Analyse der städtischen Veranstaltungsstätten für Großveranstaltungen in den Bereichen Sport, Musik, Kultur unter Einbeziehung des brandschutztechnischen Gutachtens zur Europahalle

Vorlage: 2018/0356
Art: Beschlussvorlage
Datum: 05.06.2018
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Stadtplanungsamt
Erwähnte Stadtteile: Durlach, Hagsfeld, Oberreut, Südstadt, Waldstadt

Beratungen

  • Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 17.07.2018

    TOP: 21

    Rolle: Entscheidung

    Ergebnis: einstimmig zugestimmt

Zusätzliche Dateien

  • Analyse Veranstaltungsstätten
    Extrahierter Text

    Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister BESCHLUSSVORLAGE Vorlage Nr.: Verantwortlich: 2018/0356 Dez. 4 Analyse der städtischen Veranstaltungsstätten für Großveranstaltungen in den Bereichen Sport, Musik, Kultur unter Einbeziehung des brandschutztechnischen Gutachtens zur Europahalle; hier: Aktueller Sachstandsbericht zum Gemeinderatsbeschluss vom 14. März 2017 zum "Sportstättenkonzept im Zusammenhang mit der Europa- halle" Beratungsfolge dieser Vorlage Gremium Termin TOP ö nö Ergebnis Hauptausschuss 03.07.2018 20 x vorberaten Planungsausschuss 05.07.2018 10 x Gemeinderat 17.07.2018 21 x Beschlussantrag Der Gemeinderat nimmt den Zwischenbericht zur Kenntnis. Finanzielle Auswirkungen (bitte ankreuzen) nein x ja Gesamtkosten der Maßnahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) Kosten werden derzeit projektbezogen ermittelt Haushaltsmittel stehen (bitte auswählen) Kontierungsobjekt: (bitte auswählen) Kontenart: Ergänzende Erläuterungen: ISEK-Karlsruhe-2020-relevant nein x ja Handlungsfeld: Sport, Freizeit und Gesundheit Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) x nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften nein x ja abgestimmt mit KMK, KSBG, KME Ergänzende Erläuterungen Seite 2 I. Vorbemerkung Der Gemeinderat hat am 14. März 2017 (TOP 16 / Vorlage Nr. 2017/0090 und interfraktioneller Ergänzungsantrag Vorlage 2017/0154) die Ergebnisse des Prüfauftrags des Gemeinderats vom 22. März 2016 (TOP 4 / Vorlage Nr. 2015/0780) zur Kenntnis genommen und der Stadtverwal- tung weitere Prüfaufträge erteilt. Im Einzelnen handelt es sich um folgende Aufträge: 1. Erstellung einer kostenkontrollierten Planung für die Sanierung der Europahalle für zwei Modelle mit Unterlösungen inklusive Berechnung der zu erwartenden, voraussichtlichen Betriebskosten: a. Sanierung Europahalle für (Ball-)Sportevents, unter der Maßgabe des Erhalts aller Möglichkeiten für die Leichtathletik, die in einer Halle mit vier Rund- bahnen möglich sind (Sanierung Europahalle für 21,1 Mio. Euro) PLUS Bau einer Dreifeldsporthalle für den Schul- und Vereinssport im Stadtgebiet als Ersatz für die durch Sport-Events ausfallenden Stunden b. Einfache Sanierung der Europahalle (Sanierung Europahalle für 9 Mio. Euro) PLUS alternativ - Bau einer Ballsporthalle für etwa 3.000 bzw. 2.000 Zuschauer im Stadtgebiet, die unter der Woche auch dem Schul- und Vereinssport dienen soll, oder - Bau einer multifunktionalen Eventhalle für etwa 3.000 (oder mehr) Zuschauer bei der Messe Karlsruhe. Diese soll von KMK/KEG (Jetzt: KME) betrieben werden mit der Vorgabe „Vorrang für Ballsport-Events ab 3. Liga aufwärts“ am Wochenende. Dabei sind durch die KMK die Möglichkeiten am Markt für die Durchführung von Konzerten/kommerziellen Kulturveranstaltungen zu sondieren. 2. Bericht zum Zustand der Sporthallen sowie die daraus resultierenden notwendigen Investi- tionen inkl. Prioritätenliste. 3. Belegungsplan aller Schulsporthallen aufgeteilt nach Nutzungsarten Schul- und Vereins- sport (IST-Belegung) sowie Übersicht über die zur Verfügung stehenden Stunden für Schul- und Vereinssport (mit gesonderter Ausweisung der Leichtathletik) bei den unter Ziff. 1 ge- nannten Modellen a und b Im Hinblick auf die umfassenden Prüfaufträge soll diese Vorlage über den aktuellen Sachstand informieren. Aufgrund aktueller Entwicklungen, insbesondere im Bereich Basketball, sowie der Diskussionen in verschiedenen Gremien zur Integration der vorhandenen Leichtathletikanlage in einen mögli- chen Hallenneubau, wurden auch diese Aspekte mit in die Überlegungen einbezogen. Ergänzende Erläuterungen Seite 3 II. Sachstand zu den Prüfaufträgen im Zusammenhang mit der Erstellung einer kostenkontrollierten Planung für die Europahalle Variante A (= Ziff. 1 Buchst. a des interfrakt. Antrags) Sanierung der Europahalle für (Ball-)Sportevents, unter der Maßgabe des Erhalts aller Möglichkeiten für die Leichtathletik, die in einer Halle mit vier Rundbahnen möglich sind (Sanierung für 21,1 Mio. Euro) und Bau einer Dreifeldsporthalle für den Schul- und Vereinssport im Stadtgebiet als Ersatz für die durch Sport-Events ausfallenden Stunden 1. Sanierung der Europahalle (21,1 Mio. Euro) In der Vorlage 2017/0090 vom 14. März 2017 wurde zur zukünftigen Nutzung der Eu- ropahalle ausgeführt, dass auch bei einer Sanierung der Europahalle mit 21,1 Mio. Euro folgende Veranstaltungen nicht realisierbar sind: - Indoor-Meeting, Konzerte und Kulturveranstaltungen - Deutsche Hallenleichtathletik-Meisterschaften - Hallenleichtathletik-Europameisterschaften - DTL-Finale - BTB-Turngala mit Einschränkungen Die Sanierung mit 21,1 Mio. Euro beinhaltet zwar eine mobile Tribüne, so dass Ligaspie- le in den ersten drei Ligen mit maximal 3.500 Zuschauern möglich wären, jedoch wären die VIP-Bereiche nicht adäquat, würden Funktionsräume entfallen, würden Lagerflächen fehlen und wären Einschränkungen im Hinblick auf Spielatmosphäre und Zuschauernähe – wie sie heute in modernen Arenen üblich sind – vorhanden (vgl. Vorlage Nr. 2017/0090). Aufgrund des gemeinderätlichen Auftrags ist eine kostenkontrollierte Planung vorzule- gen. Die VgV-Verfahren sind inzwischen abgeschlossen, die Beauftragungen sind erfolgt und es haben bereits erste Termine mit Ortsbegehungen stattgefunden. Aktuell arbeiten sich die neu hinzu gekommenen Planungsbüros in die Aufgabe ein, die Planung liegt im Zeitplan. Nach derzeitiger Terminplanung kann die kostenkontrollierte Planung Anfang 2019 im Bauausschuss vorgestellt werden. 2. Bau einer Dreifeldsporthalle Gemäß dem Auftrag des Gemeinderats ist mit der Sanierung der Europahalle für (Ball-)Sportevents (21,1 Mio. Euro) der Bau einer Dreifeldsporthalle im Stadtgebiet für die durch Sport-Events ausfallenden Schulstunden zu prüfen. Gleichzeitig stellt die Karlsruher Sportentwicklungsplanung, die in den Jahren 2014/2015 durch das Institut für kooperative Planung und Sportentwicklung zusammen mit den Sportvereinen und Verbänden sowie der Stadt Karlsruhe erfolgt ist, fest, dass in der Stadt Karlsruhe ohnehin genormte große Sporthallen (Dreifeldsporthallen) fehlen. Danach soll der Bestand insbesondere an Dreifeldsporthallen für eine multifunktionale Nutzung für den Schul- und Vereinssport ausgebaut werden. Nach Auffassung dieser Planungsgruppe fehlen vor allem in der Innenstadt, in Durlach sowie in den Bereichen Nordost und Südwest adäquate Hallen. Ergänzende Erläuterungen Seite 4 Die Stadtverwaltung hat untersucht, welche Standorte für die Errichtung einer Dreifeldsporthal- le im Stadtgebiet in Betracht kommen. Folgende Standorte wurden zuletzt betrachtet: a) Elisabeth-Selbert-Schule Der Gemeinderat stimmte am 23. Januar 2018 zu, auf einer Freifläche am Standort der Elisabeth-Selbert-Schule eine Dreifeldsporthalle mit zusätzlicher Nutzung für Ballsportar- ten und insbesondere Basketballspiele für 1.500 Zuschauer zu realisieren. An diesem Standort besteht Baurecht. Auf die bei der Europahalle vorhandene Infrastruktur (Park- plätze) sowie die Anbindung an den ÖPNV kann zurückgegriffen werden. Eine Vorfestle- gung auf eine Sanierungsvariante der Europahalle ist damit nicht erfolgt. Um eine schnellstmögliche Realisierung zu gewährleisten, soll die Halle in Fertigbauweise entstehen. Das Verfahren für die Vergabe an einen Generalübernehmer wurde Anfang Februar 2018 eingeleitet. Jedoch hat dieses nicht zum Erfolg geführt; es wurden keine Angebote abgegeben. Im Wesentlichen haben die Firmen ihre Bewerbung zurückgezo- gen, weil eine Umsetzung in dem äußerst knappen Zeitplan bei der derzeitigen konjunk- turellen Lage und der damit verbundenen Auslastung für nicht realisierbar gehalten wird. Es wurde ein neuer Terminplan erstellt und ein neues Ausschreibungsverfahren eingelei- tet. Nutzung der Halle Die Halle soll unter der Woche dauerhaft als dreiteilige Schulsporthalle genutzt werden. Darüber hinaus wird die Halle mit einem Parkettboden ausgestattet und es sollen dort künftig auch Basketball-Spiele bis zur zweithöchsten Spielklasse ProA ausgetragen wer- den. Letztere Nutzung war notwendig geworden, da die Basketball-Mannschaft PSK Lions zur Saison 2017/2018 in die 2. Bundesliga ProA aufgestiegen war und eine ProA- taugliche Spielstätte mit einer Mindestkapazität von 1.500 Zuschauern erforderlich war. Eine solche stand jedoch seit der Sperrung der Europahalle als (Sport-)Veran- staltungshalle nicht mehr zur Verfügung. Um dieser Mangelsituation abzuhelfen, be- schloss der Hauptausschuss am 11. Juli 2017, dem Verein Post Südstadt Karlsruhe e.V. (PSK) einen Investitionszuschuss für den Erwerb und die Errichtung einer in Gotha vor- handenen Leichtbauhalle zur Verfügung zu stellen. Anschließend stellte sich jedoch her- aus, dass die Leichtbauhalle am vorgesehenen Standort und über den vorgesehenen Zeit- raum von fünf Jahren nicht genehmigungsfähig war. Daraufhin ermöglichte das Bürger- meisteramt, dass ausnahmsweise und aufgrund der Vorgeschichte die Europahalle für die Heimspiele der PSK Lions genutzt werden kann. Dies ist mit erheblichem Aufwand für die Erfüllung der Vorgaben der Versammlungsstätten-Verordnung verbunden und nur für diesen Ausnahmefall zugelassen und kann daher nicht als Präzedenzfall für andere Veran- staltungen gelten. Die künftige Nutzung der Halle am Standort der Elisabeth-Selbert- Schule wird damit die vorhandene Lücke für Basketballspiele bis zur zweithöchsten Spiel- klasse ProA schließen. b) Schulzentrum Südwest (Sophie-Scholl-Realschule/Engelbert-Bohn-Schule) Im Mai 2016 wurde eine Asbestbelastung in der Sporthalle des Schulzentrums Südwest in Oberreut festgestellt. Die Halle musste in der Folge dauerhaft gesperrt werden. Das ge- samte Schul- und Vereinssportangebot musste somit in andere Sporthallen verlagert wer- den. Die ohnehin schon angespannte Sporthallensituation hatte sich damit weiter ver- schärft. In Oberreut ist ein Baufeld für zwei Dreifeldsporthallen vorhanden. Am Standort der Sophie-Scholl- und Engelbert-Bohn-Schule wird eine dreiteilige Halle für den Sportun- terricht benötigt. Aufgrund anstehender Sanierungs- bzw. Neubaumaßnahmen im Sport- hallenbereich insgesamt sind jedoch darüber hinaus Ausweichhallen erforderlich. Ergänzende Erläuterungen Seite 5 Der Gemeinderat hat am 15. Mai 2018 zugestimmt, am Standort des Schulzentrums Südwest in Oberreut zwei dreiteilige Schulsporthallen zu errichten. Es wird ein europawei- tes VgV-Verfahren mit vorgeschaltetem Auswahlverfahren und Planungswettbewerb durchgeführt. Im Juni 2019 soll das Planungsteam beauftragt und die haushaltsreife Pla- nung im März 2020 vorgestellt werden. Baubeginn soll im Sommer 2021, Inbetriebnahme im Schuljahr 2022/2023 sein. Gebaut werden eine dreiteilige Sporthalle für den Schul- und Vereinssport und den Ver- anstaltungsbetrieb an Wochenenden (Nutzung wie bisherige Halle) sowie eine weitere dreiteilige Sporthalle für den Schulsport und reinen Trainingsbetrieb. Da mehrere Vereine derzeit auf der Suche nach Trainingsmöglichkeiten sind, ist eine Vollbelegung der Hallen möglich von 17.30 Uhr bis 22.00 Uhr montags bis freitags. c) Traugott-Bender-Sportpark Auch mit Blick auf die erforderlichen Sporthallenkapazitäten für die Element-i-Schule soll im Traugott-Bender-Sportpark in Hagsfeld eine neue Dreifeldsporthalle entstehen. Ziel ist es, hier das Prinzip der „besitzenden Vereine“ umzusetzen. Der SSC Karlsruhe benötigt neben der Dreifeldsporthalle zusätzlich eine Zuschauerkapazi- tät von ca. 1.000 Personen. Das Stadtplanungsamt hat die städtebaulichen Bedingungen für verschiedene Standorte vertieft geprüft. Die Ergebnisse sowie erste Standortempfeh- lungen liegen vor. Eine Verkehrszählung wurde für den Traugott-Bender-Sportpark zur Überprüfung der Stellplatzsituation und als Grundlage für die weitere Planung beauftragt. Nach der Auswahl des Standortes für die neue Dreifeldsporthalle soll eine Machbarkeits- studie durch den SSC Karlsruhe in Auftrag gegeben werden. Erforderlich wäre eine Ände- rung des Bebauungsplanes. Zudem müsste der Gemeinderat über das Finanzierungsmo- dell zu gegebener Zeit entscheiden. d) Sportpark Untere Hub Der Neubau einer Dreifeldsporthalle oder einer Ballsporthalle (beinhaltet zugleich eine Dreifeldsporthalle) für max. 3.500 Zuschauer wäre an diesem Standort möglich. Der städ- tebaulich-landschaftsplanerische Entwurf sieht derzeit eine kleine und große Hallenvarian- te vor. Das Bebauungsplanverfahren für diesen Standort soll im Juli 2018 beginnen. Eine Halle wäre an diesem Standort erst mittelfristig realisierbar. e) Fazit zu den fehlenden Dreifeldsporthallen im Stadtgebiet Hinsichtlich der Dreifeldsporthallen, die nach der Sportentwicklungsplanung fehlen, be- findet sich die Stadtverwaltung auf einem guten Weg: • Am Standort Elisabeth-Selbert-Schule entsteht eine Dreifeldsporthalle mit zusätzlicher Nutzung für Ballsportarten mit bis zu 1.500 Zuschauern. • Am Standort des Schulzentrums Südwest wird ein Ersatzneubau für die gesperrte Halle er- richtet. Zusätzlich wird dort eine zweite Dreifeldsporthalle gebaut. • Im Traugott-Bender-Sportpark könnte eine Dreifeldsporthalle mit einer Zuschauerkapazi- tät von bis zu 1.000 Personen entstehen. Hinsichtlich der Finanzierungsstruktur werden Gespräche mit dem SSC Karlsruhe geführt. Über eine städtische Bezuschussung wird der Gemeinderat zu gegebener Zeit entscheiden müssen. • Mittelfristig könnte im Sportpark Untere Hub eine Halle mit einer Zuschauerkapazität für bis zu 3.500 Personen entstehen. Ob eine Halle in dieser Größe oder nur eine Dreifeld- sporthalle realisiert werden soll, ist zum gegebenen Zeitpunkt zu entscheiden. Die not- wendigen Erschließungsmaßnahmen müssten zunächst durchgeführt werden. Ergänzende Erläuterungen Seite 6 • Zusätzlich wird derzeit für den DHH 2021/2022 ein Vergabeverfahren der Planungsleis- tungen für den Neubau einer Dreifeldsporthalle bei der Hebelschule in der Moltkestraße vorbereitet. Dort werden zwei baufällige Einfeldsporthallen durch eine neue Dreifeld- sporthalle ersetzt. 3. Fazit Variante A Für die Sanierung der Europahalle mit 21,1 Mio. Euro wird die kostenkontrollierte Planung erstellt und Anfang des Jahres 2019 im Bauausschuss vorgestellt. Mit der Dreifeldsporthalle an der Elisabeth-Selbert-Schule sowie der zusätzlichen Halle beim Schulzentrum Südwest stünden Ausweichkapazitäten für den schulischen Sportunterricht, der verlegt werden muss, sowie für die Sportvereine, die auf der Suche nach Trainingsmög- lichkeiten sind, zur Verfügung. Für die gemäß Sportentwicklungsplanung weiteren erforderlichen ballsporttauglichen Drei- feldsporthallen zeichnet sich durch die angestrebten Hallen im Traugott-Bender-Sportpark und bei der Hebelschule eine Lösung ab. Mittelfristig könnte in der Unteren Hub eine weitere ballsporttaugliche Dreifeldsporthalle entstehen. Variante B (= Ziff. 1 Buchst. b, 1. Spiegelstrich des interfrakt. Antrags) Einfache Sanierung der Europahalle (Sanierung für 9 Mio. Euro) und Bau einer Ball- sporthalle für etwa 3.000 bzw. 2.000 Zuschauer im Stadtgebiet, die unter der Woche auch dem Schul- und Vereinssport dienen soll 1. Sanierung der Europahalle (9 Mio. Euro) Aufgrund des gemeinderätlichen Auftrags ist für die Sanierung der Europahalle mit 9 Mio. Euro eine kostenkontrollierte Planung vorzulegen. Die erforderlichen VgV-Verfahren sind abgeschlossen, die Planungsbüros haben mit der Arbeit bereits begonnen. Erste Ortstermi- ne fanden statt, aktuell arbeiten sich die neu hinzugekommenen Büros in die Aufgabe ein. Nach derzeitiger Terminplanung kann die kostenkontrollierte Planung – zeitgleich mit der kostenkontrollierten Planung für die Variante A (Sanierung 21,1 Mio. Euro) – Anfang 2019 im Bauausschuss vorgestellt werden. Bei dieser Sanierungsvariante würde die Europahalle dauerhaft als Schul- und Vereinssport- halle sowie für das Leichtathletiktraining genutzt werden. Leichtathletik ist eine der Sport- arten, die nach der Karlsruher Leistungssportkonzeption gefördert werden. 2. Bau einer Ballsporthalle Parallel zur Sanierung der Europahalle für 9 Mio. Euro ist der Bau einer Ballsporthalle, die unter der Woche auch dem Schul- und Vereinssport dienen soll, zu prüfen. Die Zuschauerkapazität dieser zu planenden Ballsporthalle wurde im Zusammenhang mit dem oben erläuterten Hallenneubau an der Elisabeth-Selbert-Schule und mit Blick auf die derzeitige Entwicklung der Ligastatuten im Basketball auf 3.500 Zuschauer festgelegt. Als Anlage ist die „Standortuntersuchung Ballsport- und Eventhalle 3.500 und 5.000 Zuschau- er/innen“ beigefügt, die folgende Standorte betrachtet: Ergänzende Erläuterungen Seite 7 a) Messe Karlsruhe Gemäß dem Auftrag des Gemeinderats vom 14. März 2017 wurde von der Karlsru- her Messe- und Kongress GmbH (KMK) ein Gutachten zur „Machbarkeit einer multi- funktionalen Halle auf dem Areal der Messe Karlsruhe“ in Auftrag gegeben. Über die Ergebnisse wird unter Variante C berichtet. b) Sportpark Untere Hub Der Neubau einer Ballsporthalle (beinhaltet zugleich eine Dreifeldsporthalle) für max. 3.500 Zuschauer wäre an diesem Standort möglich. Der städtebaulich- landschaftsplanerische Entwurf sieht derzeit eine kleine und große Hallenvariante vor. Das Bebauungsplanverfahren für diesen Standort soll im Juli 2018 beginnen und wird einen Sportpark mit Fläche für eine entsprechende Halle vorsehen. Eine Halle wäre an diesem Standort erst mittelfristig realisierbar. c) Bellevue/Karlsruhe Süd-Ost Für eine Ballsporthalle mit bis zu 3.500 Zuschauern würde im Baufenster des geplan- ten (und nicht realisierten) Bellevue-Gebäudes Baurecht bestehen. Die Unterbringung der notwendigen Stellplätze ist zu prüfen, ebenso die konkrete Lage einer möglichen Halle innerhalb des Baufensters. Zum heutigen Zeitpunkt be- findet sich dort der Garten der Religionen, dessen künftiger Verbleib dann geklärt werden müsste (ggf. Verlagerung). Eine Änderung des Bebauungsplans ist nicht erforderlich. Gemäß Baunutzungsver- ordnung (BauNVO) sind Anlagen für sportliche Zwecke in Gewerbegebieten zulässig. d) Europahalle Neubau einer Ballsporthalle für max. 3.500 Zuschauer oder Sanierungsvariante in Höhe von 21,1 Mio. Euro für rechnerisch maximal rund 5.000 Zuschauer. e) Interkommunales Gewerbegebiet Seehof Ettlingen Auf einer Fläche, die sich auf der Gemarkung der Stadt Ettlingen befindet, wäre ein Neubau einer Ballsporthalle für bis zu 5.000 Zuschauer möglich. Die Stadt Ettlingen selbst hat keinen Bedarf für eine solche Halle. Vertreter der Stadt Karlsruhe haben mit der Stadt Ettlingen und einem möglichen Investor Gespräche geführt. Der Investor könnte sich vorstellen, eine solche Halle in Verbindung mit einem Gewerbepark zu entwickeln. Die kommunale Planungshoheit liegt bei der Stadt Ettlingen. Lediglich ein Grundstück befindet sich im Eigentum der Stadt Karlsruhe. Auf Fachebene gab es Gespräche zur Entwicklung des Gebiets. Der nördliche Bereich der Fläche ist im Flächennutzungsplan als gewerbliche Baufläche ausgewiesen, der südliche Teil befindet sich jedoch in einem Überschwemmungsgebiet und kann des- halb vorerst nicht baurechtlich überplant werden. Ein Abschluss der Hochwasser- schutzmaßnahmen wäre nach Angaben der Stadt Ettlingen nicht vor 2025 zu erwar- ten. Erst danach könnten Erschließungsmaßnahmen vorgenommen werden. Diese wären laut Prüfung der Stadt Ettlingen mit enormen Kosten verbunden. Hinzu kommt, dass sich die südlichen Flächen noch in privater Hand befinden. 3. Fazit Variante B Für die Sanierung der Europahalle mit 9 Mio. Euro wird die kostenkontrollierte Planung er- stellt und Anfang des Jahres 2019 im Bauausschuss vorgestellt. Ergänzende Erläuterungen Seite 8 Über die mögliche Errichtung einer multifunktionalen Halle am Standort bei der Messe Karlsruhe wird unter Variante C berichtet. Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie werden derzeit folgende Standorte für eine Ballsport- halle mit maximal 3.500 Zuschauern näher überprüft:  Bellevue/Karlsruhe Süd-Ost  Untere Hub  Europahalle Die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie sollen zusammen mit den kostenkontrollierten Pla- nungen zur Europahalle Anfang 2019 vorliegen. Mit dem Neubau einer Halle im interkommunalen Gewerbegebiet Seehof auf der Gemar- kung Ettlingen könnte – gemäß den Aussagen der Stadtverwaltung Ettlingen – nicht vor 2025 begonnen werden; eine kurzfristige Umsetzung ist also nicht möglich. Darüber hinaus sind insbesondere die erheblichen Erschließungskosten zu berücksichtigen. Variante C (= Ziff. 1 Buchst. b, 2. Spiegelstrich des interfrakt. Antrags): Einfache Sanierung der Europahalle (Sanierung für 9 Mio. Euro) und Bau einer multifunktionalen Eventhalle für etwa 3.000 (oder mehr) Zuschauer bei der Messe Karlsruhe mit der Vorgabe „Vorrang für Ballsport-Events ab 3. Liga aufwärts“ am Wochenende. Dabei sind durch die KMK die Möglichkeiten am Markt für die Durchführung von Konzerten/kommerziellen Kulturveranstaltungen zu sondieren. 1. Sanierung der Europahalle (9 Mio. Euro) Hierzu wird auf die Ausführungen unter Variante B, Ziffer 1 verwiesen. 2. Bau einer multifunktionalen Eventhalle In der Gemeinderatssitzung am 22. März 2016 wurde die „Analyse der städtischen Ver- anstaltungsstätten für Großveranstaltungen in den Bereichen Sport, Musik, Kultur unter Einbeziehung der Ergebnisse aus dem brandschutztechnischen Gutachten zur Europa- halle“ vorgestellt (Vorlage Nr. 2015/0780). Es wurden insbesondere Kapazitäten, Nut- zungsarten und Nutzungseinschränkungen von Veranstaltungsstätten mit einer Zu- schauerkapazität von mindestens 1.000 Personen erläutert. Bei der Schwarzwaldhalle wurde darauf hingewiesen, dass Kernprobleme für Veranstaltungen im Sport- und Kul- turbereich bestehen, insbesondere hinsichtlich Statik und Flächenbedarf. Zudem gibt es denkmalschutzrechtliche Vorgaben und inzwischen auch wesentliche Auflagen des Brandschutzes. Auf Grundlage des Gemeinderatsbeschlusses vom 22. März 2016 hatte die KMK eine Bedarfsanalyse zur Zukunft der Veranstaltungsdestination Karlsruhe bei der Firma Beve- nue GmbH, Beratung für Veranstaltungsstätten, in Auftrag gegeben. Ergänzende Erläuterungen Seite 9 a) Kernaussagen der Bedarfsanalyse (vgl. Gemeinderatsvorlage 2017/0090 vom 14. März 2017) Karlsruhe ist Oberzentrum mit mehr als 300.000 Einwohnern sowie wirtschaftliches und kulturelles Zentrum der Region Mittlerer Oberrhein und der TechnologieRegion Karlsruhe. Allein in der TechnologieRegion Karlsruhe, ohne Berücksichtigung des El- sass, werden rund 1,3 Mio. Menschen erreicht. Aufgrund seiner Zentrumsfunktion entfaltet Karlsruhe eine Sogwirkung als wirtschaftliches und kulturelles Oberzentrum der Region. Der Markt der kommerziellen Kultur und Großkonzerte ist ein Wachstumsmarkt, insbesondere hinsichtlich Konzerten und Familienunterhaltungsveranstaltungen. Die meisten Besucher von Musikveranstaltungen legen einen Anreiseweg von rund 50 bis 80 Kilometer zum Veranstaltungsort zurück. In Karlsruhe fehlt eine geeignete Halle für Konzerte und kommerzielle Kultur in der Größenordnung von 5.000 bis 8.000 Zuschauern. Des Weiteren fehlt eine Halle für Sport-(Event-)Veranstaltungen, jedoch ohne Vereins- und Schulsport. Insbesondere auch für Ballsport in der 1. Liga ist keine adäquate Halle vorhanden. Der Betrieb einer solchen Halle wäre nur mit städtischen Zuschüssen möglich. b) Kernaussagen der aktuellen Machbarkeitsstudie Durch die Firma Bevenue GmbH wurde die „Machbarkeit einer multifunktionalen Halle auf dem Areal der Messe Karlsruhe“ überprüft. Ziel sollte es dabei sein, eine Empfehlung auszusprechen, die in betriebswirtschaftlicher und nutzungstechnischer Hinsicht die effektivste Lösung für die Stadt Karlsruhe darstellen würde. Eine ergänzende Halle für Sportnutzungen baulich in Verlängerung der Eingangsbe- bauung an der B 36 – Teilfläche der jetzigen Parkfläche P 2 – wäre grundsätzlich möglich. Es bedarf einer Änderung bzw. Fortschreibung des Bebauungsplanes. Der Verlust der Parkierungsflächen sowie der mit einer neuen Halle einhergehende zusätzliche Parkierungsbedarf müsste durch ein neu zu errichtendes Parkhaus aus- geglichen werden. (Hinweis: Damit könnte auch eine Lösung für die durch den not- wendigen Rückbau der als Sonderparkfläche genutzten Landebahn wegfallenden Parkplätze erzielt werden.) Die Gutachter stellen fest, dass aufgrund der außerörtlichen Lage an der Messe eine Halle mit weniger als 3.000 Sitzplätzen mit vorrangiger Nutzung für 2. und 3. Liga im Ballsport nicht in Frage kommt (3.500 Sitzplätze würden keinen Unterschied ausmachen). Vielmehr schlagen die Gutachter aus betriebswirtschaftlichen sowie aus nutzungs- technischen Gründen die Errichtung einer Halle vor, die sich primär an den Bedarfen einer Erstliga- und optional einer Zweitliga-Ballsport-Nutzung sowie einer kommerzi- ellen Konzert-/Kultur-Nutzung ausrichtet. Eine solche moderne Halle würde zukünf- tig zugleich die Schwarzwaldhalle als Veranstaltungsort für Kunst und Kultur erset- zen können. Ergänzende Erläuterungen Seite 10 Die Gutachter weisen darauf hin, dass bei der Vermietung an die Sport-Nutzer auch eine marktübliche Miete seitens der Betreiberin zur Minimierung des Verlustes ver- langt werden müsste. Untersucht haben die Gutachter auch eine Halle, die neben der Ballsport-Nutzung eine Leichtathletik-Anlage enthält. Die grundsätzlichen Platzanforderungen der Leichtathletik-Bahnen sowie des Infield lassen sich nicht mit den Kernbedürfnissen einer Ballsportnutzung vereinbaren (Ballsport: steile Tribünen und direkte Nähe der Zuschauer zum Sportfeld). Diese unterschiedlichen Bedürfnisse können nach Aussa- ge der Gutachter auch technisch nicht in Einklang gebracht werden. Ferner wäre die Nutzung für Leichtathletikveranstaltungen in der Wintersaison auf wenige aufeinan- derfolgende Wochen beschränkt. Dies wiederum würde mit den in der Saison zeit- gleich liegenden Spielterminen des Ballsports kollidieren. Auch für Konzerte ist die Kubatur der Leichtathletik-Halle wiederum zu groß und damit für den Bedarf in Karlsruhe unpassend. Eine Halle – unabhängig von der Kapazität – wäre nach Analyse der Gutachter nicht mit einer „schwarzen Null“ zu betreiben. Es besteht in allen untersuchten Varianten ein finanzieller Zuschussbedarf, um die laufenden Kosten decken zu können. Dabei sind personelle und strukturelle Synergien mit der jetzigen Betreiberin des Messege- ländes, der KMK, bereits berücksichtigt. Die Gutachter raten von einem Dritten als Betreiber der neu zu errichtenden Halle ab, da das Gelände verantwortlich aus einer Hand – KMK – gesteuert werden sollte. c) Ergebnis und weiteres Vorgehen Die Gutachter schlagen die Errichtung einer Halle mit maximal 5.000 Sitzplätzen auf Rängen für die Ballsportnutzung (1. und optional 2. Liga) sowie (zusätzlichen) maxi- mal 3.000 Plätzen im Innenraum für Konzert-/Kulturnutzung vor. Das Indoor- Meeting könnte weiterhin in der Messehalle 2 oder 3 stattfinden. Die neue Halle würde das Hallenportfolio der KMK ergänzen. Derzeit wird geprüft, welche (planungs-)rechtlichen Voraussetzungen für einen Hal- lenneubau bei der Messe zu schaffen sind. Auch die Frage, ob der Bau der Halle durch eine Tochtergesellschaft der NMK erfolgen könnte, bedarf näherer rechtlicher Prüfungen. Des Weiteren ist eine Vollkostenrechnung zu erstellen. Aktuell liegt lediglich eine grobe Baukostenschätzung vor. Diese beläuft sich auf rund 32,1 Mio. Euro (einfache Erst-/Grundausstattung). Nicht enthalten sind Kosten für Erschließung, Außenanla- gen, Planungsleistungen, Baunebenkosten etc. 3. Fazit Variante C Für die Sanierung der Europahalle mit 9 Mio. Euro wird die kostenkontrollierte Planung erstellt und Anfang des Jahres 2019 im Bauausschuss vorgestellt. Multifunktionale Eventhalle: Die Gutachter empfehlen die Errichtung einer Halle für Ballsportnutzung in der 1. Liga und optional 2. Liga sowie für kommerzielle Kultur-/Konzertnutzung. Baubeginn für eine solche Halle bei der Messe Karlsruhe könnte voraussichtlich in 2024 sein. Ergänzende Erläuterungen Seite 11 III. Sachstand zu den weiteren Prüfaufträgen 1. Bericht zum Zustand der Sporthallen sowie den daraus resultierenden notwendigen Investiti- onen inkl. Prioritätenliste Die vom Gemeinderat gewünschte Untersuchung aller städtischen Sporthallen auf den Gebäu- dezustand sowie die daraus resultierenden Investitionen und Prioritätenplanung lässt sich mit den vorhandenen Ressourcen durch das HGW nicht bewältigen. Das HGW erarbeitet derzeit ein Strategiepapier über den Umgang mit dem in den vergangenen Jahren entstandenen Sanie- rungsstau bei Schulen und Sporthallen. Dieses wird verwaltungsintern noch diskutiert. 2. Belegungsplan aller Schulsporthallen aufgeteilt nach Nutzungsarten Schul- und Vereinssport (mit gesonderter Ausweisung der Leichtathletik) Der Gesamtbelegungsplan aller Karlsruher Sporthallen, aufgeteilt nach den Nutzungsarten Schul- und Vereinssport, umfasst insgesamt 80 Seiten. Als Ergebnis dieser Gesamtbelegung ist festzustellen, dass – insbesondere in Verbindung mit der Übersicht über die freien Hallenkapazitäten – in den Karlsruher Sporthallen nur sehr wenige freie Hallenzeiten vorhanden sind. Diese freien Hallenkapazitäten liegen mit wenigen Ausnah- men in den frühen Morgenstunden oder in der Mittagszeit. Beschluss: Antrag an den Gemeinderat Der Gemeinderat nimmt, nach Vorberatung im Hauptausschuss und Planungsausschuss, den Zwischenbericht zur Kenntnis.

  • Anlage_Standortuntersuchung Ballsport- und Eventhalle_Final
    Extrahierter Text

    Anlage zur Beschlussvorlage „Analyse der städtischen Veranstaltungsstätten für Großveranstaltungen in den Bereichen Sport, Musik, Kultur unter Einbeziehung des brandschutztechnischen Gutachtens zur Europahalle“, hier: aktueller Sachstandsbericht zum Gemeinderatsbeschluss vom 14. März 2017 zum „Sportstättenkonzept im Zusammenhang mit der Europahalle“ Standortuntersuchung Ballsport- u. Eventhalle 3.500 - 5.000 und mehr Zuschauer/innen Stadt Karlsruhe Stadtplanungsamt Stand Mai 2018 Standortuntersuchung Ballsport- u. Eventhalle | Stadtplanungsamt | Stand Mai 2018 2 Anlass und Projektauftrag Anlass der Standortuntersuchung einer Ballsporthalle für 3.500 Zuschauer/innen oder mehr war die Suche nach einem Ersatz für die Europahalle. Dazu bedurfte es einer Analyse der städtischen Veranstaltungsstätten für Großveranstaltungen in den Bereichen Sport, Musik, Kultur unter Einbeziehung des brandschutz- technischen Gutachtens zur Europahalle. Die folgenden Varianten sind laut Beschlussantrag denkbar: - Sanierung der Europahalle für (Ball-) Sportevents (mit Maßgabe des Erhalts aller Möglichkeiten für die Leicht- athletik, die in einer Halle mit drei Rundbahnen möglich sind). + Bau einer Dreifeldhalle für den Schul- und Vereinssport im Stadtgebiet als Ersatz für die durch Sport-Events ausfallenden Stunden - Ergänzend zur Sanierung der Europahalle, mittelfristig. + a) Bau einer Ballsporthalle für etwa 3.000 bzw. 2.000 Zuschauer/innen im Stadtgebiet, die unter der Woche auch dem Schul- und Vereinssport dienen soll, oder b) Bau einer multifunktionalen Eventhalle für etwa 3.000 (oder mehr) Zuschauer/innen bei der Messe KA, die von KMK/KEG betrieben wird mit der Vorgabe „Vorrang für Ballsport-Events ab 3. Liga aufwärts“ am Wochenende (in der Saison und auf Wunsch der Vereine) Im Hinblick auf die langfristige Bereitstellung einer angemessenen Spielstätte, die auch zu Trainingszwecken und für Veran- staltungen anderer Sportarten oder sonstige weitere Events nutzbar ist, wurden die folgenden fünf Standorte geprüft. - Messe Karlsruhe - Sportpark Untere Hub - KA Süd-Ost, „Bellevue“ - Europahalle - Interkommunales Gewerbegebiet Seehof Ettlingen Aufgrund der Ergebnisse der vorliegenden Untersuchung wurden bis auf den Standort „Interkommunales Gewerbegebiet Seehof Ettlingen“ vertiefende Machbarkeitsstudien in Ergänzung zu der Studie für den Standort bei der Messe beauftragt. Planerische Anforderungen - Vermeidung konkurrierender Nutzungsansprüche - Angemessene Entfernung zu sensiblen Nutzungen (z. B. Wohngebieten) - Keine unzumutbare Belastung von umgebenden Nutzungen durch Ziel- und Quellverkehr der Hallenbesucher - Möglichst keine Restriktionen (Altlasten, querende Leitungs- trassen o.ä.) - Vermeidung von nachteiligen Beeinträchtigungen des Schutz- gutes Boden Verkehrsanbindung: - gute Erreichbarkeit mit dem Umweltverbund (ÖPNV, Rad, Fuß) - Anbindung an überörtliches Straßennetz Standortuntersuchung Ballsport- u. Eventhalle | Stadtplanungsamt | Stand Mai 2018 3 Wirtschaftliche Anforderungen - Günstige Eigentumsverhältnisse (Bund, Land, Kommune) - kompakte Nutzung (Stellplätze in größtmöglicher Nähe) Anforderungen einer Dreifeldhalle Spielflächennorm: 27 x 45 m Flächenbedarf für 3.500 Zuschauer/innen: - ca. 4.500 m² (möglichst 60 m x 75 m) - ca. 374 Stellplätze minus ÖPNV Bonus (VwV Stellplatzschlüssel 1:10 – ein Stellplatz je 10 Besucherplätze + 24 Stellplätze für die Halle selbst) bis zu 5.000 Zuschauer/innen: - ca. 6.300 m² (möglichst 90 m x 70 m) - ca. 654 Stellplätze minus ÖPNV Bonus Stellplatzflächenbedarf – Annahme: - Ebenerdig: 20m²/Stellplatz - Mehrgeschossig: 25m²/Stellplatz Standortuntersuchung Ballsport- u. Eventhalle | Stadtplanungsamt | Stand Mai 2018 4 Standortvarianten Standortvarianten Standortuntersuchung Ballsport- u. Eventhalle | Stadtplanungsamt | Stand Mai 2018 5 6 Messe Karlsruhe, 5.000 Zuschauer/innen und mehr, 224 Stellpl. Flächengröße: ca. 3,9 ha (nordöstliche Freifläche, Messering) Lage: Messegelände der KMK GmbH in Rheinstetten, direkt an- grenzend an die B36 Richtung Durmersheim. Gesucht und untersucht wird der am besten geeignete Standort bei der Messe, dieser kann sich entweder auf dem Messegelände oder der Erweiterungsfläche befinden. Ver- und Entsorgung: liegt auf der Gemarkung Rheinstetten, Er- schließung über Neue Messe, Trennsystem. Verkehrserschließung: ÖPNV: - 0 Haltestellen im 600 Meter Radius - 1 Bus- oder Bahnlinie (S2); 20‘-Takt - ÖPNV-Abminderungsfaktor für Stellplätze: 100% (0 Punkte) PKW: - Anbindung über B36 vorhanden - Erschließung über Messestraße, LSA vorhanden - Ausreichende Anzahl an Parkplätzen derzeit nicht vorhanden, die o.g. Zahl von 224 Stellplätzen würde für eine Ballsport- /Eventhalle nicht genügen (abhängig von Zuschauerzahl). Die Parkplatzsituation an der Messe KA ist gesamtheitlich zu betrachten. Der Bedarf an Parkplätzen für Veranstaltungen in den vorhandenen Messehallen ist ebenso zu berücksichtigen wie die Anzahl der Parkplätze, die durch einen möglichen Neubau einer Ballsport-/Eventhalle wegfallen würden. Deshalb – und auch im Hinblick auf den verpflichtenden Rückbau der ehemaligen Luftbild M 1 : 5.000 (Standort P2 auf Messegelände, Empfehlung aus Gutachten der Firma Bevenue) Standortuntersuchung Ballsport- u. Eventhalle | Stadtplanungsamt | Stand Mai 2018 6 Landebahn – ist bei der KMK derzeit ein Gesamtkonzept in Arbeit. Durch die Errichtung einer Parkpalette könnten ausreichende Parkplätze geschaffen werden. Umweltbelange: Natur- und Artenschutz: Es liegen keine spezifischen Daten bzgl. des Arten- und Biotop- schutzes vor. Ggf. auftretende artenschutzrechtliche Belange können mit sehr großer Wahrscheinlichkeit überwunden werden, da heute bereits als Parkplatz genutzt. Landschafts- Grünordnungsplanung/ Freiraumentwicklung/Baumschutz: - liegt in Baufläche GE (FNP) - Baufenster B-Plan einhalten! Abfall/Altlasten: keine Information vorliegend. Bodenschutz: Informationen über die Bodenverhältnisse liegen der Stadt Karlsruhe, Umwelt- und Arbeitsschutz nicht vor. Möglicherweise wurde die Fläche beim Bau der Messe temporär beansprucht. Die umliegenden podsoligen Parabraunerden aus Terrassensand sind in ihrer Funktionserfüllung eher mittelmäßig einzustufen. Eigentumsverhältnisse: Die markierte Fläche ist Teil des Messegrundstücks. Das Messegrundstück ist per Erbbaurecht von Rheinstetten an die Neue Messe Karlsruhe GmbH & Co. KG (NMK) überlassen und von dieser an die Karlsruher Messe- und Kongress GmbH vermietet. Bebauungsplan: Es besteht ein B-Plan; der geplante Standort ist Teil des Messegrundstücks und liegt außerhalb der nach Bebauungsplan bebaubaren Flächen. Der Bebauungsplan der Stadt Rheinstetten müsste daher im zeichnerischen Teil geändert werden. Standortuntersuchung Ballsport- u. Eventhalle | Stadtplanungsamt | Stand Mai 2018 7 Das Plangebiet liegt gemäß nachrichtlicher Übernahme innerhalb einer gekennzeichneten Fläche für den Luftverkehr. Flächennutzungsplan: Der FNP stellt hier eine Sonderbaufläche mit der Zweckbestimmung Messe dar; Sportveranstaltungen sind nicht ausgeschlossen. Hinweis: Geprüft wird die Umsetzbarkeit einer neuen multifunktionalen Großveranstaltungshalle am Standort Messe Karlsruhe auf verschiedenen Flächen. Das Gutachten der Firma Bevenue umfasst verschiedene Hallen- und Nutzungsszenarien, aus denen sich verschiedene Veranstaltungsprofile ergeben. Standortvarianten Standortuntersuchung Ballsport- u. Eventhalle | Stadtplanungsamt | Stand Mai 2018 8 7 Sportpark Untere Hub, 3.500 Zuschauer/innen, 224 Stellpl. Flächengröße: ca. 15,4 ha Lage: südlich des Autobahnanschlusses KA-Nord, im Norden des Stadtteils Durlach Ver- und Entsorgung: Bestehendes Grabensystem ist betroffen. Thematik ist im Bebauungsplanverfahren jedoch bereits bekannt und wird bearbeitet. Entwässerung im Drucksystem, aufwendig, für Erweiterung weitere Prüfung erforderlich, Regenwasser ist zwingend vor Ort zurückzuhalten. Fernwärmeanschluss: kein Anschluss vorhanden. Verkehrserschließung: ÖPNV: - 1 Haltestelle im 600 Meter Radius (Durlach Hubstraße) - 2 Bus- oder Bahnlinien (S4, S5); 10‘ bzw. 40‘-Takt - ÖPNV-Abminderungsfaktor für Stellplätze: 60% (8 Punkte) PKW: - Anbindung über Hubstraße vorhanden, jedoch neue An- bindung an ehemalige B10 erforderlich - Parkplätze im Zusammenhang mit Entwicklung Sportpark möglich Umweltbelange: Natur- und Artenschutz: Es liegen spezifische Daten bzgl. des Arten- und Biotopschutzes vor. Sich hieraus ergebende artenschutzrechtliche Belange können mit sehr großer Wahrscheinlichkeit überwunden werden. Die ge- Luftbild M 1 : 2.500 ca. 0,45 ha Standortuntersuchung Ballsport- u. Eventhalle | Stadtplanungsamt | Stand Mai 2018 9 Umgriff Sport- und Freizeitpark, Lärmschutz und Erschließung Bestehender Umgriff Sport- und Freizeitpark, Konzept schützte Biotopfläche im Süden ist zu erhalten. Landschafts- Grünordnungsplanung/ Freiraumentwicklung/Baumschutz: - mit lfd. Flächenkonzept Sportpark abstimmen - weitere Verdichtung der Bebauung nicht verträglich Abfall/Altlasten: keine Anmerkungen. Bodenschutz: Die Bodenverhältnisse sind durch die Vornutzung bereits stark anthropogen geprägt. Die Überbauung des Tennisfeldes ist nur mit einem sehr geringen Eingriff in das Schutzgut verbunden. Eigentumsverhältnisse: Fläche besteht aus mehreren Grund- stücken in unterschiedlichem Eigentum. Östlicher Bereich mit Vereinsgebäude und nördlich erstreckender Freifläche: Privat- eigentum. Westlicher Bereich mit Großteil der Tennisplätze und nördlich erstreckender Freifläche: städtisch. Bebauungsplan: Der städtebaulich- landschaftsplanerische Entwurf sieht derzeit eine kleine und große Hallenvariante (maximal 3.500 Zuschauer/innen) vor. Das Bebauungsplanverfahren für diesen Standort soll im Juli 2018 beginnen und wird einen Sportpark mit Fläche für eine entsprechende Halle vorsehen. Eine Halle wäre an diesem Standort erst mittelfristig realisierbar. Flächennutzungsplan: Der FNP 2010 stellt an dieser Stelle eine bestehende Vereinssonderfläche mit zugehörigem Sportplatz dar. Die umliegenden Flächen sind für die landwirtschaftliche Nutzung vorgesehen. In der Fortschreibung des FNP ist hier bereits eine Sonderbau- fläche „Sport“ vorgesehen, die einen Hallenneubau abdecken würde. Standortuntersuchung Ballsport- u. Eventhalle | Stadtplanungsamt | Stand Mai 2018 10 8 KA Süd-Ost, „Bellevue“, 3.500 Zuschauer/innen, 224 Stellpl. Flächengröße: ca. 0,8 ha Lage: auf dem Gelände des Cityparks, umschlossen von der nördlich gelegenen Ludwig-Erhard-Allee und der Stuttgarter Straße im Südosten. Ver- und Entsorgung: Anschluss an Stuttgarter Straße, Mischsystem. Fernwärmeanschluss: an der südwestlich angrenzenden Juchacz- Straße sowie der nördlich angrenzenden Ludwig-Erhard-Allee vorhanden. Verkehrserschließung: ÖPNV: - 2 Haltestellen im 600 Meter Radius (Wolfartsweierer Straße Bus und Bahn) - 2 Bus- oder Bahnlinien (Tram 6, Bus 42); 10‘ bzw. 20‘-Takt - ÖPNV-Abminderungsfaktor für Stellplätze: 60% (8 Punkte) PKW: - Anbindung über Ludwig-Erhard-Allee vorhanden - Erschließung über Einmündung an Stuttgarter Straße, keine LSA vorhanden - Keine Parkplätze vorhanden Umweltbelange: Natur- und Artenschutz: Es liegen keine spezifischen Daten bzgl. des Arten- und Biotop- schutzes vor. Ggf. auftretende artenschutzrechtliche Belange, die Luftbild M 1 : 2.500 ca. 0,56 ha Garten der Religionen Standortuntersuchung Ballsport- u. Eventhalle | Stadtplanungsamt | Stand Mai 2018 11 sich auch aus dem dann erforderlichen Gebäudeabbruch ergeben können, können mit sehr großer Wahrscheinlichkeit überwunden werden. Landschafts- Grünordnungsplanung/ Freiraumentwicklung/Baumschutz: - Grünfläche/Park gemäß B-Plan 732, Stadtpark Südost - Erhaltungsgebote Einzelbäume - Garten der Religionen innerhalb des Baufeldes Abfall/Altlasten: Die Fläche ist unter der Bezeichnung „AS DB Ausbesserungswerk“ und der Objekt-Nummer 01806-001 im Bodenschutz- und Altlastenkataster der Stadt Karlsruhe erfasst. Es muss mit erhöhten Entsorgungskosten für Bodenaushub gerechnet werden. Bodenschutz: Die stark anthropogen gestörten Böden erfordern nur einen sehr geringen Ausgleichsbedarf bei einer vollständigen Versiegelung. Eigentumsverhältnisse: Grundstück zu 100% städtisch. Bebauungsplan: Der seit 2000 gültige Bebauungsplan Nr. 732 weist gegenüber der westlichen Zimmerstraße ein Sondergebiet für Erholung und Gewerbe aus. Diese Nutzungen sollten laut Be- bauungsplan unter dem „Grünen Dach“ des ehemals geplanten Bellevue Gebäudes integriert werden. Das geplante Gesamtkonzept sah vor, den westlichen Bereich des geplanten Bellevue Gebäudes als begrünte Rampe am östlichen Parkabschluss auszubilden, um damit eine großzügige Aussicht über den östlichen Teil Karlsruhes zu erzeugen. Garten der Religionen Standortuntersuchung Ballsport- u. Eventhalle | Stadtplanungsamt | Stand Mai 2018 12 Da die Planungen für dieses Gebäude aufgegeben wurden, bietet sich das bestehende Baufenster heute für den Bau einer neuen Dreifeldsporthalle der Größenordnung 3.500 Zuschauer/innen an. Die konkrete Lage einer möglichen Halle innerhalb des Baufensters ist zu prüfen. Zum heutigen Zeitpunkt befindet sich dort der Garten der Religionen (Fläche ca. 1150 m²), dessen künftiger Verbleib geklärt werden müsste (ggf. Verlagerung oder dessen Berücksichtigung bei Neubau einer Halle, was sich auf die Ausnutzbarkeit des vorhandenen Baurechts auswirken würde). Flächennutzungsplan: Der FNP stellt an dieser Stelle eine bestehende Sondergebietsfläche für Dienstleistung, Gewerbe und Kultur dar. Hinweise für Altlasten sind vorhanden. Eine B-Plan Änderung ist nicht erforderlich. Gemäß BauNVO sind Anlagen für sportliche Zwecke in Gewerbegebieten zulässig. Standortuntersuchung Ballsport- u. Eventhalle | Stadtplanungsamt | Stand Mai 2018 13 9 Europahalle (Sanierung), 3.500 oder 5.000 Zuschauer/innen, 224- 392 Stellpl. Flächengröße: ca. 0,84 ha Lage: In Nachbarschaft zum Gelände der Günther-Klotz-Anlage, nördlich der Alb. Ver- und Entsorgung: Entwässerungstechnisch erschlossen, Trennsystem. Fernwärmeanschluss: nördlich entlang der S-Bahn Linie 1 sowie südlich entlang der Alb vorhanden. Verkehrserschließung: ÖPNV - 3 Haltestellen im 600 Meter Radius (Europahalle/Europabad, St. Vincentius Krankenhaus, Welfenstraße) - 3 Bus- oder Bahnlinien (Tram 1, Tram 2, Bus 55); 10‘ bzw. 20‘-Takt - ÖPNV-Abminderungsfaktor für Stellplätze: 60% (9 Punkte) PKW - Anbindung über L605 / Südtangente vorhanden - Erschließung über Hermann-Veit-Straße, LSA vorhanden - Ausreichende Anzahl an Parkplätzen vorhanden Wenn die Ballsporthalle bei der Elisabeth-Selbert-Schule bleibt, auch nachdem die Europahalle wieder in Betrieb genommen wird, müsste die Zahl der dann erforderlichen Stellplätze neu erhoben werden und ggf. ein Parkdeck auf der Fläche östlich der Laufbahn/Carl-Kaufmann-Stadion errichtet werden, wofür es bereits ein Baurecht gibt. Luftbild M 1 : 2.500 Standortuntersuchung Ballsport- u. Eventhalle | Stadtplanungsamt | Stand Mai 2018 14 Umweltbelange: Natur- und Artenschutz: Eine Sanierung wird grundsätzlich befürwortet. Natur- und arten- schutzrechtliche und –fachliche Belange sind nicht zu erwarten. Sollte mit der Sanierung ein Eingriff in die Fassaden oder das Gebäudedach verbunden sein, können artenschutzrechtliche Belange mit sehr großer Wahrscheinlichkeit relativ einfach über- wunden werden. Landschafts- Grünordnungsplanung/ Freiraumentwicklung/Baumschutz: - Nutzung Bestandsgebäude, kein Flächenverbrauch Abfall/Altlasten: keine Anmerkungen. Bodenschutz: Bei der Sanierung eines Gebäudebestandes findet kein Eingriff in das Schutzgut Boden statt. Damit sind keine Ausgleichsmaß- nahmen erforderlich. Eigentumsverhältnisse: zu 100% städtisch. Bebauungsplan: Für das Sondergebiet Mehrzweckhalle sind Anlagen und Ein- richtungen, die sportlichen und kulturellen Zwecken dienen, zu- lässig. Diesen Nutzungen untergeordnete Schank- und Speise- wirtschaften sind ebenso zulässig. Ebenerdige Stellplätze und sonstige Gebäude oder bauliche Anlagen zur Unterbringung von Stellplätzen sind nur an den im zeichnerischen Teil ausgewiesenen Standorten zulässig (siehe Ausschnitt rechts, Parkpaletten). Flächennutzungsplan: Der FNP stellt an dieser Stelle ein Sonder- gebiet mit der Zweckbestimmung Sport dar. FNP Standortuntersuchung Ballsport- u. Eventhalle | Stadtplanungsamt | Stand Mai 2018 15 10 Interkommunales Gewerbegebiet, Seehof Ettlingen, 5.000 Zuschauer/innen, 654 Stellpl. Flächengröße: ca. 2 ha (östliche Fläche der Karlsruher Str. inkl. Ge- werbegebäude) Lage: direkt angrenzend an die Karlsruher Straße, die nach Norden in die Herrenalber Straße übergeht. Der Standort befindet sich un- mittelbar am Autobahnanschluss Ettlingen, z.T. auf bebauter und unbebauter Fläche. Ver- und Entsorgung: liegt auf Gemarkung Ettlingen, ein grundsätzlicher Anschluss an alle Versorgungsmedien ist vorhanden. Die Versorgungsleitung für den Anschluss an das Gas- und Wassernetz müsste ausgebaut werden. Dafür sind zusätzliche Leitungsverlegungen von ca. 1 km Länge notwendig (Kosten jeweils 1 Mio. €). Für die Beseitigung von Schmutzwasser ist die Verlegung einer weiteren Druckleitung bis etwa zum Schröderkreisel notwendig (Kosten ca. 350.000 €). Regenwasserversickerung aufgrund der vorhandenen Altlasten sowie der natürl. Gegebenheiten („Seehof“) nicht möglich. Ableitung des Oberflächenwassers in den Seegraben nicht möglich, fehlende Kapazitäten -> Einleitung in die Alb: Ver- legung des Kanals (DN 1000/1200) mit 1 km Länge, ca. 1,8 Mio. €. Fernwärmeanschluss: kein Anschluss vorhanden. Verkehrserschließung: Zunächst scheinen keine größeren Anpassungsmaßnahmen an den Kreuzungen B3 sowie den Autobahnauffahrten notwendig zu sein. Luftbild M 1 : 2.500 ca. 1,3-1,6 ha Standortuntersuchung Ballsport- u. Eventhalle | Stadtplanungsamt | Stand Mai 2018 16 Für den Anschlussknoten an das Gebiet direkt sind detaillierte Betrachtungen notwendig. ÖPNV: - 0 Haltestellen im 600 Meter Radius - 2 Bus- oder Bahnlinien (S1, S11); 10‘ bzw. 20‘-Takt - ÖPNV-Abminderungsfaktor für Stellplätze: 100% (0 Punkte) PKW: - Anbindung über B3 und L561 vorhanden - Erschließung über Einmündung an Karlsruher Straße, LSA vor- handen, jedoch evtl. Ausbau der Ausfahrt erforderlich - Keine Parkplätze vorhanden Umweltbelange: Natur- und Artenschutz: Es liegen keine spezifischen Daten bzgl. des Arten- und Biotopschutzes vor. Ggf. auftretende artenschutzrechtliche Belange, die sich auch aus dem Gebäudeabbruch ergeben können, können mit sehr großer Wahrscheinlichkeit überwunden werden. Landschafts- Grünordnungsplanung/ Freiraumentwicklung/Baumschutz: - hohe gestalterische Anforderungen, da besonderer Standort - straßenbegleitende Baumreihe Abfall/Altlasten Bodenschutz: Aufgrund der geografischen Lage und der Gewannbezeichnung ist von wenig günstigen Baugrundverhältnissen auszugehen, wodurch erhöhte Grundungskosten notwendig werden könnten. Erkenntnisse aus einem Altlastengutachten im nördlichen Bereich: das Bodenmaterial wird als Z2-Material mit Deponieklasse 1 definiert. Entweder müsste ein Bodenaustausch in einer Dimension von 50.000 Kubikmetern (abhängig von entspr. Entsorgungspreisen ca. 6 Mio. €) erfolgen, oder die Fläche versiegelt bleiben, was die Nutzung als Tiefgarage ausschließt. Um den wertvollen Standort nicht für ebenerdige Parkierung minder zu nutzen, ist die Integration der Parkierung in das Hallengebäude bzw. in ein Parkhaus erforderlich. Eigentumsverhältnisse: nördlicher Gebietsteil befindet sich im Eigentum der AVG und der Stadt Ettlingen, lediglich das südliche Drittel (Ackerfläche) ist in Hand eines privaten Eigentümers (auf der Darstellung nicht abgebildet). Grunderwerb Um verlässlich agieren zu können, wäre der Erwerb der Flächen notwendig. Ein Verkauf erfolgt vermutlich mit einer Anpassungsklausel an die spätere Ausnutzung, womit daher kein wesentlicher Gewinn durch die spätere Flächenveräußerung an ein Unternehmen zu erwarten ist. Bebauungsplan: Von einer Überplanung der privaten Flächen als Angebotsbebauungsplan mit einem Gewerbegebiet wird abgeraten, da die Städte Karlsruhe und Ettlingen dann keine steuernde Einflussnahme mehr auf die entsprechende Unternehmensauswahl/Parzellierung und Gestaltung des Gebietes hätten. Es besteht kein Bebauungsplan. Eine Aufstellung wäre grundsätzlich möglich. Da die südliche Fläche (geplante gewerbliche Baufläche, FNP 2030) im Überschwemmungsgebiet (HQ 100) liegt, kann sie deshalb (noch) nicht bauplanungsrechtl. überplant werden. Durch die Planungen der Städte Karlsruhe und Ettlingen würde diese Fläche durch die geplanten Hochwasserschutzmaßnahmen zwar kein Überschwemmungsgebiet mehr darstellen, allerdings ist der Abschluss der Schutzmaßnahmen nicht vor 2024/2025 anzunehmen. Eine vorgezogene Ausgleichsmaßnahme ist über ein Standortuntersuchung Ballsport- u. Eventhalle | Stadtplanungsamt | Stand Mai 2018 17 wasserrechtliches Verfahren theoretisch möglich, allerdings ist mit einer Vorlaufzeit von mehreren Jahren zu rechnen (notwendige Flächensuche und –bereitstellung + Kosten für Anlage der Ausgleichsflächen). Flächennutzungsplan: Der FNP stellt östlich der S-Bahn Linie eine bestehende gewerbliche Baufläche dar, an die westlich der Karlsruher Straße an eine geplante gewerbliche Baufläche anschließt. Die Fläche befindet sich in einer Umnutzung im Bestand. Der südliche Bereich soll über die Fortschreibung des Flächennutzungsplans 2030 als gewerbliche Baufläche entwickelt werden. Diese Fläche liegt jedoch im Überschwemmungsgebiet s.o. (HQ 100). Eine Kennzeichnung zu Altlasten ist vorhanden. Fazit: Für die Entwicklung des Gewerbestandortes Seehof werden umfangreiche und intensive Investitionen in die Infrastruktur notwendig. Vor diesem Hintergrund scheint nur eine Gesamterschließung realistisch zu sein, bei der alle Erschließungsmaßnahmen koordiniert werden können, um so eine möglichst kosteneffiziente Bündelung zu erreichen. Wegen des Vorliegens des Überschwemmungsbereichs (HQ 100) ist eine Realisierung des Gesamtstandortes vor 2025 nicht aussichtsreich. Die hohen Investitionskosten legen eine maximal hochwertige Flächenentwicklung nahe, die mit der geplanten Sport- und Hallennutzung nicht vereinbar ist. Ein wirtschaftlicher Mehrwert wird sich vermutlich nur über den Gewinn von zusätzlichen Arbeitsplätzen und der Ansiedlung/Erhalt von zukunftssicheren Unternehmen erzeugen lassen. Es bleibt grundsätzlich abzuwarten, ob die erwarteten hohen Grunderwerbs- und Erschließungskosten einen realistischen Grundstückspreis zulassen bzw. wieweit dieser die Attraktivität für künftige Nutzer/Investoren einschränkt.

  • Abstimmungsergebnis Top 21
    Extrahierter Text

  • Protokoll GR TOP 21
    Extrahierter Text

    Niederschrift 52. Plenarsitzung Gemeinderat 17. Juli 2018, 15:30 Uhr öffentlich Bürgersaal, Rathaus Marktplatz Vorsitzender: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 21. Punkt 21 der Tagesordnung: Analyse der städtischen Veranstaltungsstätten für Großveranstaltungen in den Bereichen Sport, Musik, Kultur unter Einbeziehung des brandschutztechnischen Gutachtens zur Europahalle: Aktueller Sachstandsbericht zum Gemeinderatsbeschluss vom 14. März 2017 zum „Sportstättenkonzept im Zusammenhang mit der Europahalle“ Vorlage: 2018/0356 Beschluss: Der Gemeinderat nimmt, nach Vorberatung im Hauptausschuss und Planungsausschuss, den Zwischenbericht zur Kenntnis. Abstimmungsergebnis: einstimmig zugestimmt Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 21 zur Behandlung auf und verweist auf die erfolgte Vorberatung im Planungsausschuss und im Hauptausschuss: Ich möchte noch einmal ausdrücklich darauf hinweisen, es geht um einen Zwischenbericht, der verschiedene Ergebnisse, verschiedene Beauftragungen durch den Gemeinderat zu- sammenfasst. Wir werden uns dann, wenn die kostenkontrollierten Planungen für die ver- schiedenen Sanierungsvarianten der Europahalle vorliegen, noch einmal abschließend über diese Gesamtkomplexe unterhalten müssen. Es zeigt aber auch auf, dass man nicht die Europahalle losgelöst sehen kann von der Fragestellung Ballsporthalle, nicht losgelöst se- hen kann von der Fragestellung Konzerte, nicht losgelöst sehen kann von der Fragestellung der Schulsporthallen und Vereinssportangebote usw. Wir haben hier eine relativ komplexe Gemengelage. Man braucht am Ende einen Gesamtüberblick über alles, um dann schritt- weise die verschiedenen Entscheidungen treffen zu können. Insofern ist es für abschlie- ßende Entscheidungen heute zu früh, weil eben auch noch nicht alle Auftragserledigungen auf dem Tisch liegen. Dennoch wollten wir jetzt nicht in manchen Aufsichtsräten einen Teil dieser Ergebnisse besprechen und es dann nicht doch allen zukommen lassen. Das haben wir gemacht. Dazu gab es auch eine Pressearbeit. Aber es ist mitnichten schon irgendwo – 2 – zustimmungsreif, ob wir Multifunktionshallen bauen oder nicht oder wo und wie wir eine Ballsporthalle bauen oder nicht. Und auch noch nicht, in welcher Variante wir die Europa- halle letztlich sanieren. Das alles muss dann in eine letztendlich abgestimmte Gesamtent- scheidung Anfang nächsten Jahres hinein münden. Stadtrat Hofmann (CDU): Wie Sie gesagt haben, handelt es sich um einen Zwischenbe- richt. Den nehmen wir natürlich zur Kenntnis, und zwar mit Freude zur Kenntnis. Denn ich denke, er bringt doch das eine oder andere Interessante zutage. Aber ich verzichte bewusst auf eine erneute Debatte oder eine erneute große Stellungnahme bezüglich dem Umbau oder der Sanierung der Europahalle. Denn dies macht an dieser Stelle unserer Ansicht nach überhaupt keinen Sinn, weil leider die Zahlen noch nicht vorliegen. Hier werden wir uns dann entsprechend im Januar unterhalten können. Aber eines ist ganz klar, wenn wir diesen Zwischenbericht sehen. Es war richtig, sich die Zeit zu nehmen, die wir für die Kostenkontrolle brauchen, um diese komplexe Situation in der Karlsruher Hallenproblematik noch einmal genau unter die Lupe zu nehmen, zu erör- tern, um das eine oder andere doch noch einmal ins richtige Licht zu rücken. Ohne jetzt irgendeine Wertung zu machen - es sind neue Szenarien aufgetaucht, wir haben jetzt drei Modelle -, ist eines für mich sehr wichtig. Ich denke, da sind wir uns auch alle einig, da wir seit der Sportentwicklungsplanung wissen, dass wir ein Riesendefizit an Dreifeldsporthallen in Karlsruhe haben, muss dieser Mangel sukzessive angegangen werden, und wir müssen diesen Mangel auch sukzessive beheben. Für den Standort Elisabeth-Selbert-Schule sind jetzt endlich die ersten Angebote eingegangen. Da freuen wir uns, dass es dort bald los- geht. Beim Schulzentrum Oberreut geht es uns allen zu langsam. Das haben wir schon mehrfach hier geäußert. Aber wir nehmen es jetzt einfach einmal so hin, dass nicht alles so schnell geht, wie es ein paar Gemeinderäte gerne hätten. Wir hoffen, dass zumindest dann 2022/23 die Hallen auch für die Schüler in Oberreut zur Verfügung stehen und dass dieses Problem dort auch beseitigt wird. So nebenbei erfährt man dann auch noch, dass die zwei alten Hallen bei der Hebelschule wegkommen müssen aus diversen Gründen, und dass dort ebenfalls eine neue Halle ent- steht. Auch dies wird vieles entlasten in diesem Bereich. Die Halle, die wir auch schon lange daher sehnen, ist die Halle in der Waldstadt. In Kooperation ist man da jetzt auch in Ge- sprächen mit dem SSC, dass auch die element-i Schule die fehlende Halle hat. Bezüglich der drei Varianten, die hier angesprochen sind, habe ich zur ersten schon gesagt, müssen wir abwarten, bis die Zahlen vorliegen. Gerade wenn es um die Frage geht, eine kleine Sanierung der Europahalle oder eine große Sanierung. Hier gibt es sicherlich auch interessante Details, die noch zusätzlich vorgestellt wurden. Im Bereich der Variante B ist die einfache Sanierung angesprochen worden. Hier muss man auch erst die Zahlen abwar- ten, ob wir in diesem Bereich liegen. Neu dazu kommt das, was wir immer gesagt haben, vielleicht einmal über den Tellerrand hinwegzusehen und zu sehen, was denn eventuell möglich wäre. Das haben wir in der Variante C, dass man einmal über eine Multifunktions- arena, eine kleine Arena, nachdenkt. Ich denke, hier ist es ein erster Schritt. Dies kann jetzt keine endgültige Lösung sein. Hier müssen viele Dinge beachtet werden. Hier muss sicher- lich auch noch eine gewisse Frage der Zuständigkeit geklärt werden. Wer hat welchen Ein- fluss darauf? Denn für uns ist es vor allem wichtig, dass der Ballsport eine Rolle spielen wird. Wenn man es dann nur unter kommerziellen Gründen sehen würde, wäre dies si- cherlich, ähnlich wie es oft in der Europahalle früher war, zweitrangig gewesen. Schul- und – 3 – Ballsport sind dann zurückgedrängt worden. Aber es ist eine interessante Variante. Ich denke, diese Variante kann man dann in den Vergleich setzen, wenn wir die anderen Zah- len haben. Von daher freuen wir uns auf den Januar. Bis dahin warten wir einfach noch. Stadtrat Zeh (SPD): Bei den Dreifeldhallen sind wir jetzt auf dem endlich gestarteten gu- ten Weg. Wir brauchen auch die erste Halle, die Elisabeth-Selbert-Halle, um überhaupt mit der Europahalle etwas Neues anfangen zu können. Diese Halle muss eröffnet sein, dass der PSK woanders spielen kann. Auch dann die zweite Halle in Oberreut. Die dritte wird dann wahrscheinlich in der Waldstadt sein. Die Untere Hub oder auch die Hebelschule sind noch weitere Zukunftsmodelle. Hier kann ich der Vorlage der Verwaltung zustimmen, dass wir auf einem guten Weg sind. Allerdings, der Bemerkung, dass die Europahalle keine Atmosphäre hätte und ähnliches, kann ich nicht zustimmen. Im Moment spielt dort der PSK. Er hat für die nächste Spielsai- son auch noch die Ausnahmegenehmigung, dort drin zu spielen. Es ist eine gute Atmo- sphäre, und es wäre sicherlich auch möglich, dass der PSK mehr als 1.500 Sitzplätze füllen könnte. Aber aus Brandschutz- und Ausnahmegründen ist diese Beschränkung da. Ich gehe jetzt aber, bevor ich auf die Zukunft der Europahalle weiter eingehe, erst auf das Gutachten ein, das jetzt in der Presse doch durchaus für Furore gesagt hat, diese Event- Arena bei der Messe. Es ist klar, sowohl mit der Sanierung für 9 Mio. Euro, als auch mit der Sanierung mit 21 Mio. Euro, hat die Europahalle keine Möglichkeit mehr für Kulturveran- staltungen. Dass auch die Schwarzwaldhalle viele Einschränkungen hat, von der Akustik angefangen bis zur modernen Bühnentechnik, ist auf jeden Fall klar. Deshalb müssen wir uns durchaus Gedanken machen, wie Kulturevents von 500.000 Besuchern in Karlsruhe stattfinden können. Ich finde es unverantwortlich von Ihnen, Frau Erste Bürgermeisterin Luczak-Schwarz, dass Sie hier in einer Vorlage nur die reinen Baukosten aufführen. Jetzt sind die 32 Mio. Euro hier im Umlauf. Es ist zwar für die Baukosten durchaus eine Möglich- keit. Aber wir wissen natürlich ganz genau, dass draußen dieser Bau auf den Parkplätzen stattfinden soll, d. h. es müssen diese und andere Parkplätze ersetzt werden. Es muss hier also auf jeden Fall ein Parkhaus dazu kommen. Wenn man ganz fair ist, muss man eigent- lich auch die Grundstückskosten mitberücksichtigen. Letztendlich werden wir möglicher- weise mit Rheinstetten und dem Landkreis über Erbbaurechte reden können. Aber es ist dann nicht nur die einfache Grundausstattung der Halle notwendig. Es sind vor allen Din- gen auch wieder ÖPNV-Anschlüsse des Gutachters da. Deshalb reden wir doch über ein Gesamtprojekt, das sich eher in die Gegend von 100 Mio. Euro erstreckt. Auch ist sehr wichtig und interessant, was der Gutachter – das steht auf Seite 9 – sagt. Für Ballspiele in der zweiten Halle ist so eine Halle ungeeignet. Sie muss deutlich besser ge- macht werden, muss marktüblich vermietet werden, dass man das überhaupt einigerma- ßen gut auslastet. Die schwarze Null, das finde ich gut und ehrlich vom Gutachter, ist nicht erreichbar. Wir erinnern uns noch an die Gutachten zur Neuen Messe, die uns enorme Gewinne versprochen haben. Nachdenken über eine Eventhalle und wo die Kultur in Zu- kunft stattfinden kann, müssen wir auf jeden Fall. Aber das ist für uns ein mittelfristiges Projekt. Bevor man neue Großprojekte angeht, sollte man erst das eine oder andere Groß- projekt beenden. Natürlich, Frau Finanzbürgermeisterin, nicht nur Investitionskosten son- dern auch die Folgekosten, sprich: die Gesamtprojektkosten müssen klar dargestellt wer- den. – 4 – Dann kommen wir zu den Möglichkeiten der Europahalle. Ich habe schon dargestellt, die 1.500 Zuschauer sind nicht ausreichend. Wir müssen uns auch unterhalten, wo tatsächlich Ballspiele für 3.000 Zuschauer oder 1. Bundesliga PSK, was ich denen auf jeden Fall gönne, stattfinden kann. Da kommt für uns auf jeden Fall in erster Linie der Standort Europahalle in Frage, egal, ob jetzt mit dieser Sanierung für 21 Mio. Euro oder mit einem Neubau, wie zwischen den Zeilen zu lesen war. Das ist die Frage, die wir im Januar auf jeden Fall beant- worten müssen. Wo wollen wir unser größere Ballsporthalle, die wohl auch nicht wirt- schaftlich zu betreiben ist, da haben wir auch Folgekosten, bauen. Ob man dort noch Kul- tur machen kann, werden wir sehen. In diesem Sinne nehmen wir die Vorlage zur Kennt- nis. Stadträtin Dr. Leidig (GRÜNE): Wir nehmen heute Kenntnis. Wir nehmen Kenntnis da- von, dass, wie von einer Mehrheit des Gemeinderates gewünscht, die Situation um die Eu- ropahalle nicht isoliert betrachtet wird, sondern in einer Gesamtheit die Hallensituation in Karlsruhe bewertet wird. Hallensituation für Sport, Hallensituation für Events und auch Hal- lensituation für Ballsportereignisse. Solche Gesamtbetrachtungen finden wir gut. Wir fin- den auch den gewählten Weg der Verwaltung gut, uns Szenarien vorzustellen, Dinge wirk- lich in einem Zusammenhang darzustellen, weil das einfach etwas Vorausschauendes ist. Wir halten es nicht für sinnvoll, dass man jetzt anfängt, an irgendwelchen Stellen herum- zudoktern, um dann später festzustellen, dass man entscheidende Dinge vergessen hat, was dann Schaden anrichtet und nicht mehr nachzuholen ist. Das ist auch zu berücksichti- gen. Insofern können wir einige der genannten Kritikpunkte nicht nachvollziehen. Wir hal- ten es für richtig, dass jetzt erst einmal grobe Szenarien dargestellt werden und dass die noch nicht mit einem detaillierten Preisschild versehen sind, sondern erst einmal grob dar- über gesprochen wird, was kann man sich überhaupt vorstellen von diesen Szenarien, um das dann vertieft zu betrachten. Das spart auch Geld und Zeit und Mühe für alle und ist deswegen auch der richtige Weg. Ich möchte mich dem Kollegen von der CDU anschließen. Uns ist vor allen Dingen auch wichtig, dass es mit den Sporthallen jetzt voran geht. Es war wirklich etwas, was auf uns gelastet hat, dass wir für den Schulsport und für den Vereinssport einfach so knapp be- messen sind, dass auch immer klar war, wir können gar nicht an die Europahalle heran gehen, egal, mit welcher Art von Sanierung, weil der Verzicht bedeutet hätte, dass wir das Minimum an Schul- und Vereinssport überhaupt nicht aufrecht erhalten können. Deswe- gen ist es wichtig, dass dieser Schritt auf jeden Fall gemacht wird und dass dieses Defizit tatsächlich angegangen wird. Darüber freuen wir uns und sind wirklich sehr erleichtert. Insgesamt möchten wir auch noch feststellen: Sport kostet. Das ist schon klar. Egal, welche Szenarien man betrachtet, je mehr Sport im Szenario drin ist, desto teurer werden letzten Endes auch die Folgekosten, weil natürlich dadurch keine Einnahmen generiert werden. Aber Sport ist enorm wichtig. Das ist etwas, was nicht nur in der Schule sondern auch im Verein betrieben wird, was wichtig ist für die Gesundheit unserer Bürgerinnen und Bürger. Deswegen ist es uns ein wichtiges Anliegen und werden wir bei der Bewertung der Szena- rien vor allen Dingen die Frage stellen: Was hat den größten Mehrwert für unsere Bürge- rinnen und Bürger. Es wurden uns verschiedene Optionen aufgezeigt. Je, nachdem, unter welcher Frage man die betrachtet, ergeben sich ganz andere Schlussfolgerungen. Wenn ich sie betrachte unter der Frage, was nützt der Messe, kommt etwas anderes heraus wie, was bietet den meisten Sport, oder auch, wo finden die besten Events statt und was wir dadurch verdienen. Das ist etwas, womit wir uns jetzt einfach in dem nächsten halben Jahr – 5 – noch einmal intensiv beschäftigen müssen. Was bietet welches Szenario? Wie können die Dinge miteinander verschränkt werden, um darüber dann auch zu einer guten Lösung zu kommen. Wir nehmen heute Kenntnis. Letzten Endes sind wir erst am Anfang eines komplexen Ent- scheidungsprozesses, in dem sehr viel abgewogen werden muss, u. a. auch die Kosten. Aber dem gegenüber auch, was dient wem. Stadtrat Braun (KULT): Natürlich geht es heute erst einmal nur um Kenntnisnahme. Die Entscheidung wird erst anstehen. Trotzdem können wir als Stadträte der Verwaltung heute Aufgaben mitgeben. Vorab muss ich das Gutachten zur multifunktionalen Halle auf dem Messeareal loben. Insbesondere aus der langen Version mit weit über 200 Seiten, von der die Fraktionen leider nur eine gedruckte und keine digitale Version erhalten haben, wird deutlich, der Gutachter Bevenue hat sich sehr viel Mühe mit dem Auftrag der KMK ge- macht. Natürlich ist das Gutachten deutlich auf die Interessen der Messe abgestimmt. So- mit wird auch klar, der Standort in Rheinstetten ist gut für die KMK und überhaupt gut. Aber nicht optimal für Sport- und Kulturevents. Einen optimalen Standort zu finden und zu nutzen, ist allerdings nicht realistisch. Denn die noch in der Untersuchung befindlichen Er- satzstandorte Karlsruhe Südost und Untere Hub sind aus unserer Sicht ungeeignet. Die Szenarien 1 a, also die reine Ballsporthalle und leider auch alle Nutzungen mit fünf Wochen Leichtathletik im Jahr machen nicht nur an diesem Standort keinen Sinn bzw. sind zu teuer. Das Szenario 2 B b, also die Großveranstaltungshalle mit Erstligaspielen, professionellem Betrieb durch Kultur, Firmen und gesellschaftlichen Veranstaltungen und bis zu 8.000 Zu- schauern bei Konzerten hat klar die Nase vorn. KULT hält dieses Szenario für hochinteres- sant für Karlsruhe. Es muss aber zweitgerechnet werden, im Vergleich mit der Variante 2 a mit bis zu 5.000 Zuschauern ist es logischerweise im Bau kostengünstiger als 2 b. KULT hat aktuell noch keine Priorität bei 2 a oder 2 B b. Entscheidend ist die Vollkosten- rechnung mit Abschreibungen und Kapitalkosten für das Gebäude samt Technik. Die liegt noch nicht vor. Diese Vollkostenrechnung sollte auch einen Worstcase bei der wirtschaftli- chen Entwicklung und bei der Auslastung der Halle berücksichtigen. Das Gutachten geht hier von einem optimistischen Ansatz aus. Abschließend zur multifunktionalen Halle bei der Messe: Trotz aller kommerziellen Ansprü- che und Defizitsenkung muss ein Ankermieter Ballsport Vorrang bei der Belegung haben. Bedingung: Mindestens 2.000 Zuschauer im Schnitt, egal, ob erste oder zweite Liga. Die Europahalle als sportliches Herzstück der Stadt sollte mit der kleinen Sanierungsvariante erhalten bleiben, vor allem für Schul- und Vereinssport. Vor allem für die Leichtathletik, aber auch anderen Sport, ist die Europahalle prädestiniert. Hier muss eine kostenkontrol- lierte Planung her, die beweist, dass wir mit den kalkulierten 9 Mio. Euro hinkommen. Wir hätten gerne auf einen Neubau verzichtet, wenn es nur irgendwie möglich gewesen wäre, die Europahalle wieder auf ihr vergangenes Niveau zu bekommen. Doch dies ist nach heu- tiger Einschätzung einfach nicht möglich. Zu nennen sind hier besonders die Brandschutz- mängel, die für den Ligabetrieb vorgeschriebenen VIP-, Presse- und Cateringplätze, sowie die fehlenden Zuschauerplätze für große Sport- und Kulturevents. Außerdem hätten wir selbst bei vollkommener Ertüchtigung noch die Leichtathletikrundbahnen in der Halle, die – 6 – einer lauten, stimmungsvollen Atmosphäre im Weg stünden. Einzig denkbar wäre ein Ab- riss und anschließender Neubau der Europahalle. Doch auch das würde nach unserer heu- tigen Einschätzung sämtliche Kostenrahmen sprengen. Natürlich lassen wir uns aber gerne von einer tiefergehenden Kalkulation der Verwaltung eines besseren belehren. Die heutige Kenntnisnahme erfolgt also mit einem weinenden Auge, denn die Europahalle wird dann für größere Events nicht mehr nutzbar sein. Auch das wirtschaftliche Betreiben der Halle wird eine große Herausforderung darstellen. Trotzdem überwiegt letztendlich das lachende Auge, denn mit der kleinen Sanierungsvariante der Europahalle wird die allge- meine Sporthallensituation in Karlsruhe entspannt, während mit dem Neubau auf dem Messegelände eine neue, große Halle hinzukommen soll, die gewährleistet, dass große Events und der Ligaspielbetrieb verschiedener Sportarten und Vereine gewährleistet wird. Stadtrat Hock (FDP): Es ist zwar nur eine Kenntnisnahme, da haben Sie natürlich alle Recht. Aber es werden hier schon Pflöcke eingerammt. Da müssen wir schon einmal aus- führlich darüber reden. Ich möchte mich zu Anfang an der Vorlage abarbeiten. Zur Europahalle: Ich gehe einmal zurück, was die letzten Spiele der Europahalle waren, Rhein-Necker-Löwen Champions League. Ich möchte nur einmal an Rande einflechten, das war eines der letzten Highlights, das in der Europahalle stattgefunden hat. Meine Fraktion hat von Anfang an – da stehen wir heute genauso fest dazu – immer gesagt, an diesem Standort, mit dieser Erschließung: Straßenbahn, Fußgänger, Autoverkehr kann man nicht eine Europahalle für 9 Mio. Euro sanieren für die kleine Lösung. Wenn das jemand macht und das beschlossen wird, dann ist das an diesem Standort wirklich eine Geldvernichtung und eine Zukunftsvernichtung der Entwicklung dieser Stadt. Die Europahalle an diesem Platz mit einer kleinen Lösung zu bespielen, ist absoluter Irrsinn, wenn man weiß, ich komme von 9 auf 21 Mio. Euro. Sie kennen die Zahl, die dazwischen steht. Deshalb ist es unseres Erachtens ein völliges No-Go. Wer auf die irrwitzige Idee gekommen ist, das geht gar nicht. Zumal noch eines dazu kommt. Wir haben es immer gesagt und fordern Sie jetzt auch wieder dazu auf. Es kommen jetzt neue Planungsbüros dazu, die die Ausarbeitung machen. Wir möchten zum Schluss die Endabrechnung haben, was die ganze Chose ge- kostet hat. Der Herr Oberbürgermeister weiß dies schon. Deshalb kann ich eigentlich schon weitergehen zu dieser neuen großen Geschichte, die wir hier in dieser Stadt jetzt schon wieder schultern. Unsere Verwaltung, unser Hochbau und Gebäudewirtschaft, auch andere Leute sind involviert, sind bis an die Hutschnur mit Arbeit voll. Das lassen wir alles komplett außer Acht bei allem, was wir jetzt neu auf den Weg bringen. Ich hätte mir gewünscht, dass man jetzt erst einmal eine Sache abarbeitet und einen Schritt tut, bevor man sich schon wieder so einen großen Stiefel anzieht. Man muss ganz ehrlich sagen, was ist denn das für eine Milchmädchenrechnung? Ich weiß, die Zah- len sind noch nicht da usw. Aber Herr Zeh hat genau den Finger in die Wunde gelegt. Die- se 32 Mio. Euro, die uns damals so schön vor die Augen gelegt wurden, sind nicht das En- de der Fahnenstange. Die Parksituation wurde angesprochen. Die Erschließung wurde an- gesprochen. Wenn Sie das alles zusammenzählen, dann wird diese Halle im Endeffekt, ich weiß es nicht, aber ich denke nicht, dass sie unter 50 Mio. Euro überhaupt eine Möglich- keit hat. Von daher, ich weiß schon, wir werden das irgendwann gesagt bekommen, dann können wir darüber reden, wer Recht hatte. Deshalb lasse ich mich jetzt nicht darauf ein. – 7 – Aber jetzt muss man eines einmal sagen, das ist mir der wichtige Teil an dieser Geschichte. Die letzten Jahre hat die KMK hervorragende Arbeit geleistet. Das Defizit der KMK ist in einem erträglichen Maß, Stand heute. Wir sind mit der Geschäftsführung und den Dingen, die dort getätigt werden, absolut zufrieden. Aber ich sage Ihnen heute voraus, wenn wir diese Halle der KMK ans Bein binden, dann werden uns dort die Zahlen um die Ohren flie- gen, dass uns schwindelig wird. Dann, das mache ich nie, dass ich Herrn Fostiropoulos einmal Recht gebe, aber in diesem Fall, ich weiß, was kommt ... (Zurufe, Heiterkeit) - Ach, er ist nicht da. Schade. Jetzt ist er nicht da. Wie gesagt, für die KMK wird es eine Katastrophe. Die KMK sagt es selbst. Sportveranstal- tungen will sie dort nicht. Das ist verständlich. Das ist logisch, dass sie die dort nicht haben will, weil die gar nicht die Miete dazu bezahlen können, um diese Halle so zu bespielen, wie es eigentlich finanziell für uns notwendig ist. Deshalb: Diese Konzerte, die es geben soll, werden einen kannibalisierenden Prozess auslösen. Die neue Stadthalle, die wir jetzt auf den Weg gebracht haben, wo wir neue Dinge einwerben wollen, wo sollen denn die Veranstaltungen alle hin? Die wollen entweder in die Stadthalle oder raus an die neue Hal- le. Das möchte ich alles noch zu --- (Der Vorsitzende hebt die gelbe Karte) Ich, weiß, Herr Oberbürgermeister, ich übertreibe nie, aber in dem Fall. Herzlichen Dank, Sie wissen, wo ich hinwill. Meine Fraktion wird einer Halle in der Messe draußen niemals zustimmen. Stadtrat Kalmbach (FÜR Karlsruhe): Es ist für mich kompliziert. Ich frage mich schon, warum müssen wir solche unendliche Summen an Zeit und Kraft in diese Konzeptentwick- lung hinein stecken. Manchmal denke ich, wir fürchten uns vor Entscheidungen und ma- chen dann lieber noch eine Konzeptentwicklung, damit dann vielleicht Sie uns sagen, was wir tun sollen. Aber oft stimmen die Konzepte auch nicht, Beispiel Messe Karlsruhe. Was haben uns die Fachleute für Umsätze vorhergesagt. Sie sind in keiner Weise eingetroffen. Deswegen sollten wir uns auch auf unseren eigenen Verstand verlassen und auf unseren eigenen Instinkt. Ich möchte kurz drei Elemente anschauen. Zuerst einmal diese eventuell geplante Halle an der Messe draußen. Wir wissen nicht, was dauerhaft die Kosten sein werden. Das ist uns nicht bekannt. Wenn wir anschauen, dass das Leichtathletik-Meeting nicht dort drin statt- finden kann, es muss in der Halle 2 jedes Jahr wieder aufgebaut werden. Was haben wir uns damals aufgeregt, dass wir das jedes Jahr aufbauen müssen. Wir haben gesagt, das geht auf keinen Fall. Das wäre eine Lösung und wir würden diese Prozedur jedes Jahr durchführen für 300.000 Euro. Das kann aus unserer Sicht nicht sein. Dann wird ein Szenario entworfen für unsere Kulturveranstaltungen. Ich frage einmal, wer damals dabei war, als wir die Tour de France da hatten. Da waren Seal da und ganz große Stars, und die Halle war leer. Ich behaupte einmal, Karlsruhe – das müssen wir akzeptieren – ist keine Mannheimer und Stuttgarter Veranstaltungsstadt für Pop- und Rockkonzerte. Wir müssen anerkennen, wo sind wir gut, wo sind wir attraktiv und wo sind wir nicht at- – 8 – traktiv. An der Stelle – Entschuldigung – sind wir für solche ganz großen Konzerte nicht attraktiv. Wir werden die Halle nicht füllen können in der Weise. Wenn wir sie mit großen Sportevents füllen wollen, müssen wir eine neue Gesellschaft aufmachen. Die Gesellschaft müsste praktisch völlig neu aufgestellt werden. Wir müssten jede Menge Kosten investie- ren, um wieder neue Events nach Karlsruhe zu holen. Ich bin der Überzeugung, die Kraft haben wir nicht, und das Geld haben wir nicht. Deswegen sehen wir diesen Standort sehr negativ. Noch ein weiterer Faktor, dieser Standort dort draußen. Für kulturelle Events geht man zur Messe raus. Würde das passen? Ich finde, unsere stadtnahen Eventhallen sind deutlich bes- ser. Wir müssen es einmal realistisch sehen. Ich möchte nicht sagen, dass das unser ewiger Standpunkt ist. Aber es ist sehr unwahrscheinlich, dass wir je zustimmen werden zu einer Halle draußen bei der Messe. Wir sollten nicht den Abgesang auf die Europahalle singen. Wir müssen schauen, was ist da möglich und wie ist es möglich. Wenn wir alles negativ sehen, dann ist es auch negativ. Was können wir machen? Das ist für mich nach wie vor ein Baustein im ganzen Konzept, dass wir eine gescheite Europahalle aufbauen. Ich erinne- re mich, wir haben vor ein paar Jahren die Drahtseile für ein paar Millionen Euro erneuert. Wir können jetzt nicht einfach sagen, jetzt machen wir eben eine Schulsporthalle daraus. Das geht aus meiner Sicht nicht. Das wäre kurzsichtig und blind gewesen. Alle haben es schon gesagt, mit den Dreifeldsporthallen sind wir auf einem guten Weg. Das ist gar keine Frage. Wie gesagt, das sind die drei Elemente aus unserer Sicht. Brauchen wir dafür alles Mögliche kostenkontrolliert, alles Mögliche geplant, um das entscheiden zu können? Das ist meine Frage am Schluss. Stadtrat Dr. Schmidt (AfD): Auch für die AfD gilt, wir brauchen keine weitere Halle in Rheinstetten. Wir brauchen Hallen in Karlsruhe. Besonders dringend für die Schüler. Wir sollten auch die Europahalle beibehalten. Stadtrat Wenzel (FW): Ich nehme die Vorlage zur Kenntnis. Erlauben Sie mir, ganz kurz meinen Senf zu den Standortuntersuchungen zu geben. Eine zusätzliche Halle an der Mes- se, wobei ich die Messe gar nicht als Karlsruhe betrachte, sondern als Rheinstetten, könnte ich mir vorstellen. Aber – das hat auch der Kollege Hock gesagt -, ob die angenommen wird, ob die tragbar ist, ob die Kosten stimmen, da habe ich genauso meine Zweifel wie die Vorredner. Ich halte immer noch das Herz der Stadt wichtig als Eventpunkt. Die Euro- pahalle mit ihrer gesamten Infrastruktur, mit ihrer Lage, aufzugeben, halte ich für absolut falsch. Da sollten wir investieren. Wir sollten sie nicht verkommen lassen. Das wäre diesem Gebäude und diesem Standort nicht gerecht. Als Durlacher kennen Sie meine Meinung zur Unteren Hub. Ich könnte mir nicht vorstellen, dass wir jetzt im Citypark etwas umgestalten sollten. Er ist die grüne Lunge. Ich lasse dieses Projekt weitergehen, aber diese drei, vier Punkte waren mir schon wichtig, hier zu benennen, bevor es später heißt, hätten Sie es rechtzeitig gesagt. Erste Bürgermeisterin Luczak-Schwarz: Aufgrund der Wortmeldungen denke ich, sollte ich noch einmal zwei, drei Positionen verfestigen. Herr Hock, das, was wir dort aufgeschrieben haben, ist das Ergebnis der Prüfaufträge, die der Gemeinderat uns ins Stammbuch geschrieben hat. Es gibt keine Visionen oder Ent- scheidungen hier auf der Bürgermeisterbank, sondern wir haben nur das abgearbeitet, was – 9 – der Gemeinderat beschlossen hat. Da finde ich dann schon ziemlich dreist, zu sagen, dass hier etwas hineingeschrieben wird, was von der Bürgermeisterbank kommt. Nein, es ist ein Auftrag aus Ihren Reihen gewesen, dass wir das entsprechend darstellen. Frau Dr. Leidig hat es auf den Punkt gebracht. Sie hat gesagt, der Sachstandsbericht auf Grundlage des umfassenden Prüfauftrags hat gezeigt, dass es eine komplexe Sachverhalts- konstellation ist, mit der wir uns auseinandersetzen müssen. Das zeigt auch schon die Dar- stellung der verschiedenen Strukturen, die wir aufgelistet haben. Es ist letztendlich ein Zwi- schenbericht, weil wir Ihnen das zugesagt haben vor der Sommerpause. Es war vom Herrn Kollegen Obert schon mehrfach gesagt, dass seine Ergebnisse hinsichtlich der Kostenkon- trolle erst Anfang 2019 vorliegen würden. Aber es war der ausdrückliche Wunsch aus Ihren Reihen, einen aktuellen Sachstand zu haben, zumal der Auftrag, den Sie uns gegeben ha- ben für den Standort Rheinstetten, explizit auch die Konzert- und Kulturveranstaltungen miteinbezogen hat. Das ist auch ein Auftrag aus dem Gemeinderat gewesen. Vor dem Hintergrund, das möchte ich gerne, Herr Kalmbach, auch in Ihre Richtung sagen: Wir haben 2015 auch auf Wunsch des Gemeinderates alle Fazilitäten, die wir im Konzert-, im Kulturbereich und für Großsportstätten haben, analysiert, haben eine umfassende Vor- lage gemacht und haben ein Gutachten eingeholt, die das Oberzentrum Karlsruhe bewer- tet haben, welche Veranstaltungen für das Oberzentrum als attraktiv gehalten werden. Das Ergebnis hat uns nicht überrascht. Die haben nämlich gesagt, für 5.000 Zuschauer Konzer- te und Kulturveranstaltungen, 8.000 sitzend plus Großsportveranstaltungen. Alles das, was die Europahalle in der Vergangenheit für uns abgedeckt hat. Dafür haben wir Bedarfe. Das ist das, was auch dann die Folge war hinsichtlich des Prüfauftrags hinsichtlich Rheinstetten. Herr Zeh, mein Deutsch- und mein Lateinlehrer hat immer gesagt: Lesen bildet. Deswegen möchte ich gerne noch einmal auf Seite 10, Ziffer c) Ihren Blick lenken. Da steht drin, aktu- ell liegt lediglich eine grobe Baukostenschätzung vor. Diese beläuft sich auf 32, Mio. Euro. Nicht umfasst sind genau die Punkte, die Sie gesagt haben. Da haben wir auch gesagt, da werden wir nacharbeiten, weil wir natürlich diese Zahlen auch nicht aus den Ärmeln schüt- teln können. Das war mir an der Stelle noch einmal wichtig. Auch dort haben wir keine Mondzahlen genannt, sondern wir wollen das Ihnen auch ordentlich aufbereiten. Soviel noch meinerseits dazu. Der Vorsitzende: Neben diesen ganzen emotionalen Themen um Messehallen und Euro- pahalle, vielen Dank auch für die positive Anerkennung dessen, dass wir dieses vor ein bis zwei Jahren völlig undenkbare Thema vier fehlende Dreifeldsporthallen jetzt auch Dank Ihrer Mithilfe auf den Weg bekommen. Ich habe es einmal zusammengerechnet. Vier Drei- feldsporthallen sind immerhin 12 Felder. Wir planen in den nächsten Jahren, wenn ich alle Standorte zusammennehme, 18 Felder, die fünf noch bestehende Felder ersetzen. Sie mer- ken, wir kommen da in der Bilanz genau in die Lösung dieses Dilemmas. Da haben natür- lich Ihre mutigen Beschlüsse zum Schulzentrum Südwest in Oberreut, aber auch zur Elisa- beth-Selbert-Schule wesentlich dazu beigetragen. Ich finde, das ist ein gutes Ergebnis die- ses heutigen Zwischenberichts und damit auch gar kein Zwischenbericht. Da haben wir zumindest in der Planung schon das Ziel vor Augen. – 10 – Sie nehmen diesen Bericht zur Kenntnis. Weil wir aber eben diese Beschlussvorlagenge- schichte haben, brauchen wir jetzt doch noch eine Abstimmung dazu. – Einer verweigert die Kenntnisnahme. Alle anderen haben es zur Kenntnis genommen. Lag es am Gerät? (Zurufe) Wir halten für das Protokoll fest, Herr Hock hat auch zugestimmt. Damit war es einstim- mig. Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt - Ratsangelegenheiten – 31. Juli 2018