Zusammenarbeit der Karlsruher Stadtbibliothek mit der Deutschen Zentralbücherei für Blinde (DZB)

Vorlage: 2018/0409
Art: Antrag
Datum: 08.06.2018
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Offen
Erwähnte Stadtteile: Keine Angaben

Beratungen

  • Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 18.09.2018

    TOP: 15

    Rolle: Entscheidung

    Ergebnis: erledigt durch Stellungnahme der Verwaltung

Zusätzliche Dateien

  • GRÜNE Karlsruher Stadtbibliothek - DZB
    Extrahierter Text

    Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister ANTRAG GRÜNE-Gemeinderatsfraktion Vorlage Nr.: 2018/0409 Zusammenarbeit der Karlsruher Stadtbibliothek mit der Deutschen Zentralbücherei für Blin- de (DZB) Gremium Termin TOP ö nö Gemeinderat 18.09.2018 15 x Die Karlsruher Stadtbibliothek führt in Zusammenarbeit mit der DZB ein verbessertes Angebot für sehbehinderte Menschen ein. Die Deutsche Zentralbücherei für Blinde (DZB) versorgt blinde und sehbehinderte Menschen mit einem vielfältigen Informations- und Literaturangebot (https://dzb.de). Durch eine Zusammenarbeit zwischen der DZB und der Karlsruher Stadtbibliothek wird erreicht, dass die Karlsruher Bibliothek ihren Leser*innen mit Sehbeeinträchtigung ein verbessertes Angebot unter- breiten kann. Dazu hat die DZB das Projekt "Chance Inklusion – Initiative der DZB mit Öffentlichen Bibliotheken" ins Leben gerufen. Öffentliche Bibliotheken können ihren Nutzer*innen, deren Sehkraft nachlässt, zusätzlich ca. 40.000 Hörbücher aus dem Bestand der DZB zur Ausleihe bereitstellen. Die DZB unterstützt das gemeinsame Bibliotheksangebot mit ihrer Kompetenz und schult die Mitarbei- ter*innen der Stadtbibliothek. Damit kann das Bestreben, Inklusion und gleichberechtigte Teilhabe zu verwirklichen, in den Bibliotheken umgesetzt werden. Für die Karlsruher Stadtbibliothek bedeutet diese Initiative ein Zusatzangebot und die Möglichkeit, ihren Nutzer*innen mit eingeschränkter Sehkraft einen Zugang zu Literatur und Information aufzuzei- gen. Diese finden somit trotz ihrer Einschränkung attraktive Angebote in ihrer Bibliothek. Bisher gibt es in der Karlsruher Stadtbibliothek keine speziellen Angebote für blinde und sehbehinder- te Menschen. Es gibt in der Stadtbibliothek viele Hörbücher auszuleihen, von denen auch viele Blinde/ Sehbehinderte profitieren. Die Anzahl könnte aber durch die Kooperation mit der DZB vergrößert und vielfältiger werden. Ein weiterer Vorteil in der Kooperation mit der DZB liegt auch darin, dass deren Hörbücher im "DAISY" Format 1 angeboten werden, das die Navigation innerhalb des Hörbuchs be- sonders bedienerfreundlich macht. An dem entsprechenden Projekt der DZB “Chance Inklusion” beteiligen sich inzwischen schon 60 Standorte. Der Vorteil der Kooperation liegt darin, dass die Umsetzung kostensparend möglich ist. Denn der Aufwand für die Produktion und den Vertrieb verbleibt bei der DZB. unterzeichnet von: Michael Borner Verena Anlauf Renate Rastätter Dr. Ute Leidig Sachverhalt / Begründung:

  • Stellungnahme TOP 15
    Extrahierter Text

    Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister STELLUNGNAHME zum Antrag GRÜNE-Gemeinderatsfraktion Vorlage Nr.: Verantwortlich: 2018/0409 Dez. 2 Zusammenarbeit der Karlsruher Stadtbibliothek mit der Deutschen Zentralbücherei für Blinde (DZB) Gremium Termin TOP ö nö Gemeinderat 18.09.2018 15 x Kurzfassung Für Menschen mit Sehbehinderungen hält die Stadtbibliothek seit vielen Jahren aktuelle Ange- bote bereit, da Inklusion grundsätzlich als Teil der Bibliotheksarbeit verstanden wird. Auch die Zusammenarbeit mit Blindenhörbüchereien zählt zu den Standardaufgaben der Stadtbibliothek. Sehbeeinträchtigte Menschen erhalten durch das Fachpersonal an den Informationstheken der Stadtbibliothek eine umfassende Beratung und werden auf Wunsch zu einer der Blindenhörbib- liotheken vermittelt. Die Deutsche Zentralbücherei für Blinde (DZB) mit Standort in Leipzig hat das Programm „Chance Inklusion - Initiative der DZB mit Öffentlichen Bibliotheken“ aufgestellt, das sich in erster Linie an Bibliotheken in den ostdeutschen Bundesländern richtet. Für Süd- deutschland ist die „Bayrische Blindenhörbücherei e.V.“ mit Sitz in München zuständig. Sie bie- tet seit einiger Zeit ebenfalls ein Programm zur Inklusion an. Die Karlsruher Stadtbibliothek ar- beitet mit beiden Institutionen zusammen. Finanzielle Auswirkungen Gesamtkosten der Maß- nahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatorischen Kosten abzügl. Fol- geerträge und Folgeeinsparungen) Ja Nein Haushaltsmittel sind dauerhaft im Budget vorhanden Ja Nein Die Finanzierung wird auf Dauer wie folgt sichergestellt und ist in den ergänzenden Erläuterungen auszuführen: Durch Wegfall bestehender Aufgaben (Aufgabenkritik) Umschichtungen innerhalb des Dezernates Der Gemeinderat beschließt die Maßnahme im gesamtstädtischen Interesse und stimmt einer Etatisierung in den Folgejahren zu IQ-relevant Nein x Ja Korridorthema: Soziale Stadt Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) Nein Ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften Nein Ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Angebote in der Stadtbibliothek Karlsruhe Derzeit umfasst das eigene Angebot der Stadtbibliothek 22.580 Hörbücher, darunter 12.298 Hörbücher aus dem Bereich der Kinder- und Jugendliteratur sowie 10.282 Hörbücher für Er- wachsene. Das Angebot wird von sehbehinderten Menschen stark genutzt, was sich im tägli- chen Beratungsdienst der Bibliothek immer wieder zeigt. Zum Service der Stadtbibliothek zählt auch die Bereitstellung einer elektronischen Lesehilfe (Ge- rät Marke Visulex Optimag) in der Zentralbibliothek. Über eine einfache Bedienung können Tex- te und Buchseiten je nach Wunsch der Leserin/des Lesers vergrößert werden. Das Lesen erfolgt dann am dazu gehörigen Bildschirm. Einige Menschen mit sehr starker Sehbeeinträchtigung kommen regelmäßig in die Stadtbibliothek, um hier am Gerät zu arbeiten. Eine lange Tradition hat daneben das Angebot an Büchern in Großdruck in der Stadtbibliothek. Auch die Großdruckbücher zählen zum Grundbestand, der jährlich ergänzt und erneuert wird. In den letzten Jahren ging die Nachfrage jedoch sehr stark zurück, da gerade Menschen mit eingeschränkter Sehkraft mehr noch als andere auf das digitale Lesen mittels E-Book-Reader umgestiegen sind. Die elektronischen Taschengeräte bieten den entscheidenden Vorteil, dass Schriftgröße und Helligkeit individuell eingestellt werden können, so dass für man- che seheingeschränkte Menschen Lesen wieder möglich wird. Zudem sind die Geräte sehr leicht und bieten Speicherkapazität für eine größere Anzahl an Büchern. Die Stadtbibliothek stellt dieses breite Angebot für sehbehinderte Menschen im Sinne der Inklu- sion zur Verfügung. Es gibt dafür keinen gesonderten Bereich, jedoch eine große Auswahl an Medien im Gesamtbestand, die für Menschen mit Sehschwäche sehr gut geeignet sind und die - gemeinsam mit anderen - intensiv genutzt werden. Hierzu zählt auch eine große Auswahl an Hörbüchern. Der Hörbuchbestand ist in gut erreichbaren Regalen unmittelbar neben der Informationstheke im 2. Obergeschoss der Zentralbibliothek platziert, so dass die Bibliothekarin/der Bibliothekar jederzeit Hilfe und Beratung leisten kann, wenn blinde und stark sehbeeinträchtigte Menschen Hörbücher entleihen möchten. In der individuellen Beratung wird selbstverständlich über das umfassendere Angebotsspektrum der Blindenhörbüchereien informiert sowie auf Wunsch der Kontakt dorthin hergestellt. Gerade Hörbücher im DAISY-Format (Digital Accessible Information System), die die Stadtbibliothek aus lizenzrechtlichen Gründen nur in begrenztem Umfang be- reitstellen kann, sind je nach Grad der Sehbeeinträchtigung von Interesse. Sehbehinderte und blinde Menschen wissen meist gut Bescheid über die Möglichkeiten, die Blindenhörbüchereien bieten, da sie oft schon durch ihre spezifischen Beratungsstellen darüber informiert werden. Zusammenarbeit der Stadtbibliothek mit Blindenbibliotheken Bis zum Jahr 2004 arbeitete die Stadtbibliothek mit der süddeutschen Blindenhörbücherei in Stuttgart zusammen. Seit deren Schließung liegt die Karlsruher Stadtbibliothek im Zuständig- keitsbereich der bayrischen Blindenhörbücherei mit Sitz in München, die die Versorgung von Baden-Württemberg mit übernommen hat. Daneben gibt es weitere Institutionen wie zum Bei- spiel in Marburg (Hörbücherei der Deutschen Blindenstudienanstalt), in Münster (Westdeutsche Blindenbücherei) oder in Leipzig (DZB). Alle Blindenbüchereien sind im Verbund „Medienge- meinschaft für blinde und sehbehinderte Menschen e.V.“ (Medibus) zusammengeschlossen und bieten auftragsgemäß einen sehr ähnlichen Service, der für alle Blinde und sehbehinderte Men- schen stets kostenlos zur Verfügung steht. Der Verbund bietet einen gemeinsamen Pool an Hörmedien, so dass aus allen Bundesländern darauf zurückgegriffen werden kann. Ergänzende Erläuterungen Seite 3 Das Projekt aus Leipzig „Chance Inklusion – Initiative der DZB mit Öffentlichen Bibliotheken“ hat den Auftrag, die Zusammenarbeit von öffentlichen Bibliotheken in den Städten und Ge- meinden der neuen Bundesländer mit der DZB zu verfestigen. Für den süddeutschen Raum ist die Bayrische Blindenhörbücherei e.V. in München (BBH) zuständig, die seit kurzem ein ähnli- ches Programm unter dem Titel „Inklusion in Bibliotheken“ anbietet. Der Antrag der GRÜNEN im Gemeinderat hat sich hier mit den verschiedenen regionalen Pro- jektstartzeiten überschnitten. Die Stadtbibliothek steht inzwischen sowohl mit der Deutschen Zentralbücherei für Blinde als auch mit der Bayrischen Blindenhörbücherei in Kontakt, um die Zusammenarbeit zu verstärken. Aus beiden Einrichtungen wurden Informationsflyer und Werbematerialien zur Verfügung ge- stellt, die in der Stadtbibliothek ausliegen und an Interessierte mit persönlicher Beratung weiter gegeben werden. Ein weiteres Ziel ist das Zugänglichmachen von Hörbüchern im speziellen DAISY-Format, die aus lizenzrechtlichen Gründen meist nur über die Blindenbüchereien entlie- hen werden können. In der Stadtbibliothek Karlsruhe gibt es ergänzend einen kleinen Bestand an DAISY-Hörbüchern zur Auswahl vor Ort. Das Abspielen der DAISY-Hörbücher kann mit ent- sprechender Software am PC, auf gewöhnlichen DVD- oder CD-Playern mit mp3-Funktion oder über ein spezielles DAISY-Abspielgerät erfolgen. Da es für letzteres noch keine Nachfrage zur Nutzung in den Bibliotheksräumen gibt, wird derzeit der Bedarf geprüft. Fazit: Die Stadtbibliothek nimmt laufend die Aufgabe wahr, ihre Angebote für Sehbehinderte an ak- tuelle Entwicklungen anzupassen. Eine Zusammenarbeit im Sinne von „Chance Inklusion“ mit der Deutschen Zentralbibliothek für Blinde (DZB) wurde begonnen und wird mit der zuständi- gen Bayrischen Blindenhörbücherei unter dem Titel „Inklusion in Bibliotheken“ verstärkt fortge- setzt.

  • Protokoll TOP 15
    Extrahierter Text

    Niederschrift 54. Plenarsitzung des Gemeinderates 18. September 2018, 15:30 Uhr öffentlich Bürgersaal, Rathaus Marktplatz Vorsitzender: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 17. Punkt 15 der Tagesordnung: Zusammenarbeit der Karlsruher Stadtbibliothek mit der Deutschen Zentralbücherei für Blinde (DZB) Antrag: GRÜNE Vorlage: 2018/0409 Beschluss: Mit Stellungnahme erledigt Abstimmungsergebnis: keine Abstimmung Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 15 zur Behandlung auf und verweist auf die vorliegende Stellungnahme der Verwaltung. Stadtrat Borner (GRÜNE): Wir begrüßen, wenn der Antrag heute im Gemeinderat ange- nommen wird, dass die Karlsruher Stadtbibliothek künftig mit der Deutschen Zentralbüche- rei für Blinde in Leipzig zusammenarbeitet und auf rund 40.000 Hörbücher zurückgreifen kann. Das ist ein wichtiger Schritt, um sehbehinderten sowie blinden Menschen eine gleichberechtigte Teilhabe am Informations- und Literaturangebot zu ermöglichen. Rund 15 Jahre nach Schließung der baden-württembergischen Blindenbücherei Stuttgart wird es für sie wieder ein breiteres Leihangebot vor Ort geben. Die Stadtbibliothek wird aber auf den Kauf der sogenannten DAISY-Abspielgeräte verzichten. Wir werden die Nachfrage im Auge behalten. Sollte es zu einem verstärkten Bedarf kommen, so werden wir nochmals auf Sie zukommen. Ich möchte mich in dieser Angelegenheit bei Ihnen, Herr Bürgermeister Dr. Käuflein, be- danken. Stand in Ihrer ersten Antwort, dass eine Zusammenarbeit mit Leipzig nicht möglich sei, so konnten Ihre Mitarbeitenden aufgrund meiner Hinweise die Kooperation doch noch – 2 – bewerkstelligen. Ich bedanke mich vor allen Dingen für die unkomplizierte Zusammenar- beit. Stadträtin Wiedemann (CDU): Der Antrag ist gut. Dadurch erfahren wir, was unsere Stadtbibliothek alles im Angebot hat. Die Verwaltung hat zugesichert, mit beiden Instituti- onen zusammenzuarbeiten. Also Friede, Freude, Eierkuchen. Stadträtin Ernemann (SPD): Der Antrag ist gut. Aber die Antwort der Verwaltung ist noch besser. Man kann sich in der Tat freuen, was die Stadtbücherei Karlsruhe schon an- bietet für blinde und sehbehinderte Menschen: E-Book-Reader, Hörbücher, elektronische Bücher, Lesehilfen in Großdruck, jetzt die Zusammenarbeit mit der Deutschen Zentralbü- cherei für Blinde, Hörbücherei. Es ist ein enormes Angebot, das mir vorher in dem Ausma- ße nicht bewusst war. Ich bedanke mich vor allem bei der Stadtbücherei, bei Frau Krieg und bei Frau Asche, für dieses große Angebot. Eigentlich ist der Antrag erledigt. Es ist alles in trockenen Tüchern, ein hervorragendes An- gebot. Vielen Dank an die Stadtverwaltung. Der Vorsitzende: Bei so viel Lob möchte ich noch einmal darauf hinweisen, dass es hier zwischendrin kein Versorgungsdefizit gab, weil die Blindenbücherei in München unser Ko- operationspartner war. Dass es jetzt ein verändertes Kooperationsverhalten gibt, liegt da- ran, dass wir mehrfach Telefonate mit Leipzig führten. Ursprünglich wurden wir von Leipzig nach München verwiesen. Aber wenn man oft genug anruft, führt das dazu, dass man dann doch eine Kooperationsbereitschaft signalisiert. Das ist jetzt hier im Text wieder- gegeben. Damit können wir das als erledigt betrachten. Sie beobachten weiter, ob das mit den Ab- spielgeräten alles so funktioniert. Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt - Ratsangelegenheiten – 15. Oktober 2018