Benennung eines Platzes in Rintheim nach Gustav Heller
| Vorlage: | 2018/0497 |
|---|---|
| Art: | Beschlussvorlage |
| Datum: | 09.07.2018 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | Liegenschaftsamt |
| Erwähnte Stadtteile: | Rintheim, Südweststadt, Weststadt |
Beratungen
- Bauausschuss (öffentlich/nicht öffentlich)
Datum: 13.07.2018
Rolle: Entscheidung
Ergebnis: Keine Angabe
Zusätzliche Dateien
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Extrahierter Text
Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister BESCHLUSSVORLAGE Vorlage Nr.: Verantwortlich: 396 Dez. 6 Benennung eines Platzes in Rintheim nach Gustav Heller Beratungsfolge dieser Vorlage Gremium Termin TOP ö nö Ergebnis Bauausschuss 13.07.2018 3 X Beschlussantrag Der Platz vor dem CAP-Markt in Rintheim wird nicht als Gustav-Heller-Platz benannt. In Zusam- menarbeit mit dem Kulturamt und dem Bürgerverein Rintheim wird eine alternative Namensfin- dung ausgearbeitet. Finanzielle Auswirkungen (bitte ankreuzen) x nein ja Gesamtkosten der Maßnahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) Haushaltsmittel stehen (bitte auswählen) Kontierungsobjekt: (bitte auswählen) Kontenart: Ergänzende Erläuterungen: ISEK-Karlsruhe-2020-relevant x nein ja Handlungsfeld: (bitte auswählen) Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) x nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften x nein ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Der Verwaltung liegt ein Antrag des Bürgervereins Rintheim vom 16.04.2018 vor, den Gustav- Heller-Platz von der Weststadt nach Rintheim durch Umbenennung zu verlegen. Seit 2010 ist ein Teil Rintheims, das Rintheimer Feld, als Sanierungsgebiet im Rahmen des Städtebauförder- programms "Soziale Stadt" ausgewiesen. Im Zuge der Neubebauung der Forststraße durch die Volkswohnung, ist vor dortigem CAP-Markt (Forststraße 21) ein im Bebauungsplan mit „Stadt- platz“ bezeichneter Bereich mit Aufenthaltsqualität entstanden. Dieser soll nach dem Politiker und Widerstandskämpfer Gustav Heller, der einen Großteil seines Lebens in Rintheim verbracht hatte, benannt werden. Seit 1978 gibt es in der Weststadt am Zusammenschluss der Wilhelm-Baur-, Eisenlohr- und Weltzienstraße einen Gustav-Heller-Platz. Der damaligen Benennung lag die Absicht zugrunde, eine Reihe von Straßen und Plätzen in der Weststadt und Südweststadt nach Karlsruher Ehren- bürgern (zu denen auch Gustav Heller zählt) zu benennen, was die höchste Form der Ehrung darstellt. Eine Platzbenennung nach Gustav Heller in Rintheim würde zwingend die Aufhebung oder Neubenennung des Gustav-Heller-Platzes in der Weststadt mit sich bringen. Hiervon wäre das Pflegeheim „Anna-Walch-Haus“ und damit etwa 95 Bewohner und zwei Firmen betroffen. Das Pflegeheim bestand an dieser Stelle bereits 1978 und musste damals durch die Benennung des Platzes bereits einmal kostenpflichtig seine Adresse ändern (die vorherige Adresse war zur Ebertstraße zugehörig). Bei einer Verlegung des Gustav-Heller-Platzes nach Rintheim wäre eine erneute kostenverursachende Adressänderung notwendig. Der Aufwand, der dabei sowohl für die Stadtverwaltung als auch für die direkt von der Platzverlegung betroffenen Bewohner und Dienstleister entstünde, wäre immens. Zudem wäre mit Forderungen der Betroffenen zu rech- nen, die ihnen angefallenen finanziellen Aufwendungen zu ersetzen. In Zusammenarbeit mit dem Kulturamt wurden folglich weitere Möglichkeiten geprüft, Gustav Heller in Rintheim erneut zu ehren. Die Aufstellung einer Stele an dem oben bereits erwähnten Platz vor dem CAP-Markt Forststraße 21 scheidet laut Kulturamt aus, da es keine Verbindung zwischen Gustav Heller und dem Aufstellungsort gibt. Stelen sollen auf historische Bezüge des Ortes verweisen, an dem sie aufgestellt werden (wie beispielsweise die kürzlich aufgestellte Ste- le am Engländerplatz). Das ist hier nicht gegeben. In Frage käme gegebenenfalls eine blaue Gedenktafel am Haus, in dem Gustav Heller geboren wurde beziehungsweise gewohnt hat. Blaue Gedenktafeln werden grundsätzlich an Gebäuden angebracht, um an deren historische bedeutsame Nutzung zu erinnern. In ausgewählten Fällen ist es jedoch möglich, hierdurch bedeutende historische Persönlichkeiten zu ehren, sofern eine Beziehung zwischen der Persönlichkeit und dem Gebäude besteht. Da Gustav Heller in der Süd- stadt zur Welt gekommen ist, würde eine Gedenktafel an seinem Geburtshaus nicht dem Anlie- gen des Bürgervereins Rintheim entsprechen. Sein späteres Rintheimer Wohnhaus liegt von der Straße zurückversetzt, sodass eine blaue Gedenktafel vom Gehweg aus nicht lesbar wäre. Zu- dem ist es unwahrscheinlich, dass die derzeitigen Eigentümer des Hauses der Anbringung einer Tafel zustimmen würden. Grundsätzlich sollen auch Mehrfachehrungen einzelner Persönlichkei- ten im öffentlichen Raum vermieden werden. Die Stadtverwaltung empfiehlt deshalb, den Platz vor dem CAP-Markt nicht nach Gustav Heller zu benennen und sieht auch keine weitere Ehrungsmöglichkeit. Stattdessen soll in Zusammen- arbeit mit dem Kulturamt und dem Bürgerverein Rintheim ein alternativer Name für den Platz gefunden werden. Ergänzende Erläuterungen Seite 3 Beschluss: I. Antrag an den Bauausschuss 1. Der Platz vor dem CAP-Markt in Rintheim wird nicht als Gustav-Heller-Platz benannt. In Zusammenarbeit mit dem Kulturamt und dem Bürgerverein Rintheim wird eine alternati- ve Namensfindung ausgearbeitet.
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BV Rintheim/Rempp8.7.2015 Gustav Heller (1900–1977) eine Rintheimer Persönlichkeit -Kurzfassung- In der Rintheimer Chronik der Stadt Karlsruhe (http://www.karlsruhe.de/b4/stadtteile/osten/rintheim/chronik.de) steht unter 1969: DerRintheimer SPD-Politiker Gustav Heller, in der Weimarer Republik Stadtverordneter (1926-1933), Stadtrat 1933, von den Nationalsozialisten verfolgt, Mitglied des Gemeinderats 1946-1971 und des Landtags von Württemberg-Baden 1948-1950,wird Ehrenbürger der Stadt Karlsruhe. Einige Fakten: Für die Wahl zum Bürgerausschussam 14.11.1926 wurde aus Rintheim ein junger Kandidat vorgeschlagen, der im Alter von 26 Jahren auf Anhiebden Sprung in den Bürgerausschuss schaffte: Gustav Heller. Nach dem 2. Weltkrieghat sich Gustav Heller auch immer wieder besonders für Rintheim eingesetzt, wo er lange Zeit im Vorstand des Bürgervereins war. Die Verwaltung und der Wiederaufbau des fast total zerstörten Rintheimsnach dem 2. Weltkrieg wurde maßgeblich von ihm vorangetragen. Entscheidende Impulse wurden von ihm für Rintheim gesetzt, wie z.B. der Aufbau der Behelfswohnheime 1945 die Finanzierung des Wiederaufbaus der evangelischen Kirche Wohnraum im Rintheimer Feld Ablösung des Straßenbahnpendelverkehrs zum Schlachthof-durchgehende Linie 3 (seit 28.09.’98 Linie 5) in die Stadt Heinz-Schuchmann-Haus als Seniorenheim „Verschonung" Rintheims vor einem zu nahen Meßplatz Kein Wunder, dassStadtrat Gustav Heller z.B. 1953 in Rintheim 73% der Stimmen erhielt.
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