Entwicklung der Straftaten in Karlsruhe 2012 - 2017

Vorlage: 2018/0378
Art: Beschlussvorlage
Datum: 05.06.2018
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Amt für Stadtentwicklung
Erwähnte Stadtteile: Beiertheim-Bulach, Daxlanden, Grötzingen, Grünwettersbach, Grünwinkel, Hohenwettersbach, Innenstadt-Ost, Knielingen, Mühlburg, Neureut, Nordweststadt, Oberreut, Palmbach, Rintheim, Rüppurr, Stupferich, Südstadt, Südweststadt, Waldstadt, Weiherfeld-Dammerstock, Weststadt

Beratungen

  • Hauptausschuss (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 03.07.2018

    TOP: 2.1

    Rolle: Entscheidung

    Ergebnis: Kenntnisnahme

Zusätzliche Dateien

  • Anlage Sicherheit in KA Vortrag Kriminalität in KA 2012-2017
    Extrahierter Text

    Entwicklung der Straftaten in Karlsruhe 2012 – 2017 Hauptausschuss, 3. Juli 2018 Dr. Wiegelmann-Uhlig, Amt für Stadtentwicklung Städtevergleich Baden-Württemberg Entwicklung der Straftaten in Karlsruhe 2012 – 2017 Tabelle 1 Erfasste Straftaten* in den Großstädten Baden-Württembergs 2017 (nur Stadtkreise) Maßeinheit Karl s - ruhe Stutt- gart Mann- heim Frei- burg Heidel- berg Heil- bronn Pforz - heim Ulm Erfas s te Straftaten 2017 Anzahl27.64454.25534.89127.85016.3468.4399.0 919.739 je 100.000 Einw.8.9178.63911.44812.23710 .2226.8187.3627.857 Zu- und Abnahme gegenüber 2012in %-2,9-8,519,06,130 ,1-7,93,1-3,3 Anz. der Fälle ... Raub, räuberis cher Erpres s ung, räuberis cher Angriff auf Kraftfahrer je 100.000 Einw.64 82968645504857 Körperverletzungje 100.000 Einw.6481.10 69361.21983573589080 9 Diebs tahlje 100.000 Einw.3.2152.4714.7864.3124.0 572.1392.3833.0 21 Sachbes chädigungje 100.000 Einw.684921770888798872861720 Raus chgiftkriminalitätje 100.000 Einw.6118201.0 111.0 2373053950 0417 Gewaltkriminalitätje 100.000 Einw.27639238738329527827530 2 Merkmal Unter den erfas s ten Straftaten entfallen auf Fälle v on .... * Einschließlich Straftaten gegen das Aufenthaltsgesetz (AufenthaltsG), das Asylgesetz (AsylG) und gegen das Freizügigkeitsgesetz E U. Berechnungsgrundlage ist die amtlicheEinwohnerzahl zum Stand 31. D ezember 2016. Quelle: LandeskriminalamtBaden-Württ emberg. Entwicklung Städtevergleich 2012 – 2017 Entwicklung der Straftaten in Karlsruhe 2012 – 2017 Abbildung 1 Entwicklung der erfassten Straftaten* in den Großstädten Baden-Württembergs 2012 bis 2017 -2,9 -8,5 19,0 6,1 30,1 -7,9 3,1 -3,3 -15 -10 -5 0 5 10 15 20 25 30 35 KarlsruheStuttgartMannheimFreiburgHeidelbergHeilbronnPf orzheimUlm Zu/-Abnahme in % * Einschließlich Straftaten gegen das Aufenthaltsgesetz (AufenthaltsG), das Asylverfahrensgesetz (AsylVfG) bzw. Asylgesetz (AsylG) und gegen das Freizügigkeitsgesetz EU. Quelle: Landeskriminalamt Baden-Württemberg. Gewaltdelikte (Auswahl) Entwicklung der Straftaten in Karlsruhe 2012 – 2017 Abbildung 2 2.068 2.179 1.972 2.327 2.303 2.008 472 473 497 540 543 480 224 226 221 282 220 199 0 500 1.000 1.500 2.000 2.500 3.000 3.500 201220132014201520162017 Raub/räuberische Erpressung/räuberischer Angriff Strafta ten gegen die persönliche Freiheit Körperverletzung Anzahl Quelle: PolizeipräsidiumKarlsruhe. Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit in Karlsruhe Diebstahl Entwicklung der Straftaten in Karlsruhe 2012 – 2017 Abbildung 3 6.722 8.129 8.003 8.763 7.120 5.712 46 41 50 42 49 30 1.884 1.759 1.923 2.185 2.163 1.820 679 807 646 566 612 362 246 432 263 421 443 361 350 752 678 481 474 345 657 938 1.231 1.224 832 499 933 893 1.157 1.233 1.107 838 0 1.000 2.000 3.000 4.000 5.000 6.000 7.000 8.000 9.000 10.000 11.000 12.000 13.000 14.000 15.000 16.000 201220132014201520162017 sonstige BSD BSD an/aus Kraftfa hrzeugen Wohnungseinbruchdiebstahl BSD in/aus Verkaufsräumen/Wa renhäusern einschließlich Ladendiebstahl BSD in/aus Gaststätten/Ka ntinen/ Hotels/ Pensionen sowie a us Dienst-/ Büroräumen und anderen BSD von Fahrrädern BSD von Kraftfahrzeugen Diebsta hl ohne erschwerende Umstände 13.751 13.951 14.915 12.800 Anzahl BSD = Bes onders s chwerer Diebstahl. Quelle: PolizeipräsidiumKarlsruhe. Diebstahl mit und ohne erschwerende Umstände in Karlsruhe 9.967 11.517 Rauschgiftdelikte / Aufenthaltsverstöße Entwicklung der Straftaten in Karlsruhe 2012 – 2017 Abbildung 4 1.439 1.426 1.421 1.487 1.766 1.869 283 626 624 1.822 1.608 1.877 0 500 1.000 1.500 2.000 2.500 3.000 201220132014201520162017 Rauschgiftdelikte nach dem Betäubungsmittelgesetz (BtMG) Strafta ten gegen das AufenthaltsG/AsylverfG bzw. AsylG Anzahl Quelle: PolizeipräsidiumKarlsruhe. Rauschgiftdelikte nach dem Betäubungsmittelgesetz (BtMG) und Straftaten gegen das Aufenthaltsgesetz (AufenthaltsG), das Asylverfahrensgesetz (AsylVfG) bzw. Asylgesetz (AsylG) und gegen das Freizügigkeitsgesetz EU in Karlsruhe Erfasste Straftaten in den Stadtteilen (I) Entwicklung der Straftaten in Karlsruhe 2012 – 2017 Abbildung 5 05001.0001.5002.0002.5003.0003.5004.0004.500 27 N or dstad t 06 Nordweststadt 16 Waldstadt 11 Grünwinkel 26 Neureut 08 Mühlburg 03 Südstadt 19 Du rlach 05 Weststadt 04 Südweststadt 07 Ost st adt 01 Innenstadt-Ost 02 Inn en st adt -West Anzahl Diebsta hl insgesamt Rohheitsdelikte/Straftaten gegen die persönliche Freiheit Übrige Straftaten 2.359 1.693 1.649 1.572 1.537 1.456 1.423 635 608 497 497 463 Karlsruhe insgesamt: 25.767 Straftaten (inklusive der Straftaten, die keinemStadtteil zugeordnet werden konnten) 3.669 Tatort im jeweiligen Stadtteil. Quelle: PolizeipräsidiumKarlsruhe. Erfasste Straftaten in den Karlsruher Stadtteilen 2017 (ohne Straftaten gegen das Aufenthaltsgesetz (AufenthaltsG), das Asylgesetz (AsylG) und gegen das Freizügigkeitsgesetz EU) Erfasste Straftaten in den Stadtteilen (II) Entwicklung der Straftaten in Karlsruhe 2012 – 2017 Abbildung 5 (Forts etzung) 05001.0001.5002.0002.5003.0003.5004.0004.500 25 Palmbach 22 Hohenwettersbach 21 Stupferich 23 Wolfa rtswei er 24 Grünwettersbach 14 W ei herf el d-... 20 Grötzingen 17 Rintheim 18 Hag sfeld 12 Oberreut 15 Rüppurr 13 Beiertheim-Bulach 10 Knielingen 09 Daxlanden Anzahl Diebsta hl insgesamt Rohheitsdelikte/Straftaten gegen die persönliche Freiheit Übrige Straftaten 454 439 388 353 348 308 275 215 63 60 60 38 Karlsruhe insgesamt: 25.767 Straftaten (inklusive der Straftaten, die keinemStadtteil zugeordnet werden konnten) 30 458 Tatort im jeweiligen Stadtteil. Quelle: PolizeipräsidiumKarlsruhe. Erfasste Straftaten in den Karlsruher Stadtteilen 2017 (ohne Straftaten gegen das Aufenthaltsgesetz (AufenthaltsG), das Asylgesetz (AsylG) und gegen das Freizügigkeitsgesetz EU) Erfasste Straftaten und Sicherheits- empfinden in der Bevölkerung (I) Entwicklung der Straftaten in Karlsruhe 2012 – 2017 Südstadt Abbildung 6a 638 579 211 200 164 185 133 179 122 113 56 46 224 154 0 500 1.000 1.500 2.000 2012 2017 übri ge Straf taten Beleidigung Betrug Sachbeschä digung Rauschgiftdelikte Körperverletzung Diebsta hl insgesamt 1.548 1.456 Anzahl * Befragungsergebnisse der Sicherheitsumfrage 2014 der Stadt Karlsruhe. Quellen: PolizeipräsidiumKarlsruhe; Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung. Erfasste Straftaten und gefühlte Unsicherheit imKarlsruher Stadtteil Südstadt 2012 und 2017 Gefühlte Sicherheit in der Wohngegend bei Dunkelheit 2014:* "fühle mich unsicher":17,0 % gefühlte Veränderung des wahrgenommenen Sicherheitsempfindens 2009 –2014: "verbessert": 7,0 % | "verschlechtert": 27,9 % –92 (–5,9 %) Erfasste Straftaten und Sicherheits- empfinden in der Bevölkerung (II) Entwicklung der Straftaten in Karlsruhe 2012 – 2017 Weiherfeld- Dammerstock Abbildung 6b 95 115 24 30 18 16 27 13 33 41 0 50 100 150 200 250 300 20122017 übri ge Straf taten Betrug Körperverletzung Sachbeschä digung Diebsta hl insgesamt 197 215 Anzahl * Befragungsergebnisse der Sicherheitsumfrage 2014 der Stadt Karlsruhe. Quellen: PolizeipräsidiumKarlsruhe; Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung. Erfasste Straftaten und gefühlte Unsicherheit imKarlsruher Stadtteil Weiherfeld -Dammerstock 2012 und 2017 Gefühlte Sicherheit in der Wohngegend bei Dunkelheit 2014:* "fühle mich unsicher":30,2 % gefühlte Veränderung des wahrgenommenen Sicherheitsempfindens 2009 –2014: "verbessert": 0 % | "verschlechtert": 52,9 % + 18 (+ 9,1 %)

  • Entwicklung Straftaten in KA 2012-2017
    Extrahierter Text

    Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister BESCHLUSSVORLAGE Vorlage Nr.: Verantwortlich: 2018/0378 Dez. 2 Sicherheit in Karlsruhe: Entwicklung der Straftaten in Karlsruhe 2012 - 2017 Beratungsfolge dieser Vorlage Gremium Termin TOP ö nö Ergebnis Hauptausschuss 03.07.2018 2.1 X Beschlussantrag Der Hauptausschuss nimmt die Entwicklung der Straftaten in Karlsruhe 2012 – 2017 zur Kennt- nis. Finanzielle Auswirkungen (bitte ankreuzen) X nein ja Gesamtkosten der Maßnahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) Haushaltsmittel stehen (bitte auswählen) Kontierungsobjekt: (bitte auswählen) Kontenart: Ergänzende Erläuterungen: ISEK-Karlsruhe-2020-relevant X nein ja Handlungsfeld: (bitte auswählen) Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) X nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften X nein ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Die polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) weist für die Stadt Karlsruhe im Jahr 2017 insgesamt 27.644 erfasste Straftaten aus. Im Vergleich zu 2012 (28.462) konnte damit ein leichter Rück- gang um 2,9 % erreicht werden. In Heidelberg und Mannheim stiegen die erfassten Straftaten dagegen innerhalb des gleichen Zeitraums um 30,1 % bzw. 19,0 % (siehe Anlage). Im bundesdeutschen Vergleich schneidet Karlsruhe aktuell ebenfalls gut ab. Unter den 39 deut- schen Großstädten ab 200.000 Einwohner belegte Karlsruhe laut einem Artikel der „Welt am Sonntag“ vom 22. April 2018 den 12. Rang und wurde damit mit 8.917 je 100.000 Einwohner in der Kategorie der „sicheren Großstädte“ aufgeführt. Im Gegensatz dazu führen Frankfurt mit 14.864, Hannover mit 14.616 und Berlin mit 14.558 Straftaten je 100.000 Einwohner die Liste der Großstädte mit der höchsten Straftatenbelastung an. Grundlage der Rangliste waren die erfassten Straftaten pro 100.000 Einwohner („Häufigkeitszahl“) des Bundeskriminalamtes. Da- rin enthalten waren unter anderem Aufenthaltsverstöße bzw. Straftaten gegen das Aufent- haltsgesetz und das Asylgesetz, welche in Karlsruhe im Zusammenhang mit Personengruppen der Landeserstaufnahmeeinrichtung (LEA) überdurchschnittlich häufig vorkommen. Die Zahl der erfassten Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit belief sich 2017 in etwa auf dem gleichen Niveau wie 2012. In den Jahren 2015 und 2016 konnte ein Anstieg von Gewaltdelikten wie Raub oder Körperverletzung beobachtet werden, im Jahr 2017 waren die Fallzahlen jedoch wieder spürbar rückläufig. Zwischen 2012 und 2015 stieg die Zahl der gemeldeten Diebstähle kontinuierlich an. In den Jahren 2016 und 2017 zeigte die Kriminalstatistik dann einen deutlichen Rückgang der erfass- ten Diebstähle. Im gesamten Betrachtungszeitraum von 2012 bis 2017 verringerte sich die Zahl der Diebstähle insgesamt um 13,5 %. In diesem Zeitraum hatten sich beispielsweise die Fälle von schwerem Diebstahl an/aus Kraftfahrzeugen verdoppelt. Weiterhin wurden 2013 mehr als doppelt so viele Wohnungseinbruchdiebstähle (2013: 752) registriert als im Vorjahr (2012: 350). Seitdem hat sich die Zahl der Wohnungseinbruchdiebstähle jedoch in vier Jahren in Folge ver- ringert und befindet sich mit 345 Fällen im Jahr 2017 wieder auf dem Niveau von 2012. Straftaten gegen das Aufenthaltsgesetz/Asylgesetz stiegen zum Höhepunkt der Flüchtlingskrise 2015 sehr stark an und blieben bis 2017 mit 1.877 Fällen auf hohem Niveau. Da es sich hierbei um ein Kontrolldelikt handelt, hängt die dargestellte Zahl unter anderem stark von der Intensität der Kontrollen im öffentlichen Raum ab. Rauschgiftdelikte stiegen zwischen 2012 und 2017 um 430 Fälle (29,9 %). Die räumliche Verteilung der Straftaten zeigt eine hohe Zentralität. Erwartungsgemäß werden die meisten Straftaten in der Innenstadt sowie den zentral gelegenen Stadtteilen begangen. Ausschlaggebend für die Kriminalstatistik sind hierbei besonders diejenigen Straftaten mit ho- hen Fallzahlen, darunter Körperverletzung, Sachbeschädigung, einfacher Ladendiebstahl, Fahr- raddiebstahl und Rauschgiftdelikte. Die Anzahl der erfassten Straftaten stimmt nicht notwendigerweise mit dem subjektiven Sicher- heitsempfinden der betroffenen Bevölkerung überein. Die folgende Betrachtung bezieht sich beispielhaft auf die beiden Stadtteile Südstadt und Weiherfeld-Dammerstock, die sich exempla- risch für stadtteilbezogene Sicherheitskonferenzen anbieten. In der Südstadt wurden 2017 fast siebenmal so viele Straftaten registriert wie in Weiherfeld-Dammerstock, darunter ein deutlich höherer Anteil an Gewaltdelikten wie Körperverletzung sowie Rauschgiftdelikte. Dennoch ga- ben in der Sicherheitsumfrage 2014 des Amtes für Stadtentwicklung nur 17 % der Befragten an, sich in ihrer Wohngegend in der Südstadt bei Dunkelheit „unsicher“ zu fühlen. In Weiher- feld-Dammerstock nannten dies dagegen rund 30% der Befragten und über die Hälfte emp- Ergänzende Erläuterungen Seite 3 fand eine „Verschlechterung“ des persönlichen Sicherheitsempfindens. Dies zeigt, dass eine Verbesserung des Sicherheitsempfindens in der Bevölkerung nicht ausschließlich durch eine Reduzierung der tatsächlichen Straftaten bzw. Präventionsmaßnahmen erreicht werden kann. Beschluss: Antrag an den Hauptausschuss Der Hauptausschuss nimmt die Entwicklung der Straftaten in Karlsruhe 2012 – 2017 zur Kennt- nis.

  • Protokoll TOP 2.1
    Extrahierter Text

    Niederschrift 32. Sitzung Hauptausschuss 3. Juli 2018, 16:30 Uhr öffentlich Großer Sitzungssaal, Rathaus Marktplatz Vorsitzender: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 3. Punkt 2.1 der Tagesordnung: Entwicklung der Straftaten in Karlsruhe 2012 – 2017 Vorlage: 2018/0378 Beschluss: Der Hauptausschuss nimmt die Entwicklung der Straftaten in Karlsruhe 2012 – 2017 zur Kenntnis. Abstimmungsergebnis: keine Abstimmung Der Vorsitzende ruft den Tagesordnungspunkt 2.1 zur Behandlung auf und verweist auf die Tischvorlage „Statistik aktuell“ zum Thema „Kriminalität 2017“ mit ausführlichen Aus- arbeitungen. Unter den acht Großstädten in Baden-Württemberg positioniere sich Karlsruhe 2017 mit rund 8.900 Straftaten je 100.000 Einwohner zusammen mit Stuttgart im Mittelfeld, wäh- rend Freiburg mit rund 12.200 und Mannheim mit rund 11.500 spürbar höhere Straftaten- quoten aufweisen. Positiv sei außerdem der Rückgang der erfassten Straftaten einschließ- lich derjenigen gegen das Aufenthalts- und Asylgesetz in Karlsruhe von -2,9 % gegenüber 2012. Mannheim und Heidelberg haben dagegen einen Anstieg zu verzeichnen. Die Anzahl der erfassten Straftaten stimme jedoch nicht notwendigerweise mit dem sub- jektiven Sicherheitsempfinden der betroffenen Bevölkerung überein. In der Südstadt seien 2017 zum Beispiel fast siebenmal so viele Straftaten registriert worden wie in Weiherfeld- Dammerstock. Dennoch fühlen sich nur 17 % der Befragten in der Südstadt bei Dunkelheit unsicher. Dagegen seien es in Weiherfeld-Dammerstock rund 30 % der Befragten. Frau Dr. Wiegelmann-Uhlig (Amt für Stadtentwicklung) stellt die neueste Entwicklung der Straftaten seit 2012 und eine erste Auswertung der Bilanz von 2017 auf Stadtteilebene anhand einer Präsentation dar. – 2 – Sie empfehle, die gründerzeitlich verdichtete Südstadt sowie das von Einfamilienhäusern ge- prägte Weiherfeld-Dammerstock beispielhaft für andere Stadtteile in den Prozess der Sicher- heitsaudits einzubeziehen. Stadtrat Dr. Schmidt (AfD) hält den Stadtteil Weiherfeld-Dammerstock für kein gutes Bei- spiel. Er glaube, der Mord an einer Frau vor einigen Jahren sei für die Entwicklung der Zahl ausschlaggebend. Es gehe nicht nur um die Anzahl der Fälle, sondern auch darum, welche Fälle passieren. Wenn ein Mord passiere, beeindrucke dies die Bevölkerung ganz besonders. Zudem halte er es für wichtig, auch die gesamtwirtschaftliche Lage in die Betrachtung einzu- beziehen. Beispielsweise habe man heute eine höhere Vollbeschäftigung als 2012. Seines Er- achtens bedeute diese Tatsache, dass mehr Menschen in Lohn und Brot stehen und daher weniger Motivation vorhanden sei, um Diebstähle zu begehen. Vergleiche man die Statistik, liege der Unterschied bei rund drei Prozent. Umgerechnet seien dies rund 800 bis 900 Fälle und werde schon alleine durch die Fälle bei den Diebstählen ohne erschwerende Umstände wettgemacht. Alleine damit werde der Unterschied zu 2012 erklärt. Stadtrat Schmitt (pl) äußert sich zu den beiden letzten Folien der Präsentation. Die letzte Erhebung zum Sicherheitsempfinden basiere auf den Daten von 2009 und 2014. Er greift eine Aussage von Frau Dr. Wiegelmann-Uhlig auf, die laute, dass in der Südstadt im Jahr 2017 siebenmal so viele Straftaten begangen worden seien wie in Weiherfeld-Dammerstock, sich dagegen laut der Sicherheitsumfrage im Jahr 2014 jedoch viel mehr Leute in Weiherfeld- Dammerstock unsicher gefühlt haben. Seiner Meinung nach können jedoch nicht objektive Zahlen aus dem Jahr 2017 mit subjektiven Zahlen aus 2009 und 2014 vergleichen werden. Dies halte er für unzulässig. Man wisse nämlich überhaupt nicht, wie sich in der Südstadt oder in Weiherfeld-Dammerstock das subjektive Sicherheitsempfinden zwischen 2014 und 2017 verändert habe. Ihm sei natürlich klar, die Verwaltung wolle mit dem Vergleich nachweisen, dass mit objektiven Zahlen das Sicherheitsgefühl verbessert werden könne. Er stelle nun je- doch ein Gegenbeispiel dar. Im Jahr 2015 habe es zum ersten Mal den Straftatenatlas gege- ben. Damals habe er sich als Nordstadteinwohner darüber gefreut, dass er im Stadtteil mit der geringsten Kriminalität wohne. Im Jahr 2015 habe es 67 Kriminalitätsfälle gegeben. Im Si- cherheitsbericht 2016 sei dann ebenfalls der Straftatenatlas abgebildet und hier sei jedoch eine Zahl von 611 Fällen angegeben worden. Das bedeute, innerhalb eines Jahres hätte es eine Verzehnfachung der Kriminalität in der Nordweststadt geben müssen. Bis heute sei dies niemand aufgefallen. Daher ziehe er daraus den Schluss, dass man mit objektiven Zahlen nichts bewirke. Da im Jahr 2017 497 Straftaten begangen wurden, schließe er daraus, dass vermutlich die Zahl von 2015 falsch gewesen sei. Frau Dr. Wiegelmann-Uhlig (Amt für Stadtentwicklung) gibt an, die wirtschaftliche Ent- wicklung könne im Sicherheitsbericht nicht berücksichtigt und nur im Nachhinein hinein in- terpretiert werden. Sie stimme jedoch zu, dass sicherlich Auswirkungen vorhanden seien. Die Umfragen zur aktuellen Sicherheitsumfrage laufen gerade, momentan liegen aber noch keine neuen Daten vor. Die letzten Umfragen seien 2009 und 2014 gewesen. Die Zahl der Straftaten in der Nordweststadt aus dem Jahr 2015 müsse sie nochmals überprü- fen, könne jedoch ad hoc keine Aussage machen. Der Vorsitzende stellt klar, man diskutiere den Punkt im Hauptausschuss und Gemeinderat nicht, weil die Verwaltung denke, dass sich dadurch das subjektive Sicherheitsempfinden er- – 3 – höhe. Als Verwaltung und Politik müsse man sich allerdings mit der objektiven Sicherheitslage auseinandersetzen, um bei einer Verschlechterung Gegenmaßnahmen erarbeiten und disku- tieren zu können. Er glaube nicht, dass es eine Korrelation zwischen Kriminalität und kurzfristigen Armuts- oder Reichtumsschwankungen gebe. Würde Karlsruhe als eine der reichsten Regionen in Europa gelten, würde man vielleicht eher wieder im Fokus bestimmter Kriminalitätsdelikte stehen und die Fallzahlen würden steigen. Er vertrete jedoch nicht die These, dass wenn Leute ärmer werden, diese eher anfangen zu klauen. Wenn man sich die Täterprofile anschaue, werde nicht der ehrbare Bürger zum Dieb, nur weil er zeitweise ein bisschen weniger verdiene. Da- hinter stehen andere Mechanismen. Insofern glaube er, dass eine solche Korrelation zwischen Kriminalität und aktueller Wohlstandsituation nicht bestehe, zumindest was kurzfristige Ver- änderungen angehe. Er erinnere sich beispielsweise auch an eine Vielzahl von autobahnnahen Einbrüchen durch eine Kriminalitätsorganisation, die aber nicht direkt mit Karlsruhe in Verbindung gestanden haben. Stadträtin Dr. Leidig (GRÜNE) wirft die Frage auf, ob der Fünf-Jahres-Vergleich überhaupt sinnvoll oder Methoden wie in anderen Städten nicht besser geeignet seien. Beim letzten Mal habe man ein niedriges Jahr mit einem steigenden Jahr verglichen. Mit 2012 habe man den Vergleich zu einem normalen Jahr hergestellt. Letzen Endes seien es immer punktuelle Ver- gleiche von zwei Jahren und der Zeitraum dazwischen bleibe unberücksichtigt. Statistisch ge- sehen, dürfe man daraus keine Schlüsse ziehen, weil die Zwischenzeiträume überhaupt keine Beachtung finden. Sie könne heute schon prognostizieren, dass in manchen Jahren die Zahlen höher und in anderen niedriger sein werden (beispielsweise durch die Verstöße gegen das Aufenthaltsrecht). Sie halte diese punktuellen Vergleiche daher für schwierig. Sie frage sich, ob vielleicht ein Durchschnittswert der letzten 10 Jahre basierend auf der jeweiligen Einwoh- nerzahl und ein direkter Vergleich zum Vorjahr sinnvoller seien. Es erscheine ihr als die plau- siblere Vorgehensweise. Der 5-Jahres Zeitraum sei sehr willkürlich gewählt. Der Vorsitzende nimmt die Anregungen gerne auf. Er glaube, egal welchen Weg man wäh- le, es gebe immer kritische und einschränkende Feststellungen. Die Ausführungen heute sol- len jedoch zeigen, dass es keine objektive Verschlechterung der Kriminalitätslage in Karlsruhe gebe. Das sei eine wichtige Aussage. Nachdem keine weiteren Wortmeldungen vorliegen, stellt er die erfolgte Kenntnisnahme fest. Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 2. August 2018