Zeitzeugen/-innen zur Karlsruher Stadtgeschichte
| Vorlage: | 2018/0518 |
|---|---|
| Art: | Antrag |
| Datum: | 26.07.2018 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | Offen |
| Erwähnte Stadtteile: | Keine Angaben |
Beratungen
- Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)
Datum: 18.09.2018
Rolle: Entscheidung
Ergebnis: mit Stellungnahme einverstanden
Zusätzliche Dateien
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Extrahierter Text
Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister ANTRAG SPD-Gemeinderatsfraktion Vorlage Nr.: 2018/0518 Zeitzeugen/-innen zur Karlsruher Stadtgeschichte Gremium Termin TOP ö nö Gemeinderat 18.09.2018 34 x Die Verwaltung erstellt ein Konzept zur Dokumentation und zur Durchführung von strukturierten Ton- und Videointerviews mit Menschen, die durch ihr Lebenswerk die Karlsruher Stadtgeschichte nachhaltig geprägt haben. Begründung: Herausragende Persönlichkeiten wie der ehemalige Oberbürgermeister Prof. Dr. Gerhard Seiler oder die Regierungspräsidentin a.D. Gerlinde Hämmerle haben durch ihr Tun, die Stadt Karlsruhe und ihr Geschichte nachhaltig geprägt. Geschichte und das Handeln in der Geschichte ist nur aus dem historischen Kontext zu verstehen. Wer kann einen besseren Einblick in die Hintergründe ihres Handelns geben als diese Zeitzeugen/-innen selbst? unterzeichnet von: Parsa Marvi Dr. Raphael Fechler
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Extrahierter Text
Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister STELLUNGNAHME zum Antrag SPD-Gemeinderatsfraktion Vorlage Nr.: Verantwortlich: 2018/0518 Dez. 2 Zeitzeugen/-innen zur Karlsruher Stadtgeschichte Gremium Termin TOP ö nö Gemeinderat 18.09.2018 34 x Kurzfassung Zeitzeuginnen und Zeitzeugen können wichtige Zusatzinformationen zur Stadtgeschichte über die schriftlichen Quellen hinaus liefern. Zu bestimmten Ereignissen sind sie im Einzelfall auch die einzigen Quellen. Zeitzeugenprojekte sind mit einem hohen Aufwand verbunden und sollten sich nicht nur auf Prominente beschränken. Die Stadtverwaltung schlägt vor, das Thema in einer der nächsten Kulturausschusssitzungen zu beraten, zu der das Stadtarchiv eine Projektskizze vorlegen wird, die auch die erforderlichen Ressourcen benennt. Finanzielle Auswirkungen Gesamtkosten der Maß- nahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatorischen Kosten abzügl. Fol- geerträge und Folgeeinsparungen) Ja Nein werden ggf. ermittelt für Kulturausschuss/Beratung Haushaltsmittel sind dauerhaft im Budget vorhanden Ja Nein Die Finanzierung wird auf Dauer wie folgt sichergestellt und ist in den ergänzenden Erläuterungen auszuführen: Durch Wegfall bestehender Aufgaben (Aufgabenkritik) Umschichtungen innerhalb des Dezernates Der Gemeinderat beschließt die Maßnahme im gesamtstädtischen Interesse und stimmt einer Etatisierung in den Folgejahren zu IQ-relevant X Nein Ja Korridorthema: Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) X Nein Ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften X Nein Ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Zeitzeuginnen und Zeitzeugen können wichtige Zusatzinformationen über die schriftlichen Quellen hinaus liefern. Zu bestimmten Ereignissen sind sie im Einzelfall auch die einzigen Quel- len. Zeitzeugenprojekte wurden aber bislang vom Stadtarchiv nicht zuletzt wegen des damit verbundenen hohen Aufwandes nur punktuell durchgeführt. Dazu gehören die 2011 in der Reihe „Forschungen und Quellen“ herausgegebenen Erinnerungen von Paul Niedermann in der Publikation „Briefe – Gurs – Lettres“. Die Aufbereitung dieser wichtigen Quelle war mit einem erheblichen Vor- und Nachbereitungsaufwand verbunden. Darüber hinaus war das Stadtarchiv vor drei Jahren an der Produktion „300 Köpfe“ von Baden TV beteiligt. Das komplette Filmmaterial – also nicht nur die ausgestrahlten Porträts - wird im Stadtarchiv archiviert. Zu den Interviewten gehörten auch die beiden im Antrag genannten Ger- linde Hämmerle und Prof. Dr. Gerhard Seiler. Das Projekt war allerdings nicht auf Prominente begrenzt, sondern hat bewusst auch „Nichtprominente“ einbezogen. Auch ein gegebenenfalls zu entwickelndes Nachfolgeprojekt müsste bei der Personenauswahl so vorgehen. Zuletzt wurden für die Ausstellung „1968 und die Folgen“ des Stadtmuseums Zeitzeuginnen und Zeitzeugen befragt. Die Interviews sind in die Ausstellung eingeflossen und werden eben- falls im Stadtarchiv aufbewahrt. Bei beiden Projekten hat sich wieder gezeigt, dass sie nicht mit dem Aufwand betrieben werden konnten, um den üblichen wissenschaftlichen Standard vor allem bei der Nachbereitung zu erreichen. Ein Beispiel für aktuell in anderen Städten durchgeführte Zeitzeugenprojekte mit hohen Stan- dards ist das Projekt zur Migrationsgeschichte „Erzählte Geschichte“ des Stadtarchivs und des Stadtmuseums München.
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Niederschrift 54. Plenarsitzung des Gemeinderates 18. September 2018, 15:30 Uhr öffentlich Bürgersaal, Rathaus Marktplatz Vorsitzender: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 35. Punkt 34 der Tagesordnung: Zeitzeugen/-innen zur Karlsruher Stadtgeschichte Antrag: SPD Vorlage: 2018/0518 Beschluss: Verwiesen in den Kulturausschuss Abstimmungsergebnis: Keine Abstimmung Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 34 und zur Behandlung auf. Stadtrat Dr. Fechler (SPD): Das Ziel unseres Antrags ist nicht zu sagen, dass in dem Be- reich noch nie etwas passiert ist, es geht uns darum, für das Thema zu sensibilisieren. Von daher sind wir mit der Antwort der Verwaltung erst mal zufrieden, dass im Rahmen des Kulturausschusses eine weitere Vorstellung/Vertiefung in Form einer Projektskizze durch das Stadtarchiv erfolgen soll. Es geht uns darum, eine Art Umgang/Leitfaden zu strukturier- ten, Interviews zu finden, um für diese Personen, die für die Karlsruher Stadtgeschichte relevant sind, deren Erbe sozusagen für die Nachwelt zu erhalten. Ich persönlich fand es sehr eindrücklich, mich mit dem Altoberbürgermeister Dr. Seiler in Krasnodar über die Ge- schichte der Städtepartnerschaft auszutauschen, und ich habe so für mich gemerkt, dass hier noch vieles, im Sinne einer vernünftigen Dokumentation, unklar ist. So gesehen halte ich es für den richtigen Weg, das hier im Sinne einer Erinnerungskultur weiter zu vertiefen. Der limitierende Faktor sollte hier nicht das Geld, sondern die Lebenszeit dieser Persönlich- keiten sein, und in diesem Sinne warten wir die weitere Diskussion im Kulturausschuss ab. Stadträtin Rastätter (GRÜNE): Wir unterstützen den Antrag der SPD-Fraktion und sind auch mit der Antwort der Stadtverwaltung einverstanden. Es ist klar, es kann nicht darum gehen, nur herausragende Persönlichkeiten als Zeitzeugen mit strukturellen Interviews dauerhaft zu sichern, sondern es muss auch die gesamte Gesellschaft abgebildet werden, Menschen mit unterschiedlicher Herkunft, Lebensweise und Berufen neben den natürlich – 2 – auch herausragenden Persönlichkeiten. Dazu bedarf es einer Konzeption, um nicht beliebig zu werden. Sie muss auf der einen Seite eine thematische Fragestellung beinhalten, und auf der anderen Seite die Breite der Gesellschaft abbilden. Als Beispiel wurde genannt, dass es aktuell Interviews im Zusammenhang mit der Ausstellung 1968 gegeben hat, wo zwei Mitglieder des Gemeinderates, Kollege Cramer und ich vertreten sind, die den wissen- schaftlichen Kriterien nicht genügen. Grundlegend ist klar, es muss natürlich auch hier nach wissenschaftlichen Kriterien vorgegangen werden, deshalb ist es richtig und gut, dass eine solche Konzeption entwickelt wird. Ich möchte als ehemalige Geschichtslehrerin auch noch erwähnen, dass es gerade für junge Menschen wichtig ist, dass sie im Unterricht Zeit- zeuginnen und Zeitzeugen begegnen können. Inzwischen sind viele aus den Zeiten der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft verstorben, darum sollte man mit den Zeitzeugen, die noch am Leben sind, solche strukturierten umfassenden Interviews durchführen, wie zum Beispiel mit Herrn Niedermann, der hier schon genannt wurde, damit Jugendliche ihr geschichtliches Bewusstsein besser entwickeln können. Man kann auch auf Kinder von ehemaligen Zeitzeugen zurückgreifen, die dann sozusagen authentisch berichten können. Das wird inzwischen auch häufig gemacht. All dies könnte in eine solche Konzeption mit einfließen. Deshalb sind wir auf die Projektskizze, die uns dann im Kulturausschuss vor- gestellt wird, sehr gespannt. Stadtrat Høyem (FDP): Vor kurzer Zeit habe ich im Prinz-Max-Palais die Ausstellung „1968 und die Folgen“ besucht. Kollege Lüppo Cramer hat über seine Erlebnisse rund um 1968 erzählt. Es war wirklich spannend, weil Herr Cramer ein sehr guter Erzähler ist, er es persönlich erlebt hat und weil meine eigenen Erfahrungen von 1968 an den Universitäten von Kopenhagen und Stockholm ganz andere waren. Wir haben bestimmt alle Erlebnisse wie diese. Als Schulleiter habe ich wieder und wieder Zeitzeugen eingeladen und immer und immer die Begeisterung von den Schülern beobachtet. Zeitzeugen sind und werden eine seltene Möglichkeit in der Mitte einer Welt, geprägt von unseren Mobilephones, Ins- tagram, Facebook, Selfies, 45 Sekunden Fernsehinterviews und Twitter-Botschaften von Präsident Trump, um unserer Geschichte eine persönliche Tiefe und eine Perspektive zu geben, die mehr und mehr Mangelware ist und wird. Deshalb freuen wir uns sowohl über den CDU-Antrag als auch über die Stellungnahme. Der Vorsitzende: Fürs Protokoll, es war ein SPD-Antrag. Wir sind am Ende der Debatte, Sie beschäftigen sich damit im Kulturausschuss weiter. Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt - Ratsangelegenheiten – 1. Oktober 2018