Korridorthema Wirtschaft- und Wissenschaftsstadt: IQ-Leitprojekt "karlsruhe.digital": Zwischenbericht und künftige Organisation

Vorlage: 2018/0357
Art: Beschlussvorlage
Datum: 05.06.2018
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Dezernat 4
Erwähnte Stadtteile: Durlach

Beratungen

  • Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 17.07.2018

    TOP: 20

    Rolle: Entscheidung

    Ergebnis: mehrheitlich beschlossen

Zusätzliche Dateien

  • Anlage ka-digital Projektbericht Digitale Agenda nö
    Extrahierter Text

    Digitale Agenda Karlsruhe 300+ Projektbericht Gliederung 1. Positionierung des IT-Standortes Karlsruhe 2. Projektauftrag und Projektorganisation 3. Vision und Ziele 4. Erfolgsfaktoren und Maßnahmen (1) Führende Position Karlsruhes in IKT-Forschung und Lehre (2) Karlsruhe als Referenzstadt für Digitalisierung & Services (3) Attraktivste Standortfaktoren für Mitarbeiter und Familie (4) Attraktivste Standortfaktoren für IT-Fach- und Führungskräfte (5) Attraktivste IT-Gründerkultur (6) IT-Cluster Exzellenz (7) Führungsrolle im Bereich digitaler Souveränität (8) Beste IT-Infrastruktur (9) Höchster Internationalisierungsgrad des IT-Standortes (10) Führendes Innovationsklima (11) Höchste Reputation als IT-Stadt 5. Weiteres Vorgehen 2 / 30 1. Positionierung des IT-Standortes Karlsruhe Karlsruhe schreibt IT-Geschichte Karlsruhe ist einer der traditionsreichsten IT-Standorte Deutschlands. Zahlreiche Meilensteine in der Entwicklung der modernen Informationsgesellschaft sind mit Karlsruhe verknüpft. Heinrich Hertz wies am 29. November 1888 als Professor für Physik an der Technischen Hochschule in Karlsruhe die elektromagnetischen Wellen nach und demonstrierte ihren Zusammenhang mit dem sichtbaren Licht. Seine Experimente mit diesen Wellen führten später zur Entwicklung des drahtlosen Telegraphen und des Radios. In Karlsruhe wurde somit der Vorläufer drahtloser Kommunikation entdeckt. 1972 gründete die damalige Universität Karlsruhe, heute Karlsruher Institut für Technologie (KIT), die bundesweit erste Fakultät für Informatik. Anfänglich als Exot angesehen, gehört die Fakultät heute mit neun Instituten, 40 Professorinnen und Professoren, über 300 Mitarbeitenden und rund 3.000 Studierenden zu den vielfältigsten und renommiertesten Informatik-Fakultäten in Deutschland. Am 3. August 1984 erreichte die erste deutsche Internet-Mail den Karlsruher Server der Universi- tät Karlsruhe. Ausgangspunkt für dieses Ereignis war der Wunsch nach Anschluss an das Computer Science Network, kurz: CSNET - ein Vorläufer des heutigen Internets. Fünf Jahre lang war Karlsruhe der einzige Knotenpunkt für den gesamten Internetverkehr von und nach Deutschland. Seit 1989 beherbergt die Stadt mit dem Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM) eine weltweit einzigartige Kulturinstitution. Über die Ausstellungstätigkeit hinaus bildet das ZKM mit der Verbindung von Archiv und Sammlungen, Ausstellungen und Veranstaltungen, Forschung und Produktion die Entwicklung der Informationsgesellschaft des 20. und 21. Jahrhunderts adäquat ab und macht diese für ein breites Publikum erlebbar. Im ZKM befindet sich der älteste noch voll funktionsfähige und originalgetreu erhaltene Röhrenrechner der Welt, der Computer Zuse Z22 mit der Seriennummer 13. Die mit 415 Elektronenröhren ausgestatte Baureihe Z22 war der erste serienmäßig ausgelieferte Röhrenrechner in Deutschland und einer der ersten, mit dem Aufgaben in der gerade erst entwickelten Programmiersprache ALGOL60 gelöst werden konnten. 3 / 30 Hervorragende Positionierung der Karlsruher IT in den letzten 15 Jahren In 2003 qualifizierte das Magazin DMEuro in einer Vergleichsstudie von 100 Städten Karlsruhe als Deutschlands „Internet-Hauptstadt“. Diese Positionierung des IT-Standortes war insbesondere in Karlsruhe sehr wirkungsstark, wird jedoch heute als nicht mehr ausreichend spezifisch angesehen. Eine besondere Kompetenz des IT-Standortes Karlsruhe liegt im Bereich der Unternehmenssoftware, d.h. der Software für das Management von Geschäftsprozessen innerhalb und zwischen Unternehmen. In der TechnologieRegion gibt es zahlreiche spezialisierte Mittelständler, die Innovationsführer in diesem Bereich sind. Die Vernetzung zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Standortpolitik ist eine weitere Qualität der Region Karlsruhe. Eine der traditionsreichsten und führenden Informatik-Fakultäten Deutschlands sowie bedeutende Forschungseinrichtungen wie das Forschungszentrum Informatik (FZI) befinden sich in Karlsruhe. Das 1997 gegründete CyberForum ist aktuell mit über 1.000 Mitgliedern das größte regional aktive Hightech-Unternehmer-Netzwerk in Europa. In 2008 kam die Karlsruher Initiative „iRegion. Creating the net economy“ ins Finale der ersten Wettbewerbsrunde des Spitzencluster-Wettbewerbs des Bundesministerium für Bildung und Forschung. 2010 wurde der Software-Cluster „Emergente Software für das digitale Unternehmen“ initiiert. Diesem vom Bundesforschungsministerium ausgezeichneten Zusammenschluss gehören Forschungseinrichtungen und Unternehmen in Karlsruhe, Darmstadt, Kaiserslautern, Saarbrücken und Walldorf an. Ziel ist die technologische und methodische Erforschung sowie Entwicklung von emergenten Softwarelösungen für das digitale Unternehmen der Zukunft. Emergente Softwaresysteme sind komponenten-basierte Softwaresysteme, die durch eine (teil-)automatisierte Anpassung und Selbstorganisation neue Geschäftsmehrwerte ermöglichen, auch über Unternehmensgrenzen hinweg. 2011 hat das Forschungsministerium am KIT das Kompetenzzentrum für angewandte Sicherheitstechnologie (Kastel) initiiert. Es ist eines von deutschlandweit drei Forschungszentren für Cybersicherheit. Mit dem landesweit agierenden Digitalen Innovationszentrum (DIZ) werden die Kernkompetenzen des Standortes, Unternehmenssoftware und IT-Security, weiter entwickelt. 2014 qualifizierte eine Studie der EU-Kommission Karlsruhe als IKT-Spitzenregion hinter Paris, London und München. Zu den entscheidenden Erfolgsfaktoren der Spitzenregion Karlsruhe zählt die EU-Kommission unter anderem den Zugang zu sehr guten Universitäten und Forschungszentren, die regionale Vernetzung sowie die hohe Intensität an Forschung und Entwicklung bei regionalen Unternehmen. In der TechnologieRegion Karlsruhe sind aktuell etwa 4.200 Software-Unternehmen ansässig, die zusammen einen Jahresumsatz von 5,1 Milliarden Euro erwirtschaften. Sie beschäftigen über 30.000 Mitarbeiter. Damit arbeiten in Karlsruhe doppelt so viele IKT-Beschäftigte pro Einwohner wie im Bundesdurchschnitt. 4 / 30 2. Projektauftrag und Projektorganisation a. Projektauftrag Auftrag des Gemeinderates zur Erarbeitung einer Digitalen Agenda Auf Initiative des Gemeinderates erfolgt seit Ende 2014 die Erarbeitung einer „Digitalen Agenda KA300+“, d.h. eines umfassenden Konzeptes zur Weiterentwicklung des IKT-Standortes Karlsruhe mit besonderem Fokus auf Kommunikation und Marketing (vgl. Anfrage der CDU- Fraktion vom 18.02.2014 unter dem Stichwort „Internethauptstadt“). Die Koordination erfolgt durch das Wissenschaftsbüro bei der federführenden Stadtmarketing Karlsruhe GmbH in enger Abstimmung mit dem CyberForum Karlsruhe e.V. Digitale Agenda als ein zentrales Korridorthema der Stadtentwicklung Die Weiterentwicklung und Profilierung Karlsruhes als führender IKT-Standort ist Bestandteil des Fokusbereiches „Technologiestadt 2020“ des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts 2020 (ISEK). Im Rahmen der Fortschreibung des ISEK wurde die Digitale Agenda als ein zentrales Leitprojekt innerhalb der Verwaltung priorisiert. b. Projektorganisation Gesamtkoordination Die Erarbeitung der Digitalen Agenda erfolgt in einem umfassenden und kooperativen Ansatz unter Einbindung aller relevanten Akteure der Stadtverwaltung, städtischer Gesellschaften, Wirtschaftscluster und -netzwerke sowie Karlsruher Wissenschaftseinrichtungen und Unternehmen aus dem IT- und Hightech-Bereich. Zur Gesamtkoordination des Projektes wurde ein Steuerkreis gebildet. Steuerkreis Der Steuerkreis „Digitale Agenda KA300+“ versteht sich als Impulsgeber und koordinierendes Gremium für die Arbeitsgruppen der Digitalen Agenda. 5 / 30 Mitglieder des Steuerkreises Name Institution Svenja von Bartenwerffer Cyberforum e.V. Christian Birnesser Cyberforum e.V. Ralf Eichhorn Wirtschaftsförderung Karlsruhe Jochen Ehlgötz TechnologieRegion Karlsruhe Dirk Fox Secorvo David Hermanns Cyberforum e.V. Matthias Hornberger Kizoo Martin Hubschneider CAS AG Michael Kaiser Wirtschaftsförderung Norbert Käthler Stadtmarketing Karlsruhe GmbH Markus Losert Stadt Karlsruhe Marc Mühleck IHK Karlsruhe Prof. Bernhard Neumair KIT, SCC Sabine Rapp Stadt Karlsruhe Alexandra Ries Stadt Karlsruhe, OV Durlach Dr. Klaus Rümmele KIT, Presse, Kommunikation und Marketing (PKM) Ralf Schneider ISB AG Jan Wiesenberger FZI Dr. Thomas Windmann KIT, Presse, Kommunikation und Marketing (PKM) 6 / 30 3. Vision und Ziele Von den Teilnehmern des Steuerkreises wurde in mehreren Workshops ein Zukunftsbild für den IKT-Standort Karlsruhe erarbeitet, das anhand mehrerer Zieldimensionen definiert wurde. Als Vision für den IT-Standort wurde „Karlsruhe – Motor der Digitalisierung. Mehr Lebensqualität, Wettbewerbsfähigkeit und Souveränität“ formuliert. Folgende Ober- und Unterziele wurden definiert: Karlsruhe ist einer der attraktivsten IT-Standorte weltweit (und wird auch so wahrgenommen).  attraktiv für IT-affine und design-affine Ausbildungsstätten und Studenten verschiedener Studiengänge  attraktiv für (zukunftsweisende, arbeitsplatzschaffende und gewerbesteuerzahlende) IT- Unternehmen  attraktiv für Unternehmen anderer Branchen, die in der Digitalisierung ihre Zukunft sehen  attraktiv für die Mitarbeitenden und die Führungskräfte in diesen (IT-)Unternehmen  attraktiv für die Familien dieser Mitarbeitenden  attraktives Ecosystem für Menschen & Unternehmen Für die Realisierung dieser Vision bzw. der Ziele wurden elf erfolgskritische Einzelfaktoren oder Dimensionen definiert. Diese Dimensionen zeigen den Anspruch der Digitalen Agenda auf. Für jeden dieser elf Erfolgsfaktoren wurde ein Maßnahmenportfolio, bestehend aus bereits vorhandenen Maßnahmen sowie neuen Maßnahmenideen entwickelt. Daraus leiten sich strukturelle Verantwortlichkeiten ab (siehe 3.). 7 / 30 Erfolgsfaktoren der Digitalen Agenda und Selbsteinschätzung des Steuerkreises Der Ist-Stand zu den elf Dimensionen wurde durch den Steuerkreis in einer Selbsteinschätzung evaluiert. Hierzu wurde eine Skala von 1 (sehr geringe Ausprägung für Karlsruhe) bis 10 (entspricht dem internationalen Benchmark) zu Grunde gelegt. 8 / 30 Strukturierter Prozess zur Maßnahmenentwicklung Zu den elf erfolgskritischen Dimensionen der Weiterentwicklung der IT-Stadt wurden Arbeitsgruppen gebildet. Diese erarbeiten unter der Federführung eines Moderators Maßnahmen, um den IT-Standort Karlsruhe weiter zu stärken. Um die Perspektiven der Stadt und der Politik stärker in das Projekt einzubringen, wurde allen Gemeinderatsfraktionen die Möglichkeit gegeben, Vertreter in die Arbeitskreise zu entsenden. Die Arbeitsgruppen werden durch einen Moderator koordiniert, der den jeweiligen Projektfortschritt im Steuerkreis berichtet (Übersicht zu Arbeitsgruppen siehe Anlage 1). Hieraus leiten sich strukturelle Verantwortlichkeiten sowie der nötige Ressourceneinsatz ab. Weiterhin werden hierbei auch bereits vorhandene Konzepte, beispielsweise der Stadtverwaltung Karlsruhe im Bereich des E-Government, Open Government, digitale Services für Bürgerinnen und Bürger oder im Bereich der Internationalisierung ausgewertet und integriert. Beispiel: Höchste Reputation als IT-Standort Prozess Definition elementare Ziele Definition Zielgruppen IST-Stand Definition Meilensteine Ableitung Maßnahmen und Quick-Wins Positionierung des IT-Standortes Stärkung der überregionalen Wahrnehmung der Vision des IT-Standortes z.B. Fachkräfte und Unternehmen außerhalb Karlsruhes, Bürgerinnen und Bürger in Karlsruhe, Wissenschaft Bestandsaufnahme von Maßnahmen in Umsetzung Bewertung anhand von Kriterien Weiterentwicklung der Gesamtmarke Karlsruhe Leitprojekte bis 2020, Antrag für ein Projekt  Fortschreibung der Marke Karlsruhe  Toolbox für IT-Vermarktung  „Botschafterkonzept“ für den IT-Standort  Online Destination („Quick Win“)  Daten / Zahlen Erhebung 9 / 30 Hierzu wurden folgende Arbeitsgruppen gebildet: Arbeitsgruppe Moderation Forschung & Lehre Dr. Thomas Windmann, Dr. Klaus Rümmele / KIT Digitalisierung & Services Markus Losert / Stadt Karlsruhe Standortfaktoren Familie Norbert Käthler / Stadtmarketing Standortfaktoren Fachkräfte David Hermanns / CyberForum IT-Gründerkultur David Hermanns / CyberForum IT-Cluster-Exzellenz David Hermanns / CyberForum Digitale Souveränität Dirk Fox / KA-IT-Si IT-Infrastruktur Alexandra Ries / Telemaxx Internationalisierung Jochen Ehlgötz / ABZ / TRK Innovationsklima Jan Wiesenberger / FZI Reputation IT-Stadt Norbert Käthler / Stadtmarketing 10 / 30 4. Erfolgsfaktoren und Maßnahmen (1) Führende Position Karlsruhes in IT-Forschung und Lehre Moderation Dr. Thomas Windmann, KIT Mitwirkung (Fokusgruppe Kommunikation) Dr. Thomas Windmann, Dr. Klaus Rümmele (KIT), Susanne Diringer (DHBW Karlsruhe), Norma Pralle (HsKA), Kirsten Buttgereit (PH), Katharina Heidecke (HfG), , Dr. Eberhard Fischer (KULT) Mitwirkung (Fokusgruppe Wissenschaft) Dr. Thomas Windmann, Dr. Klaus Rümmele, Prof. Bernhard Neumair, Daniel Weichsel (KIT), Dr. Anett Holzheid, Dominika Szope (ZKM), Enrico Hüneborg (DHBW), David Karlin (FZI), Clas Meyer (Stadtmarketing), Prof. Rainer Neumann (HsKA) Ziele In Deutschland und in ganz Europa belegt Karlsruhe Spitzenplätze in IKT-Forschung, -Technolo- gie und -Innovation. Der herausragende Ruf der Region im Bereich IKT-Forschung und -Lehre soll weiterentwickelt und verbessert werden. Zielgruppen (zukünftige) Studierende und Forschende national / international, Medien und Öffentlichkeit Ist-Stand In der Teil-Arbeitsgruppe „Führend in IT-Forschung und Lehre – Kommunikation“ hat die Ist- Aufnahme ergeben, dass in Karlsruhe insgesamt 9.000 Studierende in 20 Studiengängen und damit ca. 20% der Studierenden im Bereich Informatik und informatiknahen Fächern ausgebildet werden. Damit ist gehört Karlsruhe deutschlandweit zu den großen Studienorten für Informatik. IKT-Themen spielen in den Schwerpunkten aller Karlsruher Hochschulen maßgebliche Rolle. Digitale Medienkunst und Musikinformatik sowie anwendungsnahe Felder in den Bereichen Mobilität, Industrie 4.0 und Energie stellen wichtige Alleinstellungsmerkmale für Forschung und Lehre in Karlsruhe dar. Mit diesen Kompetenzen gestaltet Karlsruhe den digitalen Wandel der Lebens- und Arbeitswelt heute und in Zukunft mit. 11 / 30 Bestehende Maßnahmen im Bereich Kommunikation und Marketing für die IT-Stadt Karlsruhe  Events (Auswahl): Wissenschaftsfestival EFFEKTE, Beyond 3D-Festival, Anti-Prism-Party, Science Slam, Tage der offenen Tür an Hochschulen, Famelab, Vortragsreihen, Gulasch- Programmiernacht  Netzwerkarbeit: Wissenschaftsnetzwerke (DFN), ICTNET (International Consortium on Information and Communication Technologies and Related Interdisciplinary Applications), Spitzencluster, Wirtschaft (z.B. CyberForum e.V.), Messearbeitskreise und -beiräte, Schulen, Landesmarketing, Zuwendungsgeber  Messeauftritte Karlsruher Einrichtungen, z.B. CeBIT, Ausstellungen  Institutionelle Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Noch zu verstärkende bestehende Maßnahmen im Bereich Kommunikation und Marketing für die IT-Stadt Karlsruhe  Projekte, Einrichtungen: Kompetenzzentrum, Smarter City, e-mobility-Initiative  Sponsoring, Fundraising  Alumniarbeit  Konferenzen, Tagungen (u.a. Learntec, Google Developer-Treffen), Summer Schools  Public Affairs, Lobbyarbeit  Synchronisierte Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, u.a. Experten, YouTube, Filme, Webauftritt  Wettbewerbe, Awards  Beteiligung an und Kommunikation von Erfolgen in Projekten, Wettbewerben und Ausschreibungen (z.B. Exzellenzinitiative 2017)  Kooperation mit TechnologieRegion Karlsruhe  Nutzung persönlicher Netzwerke  Aktivierung und Pflege von Netzwerken (s. unten) Meilensteine  Strategischer Austausch unter den Hochschulen und Forschungseinrichtungen  Gemeinsame Kommunikation, Entwicklung von zielgruppenspezifischen Kommunikationsplänen, Bündelung von Maßnahmen Zusätzliche Maßnahmen im Bereich Kommunikation und Marketing  Haus der Wissenschaften  Social Media-Kampagne  VIPs und VIScientists einbinden (Botschafterkonzept für IT-Forschung und Lehre)  Medienkooperation mit SWR 12 / 30 Bestehende Maßnahmen im Bereich Wissenschaft für die IT-Stadt Karlsruhe  Wichtige Netzwerke und Partner: IT-Sicherheitszentrum, Digitales Innovationszentrum (DIZ), Verein der Karlsruher Software-Ingenieure (VKSI), Karlsruhe Service Research Institute (KSRI), SAP, Smart Data Innovation Lab (SDIL) Zusätzliche Maßnahmen im Bereich Wissenschaft  Medienbildung  Stärkere Vernetzung mit Schulen  Angebote für ein lebenslanges Lernen  Digitale Angebote zur Integration neuer Bürgerinnen und Bürger  Digitale Beteiligungsmöglichkeiten für Bürgerinnen und Bürger  Digitale Wahlen und Abstimmungen  Open Data-Portale  Kommunikationsplattformen  Verbreitung von E-Learning  Kooperation mit dem Bundesverfassungsgericht  Plattform für die interne Kommunikation lokaler Partner Rahmenbedingung hierfür: Ausbau des KA-WLAN 13 / 30 (2) Karlsruhe als Referenzstadt für Digitalisierung & Services Moderation Markus Losert, Personal- und Organisationsamt, Stadt Karlsruhe Mitwirkung AG IT-Strategie (Personal-und Organisationsamt, Medienbüro, KIT, FZI, Cyberforum, Strategiemanufaktur, init AG) Ziele Die Stadt Karlsruhe setzt sich zum Ziel, zeitgemäße und nachfrageorientierte Kommunikationskanäle für Bürger und Unternehmer zu schaffen und diese intelligent zu verknüpfen. Elektronische, telefonische und persönliche Kommunikationskanäle sind aufeinander abgestimmt zu gestalten und zu optimieren. Der Nutzer soll den Kanal jederzeit im Prozess wechseln können und eine zwingende persönliche Vorsprache soll soweit wie möglich entfallen. Um dies zu leisten, sind ein stadtweites Prozess-, Wissens- und Qualitätsmanagement und ist eine zielgerichtete Fortbildung der Mitarbeiter notwendig. E-Government und Digitalisierung sind eine gesamtstädtische Aufgabe und ein Eckpfeiler der Verwaltungsmodernisierung. Zielgruppen Bürgerinnen und Bürger der Stadt Karlsruhe Bestehende Maßnahmen für die IT-Stadt Karlsruhe  Neuorganisation städtischer IT-Infrastruktur und -Services Derzeit erfolgt eine Neuorganisation der städtischen IKT-Infrastruktur und der städtischen IT-Services im Rahmen eines umfassenden Strategieprozesses. Die dezentra- len IT-Strukturen der Stadt sollen erhoben und analysiert werden und in einem neu zu bildenden Amt für Informationstechnik und Digitalisierung zusammengefasst werden. Das Amt wird nach innen wie außen die zentrale Stelle für die IT- und E-Government- Steuerung auftreten und einen leistungsfähigen IT-Betrieb sicherstellen. Das Amt ist Partner der Fachverwaltung und Treiber von Innovationen, der Chancen der Digitalisierung proaktiv erkennt und mit der Fachverwaltung vorantreibt. Das Amt ist einheitlicher, professioneller und kundenorientierter Ansprechpartner für alle städtischen IT-Leistungen. 14 / 30 Meilensteine  Entwicklung strategischer Leitthesen zur städtischen IT Zur Definition strategischer Zielstellungen der Stadt hinsichtlich IT und E-Government werden strategische IT-Leitthesen formuliert. Dies erfolgt unter Einbindung von internen und externen Wissensträgern in der Region Karlsruhe (KIT, FZI, Cyberforum, Strategiemanufaktur) sowie unter Einbindung weiterer städtischer Akteure durch eine interne Beteiligungsplattform. Folgende zukünftige Kernthemen für die städtische IT wurden definiert: Weitere Maßnahmen Hierzu wird derzeit seitens der Stadt Karlsruhe ein Konzept erarbeitet. Die Ableitung von konkreten Maßnahmen erfolgt nach Abschluss des Leitthesen-Prozesses. 15 / 30 (3) Attraktivste Standortfaktoren für Mitarbeiter und Familie Moderation Norbert Käthler, Stadtmarketing Karlsruhe GmbH Mitwirkung CyberForum Karlsruhe e.V., Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanungsamt, TechnologieRegion Karlsruhe, Wirtschaftsförderung Ziele Ziel ist es, die Lebensqualität der Stadt Karlsruhe mit konkreten Maßnahmen weiter zu verbessern. Hierzu erfolgt die Fortschreibung der Ziele und Maßnahmen des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes 2020 (ISEK) im Hinblick auf die Attraktivität der IT-Stadt für Mitarbeiter und Familien, hier insbesondere die Handlungsfelder Sozialer Zusammenhalt und Bildung, Kultur, Umwelt, Klimaschutz und Stadtgrün, Städtebau sowie Sport, Freizeit und Gesundheit. Zielgruppe Bürgerinnen und Bürger IST-Stand Es ist festzustellen, dass Karlsruhe insbesondere bei jüngeren Zielgruppen eine sehr hohe Reputation als familienfreundliche Stadt hat. Dies wird durch zahlreiche Studien und Untersuchungen mit dem Schwerpunkt Lebensqualität belegt (z.B. sehr gute Position im Bildungsatlas Baden-Württemberg, bei Kinderbetreuung Platz 5 unter den Städten in Baden- Württemberg, Karlsruhe steht an neunter Stelle im bundesweiten Kulturranking). Karlsruhe ist eine grüne Stadt, die sich durch die hohe Qualität der Freiräume sowie durch die Nähe zu Schwarzwald und Elsass auszeichnet. Dies ermöglicht zahlreiche Sportangebote außerhalb von Vereinen (z.B. Fahrradtouren, Jogger-Strecken). Karlsruhe verfügt zudem über viele gut ausgestatte Kinderspielplätze (z.B. mit Wasser). Zahlreiche bestehende Maßnahmen und Services tragen zur Attraktivität von Karlsruhe für Mitarbeiter und Familien bei. Besonders hervorzuheben ist die Verbindung von Kunst und IT im ZKM als besonderes Alleinstellungsmerkmal. Die Lebenshaltungskosten in Karlsruhe sind günstiger als in großen Metropolen. Bestehende Maßnahmen für die IT-Stadt Karlsruhe  Breites und vielfältiges Schulangebot mit Ganztagsbetreuung für Schulkinder  Kinderbetreuung – Tageseinrichtungen für Kinder unter 3 Jahre  Familienorientierte Dienstleistungen z.B. Vermittlung Babysitterdienste  Ferienbetreuung für Kinder (z. B. Kinder-Uni)  Weiterbildungsangebote für Mitarbeiter (z. B. AWWK, vhs)  Kinder- und Jugendkultur mit vielen Projekten und Angeboten  Zahlreiche kulturelle Angebote im Bereich Musik, Kunst, Theater, etc.  Zahlreiche Vereinsangebote, zahlreiche moderne Bäder, Gesundheitsförderung 16 / 30  Entwicklungskonzept Zoologischer Stadtgarten Bestehende Services für Neubürgerinnen und Neubürger  KiTa-Finder (App)  Neubürger-Scheckheft  Online-Welcomecenter der TRK  15-Gründe-Flyer für Karlsruhe Meilensteine  Fortschreibung des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes durch Strategische Leitungskonferenz auf Basis der Korridorthemen  Neue Innenstadt / Innenstadtentwicklungskonzept und Countdown-Strategie Kombilösung Zusätzliche Maßnahmen Für die Standortfaktoren für Mitarbeiter und Familie wurde auf Basis des integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (ISEK) ein Stärken-Schwächen-Profil erstellt. Im Rahmen des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes werden für die Wohnraumförderung und die Innenstadtentwicklung derzeit eigenständige Konzepte erarbeitet. Beim Thema Wohnungsmarkt soll verstärkt Wert auf Qualität, nicht auf Quantität gelegt werden. Der Fokus soll auf Wohnformen und Wohnprojekte gelegt werden, zum Beispiel „Wohnen auf Zeit“ oder „CoWorking-Spaces“. Folgende Maßnahmen werden im Bereich Service Kommunikation für besonders wichtig erachtet:  Aufbau eines gemeinsamen Dual-Career Service  Familienorientierte Kommunikation / Welcomecenter 17 / 30 (4) Attraktivste Standortfaktoren für IT-Fach und Führungskräfte Moderation CyberForum Karlsruhe e.V. Mitwirkung Ca. 50 Unternehmen aus dem Netzwerk, IHK Karlsruhe, permanente Akquise weiterer Teilnehmer Ziel Ziel ist es, die Präsentation der Unternehmen des IT-Netzwerkes sowie die Attraktivität vorhandener IT-Arbeitsplätze in Karlsruhe mit zusätzlichen Maßnahmen weiter zu verbessern Und in eine gemeinsame Standortmarketingkampagne unter einer Dachmarke der Karlsruher IT- Branche zu überführen. Zielgruppe IT-Fach- und Führungskräfte//Fachkräftemarketing entweder spezifisch für Zielgruppen (Schulen, Hochschulen, Ausbildung, Absolventen, Seniors) oder zielgruppenübergreifend sowohl innerhalb der Region als auch außerhalb von Karlsruhe. IST-Stand Seitens des CyberForum wurden bereits erste Workshops mit Mitgliedern durchgeführt. Seitens der Mitglieder besteht breites Interesse und große Bereitschaft, in diesem Bereich aktiv mitzuwirken. Ziel ist es zielgruppenspezifische Maßnahmen zur Steigerung der Attraktivität des IT-Standortes umzusetzen, die auch von den IT-Unternehmen mitentwickelt und mitfinanziert werden. Bestehende Maßnahmen für die IT-Stadt Karlsruhe Es bestehen bereits viele Maßnahmen, beispielsweise diverse branchenspezifische Veranstaltungen (fachlich und zum Netzwerken), Maßnahmen zur Fachkräftevermittlung (für verschiedene Professionalitätsgrade), MeetUps, Aktivitäten seitens der Unternehmen, Aktivitäten seitens des CyberForum (z.B. BW und TRK auf CeBIT präsentieren etc.) Zusätzliche Maßnahmen (mit Ranking) Ein umfassendes Konzept befindet sich in Arbeit, in diesem werden diverse potentielle Maßnahmen vorgestellt. Quickwins können beispielsweise sein:  Fachkräftepool  Landingpage  Factsheet zum Standort 18 / 30 Priorisierung in ersten Workshops erarbeiteten Maßnahmen:  Landing Page  Kinderbetreuung als Faktor familienfreundlicher Unternehmen  Plakataktionen  Fachevent für verschiedene Zielgruppen 19 / 30 (5) Attraktivste IT-Gründerkultur Moderation CyberForum Karlsruhe e.V. Mitwirkung Wirtschaftsförderung Karlsruhe, Hochschule für Gestaltung Karlsruhe, Volksbank, KIT Gründerschmiede, CIE Center für Innovation & Entrepreneurship, DHBW Karlsruhe, K3 Büro für Kultur- und Kreativwirtschaft Karlsruhe, Hochschule Karlsruhe Technik und Wirtschaft, Karlshochschule, Pioniergarage, CyberForum, TechnologieRegion Karlsruhe, Technologiefabrik Karlsruhe, Sparkasse Karlsruhe Ettlingen, IHK Karlsruhe, frau und beruf Kontaktstelle Karlsruhe, Handwerkskammer Karlsruhe Ziel Ziel ist es, Veranstaltungen und Beratungsangebote für Gründer und Gründerinnen am Standort Karlsruhe umzusetzen, gezielt Gründungsberater und -beraterinnen zu vernetzen sowie den aktiven Austausch zwischen Gründerinnen und Gründern zu fördern. Die Akteure der Karlsruher Gründerallianz begleiten Gründer während der gesamten Gründungsphase (z.T. auch über diese hinaus), auch institutionenübergreifend und entwickeln für dieses Ziel neue Formate sowie bestehende Formate weiter, die in Summe Strahlkraft über die Region hinaus entwickeln. Zielgruppe Potentielle Gründer bzw. relevante Institutionen, d.h. Hochschulabsolventen, Spin-offs, Unternehmer, Forschungseinrichtungen, laut Vision & Mission der Gründerallianz: „Menschen, die eine neue unternehmerische Aktivität ausüben, planen oder in Erwägung ziehen.“ (Neugründungen // Unternehmensnachfolge) IST-Stand Aktuell wird die Gründerallianz für den IT-Standort Karlsruhe auf ein neues Level gehoben. Es wurde ein umfangreiches Konzept mit zahlreichen Maßnahmen zur Förderung der Gründerkultur in Karlsruhe erarbeitet, Zudem wird die Vernetzung der teilnehmenden Institutionen verstärkt und eine „Betreuungskette“ für die Gründungswilligen aufgebaut. Für den Aufbau eines IT-Gründerhaus für Baden-Württemberg liegt ein Beschluss des Gemeinderates vor. Bestehende Maßnahmen für die IT-Stadt Karlsruhe Einzelmaßnahmen decken folgende Bereiche ab:  Räume für Gründer, z.B. Gründerzentrum PERFEKT FUTUR, Technologiefabrik, CyberLab  Beratungsmöglichkeiten für Gründer, z.B. CIE, K3/WiFö, Angebote des CyberForums  Förderung von Gründungen, Acceleratoren & Inkubatoren: Karlsruher EXI Gründungsgutschein, CyberLab, UpCat, Campus Nord 20 / 30  Aktivitäten zu Vernetzung und Kooperation, Regelmäßiger Austausch, z.B. Gründergrillen, PionierGarage, Aktivitäten des CyberForums  Events für Gründer, z.B. TeamUp, Matchings, Kongresse, GROW, Cyber Champions Award Zusätzliche Maßnahmen  CODE_n new. New Festival im September 2016 in Karlsruhe (ZKM)  Bessere Operationalisierung der Gründerallianz durch neue interne Strukturen 21 / 30 (6) IT-Cluster Exzellenz Moderation CyberForum Karlsruhe e.V. Ziel Das CyberForum ist zurzeit zertifiziert und ausgezeichnet als führendes IT-Cluster Europas und bestes branchenübergreifendes Cluster in Baden-Württemberg. Akut besteht in diesem Feld also kein Handlungsbedarf abseits der täglichen Fortführung der Angebote und Services, die zu diesen Auszeichnungen geführt haben. Zielgruppe Unternehmen national / international IST-Stand Die IT-Region Karlsruhe zählt zu den führenden Innovationsstandorten und ist Europas drittgröß- ter IT-Cluster. In der Karlsruher Region sind inzwischen rund 4.200 wichtige IT-Firmen und Technologieanwender mit internationaler Reputation angesiedelt. Rund 30.000 Beschäftigte der Region arbeiten in der IT-Branche. Das CyberForum wurde Ende 2013 als führendes IT-Cluster Europas ausgezeichnet sowie als branchenübergreifend bestes Cluster in Baden-Württemberg prämiert. Ein Schwerpunkt des Karlsruher IT-Clusters sind Verbundprojekte im Bereich "Softwareinnovationen für das digitale Unternehmen", was sich beispielsweise in der regionalen Koordination des Spitzencluster „Software-Cluster“ zeigt. Weiterhin konnte mit dem DIZ Digitales Innovationszentrum eine weitere Institution in Karlsruhe etabliert werden, die den aktiven Austausch und Wissenstransfer zwischen Unternehmen fördert und etabliert. Die hervorragende Position des IT-Clusters Karlsruhe im Bereich Unternehmenssoftware wird belegt durch die Auszeichnung als „Cluster Management Excellence Gold“ und das Label „Cluster-Exzellenz Baden-Württemberg“. Die internationale Vernetzung des Standortes wird durch das bestehende Business Roaming Agreement (Clusterize) gefördert. Beim CyberForum besteht eine enge Abstimmung mit weiteren regionalen IT-Clustern, z.B. VKSI, KA-IT-Si, MEKA, smart businessIT und dessen Nachfolger, dem IT-Bündnis Baden-Württemberg. 22 / 30 (7) Führungsrolle im Bereich digitaler Souveränität Moderation Dirk Fox (KA-IT-Si) Mitwirkung Oliver Winzenried (Wibu), Prof. Dr. Jörn-Müller-Quade (KASTEL/KIT), Markus Kimpel (aluplast), Marc Mühleck (IHK), Uwe Lancier (Gemeinderat) Ziel Bundesweite Sichtbarkeit des Standorts Karlsruhe als „Hochburg“ der IT-Sicherheit mit einer Führungsrolle beim Thema „Digitale Souveränität“. Zielgruppe Unterscheidung von Zielgruppen des Standort-Marketings zur Digitalen Souveränität:  Unternehmen (Maßnahmen/Initiativen: KA-IT-Si, Forschung (KIT, FZI/DIZ, KASTEL), IHK- Veranstaltungen)  Bürger (Maßnahmen/Initiativen: Anti-Prism-Parties, ZKM (Ausstellung „Global Control and Censorship“), Staatstheater ("Ich bereue nichts"))  Schülerinnen und Schüler (Maßnahmen: Krypto-Box (Pädagogische Hochschule), Krypto- im-Advent (KA-IT-Si/PH)) IST-Stand und bestehende Maßnahmen für den IT-Standort Karlsruhe Karlsruhe wird bereits wirksam mit dem Thema "Digitale Souveränität" verknüpft, z. B. durch Urteile des BVerfG (u.a. zur Online-Überwachung, digitalen Wahlmaschinen und der Vorratsdatenspeicherung), Forschungsinstitutionen und Projekten wie KASTEL sowie über Karlsruhe hinaus wirkende Initiativen wie die KA-IT-Si und die von ihr veranstalteten „Anti-Prism- Parties“. Weiterhin bestehen bereits Kooperationen zwischen Forschung, Kulturinstitutionen und Unternehmen. Geplante Maßnahmen für die IT-Stadt Karlsruhe  Karlsruher Manifest zur Digitalen Souveränität Derzeit wird an einer Karlsruher Erklärung zur Digitalen Souveränität gearbeitet. Zielgruppe sind Fachkreise sowie Bürgerinnen und Bürger. Das "Karlsruher Manifest" soll von namhaften Karlsruher Vertretern mit Bezug zu Informationssicherheit und Datenschutz aus den Bereichen Recht (Prof. Hoffmann-Riem), Forschung (Prof. Müller- Quade), Kunst (Prof. Weibel) und Industrie unterzeichnet werden. Die öffentliche Vorstellung des Manifests soll im 2. Quartal 2016 auf der nächsten „Anti-Prism-Party“ im ZKM (28.04.2016) erfolgen. In den Thesen des Manifests sollen folgende Themen angesprochen werden:  Transparenz und Selbstbestimmung über die eigenen Daten,  Anforderungen an einen geeigneten (europäischen) Rechtsrahmen  Nutzer und Betroffenen (KMU, Institutionen),  Technikgestaltung (Forschung, Industrie, "made in Germany", Standards) 23 / 30  Bedeutung von Auswahlmöglichkeiten zwischen technischen Alternativen („Grundvielfalt")  Manipulationsschutz und die Datenkonsistenz 24 / 30 (8) Beste IT-Infrastruktur Moderation Stadtamt Durlach Mitwirkung Wirtschaftsförderung, 1&1, Deutsche Telekom Technik, Liegenschaftsamt, Stadtwerke, TelemaxX, Volkswohnung, UnityMedia, KULT-Fraktion Ziel Weiterentwicklung der Breitband-Versorgung in der Region Karlsruhe. Zielgruppe Unternehmen / Privathaushalte (Home-Office) IST-Stand / Bestehende Maßnahmen für die IT-Stadt Karlsruhe Es wurde festgestellt, dass die Versorgung der großen Unternehmen im Stadtgebiet bereits gut ist. Bei der Versorgung der Kleinunternehmen bzw. Privathaushalte gibt es aktuell noch weiße Flecken. In Region bzw. Landkreis ist der Breitbandausbau aktuell noch nicht zufriedenstellend. Für die Stadt Karlsruhe werden Defizite in der mobilen Breitbandversorgung, in einem fehlenden Kataster der Internetversorgung sowie im mittelfristigen Ausbau mit Glasfaser gesehen. Die Privathaushaltsversorgung mit breitbandigem Internetanschluss gewinnt zunehmend auch im Business-Umfeld an Bedeutung durch den Ausbau von Home- Office-Strukturen in den Unternehmen. Feststellen lässt sich auch, dass die derzeitige Nachfrage von Glasfaseranschlüssen in Privat- und Kleinbetriebsumfeld gering ist. Hierfür werden entsprechende Baukostenzuschüsse verlangt. Zusätzliche Maßnahmen In 10 Jahren sollte eine Glasfaseranbindung bis zum Endkunden die Standardtechnologie sein. Im Hinblick auf diese Entwicklung sind folgende Maßnahmen zu ergreifen:  Klare Definition des Anspruchs von Karlsruhe. Abhängig von Zielstellung (Grundversorgung oder Vorreiterstellung) kann eine Kostenermittlung erfolgen.  Entscheidung bezüglich Beteiligung der Stadt Karlsruhe bei Infrastrukturprojekten (z. B. Leerrohre). Bei einer flächendeckenden Versorgung von Haushalten mit Glasfaseranschlüssen (ca. 1.500 Euro pro Gebäude) ist mit zusätzlichen Gesamtkosten in Höhe von rund 90 Millionen Euro zu rechnen.  Implementierung eines zentralen Anlaufpunktes für das Gesamtthema Breitbandinfrastrukturen, bei dem Anbieter, Unternehmen und Kunden einen Ansprechpartner haben. Dieser übernimmt interne wie externe Kommunikation des Gesamtthemas sowie Koordination mit relevanten städtischen Ämtern. 25 / 30 (9) Höchster Internationalisierungsgrad des IT-Standortes Moderation Jochen Ehlgötz, Referat Außenbeziehungen Mitwirkung Ziel Zielgruppe Internationale Unternehmen und Fachkräfte IST-Stand Bestehende Maßnahmen für die IT-Stadt Karlsruhe  Internationalisierungsstrategie der Stadt Karlsruhe liegt vor Zusätzliche Maßnahmen 26 / 30 (10) Führendes Innovationsklima Moderation Jan Wiesenberger / FZI Mitwirkung Hr. Dr. H.Hubschneider, Hr. Dr. Senitz, Hr. Prof. Dr. Walther, Hr. Weißer Ziel Zur Schaffung eines guten Innovationklimas sind unterschiedliche (teilweise in anderen AKs der KA-IT-300+-Initiative thematisierte) Faktoren entscheidend. Diese sind z.B.  Gründer/ Vernetzung mit Gründern  Standortfaktoren (attraktiv für innovative Unternehmen mit anspruchsvollen Mitarbeiter)  Umfeld mit sichtbaren und erlebbaren Innovationen  Forschung und Lehre Zielgruppe Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen IST-Stand Die Ausgangslage (ansässige Unternehmen, Attraktivität als Wohnort mit hoher Lebensqualität, KIT und weitere Forschungseinrichtungen, gute Infrastruktur und unterstützende Angebote für Gründer) in Karlsruhe ist gut, Karlsruhe kann bereits als „Innovationsstadt“ gesehen werden. Die IKT-Kompetenz (Unternehmen und Hochschulen/Forschungseinrichtungen) in Karlsruhe ist ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal. IT muss als „Enabler“ und als „Motor der Digitalisierung“ gesehen werden. Zur Besserung Nutzung der Synergieeffekte innerhalb des Gesamtvorhabens: Im Kreise der verantwortlichen Personen der Initiative KA-IT-300+ soll geprüft werden, ob eine Zusammenlegung der einzelnen Arbeitsgruppen in bestimmten Themenfeldern die Zusammenarbeit vereinfachen und die Beteiligung/ Mitarbeit in den Grippen verbessern würde. Schon eine terminliche Koordination (Arbeitsgruppen mit gemeinsamen Teilnehmern u.U. an einem Tag) würde die Bereitschaft zur Teilnahme verbessern. Eine enge inhaltliche Abstimmung (siehe Aufzählung der Faktoren) der aufeinander Bezug nehmenden Gruppen erscheint absolut notwendig. Bestehende Maßnahmen für die IT-Stadt Karlsruhe Noch zu ergänzen 27 / 30 Zusätzliche Maßnahmen Karlsruhe kann eine weitergehende „Strahlkraft“ als „Digitale Transferstadt“ gewinnen, wenn (digitale) Innovationen sichtbar und erlebbar werden. Aktuell sind zu wenige innovative Projekte direkt sichtbar, für Innovationen ist kein öffentliches/ öffentlich sichtbares „Testbed“ vorhanden (auch national und international sichtbare Einrichtungen wie das ZKM können hier nur sehr bedingt die wirkliche „Innovationssichtbarkeit“ herstellen). Zur Schaffung eines Nährbodens für die „Digitale Transferstadt“ Karlsruhe: - Karlsruher Nacht der Innovationen Adaptiert von den Konzepten der „Langen Nacht der Museen (in unterschiedlichen Städten, auch Karlsruhe) und der „Langen Nacht der Wissenschaft (Berlin) können von Bürgerinnen und Bürgern an einem Wochenende vom frühen Abend an, bis Mitternacht alle Teilnehmer der „Nacht der Innovationen“ besucht werden (Unternehmen, Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Ämter und Behörden, innovative private und öffentliche Projekte, Museen etc.). 28 / 30 (11) Höchste Reputation der IT-Stadt Moderation Norbert Käthler, Stadtmarketing Karlsruhe GmbH Mitwirkung Steuerkreis Digitale Agenda Ziel Unter „Höchste Reputation als IT-Stadt“ werden Maßnahmen gefasst, mit denen die positive Wahrnehmung der Vision als IT-Stadt, bei Fachkräften und Unternehmen außerhalb Karlsruhes sowie bei Bürgerinnen und Bürgern gesteigert wird. Kommunikation der IT als Basiskompetenz für andere Markenbausteine, Einbindung der Vision für die IT-Stadt in die Gesamtmarkenstrategie für Karlsruhe: 29 / 30 Zielgruppe Fachkräfte und Unternehmen außerhalb Karlsruhes sowie Bürgerinnen und Bürger. Bestehende Maßnahmen für die IT-Stadt Karlsruhe  Erfolgreiche Platzierung im EU-Atlas der IKT-Spitzenkompetenzpole  Bisherige Meilensteine: RegioWIN, Zukunftsfabrik IOSB, EnergieRegion, weitere  Szene-Veranstaltungen im IT-Bereich: Gulaschprogrammiernacht, barcamp Karlsruhe, Karlsruher Entwicklertag, AppArtAward, weitere Zusätzliche Maßnahmen Bei der Reputation geht es um darum, das Profil der Stadt Karlsruhe als „Motor der Digitalisierung“ nach außen und innen zu kommunizieren. Dabei geht es nicht um eine klassische Werbekampagne, sondern darum, das Bild der Stadt als innovativ und digital zu begreifen und darzustellen. Das Thema Digitalisierung durchdringt die wesentlichen Stärken der Stadt Karlsruhe und soll gerade in der Kombination von z.B. „digital und Kunst“, „digital und Recht“ oder „digital und Lebensqualität“ kommuniziert werden. Für eine glaubwürdige Kommunikation sind hierbei in allen Dimensionen einerseits Pflichtaufgaben umzusetzen, andererseits Leuchtturmprojekte zu entwickeln, die in besonderer Weise die IT-Kompetenz des Standorts ausstrahlen. Als Beispiele wurden hierzu der Umbau der Stadthalle, der weitere Ausbau der bereits sehr erfolgreichen IT-Messen, die Umsetzung von Open Data oder ein entsprechender Internetauftritt der Stadt genannt. Wenn die großen Potentiale der Digitalen Agenda Karlsruhe 300+ systematisch umgesetzt und kommuniziert werden, entsteht damit eine entsprechende Reputation der Stadt Karlsruhe. Dieser Ansatz soll nun im nächsten Schritt in einem Thesenpapier zusammengefasst werden. 30 / 30 5. Weiteres Vorgehen Zunächst sollten die durch die Arbeitsgruppen entwickelten, vorgeschlagenen oder angedachten Maßnahmen gesichtet und gebündelt werden (Termin CM + SvB 9.3. bzw. neuer Aufschlag nach mehr Rückmeldung durch Arbeitsgruppen und ggf. Priorisierung durch Steuerkreis?) Im Anschluss daran sollten die bereits bestehenden Maßnahmen evaluiert werden sowie Überlegungen erfolgen, auf welche dieser Maßnahmen über welche Institutionen Zugriff verschafft werden kann. Basierend auf den Ergebnissen der ersten zwei Schritte sollten arbeitsgruppenübergreifend Verantwortlichkeiten für die Umsetzung der Maßnahmen festgelegt werden. Sind Maßnahmen von ihrer Beschaffenheit her an der Digitalen Agenda beteiligten Institutionen zuzuweisen, sollte dies auch geschehen (z.B. Umsetzung eines IT-Fachkräftepools beim CyberForum, Konzeption und Umsetzung von Imagebroschüren der Digitalen Stadt Karlsruhe beim Stadtmarketing). Die Arbeitsgruppen und ihre Moderatoren dienen weiterhin als „Inputgeber“ und fachliche Experten, die zu Rate gezogen werden können. Die freiwillige Mitarbeit der Moderatoren kann und sollte jedoch nicht durch einen zu hohen administrativen Aufwand überstrapaziert werden – die Umsetzung und Überwachung von Maßnahmen wird also nicht einzelnen Personen aus dem Steuerkreis zugewiesen, sondern beteiligen Institutionen. Im Rahmen des Steuerkreises und der Arbeitsgruppe IT-Reputation wird in regelmäßigen Abständen das weitere Vorgehen abgestimmt, zudem kann über anstehende Maßnahmen beraten werden.

  • Anlage ka-digital Thesenpapier nö
    Extrahierter Text

    .. •' Thesenpapier für die Digitale Agenda Karlsruhe 300+ des Expertenkreises Beschreibung der Ziele, Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung für Gesellschaft, Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung Karlsruhe - Motor der Digitalisierung Für Wettbewerbsfähigkeit, Lebensqualität und Souveränität Karlsruhe Version 0.9 Mitglieder des Expertenkreises Karlsruhe, 01. Juni 2016 •• Präambel Weltweit vollzieht sich ein radikaler Wandel aller Lebens· und Arbeitsbereiche: die Digitalisierung. Um das Potenzial dieser Entwicklung optimal nutzen zu können, müssen sich Wirtschaft, Wissenschaft, Staat und Bevölkerung jetzt strategisch für eine proaktlve Rolle entscheiden, denn die Digitalisierung betrifft nicht nur die IT-Branche oder ausgewählte Wirtschaftszweige. Sie beeinflusst mit Ihren Produkten und Möglichkeiten unser tägliches leben. Die Digitalisierung verändert die Welt genauso radikal, wie es die industrielle Revolution getan hat. Derzeit werden die Welchen für die kommenden Jahrzehnte gestellt. Jeder Standort steht vor der Wahl, Vorreiter, Mitläufer oder Nachzügler zu sein. Wer sich jetzt an die Spitze der digitalen Entwicklung setzt, positioniert sich nachhaltig im weltweiten Wettbewerb der Standorte. Karlsruhe ist schon heute einer der führenden IT-Standorte in Europa und ein starker Treiber der Digitalisierung, Die Ausgangssituation ist erstklassig. Mit ihren Menschen, Unternehmen und Institutionen besitzt die Stadt beste Voraussetzungen, um den digitalen Wandel proaktiv zu gestalten und weit über die IT-Branche hinaus ein digitales Selbstverständnis zu entwickeln. Karlsruhe hat die historische Chance, zum führenden Ökosystem der Digitalisierung In Europa zu werden, attraktive und sichere Arbeitsplätze in der Region zu schaffen und somit einen wi.chtigen Beitrag zur nachhaltigen Gestaltung unserer Wirtschaft und Gesellschaft zu leisten. Damit kann sich die Stadt europaweit als wkunftsorientierter und wettbewerbsfähiger digitaler Standort etablieren. Politik und Verwaltung gestalten die Rahmenbedingungen In dieser epochalen Entwicklungsphase und spielen dadurch eine zentrale Rolle. Gemeinsam mit Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft können sie dafür sorgen, dass Karlsruhe zum digitalen Leitstandort In Europa wird. Die Stadt muss ein Selbstverständnis als.Motor der Digitallsierung entwickeln, Indem sie Pilotprojekte mit großer Strahlkraft initiiert. Dabei bilden herausragende digitale Standards die Grundlage, auf der, internationale Leuchttürme der Digitalisierung entstehen können. In Karlsruhe ziehen die für den digitalen Wandel notwendigen Institutionen und Akteure an einem Strang. Die Stadt ist hervorragend vernetzt, das umfasst neben der IT-Wirtschaft auch die Hochschulen und Forschungseinrichtungen, Kultureinrichtungen, die Stadtverwaltung und vor allem die von der Digitalisierung betroffenen Anwenderbranchen. Durch diese multilaterale Vernetzung hat Karlsruhe die allerbesten Voraussetzungen, zum Leitstandort der Digitalisierung zu werden. Karlsruhe muss zeitnah die einmalige Chance ergreifen, die digitale Revolution positiv für den Standort zu gestalten. Keine andere Region in Deutschland kann auf eine derartige Bündelung von digitalem Know-how, von der Wissenschaft bis zur Wirtschaft, aufbauen. 1 . . ' . 1. Karlsruhe hat die beste Ausgangslage, Motor der Digitalisierung zu werden und die Chancen des digitalen Wandels zu nutzen. Bereits seit Jahrzehnten ist Karlsruhe Vorreiter in IT-Forschung und -Bildung, beherbergt das bedeutsamste IT-Cluster Europas und ist mit seiner engen Verknüpfung von Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur schon heute ein starker Motor der Digitalisierung. Dies unterstreicht u.a. eine Studie der EU zu den führenden IT-Standorten Europas, in der Karlsruhe den vierten Platz direkt hinter den Weltmetropolen London, Paris und München belegt.' Als Motor der Digitalisierung muss Karlsruhe seine digitale Kreativität und Innovationskraft in Anwendungen transferieren, den Standort weiterentwickeln und das wirtschaftliche Wachstum sowie die Vernetzung der Branchen vorantreiben, so dass eine Ansiedlung an diesem einzigartigen digitalen Standort für Unternehmen aller Branchen noch attraktiver wird. 2. Karlsruhe muss weltweit das beste Ökosystem und Netzwerk für den digitalen Wandel werden. Die IT ist die entscheidende Querschnittsbranche, welche alle Anwenderbranchen Im Prozess der Digitalisierung, mitgestaltet. Rund um den Standort Karlsruhe, sind alle relevanten Zukunfts- und Anwenderbranchen angesiedelt und heute bereits eng mit der IT-Branche verknüpft - von kleinen und mittelständischen Unternehmen bis hin zu Großkonzernen. Durch dieses engmaschige Neuwerk hat Karlsruhe optimale Voraussetzungen, zu dem Leitstandort der Digitalisierung und Innovation zu werden. Hierzu gilt es, das bestehende einzigartige Ökosystem zu fördern und durch gemeinsames und koordiniertes Handeln weitenuentwickeln. Nur in einem solchen Ökosystem mit Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellsc � aft lassen sich auch langfristig zukunftsfähige und attraktive Arbeitsplätze schaffen, von denen der gesamte Standort profitiert. 3. Karlsruhe muss die beste Infrastruktur für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft bieten. Breitbandanschlüsse, sichere Knotenpunkte sowie belastbare mobile Datennetze - nur mit der besten Infrastruktur können Unternehmen am Standort gehalten und neue angesiedelt werden. Aber auch Forschung, Innovation, Handel und nicht zuletzt Kultur und Gesellschaft profitieren von einer effizienten und sicheren Anbindung an Hochleistungsnetze (z.B. 1 Gbit/s am Arbeitsplatz, 100 Mbit/s mobile Grundversorgung in Wohngebieten). Die beste Infrastruktur ist die essentielle Grundlage für die Zukunftsfähigkeit des Standorts Karlsruhe. Nur so kann Karlsruhe sein digitales Potenzial nachhaltig entfalten und darauf aufbauend können die Stadt und auch die Stadtverwaltung sich selbst als Teil des digitalen Wandels verstehen und entsprechend handeln. I Mal)l)ln1 thc Cl#OJl@&n l(:T Poles ol bc«lltnce: The lit�s of ICT Ai:1Mrv In turope (StSM: http://ftp.Ju:.et./{Ufl.dot/lRC8 � 3S3.pdl) 2 4. Karlsruhe muss Gestalter der digitalen Souveränität werden und Standards für IT-Sicherheit setzen. 1983 verankerte das Bundesverfassungsgericht mit der „informationellen Selbstbestimmung" die digitale Souveränität im Grundgesetz, zudem stellte der erste deutsche Lehrstuhl für K_ryptologie Weichen bei der Entwicklung sicherer Kommunikationsprotokolle. Heute Ist Karlsruhe sowohl technisch als auch juristisch ein führender Expertenstandort In Fragen des Datenschut2es und der lnformationsslcherhelt - das belegen Einrichtungen wie das Kompetenzzentrum für angewandte Sicherheitstechnologie (KASTEL), das Kompetenzzentrum IT-Sicherheit am FZI Forschungszentrum Informatik und die Karlsruher IT-Sicherheitsinitiative (KA-IT-Si). Ausgezeichnete Karlsruher Firmen und interdisziplinäre Initiativen unterstützen Menschen und Unternehmen weltweit beim Schutz ihrer Daten und Informationen. Diese Vorrangstellung Karlsruhes bei der Ausgestaltung der digitalen Souveränität, einer Schlüsselfunktion der Digitalisierung, muss erhalten und ausgebaut werden. 5. Vorbildliche Lebensqualität in der Region Karlsruhe zieht die besten Köpfe an. Der digitale Wandel bedingt Leistungsträger - Institutionen, Unternehmen und insbesondere Fachkräfte. Eben diese Fachkräfte stellen Erwartungen an einen Standort: bezahibaren und attraktiven Lebensraum, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, flexible Kinderbetreuung, ein erstklassiges kulturelles Angebot und mehr. Diesen Erwartungen müssen attraktive Angebote entgegengestellt werden. Darüber hinaus kann Karlsruhe durch seine lebendige und farbenfrohe Kreatlvszene punkten und überzeugt insbesondere bei einem jüngeren Publikum durch die gute Lage und den hohen Freizeitwert. Digitaler Wandel bedeutet aber immer auch gesellschaftlicher Wandel. Deshalb müssen Orte und Plattformen geschaffen werden, die eine konstruktive Auseinandersetzung aller Gesellschaftsschichten mit diesem digitalen Umbruch und dessen Auswirkungen auf Kultur und Gesellschaft ermögllchen. 6. Karlsruhe muss der europaweit führende Bildungsstandort für digitale Themen werden. Mit der ältesten Informatik-Fakultät Deutschlands hat IT-Bildung in Karlsruhe eine lange Tradition. Die Vielfalt der angebotenen Studiengänge ist in Ihrer umfassenden Anwendungsorientierung europaweit einzigartig. Die Digitalisierung der Anwenderbranchen wird am Hochschulstandort schon während der Ausbildung zukünftiger Fachkräfte gelebt. Gemeinsam mit Politik und Wirtschaft gilt es, den ff·Hochschulstandort Karlsruhe zu fördern und weiter auszubauen. Zudem muss das Potenzial unserer Bürgerinnen und Bürger durch aktive Frühsensibilisierung und attraktive Bildungsangebote zu digitalen Themen über alle Altersstufen und Einkommensschichten hinweg erschlossen und somit das lebenslange Lernen gefördert werden. 3 ( 7. Karlsruhe braucht das beste Gründerklima für innovative Gründungen. Gründer sind die nächste Unternehmergeneration und somit Basis für Innovation und wirtschaftliche Weiterentwicklung. Das KIT als EXIST-Gründerhochschule, starke IT-Fakultäten und ein engmaschiges Beratungs- und Unterstützungsnetz machen Karlsruhe schon heute zu einem der attraktivsten Standorte für Gründer. Die Gründerallianz Karlsruhe, bestehend aus IHK, Handwerkskammer, CyberForum, TechnologieRegion Karlsruhe, den Hochschulen und städtischen Institutionen sowie Akteuren aus der Finanz- und Kreativbranche, geht hier mit gutem Beispiel voran. Auch das Land fördert den Gründungsstandort Karlsruhe direkt über einen Inkubator. Eine aktive Gründungskultur und -community mit attraktiven Veranstaltungsformaten sowie eine Gesamtstrategie für Gründungen am Standort sind essentiell, um führender Gründungsstandort Deutschlands und Europas zu werden. 8. Karlsruhe muss als digitale Modellregion der Erprobungsraum für Zukunftsthemen werden. Mit seinem dichten Netz an Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Hightech-Unternehmen und der engen Kooperation zwischen diesen Institutionen herrscht In Karlsruhe ein hervorragendes Klima für Innovation und Forschung, das sich In einem ersten Platz im europäischen Vergleich der Forschungsaktivität lokal angesiedelter KMU manifestiert. 2 Der Schulterschluss zwischen Forschung, Wirtschaft und Stadt, offene Karrierewege sowie die Bereitschaft der Stadt, sich als Testfeld bzw. livlng Lab z.B. in den Bereichen Autonomes Fahren, Smart Home, Smart Energy oder Smart Living bereitzustellen sichern einen langfristig erfolgreichen Wissens- und Technologietransfer und die Positionierung Karlsruhes als führenden Standort für digitale Innovationen. 9. Karlsruhe muss bei digitalen Bürgerdiensten und SmartGovernment Vorreiter werden. Um international dem Ruf als Modellregion für Digitalisierung gerecht zu werden, muss auch die .Organisation Stadt" Vorreiter sein und das Thema Oigitalrslerung In die Stadtentwicklung integrieren. Die Innovationsfähigkeit einer Stadtverwaltung zeigt sich unter anderem darin, wie sie die durch eine zunehmende Digitalisierung der städtischen Services gewonnenen Gestaltungsspielräume zu nutzen versteht. Als Vision sollte das Bild einer bürgerfreundllchen und agilen Stadt dienen, die z.B. durch die geplante Neuschaffung des zentralen „Amts für Digitalisierung und Informationstechnologie" die Chancen der Digitalisierung proaktiv aufgreift und in der Verwaltung sowie an der Schnittstelle zu Bürgerschaft und Unternehmen professionell transformiert. Auch die Förderung politischer Teilhabe und Transparenz durch digitale Angebote Ist ein entscheidender Faktor, um in der digitalen Stadt Karlsruhe glaubwürdig ein digitales Selbstverständnis zu entwickeln und zu vermitteln. 2 ,....appi.ng the turopc,1n JC'T Polu of b'Ufi�n,e: 1he Atlas or IC'T Att!vlty ,in Europe tSt„r,d: hn � :// � pJr<.ts./CUP.do(/JRC8SlS3,odf) 4 . , .. 10. Karlsruhe muss Gestalter dlgitaler Arbeitsweiten werden. 'Die Digitalisierung wird den Arbeitsalltag vieler Branchen maßgeblich verändern: der Arbeitsplatz der Zukunft ist zeit- wie auch ortsungebunden. Arbeits· und Lebenswelt verschmelzen zunehmend. Aus diesem Grund müssen Politik und Wirtschaft prqaktiv die Werte einer neuen, innovativen und sozialvertrliglichen digitalen Arbeitswelt definieren. Neben der Gestaltung neuer Berufsbilder und des lebenslangen Lernens -beinhaltet dies beispielsweise die Förderung neuer Lebenszeit· und flexibler Arbeitszeitmodelle. Die Integration der Gesellschaft in diese Prozesse sichert eine breite Akzeptanz und somit die Nachhaltlgkeit und Zukunftsfähigkeit Karlsruhes als attraktiven Standort für Arbeitnehmer und Arbeitgeber - und als Motor der Digitalisierung. Conclusio Die Digitalisierung hält Einzug In alle Lebens- und Geschäftsbereiche. Sie eröffnet Städten und Regionen die historische Chance, sich als zukunftsorientferte und wettbewerbsfähige dlgftale Standorte zu etablieren. Als einer der führenden IT-Standorte Europas hat Karlsruhe in diesem weltweiten Wettbewerb der Standorte eine gute Ausgangslage. Um das Potenzial dieser Entwicklung optimal nutzen zu können, müssen allerdings jetzt die Weichen gestellt werden. Verpassen Stadt, Wirtschaft und Wissenschaft es jetzt, Ihre gute Ausgangsposition zu nutzen, wird dlese einmalige Chance vertan! Mitglieder des Expertenkreises: David Hermanns, Geschäftsführer, CyberForum e.V. I Dirk Fox, Geschäftsführer, Secorvo Security Consulting GmbH Matthias Hornberger, Chief Financial Officer, KIZOO Technology capital GmbH Martin Hubschneider, Vorstandsvorsitzender, GAS AG Markus Losert, Stadt Karlsruhe, Personal- und Organisationsamt Ralf Schneider, Vorstand, ISS AG Jan Wiesenberger, Geschäftsführender Vorstand, FZI Forschungszentrum Informatik Dr. Thomas Windmann, Leiter Presse, Kommunikation und Marketing, Karlsruher Institut für Technologie 5

  • IQ-Leitprojekt karlsruhe.digital
    Extrahierter Text

    Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister BESCHLUSSVORLAGE Vorlage Nr.: Verantwortlich: 2018/0357 Dez. 4 Korridorthema Wirtschaft- und Wissenschaftsstadt IQ-Leitprojekt "karlsruhe.digital": Zwischenbericht und künftige Organisation Beratungsfolge dieser Vorlage Gremium Termin TOP ö nö Ergebnis Ausschuss für Wirtschafts- förderung 21.06.2018 4 x Vorberaten Hauptausschuss 03.07.2018 19 x vorberaten Gemeinderat 17.07.2018 20 x Beschlussantrag 1. Der Gemeinderat nimmt, nach Vorberatung im Hauptausschuss, den Zwischenbericht zu karlsruhe.digital zur Kenntnis. 2. Der Gemeinderat beauftragt karlsruhe.digital mit der Weiterentwicklung der vorge- schlagenen Strategieentwicklung und der geplanten Maßnahmen. 3. Der Gemeinderat beschließt, zur Weiterentwicklung von karlsruhe.digital, das bisherige Budget von jährlich 50.000 Euro (netto) um 200.000 Euro (netto) auf jeweils 250.000 Euro (netto) im Doppelhaushalt 2019/2020 aufzustocken Finanzielle Auswirkungen (bitte ankreuzen) nein x ja Gesamtkosten der Maßnahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) 500.000 Euro (netto) 250.000 Euro in Sach- und Personalleistungen (netto) 250.000 Euro (netto) Haushaltsmittel stehen teilweise zur Verfügung Kontierungsobjekt: (bitte auswählen) Kontenart: Ergänzende Erläuterungen: In 2017 und 2018 standen bzw. stehen neben den 50.000 Euro (netto) städtische Mittel, 50.000 Euro (netto) in Sach- u. Personalleistungen aus der Wirtschaft zur Verfügung. Die weiteren 200.000 Euro (netto) sollen im Entwurf des DHH 19/20 aufgenommen werden ISEK-Karlsruhe-2020-relevant nein x ja Handlungsfeld: Wirtschaft und Arbeit Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) x nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften x nein ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 I. Vorbemerkung Die Digitalisierung verändert die Welt genauso radikal, wie es die industrielle Revolution getan hat. Derzeit werden die Weichen für die kommenden Jahrzehnte gestellt. Jeder Standort steht vor der Wahl, Vorreiter, Mitläufer oder Nachzügler zu sein. Wer sich jetzt an die Spitze der digi- talen Entwicklung setzt, positioniert sich nachhaltig im weltweiten Wettbewerb der Standorte. Um das Potenzial dieser Entwicklung optimal nutzen zu können, müssen sich Wirtschaft, Wis- senschaft, Staat und Bevölkerung für eine proaktive Rolle entscheiden, denn die Digitalisierung betrifft nicht nur die IT-Branche oder ausgewählte Wirtschaftszweige. Sie beeinflusst mit ihren Produkten und Möglichkeiten unser tägliches Leben. Die Digitalisierung wird daher immer mehr den Charakter einer kommunalen Pflichtaufgabe annehmen, die mit einer nachhaltigen Ent- wicklung zur Daseinsvorsorge der Bürger beiträgt. Bereits 2010 startete die Wirtschaftsförderung Karlsruhe als eine der Ersten in Deutschland die Initiative „SmarterCity Karlsruhe“, welche das Ziel verfolgt, durch den effizienten Einsatz neues- ter Technologien die Lebensqualität für die Menschen und die Innovationsfähigkeit der Unter- nehmen in der Stadt zu steigern. Dieser Schwerpunkt verschiebt sich immer mehr in Richtung eines bürgerzentrierten Ansatzes im Rahmen einer integrierten Stadtentwicklungspolitik. Diese Tendenz ist mit der Erarbeitung einer gemeinsamen Strategie in der Initiative karlsruhe.digital aufgegriffen worden. Karlsruhe ist ein wichtiger IT-Standort und hat die besten Voraussetzungen ein Vorreiter und somit ein Motor der Digitalisierung zu sein. 2017 stammten 41% der Gewerbesteuereinnahmen der Fächerstadt aus der Digitalbranche. Die hervorragende IT-bezogene Forschungslandschaft und Europas größtes regional aktives „Hightech.Unternehmer.Netzwerk.“ sind ebenfalls bedeu- tende Innovationstreiber und Alleinstellungsmerkmale. II. Projektauftrag Der Gemeinderat hat am 8. April 2014 die Stadtverwaltung beauftragt, ein Gesamtkonzept für die Vermarktung der “Internethauptstadt” Karlsruhe zu entwickeln. Das Wissenschaftsbüro der Stadtmarketing Karlsruhe GmbH wurde mit der Koordination des Gesamtkonzeptes beauftragt, welches unter dem Titel „Digitale Agenda Karlsruhe 300+“ startete und dann als „karlsru- he.digital“ kommuniziert wurde. Der Fokus des Gesamtkonzeptes lag auf Marketing und Kom- munikation, um Karlsruhe als Internethauptstadt zu positionieren und den IT-Standort zu kom- munizieren. Beim ersten Arbeitstreffen mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Verwal- tung, Wissenschaft und Wirtschaft war es Konsens, dass in Zeiten des digitalen Wandels eine reine Vermarktungsstrategie nicht ausreicht, sondern die Thematik ganzheitlich betrachtet wer- den muss. In einem umfassenden und kooperativen Ansatz unter Einbindung aller relevanten Akteure der Stadtverwaltung, städtischer Gesellschaften, Wirtschaftscluster und -netzwerke sowie Karlsruher Wissenschaftseinrichtungen und Unternehmen aus dem IT- und Hightech- Bereich wurde in der Folge ein Gesamtkonzept für den IKT-Standort (Informations- und Kom- munikationstechnologie) Karlsruhe entwickelt. Insgesamt arbeiten 150 Expertinnen und Exper- ten aus über 50 Institutionen zusammen, um die verschiedenen Erfolgsfaktoren zu verbessern und Karlsruhe als Motor der Digitalisierung voranzutreiben und diesen weithin bekannt zu ma- chen. Der Projektbericht (Anlage 1), in dem die Ergebnisse der 11 Arbeitsgruppen zusammenge- fasst sind, wurde im Aufsichtsrat der Stadtmarketing GmbH im Juni 2016 vorgestellt. Zudem wurde ein Thesenpapier für die Digitale Agenda Karlsruhe 300+ des Expertenkreises (Anlage 2) in der Aufsichtsratssitzung präsentiert. Dieses präzisiert kurz und kompakt die Ziele, Herausfor- derungen und Chancen der Digitalisierung für die Karlsruher Gesellschaft, Wirtschaft, Wissen- schaft, Politik und Verwaltung. Das Thesenpapier wurde im September 2016 beim „CODE_n Ergänzende Erläuterungen Seite 3 new.New Festival“ präsentiert. Diese Vorstellung sowie die eigens entwickelte Landingpage stießen auf großes öffentliches und mediales Interesse. Zur Weiterentwicklung der von karlsru- he.digital definierten Ziele stellte der Aufsichtsrat der Stadtmarketing Karlsruhe GmbH im Wirt- schaftsplan 2017 einen Betrag von 50.000 Euro bereit. Die Wirtschaft beteiligte sich in gleichem Umfang mit Personal- und Sachleistungen. Auch in 2018 stehen dem Wissenschaftsbüro für die weitere Entwicklung von karlsruhe.digital 50.000 Euro (netto) und in gleichem Umfang Perso- nal- und Sachleistungen aus der Wirtschaft zur Verfügung. III. Rückblick: Meilensteine Alle Akteure sorgen mit ihren Maßnahmen und Projekten im Rahmen der Initiative karlsru- he.digital gemeinsam dafür, dass der IT-Standort Karlsruhe als Motor der Digitalisierung voran- getrieben werden kann. Dabei sind gerade auch die einzelnen Korridorthemen der Stadtverwal- tung und deren Leitprojekte bestens miteinander vernetzt und bringen gemeinsam ihre Res- sourcen in die Vermarktung des IT-Standorts, aber auch zum Wohle der Karlsruher Bürgerinnen und Bürger ein: Als eine der ersten Städte in Deutschland hat Karlsruhe für das Thema „Digitalisierung“ zum 1. Januar 2017 ein eigenes Amt aufgebaut: das Amt für Informationstechnik und Digitalisie- rung. Die Stadt Karlsruhe unterstützt aktiv das kostenlose KA-WLAN. Durch die Mitnutzung von Da- tenleitungen an und in öffentlichen Gebäuden wird eine im interkommunalen Vergleich heraus- ragende breite Abdeckung des Stadtgebietes erzielt. KA-WLAN wird immer weiter ausgebaut. Derzeit bestehen bereits über 50 Zugangspunkte. Im April 2017 erhielt Karlsruhe im Rahmen der Digital-Hub-Initiative des Bundes den Zuschlag für den „de:hub angewandte künstliche Intelligenz“. Die künstliche Intelligenz ist Schlüssel- technologie und Innovationstreiberin für sehr viele Bereiche. Karlsruhe verfügt aber auch über eine hervorragende Expertise im Bereich der Cyber Security. Das Digitale Innovationszentrum DIZ bietet als landesweite Drehscheibe und zentrale Anlaufstel- le für Fragen rund um die Digitalisierung und IT Sicherheit eine sehr gute Basis. 2018 soll in Karlsruhe durch das Land Baden-Württemberg eine "Cyberwehr" eingerichtet werden, die klei- nen und mittleren Unternehmen in Karlsruhe mit einer Notfallhotline beispielsweise bei Hacker- angriffen zur Verfügung stehen soll. Der erste offizielle geförderte IT-Accelerator des Landes, das CyberLab Baden-Württemberg, welcher vom CyberForum betrieben wird, hält für Jungunternehmen aus der IT- und Hightech- Branche ein maßgeschneidertes Mentoring und ein optimales Arbeitsumfeld bereit. Um die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger zu verbessern und die Innovationsfähigkeit der Unternehmen zu erhöhen, entwickelten Akteure aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Forschung im Rahmen der Initiative Smarter City Karlsruhe eine gemeinsame Zukunftsperspekti- ve für Karlsruhe. Entstanden ist hieraus beispielsweise im Korridorthema Mobilität „KA Mobil“, die kostenlose App für Karlsruher, Pendler und Besucher, die damit ihre Fahrt in die City besser planen und organisieren können. Aber auch die Stadtgeist App, die Informationen zu wichtigen Orten oder geschichtsträchtigen Ereignissen in Karlsruhe auf dem Smartphone anzeigt, oder die App „Das FEST“, sind weitere Beispiele einer Smarter City. Das LoRaWAN-Netz (Long Range Wide Area Network) ist eine Infrastruktur für das Netz der Dinge. Dieses Netz ist dafür konzipiert, bei geringem Stromverbrauch eine sehr hohe Anzahl von Endgeräten anzubinden und ermöglicht es, Smart-City-Lösungen und neue digitale An- Ergänzende Erläuterungen Seite 4 wendungen effizient zu realisieren. Genutzt wird LoRaWAN in Karlsruhe in der städtischen Inf- rastruktur wie beispielsweise zur Steuerung und Funktionsüberwachung von Beleuchtungen und zur Durchflussüberwachung in Wasserrohren. Diese Netzinfrastruktur sorgt aber auch für ein verbessertes Parkraummanagement und für eine bedarfsgerechte Leerung von Müllcontai- nern. Im März 2018 stimmte der Gemeinderat dem Gesamtkonzept zum Smart Production Park zu. Ziel des Smart Production Parks mit Accelerator, Wachstums- und Festigungszentrum in der Hightech-Produktion und „House of Transformation“ mit einem Netzwerk Smart Production 4.0 ist es, Gründungen an der Schnittstelle Hightech-Produktion und Digitalisierung im Wachstums- feld der intelligenten und vernetzten Produktion aktiv zu begleiten und die Verzahnung von IT und Produktion voranzutreiben. Anfang Mai 2018 wurde die Stadt Karlsruhe unter Federführung des Amtes für Informations- technik und Digitalisierung als Modellkommune im Landeswettbewerb Digitale Zukunftskom- mune @BW ausgezeichnet. Ziel ist der Aufbau einer Datenplattform und einer City-App “digi- tal@KA als Zugang zu den digitalen Diensten in Karlsruhe; individualisierbar, sicher und mit ei- ner Anmeldung: Urban Relationshipmanagement. “ IV. Strategien und Maßnahmen Damit karlsruhe.digital auch künftig wirkungsvoll auf die Stärken des Standorts aufmerksam machen und diese weiter ausbauen kann, sollen kontinuierlich Projekte und Maßnahmen ent- wickelt und umgesetzt werden. 1. Vier Fokusthemen sollen in einem ersten Schritt angegangen werden:  Konsortium: Verstärkung und Beschleunigung des “Karlsruher Prinzips“ Die Initiative karlsruhe.digital bündelt Expertenwissen und vernetzt relevante Akteure aus Wis- senschaft, Wirtschaft und Verwaltung. Die gute und schnelle Zusammenarbeit zwischen allen relevanten Akteuren wird als „Karlsruher Prinzip“ praktiziert. Dieser Zustand bietet eine große Chance, um die digitale Zukunft der Stadt sinnvoll und lebenswert gestalten zu können. In einer sich rasant wandelnden Welt kann der Steuerkreis der Initiative schnell auf aktuelle Fragestel- lungen reagieren und entsprechende Arbeitsgruppen aus Expertinnen und Experten einberufen, die zu neuen Entwicklungen Handlungsempfehlungen ausarbeiten können. Dabei können The- men und Fragestellungen sowohl im Steuerkreis erarbeitet als auch in den Steuerkreis hineinge- tragen werden. So können alle Bereiche - Verwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft - gleicher- maßen von Expertise und ganzheitlicher Perspektive profitieren. Dies bietet die Möglichkeit, die digitale Zukunft der Stadt aktiv zu gestalten. Das Karlsruher Prinzip soll durch die Initiative karls- ruhe.digital gestärkt und beschleunigt werden.  Gewinnung von Fachkräften Karlsruhe wird nur mit den besten Köpfen eine Chance im Rennen um die Position des digitalen Vorreiters haben. IT-Professionals sollen rekrutiert und an den Standort Karls- ruhe gebunden werden; Fachkräfte und Studierende in Karlsruhe sollen am Standort gehalten werden. Denn ohne den ausgeprägten Mangel an IT-Spezialistinnen und - Spezialisten zu beheben, können sich ansässige Unternehmen nicht weiter entwickeln. Ergänzende Erläuterungen Seite 5  Entwicklung und Ansiedlung von Unternehmen Parallel zur Fachkräftestrategie muss ansässigen IT-Unternehmen weitere Entwicklung ermöglicht werden und neuen IT-Unternehmen Anreize geboten werden, sich für den Standort Karlsruhe zu entscheiden. Längerfristig kann dafür die Chance genutzt wer- den, die sich durch die digitale Transformation ergibt: Unternehmen haben ein Interes- se, sich an Digitalstandorten wie Karlsruhe niederzulassen, sofern die Rahmenbedingun- gen bezüglich gut ausgebildeter Fachkräften, Gewerbeflächen und Infrastruktur gege- ben sind. In einer gerade in Auftrag gegebenen Gewerbeflächenstudie werden auch die Digitalisierung und deren Auswirkung auf den Standort Karlsruhe insbesondere unter dem Aspekt der Flächenentwicklung untersucht.  Kommunikation: Für die Gesamtpositionierung von karlsruhe.digital, die zudem insbesondere die Fach- kräftegewinnung sowie die Entwicklung und Ansiedlung von Unternehmen unterstützt, ist eine zielgerichtete Kommunikation erforderlich. Es bedarf einer ganzheitlichen Kom- munikationsstrategie, die kommunikativ unter dem Dach der Initiative gebündelt wer- den soll und so zur Positionierung Karlsruhes als Motor der Digitalisierung beiträgt. 2. Rückblick - Maßnahmen 2017 2017 wurde die Wichtigkeit der Themen Kommunikation, Fachkräftegewinnung und Unter- nehmensansiedlung identifiziert. Entsprechend wurde damit begonnen, Strategien zu entwi- ckeln, um diese Fokusthemen anzugehen. Ein besonderer Schwerpunkt war die Schaffung ge- eigneter Strukturen, um karlsruhe.digital zukunftsfähig aufzustellen (siehe unter V. Organisation und Steuerung). Parallel wurde mit Blick auf das Fokusthema Kommunikation die Notwendigkeit identifiziert, Zahlen und Fakten zum IT-Standort Karlsruhe zu ermitteln und zu kommunizieren. Deshalb wurde in Zusammenarbeit von Wissenschaftsbüro, IHK Karlsruhe und CyberForum mit der Kon- zeption einer Visualisierung des IT-Standorts und mit der Entwicklung einer Corporate Identity für karlsruhe.digital begonnen. So wurde der Onlineauftritt der Initiative weiterentwickelt und karlsruhe.digital war bei internationalen Messen, wie zum Beispiel auf der Smart City World Expo in Barcelona, präsent. Zudem wurden weitere Kommunikationsmaßnahmen umgesetzt, die zum Ziel hatten, Karlsruhe als digitalen Standort zu präsentieren sowie Bürgerinnen und Bürger, aber auch Fachkräfte und Unternehmen über die Stärken des IT-Standorts zu informie- ren. Als agiles Expertengremium im Sinne des Karlsruher Prinzips kam die Initiative karlsru- he.digital insbesondere im Vorfeld der Bewerbung für den Wettbewerb “Digitale Zukunfts- kommune@BW” zum Tragen. Mitglieder der Initiative unterstützten bei der Konzeption und Antragsstellung, wodurch das Korridorthema “Moderne Verwaltung” profitiert. Die Schlagkraft wurde auch bei der Bewerbung „de:hub angewandte künstliche Intelligenz“ unter Beweis ge- stellt. 3. Aktuell - Maßnahmen 2018 Im Rahmen der Kommunikation werden 2018 schwerpunktmäßig Corporate Identity und Corporate Design (Logo, Printmaterialien, Fotos) von karlsruhe.digital konkretisiert und ausge- arbeitet. Außerdem werden Reichweite und Followerzahlen bei Social Media (Facebook und Twitter) weiter gesteigert. Es wurde mit der Umsetzung der Visualisierung des IT-Standorts begonnen, es erhalten Unter- nehmen, Institutionen, Verwaltungsbereiche etc. eine einheitliche und aktuelle Faktengrundlage Ergänzende Erläuterungen Seite 6 mit einem Überblick über Karlsruhes IT-Landschaft. Diese Informationen sollen sowohl innerhalb Karlsruhes als auch außerhalb möglichst weit gestreut werden, um ein einheitliches und aktuel- les Bild mit den wichtigsten Merkmalen des IT-Standortes auf einen Blick nach innen und außen zu tragen. Auch in diesem Jahr werden redaktionelle Artikel über den IT-Standort erscheinen. Um das Thema Fachkräftegewinnung voranzutreiben, hat 2018 die Planung einer „Langen Nacht der IT“ begonnen. Die Durchführung dieser Veranstaltung ist für 2019 angedacht, um alle Facetten des Karlsruher IT-Standorts und die hohe Qualität der Karlsruher IT-Unternehmen, Hochschulen und Institutionen erlebbar zu machen. An einem Abend präsentieren alle relevan- ten Akteure der Karlsruher Digitalszene – von Unternehmen, über wissenschaftliche Einrichtun- gen bis zu Institutionen aus Kunst und Kultur – ihre Arbeit. Mit einem solchen Event werden Fachkräfte außerhalb des Standortes erreicht, die dann die Möglichkeit haben, die Karlsruher IT- Szene – und damit potenzielle Arbeitgeber – in einem entspannten und zwanglosen Rahmen erleben zu können. Ebenso wird interessierten Karlsruher Bürgerinnen und Bürgern die Digital- szene zugänglicher gemacht. Die ersten Maßnahmen einer umfassenden Strategie zur Fachkräftegewinnung, die in groben Zügen 2017 aufgestellt wurde, sollen in 2018 verfeinert und in 2019 umgesetzt werden. Dies beinhaltet als Basis eine detaillierte Zielgruppenanalyse, die in Zusammenarbeit mit einer Karls- ruher Agentur durchgeführt werden soll. Um diese Zielgruppen passgenau zu adressieren, wer- den sogenannte Personas entwickelt. Diese könnten beispielsweise einen 56-jährigen Sys- temadministrator, eine 18-jährige IT-affine Schülerin oder eine 26-jährige Informatik- Absolventin sein. Für jede dieser relevanten Personas soll ein Imagevideo produziert werden. Zusätzlich soll es zielgruppenspezifisch abgestimmte Landing Pages geben, die über den Stand- ort informieren und eine Kontaktaufnahme für weitere Informationen ermöglichen. Im Jahr 2018 sollen diese Maßnahmen für eine erste Zielgruppe durchgeführt werden. 4. Mittelfristige und langfristige Planung 2019-2020 Um Fachkräfte für den Standort Karlsruhe zu gewinnen, muss die umfassende Fachkräftestra- tegie weiter umgesetzt werden. So sollen 2019 für weitere Personas Imagefilme produziert und Webseiten eingerichtet werden. Durch die Identifikation sinnvoller Kanäle – Online, Print, Zei- tungen, Magazine etc. – und strategisch wertvoller Orte – beispielsweise Städte mit guter uni- versitärer IT-Ausbildung bei gleichzeitig schwacher IT-Branche – sollen die nächsten Maßnah- men entwickelt und durchgeführt werden. Denkbar wären dabei Messebesuche, Veranstaltun- gen, Plakataktionen und Anzeigen (online wie in Printprodukten). Darüber hinaus sollten die Prozesse vom ersten Interesse für den Standort bis zum ersten Ar- beitstag in Karlsruhe im Sinne von Relocation-Services so optimiert werden, dass die Entschei- dung für Karlsruhe erleichtert wird. Über die eingerichteten Landing Pages soll der Kontakt inte- ressierter Fachkräfte zu einer zentralen Ansprechpartnerin bzw. einem zentralen Ansprechpart- ner hergestellt werden, der bzw. die Fachkräfte bei allen Fragen informiert – von der Woh- nungssuche, der Suche eines Kita-Platzes bis hin zur Arbeitsplatzsuche für die Lebenspartnerin oder den Lebenspartner. Das Angebot wird nicht in Konkurrenz zu anderen Fachkräftestrategien und -projekten stehen, sondern diese sinnvoll ergänzen. Während sich zum Beispiel die Fachkräfteallianz, das Fachkräf- te-Portal und das neu gegründete Welcome Center der TechnologieRegion Karlsruhe allgemein auf internationale Fachkräfte fokussiert, sind speziell Fachkräfte im Digitalbereich die Zielgruppe der Maßnahmen der Initiative karlsruhe.digital. Karrieremessen sind für Unternehmen noch immer eine der wichtigsten Maßnahmen für die Gewinnung von Fachkräften, da hier die Möglichkeit des persönlichen Gesprächs gegeben ist. Ergänzende Erläuterungen Seite 7 Insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen stellen die Ausstellergebühren sowie der Ressourcenaufwand einer Teilnahme bei Karrieremessen eine Herausforderung dar. Ein Gemeinschaftsstand von Karlsruher Unternehmen unter der Dachmarke karlsruhe.digital auf Karrieremessen in Deutschland würde für größere Aufmerksamkeit und für eine günstigere Teilnahme sorgen. Für die Fachkräftesuche im Ausland würden sich Gemeinschaftsstände bei virtuellen Messen anbieten. Mit dem Ausbau eines schlagkräftigen One-Stop-Shops für Unternehmensansiedelungen sol- len die Prozesse und Verwaltungsabläufe für Unternehmen weiter vereinfacht werden. Inner- halb der Wirtschaftsförderung werden derzeit im Rahmen des Unternehmensservices ansässige Unternehmen sowie Unternehmen, die Interesse an einer Neuansiedlung in Karlsruhe haben, betreut. Es erfolgt eine lösungsorientierte, enge, fallbezogene Abstimmung mit den städtischen Fachämtern und den Unternehmen und es gibt einen festen Ansprechpartner, der als Schnitt- stelle zwischen Unternehmen und Fachdienststellen agiert. Dieses Angebot soll optimiert und weiter ausgebaut werden, um den zukünftigen Anforderun- gen gerecht werden zu können. Hierzu sollen entsprechende Strategien entwickelt werden. V. Organisation und Steuerung von karlsruhe.digital Die Strategien, Ziele und Maßnahmen erfordern eine gut abgestimmte und strukturierte Ar- beitsweise der Initiative. Mit Einführung einer innovativen Querstruktur für priorisierte Themen der Stadt- und Verwaltungsentwicklung (IQ-Arbeitsweise) wurde die Initiative karlsruhe.digital als eines der Leitprojekte im Korridorthema Wirtschafts- und Wissenschaftsstadt Karlsruhe plat- ziert und soll wie folgt organisiert werden. Steuerkreis Der Steuerkreis (SK) ist das Gremium der Beratung, Unterstützung, Entscheidungsempfehlung und Entscheidungsfindung. Im SK werden Ideen für zukünftige Projekte diskutiert. Dem Steuer- kreis gehören Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur, Verwaltung sowie der Technologie Region Karlsruhe und der Industrie- und Handelskammer Karlsruhe an. Im Sinne der paritätischen Zusammensetzung des Steuerkreises werden den Vorsitz im Steuer- kreis Erste Bürgermeisterin Gabriele Luczak-Schwarz, Martin Hubschneider (CyberForum) und Prof. Dr. Thomas Hirth (KIT) übernehmen. Ergänzende Erläuterungen Seite 8 Der SK ist in der Lage, alle wichtigen Gruppen - Wissenschaft, Verwaltung und Wirtschaft - für die Weiterentwicklung von karlsruhe.digital mit dem Ziel, Motor der Digitalisierung zu werden, einzubeziehen. Der SK kann von Stadt und Gemeinderat als Berater und Unterstützer in Fragen zur Weiterentwicklung des digitalen Standorts hinzugezogen werden und berät und entscheidet über Handlungs- und Maßnahmenempfehlungen aus den Arbeitsgruppen. Geschäftsstelle Die Geschäftsstelle (GS) ist mit den operativen Tätigkeiten der Initiative karlsruhe.digital betraut und steht als Schnittstelle zwischen Dezernat 4, Steuerkreis und Arbeitsgruppen mit allen Orga- nen in engem Austausch. Die GS setzt sich aus jeweils einem Vertreter bzw. einer Vertreterin der Stadt Karlsruhe und des CyberForums zusammen. Seitens der Stadtverwaltung wird diese Funktion durch das Wissenschaftsbüro übernommen. Die GS bereitet Steuerkreissitzungen inhaltlich und organisatorisch vor. Dazu unterstützt sie die Arbeitsgruppen, deren Ergebnisse und erstellt bei Bedarf Dossiers als Diskussionsgrundlage für den Steuerkreis. Die GS kümmert sich um die Umsetzung von Beschlüssen des SK. Die GS ist für Projektdokumentationen sowie -berichte und -abrechnungen zuständig. Sie steht in kontinuier- lichem Austausch mit dem Dezernat 4 und bereitet die erforderlichen Informationen für die gemeinderätlichen Gremien auf. Arbeitsgruppen Die Arbeitsgruppen (AGs) werden jeweils von einem Mitglied des Steuerkreises geleitet. Diese entwickeln Strategien und leiten daraus Handlungsempfehlungen ab bzw. arbeiten konkrete Maßnahmen aus, die zur Erreichung der durch den Steuerkreis definierten Ziele führen sollen. Die AGs werden vom Steuerkreis vorgeschlagen und erhalten von diesem ggf. konkrete Frage- stellungen. Die AGs bearbeiten diese Fragestellungen und sprechen dem Steuerkreis Empfeh- lungen für Handlungen und Maßnahmen aus. Die AGs können auch unabhängig von konkreten Fragestellungen Empfehlungen für Handlungen und Maßnahmen an den Steuerkreis adressie- ren. Mitglieder von AGs können vom Steuerkreis vorgeschlagen und zu Sitzungen des Steuer- kreises eingeladen werden. Vertreterinnen und Vertreter der Politik haben die Möglichkeit, sich in den Arbeitsgruppen aktiv einzubringen. Korridorthema Wirtschafts- und Wissenschaftsstadt Karlsruhe (Leitprojekt karlsru- he.digital) Verantwortlich für das Korridorthema Wirtschafts- und Wissenschaftsstadt ist Erste Bürgermeis- terin Gabriele Luczak-Schwarz. Das Dezernat 4 verfügt über ein Vetorecht bei allen Entschei- dungen des SK, die das städtische Budget oder die Stadt betreffen. Das Dezernat 4 steht in en- gem Austausch mit der GS und dem Amt für Informationstechnik und Digitalisierung. Das De- zernat 4 hat die Federführung bei der Information des Gemeinderates und wird dabei von SK und GS unterstützt. Gemeinderat Der Steuerkreis berät den Gemeinderat zu Fragen der Themen von karlsruhe.digital. Zudem findet eine regelmäßige Information über die Projekte von karlsruhe.digital in den zuständigen gemeinderätlichen Gremien statt. VI. Finanzierung Die Initiative karlsruhe.digital und deren Umsetzung ist eine Investition in die Zukunft – und nicht nur in die unternehmerische Zukunft, sondern in die Zukunft des städtischen Zusammen- lebens. Sie soll Verwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft Vernetzung bieten und den Zugang zu Expertise für die Gestaltung einer lebenswerten Zukunft erleichtern. Mit den oben genann- Ergänzende Erläuterungen Seite 9 ten Maßnahmen soll dies erreicht werden. Hierfür ist eine gemeinsame Finanzierung durch Stadt und Wirtschaft notwendig. Bereits 2017 wurden im Wirtschaftsplan der Stadtmarketing Karlsruhe GmbH zur Umsetzung von karlsruhe.digital 50.000 Euro (netto) eingeplant und verarbeitet. Die Wirtschaft hat dies in gleicher Höhe in Form von Personal- und Sachleistungen getan. Für 2018 stehen dem Wissenschaftsbüro aus dem Budget der Stadtmarketing Karlsruhe GmbH erneut 50.000 (netto) Euro zur Verfügung. Auch in 2018 stellt die Wirtschaft in gleicher Höhe Personal- und Sachleistungen bereit. Dieser Betrag ist im Hinblick auf die angestrebten Maßnahmen nicht mehr ausreichend. Daher soll für 2019 und weitere Jahre das bisherige Budget von 50.000 Euro (netto) um 200.000 Euro (netto) auf 250.000 Euro (netto) pro Jahr aufgestockt werden. Auch hier erfolgt der Cofinanzie- rungsbeitrag in gleicher Höhe durch die IT-Wirtschaft. Das Cyber-Forum hat der Stadt Karlsruhe hierfür einen entsprechenden LOI anvisiert. Inhalt wären Personal- und Sachleistungen sowie die Unterstützung der Geschäftsstelle des Steuerkreises in Höhe von insgesamt 250.000 Euro (net- to) pro Jahr. Beschluss: Antrag an den Gemeinderat 1. Der Gemeinderat nimmt, nach Vorberatung im Hauptausschuss, den Zwischenbericht zu karlsruhe.digital zur Kenntnis. 2. Der Gemeinderat beauftragt karlsruhe.digital mit der Weiterentwicklung der vorgeschlage- nen Strategieentwicklung und der geplanten Maßnahmen. 3. Der Gemeinderat beschließt, zur Weiterentwicklung von karlsruhe.digital, das bisherige Budget von jährlich 50.000 Euro (netto) um 200.000 Euro (netto) auf jeweils 250.000 Euro (netto) im Doppelhaushalt 2019/2020 aufzustocken.

  • Abstimmungsergebnis Top 20 Ziffer 1
    Extrahierter Text

  • Abstimmungsergebnis Top 20 Ziffer 2
    Extrahierter Text

  • Abstimmungsergebnis Top 20 Ziffer 3
    Extrahierter Text

  • Protokoll GR TOP 20
    Extrahierter Text

    Niederschrift 52. Plenarsitzung Gemeinderat 17. Juli 2018, 15:30 Uhr öffentlich Bürgersaal, Rathaus Marktplatz Vorsitzender: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 20. Punkt 20 der Tagesordnung: Korridorthema Wirtschaft- und Wissenschaftsstadt: IQ-Leitprojekt „karlsruhe.digital“: Zwischenbericht und künftige Organisation Vorlage: 2018/0357 Beschluss: 1. Der Gemeinderat nimmt, nach Vorberatung im Hauptausschuss, den Zwischenbericht zu karlsruhe.digital zur Kenntnis. 2. Der Gemeinderat beauftragt karlsruhe.digital mit der Weiterentwicklung der vorge- schlagenen Strategieentwicklung und der geplanten Maßnahmen. 3. Der Gemeinderat beschließt, zur Weiterentwicklung von karlsruhe.digital, das bisherige Budget von jährlich 50.000 Euro (netto) um 200.000 Euro (netto) auf jeweils 250.000 Euro (netto) im Doppelhaushalt 2019/2020 aufzustocken. Abstimmungsergebnis: Punkt 1: einstimmig zugestimmt Punkt 2: einstimmig zugestimmt Punkt 3: Bei 42 Ja-Stimmen und 1 Nein-Stimme mehrheitlich zugestimmt Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 20 zur Behandlung auf und verweist auf die erfolgte Vorberatung im Ausschuss für Wirtschaftsförderung und im Hauptausschuss. Stadtrat Pfannkuch (CDU): Verkürzt hat es unlängst in den BNN ein Start-up-Vertreter und Inhaber von „Thinking“ auf den Punkt gebracht: Jeder weiß in etwa, wie man ein Au- to baut, aber was künstliche Intelligenz ist, wissen wenige, obwohl davon künftig sehr viele Jobs abhängen. Ich glaube, das kann man verkürzt sagen. Deshalb ist es sehr wohl wert, eine komplexe, sehr umfangreiche Vorlage der Verwaltung zu diesem Thema digitale Stadt durchaus aufmerksam zu lesen. Wir haben heute schon mehrfach über IT gesprochen. Das sind auch Themen, die wir bedenken müssen. Aber wir müssen uns als Standort Karlsruhe mit dem Thema befassen. Deshalb war es sicherlich richtig, dass diese Arbeitsgruppe aus – 2 – Fachleuten in unserer Stadt festgestellt hat, dass wir eine Spitzenstellung brauchen in die- ser digitalen Entwicklung. Wir brauchen ein Standortmarketing, das sich mit dieser Digitali- tät befasst. Und wir müssen auch das städtischen Zusammenleben irgendwo - an anderer Stelle findet man diesen wichtigen Punkt – mit Digitalität in Verbindung bringen. Die Leute müssen verstehen, um was es geht. Letztlich ist ein letztes wichtiges Ziel die Vernetzung aller wesentlichen Gruppen dieser Stadt: Verwaltung, Wissenschaft, Wirtschaft. Wir wollen gemeinsam eine lebenswerte Zukunft entwickeln. All das ist richtig und muss auch ganz massiv unterstützt werden. Die CDU-Fraktion steht uneingeschränkt hinter diesem Antrag der Verwaltung. Vielleicht eines: Wir wollen, dass wir messbare Kriterien aufstellen, mit denen wir die Arbeit dieser Expertengruppe nach etwa zwei Jahren einfach einmal wieder konfrontieren und ablesen können, was hat sich in dieser Zeit getan. Ein Kriterium könnte durchaus sein, wie binden wir die Stadtverwaltung selbst in diesen Prozess ein. Wir haben dazu ein Amt für Informationstechnologie und Digitalisierung. Ich glaube, es ist ganz wichtig, dass diese wis- senschaftliche Arbeitsgruppe sehr eng mit diesem Amt zusammenarbeitet und dass wir vielleicht die Prozesse, die für die Stadt von Nutzen sind, dadurch auch beschleunigen und nach vorne bringen. Ich glaube, wenn diese Arbeitsgruppe uns auch weitere Themen vor- schlägt, anhand derer wir diese Kriterien nachher beurteilen können, dann ist es eine sehr wichtige Leistung. Wir werden unsere Stadt nach vorne bringen. Vor allem das personelle Zusammenwirken von Wirtschaft und Verwaltung wird in der Vorlage als Karlsruher Modell gerühmt, was auch wirklich für unsere Stadt einzigartig ist. Das sehen wir mit großer Spannung und erwarten wirklich Fortschritte. Vielleicht einen bedenklichen Hinweis, das ist aber in der Vorlage lediglich als Vorschlag eingesetzt. Da sollen 100.000 Euro für eine lange Nacht der IT angesetzt werden. Ich habe mittlerweile verstanden, das ist ein Arbeitstitel. Ich hoffe, man macht erheblich mehr dar- aus. Stadtrat Marvi (SPD): Wir haben nachher, wenn wir endlich einmal vor Mitternacht dazu kommen, den Antrag der CDU-Gemeinderatsfraktion zu einer Tragfähigkeitsanalyse des Haushalts. Da sprechen Sie davon, dass man jetzt schon vorher sagen soll, wie sich der In- vestitionsbedarf der nächsten 20 Jahre gestalten wird. Es ist bei Ihnen angeklungen, bei der Digitalisierung ist es etwas anders. Da lassen sich leider die Entwicklungen auf die nächsten 20 Jahre nicht so gut vorhersagen. Von daher machen wir eigentlich hier in Karlsruhe ge- nau das richtige. Das einzige, was man tun kann, ist, in einer unsicheren Zukunft ein brei- tes Digitalisierungskonzept auf den Weg zu bringen und es Schritt für Schritt auszubauen. Wir sehen an dieser Vorlage, wie breit dieses Konzept ist und was sich alles schon bei der Substanz der letzten Jahre getan hat. Ich erinnere an die letzten Meilensteine: Die Beauf- tragung eines Smartproduction-Parks, der uns als SPD als Verbindung von Technik und Ar- beit besonders wichtig war, das IT-Amt, das jetzt vorbildhaft für andere Kommunen ist, der Ausbau von KA-Wlan, der IT-Accelerator, Apps, digitale Bürgerservices. Es ist eine ganze Menge geschehen. Diese Strategie unterstützt die wirtschaftliche Stärke unserer Stadt. Sie unterstützt die Gründer, die Standortfaktoren. Am Ende unterstützt sie natürlich auch mit den investierten Euros in dieses Konzept den kommunalen Haushalt, geschätzte 41 % Gewerbesteueranteil der IT-Unternehmen. Auch eine sehr beachtliche Zahl für uns. Aber uns ist eines ganz wich- tig, weil es draußen immer heißt: Digitalisierung, das ist nur etwas für die Wirtschaft, was – 3 – ihr da macht. Nein, Digitalisierung ist etwas für die Bürger, für die Lebensqualität der Men- schen unserer Stadt. Wir haben vorhin über das wichtige Beispiel Schulen und Lehrerschaft gesprochen, was da alles an Potential vorherrscht, wenn endlich einmal die ganzen Mittel von Bund und Land da wären. Ein aus unserer Sicht sehr wichtiges Thema: Die Vision, die wir haben, dass zukünftig beinahe jeder Bürgerservice in unserer Stadt auch digital abruf- bar sein muss. Dahin wird unserer Ansicht nach der Trend in den nächsten Jahren und Jahrzehnten ganz massiv gehen. Andere Regionen schlafen bei diesem Thema nicht. Wir sehen das Engagement etwa von Großstädten wie Mannheim und Ulm in der Smartercity- Initiative. Das ist auch gut so, dass andere Städte und Kommunen nicht schlafen. Denn das spornt uns an, den eingeschlagenen Weg konsequent weiterzugehen. Wir finden, dass das Prinzip der Initiative „karlsruhe.digital“ von seinem Aufbau her ein sehr gutes Prinzip ist. Es bietet uns einen Wettbewerbsvorsprung, gerade in dieser Bünde- lung von Expertenwissen in dieser Zusammenarbeit, wie sie jetzt vorgeschlagen ist zwi- schen Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft, dass man relativ schnell auf Veränderun- gen, von denen ich gesprochen habe, eingehen kann und hier entsprechend einen starken Hebel hat, um auf diese Taktgeschwindigkeit einzuwirken. Wir finden den Fokus für die kommenden Jahre richtig, auf Fachkräfte, auf Unternehmensgründungen zu gehen. Es ist auch einmal schön, bei den ganzen, auch kleineren Eurobeträgen, um die wir hier feilschen im Gemeinderat, in der Verwaltung, einmal ein solches Projekt zu haben, von dem wirklich eine ganz breite Mehrheit im Gemeinderat sagen kann, es lohnt sich. Jeder Euro ist gut für die Zukunft der Stadt Karlsruhe angelegt. Stadtrat Konrad (GRÜNE): Das ist jetzt ein Gemeinschaftsprojekt von Wirtschaft, Wissen- schaft und Stadtverwaltung. Herr Marvi hat es schon gesagt. Es läuft schon seit einigen Jahren. Da ist schon eine Konsistenz in so einer Zusammenarbeit. Es ist auch schon etwas, was man hervorheben kann und was man auch loben muss und was zeigt, dass wir er- kannt haben, dass Digitalisierung ein Schlüssel für uns ist. Karlsruhe will mehr, weil Karls- ruhe Vorreiterin sein will. Vorreiterin als eine Stadt, in der Digitalisierung vorgedacht wird, auch für den Rest Deutschlands, für weitere Bereiche. Karlsruhe will einfach die Digitalstadt sein. Digital ist dabei aber kein Wert an sich. Digitalisierung soll Sachen einfacher, gerech- ter, transparenter und letzten Endes für alle Leute nützlicher machen. Seien es die Bürge- rinnen und Bürger, sei es die Verwaltung, sei es die Wirtschaft, sei es die Wissenschaft. Digitales muss dafür auch in den Alltag. Damit Digitales in den Alltag der Bürgerinnen und Bürger – und die meisten aus der Wissenschaft, aus der Verwaltung und aus der Wirtschaft sind natürlich auch Bürgerinnen und Bürger in dieser Stadt – Einzug hält, braucht es ein- fach Geld. Wir sind bereit, dafür Geld in die Hand zu nehmen. Da spricht man dann über Breitbandausbau. Da spricht man darüber, dass die Leute, die im Digitalbereich arbeiten, natürlich nicht nur in der Firma sondern auch zuhause schnelles Internet haben wollen. Da geht es um ganz handfeste Dinge. Da geht es letzten Endes um Wlan. KA-Wlan hat riesige Schritte gemacht von dort, wo es einmal herkam, zu einem jetzt wirklich gut brauchbaren öffentliche Wlan, das eine abgesicherte Verbindung hat, das eine weite Abdeckung hat. Genau solche Projekte wünschen wir uns mehr, damit Karlsruhe wirklich eine Digitalstadt wird. Leider sind wir soweit noch nicht. Für uns ist das ein erster Aufschlag, an dieser Stelle zu sagen, wir fangen jetzt einmal an mit Marketing. Ja, auch für Marketing nehmen wir Geld in die Hand. Deshalb stimmen wir heute auch zu. Aber wir wünschen uns sehr, dass da – 4 – noch mehr kommt, damit eine Durchdringung der Stadtgesellschaft stattfindet, damit die- ses Thema, das für viele nur ein Leitprojekt unter vielen im IQ-Prozess ist, ein richtungwei- sendes Thema in dieser Stadt wird, damit das vorankommt und damit dem die Bedeutung zukommt, die es auch haben soll. Zustimmen möchte ich an dieser Stelle der geforderten Evaluation, wie die CDU vorgeschlagen hat. Auch für uns GRÜNE ist das sehr wichtig. Wenn wir das evaluieren und gerade in diesem Marketingbereich angehen, wo es auch ein Fachkräftemarketing gibt, sollten wir darauf achten, dass wir solche Sachen auch nutzen, wie z. B. die Übertragbarkeit von Marketingstrategien auf andere Bereiche. Gerade im so- zialen Bereich haben wir großen Mangel in vielen Berufsgruppen, wo wir sicherlich auch Strategien nutzen können, die wir hier feststellen. Stadtrat Lancier (KULT): Karlsruhe ist nicht nur die Stadt des Rechts, sondern auch der Wissenschaft und Lehre. Diese Wissenschaft hat gerade hier in Karlsruhe sehr früh die digi- tale Revolution gestartet. Ein Begriff, der analog zur industriellen Revolution geformt wur- de. Und das zu Recht. Denn so, wie die industrielle Revolution die Wirtschaft und dadurch auch die Gesellschaft völlig umgekrempelt hat, so krempelt nun die Informationstechnik die Wirtschaft und auch die Gesellschaft erneut komplett um. Personen jeglichen Alters und Berufs benutzen heute E-Mail und Internet, lassen sich von Netflix unterhalten, kaufen online ein und schicken der Oma Links zu Instagram, um die prächtige Entwicklung der Enkel zu zeigen. Karlsruhe war ganz früh dabei. Das Know-how ist hier zuhause. Keine Frage, wir haben einen Ruf zu verlieren. Internethauptstadt, sagen viele. Mittlerweile manche aber auch mit Spott oder mit Hohn. Der Titel des Thesenpapiers Digitale Agenda Karlsruhe 300+ lautet „Karlsruhe – Motor der Digitalisierung“. Das wollen wir auch gerne so sehen. Und so er- warten die Bewohner, dass auch mit der Stadt, mit den Ämtern und Unternehmen, digital und ohne Postlaufzeiten gearbeitet werden kann: „Die städtischen Mitarbeiter arbeiten doch sicher papierlos mit elektronischen Akten.“ Das wäre dann auch mit den Bürgern viel einfacher. Karlsruhe hat früh ein IT-Amt geformt. Aber die ersten waren wir nicht. Wir ha- ben das Testfeld Autonomes Fahren. Aber die ersten autonomen Vehikel fahren woanders. Es gibt weit überdurchschnittlich viele Start-ups. Aber die Stadt hat viele weiße Flecken in der Glasfaserversorgung. Es gibt Inkubatoren und Festigungszentren, mehr als in jeder an- deren europäischen Stadt unserer Größenordnung. Aber Gewerbeflächen mit geeigneter erstklassiger Infrastruktur ist Mangelware. Ebenso wie Wohngebiete, die den Ansprüchen von Spitzenkräften dieser Branche genügen würden. Es wird daran gearbeitet. Das erken- nen wir an. In der Verwaltung geht es oft nicht schnell genug voran. Aber wir wissen, das hat seinen Grund nicht im mangelnden Willen. Oft genug liegt es daran, dass einfach keine Fachkräfte verfügbar sind und dass die vorhandenen Kräfte sich nicht ausreichend fortbil- den können. Das Tagesgeschäft frisst sie auf. Wir stimmen daher der Vorlage zu. Den Mangel in städtischen Ämtern soll dies durch Ein- binden von Forschung und Lehre, von Wirtschaft und Interessenverbänden zu überbrücken helfen. Die Summen sind nach unserem Dafürhalten dafür angemessen. Doch es muss in- nerhalb der Verwaltung mehr getan werden. Auch um den Mangel an Arbeitskräften und der Überlastung der vorhandenen entgegenzuwirken. Die Einstufung als IQ-Leitprojekt in das Korridorthema loben wir. Doch das Thema betrifft nicht nur die Wirtschafts- und Wis- senschaftsstadt, sondern auch Bewohner und die Gesellschaft. Unsere Zustimmung ist nicht die Aufforderung zum erleichterten Zurücklehnen. Nehmen Sie unsere Zustimmung bitte als Signal zum Loslegen mit der Digitalisierung der Stadt. – 5 – Stadtrat Høyem (FDP): Die Digitalisierung ändert unsere Welt und unser tägliches Leben. Die FDP hat auf Landesebene lange gekämpft, Verständnis für diese Realität zu schaffen. Die FDP hat auf Bundesebene verlangt, ein Digitalisierungsministerium zu etablieren. Auch hier in Karlsruhe hat unsere Fraktion jahrelang versucht, der Digitalisierung die Priorität zu geben, die sie verdient. Oft war es – ehrlich gesagt – schwierig, alle hier zu überzeugen. Deshalb unterstützen wir voll und ganz die Beschlussvorlage. Es ist spät, aber nicht zu spät, dass wir Wirtschaft, Wissenschaft und Stadt bündeln. Viel ist glücklicherweise schon pas- siert, besonders in Wirtschaft und in Wissenschaft. Es ist sehr gut und notwendig, dass wir jetzt endlich das Thema ganzheitlich betrachten. Herr Oberbürgermeister, Sie und ich haben Digitalisierung mit dem Botschafter aus Estland hier im Rathaus diskutiert. Wir wissen, dass viele Länder viel weiter sind als Deutschland. Wir können uns nicht mit Südkorea vergleichen. Hier hat man das schnellste flächende- ckende Internet weltweit, mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 28,6 MBit/sec. Deutschland ist mit 15,3 Mbit/sec weltweit nur auf Platz 25. In einigen Regionen in Deutschland und auch – es tut mir leid – in unserer Region ist das Internet so langsam, dass eine sinnvolle Nutzung ganz einfach nicht möglich ist. Für eine Technologieregion kaum zu glauben. Schnelles Internet soll so selbstverständlich werden, wie Strom- und Wasserver- sorgung. Oft hat man das Gefühl, dass man sich in einem permanenten Funkloch befindet. Lassen Sie uns gemeinsam unsere Kräfte bündeln, auf die hervorragenden punktuellen Leistungen hier in Karlsruhe bauen. Diese Beschlussvorlage ist nicht genug. Aber es ist ein Schritt in die richtige Richtung, weg von Funklöchern, vorwärts in die Zukunft, was wir als FDP schon lange gewünscht haben. Stadtrat Dr. Schmidt (AfD): Auch wir von der AfD begrüßen das IQ-Leitprojekt karlsru- he.digital. Wir unterstützen es auch. Ich möchte mich aber auf meine beiden Vorredner beziehen, auf den Kollegen Konrad von den GRÜNEN und auf Herrn Høyem von der FDP. Beide haben die Notwendigkeit für Investitionen genannt. Wir müssen Geld investieren an den richtigen Stellen. Breitbandausbau, schnelleres Internet möglichst für alle in dieser Stadt, wurde genannt. Vor diesem Hintergrund haben wir ein Problem damit, was jetzt hier passiert. Nur, weil wir das alle ganz toll finden, was hier geschehen ist, sollten wir nicht einfach pauschal das Budget von 50.000 auf 250.000 Euro erhöhen. Noch dazu, wenn die Hälfte der Erhöhung für eine große Sause, für eine lange Nacht der IT, ausgegeben werden soll. Ich finde, da gibt es deutlich besser Projekte. Deswegen möchte ich gerne beantragen, dass die Punkte 1 – 3 getrennt abgestimmt werden. Unserer Meinung nach gehört Punkt 3, nämlich der Budgetbeschluss, in die Haushaltsberatung. Dort sollte er besser begründet noch einmal vorgelegt werden. Stadtrat Kalmbach (FÜR Karlsruhe): Das meiste wurde gesagt. Ich möchte aber auf drei Punkte hinweisen, die es zu bedenken gilt. - Der Motor könnte zum stottern kommen. Wenn Fachleute kommen und finden kei- ne Wohnung hier in Karlsruhe, was machen sie dann? Sie suchen eine Weile und dann sind sie wieder weg. – 6 – - Was machen Firmen, die sich hier niederlassen wollen und finden keine Gewerbe- flächen? Dann sind sie wieder weg. - Was machen Menschen und Firmen, wenn sie keine gescheite Breitbandanbindung haben? Das sind alles Kriterien, die den Motor zum Stottern bringen können. Deswegen sage ich, wir müssen auch auf diese Randkriterien achten: Wohnung, Gewerbefläche und Breitband. Wenn wir das vernachlässigen, kann unsere ganze Intelligenz, die wir hier haben, nicht zur Wirkung kommen. Das dürfen wir nicht vergessen. Stadtrat Wenzel (FW): Meine Zustimmung für den Antrag. Ich habe vieles positive ge- funden. Da schon vieles gesagt wurde, möchte ich mich auf einen sehr schönen Satz hier konzentrieren: Karlsruhe hat die historische Chance, zum führenden Ökosystem der Digita- lisierung zu werden, attraktive und sichere Arbeitsplätze in der Region zu schaffen. Kollege Kalmbach hat auf die Problematik hingewiesen. Ein Ökosystem der Digitalisierung möchte ich mir gerne vorstellen. Ich möchte aber meinen Fokus auf etwas anderes richten. Es nützt keine Digitalisierung, wenn unser Stromnetz, das leider in der letzten Zeit immer wieder Ausfälle hatte, nicht 100%ig sicher ist. Auch diesem Thema müssen wir uns annehmen. Dann bin ich auch si- cher, dass wir weiter vorankommen. Kollege Høyem hat angedeutet, um Weltmarktführer zu werden, ist es noch ein ganz weiter Weg. Aber wir haben mit dieser Vorlage einen Schritt getan. Der Vorsitzende: Das waren alle Wortbeiträge. Ich möchte noch einmal für das Protokoll festhalten, dass Herr Stadtrat Hermanns wegen Befangenheit schon zu Beginn der Diskus- sion bzw. beim gesamten Tagesordnungspunkt den Raum verlassen hat. Erste Bürgermeisterin Luczak-Schwarz: Ich glaube, es ist ein guter Tag für Karlsruhe, mit dieser Vorlage sich jetzt in die richtige Richtung zu positionieren. Aufgrund der Wort- meldungen sind mir drei, vier Punkte noch einmal sehr wichtig. Diese 10 Arbeitsgruppen haben eine Ist-Positionierung gemacht. Wo steht Karlsruhe im Rahmen der Digitalisierung in den einzelnen Bereichen? Im Rahmen dieser Ist- Positionierung, Herr Kalmbach, sind all diese Punkte, die Sie angesprochen haben, natürlich auch bewertet worden. Durchaus gibt es bei der IT-Infrastruktur Bedarfe, um weiter die Stadt an das moderne Internet anzuschließen. Damit werden wir uns in dem Steuerkreis mit weiteren Arbeitsgruppen intensiv auseinandersetzen und auch überlegen, wie wir die- ses Problem schließen können. Das Zweite ist, dass natürlich aus diesen Arbeitsgruppen – das hat Herr Marvi in seiner Stel- lungnahme auch aufgegriffen – bereits Projekte, die unsere Stadt als Digitalisierungsstand- ort positioniert haben, aufgegriffen und vorangebracht worden sind. Das ist der It- Accelerator draußen beim Cyberforum. Der ist auch ein Impuls aus der Arbeitsgruppe ge- wesen, IT-Gründerszene zu positionieren. Es ist der Smartproduction-Park, den wir be- schlossen haben, und es ist die Teilnahme an der Zukunftskommune Baden-Württemberg, aus diesem Konsortium heraus mitgestaltet, mit beigebracht, wo wir insgesamt fast 3 Mio. Euro Fördermittel nach Karlsruhe geholt haben. Ich denke, das sind schon einmal – 7 – messbare Faktoren, die aus der Vergangenheit jetzt schon Impulse für die Zukunft setzen. Das reicht uns aber nicht im Rahmen des Steuerkreises. Herr Stadtrat Pfannkuch, natürlich ist Herr Losert als Amtsleiter des IT- und Digitalisierungs- amtes Mitglied des Steuerkreises. Er ist einer der Köpfe, der die Verknüpfung zur Verwal- tung hin mitstrukturiert und managt und ein wichtiges Bindeglied ist, was wir auch brau- chen, auch im Zusammenspiel mit Herrn Kollege Dr. Käuflein, Digitalisierung nach innen, Digitalisierung nach außen in der Abgrenzung. Evaluation ist uns auch sehr wichtig. So- wohl Herr Prof. Hirth als auch Herr Hubschneider als auch meine Wenigkeit, wir drehen jeden Euro dreimal um und fragen, bringt uns das etwas als Standort. Wir machen das auch nur mit einer Entscheidung im Steuerkreis, wo die wesentlichen Köpfe aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung zusammensitzen. Deswegen wird natürlich jedes Projekt ge- nau durchleuchtet. Zahlt es auf das Metaziel, Motor der Digitalisierung zu werden, ein? Ich denke, da haben wir gezeigt, dass es das schon getan hat, ohne dass diese Struktur sich schon gefestigt hat in der Vergangenheit und wird es auch in der Zukunft tun. Die lange Nacht der IT ist ein reiner Arbeitstitel. Wir haben schon einmal versucht, die Grundkonzeption zu erörtern. Es geht darum, Digitalisierung begreifbar zu machen. Es soll mit diesem Projekt auch für unsere Bürgerinnen und Bürger Digitalisierung begreifbar ge- macht werden. Diese Konzeption befindet sich zurzeit in Arbeit. Die Summe ist ein reiner Platzhalter, weil wir gefragt worden sind, was würde es ungefähr kosten. Es wäre aber das Projekt, was uns wichtig ist, um auch die Bürgerinnen und Bürger mitzunehmen, auch die Ängste zu nehmen vor der Digitalisierung, um unser Ziel auch in dieser gesellschaftspoliti- schen Debatte entsprechend zu erreichen. Da bin ich ganz frohen Mutes, dass wir mit den Experten ein Superkonzept entwerfen werden und hoffen, dass wir auch dieses Ziel errei- chen. Das wäre noch einmal ein kleines Blitzlicht zu den verschiedenen Punkten. Ich habe sonst alles abgearbeitet und danke für die wohlwollenden Stellungnahmen. Der Vorsitzende: Wir kommen damit zur Abstimmung. Herr Stadtrat Dr. Schmidt, Ziffer 1 ist eigentlich nur eine Kenntnisnahme. Sie haben durch Ihren Beitrag gezeigt, dass Sie sich dem gar nicht mehr verweigern können. Ziffer 2 ist, dass man weiterentwickeln will. Ziffer 3 sind die Mittel für diese Weiterentwicklung. Es macht aus meiner Sicht keinen Sinn, diese Ziffern einzeln abzustimmen. Denn richtig substantiell ist nur die Ziffer 3. Der Ziffer 2 zuzu- stimmen, ohne die Ziffer 3 mitzutragen, macht auch keinen Sinn. Wenn Sie darauf beste- hen, streiten wir uns jetzt nicht. Dann machen wir das so, weil das am Ende länger dauert, als dass ich es jetzt so mache. Damit rufe ich die Ziffer 1 auf – es war ein Versuch wert – und bitte um Ihre Zustimmung oder Ablehnung. – Einstimmig zugestimmt. Damit steigen wir zur Ziffer 2 um. – Einstimmig zugestimmt. Jetzt wird es gleich substantiell unter der Ziffer 3. – Bei 1 Ablehnung mehrheitlich so be- schlossen. Ich möchte mich an der Stelle noch bei diesem Arbeitskreis ganz herzlich bedanken, die schon seit Jahren zusammenarbeiten. Schon zu Zeiten, wo man IQ-Themen noch gar nicht – 8 – kannte und wir mit Karlsruhe-Wlan – Herr Konrad hat darauf hingewiesen – den ersten Erfolg dieser Arbeitsgruppe verzeichnen konnten. Wer es einmal erlebt hat mit unserer De- legation bei der Verleihung von Kommune digital, da waren wir die einzigen, wo nicht nur einer aus der Politik hingefahren ist und hat eine Urkunde entgegen genommen, sondern ein fröhliches kleines Konsortium - im Moment leider immer noch eine Boygroup – aus Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung, die auch eine gute Stimmung der Zusammenar- beit dokumentiert haben, in der Art, wie sie aufgetreten sind. Das zeigt, dass es noch um andere Qualitäten geht und nicht nur um die rein faktischen Ergebnisse am Ende. Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt - Ratsangelegenheiten – 31. Juli 2018