicht (Adipositas) bei Kindern ist seit 2008 rückläufig. Die Angebote richten sich vor allem an Kinder mit klaren Defizi- Sachverhalt / Begründung: Seite 2 ten. Nähere Informationen siehe: https://www.duesseldorf.de/sportamt/duesseldorfer-modell-der- bewegungs-sport-talentfoerderung.html Neue Studien wie u. a der erste Kinder- und Jugendreport der Krankenkasse DAK weisen immer wie- der auf die eklatanten Entwicklungsunterschiede zwischen Kindern aus armen und bildungsfernen Elternhäusern und Kindern aus gebildeten sowie wirtschaftlich gut situierten Elternhäusern hin. Des- halb sollte geprüft werden, ob die Einführung des Düsseldorfer Modells in Karlsruhe einen signifikan- ten Beitrag zur Verbesserung des Zugangs zu Sport und Bewegung für Kinder mit Förderbedarf leisten könnte. unterzeichnet von: Renate Rastätter Verena Anlauf Ekkehard Hodapp Dr. Ute Leidig

  • Protokoll TOP 23
    Extrahierter Text

    Niederschrift 56. Plenarsitzung des Gemeinderates 23. Oktober 2018, 15:30 Uhr öffentlich Bürgersaal, Rathaus Marktplatz Vorsitzender: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 24. Punkt 23 der Tagesordnung: Sportmotorische Fähigkeiten aller Kinder verbessern - Übertragung des Düsseldorfer Modells auf Karlsruhe Antrag: GRÜNE Vorlage: 2018/0628 Beschluss: Verwiesen in den Sportausschuss Abstimmungsergebnis: Keine Abstimmung Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 23 zur Behandlung. Stadträtin Rastätter (GRÜNE): Der Antrag resultiert aus einem interfraktionellen Antrag im Gemeinderat, mit dem thematisiert wurde, dass die sportmotorischen Fähigkeiten von Kindern dramatisch abnehmen, darauf haben uns auch die Sportverbände und Vereine in Karlsruhe hingewiesen, und wir sehen hier einen großen Handlungsbedarf. Als Folge wur- de dann unser Antrag von der Stadtverwaltung befürwortet und am KIT ein Sportforum eingerichtet. Bei diesem Sportforum wurden viele Vorschläge eingebracht, Konzepte vor- gestellt, Maßnahmen empfohlen und auch dann hinterher ausgewertet, die dazu führen, dass wir in Karlsruhe die sportmotorischen Fähigkeiten von Kindern verbessern. Wobei wir dann auch insbesondere die Kinder in den Blick genommen haben, und weiter in den Blick nehmen müssen, die von ihrem Elternhaus oder aufgrund ihrer spezifischen Lebensbedin- gungen, kaum oder keine Angebote bekommen und dann besonderes betroffen sind. Das sind vor allem übrigens auch arme Kinder aus Familien, die in prekären Verhältnissen leben, die dann eigentlich in ihrer sportmotorischen Entwicklung stark zurückbleiben. Nun wurde unter anderem ein Modell vorgestellt, das sogenannte Düsseldorfer Modell, ich will es jetzt auch gar nicht so im Detail schildern, weil es schon im Antrag enthalten ist, mit dem er- reicht wurde, dass die sportmotorischen Fähigkeiten der Kinder nicht schlechter wurden, sondern zumindest auf dem gleichen Niveau gehalten wurde. Das hängt mit dem spezifi- schen Programm zusammen, das regelmäßig alle drei bis vier Jahre alle Kinder testet und – 2 – damit dann spezifisch auch Interventionen möglich sind, um diese Kinder entsprechend zu fördern. In der Antwort der Verwaltung wird tatsächlich auch schon kurz darauf eingegan- gen, dass einige Maßnahmen, die dort empfohlen wurden, eingeleitet wurden, so zum Beispiel eine Übungsleiterbörse, und dass die Kooperationen zwischen Kitas und Sportver- einen gefördert werden sollen. Allerdings erscheinen uns da 5.000 Euro wenig zielführend. Wir GRÜNEN haben deshalb für diesen Bereich im Haushalt 30.000 Euro beantragt, sodass wir hier dann zumindest 35.000 Euro haben. Was das Düsseldorfer Modell anbelangt wird ausgesagt, dass, aufgrund der Kosten mit 131.000 Euro und zwei Stellen, die Mittel nicht vorhanden sind. Nun müssen wir aber schauen, wie wir in dem Bereich vorankommen, denn es kann nicht sein, dass Kinder bei uns mit ihrer Förderung durch alle Raster fallen. Weil wir das Thema fachlich und bezüglich der Bewertung der Maßnahmen heute nicht abschließend beraten können, sondern im Gegenteil hier weiter machen müssen - Bürgermeister Lenz hat es schon vorgeschlagen, dass die Übungsleiterpauschale zur Prüfung im Sportausschuss vorgestellt wird -, schlagen wie jetzt vor, dass unser Antrag in den Sportausschuss verwiesen wird, sodass wir dort die Maßnahmen insgesamt und auch noch mal das Düsseldorfer Modell in den Blick nehmen können. Wir wären dann damit einverstanden, dass der Antrag im Sportausschuss weiter- beraten werden kann, mit speziellem Blick auf die Kinder, die wir unbedingt fördern müs- sen. Wir haben zwar heute schöne Angebote, aber die erreichen eben nicht alle Kinder, und das Ziel muss sein, alle Kinder zu erreichen. Stadtrat Hofmann (CDU): Es wird schwierig, für mich hier etwas zu sagen, weil ich den- ke, grundsätzlich ist Bewegung eine hervorragende Sache, und wir haben schon sehr viel dafür in Karlsruhe getan. Was die Verwaltung hier alles aufzeigt, ist für diesen Bereich wirklich vorbildlich. Klar, wir nehmen den Antrag jetzt in den Sportausschuss, aber viel hilft nicht immer viel. Man muss nicht immer meinen und sagen, die Kinder fallen durch ein Raster. Allein wenn ich hier schon den ersten Satz lese „Um künftig lückenlos alle Kinder zu erreichen...“ muss ich sagen, das funktioniert nicht, wir können nicht alle Kinder errei- chen. Das ist nicht Aufgabe der Kommune, und es nicht Aufgabe von uns, auch wenn es ein hehres Ziel ist. Ich versuche auch viel im Bereich Bewegung, um viele Kinder zu errei- chen, aber ich kann doch nicht mit der Anforderung an eine Kommune gehen, alle Kinder zu erreichen, das funktioniert nicht. Wir haben, liebe Renate, sicher mal mit einem interfraktionellen Antrag angefangen, und ich fand das Sportforum gut, bei dem viele von uns waren, gerade die sportpolitischen Sprecher fand ich hervorragend. Aber wenn man sieht, was aus diesem Sportforum alles entstanden ist: Die Übungsleiterbörse soll kommen, der Ausbau unserer Kooperation Kitas und Sportvereine und der Ausbau von Bewegungswelt Karlsruher Kindergarten. Das sind doch dicke Pfunde, mit denen wir wuchern können, da muss ich mich doch definitiv nicht auf ein Wagnis des Düsseldorfer Modells einlassen. Ich zitiere hier nur kurz diesen letzten Satz der Verwaltung: „Angesichts des hohen Ressourcenbedarfs, der mit dem laufenden Budget nicht abgebildet werden kann, empfiehlt die Verwaltung den Ausbau und die Er- weiterung der etablierten erfolgreichen Programme zur nachhaltigen Bewegungsförderung im Setting Kita.“ Da haben wir super Erfolge, warum müssen wir jetzt noch etwas Neues anfangen, das gar nicht mal so durchschlagkräftig ist? Genau dies haben wir in der Ab- schlussdiskussion in dem Sportforum auch festgestellt. Ich denke, dass wir mit den anderen Bereichen wirklich viel besser aufgestellt sind. Wenn wir uns auf unsere bewährten Sachen konzentrieren, dann können wir auch wieder mehr erreichen. Wir können in dem Bereich – 3 – mehr Kinder erreichen, gerade in dem Bereich Bewegungswelt Karlsruher Kindergarten. Das ist auch als Best Practice vorgestellt worden. Wir haben dort doch gesehen, dass zu wenig Geld da ist, und sind gerne bereit, da weiter zu investieren. Aber jetzt ein Modell zu entwickeln, wie das Düsseldorfer Modell, bei dem der elementare Bestandteil die sportmo- torischen Tests sind und eine wissenschaftliche Basis, damit komme ich nicht an die Kinder heran, die wir holen wollen. Ich denke, die müssen wir in den Kindergärten, der Koopera- tionsschule und den Vereinen abholen, und da sind wir gerne in Zukunft dabei, weiter mit- zumachen. Stadträtin Moser (SPD): Ich werde jetzt meinen Beitrag ein bisschen kürzen. Das vielfälti- ge Angebot der Kita und Grundschule ist natürlich wichtig, es muss so früh wie möglich begonnen werden, damit die Kinder in Bewegung sind und auch Spaß an Bewegung ha- ben. Die hüpfen schon von alleine in der Gegend rum, die laufen und wollen nicht still sit- zen, aber das wissen alle Eltern oder Erwachsene, die mit Kindern zu tun haben, und das muss gefördert werden. Deswegen begrüßt die SPD-Fraktion den Ausbau der Kooperatio- nen von Kitas und Sportvereinen sowie den Ausbau des Programms Bewegungswelt Karls- ruher Kindergärten. Die Schulung der pädagogischen Kräfte ist mehr als sinnvoll, damit hochwertige Bewegungsangebote angeboten werden können. Die Einführung des Bewe- gungspasses nach dem Stuttgarter Modell unterstützen wir. Diese haben wir im Sportfo- rum, alle die in der Arbeitsgruppe waren, bekommen, glaube ich zumindest. Im Bewe- gungspass werden auch Eltern Anregungen gegeben, wie sie mit ganz einfachen Spielen auch in der Wohnung in Bewegung sein können. Die SPD-Fraktion wird auch einen Antrag im Doppelhaushalt stellen, um Kindersportschulen des SSC, SSV, MTV und PSK wieder zu fördern. Ich bin gespannt, vorhin hat es Herr Hofmann schon angesprochen, was aus der Übungsleiterbörse geworden ist, die eigentlich dazu dienen soll, Vereine und Sportstuden- tinnen und Studenten zusammen zu bringen, um die Vereine zu unterstützen und Angebo- te zu machen. Ich bitte um eine Darstellung im entsprechenden Ausschuss, wie viele Kitas in der Karlsruher Bewegungswelt Karlsruher Kindergärten und bei der Kooperation Kitas und Sportvereine nicht berücksichtigt werden können, obwohl wir um 5.000 Euro erhö- hen. Stadtrat Jooß (FDP): Zum Sport gehört die Liebe. Ich habe im Sportunterricht immer wie- der erlebt, wie einige einfach keinen Sport machen wollten, die haben sich immer ge- drückt. Es gehören immer zwei dazu, die einen wollen, die anderen nicht. Das ist das ent- scheidende Kriterium. Wir müssen ganz früh anfangen, und zwar in den Kindergärten. Ich habe den Eindruck, die Kindergärten ziehen nicht richtig mit, wenn ich mich so umhöre, wird da nicht viel Sport gemacht, leider. Meine Tochter sagt, dass die Kinder in der ersten Schulklasse noch nicht einmal einen Purzelbaum machen können, so etwas ist für mich eine Katastrophe. Deswegen müssen wir nachhaken, aber ich denke, wir brauchen nicht noch einmal ein neues Modell, wie es auch Kollege Hofmann gesagt hat. Unser Angebot ist gut, es muss nur angenommen und forciert werden, und damit wären wir schon sehr glücklich. Der Vorsitzende: Wenn ich das mit dem Düsseldorfer Modell richtig gelesen habe, geht es nicht um ein zusätzliches Sportangebot, sondern es geht um die Testung aller Kinder, damit man dann entsprechende Angebote vermitteln kann, und das ist dann durchaus eine Ergänzung zu dem, was wir hier alles machen. Ein Ansatz zu dem Sie, Herr Hofmann, zu Recht fragen, ist das unsere Aufgabe? Die Düsseldorfer tun das ganz offensichtlich und offensichtlich auch mit einem gewissen Erfolg. Wenn jetzt die SPD auch noch anfragt, was – 4 – da gemacht wird, würde ich wirklich vorschlagen, dass wir das gebündelt mit dem verbin- den, was im Sportausschuss sowieso über die Übungsleitergeschichte berichtet wird. Wenn wir dann so verbleiben könnten, dass es dann noch mal vertieft wird, dann verlagern wir die Diskussion in den Sportausschuss. Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt - Ratsangelegenheiten – 9. November 2018