Benennung eines Weges in Neureut nach Karl Hubbuch
| Vorlage: | 2018/0401 |
|---|---|
| Art: | Beschlussvorlage |
| Datum: | 07.06.2018 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | Liegenschaftsamt |
| Erwähnte Stadtteile: | Neureut |
Beratungen
- Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)
Datum: 17.07.2018
Rolle: Entscheidung
Ergebnis: einstimmig zugestimmt
Zusätzliche Dateien
-
Extrahierter Text
-
Extrahierter Text
Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister BESCHLUSSVORLAGE Vorlage Nr.: Verantwortlich: 2018/0401 Dez. 6 Benennung eines Weges in Neureut nach Karl Hubbuch Beratungsfolge dieser Vorlage Gremium Termin TOP ö nö Ergebnis Bauausschuss 29.06.2018 15 X vorberaten Gemeinderat 17.07.2018 22 X Beschlussantrag Der Gemeinderat nimmt von den nachfolgenden Erläuterungen Kenntnis und stimmt nach Vor- beratung im Bauausschuss der Benennung eines Weges in Neureut mit Karl-Hubbuch-Weg – siehe beiliegender Planausschnitt – zu. Finanzielle Auswirkungen (bitte ankreuzen) x nein ja Gesamtkosten der Maßnahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) Haushaltsmittel stehen (bitte auswählen) Kontierungsobjekt: (bitte auswählen) Kontenart: Ergänzende Erläuterungen: ISEK-Karlsruhe-2020-relevant x nein ja Handlungsfeld: (bitte auswählen) Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) nein x ja durchgeführt am 21.03.2018 Abstimmung mit städtischen Gesellschaften x nein ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Karl Hubbuch wurde am 21. November 1891 in Karlsruhe als Sohn eines Offiziers auf dem Ge- lände der Artilleriekaserne (seinerzeit zwischen der Durlacher Allee und der Wolfartsweierer Straße gelegen) geboren. Von 1908 bis 1912 absolvierte er sein Studium an der Großherzoglich Badischen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe. Dieser Ausbildung schlossen sich von 1912 bis 1914 zwei prägende Studienjahre in Berlin in der Graphikklasse von Emil Orlik an. Nach der Kriegsteilnahme als Soldat von 1914 bis 1918 wurde Hubbuch Meisterschüler in den Klassen von Karl Conz und Ernst Würtenberger an der Badischen Landeskunstschule, an der er 1925 zum Leiter einer Zeichenklasse berufen und 1928 zum Professor ernannt wurde. Im „Dritten Reich“ wurde Hubbuchs Arbeit vom NS-Regime als entartete Kunst definiert, und er erhielt ab 1933 ein Arbeitsverbot als Künstler. Er arbeitete währenddessen als keramischer Ma- ler und Hilfsarbeiter in der Staatlichen Majolika Manufaktur Karlsruhe sowie für ein Jahr als Uh- renmaler. Nach der Wiedereröffnung der Karlsruher Akademie nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte Hubbuch von 1948 bis 1957 ihrem Lehrkörper als Professor an. Danach zog er sich von seiner Professur zurück, blieb aber durch Beteiligung an zahlreichen Ausstellungen in Europa aktiv. 1961 erhielt er den Hans-Thoma-Preis, den Staatspreis des Landes Baden-Württemberg an Bil- dende Künstlerinnen und Künstler. Seiner Tätigkeit als freischaffender Künstler wurde ein Ende gesetzt, als er ab 1969 langsam zu erblinden begann. Karl Hubbuch verstarb am 26. Dezember 1979 im Alter von 88 Jahren in Karlsruhe. Karl Hubbuch war einer der bedeutendsten Vertreter der Neuen Sachlichkeit und hat ein künst- lerisches Werk von hohem Rang geschaffen; zudem war er ein engagierter Lehrer, dessen Ein- fluss auf seine Schülerinnen und Schüler groß war und schulbildend wirkte. Hubbuchs Arbeiten der zwanziger Jahre, in denen er mit außerordentlicher Schärfe seine Umgebung widerspiegelt und intensiv ihre sozialkritischen Aspekte dokumentiert und analysiert, gehören zu den wesent- lichsten Zeugnissen dieser Zeit. Hierzu zählt beispielsweise der zeichnerische Zyklus „Deutsche Belange“. Mit der Mappe „La France“ legte Hubbuch ein eindeutiges Bekenntnis gegen Krieg und Klassenhass und für Völkerverständigung ab. Seine Werke die nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden sind, reflektieren - vor allem in Federzeichnungen und Radierungen – die unmittel- bare Gegenwart in einer stilistisch knappen Form. Hierzu zählt der graphische Zyklus „Verges- sen? – Niemals!“, der der politischen Aufklärung diente. Die Bedeutung seiner sozial-kritisch engagierten Kunst wurde durch die Verleihung des Hans-Thoma-Preises gewürdigt. Karl Hubbuchs Leben und Werk soll durch eine Wegbenennung gewürdigt werden. Auf Anre- gung des Badischen Kunstvereins wurde sein Name am 18. Januar 1981 in die Vormerkliste für Straßennamen aufgenommen, wo er auch nach der kürzlich erfolgten Verschlankung der Vor- merkliste verblieben ist. Der Wunsch, Karl Hubbuch im öffentlichen Raum zu ehren, wurde seit der Aufnahme mehrfach von verschiedenen Seiten (Bürgerschaft, Gemeinderat) an die Stadt Karlsruhe herangetragen. Der ca. 450m lange und stark frequentierte Weg am Schulzentrum Neureut eignet sich sehr gut für die Benennung, da in der näheren Umgebung mehrere Straßen und Wege nach bildenden Künstlern benannt sind (unter anderen Michael Pacher, Frans Hals, Albrecht Altdorfer und Stephan Lochner) und Karl Hubbuch daher das Themengebiet hervorra- gend ergänzt. Der Ortschaftsrat Neureut hat in seiner öffentlichen Sitzung vom 21. März 2018 der Benennung mehrheitlich zugestimmt. Ergänzende Erläuterungen Seite 3 Text der Zusatztafel: Karl Hubbuch 1891 – 1979 Karlsruher Maler, Zeichner und Grafiker, Professor an der Karlsruher Kunstakademie Beschluss: Antrag an den Gemeinderat Der Gemeinderat nimmt von den nachfolgenden Erläuterungen Kenntnis und stimmt nach Vor- beratung im Bauausschuss der Benennung eines Weges in Neureut mit Karl-Hubbuch-Weg – siehe beiliegender Planausschnitt – zu.
-
Extrahierter Text
-
Extrahierter Text
Niederschrift 52. Plenarsitzung Gemeinderat 17. Juli 2018, 15:30 Uhr öffentlich Bürgersaal, Rathaus Marktplatz Vorsitzender: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 22. Punkt 22 der Tagesordnung: Benennung eines Weges in Neureut nach Karl Hub- buch Vorlage: 2018/0401 Beschluss: Der Gemeinderat nimmt von den nachfolgenden Erläuterungen Kenntnis und stimmt nach Vorberatung im Bauausschuss der Benennung eines Weges in Neureut mit Karl-Hubbuch- Weg zu. Abstimmungsergebnis: einstimmig zugestimmt Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 22 zur Behandlung auf, verweist auf die er- folgte Vorberatung im Bauausschuss und stellt die Abstimmungsbereitschaft des Hauses fest: Das ist einstimmig. Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt - Ratsangelegenheiten – 31. Juli 2018