Familienumfrage 2017 - Lebenssituation, Einschätzungen und Kinderbetreuungsbedarf
| Vorlage: | 2018/0248 |
|---|---|
| Art: | Beschlussvorlage |
| Datum: | 16.04.2018 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | Amt für Stadtentwicklung |
| Erwähnte Stadtteile: | Beiertheim-Bulach, Daxlanden, Durlach, Grötzingen, Grünwettersbach, Grünwinkel, Hagsfeld, Hohenwettersbach, Innenstadt-Ost, Innenstadt-West, Knielingen, Mühlburg, Neureut, Nordstadt, Nordweststadt, Oberreut, Oststadt, Palmbach, Rintheim, Rüppurr, Stupferich, Südstadt, Südweststadt, Waldstadt, Weiherfeld-Dammerstock, Weststadt, Wolfartsweier |
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Familienumfrage 2017 Stadt Karlsruhe Amt für Stadtentwicklung Lebenssituation, Einschätzungen und Kinderbetreuungsbedarf Beiträge zur Stadtentwicklung Nr. 54 © designed by pressfoto - Freepik.com 2 | Familienumfrage 2017 Impressum Stadt Karlsruhe Amt für Stadtentwicklung Zähringerstraße 61 76133 Karlsruhe Leiterin: Dr. Edith Wiegelmann-Uhlig Bereich: Stadtentwicklung Otto Mansdörfer Bearbeitung: Manuela Cretu Benedikt Dierßen Daniel Götz Otto Mansdörfer Johannes Zech In Zusammenarbeit mit: Sozial- und Jugendbehörde Datenaufbereitung: Ilona Forro Layout: Stefanie Groß Auskunftsdienst und Bestellung: Telefon: 0721 133-1220 Fax: 0721 133-1209 E-Mail: stadtentwicklung@afsta.karlsruhe.de Internet: www.karlsruhe.de/stadtentwicklung Stand: Februar 2018 Gedruckt in der Rathausdruckerei auf 100 Prozent Recyclingpapier © Stadt Karlsruhe Alle Rechte vorbehalten. Ohne ausdrückliche Genehmigung des Herausgebers ist es nicht gestattet, diese Veröffentlichung oder Teile daraus zu vervielfältigen oder in elektronischen Systemen anzubieten. Amt für Stadtentwicklung | 3 Inhalt Vorwort 5 1 Einführung und Zusammenfassung 6 1.1 Zusammenfassung 6 1.2 Statistische Daten über Familien in Karlsruhe 12 1.3 Methodik der Umfrage 16 2 Lebenssituation von Familien 20 2.1 Soziales Umfeld 20 2.2 Wohnsituation und Wohnzufriedenheit 30 2.3 Freizeitverhalten 57 2.4 Familien- und Kinderfreundlichkeit 69 3. Alltagsmobiliät von Familien 73 3.1 PKW-Verfügbarkeit 73 3.2 Hautpsächlich genutztes Verkehrsmittel im Alltag 73 3.3 Transport von Kindern mit dem Fahrrad oder E-Bike 75 3.4 Verkehrsmittel für den Schulweg 75 3.5 Bewertung der Verkehrsverhältnisse 77 3.6 Gewünschte Verbesserungen 83 4. Familie und Erwerbstätigkeit 90 4.1 Elternzeit und berufl iche Veränderungen nach Geburten 90 4.1.1 Elternzeit 90 4.1.2 Veränderungen der Erwerbstätigkeit nach Geburten 95 4.2 Vereinbarkeit von Familie und Beruf 102 4.2.1 Unterstützung durch den Arbeitgeber bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf 102 4.2.2 Haus- und Familienarbeit 106 4.2.3 Familienangehörige mit Behinderung und/oder hohem Pfl egebedarf 108 5. Betreuung von Vorschulkindern 110 5.1 Nutzung unterschiedlicher Betreuungsformen 110 5.2 Versorgung mit einem Betreuungsplatz 113 6. Betreuungsbedarf von Schulkindern 117 6.1 Betreuung von Grundschulkindern 117 6.2 Zukünftiger Betreuungsbedarf von Schülern ab der fünften Klasse 123 6.3 Betreuung von Kindern an weiterführenden Schulen 128 6.4 Ferienbetreuung 131 4 | Familienumfrage 2017 7. Angebote und Beratungsmöglichkeiten für Familien 134 7.1 Bekanntheit von Beratungs- und Informationsangeboten 134 7.2 Nutzung von Beratungs- und Informationsangeboten 136 7.3 Relevanz familienbezogener Themen 138 7.4 Bekanntheit und Nutzung von Angeboten zur Familienbildung 140 7.5 Informations- und Beratungsangebote für Kinder bis drei Jahre 141 8. Finanzielle Situation von Familien in Karlsruhe 143 8.1 Einkommensverteilung 143 8.2 Erwerbsverhältnisse von Familien 146 8.3 Staatliche Unterstützungsleistungen für Familien 148 8.4 Karlsruher Kinderpass 152 8.5 Karlsruher Pass 153 9. Stellungnahme der Sozial- und Jugendbehörde 154 9.1 Kinder- und Familienfreundlichkeit 154 9.2 Kinderbetreuung 155 9.2.1 Vorschulkinder 155 9.2.2 Grundschulkinder 155 9.3 Integration 156 9.4 Einkommen 156 9.5 Soziale Infrastruktur 157 9.6 Umzugsverhalten 157 9.7 Mobilität 157 9.8 Erwerbstätigkeit 157 Fragebogen 159 Anhangtabellen | QR-Code (Die Anhangtabellen stehen unter www.karlsruhe.de/Stadtentwicklung zur Verfügung) 173 Karlsruher Beiträge zur Stadtentwicklung 174 Amt für Stadtentwicklung | 5 Karlsruhe ist eine wachsende Stadt. Ein anhaltend positiver Wanderungssaldo, steigende Lebenserwartung und seit einigen Jahren steigende Geburtenzahlen sind die Ursachen. Im Jahr 2016 übertraf die Zahl der Geburten in Karlsruhe mit 2.990 Lebendgeborenen erstmals seit rund 50 Jahren die Zahl der Todesfälle (2.949) und führte so zu einem positiven Saldo bei der natürlichen Bevölkerungsentwicklung. Über 26.000 Familienhaushalte mit Kindern unter 18 Jahren leben in Karlsruhe. Diese unterscheiden sich nach der Anzahl der Kinder, der Erwerbssituation der Haushaltsmitglieder und auch in Bezug auf den Betreuungsbedarf deutlich. Damit einher gehen unterschiedliche Lebensumstände, aus denen unterschiedliche Anforderungen an kommunale Einrichtungen erwachsen. In der vorliegenden Broschüre werden umfangreiche Umfrage- ergebnisse aus der Familienumfrage 2017, statistische Daten sowie Einschätzungen der Sozial- und Jugendbehörde gebündelt dargestellt. Die Ergebnisse aus der Familienumfrage sind eine wichtige Planungsgrundlage für die Politik und die Stadtverwaltung für die kommenden Jahre. Planungen für die Infrastrukturen der Karlsruher Familienpolitik können so gesichert erfolgen. Dr. Albert Käufl ein Bürgermeister Vorwort einDr. Albert Käufl ein 6 | Familienumfrage 2017 Im Zentrum des Interesses stehen die allgemeinen Lebens- verhältnisse von Familien mit Vorschulkindern und Schul- kindern sowie Wünsche zum Umfang und der Ausgestaltung des bestehenden Betreuungsangebots für Kinder. Eltern von aktuellen Viertklässler-Kindern wurden nach der voraussichtlich geplanten Betreuung gefragt, um ein möglichst nachfrage- orientiertes Betreuungsangebot in weiterführenden Schulen in der Stadt gewährleisten zu können. Erörtert werden auch die Bekanntheit verschiedener Angebote und Beratungsmöglichkeiten für Familien und die Wohnsituation und -zufriedenheit der Familien in Karlsruhe. Weitere Themenbereiche umfassen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und die Aufteilung der Erwerbs- und Haushaltsarbeit innerhalb der Familien. Die Befragten hatten außerdem die Möglichkeit mitzuteilen, wie aus ihrer Sicht die Familienfreundlichkeit in Karlsruhe verbessert werden kann. 1.1 Zusammenfassung Ein Drittel der Karlsruherinnen und Karlsruher lebt in einem Mehrpersonenhaushalt mit Kind Am 31. Dezember 2016 lebten in Karlsruhe 26.791 Familien mit minderjährigen Kindern im Haushalt. Obwohl diese nur einen Anteil von 15,6 % an allen Karlsruher Haushalten stellen, leben immerhin 31,2 % der Karlsruher Bevölkerung in einem Mehrpersonenhaushalt mit Kind. Darunter ist knapp jeder vierte Familienhaushalt (23,7 %; 6.356 Haushalte) alleinerziehend und drei Viertel leben in einem Paar-Haushalt (76,3 %). Der weitaus größte Teil der Paare in diesen Haus- halten ist verheiratet (89,9 %; einschließlich eingetragener Lebenspartnerschaften), nur rund jedes zehnte Paar mit Kindern lebt in einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft zusammen (10,1 %). Karlsruhe zeigt sich als familien- und kinderfreundliche Großstadt Zusammengenommen stimmen beinahe zwei Drittel der Karlsruher Familien der Aussage zu, dass die Stadt Karlsruhe familienfreundlich ist (trifft völlig zu: 12,4 %; trifft über- wiegend zu: 51,1 %). Auch der Eigenschaft „kinderfreundlich“ stimmt die Mehrheit der befragten Familien zu (trifft völlig zu: 12,8 %; trifft überwiegend zu: 50,4 %). Als Aushängeschilder der Karlsruher Familien- und Kinderfreundlichkeit sind in erster Linie die Grünanlagen für Bewegung, Spiel und Erholung (sehr gut: 27,9 %; gut: 57,2 %) sowie die Sport- und Vereinsangebote für Familien zu nennen (sehr gut: 21,1 %; gut: 61,9 %). Besonders häufi g mit der Bestnote „sehr gut“ werden außerdem die Familien- und Kinderfreundlichkeit im Hinblick auf Kindertagesstätten (15,7 %), Schwimmbäder und Sportanlagen (15,5 %) und Freizeit- und Kulturveranstaltungen für Familien (15,1 %) bewertet. Lediglich die Lage auf dem Wohnungsmarkt wird sehr kritisch gesehen. Die Hälfte der Familien (50,8 %) bewertet das Wohnungsangebot als schlecht. Nur rund jede achte Familie fi ndet das Wohnungsangebot für Familien in Karlsruhe gut (10,7 %) oder sehr gut (1,3 %), 37,2 % bewerten es mittelmäßig. Viele Familien in Karlsruhe haben Verwandte in der Nähe Beinahe zwei Drittel (62,7 %) der Familien haben nahe Verwandte im Raum Karlsruhe. Innerhalb Deutschlands existieren bei 92,1 % nahe Verwandte wie Großeltern, Onkel oder Tanten der Kinder und von Verwandten im Ausland berichtet beinahe die Hälfte (46,6 %) der Karlsruher Familien. Unter den ausländischen Familien haben rund die Hälfte (43,6 %) nahe Verwandte im Raum Karlsruhe und fast alle (96,6 %) nahe Verwandte im Ausland. Freunde, befreundete Familien und Verwandte sind die wichtigsten Bezugspersonen für Familien im Alltag Für rund ein Drittel (35 %) der Familien haben Freunde und befreundete Familien im Alltag eine sehr hohe Bedeutung, weitere 46,9 % messen diesen eine hohe Bedeutung bei. Nur Verwandte haben im Familienalltag noch häufi ger eine sehr hohe (43,2 %) aber seltener eine nur hohe Bedeutung (25,4 %). Die alltägliche Bedeutung der Nachbarschaft ist dagegen weniger ausgeprägt (sehr hohe: 8,1 %, hohe Bedeutung: 27 %). Ein Fünftel der Familien plant eine mittelfristige Familienerweiterung Zusammengenommen rund jede fünfte Karlsruher Familie äußert im Fünfjahresausblick die Absicht sicher (9,5 %) oder wahrscheinlich (9,9 %) ein weiteres Kind zu bekommen. Bei den unter 30-jährigen sind es mehr als zwei von drei Familien (sicher: 42,9 %, wahrscheinlich: 28,2 %). Befragte im Alter von 30 bis unter 40 Jahren beabsichtigen zu jeweils einem Fünftel sicher (20,4 %) oder wahrscheinlich (21,5 %) ihre Familien in den kommenden fünf Jahren zu erweitern. Die meisten Familien rechnen mit Unterstützung aus dem persönlichen Umfeld Im Falle einer Familienerweiterung können nach eigenen Angaben über die Hälfte der Familien mit emotionaler Unterstützung (54,6 %), rund jede dritte mit zeitlicher (29,1 %) und jede vierte Familie mit fi nanzieller Unterstützung (24,5 %) sicher rechnen. Jeweils rund ein weiteres Drittel der Familien rechnet mit wahrscheinlicher Unterstützung aus dem persönlichen Umfeld. 1. Einführung und Zusammenfassung Amt für Stadtentwicklung | 7 Karlsruher Familien sind mit ihrer Wohnsituation überwiegend zufrieden Insgesamt sind rund vier von zehn Familien (37,8 %) mit ihrer aktuellen Wohnsituation sehr zufrieden, 47,2 % sind zufrieden. Jede neunte Familie ist weniger zufrieden (11,3 %) und nur 3,8 % unzufrieden. Je älter die Befragten, desto höher ist die Zufriedenheit mit der aktuellen Wohnsituation. Parallel zu der mit höherem Alter höheren Wohnzufriedenheit nehmen auch die Eigentümerquote und die durchschnittliche Wohnfl äche bei älteren Befragten zu. Außerdem steht älteren Befragten häufi ger ein zum Kinderspiel nutzbarer Garten oder Hof zur Verfügung. Teilweise Unzufriedenheit wird vor allem mit Platzmangel und der Lage auf dem Wohnungsmarkt begründet Der geringe Anteil an Familien, die mit der aktuellen Wohnsituation weniger zufrieden (11,3 %) oder unzufrieden (3,8 %) sind, wurde nach den Gründen hierfür gefragt. Wichtigste Gründe für Unzufriedenheit mit der derzeitigen Wohnsituation sind zu wenige Zimmer oder zu wenig Platz (43,4 %) sowie zu teure Mieten oder zu wenig bezahlbarer Wohnraum in der Stadt (43,2 %). Insgesamt hohe Zufriedenheit mit dem Wohnumfeld Besonders zufrieden sind die Karlsruher Familien mit ihrem Wohnumfeld im Hinblick auf die Anbindung an den ÖPNV (sehr zufrieden: 56,2 %), gefolgt von der Erreichbarkeit von Kindertagesstätten, Schulen und Sportfl ächen (46,1 %), Spielplätzen und Spielmöglichkeiten für Kinder (41,5 %) und den Grünfl ächen (37,7 %). Am wenigsten zufrieden sind die Familien in Karlsruhe dagegen mit Treffpunkten für Jugendliche (sehr zufrieden: 9,8 %; unzufrieden: 14,4 %) und mit der Verkehrssicherheit in ihrem Wohnumfeld (sehr zufrieden: 10,4 %; unzufrieden: 12,6 %). Umzugspläne sind altersabhängig Insgesamt plant jede fünfte Familie in Karlsruhe (21,8 %) in den kommenden beiden Jahren umzuziehen und rund ein Sechstel (17,8 %) ist unentschlossen. Vor allem junge Familien haben Umzugspläne. Fast die Hälfte der Befragten im Alter von 18 bis unter 30 Jahren (47 %) plant in den kommenden zwei Jahren einen Umzug. Im Alter von 30 bis unter 40 Jahren will jede dritte Familie innerhalb der nächsten beiden Jahre umziehen. Ältere Befragte scheinen dagegen deutlich häufi ger an ihrem Wunschwohnort angekommen zu sein. Treffpunkte für Familien werden unterschiedlich stark frequentiert Kindertageseinrichtungen und Schülerhorte werden von 43,5 % täglich besucht. Besonders stark frequentiert werden Grünfl ächen und Parks im Wohnumfeld, die überwiegend wöchentlich (47,1 %) oder sogar täglich (27,9%) von den Familien als Treffpunkt genutzt werden. Eine ähnlich intensive Nutzung durch Karlsruher Familien erfahren außerdem Spielplätze (täglich: 18,7 %, wöchentlich 48,7 %), öffentliche Plätze im Wohnumfeld (täglich: 17,3 %, wöchentlich 39,1 %) und Vereine (täglich: 4 %, wöchentlich 50,8 %). Sportangebote werden bei der Freizeitgestaltung am meisten genutzt Über die Hälfte der Familien nutzt Sportangebote (65,3 %), Angebote öffentlicher Spiel- und Sportplätze (60,4 %) oder besucht Veranstaltungen und Feste (58 %). Musisch- kulturelle Angebote werden von 41,1 % der Familien aktiv genutzt, während 22,4 % kein solches Angebot im näheren Umfeld kennen. Am wenigsten bekannt sind schließlich offene Angebote der Kinder- und Jugendhäuser sowie Aktivspielplätze, die nur 22,4 % der Befragten kennen und nutzen, während sie fast einem Drittel (29,4 %) – zumindest im näheren Umfeld – unbekannt sind. Jede dritte Familie (31,6 %) verfügt über eine Jahreskarte für den Zoologischen Stadtgarten Neben der Entfernung des Wohnortes zum Zoologischen Stadtgarten ist hierfür vor allem das Alter des jüngsten Kindes relevant. Unter den Familien mit Kindern unter sechs Jahren sind die Jahreskarteninhaber sogar in der Mehrheit: Familien mit unter dreijährigen Kindern haben zu 55,9 %, Familien mit Kindern im Alter von drei bis unter sechs Jahren zu 52,3 % eine Jahreskarte. Fast zwei von drei Familien (62,8 %) engagieren sich ehrenamtlich für die Belange von Familien Familien sind in weitaus stärkerem Maße ehrenamtlich aktiv als der Durchschnitt der Bevölkerung (Ergebnis der Bürgerumfrage 2017, alle Karlsruher: 35,9 %). Unterschieden nach dem Alter des jüngsten Kindes ist ehrenamtliches Engagement gerade im Grundschulalter verbreitet: Fast drei Viertel der Befragten (73 %) setzen sich in dieser Phase für die Belange von Familien ein, während sie sich innerhalb der ersten drei Lebensjahre deutlich weniger (43,8 %) freiwillig engagieren. Das Auto ist das von den Familien am häufi gsten genutzte Verkehrsmittel Mit 85,2 % besitzen Familien häufi ger einen eigenen PKW als die Karlsruherinnen und Karlsruher im Durchschnitt (Ergebnis der Bürgerumfrage 2016, alle Karlsruher: 76,1 %). Unter den Familien mit einem Pro-Kopf-Einkommen von unter 1.000 Euro verfügen dagegen nur rund zwei von drei Familien (67,1 %) über ein Auto. Die Hälfte der Karlsruher Familien (49,9 %) nutzt vor allem das Auto als Verkehrsmittel. Hauptsächlich das Fahrrad nutzen 28,7 % und mit den öffentlichen Verkehrsmitteln sind 10,5 % der Befragten vorrangig unterwegs. Etwa ebenso viele (10,4 %) gehen für die Erledigung familiärer Dinge in erster Linie zu Fuß. 8 | Familienumfrage 2017 Grundschulen werden meist zu Fuß, weiterführende Schulen mit dem ÖPNV angesteuert Etwa die Hälfte der Grundschüler geht überwiegend zu Fuß in die Schule (48,7 %), während rund ein Viertel der Befragten (26,4 %) angibt, dass die Kinder im Grundschulalter mit dem Fahrrad fahren. 12,8 % kommen mit Bus und Bahn zur Schule. Von den Eltern oder in einer Fahrgemeinschaft werden die Kinder in 12,1 % der Familien gefahren. Das oft kritisierte „Elterntaxi“ macht somit den kleinsten Anteil an der Verkehrsmittelwahl für den Weg zur Grundschule aus. Familien mit Kindern, die auf weiterführende Schulen gehen, geben zu 43,2 % an, dass die Kinder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Schule kommen. Fahrradfahrer haben einen Anteil von 38,8 % und in 13,3 % der Haushalte gehen die Kinder zur weiterführenden Schule zu Fuß. Noch seltener ist hier die Variante, dass die Kinder gefahren werden oder selbst mit dem Auto zur Schule fahren (4,7 %). Karlsruher Radverkehr ist fast so familienfreundlich wie der ÖPNV Den öffentlichen Personennahverkehr erleben 38 % der Familien in Karlsruhe, bezogen auf die Familienfreundlichkeit, als „sehr gut“ und 43,6 % als „gut“. Die Familienfreundlichkeit des Radverkehrs in Karlsruhe wird von Familien insgesamt etwas kritischer gesehen. Aber immerhin 23,1 % der befragten Familien bewerten die Situation in ihrem Stadtteil mit „sehr gut“, 46,5 % mit „gut“. Damit sind über zwei Drittel der Karlsruher Familien mit den Radverkehrsverhältnissen in ihrem Stadtteil zufrieden. Verbesserung der Mobilität im Stadtteil vor allem im Bereich des ÖPNV gewünscht Über ein Drittel (35,6 %) der Karlsruher Familien, die Verbesserungsvorschläge zur Mobilität im Stadtteil äußern, sieht Verbesserungspotential beim öffentlichen Personen- nahverkehr, beispielsweise durch eine bessere Anbindung, günstigere Preise oder mehr Barrierefreiheit. Rund ein Viertel (26,4 %) wünscht sich bessere Bedingungen für Fahrradfahrer, vor allem in Form von mehr Radwegen. Etwa ebenso viele (26,2 %) nennen Verbesserungen in der Organisation des Straßenverkehrs, unter anderem durch verkehrsberuhigende Maßnahmen. Für mehr Sicherheit und Ordnung, etwa durch freie und gut einsehbare Gehwege und mehr Verkehrskontrollen, sprechen sich 25 % aus. Inanspruchnahme der Elternzeit durch Mütter und Väter deutlich gestiegen Insgesamt 86,4 % der Mütter, die vor Geburt des ersten Kindes erwerbstätig waren, haben Elternzeit in Anspruch genommen. Insbesondere seit Einführung des Elterngelds zum 1. Januar 2007 ist dieser Anteil deutlich angestiegen. Unter Müttern mit Erstgeburten zwischen 2001 und 2006 lag der Anteil noch bei rund 83 %, im Jahr 2014 waren es 99,5 %. Bei den Vätern war ein zeitweiliger Rückzug aus dem Arbeitsleben zur Kindererziehung bis zur Ablösung des Erziehungsgeldes eher eine Ausnahme und wurde von weniger als einem Fünftel genutzt. Im Jahr 2007 nahm fast die Hälfte der Väter Elternzeit in Anspruch und unter den Vätern mit ersten Kind im Jahr 2016 nutzten drei von vier (76,2 %) das Angebot. Auch zeigt sich, dass bei erwerbstätigen Paaren seit 2007 immer häufi ger beide Partner zeitweilig aus dem Beruf aussetzen, um sich nach der Geburt familiären Aufgaben zu widmen. Die große Mehrheit kehrt nach der Elternzeit in den Beruf zurück Mütter, die vor 2000 ihr erstes Kind zur Welt gebracht haben und vor der Geburt erwerbstätig waren, sind zu etwas mehr als zwei Dritteln (71,3 %) wieder ins Arbeitsleben zurückgekehrt. Unter Müttern mit Erstgeburten in 2012 oder später lag der Anteil der Rückkehrerinnen bei 83,8 %. Die Väter in den befragten Familien nahmen fast alle nach der Elternzeit die Arbeit wieder auf (über 97 %). Dauer der in Anspruch genommenen Elternzeit ist rückläufi g Mütter mit erstem Kind vor 2000 waren im Durchschnitt 24,9 Monate in Elternzeit, Mütter mit Erstgeburten nach 2011 pausierten im Mittel nur 16,1 Monate. Bei den Vätern ist der Anteil im gleichen Zeitraum von 10,7 Monaten auf 3,2 Monate gesunken. Ausschlaggebend für die Verkürzung der berufl ichen Auszeit zu Gunsten der Familie dürften die Verbesserung der Betreuungsinfrastruktur für Kinder unter drei Jahren und die Beschränkung der Bezugsdauer des Elterngelds auf zwölf beziehungsweise 14 Monate sein. Mütter steigen bei der Rückkehr in den Beruf meist von Voll- auf Teilzeit um Mit der Geburt des ersten Kindes verändert sich vor allem das Erwerbsleben der Mütter. Waren vor der Erstgeburt noch knapp drei von vier Müttern (72,9 %) vollzeitbeschäftigt, sind es nach der Geburt nur noch eine von acht (12,5 %). Bei der Rückkehr in den Beruf üben Mütter am häufi gsten eine Teilzeitbeschäftigung aus (51,9 %). Das Erwerbsleben der Väter ändert sich mit der Geburt des Nachwuchses hingegen kaum. Unter Müttern wird der Beschäftigungsumfang nach der Geburt des ersten Kindes überdurchschnittlich häufi g von deutschen ohne Migrationshintergrund und von Befragten mit höheren Bildungsabschlüssen reduziert. Unterschiedliche Möglichkeiten zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf Die Arbeitgeber der Karlsruher Eltern unterstützen vor allem durch die Möglichkeit zu Teilzeit/fl exiblen Arbeitszeiten (Mütter: 71,9 %; Väter: 46 %) und die Aufgeschlossenheit der Vorgesetzten für familiäre Belange (Mütter: 61,8 %; Väter: 50,2 %). Am seltensten werden den Eltern vom Arbeitgeber die Möglichkeit von Homeoffi ce (Mütter: 28,2 %; Väter: Amt für Stadtentwicklung | 9 36,2 %) und die Förderung der Kinderbetreuung (Mütter: 17,6 %; Väter: 18,6 %) angeboten. Sehr gut informiert werden die Eltern über mögliche Arbeitszeitanpassungen, die Förderung der Kinderbetreuung durch den Arbeitgeber und die Regelungen zu Homeoffi ce, während sie zur Unterstützung bei der Wahrnehmung pfl egerischer Aufgaben häufi g keine Aussage machen können. Haus- und Familienarbeit wird vor allem von Müttern erledigt Im Durchschnitt werden zwei Drittel (66,1 %) der Haus- und Familienarbeit von Müttern geleistet. Damit übernehmen sie mehr als doppelt so viele familiäre Aufgaben wie die Väter (25,8 %). Auf Kinder (4,7 %), Großeltern (1,6 %) und Haushaltshilfen (1,7 %) werden insgesamt nur 8,1 % der Haus- und Familienarbeit verteilt. Die Bedeutung der Großeltern für familiäre Aufgaben liegt in Mehrgenerationenhaushalten mehr als zehn Mal höher (16,3 %) als bei Karlsruher Paar-Familien (1,4 %). Allerdings machen Mehrgenerationen-Haushalte nur 1 % aller befragten Haushalte aus. Rund zwei von drei Kindern im Alter von einem Jahr bis unter drei Jahren erhielten einen Betreuungsplatz zum gewünschten Zeitpunkt 61,5 % der befragten Eltern gaben an, für Ihre ein- bis bis unter dreijährigen Kinder einen Krippenplatz zum gewünschten Zeitpunkt erhalten zu haben. Deutlich besser ist die Versorgungssituation bei Kindern im Kindergartenbereich (im Alter von drei bis unter sechs Jahren) zu beurteilen. Hier haben 78,6 % der Eltern zum gewünschten Zeitpunkt einen Betreuungsplatz für ihr Kind erhalten. Neun von zehn Kindern zwischen drei und sechs Jahren sind regelmäßig im Kindergarten Lediglich 10,5 % der ein- bis unter sechsjährigen Kinder besuchen eine Kindertageseinrichtung selten oder nie. Insgesamt sind Kinder im Alter unter sechs Jahren häufi ger in Kindertageseinrichtungen untergebracht je höher das Haushaltseinkommen und je höher der Bildungsabschluss der Eltern ist. Unterdurchschnittlich ist die Kindergartenquote der Drei- bis unter Sechsjährigen bei Paaren mit einem Elternteil in Elternzeit (69,8 %) und bei Familien, die auch Kleinkinder unter drei Jahren haben (70,5 %). Fast neun von zehn Grundschulkindern werden zusätzlich betreut 87,1 % der Grundschülerinnen und -schüler benötigen neben dem vormittäglichen Regelunterricht zusätzliche Betreuung. Am häufi gsten nehmen die Grundschulkinder neben der Halbtagsgrundschule zusätzlich ergänzende Betreuung im Rahmen der verlässlichen Grundschule (34,1 %) in Anspruch oder besuchen einen Schülerhort (28,5 %). Am dritthäufi gsten fi ndet eine Beaufsichtigung durch weitere Familienangehörige oder Verwandte statt (22,8 %). Die verwandtschaftliche Betreuung ist in 85 Prozent der Fälle mit einer der genannten Betreuungsformen gekoppelt. Trotz der hohen Nachfrage nach zusätzlicher Betreuung kann diese bedient werden: Insgesamt gaben 85,4 % der Eltern an, dass sie zum gewünschten Zeitpunkt einen Betreuungsplatz für ihr Grundschulkind bekommen haben. Ein Fünftel (19,6 %) der Grundschulkinder besucht eine Ganztagsgrundschule Im Zuge des Ganztagsausbaus in Karlsruhe hat sich die Ganztagsgrundschule mittlerweile zu einer festen und nachgefragten Größe unter den Betreuungsangeboten für Grundschulkinder entwickelt. Besonders hoch ist der Zuspruch zu dieser Betreuungsform unter Alleinerziehenden (34,3 %) sowie Paaren mit zwei in Vollzeit berufstätigen Partnern (36,2 %). Darüber hinaus besuchen Kinder von Spitzenverdiener- Haushalten mit einem Haushaltsnettoeinkommen von über 3.000 Euro pro Kopf pro Monat (36,8 %), von ausländischen Eltern (30,6 %) sowie von Ein-Kind-Familien (28,7 %) über- durchschnittlich häufi g eine Karlsruher Ganztagsgrundschule. Zu Beginn der weiterführenden Schulen sieht noch jede zweite Familie zusätzlichen Betreuungsbedarf Rund die Hälfte der Eltern von heutigen Viertklässlern (48,4 %) schätzt, dass ihr Kind im nächsten Jahr weiteren Betreuungsbedarf neben der Schule haben wird. 40,4 % sehen keinen zusätzlichen Betreuungsbedarf und 11,3 % können es noch nicht abschätzen. Es zeigt sich, dass vor allem bei den Paarhaushalten, in denen beide Elternteile in Vollzeit erwerbstätig sind, bei Familien mit nur einem Kind sowie bei Alleinerziehenden die Betreuungsbedarfe hoch sind. Mittagessen und Hausaufgabenbetreuung sind besonders gefragt Hinsichtlich der inhaltlichen Ausgestaltung der künftigen Betreuung ihrer Kinder an der weiterführenden Schule, favorisieren die Eltern Mittagessen im Rahmen der nach- mittäglichen Betreuung (79,2 %) und Hausaufgabenbetreuung (74,6 %). Darauf folgen angeleitete aktive Freizeitgestaltung durch Erzieher und Lehrer in Form von Ausfl ügen, Bastel- aktionen oder sportlichen Aktivitäten (38,2 %) sowie die außerschulische Förderung der Kinder durch Kurse oder Projektangebote von Vereinen, Sozial- und Umwelt- organisationen (36,7 %). Zusätzlichen Förderunterricht am Nachmittag im Rahmen der Schulkindbetreuung wünscht ein Fünftel der Eltern (21,6 %). Über ein Viertel der Kinder (28,9 %) an weiter- führenden Schulen wird aktuell zusätzlich betreut Die übrigen 71,1 % der Schülerinnen und Schüler ab Klassenstufe fünf haben neben dem Regelunterricht keinen weiteren Betreuungsbedarf. Mit steigendem Alter der Kinder nimmt der Betreuungsbedarf an weiterführenden Schulen 10 | Familienumfrage 2017 deutlich ab. In der Unterstufe (Klasse fünf bis sieben) werden aktuell fast die Hälfte (45,8 %) zusätzlich betreut, was sich in etwa mit dem abgeschätzten Betreuungsbedarf der heutigen Viertklässler-Eltern deckt. In der Mittelstufe (Klasse acht bis zehn) wird jedes fünfte, in der Oberstufe (Klasse 11 bis 13) jedes elfte Kind zusätzlich betreut. Neun von zehn Familien (91 %) kennen Möglichkeiten, um Informationen rund um das Thema Familie zu erhalten Die bekannteste Möglichkeit, Informationen zum Thema Familie zu erhalten, ist die regionale Elternzeitung „Karlsruher Kind“, von der 83,3 % der befragten Familien angeben, sie zu kennen. Etwa die Hälfte der Familien (46,6 %) kennt verschiedene Beratungsstellen und 41,6 % das Kinderbüro der Stadt Karlsruhe. Familien- und Elterntreffs, auf denen die Möglichkeit zum Austausch besteht, sind 40,4 % der Familien bekannt. Der Soziale Dienst der Stadt Karlsruhe ist 33,8 % der Befragten geläufi g, die Behördennummer 115 allerdings nur rund einem Viertel (26,8 %) der Karlsruher Familien. Weniger bekannt sind der Pfl egekinderdienst (13,9 %), der sich beispielsweise um die Auswahl und Beratung von Pfl egefamilien und die Vermittlung von Kindern in Tages-, Vollzeit- und Bereitschaftspfl ege kümmert, sowie Selbsthilfegruppen oder Gesprächskreise (12,1 %). Verwandte, Freunde und Nachbarn sind die häufi gste Informationsquelle Tatsächlich nutzen 93,6 % der Familien in Karlsruhe Möglichkeiten, um sich Informationen rund um das Thema „Familie“ zu beschaffen. Die meisten (83,3 %) der befragten Familien erhalten sie aus dem direkten sozialen Umfeld von Verwandten, Freunden oder Nachbarn. Zwei Drittel (66,6 %) nutzen dafür Zeitungen, das Radio oder andere journalistische Quellen. Direkt in den Kindertagesstätten oder Schulen informieren sich 57,3 %, über Flyer, Broschüren oder Hand- zettel verschiedener Einrichtungen und Organisationen 55,3 %. Informationen zu Medienkompetenz und -konsum sind am gefragtesten Die Karlsruher Familien wurden gefragt, mit welchen Themen sich die Eltern selbst und im Bezug auf ihre Kinder beschäftigen. Rund die Hälfte der Eltern (52,2 %) beschäftigt sich in Zeiten von Internet und Smartphone mit dem Umgang mit Medien. Besonders interessant fi nden die Eltern außerdem die Themen erzieherische Fragen und Probleme (47,3 %), schulische Fragen und Hausaufgaben (46,2 %) sowie Kommunikation innerhalb der Familie (43,9 %). Viele der aufgeführten Themen hängen mit bestimmten Lebensphasen oder demographischen Gruppen zusammen. So ist das Thema Medienkompetenz und –konsum bei zwei Dritteln (67 %) der Familien relevant, in denen das jüngste Kind zwischen 10 bis unter 16 Jahre alt ist. Generell wird diese Thematik bedeutsamer, je höher der Bildungsabschluss der Eltern ist. Unter den Angeboten für Kinder unter drei Jahren sind vor allem das Kindergartenportal und die Begrüßungsmappe bekannt Unter den Karlsruher Familien, denen die Informations- und Beratungsangebote bekannt sind, kennen vier von fünf (79,7 %) das Kindergartenportal. Rund zwei Drittel der Familien kennt die Begrüßungsmappe (64,1 %), 41 % kennen die Startpunkt- Familienzentren. Die Familienhebammen sind 38,2 % und die Beratungsstelle Frühe Hilfen 36,7 % der Karlsruher Familien bekannt. Jeder vierten Familie ist das Angebot wellcome des Kinderbüros ein Begriff (26,3 %). Breites Mittelfeld in der Einkommens- verteilung bei Karlsruher Familien Jeweils rund ein Viertel der Familien verfügt über ein Ein- kommen zwischen 1.000 und 1.500 Euro pro Kopf (27,4 %) und 1.500 bis 2.000 Euro pro Kopf (25,8 %). Im unteren Einkommensbereich verfügen 12,6 % der Familien über 500 bis 1.000 Euro pro Kopf, nur 2,8 % müssen mit weniger als 500 Euro auskommen. Zusammengenommen ein knappes Drittel der Karlsruher Familien (31,4 %) verfügt über Einkünfte oberhalb 2.000 Euro pro Kopf, darunter 11,3 % zwischen 2.000 und 2.500 Euro sowie 14,7 % zwischen 2.500 und 3.000 Euro. Auf ein monatliches Pro-Kopf-Einkommen von mehr als 3.000 Euro können schließlich 5,4 % der Familien zurückgreifen. Fast die Hälfte der Familien (46,4 %) arbeitet in Vollzeit-Teilzeit-Kombination Jeder neunte Haushalt mit Kindern (11,4 %) hat die Erwerbs- konstellation „Mann in Vollzeit/Frau in Elternzeit“. Die beiden Erwerbsmodelle „Mann und Frau in Vollzeit“ (10,8 %) und „Mann in Vollzeit/Frau nicht erwerbstätig (10,2 %) sind jeweils in einem Zehntel der Familien anzutreffen. In prekärer Erwerbslage, also in einem Haushalt ohne Vollzeitbeschäftigung und mit einem monatlichen Pro-Kopf-Einkommen von unter 1.000 Euro pro Kopf, leben 2,2 % der Familien. Jede vierte Familie nimmt staatliche Unterstützungsleistungen in Anspruch Neben dem Kindergeld, das allen Haushalten mit Kindern zusteht, nehmen 24,4 % der Familien eine oder mehrere Unterstützungsleistungen in Anspruch. Unter diesen Unterstützungsempfängern erhalten 43,4 % Elterngeld, 16 % Arbeitslosengeld II (Hartz IV), 14,5 % Zuschuss zur Kindergartenbetreuung, 9,6 % Wohngeld und 8,3 % Elterngeld Plus. Insgesamt 6,7 % der Karlsruher Haushalte mit Kindern beziehen Unterhaltsvorschuss, was unter den alleinerziehenden Haushalten einer Bezugsquote von über einem Viertel (28,5 %) entspricht. Amt für Stadtentwicklung | 11 Fast zwei von drei Familien kennen den Karlsruher Kinderpass Insgesamt nutzen 5,8 % der Karlsruher Familien den Kinder- pass, 58 % kennen ihn, nutzen ihn aber nicht oder können ihn nicht nutzen. Unbekannt ist der Kinderpass 36,2 % der Befragten. Am häufi gsten wird der Kinderpass von Alleinerziehenden (nicht erwerbstätig: 50 %; in Teilzeit: 24,1 %), aber auch von Paaren in prekärer Erwerbslage (41 %) und von Haushalten mit weniger 1.000 Euro pro Kopf Nettoeinkommen (26,7 %) genutzt. Stellungnahme der Sozial- und Jugendbehörde Die umfangreichen Ergebnisse der Familienumfrage werden von Seiten der Fachplanung der Sozial- und Jugendbehörde in Kapitel 9 einer Einschätzung unterzogen. Dabei werden verschiedene Handlungsfelder aufgezeigt, die in Zukunft verstärkt berücksichtigt werden sollten. Gleichzeitig wird auch deutlich, dass fl ankierende Befragungsmethoden für bestimmte Zielgruppen sinnvoll sind, um gerade bei alleinerziehenden, ausländischen und von Armut bedrohten Familien noch tiefer und qualitativ in die Problemlagenanalyse zu gehen. © designed by reepik - Freepik.com 12 | Familienumfrage 2017 1.2 Statistische Daten über Familien in Karlsruhe Haushalte, darunter auch die Familienhaushalte, werden in der Bevölkerungsstatistik über das Verfahren der Haushaltegenerierung (HHgen) auf Basis der Einträge im Melderegister ermittelt. Da im Meldewesen jedoch keine Verwandtschaftsbeziehungen zwischen volljährigen Personen erfasst werden, unterliegt die Abbildung von Familien – insbesondere von generationenübergreifenden Familienstrukturen – gewissen Einschränkungen. Als Familien im statistischen Sinne werden daher sogenannte Eltern-Kind-Gemeinschaften verstanden. Diese umfassen Ehepaare, nichteheliche und gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften sowie alleinerziehende Personen, die mit ledigen Kindern in einem Haushalt zusammenleben. Die Kinder können dabei leibliche Kinder, Stief-, Pfl ege- oder Adoptivkinder von beiden oder von einem der Elternteile sein. Unter Kindern versteht die Haushaltegenerierung jedoch nur Personen im Alter unter 18 Jahren, sodass volljährige Geschwister nicht berücksichtigt werden können. Am 31. Dezember 2016 lebten in Karlsruhe 26.791 Familien mit minderjährigen Kindern im Haushalt. Obwohl diese nur einen Anteil von 15,6 % an allen Karlsruher Haushalten stellen, leben immerhin 31,2 % der Karlsruher Bevölkerung in einem Mehrpersonenhaushalt mit Kind. Familienhaushalte mit Kindern wohnen häufi ger am Stadtrand als im inneren Stadtgebiet. Besonders hoch ist der Anteil der Familienhaushalte im Stadtteil Hohenwettersbach. Hier leben in 30,8 % der Haushalte Kinder im Alter unter 18 Jahren – und dies ist fast doppelt so viel wie im gesamtstädtischen Durchschnitt (Abbildung 1.1). Palmbach (26,8 %) und die Nordstadt (24,8 %) besitzen ebenfalls eine hohe Konzentration an Familien. Im Verhältnis zur Gesamtzahl der Haushalte wohnten die wenigsten Familienhaushalte mit minderjährigen Kindern in den Innenstadtteilen (Innenstadt- Ost 8,3 % und Innenstadt-West 7,6 %). Abbildung 1.1 Familienhaushalte in den Karlsruher Stadtteilen Anteil der Mehrpersonenhaushalte mit Kindern an allen Haushalten 7,6% 8,3% 9,2% 12,2% 13,2% 14,2% 14,4% 15,4% 15,6% 15,8% 15,8% 16,4% 16,7% 17,4% 17,6% 17,7% 18,0% 18,2% 18,4% 18,7% 19,1% 19,5% 19,9% 20,3% 21,8% 24,8% 26,8% 30,8% Innenstadt-West Innenstadt-Ost Oststadt Südstadt Mühlburg Weststadt Nordweststadt Südweststadt KARLSRUHE INSGESAMT Weiherfeld-Dammerstock Beiertheim-Bulach Durlach Daxlanden Wolfartsweier Grünwinkel Rintheim Grötzingen Waldstadt Rüppurr Knielingen Hagsfeld Neureut Stupferich Oberreut Grünwettersbach Nordstadt Palmbach Hohenwettersbach 0%10%20%30%40% Basis: 26.791 Haushalte mit minderjährigen Kindern. Quelle: Stadteigene Bevölkerungsstatistik. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | F amilienumfrage 2017 Amt für Stadtentwicklung | 13 Lebensformen der Familienhaushalte Drei Viertel der Familien mit Kindern leben in einem Paar- Haushalt (76,3 %). Der weitaus größte Teil der Paare in diesen Haushalten ist verheiratet (89,9 %; einschließlich eingetragener Lebenspartnerschaften), nur rund jedes zehnte Paar mit Kindern lebt in einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft zusammen (10,1 %). Knapp jeder vierte Familienhaushalt (23,7 %; 6.356 Haushalte) ist alleinerziehend (Abbildung 1.2). Dabei sind besonders häufi g Frauen in der Situation, Kinder alleine großzuziehen. In neun von zehn alleinerziehenden Haushalten ist der Haushaltsvorstand weiblich (89,8 %). Abbildung 1.2 Familienhaushalte nach Lebensform Basis: 26.791 Haushalte mit minderjährigen Kindern. Quelle: Stadteigene Bevölkerungsstatistik. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 Ehepaare 68,6 % nichteheliche Lebensgemeinschaften 7,7 % alleinerziehende Mütter 21,3 % alleinerziehende Väter 2,4 % In den Stadtteilen Oberreut (33,8 %), Innenstadt-Ost (33,3 %) und Mühlburg (32,5 %) ist etwa jeder dritte Mehrpersonenhaushalt mit Kindern alleinerziehend, während dies in Hohenwettersbach nur auf rund jeden zehnten Familienhaushalt (10,4 %) zutrifft (Abbildung 1.3). 10,4% 11,2% 16,8% 17,3% 18,9% 19,4% 19,7% 19,8% 15,6% 21,0% 21,3% 21,8% 22,2% 22,5% 23,2% 23,7% 23,9% 24,2% 24,4% 25,2% 25,5% 26,0% 26,1% 27,0% 27,1% 32,5% 33,3% 33,8% Hohenwettersbach Palmbach Grünwettersbach Wolfartsweier Stupferich Neureut Knielingen Grötzingen Rüppurr Hagsfeld Grünwinkel Beiertheim-Bulach Weiherfeld-Dammerstock Südweststadt Südstadt KARLSRUHE INSGESAMT Nordstadt Weststadt Durlach Nordweststadt Waldstadt Rintheim Oststadt Innenstadt-West Daxlanden Mühlburg Innenstadt-Ost Oberreut 0%10%20%30%40% Basis: 26.791 Haushalte mit minderjährigen Kindern. Quelle: Stadteigene Bevölkerungsstatistik. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | F amilienumfrage 2017 Basierend auf den Ergebnissen der Haushaltegenerierung lebten in 685 Haushalten mit Kindern neben mindestens einem Elternteil auch Familienmitglieder der Großelterngeneration (2,5 %). Da die Zuordnung der Großeltern zu Eltern-Kind-Gemeinschaften bei der Haushaltegenerierung nur näherungsweise ermittelt werden kann, ist diese Zahl der Mehrgenerationenhaushalte jedoch mit einer gewissen Unschärfe behaftet. Abbildung 1.3 Alleinerziehende Haushalte in den Karlsruher Stadtteilen Anteil der Alleinerziehenden an den Mehrpersonen- haushalten mit Kindern 14 | Familienumfrage 2017 Kinderzahl Zum 31. Dezember 2016 handelte es sich bei der Mehrzahl der Familien in Karlsruhe um Ein-Kind-Haushalte (53,3 %; 14.273 Haushalte, Abbildung 1.4). Dies bedeutet jedoch nicht, dass in mehr als jeder zweiten Karlsruher Familie Einzelkinder heranwachsen. Da statistisch nur minderjährige Nachkommen als Kinder gezählt werden, bleiben mögliche volljährige Geschwister unberücksichtigt. In mehr als jeder dritten Familie (36,0 %; 9.648 Haushalte) leben zwei Kinder im Alter unter 18 Jahren. Mehrkind-Familien mit drei oder mehr minderjährigen Kindern im Haushalt sind in Karlsruhe eher eine Ausnahme; am Jahresende 2016 war dies bei 10,7 % (2.870 Haushalte) der Familien der Fall. Abbildung 1.4 Familienhaushalte nach Anzahl der minderjährigen Kinder im Haushalt Karlsruhe insgesamt: 26.791 53,3% 36,0% 8,7% 2,0% Basis: 26.791 Haushalte mit minderjährigen Kindern. Quelle: Stadteigene Bevölkerungsstatistik. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 ein Kind 14.273 zwei Kinder 9.648 drei Kinder 2.340 vier und mehr Kinder 530 Alter der Kinder In 27,7 % der Karlsruher Familien leben Kleinkinder im Alter unter drei Jahren, jede vierte Familie (24,8 %) hat mindestens ein Kind im Vorschulalter zwischen drei bis unter sechs Jahren (Abbildung 1.5). Zusammengenommen leben in 44,7 % der Familien Kinder, die das schulpfl ichtige Alter noch nicht erreicht haben. Grundschulkinder im Alter von sechs bis unter zehn Jahren sind in drei von zehn Familien zu Hause (30,4 %), während in jeder zweiten Familie (51,2 %) mindestens ein Kind zwischen 10 und 18 Jahre alt ist. Abbildung 1.5 Familienhaushalte nach Alter der Kinder im Haushalt Karlsruhe insgesamt: 26.791 Basis: 26.791 Haushalte mit minderjährigen Kindern. Quelle: Stadteigene Bevölkerungsstatistik. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 27,7% 24,8% 30,4% 51,2% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 0 bis unter 33 bis unter 66 bis unter 1010 bis unter 18 Alter der Kinder Amt für Stadtentwicklung | 15 Migrationshintergrund Am Jahresende 2016 lebte in 43,7 % aller Haushalte mit Kindern mindestens eine erwachsene Person mit einem persönlichen Migrationshintergrund. Bezogen auf die Alleinerziehenden lag die Quote bei 35,8 %, also bei mehr als einem Drittel. Bei Paaren hatten in 46,2 % der Fälle entweder eine oder beide erwachsenen Personen einen Migrationshintergrund (Abbildung 1.6 und Abbildung 1.7) In mehr als jeder vierten Paar-Familie (26,9 %) besitzen beide Elternteile einen persönlichen Migrationshintergrund, bei knapp jedem fünften Elternpaar trifft dies auf zumindest einen der beiden Partner zu (19,3 %). Der Anteil der Paar-Familien ohne ein Elternteil mit deutscher Staatsbürgerschaft liegt bei 15,2 %. Unter den Alleinerziehenden-Haushalten besitzt knapp jede vierte Bezugsperson (23,8 %) keinen deutschen Pass. Weitere 12 % sind deutsche Staatsangehörige mit persönlichem Migrationshintergrund. Beide Partner Ausländer 15,2% (3.108) Ein Partner Ausländer/ein Partner deutsch mit Migrationshintergrund 6,7% (1.360) Beide Partner deutsch mit Migrationshintergrund 5,0% (1.021) Ein Partner mit/ein Partner ohne Migrationshintergrund 19,3% (3.945) Beide Partner deutsch ohne Migrationshintergrund 53,8% (11.001) Beide Partner mit Migrations- hintergrund 26,9% (5.489) Basis: 20.435 Paar-Haushalte mit minderjährigen Kindern. Quelle: Stadteigene Bevölkerungsstatistik. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 In 56,3 % der Karlsruher Familien mit Kindern leben aus- schließlich Erwachsene ohne Migrationshintergrund. Bei Paar-Haushalten liegt dieser Anteil bei 53,8 %. Unter Berücksichtigung der gemischten Paare (je ein Partner mit und ein Partner ohne Migrationshintergrund), lebt in knapp drei von vier Paar-Haushalten mit Kindern mindestens ein Erwachsener ohne persönlichen Migrationshintergrund (73,1 %). Bei den alleinerziehenden Haushalten liegt der Anteil der Bezugspersonen ohne Migrationshintergrund bei 64,2 %, also knapp zwei Dritteln. Abbildung 1.6 Paar-Haushalte mit minderjährigen Kindern nach Migrationshintergrund der Eltern Karlsruhe insgesamt: 20.435 16 | Familienumfrage 2017 Abbildung 1.7 Alleinerziehende Haushalte nach Migrationshintergrund der Bezugsperson Karlsruhe insgesamt: 6.356 64,2% 12,0% 23,8% Basis: 6.356 alleinerziehende Haushalte mit minderjährigen Kindern. Quelle: Stadteigene Bevölkerungsstatistik. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 Deutsch ohne Migrationshintergrund 4.084 Deutsch mit Migrationshintergrund 762 Ausländer 1.510 1.3 Methodik der Umfrage Die Bürgerumfrage 2017 mit dem Thema „Familien in Karlsruhe“ wurde als reine Online-Umfrage in Form einer Vollerhebung durchgeführt. Dafür wurden alle 26.234 Haushalte mit Kindern im Alter von 0 bis unter 18 Jahren mit Hauptwohnsitz in Karlsruhe per Anschreiben durch den Oberbürgermeister zur Teilnahme an der Umfrage eingeladen. Als Anreiz und Dank für eine Teilnahme an der Befragung wurden unter allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern 30 Kleingruppenkarten für den Karlsruher Zoo, 30 Familien- Tageskarten für das Europabad sowie 30 Karlsruher Geschenkgutscheine im Wert von je 20 Euro verlost. Zusätzlich konnten die Teilnehmenden angeben, dass Sie über die Ergebnisse der Umfrage informiert werden wollen. Die Teilnahme an der Bürgerumfrage sowie die Teilnahme an der Verlosung waren freiwillig. Die Feldphase war vom 22. Februar bis zum 24. März 2017 und betrug somit viereinhalb Wochen. Insgesamt gingen in diesem Zeitraum 5.286 auswertbare Fragebögen ein, was einer Rücklaufquote von 20,1 % entspricht. Die Fallzahl ist erfreulicherweise so hoch, dass auch auf Ebene der Stadtteile repräsentative Aussagen über die dort lebenden Familien getroffen werden können. Rund vier von fünf Familien (78,4 %) äußerten den Wunsch, über die Ergebnisse der Familienumfrage per E-Mail informiert zu werden. Die Teilnahmebereitschaft der Familien war im Stadtgebiet unterschiedlich verteilt und lag zwischen 10,4 % in der Innenstadt-Ost und 26,8 % in Hohenwettersbach (siehe Tabelle 1.1). Daher wurden auf die zwölf Stadtviertel mit der geringsten Beteiligung und auf die zwölf Stadtviertel mit der höchsten Beteiligung korrektive Gewichtungsfaktoren (1,34; 0,72) gelegt. Alle anderen 46 Stadtviertel erhielten den Faktor 1,03, um im Endeffekt wieder auf die ursprüngliche Fallzahl zu kommen. Diese geringfügige Datenbereinigung dient dazu, ein möglichst repräsentatives Abbild der Gesamtstadt zu erhalten. Tendenziell seltener teilnehmende Familien werden in ihrem Antwortgewicht damit also etwas verstärkt, was ein insgesamt realistischeres Bild der Sozialstruktur, Einstellungen und Meinungen der Karlsruher Familien schafft. Amt für Stadtentwicklung | 17 Tabelle 1.1 Beteiligung an der Familienumfrage nach Stadtteil StadtteilRücklaufquote Innenstadt-Ost10,4% Innenstadt-West20,3% Südstadt18,9% Südweststadt25,7% Weststadt22,7% Nordweststadt18,2% Oststadt17,2% Mühlburg17,3% Daxlanden15,9% Knielingen19,9% Grünwinkel22,5% Oberreut13,6% Beiertheim-Bulach26,2% Weiherfeld-Dammerstock26,4% Rüppurr25,3% Waldstadt16,8% Rintheim14,2% Hagsfeld19,6% Durlach18,1% Grötzingen20,1% Stupferich22,7% Hohenwettersbach26,8% Wolfartsweier24,5% Grünwettersbach20,6% Palmbach24,9% Neureut22,6% Nordstadt20,9% Karlsruhe insgesamt 20,2% Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 Folgende Tabelle 1.2 zeigt die Rahmendaten der Soziostruktur vor und nach Gewichtung. Etwas stärker vertreten sind durch die vorgenommen Gewichtung schließlich die ausländischen Familien (10,3 statt 10 %), Alleinerziehende (12 statt 11,7 %), Befragte mit niedrigstem Bildungsabschluss (7,3 statt 6,9 %) und mit weniger als 1.000 Euro pro Kopf (15,3 statt 14,8 %). Ausländische Befragte und Alleinerziehende sind anteilig zwar in geringerem Ausmaß vertreten, als es der amtlichen Statistik entspricht. Die analysierten Problemlagen und Aussagen dieser Teilgruppen basieren aber dennoch auf einer breiten Datenbasis von über 500 ausländischen Familien, rund 1.100 deutschen Familien mit Migrationshintergrund und über 600 Alleinerziehenden. Erfreulich ist auch, dass SGB-II-Bedarfsgemeinschaften in den Ergebnisauswertungen mit einem Anteil von 16 % sehr gut vertreten sind, da diese laut Bundesagentur für Arbeit nur einen Anteil von 11,2 % der Karlsruher Familienhaushalte ausmachen. Diverse Anhangtabellen zu den im folgenden untersuchten Themengebieten sind aus Platzgründen unter www.karlsruhe.de/Stadtentwicklung zu erhalten. 18 | Familienumfrage 2017 Tabelle 1.2 Soziostrukturelle Rahmendaten der Familienumfrage vor und nach Gewichtung Karlsruhe insgesamt: 6.356 Anteile an den BefragtenBefragte mit AntwortAnteile an den BefragtenBefragte mit Antwort Karlsruhe insgesamt 2017100,0%5.286 100,0%5.286 Altersgruppen des Befragten 18 bis unter 30 Jahre4,2%218 4,1%214 30 bis unter 40 Jahre34,4%1.804 34,2%1.794 40 bis unter 50 Jahre44,7%2.347 44,8%2.350 50 Jahre und älter16,7%878 17,0%891 Haushaltstyp Paar-Familie87,0%4.581 87,3%4.596 Mehrgenerationen-Haushalt1,0%52 1,0%53 Alleinerziehend12,0%630 11,7%615 Anzahl der Kinder unter 18 Jahren ein Kind47,8%2.506 47,6%2.495 zwei Kinder40,3%2.111 40,4%2.116 drei und mehr Kinder11,9%624 12,0%629 Alter des jüngsten Kindes 0 bis unter 3 Jahre22,1%1.107 22,2%1.110 3 bis unter 6 Jahre20,6%1.034 20,6%1.030 6 bis unter 10 Jahre20,5%1.029 20,5%1.029 10 bis unter 16 Jahre28,3%1.416 28,2%1.415 16 bis unter 18 Jahre8,5%426 8,5%426 Alter der Kinder im Haushalt Vorschulkinder unter 6 Jahren46,9%2.453 46,8%2.452 Schulkinder 6 bis 10 Jahre36,4%1.905 36,3%1.901 Schulkinder 11 Jahre und älter47,1%2.468 47,3%2.476 Staatsangehörigkeit deutsch ohne Migrationshintergrund68,8%3.616 69,3%3.644 deutsch mit Migrationshintergrund20,9%1.097 20,6%1.083 ausländisch10,3%543 10,0%528 Bildungsabschluss Volks-/Haupt-/Sonderschul-/kein Abschluss7,3%382 6,9%362 Realschulabschluss/Mittlere Reife20,6%1.083 20,3%1.069 Abitur/Hochschulreife/Fachhochschulreife20,1%1.058 20,1%1.057 Hochschul-/Fachhochschulabschluss52,0%2.730 52,7%2.767 Demografie Familienumfrage 2017 GewichtetNicht gewichtet Amt für Stadtentwicklung | 19 noch Tabelle 1.2 Soziostrukturelle Rahmendaten der Familienumfrage vor und nach Gewichtung Karlsruhe insgesamt: 6.356 Anteile an den BefragtenBefragte mit AntwortAnteile an den BefragtenBefragte mit Antwort Karlsruhe insgesamt 2017100,0%5.286 100,0%5.286 Erwerbsstatus der Eltern Vollzeit - Vollzeit10,9%548 10,9%548 Vollzeit - Teilzeit47,0%2.364 47,4%2.387 Teilzeit - Teilzeit4,1%205 4,0%203 Vollzeit - Elternzeit12,0%603 12,1%612 Vollzeit - sonst. nicht erwerbstätig 1 11,3%567 11,2%563 Paar in prekärer Erwerbslage 2 2,2%113 2,1%108 Alleinerziehend Vollzeit4,9%246 4,8%243 Alleinerziehend Teilzeit5,3%265 5,1%258 Alleinerziehend nicht erwerbstätig/Elternzeit2,4%121 2,3%116 Gewichtetes Pro-Kopf-Einkommen 3 unter 1.000 Euro/Kopf15,3%752 14,8%726 1.000 bis unter 2.000 Euro/Kopf53,2%2.609 53,1%2.601 2.000 bis unter 3.000 Euro/Kopf26,1%1.278 26,6%1.302 3.000 Euro/Kopf und mehr5,4%266 5,6%273 Wohndauer in Karlsruhe unter 5 Jahre 10,9%574 10,8%570 5 bis unter 10 Jahre 15,8%837 15,9%842 10 bis unter 20 Jahre 30,5%1.614 30,6%1.617 20 Jahre und länger 42,7%2.259 42,7%2.256 Wohndauer im Stadtviertel unter 5 Jahre 25,3%1.337 25,2%1.332 5 bis unter 10 Jahre 28,7%1.517 28,9%1.526 10 bis unter 20 Jahre 31,8%1.678 31,8%1.682 20 Jahre und länger 14,2%750 14,1%743 Demografie Familienumfrage 2017 GewichtetNicht gewichtet 1 Schüler, Auszubildende, Studierende, Arbeitslose, Rentner, Hausfrau/Hausmann. 2 Paarhaushalt ohne Vollzeitbeschäftigung mit monatlichem Pro-Kopf-Einkommen unter 1.000 Euro. 3 Gewichtetes monatliches Haushaltsnettoeinkommen pro Kopf. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 20 | Familienumfrage 2017 Im vorliegenden Kapitel wird zunächst der Blick auf das soziale Umfeld der Familien in Karlsruhe gerichtet. Wie lange leben die Familien bereits in der Stadt und im Stadtviertel? Welche Rolle spielen Verwandte, Nachbarn, und Freunde für die Familie im Alltag? Welche Sprache wird im Haushalt hauptsächlich gesprochen? Außerdem werden mittelfristig geplante Familienerweiterungen und die eingeschätzte Wahrscheinlichkeit von damit einhergehenden Hilfen aus dem persönlichen Umfeld der Befragten analysiert. Ab Kapitel 2.2 sind die Wohnsituation und die Wohnzufriedenheit der Familien Thema, deren Freizeitverhalten (2.3) sowie die Bewertung der Familien- und Kinderfreundlichkeit in der Fächerstadt (2.4). 2.1 Soziales Umfeld Wohndauer in der Stadt und im Stadtviertel Die befragten Familien sind zum größten Teil schon sehr lange in Karlsruhe verwurzelt. Lediglich 10,9 % leben erst kürzer als fünf Jahre in der Stadt, 15,8 % seit fünf bis unter zehn Jahren, 30,5 % sind seit zehn bis unter 20 Jahren und 42,7 % seit mindestens 20 Jahren in Karlsruhe ansässig (siehe Abbildung 2.1). Naturgemäß fällt die durchschnittliche Wohndauer der Befragten im aktuellen Stadtviertel deutlich kürzer aus als in der Stadt. Jede vierte Familie (25,3 %) lebt kürzer als fünf Jahre im derzeitigen Stadtviertel, 28,7 % sind seit fünf bis unter zehn Jahren, 31,8 % seit zehn bis unter 20 Jahren und nur 14,2 % bereits seit mindestens 20 Jahren im aktuellen Stadtviertel wohnhaft. Das Ereignis der Familiengründung oder -erweiterung stellt einen der wichtigsten Umzugsgründe dar (siehe Kapitel 2.2). Hierbei kommt es nicht selten zu einem Umzug in ein anderes Stadtviertel oder in einen anderen Stadtteil. Deutlich wird dieser Befund bereits bei der Betrachtung des Alters des jüngsten Kindes: je älter das jüngste Kind in der Familie ist, desto länger ist die durchschnittliche Wohndauer in Karlsruhe und im Stadtviertel (siehe Anhangtabelle 2.1 und 2.3). Die Wohndauer von Familien in Karlsruhe und im Stadtviertel unterscheidet sich auch nach weiteren soziodemografi schen Merkmalen teilweise erheblich. Naheliegend ist, dass ältere Befragte mit ihren Familien im Durchschnitt schon deutlich länger am jeweiligen Wohnsitz ansässig sind als jüngere. Sehr deutlich zeigt sich aber zum Beispiel auch, dass ausländische Befragte eine deutlich kürzere Wohndauer vorzuweisen haben als deutsche Befragte mit oder ohne Migrationshintergrund. Fast ein Drittel (31,7 %) der ausländischen Familien lebt erst seit weniger als fünf Jahren in Karlsruhe. Auffällig ist auch, dass die durchschnittliche Wohndauer von Familien in Karlsruhe und im Stadtviertel in den zentrumsnahen Stadtteilen besonders gering ist, was unter anderem auf das jüngere Durchschnittsalter der dort ansässigen Wohnbevölkerung zurückzuführen ist (siehe Anhangtabelle 2.2 und 2.4). Abbildung 2.1 Wohndauer in Karlsruhe und im Stadtviertel „Seit welchem Jahr wohnen Sie in Karlsruhe und wie lange wohnen Sie schon in Ihrem jetzigen Stadtviertel?“ 42,7% 30,5% 15,8% 10,9% 14,2% 31,8% 28,7% 25,3% 20 Jahre und länger 10 bis unter 20 Jahre 5 bis unter 10 Jahre unter 5 Jahre 0%20%40%60% im Stadtviertelin Karlsruhe Basis: 5.285 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 2. Lebenssituation von Familien Amt für Stadtentwicklung | 21 Bei der Bewertung des sozialen Umfeldes im familiären Kontext ist die Existenz von recht nahe wohnenden Verwandten besonders interessant, da regelmäßige Treffen oder Unterstützung in Notsituationen einfacher zu realisieren sind als bei entfernter Verwandtschaft. Nur 0,003 % haben keinerlei nahe Verwandtschaft. Von bestehenden Verwandtschaftsverhältnissen im Ausland berichten mit 96,6 % fast alle ausländische Familien in Karlsruhe, drei Viertel (74,9 %) der deutschen Familien mit und rund ein Drittel (29,3 %) der Familien ohne Migrationshintergrund. Auffällig sind außerdem relativ gering ausgeprägte lokale Verwandtschaftsnetze unter Höherqualifi zierten: nur die Hälfte der Befragten mit (Fach-) Hochschulabschluss haben nahe Verwandte im Raum Karlsruhe (50,7 %), was sich vermutlich mit Wohnortwechseln im Zuge des Studiums oder während der anschließenden Arbeitsplatzsuche erklärt. Auf Ebene der Stadtteile ist erkennbar, dass vor allem die Familien in Daxlanden (81,8 %), Stupferich (74,6 %), Grünwinkel (73,2 %), Oberreut (72,9 %) und Rüppurr (71 %) zu großen Teilen nahe Verwandte innerhalb von Karlsruhe vorweisen können (siehe Anhangtabelle 2.06). Am seltensten verfügen dagegen die Familien in der Südstadt (53,1 %), Südweststadt (53,4 %), Weststadt (54,4 %), Oststadt (54,5 %) und Innenstadt-West (55,9 %) über Verwandte in Karlsruhe. 43,6% 68,1% 63,8% 62,7% 63,3% 91,5% 96,5% 92,1% 96,6% 74,9% 29,3% 46,6% ausländisch deutsch mit Migrationshintergrund deutsch ohne Migrationshintergrund Karlsruhe insgesamt 0%20%40%60%80%100% im Auslandin Deutschlandim Raum Karlsruhe Basis: 5.286 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 Verwandtschaftsnetzwerke Das außerfamiliäre soziale Umfeld von Familien besteht im Wesentlichen aus Verwandten, Freunden und befreundeten Familien sowie Nachbarn. Mit 92,1 % haben fast alle Befragten nahe Verwandte, wie Großeltern, Onkel oder Tanten der Kinder innerhalb von Deutschland (siehe Abbildung 2.2). Rund zwei Drittel (62,7 %) haben im Raum Karlsruhe und nicht ganz die Hälfte (46,6 %) im Ausland lebende nahe Verwandte. Abbildung 2.2 Existenz von Verwandtschaft im Raum Karlsruhe, in Deutschland oder im Ausland „Hat Ihre Familie weitere nahe Verwandte (zum Beispiel Großeltern, Onkel, Tanten der Kinder...)?“ 22 | Familienumfrage 2017 Abbildung 2.3 Bezugspersonen für Familien im Alltag „Welche Bedeutung haben folgende Personengruppen für Ihre Familie im Alltag?“ Bedeutung von Verwandten, Freunden und Nachbarn Freunden und befreundeten Familien werden von den Familien im Alltag zu großen Teilen eine sehr hohe (35 %) oder hohe Bedeutung (46,9 %) beigemessen (siehe Abbildung 2.3). Nur Verwandte haben im Familienalltag noch häufi ger eine sehr hohe (43,2 %) aber seltener eine nur hohe Bedeutung (25,4 %). Die alltägliche Bedeutung der Nachbarschaft ist dagegen längst nicht so ausgeprägt (sehr hohe: 8,1 %, hohe Bedeutung: 26,9 %). © Bildagentur PantherMedia / Feverpitch 8,1% 43,2% 35,0% 26,9% 25,4% 46,9% 38,5% 15,8% 14,8% 20,6% 10,9% 2,5% 5,9% 4,7% 0,8% Nachbarn Verwandte Freunde und befreundete Familien 0%20%40%60%80%100% sehr hohe Bedeutunghohe Bedeutungmittlere Bedeutunggeringe Bedeutungkeine Bedeutung Basis: 5.238 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 Amt für Stadtentwicklung | 23 Hierbei zeigen sich teils deutliche Unterschiede nach Alter der Befragten (siehe Anhangtabellen 2.7, 2.9 und 2.11). So haben gerade Verwandte und auch Freunde und befreundete Familien für die jüngsten Befragtengruppen eine besonders hohe Bedeutung, die mit steigendem Alter der Befragten und auch mit steigendem Alter des jüngsten Kindes abnimmt (siehe Abbildung 2.4). Eine sehr hohe Bedeutung haben Nachbarn lediglich bei 7,3 bis 9,9 Prozent der Familien. Abbildung 2.4 Bezugspersonen mit sehr hoher Bedeutung für Familien im Alltag nach Alter des jüngsten Kindes „Welche Bedeutung haben folgende Personengruppen für Ihre Familie im Alltag?” (nur Anteil „sehr hohe Bedeutung“) 8,0% 9,9% 7,3% 8,1% 33,1% 35,8% 35,8% 35,0% 38,3% 42,2% 48,4% 43,2% 10 bis unter 18 Jahre 6 bis unter 10 Jahre 0 bis unter 6 Jahre Karlsruhe insgesamt 0%20%40%60% VerwandteFreundeNachbarn Basis: 5.238 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | F amilienumfrage 2017 Eine sehr hohe Bedeutung haben Bezugspersonen vor allem für Paare in prekärer Erwerbslage, also ohne Vollzeit- beschäftigung und mit einem Pro-Kopf-Einkommen von unter 1.000 Euro im Monat (Anteile mit sehr hoher Bedeutung der Freunde: 46,4 %, Verwandten: 60,3 %, Nachbarn: 18,5 %). Überdurchschnittliche Bedeutung haben Bezugspersonen im Alltag außerdem für nicht erwerbstätige oder in Elternzeit befi ndliche Alleinerziehende (Anteile mit sehr hoher Bedeutung der Freunde: 39,1 %, Verwandte: 52,7 %, Nachbarn: 8,8 %). Gleichzeitig haben Nachbarn für nicht erwerbstätige oder in Elternzeit befi ndliche Alleinerziehende aber auch relativ häufi g eine geringe (19,1 %) oder gar keine (15 %) Bedeutung. Entsprechend der unterschiedlich ausgeprägten Existenz von innerstädtischer Verwandtschaft ist auch die Bedeutung von Verwandten für die Familie im Alltag gerade in den intensiv vernetzten Stadtteilen besonders hoch: Verwandte haben für die Familien in Oberreut zu 61,4 %, in Daxlanden zu 59,3 % und in Palmbach zu 54,4 % eine sehr hohe Bedeutung (siehe Anhangtabelle 2.8). Erwähnenswert ist auch der im Stadtgebiet unterschiedlich ausgeformte Stellenwert von Nachbarn (siehe Abbildung 2.5 und Anhangtabelle 2.10). Eine sehr hohe oder hohe Bedeutung haben Nachbarn für die Familie im Alltag vor allem in Hohenwettersbach (zusammengenommen 50,4 %), Rintheim (45,6 %), Rüppurr (43,7 %) und Stupferich (42,4 %). In der Karte Abbildung 2.6 sind die unterschiedlich starken Bedeutungen der Nachbarschaft für die Familie im Alltag noch detaillierter nach Stadtviertel aufgeschlüsselt. Zur Berechnung wurden hier nur die Angaben „sehr hohe Bedeutung“ und „hohe Bedeutung“ berücksichtigt. Eine besonders wichtige Rolle spielt die Nachbarschaft für Familien vor allem in Neu- Rüppurr, Hohenwettersbach, Nordweststadt-Rennbuckel, Neureut-Kirchfeld, Rintheimer Feld, Rüppurr-Gartenstadt, Dammerstock und in Neu-Daxlanden. Als weniger bedeutsam werden nachbarschaftliche Netzwerke dagegen vor allem in den eher zentral gelegenen Stadtvierteln Innenstadt-Ost, Mühlburg-Rheinhafen, Innenstadt-West – Östlicher Teil, Oststadt – Westlicher Teil, Grünwinkel – Hardecksiedlung und der Südstadt – Südlicher Teil angesehen. 24 | Familienumfrage 2017 Abbildung 2.5 Bedeutung von Nachbarn für die Familie im Alltag „Welche Bedeutung haben Nachbarn für Ihre Familie im Alltag?“ 7,7% 6,6% 6,1% 5,1% 8,2% 8,7% 6,6% 7,3% 4,0% 9,2% 7,8% 4,8% 8,1% 7,4% 7,5% 4,2% 11,7% 7,9% 8,8% 6,0% 8,9% 14,0% 11,7% 8,4% 10,2% 9,5% 11,0% 17,1% 15,4% 21,4% 22,5% 24,1% 23,3% 23,4% 25,5% 25,2% 28,6% 23,5% 25,8% 28,9% 26,9% 29,6% 29,6% 33,3% 26,0% 30,0% 29,2% 32,1% 31,0% 26,3% 28,8% 32,1% 32,2% 34,2% 34,6% 33,3% 38,5% 44,4% 37,4% 40,0% 40,4% 44,1% 29,2% 40,1% 43,9% 36,2% 41,7% 41,6% 38,5% 41,3% 37,7% 37,5% 43,2% 39,8% 36,5% 35,7% 37,5% 31,6% 37,5% 32,1% 35,6% 32,6% 26,7% 27,6% 20,5% 22,4% 24,7% 25,5% 22,0% 17,0% 29,2% 22,3% 14,6% 25,5% 18,1% 22,9% 20,6% 15,3% 20,6% 16,7% 14,5% 17,5% 20,4% 19,0% 16,1% 24,6% 18,8% 22,1% 13,6% 18,6% 19,9% 19,0% 17,9% 5,1% 9,3% 5,3% 6,1% 6,9% 9,4% 5,1% 8,9% 5,6% 6,7% 1,8% 5,9% 6,3% 4,5% 8,3% 4,6% 4,8% 5,1% 7,1% 6,5% 3,5% 3,3% 5,3% 8,5% 5,1% 7,8% 2,9% Innenstadt-Ost Oststadt Südstadt Mühlburg Durlach Beiertheim-Bulach Innenstadt-West Südweststadt Oberreut Weststadt Daxlanden Grötzingen KARLSRUHE INSGESAMT Knielingen Waldstadt Wolfartsweier Grünwinkel Neureut Weiherfeld-Dammerstock Grünwettersbach Nordweststadt Palmbach Nordstadt Hagsfeld Stupferich Rüppurr Rintheim Hohenwettersbach 0%10%20%30%40%50%60%70%80%90%100% sehr hohe Bedeutunghohe Bedeutungmittlere Bedeutunggeringe Bedeutungkeine Bedeutung Basis: 5.237 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | F amilienumfrage 2017 Amt für Stadtentwicklung | 25 Abbildung 2.6 Bedeutung von Nachbarn für die Familie im Alltag Anteil „hohe und sehr hohe Bedeutung“ 01 02 27 26 10 06 05 08 11 12 13 15 14 04 07 17 16 20 19 23 2224 25 21 03 18 09 Karlsruher Durchschnitt: 35 % Zeichenerklärung Stadtgrenze Stadtteilgrenze Stadtviertelgrenze Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 Anteil „hohe und sehr hohe Bedeutung“ 22,1 % bis unter 30 % 30 % bis unter 40 % 40 % bis unter 50 % 50 % bis 51,1 % 01 Innenstadt-Ost 02 Innenstadt-West 03 Südstadt 04 Südweststadt 05 Weststadt 06 Nordweststadt 07 Oststadt 08 Mühlburg 09 Daxlanden Stadtteile 10 Knielingen 11 Grünwinkel 12 Oberreut 13 Beiertheim-Bulach 14 Weiherfeld-Dammerstock 15 Rüppurr 16 Waldstadt 17 Rintheim 18 Hagsfeld 19 Durlach 20 Grötzingen 21 Stupferich 22 Hohenwettersbach 23 Wolfartsweier 24 Grünwettersbach 25 Palmbach 26 Neureut 27 Nordstadt 26 | Familienumfrage 2017 Im Haushalt gesprochene Sprache Erfahrungsgemäß nehmen ausländische Bürgerinnen und Bürger in geringerem Umfang an Umfragen teil, weswegen diese bei den regelmäßig durchgeführten Bürgerumfragen im Vorfeld zu größeren Anteilen Einladungsschreiben erhalten. Damit wird sichergestellt, dass die realisierte Stichprobe ein repräsentatives Abbild der Karlsruher Bevölkerung darstellt. Diese strategische Übersteuerung in der Stichprobenziehung konnte bei der vorliegenden Familienumfrage nicht angewandt werden, da sie als Vollerhebung durchgeführt wurde. Wie in Kapitel 1 beschrieben, ist der Anteil der ausländischen Familien unter den Befragten mit 10,3 % niedriger als der tatsächliche Anteil der ausländischen Haushalte mit Kindern in Karlsruhe (Stand 31. Dezember 2016: 17,3 %). Dieser Faktor muss bei der folgenden Darstellung der hauptsächlich gesprochenen Sprache berücksichtigt werden. Mehr als vier Fünftel der Familien in Karlsruhe sprechen innerhalb der Familie deutsch (85,7 %). Mehrere Sprachen zugleich werden in jedem fünfzehnten Familienhaushalt (6,6 %) verwendet und 7,7 % der Befragten geben an, zuhause hauptsächlich in einer anderen Sprache zu kommunizieren (siehe Abbildung 2.7). Diese anderen Sprachen sind vor allem Türkisch (0,7 %), Englisch (0,6 %), Arabisch, Französisch, Polnisch und Rumänisch (jeweils 0,5 %). Abbildung 2.7 Vorwiegend gesprochene Sprache in der Familie „Welche Sprache wird in Ihrer Familie hauptsächlich gesprochen?“ Basis: 5.274 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 deutsch 85,7 % andere Sprache 7,7 % mehrere Sprachen 6,6 % Der Anteil der Familien mit Migrationshintergrund ist in höheren Altersgruppen geringer. Entsprechend ist auch die Verbreitung der deutschen Sprache bei älteren Familien stärker ausgeprägt (siehe Anhangtabelle 2.13): unter den Befragten im Alter von 18 bis unter 30 Jahren sprechen nur 71,3 % hauptsächlich Deutsch; in der ältesten Gruppe im Alter von 50 Jahren und älter sind es 93,9 %. Rund ein Drittel der ausländischen Befragten (30,7 %) verständigt sich in den eigenen vier Wänden vorwiegend deutsch, rund die Hälfte (48,1 %) in einer anderen Sprache und 21,2 % in mehreren Sprachen zugleich. Der Anteil von vorwiegend einer anderen Sprache als deutsch sprechenden Befragten ist außerdem unter Paaren in prekärer Erwerbslage (29 %), erst seit unter fünf Jahren in Karlsruhe Wohnenden (25,1 %) und in Haushalten mit einem Pro-Kopf-Einkommen von unter 1.000 Euro pro Monat (18,8 %) besonders hoch. Auffällig ist auch, dass innerhalb von Mehrgenerationen- Haushalten mit 19 % überdurchschnittlich häufi g mehrere Sprachen zugleich verwendet werden. In Anhangtabelle 2.14 sind die Anteile der vorwiegend gesprochenen Sprache nach Stadtteilen aufgeschlüsselt. Mittelfristige Familienerweiterung und Hilfe aus dem persönlichen Umfeld Die Familien wurden gebeten anzugeben, ob sie planen, in einem Zeitraum von fünf Jahren weitere Kinder zu bekommen und ob sie in diesem Fall mit Hilfe aus ihrem persönlichen Umfeld rechnen können. Eine Mehrheit von 59,9 % gibt an, innerhalb der nächsten fünf Jahre sicher keine weiteren Kinder zu bekommen, 15,6 % planen dies „eher nicht“ (siehe Abbildung 2.8). Zusammengenommen nur rund jede fünfte Familie plant eine Familienerweiterung „sicher“ (9,5 %) oder „wahrscheinlich“ (9,9 %) und lediglich 5,1 % geben an, dies nicht zu wissen. Amt für Stadtentwicklung | 27 Abbildung 2.8 Mittelfristige Familienplanung nach Alter der Befragten „Planen Sie in den nächsten fünf Jahren ein weiteres Kind zu bekommen?“ 5,1% 8,2% 9,2% 3,2% 0,7% 59,9% 9,8% 26,0% 77,6% 95,3% 15,6% 11,0% 22,8% 14,8% 3,7% 9,9% 28,2% 21,5% 2,8% 9,5% 42,9% 20,4% 1,5% Karlsruhe insgesamt18 bis unter 30 Jahre 30 bis unter 40 Jahre 40 bis unter 50 Jahre 50 Jahre und älter 0% 20% 40% 60% 80% 100% ja, sicher ja, wahrscheinlich nein, eher nicht nein, sicher nicht weiß nicht Basis: 5.279 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 Das Alter der Befragten ist hier eine besonders wichtige Determinante. Erwartungsgemäß gaben die unter 30-jährigen am häufi gsten (71,1 %) eine geplante Familienerweiterung an (sicher: 42,9 %, wahrscheinlich: 28,2 %). Unterschieden nach Erwerbsstatus zeigt sich eine besonders ablehnende Haltung gegenüber weiteren Kindern innerhalb der nächsten fünf Jahre vor allem bei alleinerziehenden Vollzeit- (nein, sicher nicht: 79,3 %) und Teilzeitkräften (68,2 %). Nicht erwerbstätige Alleinerziehende sind nicht ganz so ablehnend, aber deutlich am unsichersten bei Familienerweiterungsplänen (weiß nicht: 17,6 %), wie aus Anhangtabelle 2.15 hervorgeht. Aus der Anhangtabelle ist auch zu entnehmen, dass vor allem die fi nanziell gut gestellten Befragten, mit einem monatlichen Pro- Kopf-Einkommen von 3.000 Euro und mehr, besonders häufi g weiteren Nachwuchs einplanen (sicher: 16,3 %; wahrscheinlich: 11 %). Die Absicht, weitere Kinder zu bekommen, ist im Stadtgebiet unterschiedlich ausgeprägt. In der Karte Abbildung 2.9 ist die mittelfristig geplante Familienerweiterung der Karlsruher Familien nach Stadtviertel aufgeschlüsselt dargestellt. Besonders häufi g sind weitere Kinder von Familien geplant, die in der Innenstadt-West – Östlicher Teil, im Rintheimer Feld, Oststadt – Nördlicher Teil, dem östlichen Teil der Südstadt, dem westlichen Teil der Oststadt und in Durlach – Dornwald-Untermühl wohnhaft sind. Deutlich am wenigsten haben dagegen Familien in Alt-Knielingen, Neureut – Heide, Nordstadt – Hardtwaldsiedlung, Hohenwettersbach, Neureut – Kirchfeld, Alt-Hagsfeld, Alt-Daxlanden und in Grünwinkel – Neue Heidenstückersiedlung die Absicht, weiteren Nachwuchs zu bekommen. Bei der Interpretation dieser Daten muss explizit berücksichtigt werden, dass im Zuge der Umfrage lediglich Familien befragt wurden. Außen vor bleiben bei dieser Betrachtung Personen im gebärfähigen Alter, die noch keine Kinder geboren haben. Außerdem hängt das Ausmaß der Familienerweiterungspläne natürlich stark mit der Altersstruktur in den jeweiligen Stadtvierteln zusammen 28 | Familienumfrage 2017 Abbildung 2.9 Geplante Familienerweiterung innerhalb der nächsten fünf Jahre Anteil „hohe und sehr hohe Bedeutung“ 01 02 27 26 10 06 05 08 11 12 13 15 14 04 07 17 16 20 19 23 2224 25 21 03 18 09 Karlsruher Durchschnitt: 19,3 % Zeichenerklärung Stadtgrenze Stadtteilgrenze Stadtviertelgrenze Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 Anteil „ja, sicher und ja, wahrscheinlich“ 5,9 % bis unter 10 % 10 % bis unter 20 % 20 % bis unter 30 % 30 % bis 44,4 % 01 Innenstadt-Ost 02 Innenstadt-West 03 Südstadt 04 Südweststadt 05 Weststadt 06 Nordweststadt 07 Oststadt 08 Mühlburg 09 Daxlanden Stadtteile 10 Knielingen 11 Grünwinkel 12 Oberreut 13 Beiertheim-Bulach 14 Weiherfeld-Dammerstock 15 Rüppurr 16 Waldstadt 17 Rintheim 18 Hagsfeld 19 Durlach 20 Grötzingen 21 Stupferich 22 Hohenwettersbach 23 Wolfartsweier 24 Grünwettersbach 25 Palmbach 26 Neureut 27 Nordstadt Amt für Stadtentwicklung | 29 Wenn eine Familienerweiterung nicht sicher ausgeschlossen wurde, wurde nach möglicher Hilfe aus dem persönlichen Umfeld im Falle eines weiteren Kindes gefragt. Diese Teilgruppe der Befragten kann demnach vor allem mit emotionaler (54,6 %) und zeitlicher (29,1 %) Unterstützung sicher rechnen (siehe Abbildung 2.10). Abbildung 2.10 Unterstützung bei einer Familienerweiterung | Teilgruppe (Teilgruppe: Nur Befragte, die ein weiteres Kind innerhalb der nächsten fünf Jahre nicht sicher ausschließen) „Können Sie mit Hilfe aus Ihrem persönlichen Umfeld rechnen, wenn Sie ein weiteres Kind bekommen würden?“ 24,5% 29,1% 54,6% 27,9% 30,4% 30,4% 25,1% 27,3% 7,8% 15,9% 8,8% 3,5% 6,6% 4,5% 3,7% Finanzielle Unterstützung Hilfe in zeitlicher Hinsicht Emotionale Unterstützung 0%10%20%30%40%50%60%70%80%90%100% ja, sicherja, wahrscheinlichnein, eher nichtnein, sicher nichtweiß nicht Basis: 2.116 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 Finanzieller Unterstützung aus dem persönlichen Umfeld sind sich nur 24,5 % sicher, 15,9 % rechnen defi nitiv nicht mit fi nanzieller Unterstützung aus dem Umfeld. Bei allen drei Formen der möglichen Unterstützung sinkt die Sicherheit mit zunehmendem Alter der Befragten (siehe Anhangtabellen 2.17 bis 2.19). Mehrgenerationenhaushalte können deutlich häufi ger sicher mit Unterstützung rechnen (emotional: 58,5 %, zeitlich: 48,2 %, fi nanziell: 35,9 %) als Paar-Familien (emotional: 55,8 %, zeitlich: 29,8 %, fi nanziell: 25,1 %) oder gar Alleinerziehende (emotional: 41,8 %, zeitlich: 18,6 %, fi nanziell: 15 %). Besonders auffällig ist, dass die emotionale, zeitliche und auch fi nanzielle Unterstützung durch das persönliche Umfeld von Personen mit niedrigem Einkommen am wenigsten als wahrscheinlich eingeschätzt wird und auch Alleinerziehende deutlich mehr Unsicherheit empfi nden als Paar-Familien oder Mehrgenerationenhaushalte. © Bildagentur PantherMedia / FamVeldman 30 | Familienumfrage 2017 2.2 Wohnsituation und Wohnzufriedenheit Die Schaffung von Wohnraum für die Bürgerinnen und Bürger ist eine der wichtigsten Aufgaben, mit deren Lösung sich wachsende Städte aktuell bundesweit beschäftigen. Neben bezahlbaren Mietwohnungen interessieren sich gerade junge Familien häufi g für den Kauf oder Bau eines Eigenheimes. Im vorliegenden Kapitel wird zunächst die derzeitige Wohnsitua- tion der Familien in Karlsruhe beschrieben. Mögliche Umzugs- pläne der Familien werden analysiert und die Zufriedenheit mit ihrem Wohnumfeld untersucht. Da vor allem das Lebensalter einen entscheidenden Einfl uss auf die Wohnsituation hat, wird schließlich für die vier großen Altersgruppen jeweils ein kurzer Wohn-Steckbrief in Form einer Netzgrafi k mit den wichtigsten Rahmendaten entworfen. Wohnsituation Die meisten Familien in Karlsruhe wohnen in Mehrfamilien- häusern mit bis zu fünf Etagen (55,2 %) oder mit mehr als fünf Etagen (4,9 %). In einem Ein- bis Zweifamilienhaus beziehungsweise in einem Reihenhaus wohnen 39,9 % der Familien. Je älter die Befragten sind, desto häufi ger wohnen Sie in einem Ein- bis Zweifamilien- oder Reihenhaus und desto seltener in einem Mehrfamilienhaus (siehe Abbildung 2.11). Abbildung 2.11 Haustyp nach Alter der Befragten „In was für einem Haustyp wohnen Sie?“ 54,5% 45,0% 29,1% 15,7% 39,9% 42,3% 51,1% 64,6% 75,5% 55,2% 3,2% 3,9% 6,3% 8,9% 4,9% 50 Jahre und älter 40 bis unter 50 Jahre 30 bis unter 40 Jahre 18 bis unter 30 Jahre Karlsruhe insgesamt 0%20%40%60%80%100% 1-2 Familienhaus, Reihenhaus Mehrfamilienhaus mit bis zu 5 Etagen Mehrfamilienhaus mit mehr als 5 Etagen Basis: 5.253 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 Amt für Stadtentwicklung | 31 Es zeigt sich, dass neben dem Alter der Befragten auch das Alter des jüngsten Kindes und die Anzahl der vorhandenen Kinder unter 18 Jahren mit dem Haustyp zusammenhängen (siehe Anhangtabelle 2.20). Je älter das jüngste Kind und je mehr Kinder vorhanden sind, desto höher ist der Anteil der Familien, die in einem Ein- bis Zweifamilienhaus oder Reihenhaus wohnen. Mehrfamilienhäuser mit mehr als fünf Etagen werden besonders häufi g von Paaren in prekären Erwerbslage (13 %), nicht erwerbstätigen oder in Elternzeit befi ndlichen Alleinerziehenden (12,9 %), von Befragten mit keinem oder nur niedrigem Bildungsabschluss (12,3 %) und von ausländischen Familien bewohnt (9,8 %). Die durchschnittliche Wohnfl äche von Familien in Karlsruhe beträgt 32,3 m² pro Person 1 . Auffallend ist, dass Familien mit einem niedrigen Einkommen, mit Migrationshintergrund und kinderreiche Familien pro Kopf über deutlich weniger Wohnfl äche als der Durchschnitt der Familien verfügen (siehe Abbildung 2.12). Jeder vierten Karlsruher Familie (24,5 %) mit einem Haushaltseinkommen von unter 1.000 Euro pro Kopf stehen unter 20 m² Wohnfl äche pro Person zur Verfügung. Abbildung 2.12 Wohnfl äche pro Kopf nach Haushaltseinkommen der Familien „Wie viele Räume hat Ihre Wohnung/Ihr Haus und wie groß ist die Wohnfl äche ungefähr?“ 1,5% 7,4% 24,5% 7,9% 25,2% 48,1% 64,3% 61,1% 57,2% 28,8% 30,6% 20,1% 11,2% 22,3% 45,9% 19,8% 8,1% 3,2% 12,5% 3.000 Euro/Kopf und mehr 2.000 bis unter 3.000 Euro/Kopf 1.000 bis unter 2.000 Euro/Kopf unter 1.000 Euro/Kopf Karlsruhe insgesamt 0%20%40%60%80%100% unter 20 m² pro Person 20 bis unter 35 m² pro Person 35 bis unter 45 m² pro Person 45 m² pro Person und mehr Basis: 5.163 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 Es ist erkennbar, dass sich fi nanziell nicht so gut gestellte Familien häufi ger nur kleinere und damit in aller Regel günstigere Mietwohnungen leisten (können). Wie zahlreiche Studien auf Grundlage des Mikrozensus belegen, ist der relative Anteil der Mietbelastung am gesamten Haushalts- einkommen aber dennoch höher als bei besserverdienenden Haushalten 2 . Fast drei von vier Familien der höchsten Einkommensgruppe stehen mindestens 35m² und mehr Wohnraum pro Kopf zur Verfügung (74,7 %). Die gleichen Zusammenhänge mit dem Haushaltseinkommen der Familien zeigen sich auch mit der Anzahl der zur Verfügung stehenden Zimmer. Detaillierte Unterschiede der Wohnfl äche und der Wohnräume pro Person nach soziodemografi schen Merkmalen sind in den Anhangtabellen 2.21 und 2.22 aufgeschlüsselt. 1 In Baden-Württemberg beträgt die durchschnittliche Wohnfl äche rund 56 m² pro Kopf, bei Familien in Baden-Württemberg allerdings nur 31 m² pro Kopf und damit etwas weniger als in Karlsruhe. Das ist beachtlich, weil die Wohnfl äche in den Städten generell eher geringer ist als im ländlichen Raum (Vergleiche „Report Familie und Wohnen 01/2013“ vom Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren Baden-Württemberg). 2 Siehe zum Beispiel „Datenreport 2016 der Bundeszentrale für politische Bildung“ und „Report Familie und Wohnen 01/2013“ vom Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren Baden-Württemberg. 32 | Familienumfrage 2017 Eigentumsverhältnisse und Existenz von Hof/Garten Insgesamt wohnen mit 56,2 % etwas mehr Familien in Karlsruhe zur Miete als im eigenen Haus oder in einer Eigentumswohnung (zusammen 43,8 %). Überwiegend in Mietverhältnissen befi nden sich vor allem nicht erwerbstätige oder in Elternzeit befi ndliche Alleinerziehende (92,6 %), Befragte im Alter von 18 bis unter 30 Jahren (91 %), Paare in prekären Erwerbslagen (85,8 %) und Familien mit einer Wohndauer in Karlsruhe von unter fünf Jahren (82,8 %). Während es sich bei der Wohndauer und auch dem Alter der Befragten wohl um zeitliche Effekte handelt, haben Paare in prekärer Erwerbslage und Alleinerziehende auch dauerhaft keine Aussicht auf Wohnen im Eigentum. Auch die Alleinerziehenden in Vollzeitbeschäftigung wohnen zu 80,4 % zur Miete. Unter den Paarfamilien sind rund die Hälfte (53,1 %) Mieter, während Mehrgenerationenhaushalte mit 55,1 % mehrheitlich Eigentümer sind (siehe Anhangtabelle 2.23). In den Karlsruher Stadtteilen gibt es deutliche Unterschiede bei der Eigentümerquote der Familien, wie aus Abbildung 2.13 zu entnehmen ist. In den zentrumsnahen Stadtteilen überwiegen die Mieteranteile besonders und liegen durchweg zwischen 69,9 % und 76,1 %. Dagegen wohnen Familien vor allem in den Höhenstadtteilen und in Neureut im Eigentum. Abbildung 2.13 Wohnstatus der Familien in Karlsruhe | Stadtteilergebnisse „Sind Sie, beziehungsweise Ihr Haushalt, Mieter oder Eigentümer Ihrer Wohnung/Ihres Hauses?“ 17,9% 29,1% 30,5% 32,2% 32,4% 38,6% 41,6% 41,8% 43,6% 43,8% 45,0% 49,7% 51,5% 54,1% 54,4% 54,7% 56,2% 56,5% 61,0% 63,6% 65,4% 69,9% 71,7% 73,6% 75,0% 75,4% 75,9% 76,1% 82,1% 70,9% 69,5% 67,8% 67,6% 61,4% 58,4% 58,2% 56,4% 56,2% 55,0% 50,3% 48,5% 45,9% 45,6% 45,3% 43,8% 43,5% 39,0% 36,4% 34,6% 30,1% 28,3% 26,4% 25,0% 24,6% 24,1% 23,9% Hohenwettersbach Palmbach Grünwettersbach Stupferich Neureut Wolfartsweier Grötzingen Knielingen Hagsfeld Grünwinkel Nordweststadt Waldstadt Durlach Rüppurr Beiertheim-Bulach Weiherfeld-Dammerstock KARLSRUHE INSGESAMT Nordstadt Rintheim Daxlanden Oberreut Südstadt Mühlburg Innenstadt-West Innenstadt-Ost Weststadt Südweststadt Oststadt 0%10%20%30%40%50%60%70%80%90%100% MieterEigentümer Basis: 5.242 Befragte Stadt Karlsuhe | Amt für Stadtentwicklung | F amilienumfrage 2017 Amt für Stadtentwicklung | 33 Abbildung 2.14 Existenz von Hof oder Garten | Stadtteilergebnisse „Gibt es einen Hof oder Garten am Haus, den Sie zur Erholung im Freien oder zum Kinderspiel nutzen können?“ Auch bei der Existenz eines zum Kinderspiel oder zur Erholung nutzbaren Hofes oder Gartens am Haus zeigt sich ein Stadtrand-Zentrum-Gefälle (siehe Abbildung 2.14). Insgesamt steht drei von vier Familien (74,7 %) ein solcher, mit der Familie nutzbarer Freiraum zur Verfügung. Selbst in den beiden Innenstadt-Stadtteilen verfügt jede zweite Familie über einen Hof oder Garten am Haus. Generell sind Hof oder Garten am Haus häufi ger bei älteren Befragten, gutsituierten Familien und Familien mit höherem Bildungsabschluss vorhanden. 47,2% 50,0% 52,5% 56,8% 61,3% 62,0% 63,1% 67,5% 69,7% 73,4% 73,7% 74,7% 75,1% 81,2% 81,9% 83,3% 83,7% 84,2% 84,4% 85,4% 86,0% 86,8% 88,1% 88,5% 91,7% 94,9% 97,6% 99,1% 52,8% 50,0% 47,5% 43,2% 38,7% 38,0% 36,9% 32,5% 30,3% 26,6% 26,3% 25,3% 24,9% 18,8% 18,1% 16,7% 16,3% 15,8% 15,6% 14,6% 14,0% 13,2% 11,9% 11,5% 8,3% 5,1% 2,4% 0,9% Innenstadt-West Innenstadt-Ost Oberreut Mühlburg Oststadt Weststadt Südweststadt Waldstadt Südstadt Durlach Beiertheim-Bulach KARLSRUHE INSGESAMT Daxlanden Hagsfeld Wolfartsweier Grötzingen Rintheim Nordweststadt Grünwinkel Weiherfeld-Dammerstock Palmbach Knielingen Rüppurr Neureut Nordstadt Stupferich Grünwettersbach Hohenwettersbach 0%10%20%30%40%50%60%70%80%90%100% janein Basis: 5.277 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 34 | Familienumfrage 2017 Wohnzufriedenheit Wie in Abbildung 2.15 zu erkennen ist, sind 37,8 % der Familien in Karlsruhe mit ihrer aktuellen Wohnsituation sehr zufrieden, 47,2 % sind zufrieden. Jede neunte Familie ist mit der Wohnsituation weniger zufrieden (11,3 %) und nur 3,8 % unzufrieden. Deutlich zu erkennen ist hierbei, dass der Anteil der sehr zufriedenen Familien in höherem Alter der Befragten steigt und sich gleichzeitig die Anteile der weniger zufriedenen und unzufriedenen in höheren Altersgruppen verringern. Diese grundsätzlich hohe allgemeine Wohnzufriedenheit von Familien in Karlsruhe muss allerdings genauer betrachtet werden. Gerade junge Familien müssen oder wollen besonders häufi g Umzugspläne realisieren, wie später noch eingehend gezeigt wird. Insofern sollte beachtet werden, dass zusammengenommen beinahe ein Drittel der Befragten im Alter von 18 bis unter 30 Jahren weniger zufrieden (19,2 %) oder sogar unzufrieden (10 %) mit der aktuellen Wohnsituation ist. Abbildung 2.15 Wohnzufriedenheit nach Alter der Befragten „Wie zufrieden sind Sie mit Ihrer aktuellen Wohnsituation?“ Gerade bei Betrachtung der mit ihrer Wohnsituation unzufriedenen Familien zeigen sich typische Verteilungsmuster, die sich mit anderen Erkenntnissen aus der Familienumfrage decken (siehe Anhangtabelle 2.25). So fi nden sich besonders viele unzufriedene Befragte vor allem unter den nicht erwerbstätigen oder in Elternzeit befi ndlichen Alleinerziehenden (15,1 %), den Paaren in prekärer Erwerbslage (12,1 %) und den Familien mit einem Einkommen von unter 1.000 Euro pro Kopf (10,3 %). Stadtteilunterschiede in der Zufriedenheit mit der aktuellen Wohnsituation sind in Anhangtabelle 2.26 enthalten, wobei man bei der Interpretation dieser Werte die Altersstruktur im Stadtteil und auch die dort existierenden, weiter oben dargestellten, Eigentumsverhältnisse berücksichtigen muss. Mit der Wohnsituation weniger zufriedene (11,3 %) oder sogar unzufriedene (3,8%) Familien wurden in einer offenen Fragestellung gebeten, Auskunft über die Hintergründe für diese negative Einschätzung zu geben (siehe Abbildung 2.16 und Anhangtabelle 2.27). Die beiden am häufi gsten genannten Gründe für Unzufriedenheit sind zu wenig Platz/zu wenig Zimmer (43,4 %) und zu teure Mieten beziehungsweise generell zu wenig bezahlbarer familiengeeigneter Wohnraum (43,2 %). Hier berichten die Befragten sowohl von zu hohen Mieten, die sie aktuell bezahlen müssen, als auch von zu hohen Preisen auf dem Immobilien- und Mietmarkt in Karlsruhe, die gegen eine Vergrößerung des aktuell zur Verfügung stehenden Wohnraums sprechen. Ein nicht kindgerechtes, generell schlechtes Wohnumfeld oder Probleme mit Nachbarn werden von jeder fünften unzufriedenen Familie (20,1 %) als Grund für ihre Unzufriedenheit mit der aktuellen Wohnsituation angeführt. Mit jeweils 17 % werden außerdem Mängel an der derzeitigen Wohnung/zu wenig Wohnkomfort/ zu schlechte Bausubstanz sowie zu viel Verkehr/Lärm/Baustellen genannt. 49,6% 40,9% 29,7% 23,2% 37,8% 41,1% 46,1% 51,6% 47,6% 47,2% 6,8% 10,2% 13,9% 19,2% 11,3% 2,4% 2,9% 4,8% 10,0% 3,8% 50 Jahre und älter 40 bis unter 50 Jahre 30 bis unter 40 Jahre 18 bis unter 30 Jahre Karlsruhe insgesamt 0%20%40%60%80%100% sehr zufriedenzufriedenweniger zufriedenunzufrieden Basis: 5.285 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 Amt für Stadtentwicklung | 35 Abbildung 2.16 Gründe für Unzufriedenheit mit der aktuellen Wohnsituation | Teilgruppe 1 „Wieso sind Sie weniger zufrieden beziehungsweise unzufrieden mit Ihrer aktuellen Wohnsituation?“ 5,5% 2,9% 2,9% 4,6% 7,9% 17,0% 17,0% 20,1% 43,2% 43,4% Sonstiges Wunsch nach Eigentumswohnung/Haus schlechte Infrastruktur/Entfernung zu Schule/Einkaufsmöglichkeiten schlechte Parksituation Wunsch nach Garten/Balkon, zu enge Bebauung zu viel Verkehr/Lärm/Baustellen Mängel an derzeitiger Wohnung, mehr Wohnkomfort gewünscht (Aufzug, Bad, Schimmel) schlechtes Wohnumfeld/nicht kindgerecht/Probleme mit Nachbarn Miete zu teuer/zu wenig bezahlbarer Wohnraum für Familien zu wenig Platz/Zimmer in aktueller Wohnung 0%10%20%30%40%50% 1 Mehrfachantworten waren möglich Basis: 772 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 Neben der generellen Zufriedenheit mit der aktuellen Wohn- situation wurde zusätzlich detailliert nach der Zufriedenheit mit einzelnen Rahmenbedingungen im Wohnumfeld gefragt (siehe Abbildung 2.17). Besonders zufrieden sind die Karlsruher Familien mit ihrem Wohnumfeld im Hinblick auf die Anbindung an den ÖPNV (sehr zufrieden: 56,2 %), gefolgt von der Erreichbarkeit von Kita, Schulen und Sportfl ächen (46,1 %), Spielplätzen und Spielmöglichkeiten für Kinder (41,5 %) und den Grünfl ächen (37,7 %). Am wenigsten zufrieden mit ihrem Wohnumfeld sind die Familien in Karlsruhe dagegen mit Treffpunkten für Jugendliche (sehr zufrieden: 9,8 %; unzufrieden: 14,4 %) und mit der Verkehrssicherheit (sehr zufrieden: 10,4 %; unzufrieden: 12,6 %). 36 | Familienumfrage 2017 Abbildung 2.17 Zufriedenheit mit dem Wohnumfeld „Wie zufrieden sind Sie mit Ihrem Wohnumfeld? In Bezug auf...?“ 9,8% 10,4% 10,6% 11,3% 14,1% 21,0% 22,9% 29,4% 37,7% 41,5% 46,1% 56,2% 39,7% 44,2% 57,2% 51,0% 51,4% 60,0% 58,5% 51,3% 49,1% 47,2% 46,4% 36,6% 36,1% 32,7% 26,4% 29,8% 25,7% 15,8% 15,8% 15,4% 10,7% 8,8% 6,0% 5,7% 14,4% 12,6% 5,8% 7,9% 8,8% 3,1% 2,8% 3,9% 2,6% 2,5% Treffpunkte für Jugendliche Verkehrssicherheit Barrierefreiheit im öffentlichen Raum Räume, um sich zu treffen (z.B. Bürgerzentren) Kinder- und Jugendzentren Kinder- und familien- freundliche Atmosphäre Angebote von Vereinen Bewegungsraum für Kinder Grünflächen Spielplätze und Spiel- möglichkeiten für Kinder Erreichbarkeit von Kita, Schule, Sportflächen Anbindung an den ÖPNV (Bus & Bahn) 0%10%20%30%40%50%60%70%80%90%100% sehr zufriedenzufriedenweniger zufriedenunzufrieden Basis: 5.251 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 Auf den folgenden Abbildungen 2.18 bis 2.29 sind die Stadtteilergebnisse der Zufriedenheit mit dem Wohnumfeld absteigend nach dem Anteil sehr Zufriedener dargestellt. In den Anhangtabellen 2.28 bis 2.39 ist die Zufriedenheit mit dem Wohnumfeld nach soziodemographischen Merkmalen aufgeschlüsselt. Amt für Stadtentwicklung | 37 Abbildung 2.18 Zufriedenheit mit Grünfl ächen | Stadtteilergebnisse „Wie zufrieden sind Sie mit Ihrem Wohnumfeld?” | Grünfl ächen Die beiden Abbildungen 2.18 und 2.18b zeigen die Zufrieden- heit mit Grünfl ächen im Wohnumfeld. Am häufi gsten sehr zufrieden mit der Grünfl ächensituation vor Ort sind Familien in Hohenwettersbach (78,3 %) und Weiherfeld-Dammerstock (74,6 %). In Bezug auf Grünfl ächen besonders zufriedene Familien lassen sich außerdem in Rüppurr, der Waldstadt, Nordstadt, Palmbach und Grünwinkel fi nden. Am seltensten sind die Familien in Knielingen mit den Grünfl ächen in ihrem Wohnumfeld sehr zufrieden (17,5 %), wobei diese immerhin überdurchschnittlich häufi g einen Hof oder Garten am Haus haben, den sie zum Kinderspiel oder zur Entspannung nutzen können, wie bereits in Abbildung 2.14 zu sehen war. 17,5% 24,6% 25,0% 25,9% 26,8% 27,5% 27,5% 28,1% 28,4% 29,1% 29,2% 29,5% 31,2% 37,7% 38,1% 39,9% 41,5% 41,7% 41,9% 44,9% 45,8% 47,5% 50,0% 58,0% 58,4% 62,3% 74,6% 78,3% 65,1% 61,9% 44,2% 55,0% 63,4% 42,5% 50,9% 57,3% 53,7% 51,3% 54,3% 58,3% 52,9% 49,1% 48,2% 42,6% 50,1% 54,8% 50,2% 45,9% 49,2% 44,5% 42,9% 35,7% 37,6% 32,0% 23,2% 20,8% 14,3% 11,1% 21,2% 14,8% 8,5% 27,5% 18,0% 11,5% 14,9% 15,1% 13,7% 9,8% 13,5% 10,7% 9,8% 12,5% 7,2% 3,6% 6,5% 7,6% 3,4% 7,2% 7,1% 5,9% 3,5% 4,9% 1,4% 0,9% 3,2% 9,6% 4,3% 3,6% 3,0% 3,0% 4,5% 3,8% 4,9% Knielingen Rintheim Innenstadt-West Durlach Wolfartsweier Innenstadt-Ost Grötzingen Südstadt Südweststadt Oststadt Mühlburg Hagsfeld Nordweststadt KARLSRUHE INSGESAMT Weststadt Oberreut Daxlanden Grünwettersbach Neureut Beiertheim-Bulach Stupferich Grünwinkel Palmbach Nordstadt Waldstadt Rüppurr Weiherfeld-Dammerstock Hohenwettersbach 0%10%20%30%40%50%60%70%80%90%100% sehr zufriedenzufriedenweniger zufriedenunzufrieden Basis: 5.251 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 38 | Familienumfrage 2017 Abbildung 2.18 b Zufriedenheit mit dem Wohnumfeld | Grünfl ächen | Stadtteilergebnisse Anteil „sehr zufrieden“ 01 02 27 26 10 06 05 08 11 12 13 15 14 04 07 17 16 20 19 23 2224 25 21 03 18 09 Karlsruher Durchschnitt: 37,7 % Zeichenerklärung Stadtgrenze Stadtteilgrenze Stadtviertelgrenze Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 Anteil „sehr zufrieden“ 17,5 % bis unter 25 % 25 % bis unter 35 % 35 % bis unter 45 % 45 % bis 78,3 % 01 Innenstadt-Ost 02 Innenstadt-West 03 Südstadt 04 Südweststadt 05 Weststadt 06 Nordweststadt 07 Oststadt 08 Mühlburg 09 Daxlanden Stadtteile 10 Knielingen 11 Grünwinkel 12 Oberreut 13 Beiertheim-Bulach 14 Weiherfeld-Dammerstock 15 Rüppurr 16 Waldstadt 17 Rintheim 18 Hagsfeld 19 Durlach 20 Grötzingen 21 Stupferich 22 Hohenwettersbach 23 Wolfartsweier 24 Grünwettersbach 25 Palmbach 26 Neureut 27 Nordstadt Amt für Stadtentwicklung | 39 Abbildung 2.19 Zufriedenheit mit der kinder- und familienfreundlichen Atmosphäre | Stadtteilergebnisse „Wie zufrieden sind Sie mit Ihrem Wohnumfeld?” | Kinder- und familienfreundliche Atmosphäre 13,9% 14,5% 15,0% 15,0% 15,7% 16,0% 16,2% 16,3% 16,6% 17,6% 17,6% 17,6% 18,2% 19,0% 19,2% 19,6% 19,7% 20,0% 21,0% 21,3% 21,4% 22,0% 22,9% 26,1% 27,9% 32,5% 44,5% 58,7% 59,8% 63,9% 45,0% 41,0% 57,3% 60,8% 61,5% 64,2% 59,4% 64,2% 59,1% 60,6% 65,1% 63,8% 63,9% 63,2% 74,6% 62,1% 60,0% 66,0% 71,4% 53,5% 61,6% 54,3% 60,8% 55,3% 51,8% 36,5% 20,9% 18,1% 27,5% 36,0% 23,7% 18,6% 18,5% 14,6% 18,7% 17,6% 18,3% 18,2% 15,4% 13,8% 14,5% 16,0% 5,6% 15,5% 15,8% 11,1% 7,1% 19,7% 13,6% 16,6% 8,6% 9,3% 2,9% 2,9% 5,4% 3,6% 12,5% 8,0% 3,3% 4,6% 3,8% 4,9% 5,3% 0,6% 5,0% 3,5% 1,2% 3,4% 2,3% 1,2% 2,5% 3,1% 1,7% 4,8% 1,8% 3,0% 2,6% 3,0% 1,9% Mühlburg Grünwettersbach Innenstadt-Ost Innenstadt-West Daxlanden Oststadt Hagsfeld Grünwinkel Knielingen Grötzingen Oberreut Nordweststadt Rintheim Stupferich Weststadt Südweststadt Wolfartsweier Durlach KARLSRUHE INSGESAMT Beiertheim-Bulach Palmbach Südstadt Neureut Waldstadt Rüppurr Nordstadt Weiherfeld-Dammerstock Hohenwettersbach 0%10%20%30%40%50%60%70%80%90%100% sehr zufriedenzufriedenweniger zufriedenunzufrieden Basis: 5.178 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 40 | Familienumfrage 2017 Abbildung 2.20 Zufriedenheit mit dem Bewegungsraum für Kinder | Stadtteilergebnisse „Wie zufrieden sind Sie mit Ihrem Wohnumfeld?” | Bewegungsraum für Kinder 12,9% 15,4% 17,7% 17,9% 20,0% 20,5% 21,1% 21,3% 22,0% 24,7% 24,9% 25,2% 25,4% 26,9% 28,4% 28,7% 29,4% 30,3% 30,4% 31,5% 34,0% 39,7% 42,6% 49,8% 49,8% 51,3% 56,6% 71,7% 35,6% 70,8% 57,3% 41,0% 49,7% 54,5% 54,7% 55,0% 57,0% 59,6% 52,5% 50,9% 59,2% 53,4% 53,1% 55,8% 51,3% 51,2% 55,1% 52,0% 53,0% 53,4% 46,3% 41,8% 44,1% 37,5% 36,0% 20,8% 37,6% 9,9% 21,0% 25,6% 23,1% 19,7% 18,4% 21,3% 16,7% 11,4% 19,5% 19,0% 11,5% 17,0% 16,0% 9,1% 15,4% 14,7% 11,6% 11,7% 11,6% 5,2% 11,1% 8,0% 5,1% 9,2% 5,1% 5,7% 13,9% 3,9% 4,1% 15,4% 7,2% 5,3% 5,8% 2,5% 4,3% 4,2% 3,1% 4,9% 3,8% 2,7% 2,4% 6,5% 3,9% 3,8% 2,9% 4,9% 1,5% 1,7% 0,5% 1,0% 2,1% 2,2% 1,9% Innenstadt-West Rintheim Südweststadt Innenstadt-Ost Oststadt Durlach Mühlburg Grünwettersbach Knielingen Nordweststadt Weststadt Grötzingen Hagsfeld Daxlanden Beiertheim-Bulach Oberreut KARLSRUHE INSGESAMT Südstadt Wolfartsweier Grünwinkel Neureut Stupferich Palmbach Waldstadt Rüppurr Nordstadt Weiherfeld-Dammerstock Hohenwettersbach 0%10%20%30%40%50%60%70%80%90%100% sehr zufriedenzufriedenweniger zufriedenunzufrieden Basis: 5.155 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 Amt für Stadtentwicklung | 41 Unzufrieden mit der Verkehrssicherheit im Wohnumfeld sind besonders die Familien in Stupferich (37,3 %), der Innenstadt- West (31,4 %), Grünwettersbach (20,7 %), Knielingen (19,1 %) und Hagsfeld (18,2 %), wie auf Abbildung 2.21 zu sehen. Hier scheint nicht unerheblicher Bedarf bei der kinder- und familiengerechten Anpassung der Verkehrssituation vor Ort zu bestehen. Abbildung 2.21 Zufriedenheit mit der Verkehrssicherheit | Stadtteilergebnisse „Wie zufrieden sind Sie mit Ihrem Wohnumfeld?” | Verkehrssicherheit 4,3% 4,9% 5,7% 6,8% 7,4% 7,6% 7,8% 8,2% 8,7% 9,1% 9,1% 9,7% 10,0% 10,0% 10,4% 10,6% 10,7% 11,1% 11,4% 11,7% 11,8% 12,1% 16,1% 17,1% 17,6% 18,6% 19,0% 24,9% 39,4% 35,4% 41,9% 30,5% 37,1% 22,9% 52,7% 45,0% 39,3% 54,1% 43,6% 48,6% 55,0% 40,0% 44,2% 34,8% 46,4% 41,9% 45,8% 41,6% 52,9% 41,7% 48,0% 45,4% 57,6% 54,3% 55,2% 50,7% 37,2% 39,0% 40,0% 25,4% 40,9% 38,1% 31,7% 32,3% 38,3% 31,8% 33,6% 29,2% 29,0% 35,0% 32,7% 41,8% 35,7% 32,0% 31,3% 34,6% 26,5% 28,0% 26,9% 27,1% 18,9% 18,6% 21,0% 18,4% 19,1% 20,7% 12,4% 37,3% 14,6% 31,4% 7,8% 14,4% 13,8% 5,0% 13,7% 12,4% 6,0% 15,0% 12,6% 12,7% 7,1% 15,0% 11,4% 12,1% 8,8% 18,2% 9,0% 10,4% 5,9% 8,6% 4,8% 6,0% Knielingen Grünwettersbach Südweststadt Stupferich Weststadt Innenstadt-West Grötzingen Grünwinkel Oststadt Rüppurr Durlach Neureut Daxlanden Innenstadt-Ost KARLSRUHE INSGESAMT Südstadt Palmbach Mühlburg Nordweststadt Beiertheim-Bulach Weiherfeld-Dammerstock Hagsfeld Rintheim Nordstadt Oberreut Wolfartsweier Hohenwettersbach Waldstadt 0%10%20%30%40%50%60%70%80%90%100% sehr zufriedenzufriedenweniger zufriedenunzufrieden Basis: 5.212 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 42 | Familienumfrage 2017 Abbildung 2.22 zeigt die hohe Zufriedenheit der Karlsruher Familien mit der Anbindung an den ÖPNV. Doch auch hier lässt sich eine deutlich unterdurchschnittliche Zufriedenheit in den Höhenstadtteilen mit Ausnahme von Wolfartsweier erkennen. Abbildung 2.22 Zufriedenheit mit der Anbindung an den ÖPNV (Bus & Bahn) | Stadtteilergebnisse „Wie zufrieden sind Sie mit Ihrem Wohnumfeld?” | Anbindung an den ÖPNV (Bus & Bahn) 15,5% 18,1% 19,4% 24,6% 38,0% 39,8% 40,5% 47,1% 47,5% 49,0% 51,0% 55,1% 55,4% 56,0% 56,2% 56,7% 59,7% 60,8% 60,9% 61,4% 63,5% 64,5% 66,3% 67,5% 68,3% 68,9% 71,9% 72,5% 62,1% 55,4% 50,5% 50,9% 51,1% 46,6% 41,1% 42,9% 40,6% 38,9% 40,2% 37,4% 36,1% 38,7% 36,6% 38,1% 37,5% 32,5% 33,8% 37,2% 35,6% 33,1% 32,5% 27,9% 31,0% 30,1% 26,5% 22,5% 20,7% 24,1% 22,3% 19,3% 8,8% 11,2% 10,5% 7,6% 10,3% 9,6% 7,2% 6,5% 5,4% 4,2% 5,7% 5,2% 1,4% 5,1% 5,3% 1,4% 1,0% 2,4% 1,3% 3,0% 0,7% 1,0% 0,9% 5,0% 1,7% 2,4% 7,8% 5,3% 2,2% 2,4% 7,9% 2,4% 1,5% 2,4% 1,5% 3,0% 1,5% 1,5% Stupferich Grünwettersbach Hohenwettersbach Palmbach Weiherfeld-Dammerstock Grünwinkel Knielingen Nordweststadt Beiertheim-Bulach Südstadt Neureut Durlach Waldstadt Grötzingen KARLSRUHE INSGESAMT Rintheim Wolfartsweier Rüppurr Hagsfeld Daxlanden Innenstadt-West Mühlburg Nordstadt Oststadt Oberreut Weststadt Südweststadt Innenstadt-Ost 0%10%20%30%40%50%60%70%80%90%100% sehr zufriedenzufriedenweniger zufriedenunzufrieden Basis: 5.256 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 Amt für Stadtentwicklung | 43 Abbildung 2.23 Zufriedenheit mit den Kinder- und Jugendzentren | Stadtteilergebnisse „Wie zufrieden sind Sie mit Ihrem Wohnumfeld?” | Kinder- und Jugendzentren 2,2% 3,1% 3,4% 4,1% 4,8% 5,5% 6,6% 6,8% 7,1% 8,2% 8,3% 9,7% 10,0% 10,9% 11,6% 14,1% 14,3% 15,4% 17,5% 17,8% 18,0% 18,5% 19,0% 19,3% 20,0% 21,5% 22,5% 26,5% 24,4% 35,9% 42,1% 18,4% 30,2% 52,5% 60,7% 22,7% 27,1% 35,9% 27,6% 62,6% 50,8% 43,6% 50,0% 51,4% 50,7% 42,3% 64,2% 62,2% 57,0% 52,5% 61,0% 69,3% 57,3% 60,5% 52,2% 58,8% 44,4% 32,8% 38,4% 46,9% 42,9% 33,6% 26,2% 37,5% 30,0% 33,5% 46,5% 22,9% 31,5% 34,7% 32,6% 25,7% 32,2% 30,8% 16,5% 17,0% 20,1% 24,5% 16,4% 10,7% 18,6% 15,5% 21,5% 11,8% 28,9% 28,1% 16,0% 30,6% 22,2% 8,4% 6,6% 33,0% 35,7% 22,3% 17,5% 4,8% 7,7% 10,9% 5,8% 8,8% 2,8% 11,5% 1,8% 3,0% 4,9% 4,5% 3,5% 4,0% 2,4% 3,7% 2,9% Palmbach Wolfartsweier Grünwinkel Stupferich Knielingen Neureut Innenstadt-West Hohenwettersbach Grünwettersbach Rüppurr Beiertheim-Bulach Weststadt Nordweststadt Weiherfeld-Dammerstock Hagsfeld KARLSRUHE INSGESAMT Daxlanden Innenstadt-Ost Rintheim Oststadt Südweststadt Nordstadt Südstadt Grötzingen Durlach Oberreut Mühlburg Waldstadt 0%10%20%30%40%50%60%70%80%90%100% sehr zufriedenzufriedenweniger zufriedenunzufrieden Basis: 3.792 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 44 | Familienumfrage 2017 Abbildung 2.24 Zufriedenheit mit den Angeboten von Vereinen | Stadtteilergebnisse „Wie zufrieden sind Sie mit Ihrem Wohnumfeld?” | Angebote von Vereinen 10,0% 12,2% 12,8% 14,8% 15,1% 16,3% 16,3% 17,4% 17,5% 18,3% 19,1% 20,8% 21,3% 21,6% 21,9% 22,5% 22,9% 24,7% 26,0% 28,3% 28,4% 28,8% 32,1% 32,9% 35,7% 36,2% 37,4% 39,3% 53,3% 62,9% 58,8% 33,2% 65,1% 55,0% 65,8% 51,9% 64,3% 61,2% 67,1% 56,6% 62,2% 55,7% 61,8% 47,9% 58,5% 57,6% 61,7% 55,1% 58,0% 60,0% 56,6% 50,0% 51,4% 51,7% 55,7% 55,1% 30,0% 22,4% 24,0% 39,9% 15,1% 25,0% 15,7% 25,6% 15,2% 17,4% 11,7% 19,5% 13,8% 20,6% 15,0% 25,4% 15,8% 15,8% 10,4% 10,2% 12,6% 9,8% 11,3% 15,9% 10,3% 12,1% 5,3% 4,8% 6,7% 2,5% 4,4% 12,1% 4,6% 3,8% 2,2% 5,1% 2,9% 3,2% 2,1% 3,1% 2,8% 2,1% 1,3% 4,2% 2,8% 1,9% 1,9% 6,3% 1,1% 1,4% 1,2% 2,7% 0,8% Innenstadt-Ost Mühlburg Grünwinkel Oberreut Nordweststadt Innenstadt-West Südweststadt Südstadt Knielingen Nordstadt Beiertheim-Bulach Oststadt Weststadt Hohenwettersbach Daxlanden Wolfartsweier KARLSRUHE INSGESAMT Grötzingen Durlach Hagsfeld Neureut Rintheim Palmbach Grünwettersbach Waldstadt Stupferich Weiherfeld-Dammerstock Rüppurr 0%10%20%30%40%50%60%70%80%90%100% sehr zufriedenzufriedenweniger zufriedenunzufrieden Basis: 4.644 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 Amt für Stadtentwicklung | 45 Abbildung 2.25 Zufriedenheit mit der Barrierefreiheit im öffentlichen Raum | Stadtteilergebnisse „Wie zufrieden sind Sie mit Ihrem Wohnumfeld?” | Barrierefreiheit im öffentlichen Raum 3,8% 5,1% 5,3% 5,6% 5,7% 6,7% 7,1% 7,9% 8,3% 8,4% 8,5% 8,6% 9,1% 9,2% 10,4% 10,6% 10,6% 10,7% 10,8% 11,8% 13,0% 13,4% 14,1% 14,7% 15,4% 16,4% 19,6% 20,2% 55,7% 57,5% 76,3% 61,1% 52,9% 66,0% 59,5% 55,7% 62,8% 52,9% 56,4% 63,1% 58,0% 61,3% 48,9% 51,7% 57,2% 56,7% 52,3% 52,9% 52,2% 47,9% 60,9% 58,8% 61,7% 66,0% 48,6% 67,8% 34,0% 30,2% 15,8% 30,6% 32,9% 23,9% 27,4% 30,8% 26,2% 29,4% 31,9% 24,6% 27,6% 23,5% 30,1% 30,6% 26,4% 26,3% 27,7% 29,4% 32,6% 32,4% 17,2% 23,5% 18,8% 13,8% 25,6% 8,4% 6,6% 7,1% 2,6% 2,8% 8,6% 3,4% 6,0% 5,5% 2,7% 9,2% 3,2% 3,7% 5,3% 6,1% 10,6% 7,1% 5,8% 6,3% 9,2% 5,9% 2,2% 6,3% 7,8% 2,9% 4,0% 3,8% 6,2% 3,6% Nordweststadt Daxlanden Stupferich Palmbach Innenstadt-West Grünwinkel Weiherfeld-Dammerstock Weststadt Neureut Grötzingen Hagsfeld Rintheim Beiertheim-Bulach Südweststadt Rüppurr Durlach KARLSRUHE INSGESAMT Mühlburg Knielingen Grünwettersbach Wolfartsweier Oststadt Hohenwettersbach Innenstadt-Ost Waldstadt Nordstadt Südstadt Oberreut 0%10%20%30%40%50%60%70%80%90%100% sehr zufriedenzufriedenweniger zufriedenunzufrieden Basis: 3.584 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 46 | Familienumfrage 2017 Abbildung 2.26 Zufriedenheit mit den Spielplätzen und Spielmöglichkeiten für Kinder | Stadtteilergebnisse „Wie zufrieden sind Sie mit Ihrem Wohnumfeld?” | Spielplätze und Spielmöglichkeiten für Kinder Über zwei Drittel der Familien in Weiherfeld-Dammerstock (71,1 %) und in Hohenwettersbach (67 %) sind mit den Spielplätzen und -möglichkeiten für Kinder in ihrem Wohnumfeld sehr zufrieden (siehe Abbildung 2.26). Deutlich geringer ist die Zufriedenheit mit den Spielmöglichkeiten dagegen in der Innenstadt-West (sehr zufrieden: 20,4 %), Wolfartsweier (sehr zufrieden: 20,8 %), Daxlanden (sehr zufrieden: 21,2 %) und Grötzingen (sehr zufrieden: 22,8 %). 20,4% 20,8% 21,2% 22,8% 28,6% 30,1% 30,4% 35,1% 35,4% 36,5% 36,8% 38,4% 38,6% 38,9% 39,8% 40,0% 41,4% 41,5% 43,3% 43,4% 49,9% 52,4% 52,8% 53,2% 54,4% 62,4% 67,0% 71,1% 44,7% 50,0% 54,0% 55,1% 57,1% 53,1% 56,7% 54,3% 52,0% 51,8% 47,4% 53,3% 51,2% 56,2% 48,1% 37,5% 48,3% 47,2% 48,7% 46,5% 44,9% 43,1% 42,1% 31,4% 38,8% 28,2% 30,2% 27,4% 26,2% 23,6% 17,8% 18,6% 13,1% 12,7% 8,2% 9,6% 9,4% 10,0% 14,0% 6,8% 7,4% 3,9% 9,0% 17,5% 8,6% 8,8% 7,1% 6,6% 4,0% 2,8% 4,1% 12,6% 3,8% 7,4% 1,9% 1,5% 8,7% 5,6% 7,0% 3,6% 1,2% 4,1% 4,8% 1,1% 3,3% 1,8% 1,8% 1,5% 2,8% 3,0% 5,0% 2,5% 3,5% Innenstadt-West Wolfartsweier Daxlanden Grötzingen Grünwettersbach Durlach Rintheim Knielingen Grünwinkel Nordweststadt Palmbach Neureut Mühlburg Beiertheim-Bulach Hagsfeld Innenstadt-Ost Stupferich KARLSRUHE INSGESAMT Südweststadt Oststadt Rüppurr Südstadt Weststadt Oberreut Nordstadt Waldstadt Hohenwettersbach Weiherfeld-Dammerstock 0%10%20%30%40%50%60%70%80%90%100% sehr zufriedenzufriedenweniger zufriedenunzufrieden Basis: 5.246 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 Amt für Stadtentwicklung | 47 Abbildung 2.26 b Zufriedenheit mit dem Wohnumfeld | Spielplätze und Spielmöglichkeiten für Kinder | Stadtteilergebnisse Anteil „sehr zufrieden“ 01 02 27 26 10 06 05 08 11 12 13 15 14 04 07 17 16 20 19 23 2224 25 21 03 18 09 Karlsruher Durchschnitt: 41,5 % Zeichenerklärung Stadtgrenze Stadtteilgrenze Stadtviertelgrenze Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 Anteil „sehr zufrieden“ 20,4 % bis unter 25 % 25 % bis unter 35 % 35 % bis unter 45 % 45 % bis 71,1 % 01 Innenstadt-Ost 02 Innenstadt-West 03 Südstadt 04 Südweststadt 05 Weststadt 06 Nordweststadt 07 Oststadt 08 Mühlburg 09 Daxlanden Stadtteile 10 Knielingen 11 Grünwinkel 12 Oberreut 13 Beiertheim-Bulach 14 Weiherfeld-Dammerstock 15 Rüppurr 16 Waldstadt 17 Rintheim 18 Hagsfeld 19 Durlach 20 Grötzingen 21 Stupferich 22 Hohenwettersbach 23 Wolfartsweier 24 Grünwettersbach 25 Palmbach 26 Neureut 27 Nordstadt 48 | Familienumfrage 2017 Abbildung 2.27 Zufriedenheit mit den Treffpunkten für Jugendliche | Stadtteilergebnisse „Wie zufrieden sind Sie mit Ihrem Wohnumfeld?” | Treffpunkte für Jugendliche Nicht einverstanden mit den Treffpunkten für Jugendliche im Wohnumfeld sind vor allem befragte Familien in Palmbach (unzufrieden: 42,5 %), Wolfartsweier (41,1 %), Grünwettersbach (38,6 %), Hohenwettersbach (38,1 %) und Knielingen (33,6 %). Auch in Stupferich (31,1 %) und Beiertheim-Bulach (30,1 %) sind beinahe ein Drittel der Familien mit den Treffpunkten für Jugendliche unzufrieden. 0,8% 1,8% 2,0% 2,2% 2,5% 4,5% 4,8% 5,5% 6,2% 6,5% 7,1% 7,8% 8,7% 9,4% 9,5% 9,8% 10,3% 10,3% 10,9% 11,5% 11,5% 11,8% 15,9% 16,8% 17,5% 17,9% 18,5% 23,4% 21,3% 19,3% 30,6% 22,2% 7,5% 34,0% 17,9% 40,4% 25,1% 54,5% 23,2% 40,5% 36,4% 30,2% 36,9% 39,7% 48,7% 42,9% 45,4% 51,6% 38,5% 38,7% 48,2% 50,5% 47,6% 38,0% 42,8% 50,6% 44,3% 40,4% 46,7% 44,4% 47,5% 41,7% 39,3% 41,1% 38,6% 34,3% 28,6% 37,9% 40,2% 52,8% 45,2% 36,1% 32,6% 36,4% 33,3% 28,7% 38,5% 38,7% 28,7% 27,3% 23,3% 34,5% 27,8% 20,8% 33,6% 38,6% 20,7% 31,1% 42,5% 19,8% 38,1% 13,1% 30,1% 4,7% 41,1% 13,8% 14,7% 7,5% 8,3% 14,4% 8,3% 10,3% 10,4% 8,2% 11,5% 10,8% 7,3% 5,5% 11,7% 9,5% 10,9% 5,2% Knielingen Grünwettersbach Grünwinkel Stupferich Palmbach Rüppurr Hohenwettersbach Neureut Beiertheim-Bulach Südweststadt Wolfartsweier Nordweststadt Durlach Innenstadt-West Hagsfeld KARLSRUHE INSGESAMT Daxlanden Nordstadt Weststadt Grötzingen Innenstadt-Ost Weiherfeld-Dammerstock Südstadt Rintheim Oststadt Oberreut Mühlburg Waldstadt 0%10%20%30%40%50%60%70%80%90%100% sehr zufriedenzufriedenweniger zufriedenunzufrieden Basis: 3.319 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 Amt für Stadtentwicklung | 49 Abbildung 2.28 Zufriedenheit mit den Räumen, um sich zu treffen (zum Beispiel Bürgerzentren) | Stadtteilergebnisse „Wie zufrieden sind Sie mit Ihrem Wohnumfeld?” | Räume, um sich zu treffen (zum Beispiel Bürgerzentren) Auch beim Thema Bürgerzentren gibt es einige Stadtteile, in denen die Mehrheit der Familien nicht zufrieden ist mit den vorhandenen Räumen, um sich zu treffen (zum Beispiel Bürgerzentren). Relativ unzufrieden sind vor allem Befragte aus Hohenwettersbach (unzufrieden: 20,7 %; weniger zufrieden: 49,4 %), Palmbach (unzufrieden: 19 %; weniger zufrieden: 42,9 %), Grünwettersbach (unzufrieden: 27,3 %; weniger zufrieden: 28,8 %) und Knielingen (unzufrieden: 19,4 %; weniger zufrieden: 34,5 %). 2,4% 3,0% 3,6% 3,6% 4,6% 6,3% 7,4% 7,8% 8,1% 8,9% 9,8% 10,0% 10,4% 10,5% 11,3% 11,4% 11,6% 12,2% 12,6% 13,4% 13,5% 13,9% 14,3% 14,7% 16,2% 18,3% 19,4% 21,4% 35,7% 40,9% 51,1% 42,4% 25,3% 51,1% 61,5% 41,2% 39,0% 43,0% 44,7% 51,7% 62,0% 59,8% 51,0% 55,4% 54,3% 56,7% 38,8% 47,5% 60,9% 51,2% 42,9% 63,6% 47,7% 65,6% 48,8% 50,0% 42,9% 28,8% 30,6% 34,5% 49,4% 34,5% 28,9% 39,2% 42,6% 35,5% 34,7% 35,0% 26,2% 27,9% 29,8% 28,3% 31,5% 26,7% 37,9% 27,4% 17,4% 28,8% 33,3% 16,3% 31,5% 14,8% 27,6% 17,9% 19,0% 27,3% 14,7% 19,4% 20,7% 8,0% 2,2% 11,8% 10,3% 12,7% 10,7% 3,3% 1,5% 1,9% 7,9% 4,9% 2,6% 4,4% 10,7% 11,7% 8,2% 6,1% 9,5% 5,4% 4,6% 1,4% 4,1% 10,7% Palmbach Grünwettersbach Beiertheim-Bulach Knielingen Hohenwettersbach Neureut Grötzingen Stupferich Nordweststadt Grünwinkel Rüppurr Innenstadt-West Daxlanden Rintheim KARLSRUHE INSGESAMT Südweststadt Mühlburg Hagsfeld Weiherfeld-Dammerstock Nordstadt Oberreut Durlach Wolfartsweier Oststadt Weststadt Südstadt Waldstadt Innenstadt-Ost 0%10%20%30%40%50%60%70%80%90%100% sehr zufriedenzufriedenweniger zufriedenunzufrieden Basis: 3.625 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 50 | Familienumfrage 2017 Abbildung 2.29 Zufriedenheit mit der Erreichbarkeit von Kita, Schule, Sportfl ächen | Stadtteilergebnisse „Wie zufrieden sind Sie mit Ihrem Wohnumfeld?” | Erreichbarkeit von Kita, Schule, Sportfl ächen 19,3% 29,3% 30,1% 31,4% 34,0% 39,0% 39,5% 40,0% 43,1% 43,2% 43,6% 44,4% 46,0% 46,1% 46,5% 46,6% 46,8% 47,3% 47,9% 48,0% 51,2% 52,0% 53,9% 54,2% 54,8% 57,7% 59,0% 62,5% 52,6% 56,9% 57,8% 52,1% 55,9% 52,8% 51,5% 50,0% 45,9% 47,6% 51,9% 45,9% 46,7% 46,4% 48,2% 48,0% 46,2% 49,5% 47,9% 43,9% 43,0% 44,0% 42,6% 43,8% 40,4% 35,8% 36,0% 34,3% 28,1% 10,3% 12,0% 12,8% 8,5% 6,7% 8,4% 10,0% 6,8% 8,0% 3,0% 8,1% 6,0% 6,0% 3,5% 4,7% 5,8% 2,1% 4,2% 6,5% 4,6% 3,0% 3,6% 1,7% 2,9% 4,4% 3,5% 2,3% 3,4% 3,7% 4,2% 2,2% Palmbach Stupferich Grünwettersbach Knielingen Grünwinkel Oststadt Grötzingen Innenstadt-Ost Südstadt Mühlburg Hagsfeld Durlach Südweststadt KARLSRUHE INSGESAMT Nordweststadt Neureut Rintheim Daxlanden Wolfartsweier Beiertheim-Bulach Weststadt Innenstadt-West Oberreut Nordstadt Hohenwettersbach Weiherfeld-Dammerstock Waldstadt Rüppurr 0%10%20%30%40%50%60%70%80%90%100% sehr zufriedenzufriedenweniger zufriedenunzufrieden Basis: 5.219 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 Amt für Stadtentwicklung | 51 Umzugspläne Jede fünfte Familie in Karlsruhe (21,8 %) plant, in den kommenden beiden Jahren umzuziehen und rund ein Sechstel (17,8 %) ist unentschlossen (siehe Abbildung 2.30). Abbildung 2.30 Umzugspläne nach Alter, Eigentumsverhältnissen, Wohnzufriedenheit und Familienerweiterungsplänen der Befragten „Planen Sie in den nächsten beiden Jahren umzuziehen?” 32,1% 13,2% 25,3% 38,0% 47,7% 78,1% 57,5% 22,2% 4,9% 5,7% 34,4% 8,2% 15,2% 34,1% 47,0% 21,8% 34,6% 72,1% 55,6% 37,0% 33,2% 5,2% 11,3% 54,0% 88,8% 87,1% 39,5% 79,6% 68,3% 44,9% 28,7% 60,4% 33,3% 14,7% 19,1% 25,0% 19,2% 16,7% 31,2% 23,8% 6,4% 7,2% 26,1% 12,1% 16,5% 21,0% 24,3% 17,8% Weiß nicht Nein, sicher nicht Nein, eher nicht Ja, wahrscheinlich Ja, sicher unzufrieden weniger zufrieden zufrieden sehr zufrieden Eigentümer Mieter 50 Jahre und älter 40 bis unter 50 Jahre 30 bis unter 40 Jahre 18 bis unter 30 Jahre KARLSRUHE INSGESAMT 0%20%40%60%80%100% janeinweiß nicht Basis: 5.286 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 Alter der Befragten: Mit der Wohnsituation... Weitere Kinder geplant? Eigentumsverhältnisse 52 | Familienumfrage 2017 Sowohl Umzugspläne als auch Ungewissheit in Bezug auf Umzugspläne sind in jüngerem Alter sehr ausgeprägt. Fast die Hälfte der Befragten im Alter von 18 bis unter 30 Jahren (47 %) plant in den kommenden zwei Jahren einen Umzug. Im Alter von 30 bis unter 40 Jahre will jede dritte Familie innerhalb der nächsten beiden Jahre umziehen. Ältere Familien scheinen dagegen deutlich häufi ger an ihrem Wunschwohnort angekommen zu sein. Unter den ältesten Befragten im Alter von 50 Jahren und älter wollen vier von fünf Befragten (79,6 %) nicht umziehen. Mieter (34,4 %) planen deutlich häufi ger umzuziehen als Eigentümer (5,7 %). Außerdem ist in der Abbildung 2.30 der Einfl uss von der Zufriedenheit mit der aktuellen Wohnsituation und von Familienerweiterungsplänen auf Umzugspläne zu erkennen. Konsequenterweise planen 78,1 % der mit der aktuellen Wohnsituation unzufriedenen Familien einen Umzug innerhalb der nächsten beiden Jahre. Deutlich wird auch, dass Familien, die weitere Kinder planen, auch häufi ger Umzugspläne haben. Weitere Unterschiede von Umzugsplänen nach soziodemographischen Gruppen sind in Anhangtabelle 2.40 enthalten. Die Gründe für Umzugspläne in den kommenden zwei Jahren hängen stark mit den bereits dargestellten Gründen für Unzufriedenheit mit der aktuellen Wohnsituation zusammen (siehe Abbildung 2.31). Der häufi gste Grund für Umzugspläne ist mangelnder Platz in der aktuellen Wohnung (42,2 %). Platzmangel gewinnt dabei mit steigender Anzahl der Kinder an Bedeutung, wird deutlich häufi ger von Familien mit niedrigem Einkommen und generell von jüngeren Befragten genannt. Der Wunsch nach Eigentum ist der zweithäufi gste Grund für Umzugspläne. Jede vierte Familie mit Umzugsabsichten möchte eine Eigentumswohnung oder ein Haus kaufen beziehungsweise bauen (25,1 %). Während dieser Umzugsgrund bei den jüngsten Familien im Alter von 18 bis unter 30 Jahren mit nur 13,2 %noch nicht sehr verbreitet ist, sind es im Alter von 30 bis unter 40 Jahren 28,6 %, im Alter von 40 bis 50 Jahren noch 24,8 %, die Eigentumswünsche anführen. Generell wollen Familien mit höherem Einkommen häufi ger aufgrund des Wunsches nach einem Eigenheim, einem Garten oder Balkon umziehen, während Geringverdiener häufi ger wegen zu hoher Mieten Umzugspläne ins Auge fassen. Weitere Unterschiede der häufi gsten Gründe für Umzugspläne sind nach soziodemographischen Gruppen in Anhangtabelle 2.41 und nach Stadtteilen in Anhangtabelle 2.42 angeführt. Abbildung 2.31 Gründe für Umzugspläne | Teilgruppe 1 „Wieso planen Sie in den nächsten beiden Jahren umzuziehen?” 8,9% 2,4% 2,7% 3,4% 4,1% 5,4% 6,2% 6,2% 7,7% 7,8% 8,7% 12,3% 13,1% 25,1% 42,2% Sonstiges Rückzug in die Heimat/zur Familie persönliche/familiäre Gründe Probleme mit, Eigenbedarf des Vermieters/Verkauf des Hauses Wunsch nach ländlicherem Wohnen zu viel Verkehr/Lärm schlechtes Wohnumfeld/nicht kindgerecht berufliche Gründe/Jobwechsel/Arbeitszimmer Familienzuwachs geplant Mängel an derzeitiger Wohnung, mehr Wohnkomfort gewünscht (Aufzug, Bad) aktuelle Miete ist zu hoch zu wenig Zimmer/schlechter Schnitt Wunsch nach Garten/Balkon Wunsch nach Eigentumswohnung/Haus zu wenig Platz in aktueller Wohnung 0%10%20%30%40%50% 1 Mehrfachantworten waren möglich Basis: 1.121 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 Amt für Stadtentwicklung | 53 Aufschlussreich ist auch der Zusammenhang von Unzufriedenheit mit dem Wohnumfeld und vorhandenen Umzugsabsichten (siehe Abbildung 2.32). Dargestellt sind hier anteilig die Familien mit Umzugsabsichten an allen mit der jeweiligen Situation im Wohnumfeld unzufriedenen Familien. So zeigt sich, dass gerade die in Bezug auf eine kinder- und familienfreundliche Atmosphäre unzufriedenen Befragten zu 42 % angeben, einen Umzug ins Auge zu fassen. Jeweils rund ein Drittel der Familien hat Umzugspläne, die mit Grünfl ächen (33,9 %), der Barrierefreiheit im öffentlichen Raum (32,5 %), dem Bewegungsraum für Kinder (32 %) und der Erreichbarkeit von Kita, Schule und Sportfl ächen im Wohnumfeld unzufrieden sind. Abbildung 2.32 Anteile von Familien mit Umzugsplänen nach Unzufriedenheit mit dem Wohnumfeld „Planen Sie in den nächsten beiden Jahren umzuziehen?” & „Wie zufrieden sind Sie mit Ihrem Wohnumfeld?“ Lesebeispiel: „42 Prozent der Familien, die mit der kinder- und familienfreundlichen Atmosphäre im Wohnumfeld unzufrieden sind, planen in den nächsten zwei Jahren umzuziehen.“ 12,8% 17,1% 17,5% 20,4% 23,9% 25,2% 28,5% 31,8% 32,0% 32,5% 33,9% 42,0% Treffpunkte für Jugendliche Kinder- und Jugendzentren Räume, um sich zu treffen (z.B. Bürgerzentren) Anbindung an den ÖPNV (Bus & Bahn) Spielplätze und Spielmöglichkeiten für Kinder Verkehrssicherheit Angebote von Vereinen Erreichbarkeit von Kita, Schule, Sportflächen Bewegungsraum für Kinder Barrierefreiheit im öffentlichen Raum Grünflächen Kinder- und familienfreundliche Atmosphäre 0%10%20%30%40%50% Basis: 5.251 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 54 | Familienumfrage 2017 Wohn-Steckbriefe für Familien in Karlsruhe Zusammenfassend leben 39,9 % der Karlsruher Familien in einem Ein- bis Zweifamilienhaus oder Reihenhaus siehe Abbildung 2.33). Die Eigentumsquote liegt bei 43,8 % und rund drei Viertel (74,7 %) der Familien verfügt über einen Garten oder Hof, der zum Kinderspiel geeignet ist. Die durchschnittliche Wohnfl äche liegt bei 32,3 m² pro Person und 37,8 % sind mit ihrer Wohnsituation sehr zufrieden. Außerdem hegt jede fünfte Karlsruher Familie (21,8 %) kurz- bis mittelfristige Umzugspläne innerhalb der kommenden zwei Jahre. Unterschieden nach Haushaltstyp zeigt sich eine deutlich bessere Wohnsituation von Paarfamilien gegenüber Alleinerziehenden (siehe Abbildung 2.34). Je höher die in den Netzgrafi ken abgetragenen Werte sind, desto positiver ist die jeweilige Wohnsituation zu werten. Lediglich bei der durchschnittlichen Wohnfl äche pro Person schneiden Alleinerziehende besser ab, wobei dieser Umstand unmittelbar mit dem fehlenden Partner zusammenhängt. Abbildung 2.33 Wohnsteckbrief für Familien in Karlsruhe Abbildung 2.34 Wohnsteckbriefe für Alleinerziehende und Paar-Familien in Karlsruhe 39,9 43,8 74,7 32,3 37,8 -> Umzugspläne in den nächsten 2 Jahren: 21,8 % Karlsruhe gesamt Anteil Ein- bis Zweifamilienhaus, Reihenhaus Anteil Eigentümer Anteil mit der Wohnsituation sehr zufriedener Personen Durchschnitt Wohnfläche/Person (in m 2 ) Anteil Hof oder Garten zum Spielen vorhanden 18,3 19,3 60,4 35 27,8 -> Umzugspläne in den nächsten 2 Jahren: 23,1 % Alleinerziehende Anteil Ein- bis Zweifamilienhaus, Reihenhaus Anteil Eigentümer Anteil mit der Wohnsituation sehr zufriedener Personen Durchschnitt Wohnfläche/Person (in m 2 ) Anteil Hof oder Garten zum Spielen vorhanden 42,6 46,9 76,6 32 39,1 -> Umzugspläne in den nächsten 2 Jahren: 21,6 % Paar-Familien Anteil Ein- bis Zweifamilienhaus, Reihenhaus Anteil Eigentümer Anteil mit der Wohnsituation sehr zufriedener Personen Durchschnitt Wohnfläche/Person (in m 2 ) Anteil Hof oder Garten zum Spielen vorhanden Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 Amt für Stadtentwicklung | 55 Wie aus den folgenden Netzgrafi ken hervorgeht ist die Wohnsituation vor allem für die jüngsten Befragten im Alter von 18 bis unter 30 Jahren besonders kritisch (siehe Abbildung 2.35). Sämtliche im Netz abgebildeten Werte sind bei den jungen Familien am geringsten ausgeprägt, was sich an der relativ kleinen grünen Fläche zeigt. Unter den jüngsten Familien in der Fächerstadt wohnen nur 15,7 % in einem Ein- bis Zweifamilienhaus oder Reihenhaus. Die Eigentümerquote beträgt lediglich 9 % und rund die Hälfte (52,2 %) verfügt über einen Garten oder Hof. Die durchschnittliche Wohnfl äche pro Person liegt bei nur 25,2 m². Entsprechend ist der Anteil der mit ihrer Wohnsituation sehr zufriedenen unter den Befragten im Alter von 18 bis unter 30 Jahren bei nur 23,2 % und beinahe die Hälfte (47 %) berichtet von Umzugsplänen innerhalb der nächsten zwei Jahre. Abbildung 2.35 Wohnsteckbriefe für Familien in Karlsruhe nach Altersgruppen 15,7 9 52,2 25,2 23,2 -> Umzugspläne in den nächsten 2 Jahren: 47 % 18 bis unter 30 Jahre Anteil Ein- bis Zweifamilienhaus, Reihenhaus Anteil Eigentümer Anteil mit der Wohnsituation sehr zufriedener Personen Durchschnitt Wohnfläche/Person (in m 2 ) Anteil Hof oder Garten zum Spielen vorhanden 29,1 29,1 67,9 29,9 29,7 -> Umzugspläne in den nächsten 2 Jahren: 34,1 % 30 bis unter 40 Jahre Anteil Ein- bis Zweifamilienhaus, Reihenhaus Anteil Eigentümer Anteil mit der Wohnsituation sehr zufriedener Personen Durchschnitt Wohnfläche/Person (in m 2 ) Anteil Hof oder Garten zum Spielen vorhanden 45 52,1 78,7 33,1 40,9 -> Umzugspläne in den nächsten 2 Jahren: 15,2 % 40 bis unter 50 Jahre Anteil Ein- bis Zweifamilienhaus, Reihenhaus Anteil Eigentümer Anteil mit der Wohnsituation sehr zufriedener Personen Durchschnitt Wohnfläche/Person (in m 2 ) Anteil Hof oder Garten zum Spielen vorhanden 54,5 60,4 84,4 37,1 49,6 -> Umzugspläne in den nächsten 2 Jahren: 8,2 % 50 Jahre und älter Anteil Ein- bis Zweifamilienhaus, Reihenhaus Anteil Eigentümer Anteil mit der Wohnsituation sehr zufriedener Personen Durchschnitt Wohnfläche/Person (in m 2 ) Anteil Hof oder Garten zum Spielen vorhanden Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 56 | Familienumfrage 2017 Auf den ersten Blick ist zu erkennen, dass sich die Wohnsituation der Familien mit höherem Alter der Befragten zunehmend positiver gestaltet. Die Umzugspläne (innerhalb von zwei Jahren) werden stetig geringer und liegen unter den Befragten im Alter von 50 Jahren und älter nur noch bei 8,2 %. Rund die Hälfte der Familien dieser Altersgruppe (49,6 %) sind mit ihrer Wohnsituation sehr zufrieden, 60,4 % wohnt im Eigentum und die durchschnittliche Wohnfl äche pro Person liegt bei 37,1 m². Besonders deutliche Unterschiede der Wohnsituationen von Familien in Karlsruhe gehen mit dem jeweiligen Wohnstatus einher (siehe Abbildung 2.36). Es ist naheliegend, dass im Eigentum wohnende Familien andere Rahmenbedingungen im Wohnalltag haben als Mieter. Eigentümer leben mit 66 % häufi ger in einem Ein- bis Zweifamilienhaus oder Reihenhaus (Mieter: 19,4 %). Rund neun von zehn Eigentümern (89,2 %) haben einen Garten oder Hof, der zum Kinderspiel geeignet ist (Mieter: 63,4 %). Die durchschnittliche Wohnfl äche beträgt bei im Eigentum wohnenden Familien 37 m², bei Mietern 28,7 m² pro Person und auch der Anteil der mit ihrer Wohnsituation sehr zufriedenen ist bei Eigentümern (56,4 %) klar höher als bei Mietern (23,1 %). Außerdem hegen rund ein Drittel der zur Miete wohnenden Karlsruher Familien (34,4 %) kurz- bis mittelfristige Umzugs- pläne innerhalb der kommenden zwei Jahre, während lediglich 5,7 % der in den eigenen vier Wänden wohnenden Familien von Umzugsplänen berichten. Abbildung 2.36 Wohnsteckbriefe für Familien in Karlsruhe nach Wohnstatus 19,4 63,4 28,7 23,1 -> Umzugspläne in den nächsten 2 Jahren: 34,4 % Mieter Anteil Ein- bis Zweifamilienhaus, Reihenhaus Anteil mit der Wohnsituation sehr zufriedener Personen Durchschnitt Wohnfläche/Person (in m 2 ) Anteil Hof oder Garten zum Spielen vorhanden 66,0 89,2 37,0 56,4 -> Umzugspläne in den nächsten 2 Jahren: 5,7 % Eigentümer Anteil Ein- bis Zweifamilienhaus, Reihenhaus Anteil mit der Wohnsituation sehr zufriedener Personen Durchschnitt Wohnfläche/Person (in m 2 ) Anteil Hof oder Garten zum Spielen vorhanden Amt für Stadtentwicklung | 57 2.3 Freizeitverhalten Treffpunkte für Familien Die in Karlsruhe zur Verfügung stehenden Treffpunkte oder Einrichtungen werden in unterschiedlichem Ausmaß von den in der Fächerstadt wohnenden Familien gemeinsam aufgesucht (siehe Abbildung 2.37). Kindertageseinrichtungen und Schülerhorte werden zu beinahe gleichen Anteilen täglich (43,5 %) oder aber nie besucht (44,6 %), eine sporadische Nutzung ist eher die Ausnahme. Besonders stark frequentiert werden Grünfl ächen und Parks im Wohnumfeld, die überwiegend wöchentlich (47,1 %) oder sogar täglich (27,9%) von den Familien als Treffpunkt genutzt werden. Eine ähnlich intensive Nutzung durch Karlsruher Familien erfahren außerdem Spielplätze (täglich: 18,7 %, wöchentlich: 48,7 %), öffentliche Plätze im Wohnumfeld (täglich: 17,3 %, wöchentlich 39,1 %) und Vereine (täglich: 4 %, wöchentlich 50,8 %). Rund die Hälfte der Familien besucht kulturelle Veranstaltungen in monatlichem (42,5 %) oder wöchentlichen (7,7 %) Rhythmus. Kirchengemeinden besuchen 12,1 % der Familien wöchentlich und 13,5 % monatlich gemeinsam. Abbildung 2.37 Besuchshäufi gkeit von Treffpunkten für Familien „Welche Treffpunkte suchen Sie gemeinsam als Familie auf und wie häufi g besuchen Sie diese?“ 4,0% 17,3% 18,7% 27,9% 43,5% 7,7% 12,1% 5,1% 4,6% 50,8% 39,1% 48,7% 47,1% 3,5% 2,8% 4,5% 42,5% 13,5% 4,2% 5,0% 6,3% 17,2% 12,8% 14,1% 20,6% 31,8% 40,8% 35,1% 17,9% 26,0% 16,3% 19,3% 13,3% 8,1% 7,0% 73,9% 60,9% 8,5% 38,7% 72,2% 63,6% 22,6% 7,0% 6,4% 2,8% 44,6% Familienzentren, Mehrgenerationentreffpunkte Bürgerzentren, Begegnungsstätten Kulturelle Veranstaltungen Kirchengemeinden Elterncafés Kinder- und Jugendhäuser Vereine Öffentliche Plätze im Wohnumfeld Spielplätze Grünflächen und Parks im Wohnumfeld Kindertageseinrichtungen/Schülerhort 0%20%40%60%80%100% täglichwöchentlichmonatlichseltenernie Basis: 5.226 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 58 | Familienumfrage 2017 Öffentliche Plätze, Grünfl ächen und Parks, Spielplätze, Eltern- cafés und Kindertageseinrichtungen/Schülerhorte werden besonders häufi g von jüngeren Befragten sowie von Familien mit jungen Kindern aufgesucht. Kulturelle Veranstaltungen und die Kirchengemeinden sind dagegen eher bei Familien mit älteren Kindern beliebt. Die Nutzung der verschiedenen Treffpunkte für Familien in Karlsruhe ist detailliert nach soziodemographischen Gruppen und nach Stadtteilen in den Anhangtabellen 2.43 bis 2.64 aufgeschlüsselt. Eine tägliche Inanspruchnahme von Kindertageseinrichtungen/ Schülerhorten lässt sich unter gutsituierten Familien mit einem Einkommen von 2.000 bis unter 3.000 Euro pro Kopf (56,4 %) und von 3.000 Euro pro Kopf und mehr (40,3 %) häufi ger feststellen als bei Familien mit geringeren Einkommen (1.000 bis unter 2.000 Euro pro Kopf: 41,1 %; unter 1.000 Euro pro Kopf: 35,5 %). Ein leichter Einkommenseffekt zeigt sich auch beim Besuch von kulturellen Veranstaltungen. Familien mit einem Einkommen von unter 1.000 Euro pro Kopf besuchen deutlich seltener eine kulturelle Veranstaltung gemeinsam als Familie (nie: 14,8 %) als Familien mit einem Einkommen von 3.000 Euro pro Kopf und mehr (nie: 6,8 %). Viel bedeutsamer für die Besuchshäufi gkeit von kulturellen Veranstaltungen ist aber der Bildungsgrad: Der Anteil der kulturell abstinenten Familien liegt bei den Befragten mit geringem oder ohne Schulabschluss bei fast einem Viertel (nie: 23,9 %), während er mit höherem Bildungsgrad stetig sinkt und unter den (Fach-)Hochschulabsolventen bei nur noch 4,9 % liegt. Die besondere Situation der Alleinerziehenden in Bezug auf das Freizeitverhalten zeigt sich vor allem in der selteneren Besuchshäufi gkeit von Spielplätzen. Die Karlsruher Spielplätze werden nur von jedem zehnten Kind (10,7 %) mit alleinerziehendem Elternteil täglich besucht. Dagegen besucht jedes fünfte Kind einer Paar-Familie (19,7 %) und mehr als jedes vierte Kind aus einem Mehrgenerationenhaushalt (27,3 %) täglich einen Spielplatz. Auch Kindertageseinrichtungen/ Schülerhorte werden seltener täglich von Alleinerziehenden Familien (32,8 %) als von Mehrgenerationen-Haushalten (33,6 %) oder von Paar-Familien (45 %) gemeinsam besucht. Etwas überraschend ist die besonders seltene Besuchs- häufi gkeit von Kindertageseinrichtungen/Schülerhorten von in Vollzeit erwerbstätigen Alleinerziehenden: Nur rund ein Viertel (26,6 %) kommt täglich, aber mit 60,7 % der deutlich überwiegende Teil nie gemeinsam in Kindertageseinrichtungen/ Schülerhorte. Tiefergehende Ausführungen zum Thema Betreuung von Vorschulkindern (siehe Kapitel 5) zeigen aber, dass Alleinerziehende sehr wohl überdurchschnittlich häufi g das Angebot von Kindertageseinrichtungen wahrnehmen. Die Vermutung liegt also nahe, dass es sich unter den Alleinerziehenden häufi ger um ein reines Abgeben und Abholen des Kindes handelt und die Kindertageseinrichtung/ der Schülerhort von Alleinerziehenden eher nicht als gemeinsam als Familie aufgesuchter Treffpunkt angesehen wird. Von der Möglichkeit weitere, nicht in der Vorauswahl vorhandene, Treffpunkte anzuführen, machten 582 Befragte Gebrauch. Als sonstige gemeinsam von Familien aufgesuchte Treffpunkte werden von diesen Befragten vor allem der Zoologische Stadtgarten (22 %) und die Schwimmbäder (17,7 %) in Karlsruhe genannt (siehe Abbildung 2.38). Sonstige genannte Treffpunkte sind außerdem gastronomische Einrichtungen (10,4 %), Wald und Natur (9,2 %) sowie Museum/Kunst/Musik und zu Hause/im Garten/Schrebergarten (je 8,8 %). Da der Zoologische Stadtgarten in Karlsruhe traditionell eine wichtige Rolle in der Freizeitgestaltung der Bürgerinnen und Bürger einnimmt, wurde zusätzlich nach dem Vorhandensein von Jahreskarten gefragt. Abbildung 2.38 Sonstige Treffpunkte, die von Familien gemeinsam aufgesucht werden 1 | Teilgruppe „Welche Treffpunkte suchen Sie gemeinsam als Familie auf und wie häufi g besuchen Sie diese?“ 1,6% 1,8% 1,9% 2,3% 3,5% 4,1% 5,7% 6,4% 6,8% 8,8% 8,8% 9,2% 10,4% 17,7% 22,0% Tanzschule Schule Kino Volkshochschule Wochenmarkt, Supermarkt Sport Bibliothek Sonstiges bei Freunden zu Hause/im Garten/Schrebergarten Museum/Kunst/Musik Wald/Natur Gastronomie Schwimmbad Zoologischer Stadtgarten/Tiergarten 0%5%10%15%20%25% 1 Mehrfachantworten waren möglich Basis: 582 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 Amt für Stadtentwicklung | 59 Zoologischer Stadtgarten Insgesamt ist mit 31,6 % fast jede dritte Familie in Karlsruhe im Besitz einer Jahreskarte für den Zoologischen Stadtgarten. Unter den Familien mit Kindern unter sechs Jahren sind die Jahreskarteninhaber sogar in der Mehrheit: Familien mit unter dreijährigen Kindern haben zu 53,9 %, Familien mit Kindern im Alter von drei bis unter sechs Jahren zu 52,3 % eine Jahreskarte. Ein deutlicher Rückgang ist vor allem ab einem Kindesalter von zehn Jahren und älter zu erkennen (siehe Abbildung 2.39 und Anhangtabelle 2.65). Je höher das Haushaltseinkommen ist, desto verbreiteter sind die Zoo-Jahreskarten: Unter den Familien mit weniger als 1.000 Euro pro Kopf im Monat hat nur etwa ein Fünftel (18,8 %) eine Jahreskarte, bei 2.000 bis unter 3.000 Euro pro Kopf (40,7 %) und bei 3.000 Euro pro Kopf und mehr (39,1 %) sind es doppelt so viele. Auffallend ist, dass Familien ohne Migrationshintergrund häufi ger im Besitz einer Jahreskarte sind (35,4 %) als Familien mit Migrationshintergrund (26 %) oder ausländische Familien (18,7 %). Auch die Entfernung des Wohnortes zum Zoologischen Stadtgarten hat einen klar ersichtlichen Einfl uss auf das Vorhandensein einer Jahreskarte im Familienhaushalt (siehe Abbildung 2.40). Gerade Familien aus den direkt an den Zoologischen Stadtgarten angrenzenden Stadtteilen haben mehrheitlich eine Jahreskarte inne (Südstadt: 61,7 %, Südweststadt: 60,2 %). Besonders verbreitet sind sie außerdem in Beiertheim-Bulach (53,6 %), der Innenstadt-West (42,9 %) und der Oststadt (40,2 %; siehe Anhangtabelle 2.66). Etwas überraschend ist der mit 36,8 % recht hohe Anteil von Jahreskarteninhabern im recht weit vom Zoologischen Stadtgarten entfernten Palmbach. Am wenigsten verbreitet sind die Dauerkarten für den Zoologischen Stadtgarten schließlich unter den Familien in Oberreut (14,9 %), Wolfartsweier (18,3 %), Hohenwettersbach (19,2 %) und Hagsfeld (19,8 %). 6,1% 11,2% 30,1% 52,3% 53,9% 31,6% 93,9% 88,8% 69,9% 47,7% 46,1% 68,4% 16 bis unter 18 Jahre 10 bis unter 16 Jahre 6 bis unter 10 Jahre 3 bis unter 6 Jahre 0 bis unter 3 Jahre KARLSRUHE INSGESAMT 0%20%40%60%80%100% JaNein Basis: 5.224 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 Abbildung 2.39 Jahreskarte für den Zoologischen Stadtgarten nach Alter des jüngsten Kindes „Haben Sie eine Jahreskarte für den Zoologischen Stadtgarten?“ © Roland Fränkle, Presseamt Stadt Karlsruhe 60 | Familienumfrage 2017 Abbildung 2.40 Anteil der Familien mit einer Jahreskarte für den Zoologischen Stadtgarten 01 02 27 26 10 06 05 08 11 12 13 15 14 04 07 17 16 20 19 23 2224 25 21 03 18 09 Karlsruher Durchschnitt: 31,6 % Zeichenerklärung Stadtgrenze Stadtteilgrenze Stadtviertelgrenze Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 Anteil „Jahreskarten“ 19,4 % bis unter 20 % 20 % bis unter 30 % 30 % bis unter 40 % 40 % bis 61,7 % 01 Innenstadt-Ost 02 Innenstadt-West 03 Südstadt 04 Südweststadt 05 Weststadt 06 Nordweststadt 07 Oststadt 08 Mühlburg 09 Daxlanden Stadtteile 10 Knielingen 11 Grünwinkel 12 Oberreut 13 Beiertheim-Bulach 14 Weiherfeld-Dammerstock 15 Rüppurr 16 Waldstadt 17 Rintheim 18 Hagsfeld 19 Durlach 20 Grötzingen 21 Stupferich 22 Hohenwettersbach 23 Wolfartsweier 24 Grünwettersbach 25 Palmbach 26 Neureut 27 Nordstadt Amt für Stadtentwicklung | 61 Bekanntheit und Nutzung von Freizeit- angeboten für Familien mit Kindern Die Familien wurden gebeten über die Bekanntheit und gegebenenfalls die Nutzung von Freizeitangeboten im näheren Umfeld Auskunft zu geben. In Abbildung 2.41 sind die verschiedenen abgefragten Angebote dargestellt, woraus hervorgeht, dass die Mehrheit der Karlsruher Familien über die bestehenden familien- und kindergeeigneten Freizeitangebote im näheren Umfeld gut im Bilde ist und diese auch rege wahrnimmt. Über die Hälfte der Familien nutzt Sportangebote (65,3 %), Angebote öffentlicher Spiel- und Sportplätze (60,4 %) und Veranstaltungen oder Feste (58 %). Musisch-kulturelle Angebote werden von 41,1 % der Familien aktiv genutzt, während 22,4 % kein solches Angebot im näheren Umfeld kennen. Am wenigsten bekannt sind schließlich offene Angebote der Kinder- und Jugendhäuser sowie Aktivspielplätze, die nur 22,4 % der Befragten kennen und nutzen, während sie für fast ein Drittel (29,4 %) – zumindest im näheren Umfeld – unbekannt sind. Abbildung 2.41 Bekanntheit und Nutzung von Freizeitangeboten im näheren Umfeld für Familien mit Kindern „Kennen Sie in Ihrem näheren Umfeld folgende Freizeitangebote für Familien mit Kindern und nutzen/besuchen Sie oder Ihr/e Kind/er diese?“ Je höher der Bildungsabschluss, desto intensiver werden die Freizeitangebote für Familien im näheren Umfeld genutzt. Besonders deutlich zeigt sich dieser Zusammenhang bei den musisch-kulturellen Angeboten für Familien: während nur 15,1 % der Befragten mit niedrigem oder fehlendem Bildungs- abschluss angeben, diese Angebote zu nutzen, sind es unter den (Fach-) Hochschulabsolventen mit 49,4 % rund die Hälfte (siehe Anhangtabelle 2.68). Eine Ausnahme dieses Bildungs- effekts stellt die Nutzung offener Angebote der Kinder- und Jugendhäuser/Aktivspielplätze dar: Hier ist der Nutzeranteil mit 27,3 % unter den Familien mit niedrigem Bildungsabschluss am höchsten (siehe Anhangtabelle 2.69). Sämtliche Angebote im näheren Umfeld sind den Familien eher bekannt, je länger sie im jeweiligen Stadtviertel wohnhaft sind. Dieser Zusammen- hang ist naheliegend, da die Befragten länger Zeit hatten, umfeldspezifi sche Ortskenntnisse zu erwerben und in der Regel auch bereits längere Zeit ein Kind im Haushalt lebt. Eher unterdurchschnittliche Kenntnisse über Angebote im näheren Umfeld haben dagegen neben den relativ neu zugezogenen Familien vor allem junge Befragte im Alter von unter 30 Jahren, Familien mit Kindern im Alter von unter 3 Jahren, Befragte mit einem niedrigen Bildungsstatus und ausländische Befragte. Auch räumlich zeichnen sich Unterschiede in der Nutzung und Bekanntheit der verschiedenen Angebotsformen im Freizeitbereich im Stadtgebiet ab (siehe Abbildungen 2.42 bis 2.46). Freizeitangebote werden vor allem von Familien in Oberreut und Mühlburg eher selten genutzt, wobei auch hier die offenen Angebote der Kinder und Jugendhäuser sowie Aktivspielplätze eine Ausnahme darstellen. Die dort etwas überdurchschnittliche Nutzung dieser Angebote hängt wohl mit der räumlichen Nähe der beiden vorhandenen Karlsruher Aktivspielplätze in der Günther-Klotz-Anlage und in der Nordweststadt zusammen. Gleichzeitig ist zu erkennen, dass in den Höhenstadtteilen häufi g keine solchen offenen Angebote im näheren Umfeld bekannt sind oder diese nicht existieren. Generell muss bei den dargestellten Stadtteilunterschieden stets berücksichtigt werden, dass nicht von einer vollkommenen Gleichverteilung zur Verfügung stehender Freizeitangebote über das Stadtgebiet ausgegangen werden kann. Das bedeutet gleichzeitig, dass Unkenntnis neben Uninformiertheit auch in einem unterdurchschnittlichen Angebot im näheren Umfeld begründet liegen kann. 22,4% 41,1% 58,0% 60,4% 65,3% 48,2% 36,4% 30,4% 27,0% 26,5% 29,4% 22,4% 11,6% 12,6% 8,2% Offene Angebote der Kinder- und Jugendhäuser/Aktivspielplätze Musisch-kulturelle Angebote Veranstaltungen, Feste Angebot öffentlicher Spiel- und Sportplätze Sportangebote 0%20%40%60%80%100% ja, kenne und nutze ichja, kenne ichnein, kenne ich nicht Basis: 5.070 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 62 | Familienumfrage 2017 Sportangebote Stadtweit nutzen rund zwei Drittel (65,3 %) der Familien in Karlsruhe Sportangebote im näheren Umfeld (siehe Abbildung 2.42). Über drei Viertel sind es unter den Familien aus Grünwettersbach (80,2 %), Weiherfeld-Dammerstock (76,5 %) und Stupferich (75,4 %). Dagegen nutzen weniger als die Hälfte der Familien, die in der Innenstadt-Ost (28,9 %), Oberreut (41,7 %), Südstadt (48,3 %) oder in Mühlburg (49,9 %) wohnen, solche Sportangebote. Ein Drittel der Familien in der Innenstadt-Ost (34,2 %) kennt kein Sportangebot für Familien im näheren Umfeld. Abbildung 2.42 Bekanntheit und Nutzung von Sportangeboten im näheren Umfeld | Stadtteilergebnisse „Kennen Sie in Ihrem näheren Umfeld folgende Freizeitangebote für Familien mit Kindern und nutzen/besuchen Sie oder Ihr/e Kind/er diese?“ | Sportangebote 28,9% 41,7% 48,3% 49,9% 52,9% 58,0% 63,4% 64,4% 65,0% 65,3% 66,0% 66,4% 67,7% 67,7% 68,0% 68,2% 68,3% 68,3% 68,4% 69,9% 70,5% 70,8% 71,0% 72,2% 73,7% 75,4% 76,5% 80,2% 36,8% 37,9% 34,3% 35,9% 36,6% 28,0% 30,5% 26,1% 25,2% 26,5% 25,0% 26,4% 27,4% 26,2% 29,1% 29,2% 23,0% 24,2% 26,3% 15,9% 24,8% 24,6% 21,7% 21,9% 22,9% 21,1% 19,1% 18,5% 34,2% 20,4% 17,4% 14,2% 10,5% 14,0% 6,1% 9,4% 9,8% 8,2% 8,9% 7,3% 5,0% 6,2% 2,9% 2,5% 8,7% 7,5% 5,3% 14,2% 4,7% 4,6% 7,2% 5,9% 3,4% 3,5% 4,4% 1,2% Innenstadt-Ost Oberreut Südstadt Mühlburg Oststadt Innenstadt-West Nordweststadt Knielingen Grötzingen KARLSRUHE INSGESAMT Daxlanden Grünwinkel Beiertheim-Bulach Hagsfeld Hohenwettersbach Nordstadt Weststadt Südweststadt Palmbach Rintheim Durlach Waldstadt Wolfartsweier Neureut Rüppurr Stupferich Weiherfeld-Dammerstock Grünwettersbach 0%10%20%30%40%50%60%70%80%90%100% ja, kenne und nutze ichja, kenne ichnein, kenne ich nicht Basis: 5.070 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 Amt für Stadtentwicklung | 63 Musisch-kulturelle Angebote Musisch-kulturelle Angebote werden am häufi gsten in den beiden Höhenstadtteilen Wolfartsweier (57,6 %) und Hohenwettersbach (53,1 %) genutzt (siehe Abbildung 2.43). Stadtweit nutzen 41,1 % der Familien musisch-kulturelle Angebote im näheren Umfeld. Weniger als ein Drittel der Familien sind es in Palmbach (23,5 %), Oberreut (28,8 %), Mühlburg (30,6 %), der Südstadt (32,5 %) und in Grünwinkel (33,1 %). Zu großen Teilen unbekannt sind musisch-kulturelle Angebote im näheren Umfeld vor allem den Familien in Oberreut (41,6 %), Innenstadt-Ost (36,1 %), Daxlanden (35 %), Mühlburg (33,9 %), Rintheim (33,6 %) und Grünwinkel (33,3 %). Abbildung 2.43 Bekanntheit und Nutzung von musisch-kulturellen Angeboten im näheren Umfeld für Familien mit Kindern | Stadtteilergebnisse „Kennen Sie in Ihrem näheren Umfeld folgende Freizeitangebote für Familien mit Kindern und nutzen/besuchen Sie oder Ihr/e Kind/er diese?” | Musisch-kulturelle Angebote 23,5% 28,8% 30,6% 32,5% 33,1% 34,8% 34,9% 35,2% 36,1% 36,2% 37,0% 38,7% 39,6% 40,0% 40,1% 40,6% 41,1% 43,0% 43,2% 45,3% 46,7% 47,4% 48,0% 48,9% 49,0% 49,2% 53,1% 57,6% 58,8% 29,6% 35,5% 39,6% 33,6% 30,2% 31,5% 38,6% 27,8% 35,1% 34,7% 33,1% 35,4% 33,9% 29,6% 39,9% 36,4% 41,8% 41,3% 39,4% 32,7% 37,9% 42,9% 27,6% 35,3% 27,8% 34,4% 28,8% 17,6% 41,6% 33,9% 28,0% 33,3% 35,0% 33,6% 26,1% 36,1% 28,7% 28,3% 28,2% 25,0% 26,1% 30,3% 19,5% 22,4% 15,2% 15,4% 15,3% 20,7% 14,7% 9,2% 23,5% 15,7% 23,0% 12,5% 13,6% Palmbach Oberreut Mühlburg Südstadt Grünwinkel Daxlanden Rintheim Oststadt Innenstadt-Ost Innenstadt-West Waldstadt Knielingen Stupferich Hagsfeld Nordweststadt Neureut KARLSRUHE INSGESAMT Grünwettersbach Durlach Südweststadt Grötzingen Nordstadt Rüppurr Beiertheim-Bulach Weststadt Weiherfeld-Dammerstock Hohenwettersbach Wolfartsweier 0%10%20%30%40%50%60%70%80%90%100% ja, kenne und nutze ichja, kenne ichnein, kenne ich nicht Basis: 4.606 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 64 | Familienumfrage 2017 Offene Angebote der Kinder- und Jugendhäuser/Aktivspielplätze Etwas über ein Fünftel der Familien in Karlsruhe (22,4 %) macht von offenen Angeboten der Kinder- und Jugendhäuser/ Aktivspielplätzen Gebrauch (siehe Abbildung 2.44). Mehr als ein Viertel der Familien sind es in Durlach (29,7 %), Nordweststadt (29,4 %), Weststadt (27,8 %), Nordstadt (26,7 %), Grötzingen (26,6 %) und Mühlburg (26,1 %). Häufi g unbekannt und nur selten genutzt werden offene Angebote der Kinder- und Jugendhäuser dagegen vor allem in den Höhenstadtteilen Stupferich (genutzt von 8,9 %), Palmbach (10,6 %), Wolfartsweier (12,7 %) und Grünwettersbach (12,9 %). Die Familien in Stupferich (60 %), Palmbach (59,6 %) und Knielingen (51,7 %) kennen mehrheitlich kein solches Angebot im näheren Umfeld. Abbildung 2.44 Bekanntheit und Nutzung von offenen Angeboten der Kinder- und Jugendhäuser/Aktivspielplätze im näheren Umfeld | Stadtteilergebnisse „Kennen Sie in Ihrem näheren Umfeld folgende Freizeitangebote für Familien mit Kindern und nutzen/besuchen Sie oder Ihr/e Kind/er diese?” | Offene Angebote der Kinder- und Jugendhäuser/Aktivspielplätze 8,9% 10,6% 12,7% 12,9% 13,5% 16,6% 17,1% 17,4% 17,8% 17,9% 18,9% 19,2% 20,3% 21,3% 22,3% 22,4% 22,4% 23,1% 23,2% 23,4% 23,5% 23,8% 26,1% 26,6% 26,7% 27,8% 29,4% 29,7% 31,1% 29,8% 50,9% 40,0% 51,4% 31,8% 37,1% 46,7% 46,2% 58,8% 47,1% 50,0% 53,0% 46,0% 38,9% 37,8% 48,2% 48,3% 54,2% 40,8% 36,5% 51,3% 47,0% 53,1% 60,2% 46,7% 55,6% 49,0% 60,0% 59,6% 36,4% 47,1% 35,1% 51,7% 45,7% 35,9% 36,0% 23,2% 34,0% 30,8% 26,7% 32,8% 38,8% 39,8% 29,4% 28,6% 22,6% 35,8% 40,0% 25,0% 26,9% 20,3% 13,1% 25,5% 15,0% 21,2% Stupferich Palmbach Wolfartsweier Grünwettersbach Hagsfeld Knielingen Innenstadt-Ost Innenstadt-West Beiertheim-Bulach Neureut Grünwinkel Weiherfeld-Dammerstock Südweststadt Oststadt Südstadt Rüppurr KARLSRUHE INSGESAMT Rintheim Daxlanden Oberreut Hohenwettersbach Waldstadt Mühlburg Grötzingen Nordstadt Weststadt Nordweststadt Durlach 0%10%20%30%40%50%60%70%80%90%100% ja, kenne und nutze ichja, kenne ichnein, kenne ich nicht Basis: 4.476 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 Amt für Stadtentwicklung | 65 Öffentliche Spiel- und Sportplätze In Karlsruhe nutzen 60,4 % der Familien öffentliche Spiel- und Sportplätze im näheren Umfeld (siehe Abbildung 2.45). Am aktivsten sind die Familien der Oststadt (69,1 %), in Palmbach (68,5 %), Weststadt (66,8 %), Waldstadt (66,7 %) und Beiertheim-Bulach (66,4 %). Dagegen nutzen weniger als die Hälfte der Familien in Oberreut (47,5 %) und nur 50 % in Wolfartsweier, 51,1 % in der Nordstadt, 51,8 % in Daxlanden und 52,2 % in Grötzingen nahegelegene Spiel- und Sport- plätze. Rund ein Fünftel der Familien in Rintheim (21,5 %), Innenstadt-Ost (21,1 %) und Oberreut (20,1 %) kennt keine Spiel- und Sportplätze im näheren Umfeld. Abbildung 2.45 Bekanntheit und Nutzung von Angeboten öffentlicher Spiel- und Sportplätze im näheren Umfeld | Stadtteilergebnisse „Kennen Sie in Ihrem näheren Umfeld folgende Freizeitangebote für Familien mit Kindern und nutzen/besuchen Sie oder Ihr/e Kind/er diese?” | Angebot öffentlicher Spiel- und Sportplätze 47,5% 50,0% 51,1% 51,8% 52,2% 54,0% 54,0% 54,4% 57,0% 57,2% 57,9% 59,2% 59,9% 60,4% 62,1% 62,1% 62,4% 62,7% 62,8% 64,0% 64,4% 64,5% 65,4% 66,4% 66,7% 66,8% 68,5% 69,1% 32,4% 40,6% 39,5% 37,3% 35,7% 24,6% 28,9% 30,4% 24,8% 29,6% 21,1% 24,5% 27,4% 27,0% 25,5% 25,8% 32,0% 27,9% 34,0% 25,1% 21,0% 20,9% 25,0% 24,8% 19,2% 21,7% 24,1% 17,6% 20,1% 9,4% 9,4% 10,9% 12,1% 21,5% 17,2% 15,2% 18,2% 13,2% 21,1% 16,3% 12,7% 12,6% 12,4% 12,1% 5,6% 9,4% 3,2% 10,9% 14,6% 14,5% 9,6% 8,9% 14,1% 11,5% 7,4% 13,3% Oberreut Wolfartsweier Nordstadt Daxlanden Grötzingen Rintheim Mühlburg Grünwettersbach Hagsfeld Neureut Innenstadt-Ost Innenstadt-West Grünwinkel KARLSRUHE INSGESAMT Nordweststadt Südweststadt Weiherfeld-Dammerstock Durlach Hohenwettersbach Rüppurr Südstadt Knielingen Stupferich Beiertheim-Bulach Waldstadt Weststadt Palmbach Oststadt 0%10%20%30%40%50%60%70%80%90%100% ja, kenne und nutze ichja, kenne ichnein, kenne ich nicht Basis: 4.819 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 66 | Familienumfrage 2017 Veranstaltungen und Feste Auch Veranstaltungen und Feste im näheren Umfeld werden mit 58 % von der Mehrheit der Karlsruher Familien genutzt (siehe Abbildung 2.46). Besonders häufi g sind solche geselligen Anlässe im Freizeitverhalten von Familien in Hohenwettersbach (72,2 %), Stupferich (69,4 %) und Innenstadt-Ost (68,4 %) präsent. Am seltensten werden Veranstaltungen und Feste von Familien in Oberreut (39 %), Rintheim (44,6 %) und Mühlburg (46,7 %) gemeinsam besucht. Abbildung 2.46 Bekanntheit und Nutzung von Veranstaltungen und Festen im näheren Umfeld | Stadtteilergebnisse „Kennen Sie in Ihrem näheren Umfeld folgende Freizeitangebote für Familien mit Kindern und nutzen/besuchen Sie oder Ihr/e Kind/er diese?” | Veranstaltungen und Feste 39,0% 44,6% 46,7% 50,1% 53,2% 53,3% 54,1% 54,1% 54,7% 56,3% 56,3% 57,4% 58,0% 58,5% 58,7% 59,0% 59,1% 59,3% 60,0% 61,1% 61,8% 63,5% 63,5% 64,1% 64,3% 68,4% 69,4% 72,2% 37,7% 33,6% 32,4% 35,7% 35,0% 32,7% 37,7% 32,6% 30,5% 30,5% 30,3% 28,4% 30,4% 32,1% 28,0% 30,1% 28,4% 32,9% 31,9% 30,8% 24,7% 29,5% 29,7% 28,9% 25,3% 15,8% 26,5% 24,7% 23,3% 21,8% 20,9% 14,3% 11,9% 14,0% 8,2% 13,3% 14,7% 13,2% 13,4% 14,2% 11,6% 9,4% 13,3% 10,9% 12,5% 7,9% 8,1% 8,1% 13,5% 7,1% 6,8% 7,0% 10,4% 15,8% 4,1% 3,1% Oberreut Rintheim Mühlburg Südstadt Beiertheim-Bulach Grötzingen Wolfartsweier Oststadt Innenstadt-West Knielingen Hagsfeld Nordweststadt KARLSRUHE INSGESAMT Palmbach Daxlanden Südweststadt Grünwinkel Nordstadt Neureut Rüppurr Waldstadt Durlach Grünwettersbach Weiherfeld-Dammerstock Weststadt Innenstadt-Ost Stupferich Hohenwettersbach 0%10%20%30%40%50%60%70%80%90%100% ja, kenne und nutze ichja, kenne ichnein, kenne ich nicht Basis: 4.693 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 Amt für Stadtentwicklung | 67 Weiter vorne in Kapitel 2.3 wurden bereits Zufriedenheit und Nutzungshäufi gkeit von Spielplätzen im Wohnumfeld dargestellt. Eine genauere Betrachtung, unterschieden nach deren Bekanntheit und Nutzung durch die Familien ist aufschlussreich. Diese Zusammenhänge sind in Abbildung 2.47 dargestellt. Es lässt sich erkennen, dass Familien, die häufi ger Spielplätze besuchen auch häufi ger sehr zufrieden mit diesen sind oder umgekehrt. Aufschlussreich ist, dass die mit den Spielplätzen am wenigsten zufriedenen Familien in Karlsruhe diejenigen sind, die keine Spielplätze im Wohnumfeld kennen. Das kann darin begründet liegen, dass es dort tatsächlich keine oder nur wenige Spielplätze im näheren Umfeld gibt oder aber diese unter den Bürgerinnen und Bürgern nicht ausreichend bekannt sind Abbildung 2.47 Zufriedenheit mit Spielplätzen und Spielmöglichkeiten für Kinder im Wohnumfeld nach Bekanntheit und Nutzung „Wie zufrieden sind Sie mit Ihrem Wohnumfeld in Bezug auf Spielplätze und Spielmöglichkeiten für Kinder?” Ehrenamtliches Engagement Wie zuletzt mit den Ergebnissen aus der städtischen Bürgerumfrage 2017 zum Thema „Bürgerbeteiligung und bürgerschaftliches Engagement“ belegt werden konnte, nimmt die freiwillige Tätigkeit der Bürgerinnen und Bürger seit Jahren immer mehr zu. Nach neuesten Daten sind etwas über ein Drittel (35,9 %) aller Karlsruherinnen und Karlsruher in einem Verein, einer Initiative, einem Verband oder einer gemeinnützigen Organisation engagiert. Mit den Daten aus der nun vorliegenden Familienumfrage kann die Vermutung bestätigt werden, dass gerade die Bevölkerungsgruppe der Eltern mit Kindern unter 18 Jahren in besonderem Maße ehrenamtlich aktiv sind: Beinahe zwei Drittel (62,8 %) der Familien bringen sich ehrenamtlich ein (siehe Abbildung 2.48). Unterschieden nach Kindesalter des jüngsten Kindes ist ehrenamtliches Engagement während der ersten drei Lebensjahre vergleichsweise selten (43,8 %), während sich gerade im Grundschulalter fast drei Viertel der Befragten (73 %) freiwillig für die Belange von Familien engagieren. 31,3% 36,8% 46,7% 33,8% 34,0% 32,9% 42,4% 52,7% 41,5% 49,7% 50,5% 44,5% 53,4% 52,6% 54,7% 46,5% 38,7% 47,2% 12,8% 9,6% 7,3% 9,5% 9,5% 9,8% 8,8% 6,7% 8,8% 6,1% 3,1% 1,5% 3,2% 3,9% 2,6% 2,4% 1,9% 2,5% nein, kenne ich nicht ja, kenne ich ja, kenne und nutze ich nie seltener monatlich wöchentlich täglich KARLSRUHE INSGESAMT 0%20%40%60%80%100% sehr zufriedenzufriedenweniger zufriedenunzufrieden Basis: 5.246 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 Besuchshäufigkeit von Spielplätzen: Bekanntheit von Spielplätzen: 68 | Familienumfrage 2017 Abbildung 2.48 Ehrenamtliches Engagement von Eltern nach Alter des jüngsten Kindes und Vergleich mit Karlsruhe insgesamt „Engagieren Sie sich in einem der folgenden Bereiche ehrenamtlich oder freiwillig für die Belange von Familien?” 35,9% 33,9% 28,6% 64,9% 68,7% 73,0% 64,6% 43,8% 62,8% 64,1% 66,1% 71,4% 35,1% 31,3% 27,0% 35,4% 56,3% 37,2% Bürgerumfrage 2017 Bürgerumfrage 2012 Bürgerumfrage 2011 16 bis unter 18 Jahre 10 bis unter 16 Jahre 6 bis unter 10 Jahre 3 bis unter 6 Jahre 0 bis unter 3 Jahre Familien in Karlsruhe 0%20%40%60%80%100% janein Basis: 5.010 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 Alter des jüngsten Kindes: Stadt Karlsruhe insgesamt (allgemeines ehrenamtliches Engagement): Besonders deutlich sind die Unterschiede zwischen der Gesamtbevölkerung und den Familien in der Stadt bei der Betrachtung der ausländischen Bevölkerung: Während die Ehrenamtsquote unter den Ausländern generell laut Bürgerumfrage 2017 bei nur 10,9 % und damit weit unter dem Durchschnitt liegt, ist jede zweite ausländische Familie ehrenamtlich engagiert (56,2 %) und damit nur etwas weniger als deutsche Familien mit (58,7 %) oder ohne Migrationshintergrund (64,8 %, siehe Anhangtabelle 2.72). Befragte im Alter von 40 bis unter 50 Jahren (69,2 %) und im Alter von 50 Jahren und älter (69,3 %) sind besonders engagiert. Erfreulicherweise liegt die Ehrenamtsquote bei den Familien mit Ausnahme der Innenstadt-Ost (41 %) in allen Karlsruher Stadtteilen bei über 50 Prozent (siehe Anhangtabelle 2.73). Ehrenamtlich aktive Befragte setzen sich am häufi gsten im Schulkontext für die Belange von Familien ein (siehe Abbildung 2.49): Über die Hälfte (54 %) der Familien engagieren sich dort ehrenamtlich. Im Sport-, Musik- oder sonstigen Verein sind es 40,6 %, in der Kindertagesstätte rund ein Drittel (31,1 %). Detaillierte Unterschiede des ehrenamtlichen Engagements in den verschiedenen Bereichen sind nach soziodemographischen Merkmalen in Anhangtabelle 2.74 aufgeschlüsselt. Abbildung 2.49 Bereiche des ehrenamtlichen Engagements¹ „Engagieren Sie sich in einem der folgenden Bereiche ehrenamtlich oder freiwillig für die Belange von Familien?“ 11,4% 23,7% 31,1% 40,6% 54,0% 0%20%40%60% 1 Mehrfachantworten waren möglich Basis: 3.147 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 in der Schule in einem Sport-, Musik- oder anderen Verein in der Kinder- tagesstätte in der Kirche oder Glaubensgemeinschaft in Elternvereinen, Kinder- und Familienverbänden Amt für Stadtentwicklung | 69 2.4 Familien- und Kinderfreundlichkeit Die Familien wurden zu Beginn des Fragebogens ganz allgemein nach der empfundenen Familien-, Kinder-, Alten- und Behindertenfreundlichkeit in Karlsruhe gefragt. Gegen Ende des Fragebogens sollte außerdem eine detailliertere Beurteilung einzelner Aspekte der Familien- und Kinderfreundlichkeit in verschiedenen Lebensbereichen vorgenommen werden. Abschließend wurde um eine generelle Bewertung gebeten, inwieweit Politik und Verwaltung in Karlsruhe auf die Probleme und Wünsche der Familien eingehen. Verschiedene Eigenschaften von Karlsruhe Die Mehrheit der Karlsruher Familien ist der Meinung, dass die Stadt Karlsruhe sowohl familien-, als auch kinderfreundlich ist. Zusammengenommen geben jeweils beinahe zwei Drittel der Befragten an, dass diese Eigenschaften für Karlsruhe völlig oder überwiegend zutreffend sind (siehe Abbildung 2.50). Der Eigenschaft „altenfreundlich“ pfl ichten rund ein Drittel der Familien völlig (6,2 %) oder überwiegend (28,3 %) bei. Behindertenfreundlichkeit wird der Stadt zu 5 % völlig und zu 17,7 % überwiegend attestiert. Auffallend ist allerdings, dass sich in Bezug auf Alten- und Behindertenfreundlichkeit über ein Drittel der Befragten keine Wertung erlaubt und angibt, darüber nicht Bescheid zu wissen (siehe Anhangtabellen 2.75 bis 2.78). Bei sämtlichen Eigenschaftszuschreibungen fällt auf, dass vor allem jüngere Familien, ausländische Familien und Familien mit einem geringen Einkommen besonders positiv urteilen. Abbildung 2.50 Bewertung verschiedener Eigenschaften von Karlsruhe „Bitte beurteilen Sie, inwieweit die unten aufgeführten Eigenschaften Ihrer Meinung nach auf Karlsruhe zutreffen oder nicht zutreffen” 5,0% 6,2% 12,8% 12,4% 17,7% 28,3% 50,4% 51,1% 31,8% 27,6% 30,7% 30,6% 8,3% 4,0% 4,8% 4,4% 36,0% 33,4% Behindertenfreundlich Altenfreundlich Kinderfreundlich Familienfreundlich 0%20%40%60%80%100% trifft völlig zu trifft über- wiegend zu teils / teilstrifft überwiegend nicht zu trifft überhaupt nicht zu weiß nicht Basis: Zwischen 3.342 und 5.226 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 70 | Familienumfrage 2017 Aus Abbildung 2.51 geht hervor, dass die verschiedenen Aspekte der Familienfreundlichkeit und Kinderfreundlichkeit in der Stadt überaus positiv wahrgenommen werden. Als Aushängeschilder der Karlsruher Familien- und Kinderfreundlichkeit sind in erster Linie die Grünanlagen für Bewegung, Spiel und Erholung (sehr gut: 27,9 %) sowie die Sport- und Vereinsangebote für Familien zu nennen (sehr gut: 21,1 %). Besonders häufi g mit der Bestnote sehr gut wird außerdem die Familien- und Kinderfreundlichkeit im Hinblick auf Kindertagesstätten (15,7 %), Schwimmbäder und Sportanlagen (15,5 %) und Freizeit- und Kulturveranstaltungen für Familien (15,1 %) bewertet. Abbildung 2.51 Bewertung der Familien- und Kinderfreundlichkeit verschiedener Lebensbereiche in Karlsruhe „Wie beurteilen Sie die Familien- und Kinderfreundlichkeit folgender Lebensbereiche in Karlsruhe?” 1,3% 3,0% 4,7% 10,9% 7,7% 5,6% 5,3% 11,2% 13,4% 15,7% 15,5% 15,1% 21,1% 27,9% 10,7% 33,8% 38,0% 41,7% 45,4% 50,1% 50,5% 50,8% 56,2% 58,7% 60,6% 62,9% 61,9% 57,2% 37,2% 50,3% 46,5% 31,3% 37,9% 38,8% 39,3% 30,1% 26,8% 21,8% 20,8% 20,2% 15,2% 13,1% 50,8% 12,9% 10,8% 16,1% 9,0% 5,6% 4,9% 7,9% 3,6% 3,8% 3,1% 1,7% 1,8% 1,8% Wohnungsangebot für Familien Sicherheit der Straßen, Wege, Verkehrsanlagen für Kinder Familienfreundlichkeit von städtischen Ämtern mit Publikumsverkehr Schulbusse, Hol- und Bringdienste für Kinder Familienfreundlichkeit des Öffentlichen Nahverkehrs Zusammenleben von Familien aus verschiedenen Kulturen Familienfreundlichkeit von Geschäften und Gaststätten Schulkindbetreuung Familienfreundlichkeit von Arztpraxen, Krankenhäusern sowie anderen Gesundheitsdienstleistenden Kindertagesstätten Familienfreundlichkeit von Schwimmbädern und Sportanlagen Freizeit- und Kulturveranstaltungen für Familien Sport- und Vereinsangebote für Familien Grünanlagen für Bewegung, Spiel und Erholung 0%20%40%60%80%100% Sehr gutGutMittelmäßigSchlecht Basis: Zwischen 1.440 und 5.240 Befragten Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 Amt für Stadtentwicklung | 71 Eine klare Botschaft senden die Karlsruher Familien mit der Bewertung des Wohnungsangebotes für Familien. Nur rund jede achte Familie fi ndet das Wohnungsangebot für Familien in Karlsruhe sehr gut (1,3 %) oder gut (10,7 %), 37,2 % bewerten es mittelmäßig und die Hälfte der Familien (50,8 %) gar als schlecht. Besonders negativ wird die Lage auf dem Wohnungsmarkt vor allem von jungen Befragten im Alter von 18 bis unter 30 Jahren (schlecht: 59,5 %), von Befragten mit niedrigem oder ohne Schulabschluss (schlecht: 54,9 %), von Alleinerziehenden (schlecht: 54,6 %) und Familien mit einem monatlichen Einkommen von unter 1.000 Euro pro Kopf (schlecht: 54,3 %) empfunden. Doch selbst unter den ältesten Befragten oder den Familien in der höchsten Einkommensgruppe wird das Wohnungsangebot für Familien in Karlsruhe noch zum größten Teil als schlecht bewertet (siehe Abbildung 2.52). Unterdurchschnittlich fällt auch die Bewertung der Sicherheit der Straßen, Wege und Verkehrsanlagen für Kinder (sehr gut: 3 %, gut: 33,8 %, mittelmäßig: 50,3 %, schlecht: 12,9 %) sowie die Bewertung der Familienfreundlichkeit von städtischen Ämtern mit Publikumsverkehr aus (sehr gut: 4,7 %, gut: 38 %, mittelmäßig: 46,5 %, schlecht: 10,8 %). Detaillierte Unterschiede nach soziodemographischen Merkmalen sind in den Anhangtabellen 2.79 bis 2.92 enthalten. Abbildung 2.52 Bewertung des Wohnungsangebots für Familien nach Alter und Einkommen „Wie beurteilen Sie die Familien- und Kinderfreundlichkeit folgender Lebensbereiche in Karlsruhe?“| Wohnungsangebot für Familien 1,5% 1,0% 0,8% 3,3% 1,4% 1,0% 1,5% 2,0% 1,3% 14,1% 11,8% 9,8% 12,1% 12,7% 11,2% 9,5% 9,8% 10,7% 40,3% 41,3% 37,2% 30,3% 42,4% 38,2% 35,1% 28,7% 37,2% 44,1% 45,9% 52,3% 54,3% 43,5% 49,6% 53,9% 59,5% 50,8% 3.000 Euro/Kopf und mehr 2.000 bis unter 3.000 Euro/Kopf 1.000 bis unter 2.000 Euro/Kopf unter 1.000 Euro/Kopf 50 Jahre und älter 40 bis unter 50 Jahre 30 bis unter 40 Jahre 18 bis unter 30 Jahre KARLSRUHE INSGESAMT 0%20%40%60%80%100% sehr gutgutmittelmäßigschlecht Basis: 4.359 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 Alter der Befragten: Gewichtetes Pro-Kopf-Einkommen: 72 | Familienumfrage 2017 Berücksichtigung von Familien durch Politik und Verwaltung Rund ein Fünftel der Familien in Karlsruhe ist der Meinung, dass die Politik und Verwaltung in Karlsruhe sehr stark (0,8 %) oder stark (17,7 %) auf die Probleme und Wünsche von Familien eingeht (siehe Abbildung 2.53). 40 % empfi nden die Berücksichtigung familialer Probleme und Wünsche weniger stark und 6,6 % sind der Ansicht, dass Politik und Verwaltung überhaupt nicht auf die Probleme und Wünsche von Familien eingehen. Über ein Drittel der Familien (35 %) gibt aber auch an, keine Bewertung vornehmen zu können. Die Zufriedenheit mit der Berücksichtigung familialer Belange durch Politik und Verwaltung in der Stadt steigt dabei mit höherem Alter der Befragten, mit höherem Bildungsabschluss und auch mit höherem Einkommen an. Detaillierte Unterschiede nach soziodemographischen Merkmalen sind in Anhangtabelle 2.93 enthalten. Basis: 3.405 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 sehr stark 0,8 % stark 17,7 % weniger stark 40 % weiß nicht 35 % überhaupt nicht 6,6 % Abbildung 2.53 Berücksichtigung familialer Probleme und Wünsche durch Politik und Verwaltung „Wie stark gehen Politik und Verwaltung in Karlsruhe auf die Probleme/ Wünsche von Familien ein?“ © designed by bearfotos - Freepik.com Amt für Stadtentwicklung | 73 Die Karlsruher Familien wurden in der Familienumfrage 2017 zu ihrem familienbezogenen Mobilitätsverhalten, genutzten Verkehrsmitteln und Verbesserungsvorschlägen zur Alltags- mobilität befragt. 3.1 PKW-Verfügbarkeit Um die Mobilität im Alltag bewerten und einordnen zu können, wurden die Familien gefragt, ob der Haushalt über einen PKW verfügt. Dies ist bei 85,2 % der Familien der Fall. Erwartungsgemäß besitzen Familien damit häufi ger einen eigenen PKW als die Karlsruherinnen und Karlsruher im Durchschnitt (Ergebnis der Bürgerumfrage 2016: 76,1 %; siehe Abbildung 3.1). Über keinen PKW im Haushalt verfügen 6,8 % der Familien. Bedarfsweise oder per Carsharing können 8 % der befragten Familien einen PKW in Anspruch nehmen. Der Anteil aller Haushalte in Karlsruhe, der am Carsharing teilnimmt, beträgt 12,8 %. Damit wird erkennbar, dass der eigene PKW für Familien eine größere Relevanz hat als für andere Bevölkerungsgruppen. Abbildung 3.1 PKW-Verfügbarkeit „Steht Ihrem Haushalt ein Auto zur Verfügung?“ Die PKW-Verfügbarkeit ist unter Familien allerdings einkommensabhängig und steigt mit dem Einkommen an. Haushalte mit einem monatlichen gewichteten Pro-Kopf- Einkommen von unter 1.000 Euro haben seltener einen eigenen PKW (67,1 %) als Haushalte deren Einkommen darüber liegt. Von den Haushalten mit einem Einkommen von 1.000 bis unter 2.000 Euro pro Kopf können bereits 86,3 %, bei mehr als 2.000 Eruo pro Kopf über 90 % auf einen PKW zurückgreifen (siehe Anhangtabelle 3.1). Geringer ist die Fahrrad 28,7 % Basis: 5.278 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 Auto 49,9 % ÖPNV 10,5 % zu Fuß 10,4 % Sonstiges 0,5 % PKW-Verfügbarkeit auch bei Alleinerziehenden. Während 88,7% der Paar-Familien einen PKW besitzen, sind es nur 60,2 % der Alleinerziehenden. Den geringsten Anteil haben Alleinerziehende, die nicht erwerbstätig sind oder sich in Elternzeit befi nden. Sie verfügen nur zu 32,2 % über einen eigenen PKW. Haushalte von Ausländern verfügen etwas seltener (75,1 %) über einen PKW als Haushalte von Deutschen (86,6 %) und Deutschen mit Migrationshintergrund (85,5 %). Carsharing oder die bedarfsweise Nutzung eines PKWs stellt bei Paaren, bei denen beide Partner in Teilzeit arbeiten (20 %), eine häufi ger in Anspruch genommene Alternative zum eigenen Auto dar. Überdurchschnittlich ist die Nutzung dieser Modelle auch bei erwerbstätigen Alleinerziehenden (14,2 %). 3.2 Hauptsächlich genutztes Verkehrsmittel im Alltag Trotz der hohen PKW-Verfügbarkeit wird – wie Abbildung 3.2 verdeutlicht – ein Auto nur von der Hälfte (49,9 %) der Befragten im Alltag verwendet, wenn mit der Familie oder für die Familie Dinge erledigt werden. Hauptsächlich das Fahrrad nutzen 28,7 % und mit den öffentlichen Verkehrsmitteln sind 10,5 % der Befragten vorrangig unterwegs. Etwa ebenso viele (10,4 %) gehen für die Erledigung familiärer Dinge in erster Linie zu Fuß. Abbildung 3.2 Meistbenutztes Fortbewegungsmittel im Alltag „Mit welchem Verkehrsmittel sind Sie hauptsächlich im Alltag unterwegs, wenn Sie mit Ihrer Familie oder für Ihre Familie Dinge erledigen müssen?“ 3. Alltagsmobilität von Familien 12,8% 11,1% 76,1% 8,0% 6,8% 85,2% teilweise/ Carsharing nein ja 0%20%40%60%80%100% Familien (2017)alle Haushalte (2016) Basis: 5.259/4.522 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 74 | Familienumfrage 2017 Bei Betrachtung der einzelnen Nutzergruppen zeigen sich einige Auffälligkeiten. Jüngere Haushalte im Alter zwischen 18 und 30 Jahren, nutzen das Auto seltener (37 %) als ältere, weichen eher auf den ÖPNV (26,8 %) aus oder gehen zu Fuß (25,5 %). Für sie spielt das Fahrrad, mit einem Anteil von 10,2 %, eine untergeordnete Rolle. Mit steigendem Alter der befragten Person – sowie steigendem Alter des jüngsten Kindes – nimmt nicht nur die Nutzung des PKWs zu, auch der Anteil der Fahrradnutzung steigt stetig. Haushalte mit Kindern unter 3 Jahren nutzen unterdurchschnittlich häufi g das Auto (39,2 %) sowie das Fahrrad (18,7 %). Dafür erledigen 28,2 % dieser Haushalte familiäre Dinge zu Fuß. Das dürfte in der Tatsache begründet sein, dass Kleinkinder überwiegend im Kinderwagen befördert werden, wenn das Auto nicht zum Einsatz kommt, oder solange sie für einen Fahrradkindersitz noch zu klein sind. Ist das jüngste Kind drei Jahre oder älter, ist die Verteilung der Nutzung der verschiedenen Verkehrsmittel annähernd durchschnittlich. Unterdurchschnittlich ist bei Haushalten mit Kindern ab drei Jahre lediglich der Anteil der Haushalte, die überwiegend zu Fuß gehen. Die Beobachtungen decken sich größtenteils mit dem Erwerbsstatus der Eltern (siehe Abbildung 3.3). Bei der Hälfte der Haushalte mit Kindern unter drei Jahren befi ndet sich ein Elternteil in Elternzeit und eben diese Gruppe geht deutlich häufi ger zu Fuß (32,5 %, der höchste Anteil). Sind beide Elternteile in Teilzeit beschäftigt, ist das Fahrrad das meistgenutzte Verkehrsmittel (54,2 %) für die Erledigung familiärer Dinge, gefolgt vom Auto mit einem Anteil von 26,7 %. Paare in prekärer Erwerbslage weichen vom Auto auf den ÖPNV (29,2 %) aus oder gehen zu Fuß (16,4 %). Unter nicht erwerbstätigen Alleinerziehenden ist der ÖPNV, mit einem Anteil von 38,1 %, das meistgenutzte Verkehrsmittel und 23 % gehen meist zu Fuß. Auto oder Fahrrad werden von ihnen unterdurchschnittlich häufi g verwendet. Besonders für einkommensschwache Haushalte hat der ÖPNV eine größere Bedeutung für die Mobilität mit der Familie. Bei Heranziehung des Bildungsabschlusses wird dies bestätigt, denn unter Personen, die maximal einen Hauptschulabschluss haben, beträgt der Anteil des ÖPNV 27,4 %, während er bei den anderen Gruppen leicht unterdurchschnittlich ist. Mit steigendem Bildungsgrad steigt die Nutzung des Fahrrades auf schließlich 36,9 % unter Hochschulabsolventen. Haushalte von Ausländern nutzen den PKW zu 44,2 %, alternativ aber eher den ÖPNV (27,4 %) als das Fahrrad (18,1 %). Weitere Ergebnisse sind in Anhangtabelle 3.2 zu fi nden. Abbildung 3.3 Meist genutztes Fortbewegungsmittel im Alltag „Mit welchem Verkehrsmittel sind Sie hauptsächlich im Alltag unterwegs, wenn Sie mit Ihrer Familie oder für Ihre Familie Dinge erledigen müssen?” 26,2% 40,0% 58,3% 34,5% 46,8% 42,2% 26,7% 54,4% 60,8% 54,4% 53,4% 53,5% 51,4% 39,2% 12,8% 37,3% 26,4% 19,2% 23,1% 13,8% 54,2% 33,3% 25,9% 30,8% 33,1% 32,5% 28,9% 18,7% 38,1% 14,4% 12,4% 29,2% 16,7% 11,3% 9,3% 6,5% 7,9% 9,6% 9,1% 8,8% 10,3% 13,6% 23,0% 7,5% 2,5% 16,4% 13,1% 32,5% 8,2% 5,4% 4,3% 3,9% 4,0% 4,7% 8,9% 28,2% Alleinerziehend nicht erwerbstätig/Elternzeit Alleinerziehend Teilzeit Alleinerziehend Vollzeit Paar in prekärer Erwerbslage** Vollzeit – sonstige nicht erwerbstätig* Vollzeit – Elternzeit Teilzeit – Teilzeit Vollzeit – Teilzeit Vollzeit – Vollzeit 16 bis unter 18 Jahre 10 bis unter 16 Jahre 6 bis unter 10 Jahre 3 bis unter 6 Jahre 0 bis unter 3 Jahre 0%10%20%30%40%50%60%70%80%90%100% AutoFahrradÖffentlicher Verkehrzu FußSonstige * Schüler, Auszubildende, Studierende, Arbeitslose, Rentner, Hausfrau oder Hausmann. ** Paarhaushalt ohne Vollzeitbeschäftigung mit monatlichem Pro-Kopf-Einkommen unter 1.000 Euro. Basis: 5.278 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 Alter des jüngsten Kindes Erwerbsstatus der Eltern Amt für Stadtentwicklung | 75 3.3 Transport von Kindern mit dem Fahrrad oder E-Bike Da die Nutzung des Fahrrads durch den Ausbau von Fahrradwegen, die Nutzung von Fahrradanhängern und E-Bikes im Alltag gefördert und erleichtert wird, wurden die Familien gefragt, wie häufi g sie Kinder mit dem Fahrrad oder E-Bike (im Folgenden nur noch Fahrrad) transportieren und welche Hilfsmittel dabei zum Einsatz kommen. Für ein knappes Drittel der Familien (31,6 %) ist das Fahrrad somit ein regelmäßig genutztes Verkehrsmittel, selbst wenn sie mit ihren Kindern unterwegs sind. Kinder werden von 16,8 % der Befragten täglich und von weiteren 14,8 % wöchentlich auf dem Fahrrad befördert. Für den regelmäßigen Transport von Kindern (mindestens einmal pro Woche) kommt das Fahrrad somit etwas häufi ger zum Einsatz als zur Erledigung familiärer Dinge allgemein (28,7 %). Nur ein kleiner Teil (5,1 %) der Familien transportiert seine Kinder nur einige Male pro Monat mit dem Fahrrad, noch seltener 12,5 %. Die Hälfte (50,8 %) der befragten Familien transportiert dagegen ihre Kinder nie mit dem Fahrrad (siehe Abbildung 3.4) Abbildung 3.4 Transport von Kindern mit dem Fahrrad oder E-Bike „Wie häufi g transportieren Sie Kinder mit dem Fahrrad oder E-Bike?“ Basis: 5.226 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 16,8% 14,8% 5,1% 12,5% 50,8% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% täglichwöchentlichmonatlichseltenernie Mindestens einmal pro Woche kommt das Fahrrad zum Transport der Kinder bei 44,1 % der 30- bis unter 40-Jährigen zum Einsatz. Dies korrespondiert mit dem Alter des jüngsten Kindes von drei bis unter vier Jahren. In den anderen Altersgruppen ist die Nutzungshäufi gkeit unterdurchschnittlich. Mit steigender Kinderzahl steigt auch die Häufi gkeit, diese mit dem Fahrrad zu befördern. Sobald die Kinder zu groß geworden sind beziehungsweise eine gewisse Selbständigkeit im Verkehr erlernt haben (abgebildet in Haushalten mit einem Alter des jüngsten Kindes über zehn Jahre oder Schulkindern älter als elf Jahre im Haushalt), werden diese deutlich seltener mit dem Fahrrad transportiert. Wie bereits bei der allgemeinen Nutzung des Fahrrads zu beobachten war, nimmt neben der Nutzung für familiäre Dinge auch der Transport der Kinder mit zunehmendem Bildungsstand des Haushalts zu. Am häufi gsten (48,1 %) werden Kinder mit dem Fahrrad befördert, wenn beide Elternteile in Teilzeit arbeiten. Die vollständigen Ergebnisse sind in Anhangtabelle 3.3 zu fi nden. Das beliebteste Hilfsmittel, wenn Kinder regelmäßig (monatlich oder häufi ger) mit dem Fahrrad befördert werden, ist der Fahrradanhänger (72,6 %). An zweiter Stelle steht der Kindersitz (51,8 %). Das Lastenrad kommt nur bei 3,7 % der befragten Familien zum Einsatz, die Kinder regelmäßig mit dem Fahrrad befördern. Bei ausländischen Haushalten (62,2 %) und Alleinerziehenden (61 %) wird eher ein Kindersitz eingesetzt. Einen Fahrradanhänger nutzen dagegen nur 55,6 % der ausländischen Haushalte und 58,9 % der Alleinerziehenden. Mit steigendem Alter des jüngsten Kindes nimmt die Nutzung eines Fahrradanhängers ab. Beim Lastenrad sind die Unterschiede zwischen den Befragtengruppen gering, wie Anhangtabelle 3.4 zeigt. 3.4 Verkehrsmittel für den Schulweg Grundschüler gehen überwiegend zu Fuß in die Schule (48,7 % der befragten Familien). Etwa ein Viertel der Befragten (26,4 %) gibt an, dass die Kinder im Grundschulalter mit dem Fahrrad fahren – 12,8 % kommen mit Bus und Bahn zur Schule. Von den Eltern oder in einer Fahrgemeinschaft gefahren werden die Kinder in 12,1 % der Familien. Das oft kritisierte „Elterntaxi“ macht somit den kleinsten Anteil an der Verkehrsmittelwahl für den Schulweg aus. Eine überdurchschnittliche Nutzung des PKWs als Verkehrsmittel für den Schulweg von Grundschulkindern haben Haushalte von Deutschen mit Migrationshintergrund (19 %). Besonders gering ist sie in Familien, in denen beide Elternteile in Teilzeit beschäftigt sind (3 %). In einkommensschwächeren Haushalten mit einem monatlichen Einkommen von unter 1.000 Euro pro Kopf, Haushalten von Ausländern und Alleinerziehenden kommen die Kinder häufi ger mit Bus und Bahn zur Schule. Mit steigendem Bildungsstand und steigendem Einkommen nimmt der Anteil ab. Die Nutzung des Fahrrades als Verkehrsmittel für den Schulweg, nimmt mit steigendem Einkommen und Bildungsstand zu. Die genauen Ergebnisse sind in Anhangtabelle 3.5 zu fi nden. 76 | Familienumfrage 2017 Am häufi gsten gehen die Grundschüler in Hohenwettersbach (85,4 %), Stupferich (79,2 %) und Grünwettersbach (68,2 %) zu Fuß zur Schule. Beim Fahrrad als Verkehrsmittel zur Grundschule haben die Stadtteile Weiherfeld-Dammerstock (60,3 %), Waldstadt (49,5 %) und Wolfartsweier (43,8 %) die höchsten Anteile. Bei Bus und Bahn führen die Stadtteile Durlach (24,5 %), Daxlanden (20,8 %) und Grünwettersbach (20,5 %) die Liste an. Das Auto hat die höchsten Anteile in Palmbach (27,3 %), Hagsfeld (22,1 %) und Oberreut (20,7 %). Die Werte der anderen Stadtteile sind in Anhangtabelle 3.6 zu fi nden. Abbildung 3.5 Fortbewegungsmittel für den Schulweg „Falls Sie ein Kind oder Kinder in einer Grundschule oder weiterführenden Schule haben – welche Verkehrsmittel werden am häufi gsten für den Schulweg genutzt?” 4,7% 12,1% 43,2% 12,8% 38,8% 26,4% 13,3% 48,7% Kind(er) in weiterführender Schule Kind(er) in der Grundschule 0%10%20%30%40%50%60%70%80%90%100% PKW als MitfahrerÖffentlicher VerkehrFahrradzu Fuß Basis: 2.515/2.736 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 Unter den Schülerinnen und Schülern weiterführender Schulen verschiebt sich die Verkehrsmittelnutzung für den Schulweg hin zu den öffentlichen Verkehrsmitteln und zum Fahrrad, wie aus Abbildung 3.5 hervorgeht. Die größeren Schulen und Schulzentren liegen zentraler und sind nicht mehr für alle Schüler zu Fuß erreichbar. Familien mit Kindern, die auf weiterführende Schulen gehen, geben zu 43,2 % an, dass die Kinder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Schule kommen. Fahrradfahrer haben einen Anteil von 38,8 % und in 13,3 % der Haushalte gehen die Kinder zur weiterführenden Schule zu Fuß. Nur in einem kleinen Teil (4,7 %) der befragten Familien werden die Kinder gefahren oder fahren selbst mit dem Auto zur Schule. Das Auto wird überdurchschnittlich häufi g durch Kinder in wohlhabenden Haushalten mit einem monatlichen Einkommen von über 3.000 Euro pro Kopf (7 %), in Haushalten in denen auch Vorschulkinder leben (10,7 %) sowie in Haushalten von 18- bis unter 30-Jährigen (10,4 %) und 30- bis unter 40-Jährigen (10 %) für den Weg zur weiterführenden Schule genutzt. Wie bereits in den vorangegangenen Fragen festgestellt, tendieren einkommensschwächere Familien und Haushalte mit niedrigerem Bildungsstand mehr dazu, den ÖPNV zu nutzen, so auch als Verkehrsmittel für Schüler weiterführender Schulen. Den geringsten Anteil haben hier abermals Familien, in denen beide Elternteile teilzeitbeschäftigt sind (25,5 %). Das Fahrrad ist mit 59,8 % bei ihnen das Verkehrsmittel der Wahl für den Schulweg. Die weiteren Ergebnisse sind in Anhangtabelle 3.7 zu fi nden. Der öffentliche Verkehr hat für den Weg zu weiterführenden Schulen in den Höhenstadtteilen einen überdurchschnittlichen Anteil. Palmbach und Stupferich (jeweils 92,9 %) haben die höchsten Werte, gefolgt von Grünwettersbach mit 91,7 % der Schüler weiterführender Schulen. Auf Grund der Lage der weiterführenden Schule ist es wenig überraschend, dass in den Höhenstadtteilen der Weg dorthin nicht zu Fuß und seltener mit dem Fahrrad zurückgelegt wird. Lediglich in Wolfartsweier kommen 38,1 % der Schüler weiterführender Schulen mit dem Fahrrad zur Schule. Die Werte der anderen Stadtteile streuen stark und sind in Anhangtabelle 3.08 aufgeführt. Mit dem Fahrrad kommen die meisten Schüler weiterführender Schulen in Weiherfeld-Dammerstock zur Schule (75,3 %), gefolgt von der Nordstadt (62,7 %) und Rüppurr (61,6 %). Zu Fuß kommen überdurchschnittlich viele Schüler weiterführender Schulen in der Innenstadt-West (35,3 %), der Weststadt (27 %) und der Nordweststadt (25,2 %) zur Schule. Das Auto kommt nur in Hagsfeld mit 17,1 % und Knielingen mit 10 % auf leicht überdurchschnittliche Werte. Die Verschiebung zwischen Grund- und weiterführender Schule hin zu Bus und Bahn sowie zum Fahrrad ist aber auch in diesen beiden Stadtteilen zu beobachten. Amt für Stadtentwicklung | 77 3.5 Bewertung der Verkehrsverhältnisse Bezüglich der Verhältnisse in und mit den verschiedenen Verkehrsmitteln und Situationen wurden die Karlsruher Familien zu ihrer Zufriedenheit befragt und dazu, welche Verbesserungen aus Sicht von Familien im Hinblick auf die Mobilität im Stadtteil wünschenswert wären. Den öffentlichen Personennahverkehr erleben 38 % der Familien in Karlsruhe, bezogen auf die Familienfreundlichkeit, als „sehr gut“ und 43,6 % als „gut“. Noch 14,3 % der Befragten beurteilen die Situation im öffentlichen Verkehr als „mittelmäßig“ und nur ein kleiner Teil von 4,1 % empfi ndet sie als „schlecht“. Die Bewertung fällt bei allen Befragtengruppen sehr ähnlich aus. Bei Familien von Ausländern wird der öffentliche Nahverkehr etwas besser bewertet als bei Familien von deutschen ohne Migrationshintergrund. Die Bewertung fällt bei Haushalten mit niedrigeren Bildungsabschlüssen ebenfalls geringfügig besser aus und fällt mit steigendem Bildungsgrad ab. Die vollständigen Ergebnisse enthält Anhangtabelle 3.9. Abbildung 3.6 Bewertung der Verkehrsverhältnisse | ÖPNV „Wie bewerten Sie den öffentlichen Verkehr (Bus und Bahn) in Ihrem Stadtteil im Hinblick auf die Familienfreundlichkeit?“ gut 43,6 % Basis: 5.136 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 sehr gut 38 % mittelmäßig 14,3 % schlecht 4,1 % Am besten wird die Situation in der Innenstadt-Ost (55 % „sehr gut“), Oberreut (49,5 % „sehr gut“) und der Südweststadt (48,1 % „sehr gut“) bewertet. Die Höhenstadtteile erhalten schlechtere Bewertungen (siehe Abbildung 3.7). Bis auf die Familien in Wolfartsweier (40,8 % „sehr gut“), das an das Straßenbahnnetz angeschlossen ist, beurteilen unter 25 % der Familien die Situation mit „sehr gut“. In Hohenwettersbach bewerten 13,7 % der Bewohner die Situation sogar als „schlecht“, was dem höchsten Wert unter den Stadtteilen entspricht. Weitere Ergebnisse sind in Anhangtabelle 3.10 zu fi nden 78 | Familienumfrage 2017 Abbildung 3.7 Bewertung der Verkehrsverhältnisse im eigenen Stadtteil | Öffentlicher Verkehr (Bus & Bahn) Anteil „sehr gut“ 01 02 27 26 10 06 05 08 11 12 13 15 14 04 07 17 16 20 19 23 2224 25 21 03 18 09 Karlsruher Durchschnitt: 38 % Zeichenerklärung Stadtgrenze Stadtteilgrenze Stadtviertelgrenze Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 Anteil „sehr gut“ 13,9 % bis unter 20 % 20 % bis unter 30 % 30 % bis unter 40 % 40 % bis 55 % 01 Innenstadt-Ost 02 Innenstadt-West 03 Südstadt 04 Südweststadt 05 Weststadt 06 Nordweststadt 07 Oststadt 08 Mühlburg 09 Daxlanden Stadtteile 10 Knielingen 11 Grünwinkel 12 Oberreut 13 Beiertheim-Bulach 14 Weiherfeld-Dammerstock 15 Rüppurr 16 Waldstadt 17 Rintheim 18 Hagsfeld 19 Durlach 20 Grötzingen 21 Stupferich 22 Hohenwettersbach 23 Wolfartsweier 24 Grünwettersbach 25 Palmbach 26 Neureut 27 Nordstadt Amt für Stadtentwicklung | 79 Die Familienfreundlichkeit des Radverkehrs in Karlsruhe wird von Familien insgesamt etwas kritischer gesehen. Immerhin 23,1 % der befragten Familien bewerten die Situation mit „sehr gut“, 46,5 % mit „gut“. Damit sind fast 70 % der Karlsruher Familien mit den Radverkehrsverhältnissen in ihrem Stadtteil zufrieden. Als „mittelmäßig“ beschreiben 24,3 % der Befragten dagegen die Verkehrsverhältnisse für Fahrradfahrer im Karlsruhe und „schlechte“ Verhältnisse sehen 6,1 % (siehe Abbildung 3.8). Abbildung 3.8 Bewertung der Verkehrsverhältnisse | Fahrrad „Wie bewerten Sie die Verhältnisse für Fahrradfahrer in Ihrem Stadtteil im Hinblick auf die Familienfreundlichkeit?“ gut 46,5 % Basis: 5.049 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 sehr gut 23,1 % mittelmäßig 24,3 % schlecht 6,1 % Zwischen den verschiedenen Befragtengruppen sind die Unterschiede auch beim Radverkehr gering, wie Anhangtabelle 3.11 zu entnehmen ist. Die Radverkehrsverhältnisse werden am häufi gsten (34,8 %) von Paaren in prekärer Erwerbslage als „sehr gut“ beschrieben. Sie bewerten die Verhältnisse auch zu 43,9 % als „gut“. An zweiter Stelle stehen ausländische Familien mit einem Anteil von 32,8 %, die sie Situation als „sehr gut“ ansehen. Mit „gut“ votieren sie allerdings zu 42,6 %. Demnach ist es zunächst nicht überraschend, dass Haushalte mit niedrigem Einkommen die Situation besser bewerten als wohlhabende. Familien mit monatlichem Einkommen von unter 1.000 Euro pro Kopf geben zu 26,9 % an, dass die Verhältnisse im Stadtteil für Fahrradfahrer „sehr gut“ seien („gut“: 45,1 %). Sehr unterschiedlich empfi nden nicht erwerbstätige Alleinerziehende oder Alleinerziehende in Elternzeit die Situation für Fahrradfahrer. Zum einen sagt ein leicht überdurchschnittlicher Anteil (27,7 %) die Situation sei „sehr gut“ und 42,3 % sie sei „gut“, allerdings ist der Anteil unter ihnen, der die Situation als „schlecht“ beschreibt, mit 10,8 % der höchste. Die höchsten Anteile mit der Bewertung „sehr gut“ haben die Waldstadt („sehr gut“ 45,4 %; „gut“ 47,4 %), Oberreut („sehr gut“ 37,4 %; „gut“ 44,2 %) und Weiherfeld-Dammerstock („sehr gut“ 36,1 %; „gut“ 49,6 %). Die schlechtesten Bewertungen (unter 10 % „sehr gut“) kommen wieder aus den Höhenstadtteilen, ausgenommen Wolfartsweier. In Grünwettersbach bewerten 45,6 % der Familien die Verkehrsverhältnisse im Stadtteil für Fahrradfahrer als „schlecht“ (siehe Abbildung 3.9; für weitere Ergebnisse siehe Anhangtabelle 3.12). © Roland Fränkle, Presseamt Stadt Karlsruhe 80 | Familienumfrage 2017 Abbildung 3.9 Bewertung der Verkehrsverhältnisse im eigenen Stadtteil | Fahrrad Anteil „sehr gut“ 01 02 27 26 10 06 05 08 11 12 13 15 14 04 07 17 16 20 19 23 2224 25 21 03 18 09 Karlsruher Durchschnitt: 23,1 % Zeichenerklärung Stadtgrenze Stadtteilgrenze Stadtviertelgrenze Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 Anteil „sehr gut“ 1,3 % bis unter 20 % 20 % bis unter 30 % 30 % bis unter 40 % 45,4 % 01 Innenstadt-Ost 02 Innenstadt-West 03 Südstadt 04 Südweststadt 05 Weststadt 06 Nordweststadt 07 Oststadt 08 Mühlburg 09 Daxlanden Stadtteile 10 Knielingen 11 Grünwinkel 12 Oberreut 13 Beiertheim-Bulach 14 Weiherfeld-Dammerstock 15 Rüppurr 16 Waldstadt 17 Rintheim 18 Hagsfeld 19 Durlach 20 Grötzingen 21 Stupferich 22 Hohenwettersbach 23 Wolfartsweier 24 Grünwettersbach 25 Palmbach 26 Neureut 27 Nordstadt Amt für Stadtentwicklung | 81 Für Fußgänger werden die Verkehrsverhältnisse im Stadtteil und ihre Familienfreundlichkeit aus Sicht der Familien etwas besser bewertet als für Fahrradfahrer. „Sehr gute“ Verhältnisse sehen 24,3 % der Familien und über die Hälfte (53,8 %) beschreibt die Situation mit „gut“. Als „mittelmäßig“ bezeichnen 17,8 % der Karlsruher Familien die Verhältnisse für Fußgänger und 4,1 % mit „schlecht“ (siehe Abbildung 3.10). Wie schon bei der Bewertung des öffentlichen Verkehrs, fällt die Bewertung bei Haushalten mit niedrigeren Bildungsabschlüssen besser aus und fällt mit steigendem Bildungsgrad. Die Situation wird von jüngeren Personen (18- bis unter 30-Jährige) und von ausländischen Haushalten positiver gesehen. Die beste Bewertung erhält die Verkehrssituation für Fußgänger von Paaren in prekärer Erwerbslage („sehr gut“: 42,6 %). Weitere Ergebnisse enthält Anhangtabelle 3.13. Abbildung 3.10 Bewertung der Verkehrsverhältnisse | Fußgänger „Wie bewerten Sie die Verhältnisse für Fußgänger in Ihrem Stadtteil im Hinblick auf die Familienfreundlichkeit?“ gut 53,8 % Basis: 5.113 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 sehr gut 24,3 % mittelmäßig 17,8 % schlecht 4,1 % Die besten Werte erreichen wieder die Waldstadt mit 43,5 % „sehr gut“, Oberreut (40,5 % „sehr gut“) und Weiherfeld- Dammerstock (36,1 % „sehr gut“). Insgesamt ist die Streuung über die Stadtteile aber geringer als bei den Bewertungen des öffentlichen Nahverkehrs (siehe Anhangtabelle 3.14). Problematischer wir die Situation im Stadtteil für Fußgänger in Stupferich (23,2 % „schlecht“) und Grünwettersbach (18,8 % „schlecht“) gesehen. Weitere Ergebnisse sind in Abbildung 3.11 dargestellt. 82 | Familienumfrage 2017 Abbildung 3.11 Bewertung der Verkehrsverhältnisse im eigenen Stadtteil | Fußgänger Anteil „sehr gut“ 01 02 27 26 10 06 05 08 11 12 13 15 14 04 07 17 16 20 19 23 2224 25 21 03 18 09 Karlsruher Durchschnitt: 24,3 % Zeichenerklärung Stadtgrenze Stadtteilgrenze Stadtviertelgrenze Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 Anteil „sehr gut“ 3,8 % bis unter 20 % 20 % bis unter 30 % 30 % bis unter 40 % 40 % bis 45,4 % 01 Innenstadt-Ost 02 Innenstadt-West 03 Südstadt 04 Südweststadt 05 Weststadt 06 Nordweststadt 07 Oststadt 08 Mühlburg 09 Daxlanden Stadtteile 10 Knielingen 11 Grünwinkel 12 Oberreut 13 Beiertheim-Bulach 14 Weiherfeld-Dammerstock 15 Rüppurr 16 Waldstadt 17 Rintheim 18 Hagsfeld 19 Durlach 20 Grötzingen 21 Stupferich 22 Hohenwettersbach 23 Wolfartsweier 24 Grünwettersbach 25 Palmbach 26 Neureut 27 Nordstadt Amt für Stadtentwicklung | 83 3.6 Gewünschte Verbesserungen Auf die Frage, welche Verbesserungen sich die Befragten im eigenen Stadtteil im Hinblick auf die Mobilität von Familien wünschen, gaben die Befragten sehr ausdifferenzierte Antworten. Über ein Drittel (35,6 %) der Karlsruher Familien, die Verbesserungsvorschläge geäußert haben, sieht Verbesserungspotential beim öffentlichen Personennahverkehr, beispielsweise durch eine bessere Anbindung, günstigere Preise oder mehr Barrierefreiheit (siehe Abbildung 3.12). Jeweils rund ein Viertel nennt bessere Bedingungen für Fahrradfahrer (26,4 %) oder Verbesserungen in der Organisation des Straßenverkehrs Abbildung 3.12 Themenbereiche mit Verbesserungsbedarf bezüglich der Mobilität im Stadtteil 1 „Welche Verbesserungen würden Sie sich in Ihrem Stadtteil 1 im Hinblick auf die Mobilität von Familien wünschen?“ (26,2 %), unter anderem durch verkehrsberuhigende Maßnahmen. Für mehr Sicherheit und Ordnung, durch freie und gut einsehbare Gehwege und mehr Verkehrskontrollen, sprechen sich 25 % aus. Verschiedene Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur, wie sicherere Überquerungsmöglichkeiten von Straßen, geben 13,2 % an. Nur ein kleiner Teil (6,3 %) der befragten Familien, die Verbesserungswünsche geäußert haben, ist der Meinung, dass explizit die Stellplatzsituation ein Problem darstellt, das verbesserungswürdig ist. Die einzelnen Ergebnisse nach Befragtengruppen und Stadtteilen sind in den Anhangtabellen 3.15 und 3.16 enthalten. 35,6% 26,4% 26,2% 25,0% 13,2% 6,3% 6,7% 0% 5% 10% 15% 20% 25% 30% 35% 40% ÖPNVFahrradStraßen- verkehrs- organisation SicherheitInfrastrukturParkenSonstiges 1 Mehrfachnennungen waren möglich Basis: 2.692 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 84 | Familienumfrage 2017 Von den Familien, die sich Verbesserungen im öffentlichen Personennahverkehr wünschen, fordern 26,4 % eine bessere Anbindung ihres Stadtteils an Bus und Bahn. Als zweithäufi gster Verbesserungsvorschlag werden von diesen Familien günstigere Preise genannt (22,4 %). Zusammen mit weiteren Nennungen, wie eine kostenlose Nutzung des ÖPNV für Kinder (4,4 %) oder fi nanzielle Entlastung durch Familienkarten (2,8 %) sowie die Forderung nach Kurzstreckentickets (2,9 %) innerhalb des Karlsruher Stadtgebietes, kritisieren die meisten Familien somit die Preisgestaltung des Karlsruher Verkehrsverbundes. Wenn eine Optimierung des ÖPNV gewünscht wird, nennen 22,2 % der Familien die Barrierefreiheit. Insbesondere das leichte Ein- und Aussteigen mit einem Kinderwagen ist für die Karlsruher Familien wichtig und stellt in vielen Straßenbahnen ein Problem dar. Mehr Platz in Bahnen und Bussen für Kinderwagen oder Fahrradanhänger wünschen sich 6,6 %. Überfüllte, verspätete oder ausgefallene Busse und Bahnen sorgen bei einigen befragten Familien für Ärger, besonders zu den Stoßzeiten. Eine insgesamt bessere Taktung nennen 10,6 % der Familien, die den ÖPNV bemängeln, und 7 % wünschen sich einen zuverlässigeren und pünktlicheren öffentlichen Verkehr. Die vollständigen Ergebnisse sind in Abbildung 3.13 dargestellt. Abbildung 3.13 Verbesserung der Mobilität im Stadtteil 1 (Nur Befragte mit Antworten zum Thema Öffentlicher Personennahverkehr) „Welche Verbesserungen würden Sie sich in Ihrem Stadtteil 1 im Hinblick auf die Mobilität von Familien wünschen?“ 6,4% 2,8% 2,9% 3,2% 4,4% 6,6% 7,0% 10,6% 22,2% 22,4% 26,4% 0%5%10%15%20%25%30% Sonstiges Familienkarte Kurzstreckenkarten direkte Verbindung zur Schule kostenloser ÖPNV für Kinder mehr Platz in Bussen und Bahnen für Kinderwagen und anderes Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit bessere Taktung Barrierefreiheit (im Bereich des ÖPNV) günstigere Preise bessere Anbindung 1 Mehrfachnennungen waren möglich Basis: 959 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 Amt für Stadtentwicklung | 85 Über die Hälfte (51,2 %) der Befragten, die sich für Verbesserungen der Situation für Fahrradfahrer aussprechen (siehe Abbildung 3.14), fordern mehr Fahrradwege und 31,7 % besser ausgebaute, beschilderte und geräumte Fahrradwege oder solche, die auch mit einem Fahrradanhänger befahrbar sind. Explizit sicherere Fahrradwege, beispielsweise durch eine bauliche Trennung der Fahrbahnen, wünschen sich 13,3 % der Familien, die bessere Bedingungen für Fahrradfahrer fordern. Ein Anteil von 11 % dieser Familien bemängelt das Angebot an sicheren Abstellmöglichkeiten, auch für Fahrradanhänger. Abbildung 3.14 Verbesserung der Mobilität im Stadtteil 1 (Nur Befragte mit Antworten zum Thema Fahrrad) „Welche Verbesserungen würden Sie sich in Ihrem Stadtteil 1 im Hinblick auf die Mobilität von Familien wünschen?“ 2,4% 11,0% 13,3% 31,7% 51,2% 0%10%20%30%40%50%60% Sonstiges mehr Abstell- und Sicherungsmöglichkeiten sicherere Fahrradwege bessere Fahrradwege mehr Fahrradwege 1 Mehrfachnennungen waren möglich Basis: 712 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 © designed by bearfotos - Freepik.com 86 | Familienumfrage 2017 Von den Familien, die eine bessere Straßenverkehrs- organisation fordern, sprechen sich 20,8 % für mehr Zebrastreifen aus. Verkehrsberuhigende Maßnahmen, wie die Einrichtung verkehrsberuhigter Bereiche („Spielstraßen“) oder die Geschwindigkeitsreduktion durch bauliche Maßnahmen wie Bremsschwellen und das Aufstellen von Pfl anzenkübeln, wünschen sich 18,6 %. Mehr direkte Geschwindigkeitsbegrenzungen halten 17,2 % der Familien, die Optimierungsbedarf im Verkehr sehen, für eine geeignete Maßnahme. Ein Anteil von 15,9 % der Befragten, die eine bessere Organisation des Straßenverkehrs fordern, hält die Besserstellung von Fußgängern für sinnvoll und spricht sich für mehr und breitere Gehwege oder Fußgängerzonen aus. Weitere 13,3 % halten die Optimierung der Ampelschaltungen für wünschenswert. Diese Befragten bemängeln beispielsweise, dass die Phasen für mobilitätseingeschränkte Personen zu kurz sind oder Fußgänger und abbiegender Autoverkehr gleichzeitig Grünphasen haben. Eine allgemeine Reduktion des Verkehrsaufkommens und weniger Durchgangsverkehr wünschen 12,4 % der Familien, die sich für Verbesserungen in der Verkehrsorganisation aussprechen. Abbildung 3.15 zeigt die Ergebnisse. Abbildung 3.15 Verbesserung der Mobilität im Stadtteil 1 (Nur Befragte mit Antworten zum Thema Straßenverkehrsorganisation) „Welche Verbesserungen würden Sie sich in Ihrem Stadtteil 1 im Hinblick auf die Mobilität von Familien wünschen?“ 3,2% 11,0% 11,5% 12,4% 13,3% 15,9% 17,2% 18,6% 20,8% 0%5%10%15%20%25% Sonstiges mehr Überquerungsmöglichkeiten allgemein mehr Ampeln weniger Verkehrsaufkommen Ampelschaltungen optimieren breitere Gehwege oder Fußgängerzonen mehr Geschwindigkeitsbegrenzungen Verkehrsberuhigung (Spielstraßen, Hindernisse und anderes) mehr Zebrastreifen 1 Mehrfachnennungen waren möglich Basis: 705 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 Amt für Stadtentwicklung | 87 Von den befragten Familien, die für mehr Sicherheit und Ordnung plädieren, schlägt knapp ein Drittel (30,7 %) vor, das Parken auf Gehwegen grundsätzlich zu verbieten und gegebenenfalls nicht weiter zu dulden. Oftmals wird diese Forderung mit dem Wunsch nach Sicherheit für die Fußgänger und der Übersichtlichkeit der Gehwege hinsichtlich der Kinder kombiniert. Befragte Familien mit Wünschen nach Sicherheit und Ordnung, nennen zu 29,7 %, dass mehr Geschwindigkeitskontrollen eine Verbesserung der Situation bewirken würden. Die Begrenzungen würden kaum überwacht und daher auch oft nicht eingehalten. Ähnliches gilt für parkende Autos, denn 20,6 % der Familien, die Verbesserungen bei Sicherheit und Ordnung vorschlagen, halten mehr Kontrollen des ruhenden Verkehrs für wünschenswert. Auch für Kontrollen von Fahrradfahrern spricht sich ein kleiner Teil (4,3 %) dieser Familien aus. Die Verkehrssicherheit allgemein zu verbessern, wünschen sich 17,8 %, mehr Rücksicht und Respekt zwischen allen Verkehrsteilnehmern 7,1 % und die teilweise gefährlichen Situationen vor den Schulen und Kindertagestätten zu verbessern, schlagen 6,3 % der Familien vor, die die Sicherheit und Ordnung verbessern wollen. Abbildung 3.16 gibt die vollständige Übersicht der Antworten. Abbildung 3.16 Verbesserung der Mobilität im Stadtteil 1 (Nur Befragte mit Antworten zum Thema Sicherheit und Ordnung) „Welche Verbesserungen würden Sie sich in Ihrem Stadtteil 1 im Hinblick auf die Mobilität von Familien wünschen?“ 3,5% 1,8% 4,3% 6,3% 6,9% 7,1% 17,8% 20,6% 29,7% 30,7% 0%5%10%15%20%25%30%35% Sonstiges öffentliche Sicherheit verbessern mehr Kontrollen von Fahrradfahrern Situation vor Schulen/KiTas entschärfen mehr allgemeine/sonstige Kontrollen mehr Rücksicht und Respekt Verkehrssicherheit verbessern mehr Parkkontrollen mehr Geschwindigkeitskontrollen Gehwegparken verbieten 1 Mehrfachnennungen waren möglich Basis: 673 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 88 | Familienumfrage 2017 Familien, die eine bauliche Ertüchtigung der Verkehrs- infrastruktur als Verbesserung der Situation im Stadtteil nennen (siehe Abbildung 3.17), wünschen sich am häufi gsten (30,6 %) sicherere Querungsmöglichkeiten von Straßen. Die bestehenden und mancherorts ebenfalls schlecht abgesicherten Baustellen fertigzustellen, wünschen sich 21,8 % der Familien, die die Infrastruktur verbessern würden, die Instandsetzung der Straßenschäden 6,8 %. Für mehr Beleuchtung, auch auf Fahrradwegen, sprechen sich 9,6 % aus und für mehr Barrierefreiheit 9 %. Weitere 8,5 % möchten eine übersichtlichere Gestaltung der Verkehrsfl ächen. Unter den Familien, die Verbesserungen in der Infrastruktur nennen, fordern 7,7 %, mehr Carsharing-Stationen. Ein weiter Anteil von 6,7 % fordert eine bessere Straßen- und Verkehrsführung, darunter neue Umgehungsstraßen oder Kreisverkehre. Abbildung 3.17 Verbesserung der Mobilität im Stadtteil 1 (Nur Befragte mit Antworten zum Thema Verkehrsinfrastruktur) „Welche Verbesserungen würden Sie sich in Ihrem Stadtteil 1 im Hinblick auf die Mobilität von Familien wünschen?“ 5,4% 6,7% 6,8% 7,7% 8,5% 9,0% 9,6% 21,8% 30,6% 0%5%10%15%20%25%30%35% Sonstiges bessere Straßen- und Verkehrsführung Straßenschäden instandsetzen mehr Carsharing-Stationen mehr Übersichtlichkeit auf Verkehrsflächen Barrierefreiheit Beleuchtung verbessern Baustellen fertigstellen sicherere Querungsmöglichkeiten 1 Mehrfachnennungen waren möglich Basis: 357 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 Amt für Stadtentwicklung | 89 Von den Familien, die Verbesserungen bezüglich des Parkens wünschen (siehe Abbildung 3.18), nennen über die Hälfte (54,6 %) mehr Parkplätze und weitere 18 % mehr Parkplätze explizit für Anwohner. Im Gegenzug fordern 19,2 % der Befragten Familien, die Verbesserungspotenzial beim ruhenden Verkehr sehen, weniger Parkplätze beziehungsweise mehr Parkverbote. Abbildung 3.18 Verbesserung der Mobilität im Stadtteil 1 (Nur Befragte mit Antworten zum Thema Parken) „Welche Verbesserungen würden Sie sich in Ihrem Stadtteil 1 im Hinblick auf die Mobilität von Familien wünschen?“ 13,2% 18,0% 19,2% 54,6% 0%10%20%30%40%50%60% Sonstiges mehr Bewohnerparken weniger Parkplätze, mehr Parkverbote mehr Parkplätze 1 Mehrfachnennungen waren möglich Basis: 169 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 © Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung 90 | Familienumfrage 2017 Die Elternschaft bringt grundlegende Veränderungen im Leben der Mütter und Väter mit sich. Die vielen neuen Aufgaben, die in der Familie nach der Geburt eines Kindes anfallen, sind für die Eltern – insbesondere für Erwerbstätige – eine Herausforderung. Unterstützung von Seiten des Arbeitgebers oder der Familie leistet dabei einen wichtigen Beitrag zum Gelingen. Die Karlsruher Familien wurden in der Familienumfrage 2017 gefragt, wie sich ihr Erwerbsleben durch die Elternschaft verändert hat, inwiefern sie durch den Arbeitgeber bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf unterstützt werden und welchen Beitrag die Familienmitglieder zur anfallenden Haus- und Familienarbeit leisten. 4.1 Elternzeit und berufl iche Veränderungen nach Geburten 4.1.1 Elternzeit Elternzeit (früher Erziehungsurlaub) bezeichnet den Zeitraum unbezahlter Freistellung nach der Geburt eines Kindes, die Eltern zur Betreuung und Erziehung des Nachwuchses in Anspruch nehmen können. Voraussetzung hierfür ist ein bestehendes und zu Beginn der Elternzeit andauerndes Arbeitsverhältnis. In der Familienumfrage wurden die Eltern gefragt, wie viele Monate jeweils Mutter und Vater bei Geburt des ersten und zweiten Kindes in Anspruch genommen haben. Inanspruchnahme der Elternzeit | Mütter Insgesamt 86,4 % der Mütter, die vor Geburt des ersten Kindes erwerbstätig waren, haben Elternzeit in Anspruch genommen. Insbesondere seit Einführung des Elterngelds zum 1. Januar 2007 ist der Anteil der Mütter, die sich nach der Geburt zeitweilig aus dem Beruf zurückziehen, deutlich angestiegen. Lag ihr Anteil unter Müttern deren erstes Kind zwischen 2001 und 2006 zur Welt kam noch bei rund 83 %, so nahmen Mütter mit Erstgeburt im Jahr 2007 bereits zu 94,3 % Elternzeit in Anspruch. Für Erstgeburten in den Folgejahren ist der Anteil der Mütter mit Elternzeit weiter angestiegen und erreichte mit 99,5 % für Geburten im Jahr 2014 den bisherigen Höchstwert. Bei Erstgeburten in den Jahren 2015 und 2016 war die Inanspruchnahme leicht rückläufi g (Abbildung 4.1). Nicht alle Mütter, die beim ersten Kind Elternzeit in Anspruch genommen hatten, waren im Anschluss ins Arbeitsleben zu- rückgekehrt. Etwa jede sechste Mutter (16,9 %) war nach dem Ende der Elternzeit nicht erwerbstätig. Zu den Müttern ohne Elternzeit zählen sowohl diejenigen, die unmittelbar nach Ende des Mutterschutzes die Arbeit wieder aufgenommen haben, als auch solche, die mit der Geburt des Kindes ihren Beruf dauerhaft aufgegeben haben. Von den Müttern ohne Eltern- zeit sind knapp zwei Drittel (65,7 %) ohne Babypause an den Arbeitsplatz zurückgekehrt. Abbildung 4.1 Inanspruchnahme 1 der Elternzeit beim ersten Kind nach Geburtsjahr des Kindes „Wie lange waren beide Elternteile nach der Geburt des ersten Kindes in Elternzeit?“ Nur Befragte, bei denen Mutter beziehungsweise Vater vor Geburt des ersten Kindes erwerbstätig waren und das Kind zwischen 2000 und 2016 geboren wurde. 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100% 20002001200220032004200520062007200820092010201120122013201420152016 MutterVater 1 Elternzeit wurde in Anspruch genommen, wenn eine positive Dauer (Elternzeit > 0 Monate) angegeben wurde. Basis: 3.728 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 4. Familie und Erwerbstätigkeit Amt für Stadtentwicklung | 91 Ähnliche Entwicklungen beschreibt das Institut der deutschen Wirtschaft in einem Kurzbericht aus dem Jahr 2017. Auf Basis einer Mikrozensusauswertung wurde ermittelt, dass der Anteil aktiv erwerbstätiger Mütter mit Kindern im Alter unter einem Jahr, die nicht in Mutterschutz oder Elternzeit mit null Arbeitsstunden waren, seit Einführung des Elterngelds deutlich zurückgegangen ist. Als Grund hierfür wird die Wirksamkeit des Elterngelds im Hinblick auf die Schaffung eines Schonraums für junge Familien gesehen, in denen sie sich ohne größere fi nanzielle Einbußen auf die neue familiäre Situation einstellen können. Im Unterschied zum zuvor gewährten Erziehungsgeld besteht der Anspruch auf Eltern- geld einkommensunabhängig und die Höhe des Elterngelds steigt mit dem Einkommen (bis maximal 1.800 Euro). Der sprunghafte Anstieg seit Einführung des Elterngelds wurde insbesondere von Müttern mit sehr hohem und sehr niedrigem Schulabschluss getragen. Der Anteil der Mütter mit Elternzeit lag für Geburten zwischen 2007 und 2012 bei Personen mit Volks-/Haupt-/Sonderschul- oder keinem Abschluss um +14,7 Prozentpunkte und bei Müttern mit Hochschul- oder Fachhochschulabschluss um +18,4 Prozentpunkte höher als bei Geburten zwischen 2000 und 2006. Im gleichen Zeitraum fi el der Anstieg für Mütter mit mittlerer Reife (+7,6 Prozentpunkte) und Mütter mit Hochschul- oder Fachhochschulreife (+7,8 Prozentpunkte) nur etwa halb so groß aus (Abbildung 4.2). Abbildung 4.2 Inanspruchnahme¹ der Elternzeit von Müttern beim ersten Kind nach Geburtsjahr des Kindes und Bildungsabschluss | Teilgruppe „Wie lange war die Mutter nach der Geburt des ersten Kindes in Elternzeit?“ Nur weibliche Befragte, die vor Geburt des ersten Kindes erwerbstätig waren und das Kind zwischen 2000 und 2011 geboren wurde. Inanspruchnahme der Elternzeit | Väter Seit Einführung des Elterngelds im Jahr 2007 ist der Anteil der Väter, die für die Betreuung des Nachwuchses eine berufl iche Auszeit nehmen, sprunghaft angestiegen (siehe Abbildung 4.1). Ein zeitweiliger Rückzug aus dem Arbeitsleben zur Kindererziehung war bei Vätern bis zur Ablösung des Erziehungsgeldes eher eine Ausnahme. Erstgeborene Kinder der Jahrgänge 2000 bis 2005 wurden nur in 6,7 % bis 13,8 % der befragten Familien von Vätern in Elternzeit betreut. Nur 13,6 % der Väter, die 2006 zum ersten Mal Nachwuchs bekamen, nahmen Elternzeit in Anspruch. Ihr Anteil lag bei Männern, die im darauffolgenden Jahr erstmals Vater wurden, bereits bei 48,5 % und ist für Geburten in den Folgejahren weiter angestiegen (2016: 76,2 %). In 86,2 % der Familien, in denen beide Elternteile vor Geburt des ersten Kindes erwerbstätig waren, nahmen vor Einführung des Elterngeldes ausschließlich die Mütter Elternzeit in Anspruch. Seit 2007 setzen bei erwerbstätigen Paaren immer häufi ger beide Partner zeitweilig aus dem Beruf aus, um sich nach der Geburt familiären Aufgaben zu widmen. Bereits bei mehr als jeder zweiten Familie (55,1 %), die zwischen 2007 und 2011 ihren ersten Nachwuchs bekam, wurde der Anspruch auf Elternzeit von beiden Elternteilen genutzt. Bei Familien mit Erstgeburten nach 2011 stieg ihr Anteil auf 72,8 %, während nur noch in rund jeder vierten Familie (26,3 %) ausschließlich die Mutter eine berufl iche Auszeit für die Familie nahm. Der Anteil der Familien, in denen ausschließlich der Vater den Anspruch auf Elternzeit geltend macht, hat sich im Zeitverlauf – auch mit der Einführung des Elterngeldes – kaum verändert und liegt seit dem Jahr 2000 durchgängig unter 3,5 % (Abbildung 4.3) Abbildung 4.3 Inanspruchnahme 1 der Elternzeit von Doppelverdienern beim ersten Kind nach Geburtsjahr des Kindes | Teilgruppe „Wie lange waren beide Elternteile nach der Geburt des ersten Kindes in Elternzeit?“ Nur Befragte, bei denen beide Elternteile vor Geburt des ersten Kindes erwerbstätig waren. 10,6% 13,0% 55,1% 72,8% 86,2% 85,9% 43,8% 26,3% 3,2% 1,1% 1,2% 0,9% 0% 20% 40% 60% 80% 100% vor 20002000 bis 20062007 bis 2011 2012 und später beidenur Mutternur Vater 1 Elternzeit wurde in Anspruch genommen, wenn eine positive Dauer (Elternzeit > 0 Monate) angegeben wurde. Basis: 2.888 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 96,1% 94,3% 97,1% 94,2% 77,7% 86,5% 89,5% 79,5% 0%20% 40% 60% 80% 100% Hochschul-/ Fachhochschul- abschluss Abitur/Hochschulreife/ Fachhochschulreife Realschulabschluss/ Mittlere Reife Volks-/Haupt-/Sonderschul-/ kein Abschluss 2000 bis 20062007 bis 2011 1 Elternzeit wurde in Anspruch genommen, wenn eine positive Dauer (Elternzeit > 0 Monate) angegeben wurde. Basis: 2.361 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 92 | Familienumfrage 2017 Inanspruchnahme der Elternzeit beim zweiten Kind Die Anteile der Mütter und Väter, die sich nach der Geburt des zweiten Kindes für eine Auszeit zu Gunsten der Familie entschieden, haben sich im Wesentlichen parallel zur Inanspruchnahme bei Geburt des ersten Kindes entwickelt. Beim zweiten Kind nahmen sowohl die Mütter als auch die Väter etwas seltener Elternzeit in Anspruch (Abbildung 4.4). Abbildung 4.4 Inanspruchnahme 1 Elternzeit beim zweiten Kind nach Geburtsjahr des Kindes | Teilgruppe „Wie lange waren beide Elternteile nach der Geburt des zweiten Kindes in Elternzeit?“ Nur Befragte, bei denen Mutter beziehungsweise Vater vor Geburt des zweiten Kindes erwerbstätig waren und das Kind zwischen 2000 und 2016 geboren wurde. 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100% 20002001200220032004200520062007200820092010201120122013201420152016 MutterVater 1 Elternzeit wurde in Anspruch geommen, wenn eine positive Dauer (Elternzeit > 0 Monate) angegeben wurde. Basis: 2.057 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 © designed by bearfotos - Freepik.com Amt für Stadtentwicklung | 93 Rückkehr in die Erwerbstätigkeit Von den Müttern, die vor 2000 ihr erstes Kind zur Welt gebracht und vor der Geburt erwerbstätig waren, sind 71,3 % wieder ins Arbeitsleben zurückgekehrt (Abbildung 4.5). Unter Müttern mit Erstgeburten im Jahr 2012 oder später lag dieser Anteil bei 83,8 %. Die Väter in den befragten Familien nahmen fast alle nach der Elternzeit die Arbeit wieder auf (> 97 %). Mütter, die nach der Geburt des Kindes nicht mehr erwerbs- tätig waren, entschieden sich dabei immer seltener für eine sofortige Aufgabe des Berufs sondern nahmen zunehmend zunächst Elternzeit in Anspruch. Nur knapp zwei Drittel der Mütter (63,1 %), die vor 2000 ihr erstes Kind zur Welt gebracht hatten und anschließend nicht mehr am Erwerbsleben teilnahmen, nutzten ihren Anspruch auf Elternzeit. Bei Müttern mit Erstgeburten nach 2011 traf dies auf 90,4 % zu. Abbildung 4.5 Rückkehr ins Arbeitsleben 1 nach Geburt des ersten Kindes | Teilgruppe „Wie hat sich mit der Geburt Ihres Kindes/Ihrer Kinder die Erwerbsarbeit beider Eltern verändert?“ Nur Befragte, bei denen die Elternteile vor Geburt des ersten Kindes erwerbstätig waren. 71,3% 77,9% 85,4% 83,8% 97,5% 98,7% 98,5% 98,6% 0% 20% 40% 60% 80% 100% vor 20002000 bis 20062007 bis 2011 2012 und später MutterVater 1 Rückkehr in das Arbeitsleben wurde angenommen, wenn Elternteile angaben, vor und nach der Geburt des ersten Kindes erwerbstätig gewesen zu sein. Basis: 4.337 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 Dauer der Elternzeit | Mütter Im Durchschnitt waren die Mütter in den befragten Familien, die Elternzeit in Anspruch genommen haben, nach der Geburt des ersten Kindes 19,6 Monate und nach der Geburt des zweiten Kindes 19,3 Monate zu Hause. Die Dauer des vorübergehenden Ausscheidens aus dem Beruf ist dabei in den vergangenen Jahren – insbesondere nach Einführung des Elterngeldes – deutlich zurückgegangen. Waren Mütter, die ihr erstes Kind vor 2000 zur Welt gebracht haben, im Durchschnitt noch 24,9 Monate in Elternzeit, so pausierten Mütter mit Erstgeburten nach 2011 im Mittel nur 16,1 Monate (Abbildung 4.6). Beim zweiten Kind betrug die Elternzeit der Mütter mit Geburten vor dem Jahr 2000 21,9 Monate, während sie bei Geburten nach 2011 nur noch 16,5 Monate dauerte. Mögliche Gründe für die Verkürzung der berufl ichen Auszeit zu Gunsten der Familie sind die Verbesserung der Betreuungsinfrastruktur für Kinder unter drei Jahren und die Beschränkung der Bezugsdauer des Elterngelds auf 12 beziehungsweise 14 Monate. Abbildung 4.6 Dauer der Elternzeit | Teilgruppe „Wie lange waren beide Elternteile nach der Geburt des ersten Kindes in Elternzeit?“ Nur Befragte, bei denen Mutter beziehungsweise Vater Elternzeit in Anspruch genommen haben (Elternzeit > 0 Monate). 24,9 22,9 17,2 16,1 10,7 7,7 3,6 3,2 0 5 10 15 20 25 30 vor 20002000 bis 20062007 bis 20112012 und später MutterVater Basis: 3.866 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 Monate Knapp die Hälfte der Mütter (47,7 %), die vor 2000 erstmals Nachwuchs bekamen und Elternzeit in Anspruch genommen haben, entschied sich für eine berufl iche Auszeit von mehr als 30 Monaten. In den darauffolgenden Jahren ist der Anteil der Mütter mit sehr langen Elternzeitdauern (>30 Monate) stark zurückgegangen und lag für Geburten nach 2011 bei nur 8,4 % (Abbildung 4.7). Ebenfalls seltener wählten Mütter nach der Geburt des ersten Kindes sehr kurze Elternzeiten. Während noch 15,4 % der Mütter, die vor 2000 ihr erstes Kind zur Welt brachten, nach der Geburt maximal sechs Monate pausierten, waren es nach 2012 nur noch 6,1 %. Deutlich häufi ger als früher entschieden sich Mütter für eine Elternzeitdauer von 7 bis 12 Monaten. Jede zweite Mutter (49,8 %), die 2012 oder später ihr erstes Kind zur Welt brachte und den Anspruch auf Elternzeit geltend machte, nahm nach der Geburt eine Auszeit mit dieser Dauer. Unter den Müttern mit Erstgeburt vor 2000 lag ihr Anteil nur bei 13,9 %. Eine ähnliche Entwicklung beschreibt das Institut der deutschen Wirtschaft in einem Kurzbericht aus dem Jahr 2017. Demzufolge sind Mütter seit Einführung des Elterngeldes im zweiten und dritten Lebensjahr des Kindes häufi ger am Arbeitsmarkt aktiv, während sie im Laufe des ersten Lebensjahres seltener am Arbeitsmarkt teilnahmen. Abbildung 4.7 Dauer der Elternzeit der Mutter nach Geburt des ersten Kindes | Teilgruppe „Wie lange war die Mutter nach der Geburt des ersten Kindes in Elternzeit?“ Nur Mütter, die vor Geburt des ersten Kindes erwerbstätig waren und Elternzeit in Anspruch genommen haben. Dauer der Elternzeit | Väter Die Elternzeit der Väter in den befragten Familien dauerte beim ersten Kind im Durchschnitt 4 Monate und beim zweiten Kind 3,7 Monate. Wie bei den Müttern ist auch bei den Vätern die Dauer der Elternzeit in den vergangenen Jahren im Mittel zurückgegangen (siehe Abbildung 4.6). Zur Verkürzung der Elternzeit hat insbesondere die seit 2007 stark gestiegene Zahl der Väter beigetragen, die nur eine sehr kurze berufl iche Auszeit einlegen. Der Großteil der Väter (70,7 %), die seit 2012 erstmals Nachwuchs bekamen und sich für die Inanspruchnahme der Elternzeit entschieden hatten, ließen sich genau zwei Monate vom Arbeitgeber freistellen. Dies entspricht der Dauer der Bonusmonate, die beim Elterngeldbezug gewährt werden, wenn beide Elternteile Elternzeit in Anspruch nehmen. 94 | Familienumfrage 2017 15,4% 15,0% 8,7% 6,1% 13,9% 23,0% 49,2% 49,8% 8,0% 6,7% 10,7% 15,4% 11,4% 12,1% 13,5% 18,2% 3,7% 3,7% 2,4% 2,2% 47,7% 39,6% 15,5% 8,4% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100% vor 20002000 bis 20062007 bis 2011 2012 und später 1 bis 6 Monate7 bis 12 Monate13 bis 18 Monate 19 bis 24 Monate25 bis 30 Monateüber 30 Monate Basis: 3.866 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 4.1.2 Veränderungen der Erwerbstätigkeit nach Geburten Mit der Geburt eines Kindes und den damit verbundenen neuen Aufgaben und Verpfl ichtungen kommt es in Familien häufi g zu Veränderungen der Erwerbssituation. Um diese Veränderungen durch die Elternschaft im Erwerbsleben der Mütter und Väter abzuschätzen, wurden beide Elternteile gefragt, ob und in welchem Umfang eine Beschäftigung vor und nach Geburt des ersten Kindes sowie nach Geburt des zweiten Kindes ausgeübt wurde. Erwerbsleben vor Geburt des ersten Kindes Vor Geburt des ersten Kindes waren 72,9 % der Mütter in den befragten Familien vollzeitbeschäftigt, weitere 10,7 % arbeiteten in Teilzeit ≥ 50 % und 1,5 % in Teilzeit < 50 %. Einschließlich jener Mütter, die vor Geburt des ersten Kindes einer geringfügigen Beschäftigung nachgingen, waren insgesamt 87,4 % der Mütter vor der Familiengründung erwerbstätig. Mit 89,2 % lag der Anteil der Vollzeitbeschäftigten unter den Vätern vor Geburt des ersten Kindes um 16,3 Prozentpunkte höher als bei den Müttern. Einschließlich Teilzeitarbeit und geringfügiger Beschäftigung waren vor der Familiengründung 92,9 % der Väter erwerbstätig (Abbildung 4.8). Amt für Stadtentwicklung | 95 Abbildung 4.8 Erwerbsarbeit der Eltern vor und nach Geburt des Kindes/der Kinder „Wie hat sich mit der Geburt Ihres Kindes/Ihrer Kinder die Erwerbsarbeit beider Eltern verändert?“ 72,9% 12,5% 8,4% 89,2% 86,7% 88,8% 10,7% 36,4% 34,3% 2,7% 6,5% 7,5% 15,5% 19,6% 2,3% 9,3% 10,7% 7,7% 4,4% 2,6% 5,9% 3,4% 4,9% 21,9% 24,5% 0%10%20%30%40%50%60%70%80%90%100% vor Geburt nach 1. Geburt nach 2. Geburt vor Geburt nach 1. Geburt nach 2. Geburt Mutter Vater Vollzeit Teilzeit ≥ 50 % Teilzeit < 50%geringfügig beschäftigtStudium/Ausbildungnicht erwerbstätig Basis: 5.192 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 96 | Familienumfrage 2017 Erwerbsleben nach Geburt des ersten Kindes Mit der Geburt des ersten Kindes verändert sich vor allem das Erwerbsleben der Mütter. Waren vor der Erstgeburt noch knapp drei von vier Müttern (72,9 %) vollzeitbeschäftigt, so traf dies nach der Geburt nur noch auf eine von acht (12,5 %) zu. War der Nachwuchs auf der Welt, übten Mütter am häufi gsten eine Teilzeitbeschäftigung aus (51,9 %). Nach der Geburt stieg der Anteil der Mütter in Teilzeit ≥ 50 % von 10,7 % auf 36,4 % und in Teilzeit < 50 % von 1,5 % auf 15,5 %. Die Anteile der nicht-erwerbstätigen Mütter (21,9 %) und der Mütter mit geringfügiger Beschäftigung (9,3 %) liegen nach der Geburt des ersten Kindes rund vier Mal höher als vor dem Familienzuwachs. Insgesamt waren nach der Geburt des ersten Kindes 73,7 % der Mütter erwerbstätig, während vorher noch 87,4 % der Frauen einer Arbeit nachgingen (siehe Abbildung 4.8). Das Erwerbsleben der Väter ändert sich mit der Geburt des Nachwuchses hingegen kaum. Nach Geburt des ersten Kindes waren 86,7 % der Väter in den befragten Familien vollzeitbeschäftigt (vor der Geburt: 89,2 %). Im Vergleich zur Situation vor der Geburt entspricht dies einem Rückgang von −2,5 Prozentpunkten – bei den Müttern schrumpfte der Anteil der Vollzeitbeschäftigten um −60,4 Prozentpunkte. Nach dem ersten Familienzuwachs arbeiteten Väter etwa doppelt so häufi g in Teilzeit als zuvor. Mit der Geburt des ersten Kindes stieg der Anteil der Väter in Teilzeit ≥ 50 % von 2,7 % auf 6,5 % und in Teilzeit < 50 % von 0,4 % auf 0,9 %. Einschließlich der Väter, die eine geringfügige Beschäftigung ausübten (0,8 %), waren 94,9 % der Väter in den befragten Familien nach der Familiengründung erwerbstätig. Mit der Geburt des Kindes hatte sich der Anteil der Erwerbstätigen unter den Vätern um +2 Prozentpunkte erhöht (siehe Abbildung 4.8). Erwerbsleben nach Geburt des zweiten Kindes Mit der Geburt des zweiten Kindes veränderte sich das Erwerbsleben der Eltern weniger stark als beim ersten Nachwuchs, dennoch setzten sich die Verschiebungen im Erwerbsumfang der Eltern, die mit der ersten Geburt in Gang gesetzt worden waren, auch beim zweiten Kind fort. Nach der zweiten Geburt arbeitete nur noch jede zwölfte Mutter in Vollzeit (8,4 %). Der Anteil der Mütter in Teilzeit ≥ 50 % sank von 36,4 % auf 34,3 %, während der Anteil der Mütter in Teilzeit < 50 % von 15,5 % auf 19,6 % anstieg. Auch der Anteil der Mütter, die eine geringfügige Beschäftigung ausübten, nahm nach dem zweiten Familienzuwachs weiter zu auf 10,7 %. Damit waren Mütter nach der zweiten Geburt häufi ger geringfügig beschäftigt als vollzeiterwerbstätig. Knapp jede vierte Mutter (24,5 %) war nach Geburt des zweiten Kindes nicht erwerbstätig. Insgesamt sank der Anteil der Erwerbstätigen unter den Müttern aber lediglich um -0,7 Prozentpunkte auf 73 %. Mit der Geburt des zweiten Kindes wuchs der Anteil der Erwerbstätigen unter den Vätern auf 97,6 %. Dabei stieg der Anteil der Väter in Vollzeitbeschäftigung auf 88,8 % (vorher: 86,7 %) und in Teilzeit ≥ 50 % auf 7,5 % (vorher: 6,5 %), während der Anteil der in Teilzeit < 50 % beschäftigten Väter von 0,9 % auf 0,5 % zurückging (siehe Abbildung 4.8). Veränderung des Erwerbsumfangs bei Müttern und Vätern Die größten Änderungen im Erwerbsverlauf der Eltern gingen einher mit der Geburt des ersten Kindes. Während Mütter häufi ger den Erwerbsumfang reduzierten um sich familiären Aufgaben zu widmen, dehnten Väter mit der Geburt des Nachwuchses den Erwerbsumfang eher aus oder behielten diesen bei. Von den vor Geburt des ersten Kindes vollzeitbeschäftigten Elternteilen reduzierten 84,6 % der Mütter den Beschäftigungsumfang, bei den Vätern lag der Anteil bei nur 6,6 %. Waren die Eltern vor der Geburt des ersten Kindes nicht erwerbstätig, haben 48,9 % der Väter eine Beschäftigung aufgenommen, während dies nur auf 15,7 % der Mütter zutraf (Abbildung 4.9). Amt für Stadtentwicklung | 97 Abbildung 4.9 Veränderung des Beschäftigungsumfangs der Eltern nach der Geburt des ersten Kindes | Teilgruppe „Wie hat sich mit der Geburt Ihres Kindes/Ihrer Kinder die Erwerbsarbeit beider Eltern verändert?“ Ohne Befragte, die vor Geburt des ersten Kindes im Studium/in der Ausbildung waren. 2,8% 22,3% 13,9% 19,6% 22,3% 48,9% 15,4% 43,0% 42,8% 53,5% 80,4% 93,4% 71,5% 51,1% 84,6% 54,2% 35,0% 32,7% 6,6% 6,2% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100% Vollzeit Teilzeit ≥ 50 % Teilzeit < 50 % geringfügig beschäftigt nicht erwerbstätig Vollzeit Teilzeit ≥ 50 % nicht erwerbstätig MutterVater erhöhtgleichverringert Basis: 4.597 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 © www.pixabay.com 98 | Familienumfrage 2017 Erwerbsverlauf vollzeitbeschäftigter Mütter: Vor Geburt Vollzeit, nach Geburt Teilzeit Am häufi gsten veränderte die Geburt des ersten Kindes den Erwerbsumfang von vollzeitbeschäftigten Frauen. Nur 15,3 % der Mütter, die vor der Familiengründung in Vollzeit gearbeitet hatten, waren auch nach der Geburt des Kindes in diesem Umfang beschäftigt. Der Großteil der Mütter (84,7 %) reduzierte zu Gunsten der Familie den Beschäftigungsumfang oder schied aus dem Arbeitsleben aus, rund jede sechste Mutter (17,8 %) war nach der Geburt nicht mehr erwerbstätig. Aus der Vollzeitbeschäftigung wechselten Mütter am häufi gsten in Teilzeit ≥ 50 % (41,8 %), nur 16,7 % reduzierten den Beschäftigungsumfang auf Teilzeit < 50 % (Abbildung 4.10). Abbildung 4.10 Beschäftigung der Vollzeit-Frauen nach der Geburt des ersten und zweiten Kindes | Teilgruppe „Wie hat sich mit der Geburt Ihres Kindes/Ihrer Kinder die Erwerbsarbeit der Mutter verändert?“ Nur Mütter, die vor Geburt des ersten Kindes vollzeitbeschäftigt waren. 15,3% 41,8% 16,7% 7,9% 0,6% 17,8% 9,9% 38,9% 21,6% 9,5% 0,7% 19,4% 0% 10% 20% 30% 40% 50% Vollzeit Teilzeit ≥ 50% Teilzeit < 50%geringfügig beschäftigtStudium/Ausbildungnicht erwerbstätig nach der ersten Geburtnach der zweiten Geburt Basis: 3.673 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 Mit der Geburt des zweiten Kindes setzten Mütter den Beschäftigungsumfang weiter herab. Nur knapp jede zehnte Mutter (9,9 %), die vor der Geburt des ersten Kindes in Vollzeit gearbeitet hatte, war auch nach der zweiten Geburt noch in diesem Umfang berufstätig. Mit dem zweiten Kind sank auch der Anteil der Mütter in Teilzeit ≥ 50 % von 41,8% auf 38,9 %, während der Anteil der Mütter in Teilzeit < 50 % von 16,7 % auf 21,6 % anstieg. Knapp ein Fünftel der vor Familiengründung vollzeiterwerbstätigen Mütter waren nach der Geburt des zweiten Kindes nicht erwerbstätig (19,4 %). Hinsichtlich der Neigung, den Beschäftigungsumfang mit dem ersten Nachwuchs zu reduzieren, bestehen Unterschiede bezüglich des Migrationshintergrunds und des Bildungsniveaus. Von den zuvor vollzeitbeschäftigten Müttern, arbeitete mehr als jede vierte Mutter (27 %) mit nicht-deutscher Staatsbürgerschaft auch nach der Geburt noch in Vollzeit (Abbildung 4.11). Im Vergleich zu Müttern ohne Migrations- hintergrund (13,6 %) hatten ausländische Mütter damit nur etwa halb so oft ihren Beschäftigungsumfang herabgesetzt. Entsprechend waren sie mit 42,2 % (32,8 % Teilzeit ≥ 50 % und 9,4 % in Teilzeit < 50 %) deutlich seltener in Teilzeit beschäftigt als deutsche Mütter ohne Migrationshintergrund mit 59,8 % (42,4 % in Teilzeit ≥ 50% und 17,4 % in Teilzeit < 50 %). Amt für Stadtentwicklung | 99 Abbildung 4.11 Beschäftigung der Vollzeit-Frauen nach der Geburt des ersten Kindes nach Migrationshintergrund | Teilgruppe „Wie hat sich mit der Geburt Ihres Kindes/Ihrer Kinder die Erwerbsarbeit der Mutter verändert?“ Nur Mütter, die vor Geburt des ersten Kindes vollzeitbeschäftigt waren. In Bezug auf den Bildungsabschluss zeigten sich die größten Unterschiede in der berufl ichen Veränderung von zuvor vollzeitbeschäftigten Müttern bei der Reduzierung auf Teilzeit ≥ 50 %, der Aufnahme einer geringfügigen Beschäftigung und dem Rückzug aus der Erwerbstätigkeit. Mütter mit Hochschul-/Fachhochschulabschluss wechselten fast doppelt so häufi g in Teilzeit ≥ 50 % (48,4 %) als Mütter mit Volks-/ Haupt-/Sonderschul- oder keinem Abschluss (27,2 %). Je höher der Bildungsabschluss, desto seltener waren Mütter nach der Geburt des ersten Kindes geringfügig beschäftigt oder nicht erwerbstätig. Während rund jede vierte Mutter mit Volks-/Haupt-/Sonderschul- oder keinem Abschluss (26,3 %) nach der Familiengründung nicht erwerbstätig war und knapp jede fünfte (18,8 %) eine geringfügige Beschäftigung ausübte, zogen sich nur 14 % der Mütter mit Hochschul- oder Fachhochschulabschluss aus der Erwerbstätigkeit zurück und nur 3,9 % waren geringfügig beschäftigt (Abbildung 4.12). Abbildung 4.12 Beschäftigung der Vollzeit-Frauen nach der Geburt des ersten Kindes nach Bildungsabschluss | Teilgruppe „Wie hat sich mit der Geburt Ihres Kindes/Ihrer Kinder die Erwerbsarbeit der Mutter verändert?“ Nur Mütter, die vor Geburt des ersten Kindes vollzeitbeschäftigt waren. 13,6% 42,4% 17,4% 8,2% 0,2% 18,2% 17,6% 42,7% 14,8% 7,5% 1,2% 16,3% 27,0% 32,8% 9,4% 8,2% 3,8% 18,8% 0% 10% 20% 30% 40% 50% Vollzeit Teilzeit ≥ 50% Teilzeit < 50%geringfügig beschäftigtStudium/Ausbildungnicht erwerbstätig deutsch ohne Migrationshintergrunddeutsch mit Migrationshintergrundnicht-deutsch Basis: 3.409 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 16,4% 48,4% 16,4% 3,9% 0,8% 14,0% 13,1% 36,5% 17,9% 10,6% 0,6% 21,2% 14,2% 35,2% 15,7% 12,8% 0,5% 21,6% 15,2% 27,2% 12,5% 18,8% 0,0% 26,3% 0% 10% 20% 30% 40% 50% Vollzeit Teilzeit ≥ 50% Teilzeit < 50%geringfügig beschäftigtStudium/Ausbildungnicht erwerbstätig Hochschul-/FachhochschulabschlussAbitur/Hochschulreife/Fachhochschulreife Realschulabschluss/Mittlere ReifeVolks-/Haupt-/Sonderschul-/kein Abschluss Basis: 3.412 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 100 | Familienumfrage 2017 Familiengründung im Studium oder in der Ausbildung Vor der Geburt des ersten Kindes waren 7,7 % der Mütter und 5,9 % der Väter noch im Studium oder in der Ausbildung (siehe Abbildung 4.8). Nach der Geburt des ersten Familienzuwachses traf dies nur noch auf 4,4 % der Mütter und 3,4 % der Väter zu, nach dem zweiten Kind noch auf 2,6 % der Mütter und 1,1 % der Väter. Die abnehmenden Anteile können dabei sowohl darauf beruhen, dass die Eltern in der Zwischenzeit ihre Ausbildung regulär abschlossen, als auch darauf, dass zur Versorgung der Familie ein Abbruch der Ausbildung als notwendig erachtet wurde. Von den Müttern, die während des Studiums oder der Ausbildung ihr erstes Kind zur Welt brachten, setzten 43,4 % nach der Geburt ihre Ausbildung fort, während 34,2% ins Arbeitsleben eintraten. Darunter nahmen 8,8 % eine Vollzeit- beschäftigung auf. Der Anteil der nach Geburt nicht erwerbs- tätigen Mütter ist mit 22,4 % nach der ersten und 32,5 % nach der zweiten Geburt vergleichsweise hoch (Abbildung 4.13). Unter allen Müttern war nur etwa jede vierte (24,5 %) nach der Geburt des zweiten Kindes nicht erwerbstätig. Abbildung 4.13 Beschäftigung der Frauen im Studium/in der Ausbildung nach Geburt des ersten und zweiten Kindes | Teilgruppe „Wie hat sich mit der Geburt Ihres Kindes/Ihrer Kinder die Erwerbsarbeit der Mutter verändert?“ Nur Mütter, die vor Geburt des ersten Kindes noch im Studium/in der Ausbildung waren. Entwicklung der Erwerbsverhältnisse im Zeitverlauf Im Erwerbsleben der Mütter vor und nach der Geburt des ersten Kindes konnten in den vergangenen Jahren verschiedene Entwicklungen beobachtet werden. Vor Geburt des Nachwuchses arbeiten Mütter immer häufi ger in Vollzeit, während sie seltener nicht erwerbstätig sind oder bereits während dem Studium oder der Ausbildung eine Familie gründen. Obwohl der Anteil der Mütter, die vor Geburt vollzeitbeschäftigt waren, von 69 % bei Geburten vor 2000 auf 77,3 % bei Geburten in 2012 oder später angestiegen ist, hat sich der Anteil der Mütter, die auch mit Nachwuchs in Vollzeit arbeiten, kaum verändert und lag zuletzt bei 12,2 % (Abbildung 4.14). Für die Zeit nach der ersten Geburt hat insbesondere die Teilzeitbeschäftigung ≥ 50 % an Bedeutung gewonnen. Arbeitete nur knapp jede vierte Mutter (23,2 %) mit Erstgeburt vor 2000 in Teilzeit ≥ 50 %, so traf dies bei Geburten nach 2011 auf fast jede zweite Mutter zu (46,9 %). An Bedeutung verloren hat hingegen die geringfügige Beschäftigung. Während noch 12,8 % der Mütter, die vor 2000 ihr erstes Kind bekamen, nach der Geburt einer geringfügigen Beschäftigung nachgingen, waren es unter den Frauen, die seit 2012 erstmals Mutter wurden, nur 4,4 %. Nach der Geburt des ersten Kindes sind Mütter seltener nicht erwerbstätig. Knapp jede dritte Mutter (31,3 %), die vor 2000 erstmals Nachwuchs bekam, schied nach der Geburt aus dem Arbeitsleben aus. Unter den Müttern von erstgeborenen Kindern, die seit 2012 zur Welt kamen, entschied sich nur noch rund jede fünfte für einen Rückzug aus der Erwerbstätigkeit (19,3 %). 8,8% 12,1% 4,6% 8,7% 43,4% 22,4% 9,2% 19,3% 9,2% 10,5% 19,2% 32,6% 0% 10% 20% 30% 40% 50% Vollzeit Teilzeit ≥ 50% Teilzeit < 50%geringfügig beschäftigtStudium/Ausbildungnicht erwerbstätig nach der ersten Geburtnach der zweiten Geburt Basis: 391 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 Amt für Stadtentwicklung | 101 Abbildung 4.14 Erwerbstätigkeit der Mütter vor und nach Geburt des ersten Kindes „Wie hat sich mit der Geburt Ihres Kindes/Ihrer Kinder die Erwerbsarbeit der Mutter verändert?“ Basis: 5.114 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 8,8% 11,5% 11,5% 9,9% 23,2% 30,6% 42,1% 46,9% 0% 20% 40% 60% 80% vor 20002000 bis 20062007 bis 2011 2012 und später vor 1. Geburtnach 1. Geburt Teilzeit≥ 50 % 69,0% 71,1% 73,0% 77,3% 14,3% 11,6% 12,9% 12,2% 0% 20% 40% 60% 80% vor 20002000 bis 20062007 bis 2011 2012 und später vor 1. Geburtnach 1. Geburt Vollzeit 2,7% 2,5% 1,9% 2,2% 12,8% 12,4% 7,6% 4,4% 0% 20% 40% 60% 80% vor 20002000 bis 20062007 bis 2011 2012 und später vor 1. Geburtnach 1. Geburt Geringfügig beschäftigt 1,7% 1,8% 1,5% 1,0% 13,1% 17,3% 16,8% 13,4% 0% 20% 40% 60% 80% vor 20002000 bis 20062007 bis 2011 2012 und später vor 1. Geburtnach 1. Geburt Teilzeit < 50 % 7,6% 4,9% 4,3% 4,0% 31,3% 23,7% 16,0% 19,3% 0% 20% 40% 60% 80% vor 20002000 bis 20062007 bis 2011 2012 und später vor 1. Geburtnach 1. Geburt Nicht erwerbstätig 10,2% 8,2% 7,8% 5,8% 5,3% 4,4% 4,7% 3,7% 0% 20% 40% 60% 80% vor 20002000 bis 2006 2007 bis 2011 2012 und später vor 1. Geburtnach 1. Geburt Studium/Ausbildung 102 | Familienumfrage 2017 4.2 Vereinbarkeit von Familie und Beruf 4.2.1 Unterstützung durch den Arbeitgeber bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf Die Karlsruher Familien wurden in der Familienumfrage nach der Unterstützung des Arbeitgebers bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf gefragt. Hierzu wurden die Familien um Auskunft gebeten, ob die im Folgenden genannten familienfreundlichen Maßnahmen beziehungsweise Angebote jeweils Müttern und Vätern zur Verfügung stehen. Aufgeschlossenheit der Vorgesetzten gegenüber familiären Belangen Die Mehrheit der Mütter (61,8 %) und rund die Hälfte der Väter (50,2 %) in den befragten Familien gaben an, dass ihre Vorgesetzten aufgeschlossen sind für familiäre Belange. Rund jedes fünfte Elternteil hatte diese Aussage verneint (Abbildung 4.15). Mit 27,7 % lag der Anteil der Personen, die diese Aussage nicht beurteilen können, unter den Vätern um 10,5 Prozentpunkte höher als bei den Müttern. Dabei stimmten Elternteile ohne Migrationshintergrund dieser Aussage häufi ger zu (Mütter: 67,2 %; Väter 53,5 %) als Eltern ohne deutsche Staatsbürgerschaft (Mütter: 32,9 %; Väter: 37,2 %). Gleichzeitig waren nichtdeutsche Mütter und Väter seltener in der Lage, die Offenheit der Vorgesetzten für familiäre Belange zu beurteilen (Mütter: 36,1 %, Väter: 36,5 %) als deutsche Eltern ohne Migrationshintergrund (Mütter: 13,4 %; Väter 26,1 %). Abbildung 4.15 Aufgeschlossenheit der Vorgesetzten für familiäre Belange „Werden Sie als Eltern von Ihrem Arbeitgeber in der Vereinbarkeit von Beruf und Familie unterstützt? Was trifft auf Ihre Situation zu?“ 61,8% 21,0% 17,2% 50,2% 22,1% 27,7% 0% 20% 40% 60% 80% janeinweiß nicht Mutter Vater Basis: 4.723 Befragte Stadt Karlsruhe | Amf für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 Teilzeit/Flexible Arbeitszeiten Mehr als sieben von zehn Müttern in den befragten Familien wurden fl exible Arbeitszeiten oder Teilzeitbeschäftigung angeboten (71,9 %). Diese Möglichkeit stand jedoch nur weniger als jedem zweiten Vater offen (46 %). Rund jeder dritte Vater und jede fünfte Mutter kann kein Entgegenkommen bezüglich familienfreundlicher Arbeitszeiten von Seiten des Arbeitgebers erwarten. Nur 10 % der Mütter und 19,5 % der Väter konnten keine Einschätzung dieser Aussage vornehmen, damit waren die Eltern vergleichsweise gut über angebotene Arbeitszeitregelungen informiert (Abbildung 4.16). Eltern ohne Migrationshintergrund hatten häufi ger die Möglichkeit Arbeitszeiten zu reduzieren oder zu fl exibilisieren (Mütter: 76,8 %, Väter: 49,6 %) als ausländische Eltern (Mütter: 45,2 %; Väter 31,8 %). Abbildung 4.16 Möglichkeit von Teilzeit und fl exible Arbeitszeiten „Werden Sie als Eltern von Ihrem Arbeitgeber in der Vereinbarkeit von Beruf und Familie unterstützt? Was trifft auf Ihre Situation zu?“ 71,9% 18,1% 10,0% 46,0% 34,6% 19,5% 0% 20% 40% 60% 80% janeinweiß nicht Mutter Vater Basis: 4.772 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 Je höher der Bildungsabschluss desto öfter bietet der Arbeit- geber Müttern Teilzeitbeschäftigung oder familienfreundliche Arbeitszeitmodelle an. So hatten 77,8 % der Mütter mit Hochschul-/Fachhochschulabschluss die Möglichkeit ihre Arbeitszeit an die Bedürfnisse der Familie anzupassen, während dies nur bei 45,3 % der Mütter mit Volks-/Haupt-/ Sonderschul- oder keinem Abschluss der Fall war. Amt für Stadtentwicklung | 103 Homeoffi ce Die Arbeitgeber von 28,2 % der Mütter und 36,2 % der Väter in den befragten Familien gaben ihren Mitarbeitenden die Freiheit, von zu Hause aus zu arbeiten (Abbildung 4.17). Präsenzpfl icht am Arbeitsplatz gab es für 60,3 % der Mütter und knapp jeden zweiten Vater (48,9 %). Damit stand das Angebot, durch Homeoffi ce die Vereinbarkeit Familie und Beruf zu unterstützen, häufi ger Vätern als Müttern offen. Als Grund hierfür können Unterschiede in den Tätigkeits- und Branchenstrukturen gesehen werden. Insbesondere soziale Berufe, die häufi ger von Frauen ergriffen werden, können oft nicht von zu Hause ausgeübt werden. Wie auch bezüglich des Angebots von Teilzeit/fl exiblen Arbeitszeiten waren die Eltern über die Regelungen des Arbeitgebers zu Homeoffi ce vergleichsweise gut informiert. So lag die Unsicherheit über die Möglichkeit von Homeoffi ce unter den Müttern bei 11,4 % und unter den Vätern bei 14,9 %. Abbildung 4.17 Möglichkeit von Homeoffi ce „Werden Sie als Eltern von Ihrem Arbeitgeber in der Vereinbarkeit von Beruf und Familie unterstützt? Was trifft auf Ihre Situation zu?“ 28,2% 60,3% 11,4% 36,2% 48,9% 14,9% 0% 20% 40% 60% 80% janeinweiß nicht Mutter Vater Basis: 4.722 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 Förderung der Kinderbetreuung durch Betriebskindergarten oder fi nanziell Mit nur 17,6 % der Mütter und 18,6 % der Väter, die von Förderung der Kinderbetreuung durch den Arbeitgeber profi tieren können, stand dieses Angebot den Eltern vergleichsweise selten offen. Entsprechend erfuhren 68,6 % der Mütter und 62,4 % der Väter keine Unterstützung durch den Arbeitgeber bei der Kinderbetreuung (Abbildung 4.18). Abbildung 4.18 Förderung der Kinderbetreuung (Betriebskinder- garten/fi nanziell) durch den Arbeitgeber „Werden Sie als Eltern von Ihrem Arbeitgeber in der Vereinbarkeit von Beruf und Familie unterstützt? Was trifft auf Ihre Situation zu?“ 17,6% 68,6% 13,8% 18,6% 62,4% 18,9% 0% 20% 40% 60% 80% janeinweiß nicht Mutter Vater Basis: 4.703 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 104 | Familienumfrage 2017 Unterstützung bei der Wahrnehmung pfl egerischer Aufgaben Bezüglich der Unterstützung durch den Arbeitgeber bei der Wahrnehmung von pfl egerischen Aufgaben war die Unsicher- heit besonders hoch: 40,5 % der Mütter und 47,9 % der Väter gaben an, nicht zu wissen, ob diesbezüglich Unter- stützungsangebote vorhanden sind (Abbildung 4.19). Dies hängt möglicherweise damit zusammen, dass ein Großteil der Familien sich aufgrund des Lebensalters noch nicht mit dem Thema Pfl ege auseinandersetzten musste. Abbildung 4.19 Unterstützung des Arbeitgebers bei der Wahrnehmung von pfl egerischen Aufgaben „Werden Sie als Eltern von Ihrem Arbeitgeber in der Vereinbarkeit von Beruf und Familie unterstützt? Was trifft auf Ihre Situation zu?“ 24,2% 35,3% 40,5% 16,9% 35,2% 47,9% 0% 20% 40% 60% 80% janeinweiß nicht Mutter Vater Basis: 4.681 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 Kontakt bei berufl ichen Auszeiten Die Arbeitgeber von 39,1 % der Mütter und von 25,5 % der Väter in den befragten Familien hielten während berufl icher Auszeiten Kontakt zu ihren Mitarbeitenden (Abbildung 4.20). Väter konnten deutlich öfter keine Aussage darüber machen, ob der Arbeitgeber den Kontakt aufrecht erhält (44,5 %) als Mütter (26,6 %). Der Grund hierfür könnte darin liegen, dass Väter nach wie vor seltener längere berufl iche Auszeiten in Anspruch nehmen. Abbildung 4.20 Kontakt bei berufl ichen Auszeiten (Elternzeit, Pfl egezeit) „Werden Sie als Eltern von Ihrem Arbeitgeber in der Vereinbarkeit von Beruf und Familie unterstützt? Was trifft auf Ihre Situation zu?“ 39,1% 34,4% 26,6% 25,5% 30,1% 44,5% 0% 20% 40% 60% 80% janeinweiß nicht Mutter Vater Basis: 4.714 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 Amt für Stadtentwicklung | 105 Information zu Angeboten Nur rund jede vierte Mutter (27 %) und jeder fünfte Vater (20,9 %) wurde vom Arbeitgeber über Angebote zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf informiert. Ein deutlich größerer Teil, etwa die Hälfte der Mütter (51,6 %) und Väter (46,5 %) in den befragten Familien, wurden diesbezüglich keine Informationen zu Teil (Abbildung 4.21). Abbildung 4.21 Arbeitgeber informiert zu Angeboten „Werden Sie als Eltern von Ihrem Arbeitgeber in der Vereinbarkeit von Beruf und Familie unterstützt? Was trifft auf Ihre Situation zu?“ 27,0% 51,6% 21,3% 20,9% 46,5% 32,6% 0% 20% 40% 60% 80% janeinweiß nicht Mutter Vater Basis: 4.691 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 Familienfreundliche Angebote im Vergleich Die von den Eltern am häufi gsten genannten Unterstützungs- formen waren die Möglichkeit zu Teilzeit/fl exiblen Arbeitszeiten (Mütter: 71,9 %; Väter: 46 %) und die Aufgeschlossenheit der Vorgesetzten für familiäre Belange (Mütter: 61,8 %; Väter: 50,2 %). Am seltensten wurden den Eltern vom Arbeitgeber die Möglichkeit von Homeoffi ce (Mütter: 60,3 %; Väter: 48,9 %) und die Förderung der Kinderbetreuung (Mutter: 68,3 %; Väter: 62,4 %) angeboten. Sehr gut informiert waren die Eltern über mögliche Arbeitszeitanpassungen, die Förderung der Kinder- betreuung durch den Arbeitgeber und die Regelungen zu Homeoffi ce, während sie zur Unterstützung bei der Wahr- nehmung pfl egerischer Aufgaben häufi g keine Aussage machen konnten. Die größten Unterschiede zwischen Vätern und Müttern haben sich bezüglich der Teilzeitbeschäftigung beziehungsweise fl exiblen Arbeitszeiten ergeben. Der Anteil der Mütter, denen dieses Angebot offen stand, lag um 25,9 Prozentpunkte höher als bei den Vätern. Kaum Unterschiede zwischen den Elternteilen gab es hingegen bezüglich der Förderung der Kinderbetreuung (Mütter: 17,6 %; Väter: 18,6 %). Über alle genannten familienfreundlichen Maßnahmen hinweg, zeigte sich, dass häufi ger Müttern als Vätern Unter- stützungsangebote offeriert wurden. Davon ausgenommen waren die Option auf Homeoffi ce und die Förderung der Kinderbetreuung. Den Eltern ohne Migrationshintergrund und mit höherem Bildungsabschluss wurden häufi ger Unterstützungsangebote zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu teil. Sie waren im Allgemeinen auch besser über die Angebote informiert. © designed by freepik - Freepik.com 106 | Familienumfrage 2017 4.2.2 Haus- und Familienarbeit Im Haushalt und in der Familie anfallende Aufgaben bedeuten einen hohen Zeitaufwand. Mit zunehmender Erwerbsbeteiligung von Müttern steht in der Familie insgesamt für diese Arbeiten jedoch weniger Zeit zur Verfügung. Die Bewältigung der familiären Aufgaben erfordert daher die Mithilfe aller Familienmitglieder und gegebenenfalls auch Unterstützung von Dritten. Die Familien wurden im Rahmen der Familienumfrage 2017 um eine Einschätzung gebeten, zu welchen prozentualen Anteilen die einzelnen Familienmitglieder und gegebenenfalls eine Haushaltshilfe zur anfallenden Haus- und Familienarbeit beitragen. Im Durchschnitt werden zwei Drittel (66,1 %) der Haus- und Familienarbeit von Müttern geleistet. Damit übernehmen sie mehr als doppelt so viele familiäre Aufgaben wie die Väter (25,8 %). Auf Kinder (4,7 %), Großeltern (1,6 %) und Haushaltshilfen (1,7 %) wurden nur insgesamt 8,1 % der Haus- und Familienarbeit verteilt (Abbildung 4.22). Abbildung 4.22 Haus- und Familienarbeit „Wie ist in Ihrer Familie die Haushalts- und Familienarbeit verteilt? Welchen Anteil (in Prozent) leisten...?“ Basis: 5.286 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 Mutter 66,1 % Vater 25,8 % Kind/Kinder 4,7 % Großeltern 1,6 % Haushaltshilfe 1,7 % Die niedrigen Anteile von Großeltern und Haushaltshilfen resultieren vor allem daraus, dass nur wenige Familien solche Hilfe in Anspruch nehmen können. Nur 14,6 % der Familien gaben überhaupt an, dass die Großeltern für familiäre Aufgaben zur Verfügung stehen. In diesen Familien übernahmen Großeltern 10,9 % der Haus- und Familienarbeit. In 12,6 % der befragten Familien ist eine Haushaltshilfe tätig. In diesen Familien wurden 13,6 % der anfallenden Aufgaben von der Haushaltshilfe übernommen. Familienarbeit nach Haushaltstyp Der Großteil der befragten Familien (87 %) lebt in einem klassischen Paar-Familien-Haushalt. Knapp jeder achte Haushalt in der Familienumfrage 2017 ist alleinerziehend (12 %). Mehrgenerationen-Haushalte sind mit nur 1 % eher eine Ausnahme. Je nach Zusammensetzung des Haushalts variieren die Beiträge der Familienmitglieder zu den familiären Aufgaben. Unabhängig vom Haushaltstyp kümmern sich die Mütter um die meisten der anfallenden Aufgaben. Dabei müssen sie deutlich mehr leisten, wenn sie mit dem Nachwuchs alleine wohnen als wenn der Partner mit im Haushalt lebt. In klassischen Paar-Familien übernehmen Mütter knapp zwei Drittel der Haus- und Familienarbeit (64,6 %), während Väter im Durchschnitt nur 28,1 % der Aufgaben verantworten (Abbildung 4.23). Bei alleinerziehenden Elternteilen ist die Belastung durch die Haus- und Familienarbeit besonders hoch. Alleinerziehende Mütter meistern 83 % der familiären Aufgaben, alleinerziehende Väter übernehmen 78,9 %. Mütter und Väter in Mehrgenerationen-Haushalten, in denen die Großeltern anwesend sind, werden durch sie deutlich entlastet. Leben drei oder mehr Generationen unter einem Dach, so leisten Mütter zwar immer noch den größten Beitrag zur Haus- und Familienarbeit, ihr Anteil lag aber nur noch bei etwas mehr als der Hälfte (55,3 %) und auch der Anteil der Väter reduzierte sich auf 20,9 %. Die Bedeutung der Großeltern für familiäre Aufgaben liegt in Mehrgenerationenhaushalten mehr als zehn Mal höher (16,3 %) als bei Karlsruher Paar-Familien (1,4 %). Allerdings machen Mehrgenerationen-Haushalte nur 1 % aller befragten Haushalte aus. In den klassischen Paar-Familien sind Kinder nur mit 4,2 % der Aufgaben in die Haus- und Familienarbeit eingebunden. Ihr Beitrag ist damit deutlich kleiner als der von Kindern in Mehrgenerationen-Haushalten (6,3 %) und Kindern von Alleinerziehenden (8,4 %). Ebenso wurden Kinder in Akademikerfamilien stärker von familiären Aufgaben verschont (3,8 %) als Kinder von Eltern mit Volks-/Haupt-/Sonderschul- oder keinem Abschluss (8 %). Amt für Stadtentwicklung | 107 Abbildung 4.23 Haus- und Familienarbeit nach Haushaltstyp „Wie ist in Ihrer Familie die Haushalts- und Familienarbeit verteilt? Welchen Anteil (in Prozent) leisten...?“ Basis: 5.257 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 78,9% 3,2% 20,9% 28,1% 5,7% 83,0% 55,3% 64,6% 10,7% 8,0% 6,3% 4,2% 2,4% 2,1% 16,3% 1,3% 1,7% 0%10%20%30%40%50%60%70%80%90%100% Alleinerziehende Väter Alleinerziehende Mütter Mehrgenerationen- Haushalt Paar-Familie VaterMutterKind/KinderGroßelternHaushaltshilfe Familienarbeit nach Erwerbstätigkeit Die Erwerbstätigkeit der Elternteile nimmt starken Einfl uss auf die Verteilung der Haus- und Familienarbeit. Sind beide Elternteile in gleichem Umfang erwerbstätig, verteilen sich die familiären Aufgaben etwas gleichmäßiger auf Mutter und Vater und es wird stärker eine Haushaltshilfe eingebunden. Arbeiten beide Eltern in Vollzeit, übernehmen Mütter 56,7 % und Väter 32 % der Aufgaben, in Teilzeit 55,4 % (Mütter) und 37,4 % (Väter). Vollzeiterwerbstätige Elternpaare überlassen 3,1 % der Haus- und Familienarbeit einer Haushaltshilfe, Teilzeiterwerbstätige 2,7 %. Beide liegen damit über dem Durchschnitt von 1,6 %. Dennoch überrascht die geringe „Wirksamkeit“ einer Haushaltshilfe (Abbildung 4.24). Abbildung 4.24 Haus- und Familienarbeit nach Arbeitszeitmodell „Wie ist in Ihrer Familie die Haushalts- und Familienarbeit verteilt? Welchen Anteil (in Prozent) leisten...?“ 26,9% 26,0% 37,4% 32,0% 66,9% 66,2% 55,4% 56,7% 4,5% 4,6% 3,4% 6,1% 0,9% 2,1% 1,7% 2,7% 3,1% 0%20%40%60%80%100% Vollzeit-nicht erwerbstätig Vollzeit-Teilzeit Teilzeit-Teilzeit Vollzeit-Vollzeit VaterMutterKind/KinderGroßelternHaushaltshilfe Basis: 3.684 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 108 | Familienumfrage 2017 4.2.3 Familienangehörige mit Behinderung und/oder hohem Pfl egebedarf In 8,8 % der befragten Familien leben Familienangehörige mit Behinderung und/oder hohem Pfl egebedarf. Dies ist umso häufi ger der Fall, je höher das Lebensalter der Familien ist. In der Altersgruppe der 18 bis unter 30 Jährigen lag ihr Anteil nur bei 7,3 %, während er sich bei den Befragten im Alter von über 50 Jahren auf 12,3 % beläuft (Abbildung 4.25). Ebenso leben in Familien mit Kindern im Alter unter drei Jahren nur etwa halb so oft behinderte oder pfl egebedürftige Familienangehörige (5,9 %) als in Familien, deren jüngstes Kind zwischen 16 und 18 Jahre alt ist (13,8 %; Abbildung 4.26). Abbildung 4.25 Familien mit behinderten und/oder pfl egebedürftigen Angehörigen im Haushalt nach Alter der Befragten „Gibt es in Ihrem Haushalt Familienangehörige mit Behinderung und/oder hohem Pfl egebedarf?“ 12,3% 9,2% 6,8% 7,3% 0%20%40% 50 Jahre und älter 40 bis unter 50 Jahre 30 bis unter 40 Jahre 18 bis unter 30 Jahre Basis: 5.238 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 Abbildung 4.26 Familien mit behinderten und/oder pfl egebedürftigen Angehörigen im Haushalt nach Alter des jüngsten Kindes „Gibt es in Ihrem Haushalt Familienangehörige mit Behinderung und/oder hohem Pfl egebedarf?“ 13,8% 10,3% 8,4% 6,7% 5,9% 0%20%40% 16 bis unter 18 Jahre 10 bis unter 16 Jahre 6 bis unter 10 Jahre 3 bis unter 6 Jahre 0 bis unter 3 Jahre Basis: 5.003 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 In Mehrgenerationen-Haushalten, denen Haushaltsmitglieder der Großelterngeneration mit entsprechend höherem Lebensalter angehören, lag der Anteil der Familien mit behinderten oder pfl egebedürftigen Angehörigen besonders hoch (31,2 %; Abbildung 4.27). Abbildung 4.27 Familien mit behinderten und/oder pfl egebedürfti- gen Angehörigen im Haushalt nach Haushaltstyp „Gibt es in Ihrem Haushalt Familienangehörige mit Behinderung und/oder hohem Pfl egebedarf?“ 11,8% 31,2% 8,1% 0%20%40% Alleinerziehend Mehrgenerationen-Haushalt Paar-Familie Basis: 5.253 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 Amt für Stadtentwicklung | 109 Wie häufi g Familienangehörige mit Behinderung und/oder hohem Pfl egebedarf in den befragten Haushalten leben, ist darüber hinaus eine Frage der Bildung und des Einkommens. Unter den Befragten mit Volks-/Haupt/-Sonderschul- oder keinem Abschluss war in jedem fünften Haushalt ein behinderter oder pfl egebedürftiger Familienangehöriger zu Hause (19,1 %), während dies nur in jedem fünfzehnten Akademiker-Haushalt (6,7 %) der Fall war (Abbildung 4.28). Hierbei spielt mitunter die berufl ich bedingte höhere Mobilität von Akademikern eine Rolle. Da Höhergebildete für ihre berufl iche Karriere häufi ger Umzüge in Kauf nehmen, leben sie seltener in der Nähe, wenn ihre Eltern pfl egebedürftig werden. Mit 16,3 % lebten in Familien mit gewichtetem Pro-Kopf-Einkommen unter 1.000 Euro drei Mal häufi ger Familienmitglieder mit Behinderung und/oder hohem Pfl egebedarf als in Familien, die mehr als 3.000 Euro pro Kopf zur Verfügung hatten (5 %; Abbildung 4.29). Abbildung 4.28 Familien mit behinderten und/oder pfl egebedürftigen Angehörigen im Haushalt nach Bildungsabschluss „Gibt es in Ihrem Haushalt Familienangehörige mit Behinderung und/oder hohem Pfl egebedarf?“ 6,7% 7,9% 11,1% 19,1% 0%20%40% Hochschul-/ Fachhochschulabschluss Abitur/Hochschulreife/ Fachhochschulreife Realschulabschluss/ Mittlere Reife Volks-/Haupt-/Sonderschul-/ kein Abschluss Basis: 5.243 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 Abbildung 4.29 Familien mit behinderten und/oder pfl egebedürftigen Ange- hörigen im Haushalt nach gewichtetem Pro-Kopf-Einkommen „Gibt es in Ihrem Haushalt Familienangehörige mit Behinderung und/oder hohem Pfl egebedarf?“ 5,0% 5,4% 8,5% 16,3% 0%20%40% 3.000 Euro/Kopf und mehr 2.000 bis unter 3.000 Euro/Kopf 1.000 bis unter 2.000 Euro/Kopf unter 1.000 Euro/Kopf Basis: 4.898 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 5.1 Nutzung unterschiedlicher Betreuungsformen Von den in der Umfrage erfassten Haushalten mit Kindern zwischen drei und unter sechs Jahren lassen fast 90 Prozent (89,5 %) ihren Nachwuchs regelmäßig mehrmals die Woche in einem Kindergarten betreuen. Lediglich in 10,5 % der Familien mit drei- bis unter sechsjährigen Kindern werden Kindergärten selten oder nie besucht (siehe Abbildung 5.1). Abbildung 5.1 Kindergartenquote von Familien mit drei- bis unter sechsjährigen Kindern in Karlsruhe „Geht Ihr unter sechsjähriges Kind mehrmals in der Woche in einen Kindergarten?“ Wesentlich niedriger ist die Kindergartenquote der drei bis unter sechsjährigen Kinder bei Paaren mit einem Elternteil in Elternzeit (69,8 %), bei Familien, die auch Kleinkinder unter drei Jahren haben (70,5 %), bei nicht erwerbstätigen Alleinerziehenden (77,3 %), Paaren in prekärer Erwerbslage (78,6 %), bei Haushalten mit geringeren Bildungsabschlüssen des befragten Elternteils (80,5 %) sowie bei Haushalten mit einem nicht erwerbstätigen Elternteil (82,5 %; siehe Abbildung 5.2). Damit in Einklang steht auch die Beobachtung, dass die Kindergartenquote unter den Familien mit drei- bis unter sechsjährigen Kindern mit dem monatlich verfügbaren Haushaltsnettoeinkommen ansteigt. Während Haushalte mit einem eher geringen monatlichen Nettoeinkommen von unter 1.000 Euro pro Kopf nur eine Kindergartenquote von 79,2 % aufweisen, liegt diese bei Familien mit einem Pro-Kopf- Einkommen von 3.000 Euro und mehr bei 98,1 % (siehe Anhangtabelle 5.1). Besonders hoch ist die Kindergartenquote von drei- bis unter sechsjährigen Kindern, wie Abbildung 5.2 ebenfalls zeigt, unter Haushalten, in denen beide Elternteile berufstätig sind (Vollzeit/Vollzeit 96,2 %; Vollzeit/Teilzeit 96,5 %) sowie Alleinerziehenden mit Teilzeitbeschäftigung (97,6 %) 110 | Familienumfrage 2017 Basis: 1.605 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 nein, das Kind geht seltener oder nie in den Kindergarten ja, das Kind geht regelmäßig mehrmals pro Woche in den Kindergarten 10,5 % 89,5 % 5. Betreuung von Vorschulkindern Amt für Stadtentwicklung | 111 Abbildung 5.2 Kindergartenquote bei Familien mit mindestens einem drei- bis unter sechsjährigen Kind nach ausgewählten Befragtengruppen „Geht Ihr unter sechsjähriges Kind mehrmals in der Woche in einen Kindergarten?“ 1 Hinweis: In diesem und dem nachfolgenden Absatz wurden lediglich Haushalte betrachtet, die ein Kind im Alter zwischen einem und unter drei Jahren haben und gleichzeitig aber kein Kind im Alter zwischen drei und unter sechs Jahren. Grund: Damit Haushalte mit Kindern zwischen drei und sechs Jahren nicht die Quoten verfälschen, weil diese älteren Kinder zu deutlich höheren Anteilen in den Kindergarten gehen und in der Frage nicht nach Kindern beziehungsweise deren Alter differenziert wurde. Abbildung 5.3 Besuchshäufi gkeit von Betreuungsangeboten für unter Dreijährige durch Kinder zwischen einem Jahr und unter drei Jahren in Karlsruhe „Geht Ihr unter dreijähriges Kind mehrmals in der Woche in ein Betreuungsangebot für unter Dreijährige?“ Bei Familien mit Kindern zwischen einem Jahr und unter drei Jahren ist der Anteil der Haushalte, deren Kleinkinder regelmäßig mehrmals pro Woche in die Kindertagesstätte beziehungsweise die Kinderkrippe gehen, deutlich geringer als bei Familien mit drei- bis unter sechsjährigen Kindern. Nur 42,9 % dieser befragten Familien nutzen mehrmals wöchentlich eine Einrichtung. Die übrigen 57,1 % besuchen seltener oder nie eine Kindertagesstätte beziehungsweise Kinderkrippe (siehe Abbildung 5.3) 1 . Dabei wird die regelmäßige Inanspruchnahme von Betreuungs- einrichtungen für Kleinkinder zwischen einem Jahr und unter drei Jahren sehr stark von den Bildungsabschlüssen der Eltern, dem Erwerbsstatus der Eltern sowie dem Netto-Pro-Kopf- Einkommen des Haushalts bestimmt (siehe Anhangtabelle 5.2). Abbildung 5.4 verdeutlicht diesen Zusammenhang zwischen Betreuungsquote für unter dreijährige Kinder einerseits und Bildungsabschluss der Befragten andererseits. So besuchen lediglich in 23,1 % der Familien mit geringeren Bildungsabschlüssen (Volks-/Haupt-/Sonderschule oder kein Schulabschluss) die ein- bis unter dreijährigen Kinder regelmäßig eine Kindertageseinrichtung. Bei Haushalten mit mittleren Schulabschlüssen liegt diese Quote immerhin schon bei 34,3 %, bei Familien mit Abitur oder (Fach-)Hochschulreife des Befragten bei 41 % und bei Befragten mit (Fach-) Hochschulabschluss bei 47,4 %. Basis: 508 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 nein, mein Kind geht seltener oder nie in einen Kindergarten/eine Krippe ja, mein Kind geht mehrmals pro Woche in einen Kindergarten/eine Krippe 57,1 % 42,9 % 69,8% 70,5% 77,3% 78,6% 80,5% 82,5% 89,5% 96,2% 96,5% 97,6% Vollzeit/Elternzeit Alter des jüngsten Kindes unter drei Jahre nicht erwerbstätige Alleinerziehende Paare in prekären Erwerbslagen Volks-/Haupt-/Sonderschul-/kein Abschluss Vollzeit/Partner nicht erwerbstätig alle Haushalte mit drei bis unter sechsjährigen Kindern Vollzeit/Vollzeit Vollzeit/Teilzeit Alleinerziehend/Teilzeit 0%20%40%60%80%100% Basis: 1.605 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 112 | Familienumfrage 2017 Abbildung 5.4 Besuchsquote von Betreuungsangeboten für unter Dreijährige in Haushalten mit Kindern zwischen einem Jahr und unter drei Jahre nach dem Bildungsabschluss der befragten Eltern „Geht Ihr unter dreijähriges Kind mehrmals in der Woche in eine Betreuungseinrichtung für unter Dreijährige?“ Weitere Betreuungsformen In Haushalten, deren Kinder regelmäßig mehrmals pro Woche in den Kindergarten gehen, werden in 13,7 % der Fälle zusätzlich noch mehrmals pro Woche die Großeltern oder andere Verwandte zur Betreuung herangezogen; bei weiteren 30,1 % geschieht dies mehrmals im Monat. Darunter fallen zum einen Familien, die bewusst ergänzend zum Kindergartenbesuch die Betreuung und Erziehung durch Familienangehörige wählen. Zum anderen werden darunter auch diejenigen Haushalte subsummiert, die nicht im benötigten Umfang einen Betreuungsplatz im Kindergarten bekommen konnten und darum auf die Hilfe der Großeltern zurückgreifen. Zusätzlich zum regelmäßigen Kindergartenbesuch spielen ergänzende Betreuungsformen neben der Betreuung durch die Großeltern keine bedeutende Rolle. So setzen lediglich 2,9 % der Befragten mit Kindergartenkindern zusätzlich mehrmals wöchentlich auf Tageseltern. Etwas häufi ger tritt hingegen die Konstellation auf, dass Vorschulkinder neben dem Kindergarten noch zusätzlich einmal wöchentlich (zum Beispiel am Nachmittag) von Freunden oder Bekannten betreut werden (9,6 %). Unter Vorschulkindern, die den Kindergarten nicht regelmäßig mehrmals die Woche besuchen, wird – neben der Betreuung zu Hause durch die Eltern – die Betreuung durch Großeltern oder Verwandte am häufi gsten praktiziert: 15,2 % der Befragten, deren Kinder nicht in den Kindergarten gehen – das entspricht 4 % an aller Befragten mit Vorschulkindern – nehmen mehrmals pro Woche die Großeltern in Anspruch. Noch häufi ger kommt es vor, dass Eltern ihre Vorschulkinder nicht in den Kindergarten geben, die Kinder aber einmal wöchentlich von den Großeltern betreut werden (21,3 % aller Haushalte mit Vorschulkindern ohne Kindergartenbesuch beziehungsweise 5,6 % aller Familien mit Vorschulkindern). Das Angebot von Tageseltern wird von 14,3 % der Eltern, die ihre Vorschulkinder nicht in den Kindergarten schicken, regelmäßig mehrmals wöchentlich genutzt. Freunde oder Bekannte helfen bei der Betreuung von Vorschulkindern ohne regelmäßigen Kindergartenbesuch nur selten und dann auch in der Regel nur einmal wöchentlich aus (5,1 %). Neben den eben beschriebenen Formen der regelmäßigen Vorschulkindbetreuung, gibt es auch verschiedene Arten von Betreuung im weiteren Sinne, die entweder der punktuellen Entlastung der Eltern dienen (zum Beispiel Babysitting durch Nachbarn, Großeltern oder Jugendliche) oder die dazu genutzt werden, damit die Kinder – in der Regel einmal wöchentlich – mit anderen gleichaltrigen Spielkameraden in Kontakt kommen (zum Beispiel Krabbelgruppe, betreute Spielgruppe). Besonders häufi g werden die Großeltern oder andere Verwandte in die sporadische Vorschulkindbetreuung (einmal pro Monat oder seltener) eingebunden. Über ein Drittel (33,9 %) der Eltern von Vorschulkindern gaben an, dass sie zumindest ab und zu ihre Kinder in die Obhut von Großeltern oder Verwandten geben (siehe Abbildung 5.5). Auch die Hilfe von Freunden oder Bekannten wird von vielen Eltern in Anspruch genommen, um gelegentlich bei der Kinderbetreuung auszuhelfen (33,1 %). Dagegen nutzen vergleichsweise wenige Eltern von Vorschulkindern die Option, einen bezahlten Babysitter für die Betreuung ihrer Vorschulkinder zu engagieren (15,7 %). 23,1% 34,3% 41,0% 47,4% 42,9% Volks-/Haupt-/Sonderschul-/kein Abschluss Realschulabschluss/Mittlere Reife Abitur/Hochschulreife/Fachhochschulreife Hochschul-/Fachhochschulabschluss alle Haushalte mit Kindern zwischen einem Jahr und unter drei Jahren 0%20%40%60%80%100% Basis: 508 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 Amt für Stadtentwicklung | 113 Abbildung 5.5 Häufi gkeit der sporadischen Vorschulkindbetreuung (einmal pro Monat oder seltener) nach verschiedenen Betreuungsformen „Falls Sie ein Kind unter sechs Jahren haben, wie wird Ihr Kind betreut?“ 33,9% 33,1% 15,7% Großeltern und Verwandte Freunde und Bekannte bezahlte Babysitter 0% 20% 40% 60% Basis: 1.828/1.637/1.644 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 Eltern-Kind-Gruppen, Krabbelgruppen oder ähnliche Angebote werden von 25,2 % der befragten Eltern mit Vorschulkindern in Anspruch genommen. Auf der anderen Seite nutzen 74,8 % derartige Angebote überhaupt nicht. Fokussiert man den Blick ausschließlich auf Eltern mit Kindern unter drei Jahren so steigt der Anteil derer, die eine Eltern-Kind-Gruppe oder ähnliches besuchten auf 38,6 % an. Dabei ist festzustellen, dass vor allem Eltern von Kleinkindern (Kinder unter drei Jahre) mit höheren Bildungsabschlüssen und/oder monatlichen Haushaltnettoeinkommen von über 1.000 Euro pro Kopf sowie Deutsche ohne Migrationshintergrund derartige Betreuungsangebote etwas häufi ger nutzen. Im Vergleich zu Eltern-Kind-Gruppen oder ähnlichem werden betreute Spielgruppen nur sehr selten von Eltern mit Kindern unter drei Jahren aufgesucht. Lediglich 9,6 % der in Frage kommenden Eltern gehen mit ihren Kleinkindern in eine betreute Spielgruppe. 90,4 % nutzen derartige Angebote überhaupt nicht. 5.2 Versorgung mit einem Betreuungsplatz Um auszuloten, in wieweit derzeit das Angebot an Betreuungs- plätzen für Vorschulkinder in Karlsruhe mit der Nachfrage der Eltern im Einklang steht beziehungsweise um einen Eindruck zur Stimmungslage bei der Suche nach einem Betreuungsplatz zu bekommen, wurden die Eltern von Vorschulkindern gefragt, ob Sie zum gewünschten Zeitpunkt einen Platz für ihr Kind bekommen haben. Dabei wurde zwischen Eltern, deren jüngstes Kind zwischen einem Jahr bis unter drei Jahren alt ist (Betreuungsangebot für unter Dreijährige) sowie zwischen Familien mit jüngsten Kindern zwischen drei und unter sechs Jahren (Kindergarten) unterschieden 2 . Im Bereich der Betreuungsangebote für unter Dreijährige ist die Einschätzung der Versorgungslage mit Plätzen in Karlsruhe durchwachsen. Lediglich 61,5 % der befragten Eltern gaben rückblickend an, für ihre ein- bis unter dreijährigen Kinder einen Betreuungsplatz zum gewünschten Zeitpunkt erhalten zu haben (siehe Abbildung 5.6). Die übrigen 38,5 % der Eltern konnten zum gewünschten Zeitpunkt kein Betreuungsangebot buchen. Abbildung 5.6 Einschätzung der Eltern von Kindern zwischen einem Jahr und unter drei Jahren zur Bereitstellung von Betreuungs- plätzen für unter Dreijährige „Haben Sie zum gewünschten Zeitpunkt einen Betreuungsplatz für unter Dreijährige erhalten?“ 2 Eine genaue Trennung zwischen Betreuungsangeboten für unter Dreijährige und Kindergarten ist in der vorliegenden Untersuchung nicht möglich, weil nicht exakt bekannt ist, ob Eltern mit Kindern im Kindergartenalter über ihre Erfahrungen bei der Suche nach einem Kindergartenplatz oder über die zeitlich weiter zurückliegende Suche nach einem Platz in einem Betreuuungsangebot für unter Dreijährige (falls das heutige Kindergartenkind damals bereits in einer solchen Betreuungseinrichtung betreut wurde) berichten. Basis: 917 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 Nein, ich habe zum gewünschten Zeitpunkt keinen Betreuungsplatz erhalten Ja, ich habe zum gewünschten Zeitpunkt einen Betreuungsplatz erhalten 38,5 % 61,5 % 114 | Familienumfrage 2017 Auffällig ist, dass die Beurteilung der Verfügbarkeit von Betreuungsangeboten für unter Dreijährige eine deutliche Abhängigkeit vom sozio-ökonomischen Status der Eltern aufweist. Wie Abbildung 5.7 zeigt, sind es vor allem Eltern mit geringeren (49,4 %) bis mittleren (51,7 %) Bildungs- Abbildung 5.7 Anteil der Eltern mit Kindern zwischen einem Jahr und unter drei Jahren, die zum gewünschten Zeitpunkt keinen Platz in einer Betreuungseinrichtung für unter Dreijährige erhalten haben nach ausgewählten Befragtengruppen „Haben Sie zum gewünschten Zeitpunkt einen Betreuungsplatz erhalten?“ abschlüssen und/oder Haushalte mit niedrigen Einkommen (52,5 %) sowie ausländische Befragte (52,6 %), die vergleichsweise häufi g keinen Krippenplatz zum gewünschten Zeitpunkt erhalten haben (siehe Anhangtabelle 5.3). Deutlich besser wird die Versorgungssituation von Eltern mit Kindern im Kindergartenalter (drei bis unter sechs Jahren) beurteilt. Hier haben immerhin 78,6 % der Eltern zum gewünschten Zeitpunkt einen Betreuungsplatz für ihr Kind erhalten. Lediglich 21,4 % konnten zum gewünschten Zeitpunkt nicht mit einem Betreuungsplatz versorgt werden (siehe Abbildung 5.8). Da der Fehlbedarf bei Familien mit Kindern im Kindergarten- alter im Rückblick nicht so groß eingeschätzt wird wie bei den jüngeren Kindern zwischen einem und unter drei Jahren, fallen hier die Bewertungen unter Befragten mit unterschiedlichem sozio-ökonomischem Status nicht ganz so unterschiedlich aus. So ist beispielsweise hinsichtlich des Bildungsabschlusses festzustellen, dass die Versorgungslage für Kinder im Kindergartenalter zum gewünschten Zeitpunkt zwischen Befragtengruppen mit niedrigen, mittleren Schulabschluss und Hochschulreife nahezu gleich gut bewertet wird (etwa 75 %). Lediglich von den Befragten mit (Fach-)Hochschulabschluss kommt mit einer Quote von 81,2 % eine noch bessere Rück- meldung zur Versorgungssituation (siehe Anhangtabelle 5.4). Auch nach Haushaltsnettoeinkommen liegen die Einschätzungen zur Bereitstellung von Kindergartenplätzen zum gewünschten Zeitpunkt in den einzelnen Befragtengruppen relativ nahe beisammen. Die Schwankungsbreite der Ja-Antworten liegt bei allen Einkommensgruppen mit mehr als 1.000 Euro pro Kopf pro Monat zwischen 77 % und 82 %. Hier sind es nur die Haushalte mit weniger als 1.000 Euro monatlichem Haushaltsnettoeinkommen, die sich auffällig schlechter mit Kindergartenplätzen versorgt sahen (72,3 %; siehe Anhangtabelle 5.4). 52,6% 52,5% 51,7% 49,4% 38,5% ausländische Befragte Haushaltsnettoeinkommen unter 1.000 Euro/Kopf Befragte mit Realschulabschluss/Mittlere Reife Befragte mit Volks-/Haupt-/ Sonderschul-/keinem Abschluss alle Haushalte mit Kindern zwischen einem Jahr und unter drei Jahren 0%20%40%60%80%100% Basis: 917 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 Amt für Stadtentwicklung | 115 Abbildung 5.8 Versorgungssituation der Eltern von Kindern zwischen drei und unter sechs Jahren mit Betreuungs- plätzen in Kindertageseinrichtungen in Karlsruhe „Haben Sie zum gewünschten Zeitpunkt einen Betreuungsplatz erhalten?“ Wie Abbildung 5.9 zeigt, fühlen sich Befragte aus Haushalten mit einem ausländischen Elternteil im stadtweiten Vergleich deutlich unterdurchschnittlich mit Kitaplätzen zum gewünschten Zeitpunkt versorgt. Nur annähernd zwei Drittel (65,7 %) der ausländischen Befragten haben zum gewünschten Zeitpunkt einen Betreuungsplatz für ihr Kind bekommen. Gesamtstädtisch liegt diese Quote bei 78,6 %, unter deutschen Befragten ohne Migrationshintergrund bei 80,9 % und bei deutschen Befragten mit Migrations- hintergrund immer noch bei 78,1 %. Abbildung 5.9 Anteil der Eltern mit Kindern zwischen drei und unter sechs Jahren, die zum gewünschten Zeitpunkt einen Platz in einer Kindertageseinrichtung erhalten haben nach Migrationserfahrung „Haben Sie zum gewünschten Zeitpunkt einen Betreuungsplatz erhalten?“ Basis: 1.289 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 nein, ich habe zum gewünschten Zeitpunkt keinen Betreuungsplatz erhalten ja, ich habe zum gewünschten Zeitpunkt einen Betreuungsplatz erhalten 21,4 % 78,6 % 65,7% 78,1% 80,9% 78,6% ausländisch deutsch mit Migrationshintergrund deutsch ohne Migrationshintergrund alle Haushalte mit Kindern zwischen drei und unter sechs Jahren 0%20%40%60%80%100% Basis: 1.289 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 116 | Familienumfrage 2017 Im Weiteren wurden die Eltern von Vorschulkindern noch gefragt, bei wie vielen Betreuungseinrichtungen sie sich beworben haben. Hierbei zeigt sich, dass Familien mit Kindern im Kindergartenalter in der Regel weniger Betreuungs- einrichtungen anfragen mussten, als Haushalte mit jüngeren Kindern im Krippenalter. Im Falle der Kindergartenkinder war ein Viertel der Eltern (25,3 %) bereits nach der ersten Anfrage bei einer Betreuungseinrichtung erfolgreich, 40,9 % mussten bei zwei bis fünf Einrichtungen nachfragen und etwa ein Drittel (33,8 %) benötigte mehr als fünf Bewerbungen (siehe Abbildung 5.10). Bei der Bewerbung um einen Krippenplatz war nicht einmal ganz ein Fünftel (19,2 %) der Eltern nach der ersten Anfrage erfolgreich. Für 37,8 % der Eltern waren zwischen zwei und fünf Bewerbungen bei Kinderkrippen notwendig und über zwei Fünftel (43 %) der Befragten haben sich bei mehr als fünf Einrichtungen um einen Platz in einer Betreuungseinrichtung für unter Dreijährige bemüht (siehe Abbildung 5.10). 19,2% 37,8% 43,0% 25,3% 40,9% 33,8% bei einer Kindertages- einrichtung bei zwei bis fünf Kindertages- einrichtungen bei mehr als fünf Kindertages- einrichtungen 0% 20% 40% 60% Familien mit jüngstem Kind zwischen 1 bis unter 3 Jahre Familien mit jüngstem Kind zwischen 3 bis unter 6 Jahre Basis: 890/1.270 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 Abbildung 5.10 Anzahl der Anfragen von Eltern mit Vorschulkindern bei Betreuungseinrichtungen nach dem Alter der Kinder „Bei wie vielen Kindertageseinrichtungen haben Sie um einen Betreuungsplatz für Ihr Kind angefragt?“ Amt für Stadtentwicklung | 117 6.1 Betreuung von Grundschulkindern Die Betreuung von Grundschulkindern in Karlsruhe hat in den vergangenen zehn Jahren einen deutlichen Wandel erlebt. Neben dem Anstieg des Betreuungsbedarfs vollzog sich durch den Ausbau des Angebots an Ganztagsgrundschulen auch ein Strukturwandel der Betreuungsangebote. So ist festzustellen, dass die Eltern teils auf die veränderte Angebotsstruktur reagieren und zunehmend Vertrauen zu dieser Form der Schulkindbetreuung aufgebaut haben, während parallel dazu das Angebot an Hortbetreuung zurückgefahren wurde. Die im Folgenden dargestellten Ergebnisse sind deshalb eine Momentaufnahme in einem weiter ablaufenden Wandlungsprozess. Ein Drittel (33,2 %) der befragten Familien mit Kindern in Karlsruhe haben mindestens ein Kind, das eine Grundschule besucht (siehe Abbildung 6.1). Das entspricht 1,2 Grundschul- kindern je Haushalt. Basis: 5.286 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 Haushalte mit mindestens einem Grundschulkind Haushalte mit Kindern aber ohne Grundschulkinder 33,2 % 66,8 % 6. Betreuungsbedarf von Schulkindern Abbildung 6.1 Familien mit Grundschulkindern „Haben Sie mindestens ein Kind in der Grundschule?“ © designed by pressfoto - Freepik.com 118 | Familienumfrage 2017 In den Familien mit Grundschulkindern lebt in 82,8 % der Haushalte ein Grundschulkind, in 15,6 % leben zwei Grundschulkinder und in 1,6 % der Haushalte drei Grundschulkinder (siehe Abbildung 6.2). Abbildung 6.2 Anzahl der Grundschulkinder in Familien mit Grundschulkindern „Haben Sie mindestens ein Kind oder mehrere Kinder in der Grundschule?“ Die in der Umfrage erfassten Grundschulkinder verteilen sich sehr gleichmäßig auf die einzelnen Klassenstufen. Der Bedarf an Schulkindbetreuung unter Familien mit Grundschulkindern in Karlsruhe ist sehr groß: 87,1 % der Grundschülerinnen und -schüler benötigen neben dem vormittäglichen Regelunterricht zusätzliche Betreuung (siehe Abbildung 6.3). Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass nur 12,9 % der Grundschulkinder neben der Halbtagsschule keinen zusätzlichen Betreuungsbedarf haben. Abbildung 6.3 Betreuungsbedarf von Grundschulkinder vor und/oder nach dem Regelunterricht Basis: alle Grundschulkinder „Nimmt Ihr Kind zusätzliche Betreuung in Anspruch?“ Basis: 1.757 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 Haushalte mit zwei Grundschulkindern 15,6 % Haushalte mit einem Grundschulkind 82,8 % Haushalte mit drei Grundschulkindern 1,6 % Basis: 2.043 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 Grundschulkinder mit Betreuungsbedarf vor und/oder nach dem Regelunterricht Grundschulkinder ohne Betreuungsbedarf vor und/oder nach dem Regelunterricht 12,9 % 87,1 % Amt für Stadtentwicklung | 119 Abbildung 6.4 Art der Betreuung der Grundschulkinder in Karlsruhe nach ausgewiesenen Betreuungsformen 1 „Welche Art der Betreuung nimmt Ihr Kind zusätzlich zu den Unterrichtsstunden in Anspruch?“ Am häufi gsten gaben die Eltern von Grundschulkindern an, dass die Kinder neben der Halbtagsgrundschule zusätzlich noch die ergänzende Betreuung im Rahmen der verlässlichen Grundschule besuchen. Das sind 35,6 % aller Grundschulkinder (inklusive Kinder ohne Betreuungsbedarf), wie aus Abbildung 6.4 hervorgeht. Auffällig dabei ist, dass von den Kindern, die das Angebot der ergänzenden Betreuung nutzen, etwa ein Drittel (30,7 %) noch zusätzlich von Verwandten oder Familienangehörigen betreut wird. Am zweithäufi gsten besuchen Grundschulkinder nach der Halbtagsschule einen Schülerhort. Diese Form der Betreuung nutzen 28,9 % aller Grundschulkinder. Bemerkenswert ist, dass trotz des in der Regel sehr umfassenden Betreuungs- angebots in Horten, 15 % der Hortkinder zusätzlich von Verwandten oder Familienangehörigen betreut werden. Die dritthäufi gste Form der Grundschulkindbetreuung bildet die Beaufsichtigung durch weitere Familienangehörige oder Verwandte. Fast ein Viertel aller Grundschulkinder in Karlsruhe (23,2 %) werden entweder vor und/oder nach der Halbtagsschule von Verwandten betreut. Dabei ist die verwandtschaftliche Betreuung in 85 Prozent der Fälle immer mit einer weiteren Betreuungsform gekoppelt. Bezogen auf alle Grundschulkinder in Karlsruhe werden lediglich 3,6 % ausschließlich von Verwandten betreut. Relativ selten besuchen die Karlsruher Grundschulkinder hingegen die Angebote der fl exiblen Nachmittags- betreuung (6,9 %), von Tageseltern (1,8 %) sowie von Kinder- oder Jugendhäusern (1,3 %). Das Betreuungskonzept der ergänzenden Betreuung im Rahmen der verlässlichen Grundschule, welches Betreuungs- zeiten kurz vor Schulbeginn (in der Regel ab 7 Uhr) sowie nach Unterrichtsende (in der Regel bis 13 oder 14 Uhr) in den Räumlichkeiten der jeweiligen Grundschule anbietet, wird von den Familien mit Grundschulkindern sehr gut angenommen (siehe Abbildung 6.4). Dabei unterscheidet sich der Zuspruch zu diesem Betreuungskonzept kaum zwischen den verschiedenen soziodemographischen Merkmalsgruppen. Vielmehr scheint der Erwerbsstatus ausschlaggebend dafür zu sein, wie häufi g das Angebot in Anspruch genommen wird. In erster Linie sind es die Familien, in denen ein Elternteil Vollzeit und der andere Teilzeit arbeitet, die häufi g und gern die ergänzende Betreuung für ihre Grundschulkinder nutzen (41,3 %). Für Familien mit ausschließlich in Vollzeit beschäftigten Elternteilen sind die angebotenen Betreuungs- zeiten häufi g nicht ausreichend, um den zeitlichen Bedarf an Betreuung ganz abzudecken. Daher ist bei diesen Familien (sowohl Paare als auch Alleinerziehende) die Inanspruchnahme der ergänzenden Betreuung mit 25 Prozent vergleichsweise 1,3% 1,8% 6,9% 19,9% 20,2% 23,2% 25,8% 28,9% 35,6% 12,8% Kinderhaus/Jugendhaus mit Mittagessen und Hausaufgabenbetreuung Tagesmutter/Tagesvater Angebote der flexiblen Nachmittagsbetreuung (KLEVER, Kinderstadtkirche) Freizeitangebote in der Schule Kind ist in Ganztagsschule Zusätzliche Betreuung durch Verwandte/Freunde/Familien Mittagessen in der Schule Hortbetreuung Ergänzende Betreuung (verlässliche Grundschule) Keine zusätzliche Betreuung 0%10%20%30%40%50% 1 Mehrfachantworten waren möglich Basis: 1.742 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 120 | Familienumfrage 2017 gering. Darüber hinaus fällt auf, dass die Inanspruchnahme der ergänzenden Betreuung unter ausländischen Haushalten mit Grundschulkindern mit 26 % unterdurchschnittlich ausfällt (siehe Anhangtabelle 6.1). Bei der Hortbetreuung bestimmt ebenfalls der Erwerbsstatus der Eltern maßgeblich über die Häufi gkeit der Nutzung. So sind es hier in erster Linie die Paare, bei den beide Partner Vollzeit berufstätig sind, die überdurchschnittlich häufi g ihre Grundschulkinder in Schülerhorte zur Betreuung schicken (41,4 %). Aber auch alleinerziehende Eltern in Vollzeit nehmen für ihre Kinder häufi g Hortbetreuung in Anspruch (37,3 %). Auf der anderen Seite sind Grundschulkinder von ausländischen Eltern vergleichsweise selten in den Karlsruher Horten zur Betreuung (19,9 %). Ebenso sind Kinder von kinderreichen Familien mit drei oder mehr Kindern (22,8 %) eher selten in Horten zu fi nden, wobei der Betreuungsbedarf dieser Familien generell relativ gering ist (siehe Anhang- tabelle 6.1). Differenziert nach der Einkommensverteilung wird der Hort besonders häufi g bei Familien aus der oberen Mittelschicht mit Haushaltsnettoeinkommen zwischen 2.000 und 3.000 Euro pro Kopf (39,2 %) sowie der Oberschicht mit Haushaltnettoeinkommen von 3.000 Euro und mehr pro Kopf (35,9 %) nachgefragt (siehe Abbildung 6.5). Abbildung 6.5 Anteil der Haushalte mit Kindern in Hortbetreuung an allen Haushalten mit Grundschulkindern nach dem Haushaltsnettoeinkommen pro Kopf 1 „Welche Art der Betreuung nimmt Ihr Kind zusätzlich zu den Unterrichtsstunden in Anspruch?“ | Hortbetreuung Im Zuge des Ganztagsausbaus in Karlsruhe hat sich die Ganztagsgrundschule mittlerweile zu einer festen und nachgefragten Größe unter den Betreuungsangeboten für Grundschulkinder in Karlsruhe entwickelt (siehe Abbildung 6.4). Mittlerweile besucht fast ein Fünftel der Karlsruher Grundschulkinder (20,2 %) eine Ganztagsgrundschule. Auch hier reicht bei 22,8 % der Ganztagsschulkinder das zeitliche Betreuungsangebot der Ganztagsgrundschule offensichtlich nicht aus, so dass zusätzlich noch Betreuungsleistungen von Familienangehörigen oder Verwandten in Anspruch genommen werden. Besonders hoch ist der Zuspruch unter den Alleinerziehenden (34,3 %) sowie Paaren mit zwei Vollzeit berufstätigen Partnern (36,2 %). Darüber hinaus besuchen Kinder von Spitzenverdiener- Haushalten mit einem Haushaltsnettoeinkommen von über 3.000 Euro pro Kopf pro Monat (36,8 %), von ausländischen Eltern (30,6 %) sowie von Ein-Kind-Familien (28,7 %) überdurchschnittlich häufi g eine Karlsruher Ganztagsgrundschule (siehe Anhangtabelle 6.1 und Abbildung 6.6). Abbildung 6.6 Anteil der Haushalte mit Kindern in Ganztagsschulen an allen Haushalten mit Grundschulkindern nach dem Migrationshintergund des befragten Elternteils 1 „Welche Art der Betreuung nimmt Ihr Kind zusätzlich zu den Unterrichtsstunden in Anspruch?“ | Ganztagsschulen 35,9% 39,2% 25,1% 19,5% 3.000 Euro/Kopf und mehr 2.000 bis unter 3.000 Euro/Kopf 1.000 bis unter 2.000 Euro/Kopf unter 1.000 Euro/Kopf 0%20%40%60% 1 Mehrfachantworten waren möglich Basis: 1.742 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 30,6% 22,2% 18,0% ausländisch deutsch mit Migrationshintergrund deutsch ohne Migrationshintergrund 0%20%40%60% 1 Mehrfachantworten waren möglich Basis: 1.742 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 Amt für Stadtentwicklung | 121 Die Inanspruchnahme von Unterstützungsleistungen durch Familie und Verwandte bei der Kinderbetreuung richtet sich natürlich in erster Linie danach, ob Verwandte oder Familienangehörige in vertretbarer Entfernung zum Wohn- oder Arbeitsort erreichbar sind. So ist es nicht verwunderlich, dass Familien mit ausländischen Eltern nur vergleichsweise selten auf die Kinderbetreuung durch Verwandte zurückgreifen (15,3 %), während angestammte Karlsruher Familien mit einer langen Wohndauer in Karlsruhe von 20 Jahren und mehr überdurchschnittlich häufi g auf verwandtschaftliche Betreuung zurückgreifen (27,5 %). Am häufi gsten werden jedoch Alleinerziehende (33,8 %) sowie Haushalte mit Spitzeneinkommen von mehr als 3.000 Euro pro Kopf (31,1 %) von Familienangehörigen bei der Kinderbetreuung unterstützt (siehe Anhangtabelle 6.1 und Abbildung 6.7). Abbildung 6.7 Anteil der Haushalte, die von Verwandten bei der Grundschul- kinderbetreuung unterstützt werden, an allen Haushalten mit Grundschulkindern nach der Wohndauer in Karlsruhe 1 „Welche Art der Betreuung nimmt Ihr Kind zusätzlich zu den Unterrichtsstunden in Anspruch?“ | Verwandte Untersucht man diejenigen Familien ohne jeglichen über die Halbtagsgrundschule hinausgehenden Betreuungsbedarf näher, so fällt auf, dass es neben Eltern mit tendenziell einfachem Bildungsabschluss (29,5 %) vor allem junge Haushalte mit Eltern unter 30 Jahren (29,3 %) sowie kinderreiche Familien mit drei und mehr Kindern (24,6 %) sind, die vergleichsweise häufi g keine zusätzlichen Betreuungsangebote in Anspruch nehmen (siehe Abbildung 6.8 und Anhangtabelle 6.1). Abbildung 6.8 Anteil der Haushalte ohne zusätzlichen Betreuungsbedarf neben der Halbtagsgrundschule, an allen Haushalten mit Grundschulkindern nach ausgewählten soziodemografi schen Merkmalen 1 „Welche Art der Betreuung nimmt Ihr Kind zusätzlich zu den Unterrichtsstunden in Anspruch?“ | Ohne zusätzlichen Betreuungsbedarf 27,5% 20,5% 23,1% 16,2% 20 Jahre und länger 10 bis unter 20 Jahre 5 bis unter 10 Jahre unter 5 Jahre 0%20%40%60% 1 Mehrfachantworten waren möglich Basis: 1.742 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 24,6% 29,3% 29,5% 12,8% Familien mit drei und mehr Kinder Befragte unter 30 Jahren Befragte Volks-/ Haupt-/Sonderschul-/ kein Abschluss alle Befragten 0%20%40%60% 1 Mehrfachantworten waren möglich Basis: 1.742 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 122 | Familienumfrage 2017 Darüber hinaus besteht grundsätzlich ein starker Zusammenhang zwischen der Inanspruchnahme von Betreuungsangeboten und dem Erwerbsstatus der Eltern. Je weniger Zeit die Eltern mit Erwerbsarbeit zubringen, desto höher ist der Anteil derer, die keine zusätzliche Betreuung für ihre Grundschulkinder benötigen (siehe Abbildung 6.9). Abbildung 6.9 Anteil der Haushalte, ohne zusätzlichen Betreuungsbedarf neben der Halbtagsgrundschule an allen Haushalten mit Grundschulkindern nach dem Erwerbsstatus der Eltern 1 „Welche Art der Betreuung nimmt Ihr Kind zusätzlich zu den Unterrichtsstunden in Anspruch?“ | Ohne zusätzlichen Betreuungsbedarf Die Versorgungslage der Eltern mit Betreuungsangeboten für ihre Grundschulkinder in Karlsruhe ist als gut zu bewerten. So haben 85,4 % der Grundschulkinder zum gewünschten Zeitpunkt einen Betreuungsplatz bekommen. Umgekehrt waren es lediglich 14,6 % der Grundschulkinder mit Betreuungsbedarf, die zum gewünschten Zeitpunkt noch leer ausgingen (siehe Abbildung 6.10). Abbildung 6.10 Versorgung von Familien mit Betreuungsbedarf mit Kinderbetreuungsangeboten „Haben Sie zum gewünschten Zeitpunkt ein Betreuungsangebot erhalten?“ 7,7% 5,7% 0,0% 19,4% 35,0% 34,2% 9,4% 8,9% 5,5% 12,8% Alleinerziehend nicht erwerbstätig/Elternzeit Alleinerziehend Teilzeit Alleinerziehend Vollzeit Paar in prekärer Erwerbslage Vollzeit – Partner nicht erwerbstätig Vollzeit – Elternzeit Teilzeit – Teilzeit Vollzeit – Teilzeit Vollzeit – Vollzeit alle Befragten 0%20%40%60% 1 Mehrfachantworten waren möglich Basis: 1.742 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 Basis: 1.727 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 Grundschulkinder, für die die Eltern zum gewünschten Zeitpunkt keine Betreuungsangebote erhalten haben Grundschulkinder, für die die Eltern zum gewünschten Zeitpunkt Betreuungsangebote erhalten haben 14,6 % 85,4 % Amt für Stadtentwicklung | 123 40,4% 17,3% 15,1% 16,0% 11,3% Kein BetreuungsbedarfTäglich, werktagsAn drei bis fünf Werktagen pro Woche An ein bis zwei Werktagen pro Woche Weiß nicht 0% 10% 20% 30% 40% 50% Basis: 486 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 Abbildung 6.11 Künftiger Betreuungsbedarf von Kindern der vierten Grundschulklasse an weiterführenden Schulen für das Schuljahr 2017/18 „Falls Sie ein Grundschulkind in der vierten Klasse haben – können Sie abschätzen, ob Sie in der weiterführenden Schule, ergänzend zu den Schulstunden, Betreuungsbedarf für Ihr Kind beziehungsweise Ihre Kinder haben werden?“ 6.2 Zukünftiger Betreuungsbedarf von Schülern ab der fünften Klasse Der Betreuungsbedarf von Grundschulkindern und Schulkindern an weiterführenden Schulen unterscheidet sich grundlegend. Während unter allen Grundschulkindern lediglich 12,9 % keinerlei Betreuung vor oder nach der Halbtagsgrundschule in Anspruch nehmen (siehe Abbildung 6.3), vermuten 40,4 % der Eltern von Viertklässlern, dass ihre Kindern künftig an der weiterführenden Schule keine weitere Betreuung neben der Schule mehr benötigen werden (siehe Abbildung 6.11). Dagegen hat rund die Hälfte der Familien von heutigen Viertklässlern fest vor, ihr Kind im nächsten Jahr an der weiterführenden Schule in Betreuung zu geben, wobei sich die Bedarfe hinsichtlich Betreuungsdauer noch einmal deutlich unterscheiden: 17,3 % benötigen voraussichtlich an allen fünf Werktagen Betreuung für ihr Kind im kommenden Schuljahr. Von den Viertklässler-Eltern planen15,1 %, ihr Kind an der weiterführenden Schule zwischen drei und fünf Werktagen in Betreuung zu geben. Eher geringen Bedarf an lediglich ein bis zwei Schultagen in der Woche haben voraussichtlich 16 % der in Frage kommenden Familien (siehe Abbildung 6.11) Der Anteil der unentschlossenen Eltern, die sich über den künftigen Betreuungsbedarf ihres Kindes an der weiterführenden Schule bislang noch nicht im Klaren sind, liegt bei 11,3 %. Abbildung 6.12 zeigt die voraussichtlichen künftigen Betreuungsbedarfe von Familien mit Kindern, die nächstes Schuljahr die fünfte Klasse einer weiterführenden Schule besuchen werden nach ausgewählten Befragtengruppen. Es zeigt sich, dass vor allem bei den Paarhaushalten, in denen beide Elternteile Vollzeit erwerbstätig sind, bei Familien mit nur einem Kind sowie bei Alleinerziehenden die Betreuungsbedarfe hoch sind. So sind bei diesen drei Gruppen sowohl die Anteile derer, die täglich als auch derer, die an drei bis zu fünf Werktagen Betreuung für ihre Kinder in der weiterführenden Schule benötigen werden, mit Werten jeweils zwischen 20 % und 30 % besonders hoch. Sehr geringe Betreuungsbedarfe weisen hingegen ausländische Familien, kinderreiche Haushalte mit drei oder mehr Kindern sowie Paare mit nur einem erwerbstätigen Elternteil auf. Deren Bedarfsquoten an täglicher Betreuung liegen weit unter dem Durchschnitt zwischen 3,9 % und 11,5 %. Ebenso gibt es unter ihnen vergleichsweise wenige Haushalte, die an drei bis fünf Werktagen Betreuungsbedarf anmelden – zwischen 2 % und 12,6 %. Gleichzeitig ist bei ihnen der Anteil derer, die überhaupt keinen Betreuungsbedarf aufweisen überdurchschnittlich hoch (zwischen 50 % und 70 %). 124 | Familienumfrage 2017 Abbildung 6.12 Künftiger Betreuungsbedarf von Kindern der vierten Grundschulklasse an weiterführenden Schulen nach ausgewählten Befragtengruppen für das Schuljahr 2017/18 „Falls Sie ein Grundschulkind in der vierten Klasse haben – können Sie abschätzen, ob Sie in der weiterführenden Schule, ergänzend zu den Schulstunden, Betreuungsbedarf für Ihr Kind beziehungsweise Ihre Kinder haben werden?“ Familien mit einem in Vollzeit und einem in Teilzeit erwerbs- tätigen Elternteil haben in der Kategorie „Betreuungsbedarf an ein bis zwei Werktagen pro Woche“ mit 21,3 % eine überdurchschnittlich hohe Bedarfsquote. Im Umkehrschluss ist unter den Paarhaushalten mit nur einem Vollzeit und einem nicht erwerbstätigen Elternteil der Anteil derer, die im kommenden Schuljahr keine Betreuung für ihre Fünftklässler brauchen werden mit 71,8 % mit Abstand am höchsten. Ebenso benötigen kinderreiche Familien mit drei oder mehr Kindern (51,3 %) sowie Familien mit ausländischen Elternteilen (50,8 %) vergleichsweise häufi g keine Betreuung in der weiterführenden Schule. Dem gegenüber stehen Alleinerziehende (24,6 %), Ein-Kind-Familien (22,4 %) sowie Paarhaushalte mit zwei in Vollzeit berufstätigen Elternteilen (29 %), bei denen es nur selten Familien ohne künftigen Betreuungsbedarf für ihre Fünftklässler gibt. 17,0% 5,3% 2,0% 3,9% 71,8% 9,7% 16,6% 12,6% 9,9% 51,3% 20,2% 11,5% 6,0% 11,5% 50,8% 9,1% 21,3% 13,5% 17,7% 38,4% 12,7% 9,3% 19,9% 29,2% 29,0% 10,5% 12,6% 25,7% 28,9% 22,4% 12,2% 14,8% 24,2% 24,2% 24,6% Weiß nicht An ein bis zwei Werktagen pro Woche An drei bis fünf Werktagen pro Woche Täglich, werktags Kein Betreuungsbedarf 0%20%40%60%80% Alleinerziehend ein Kind Vollzeit – Vollzeit Vollzeit – Teilzeit ausländisch drei und mehr Kinder Vollzeit – Partner nicht erwerbstätig Basis: 486 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 Amt für Stadtentwicklung | 125 Hinsichtlich des tageszeitlichen Betreuungsbedarfs von künftigen Fünftklässlern, die aktuell in der vierten Klasse Grundschule sind, gibt Abbildung 6.13 Aufschluss. Es zeigt sich, dass fast zwei Drittel der Haushalte mit Betreuungsbedarf künftig nur nach Unterrichtsende Betreuung für ihre Fünftklässler wünschen (64,3 %). Etwa ein Drittel (35,7 %) benötigt sowohl vor Unterrichtsbeginn als auch nach Unterrichtsende ein Angebot der Schulkindbetreuung. Eine Beaufsichtigung der Kinder nur vor Unterrichtsbeginn ohne eine nachmittägliche Betreuung wird von keinem der Befragten gewünscht. Abbildung 6.13 Künftiger Betreuungsbedarf von Kindern in der vierten Klasse nach Beendigung der Grundschulzeit an einer weiterführenden Schule im Schuljahr 2017/18 nach Tageszeiten „Zu welchen Zeiten werden Sie voraussichtlich Betreuungsbedarf haben?“ Basis: 259 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 sowohl vormittags als auch nachmittags nur nachmittags 35,7 % 64,3 % Genauer nach der konkreten Zeitspanne der gewünschten Betreuung befragt, äußerten nur 15,2 % der Familien mit künftigem Betreuungsbedarf am Vormittag, dass sie ihr Kind bereits vor 7:30 Uhr in Betreuung geben müssten. Bei den übrigen 84,8 % der Haushalte mit Betreuungsbedarf am Vormittag erstreckt sich der Zeitraum lediglich auf die kurze Spanne zwischen 7:30 Uhr und Schulbeginn (siehe Abbildung 6.14). Die meisten Familien mit Viertklässlern mit künftigem Betreuungsbedarf am Nachmittag wünschen sich ein Betreuungsende zwischen 14 und 16 Uhr (51,4 %). Weitere 25,4 % benötigen nachmittägliche Betreuung bis in den Zeitraum zwischen 16 und 17 Uhr hinein. Für 18,2 % der in Frage kommenden Eltern reicht eine nachmittägliche Betreuung bis maximal 14 Uhr aus, während der Anteil derer, die Betreuung über 17 Uhr hinaus benötigen mit 5 % deutlich am geringsten ausfällt (siehe Abbildung 6.14). Abbildung 6.14 Künftiger Betreuungsbedarf von Kindern in der vierten Klasse nach Beendigung der Grundschulzeit an einer weiterführenden Schule im Schuljahr 2017/18 nach Uhrzeiten „Zu welchen Zeiten werden Sie voraussichtlich Betreuungsbedarf haben?“ Basis: 93/259 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 18,2%51,4%25,4%5,0% nach Unterrichtsende am Nachmittag 0%20%40%60%80%100% bis 14 Uhr 14 bis 16 Uhr16 bis 17 Uhrlänger als 17 Uhr 15,2%84,8% vor Unterrichtsbeginn am Morgen 0%20%40%60%80%100% vor 7:30 Uhrab 7:30 Uhr Im Hinblick auf Verbindlichkeit und Flexibilität der Schulkind- betreuung teilen sich die Bedarfe der Eltern von künftigen Fünftklässlern verhältnismäßig gleichmäßig in zwei Gruppen auf: In jene, die sich eine verbindliche, regelmäßige Betreuung für ihr Kind an der weiterführenden Schule wünschen (49,4 %) und jene, die eine unverbindliche, fl exibel buchbare Betreuung bevorzugen würden (40,5 %). Weitere 10 % sind in dieser Frage noch unentschlossen (siehe Abbildung 6.15). 126 | Familienumfrage 2017 Abbildung 6.15 Gewünschte Flexibilität der Schulkindbetreuung von Eltern mit Kindern in der vierten Klasse mit künftigem Betreuungs- bedarf an der weiterführenden Schule im Schuljahr 2017/18 „Denken Sie im Hinblick auf die weiterführende Schule eher an eine verbindliche regelmäßige Betreuung zu festgesetzten Zeiten oder an eine unverbindliche fl exible Betreuung?“ Basis: 287 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 unverbindliche flexible Betreuung verbindliche regelmäßige Betreuung 40,6 % 49,4 % weiß nicht 10,0 % Hinsichtlich der inhaltlichen Ausgestaltung der künftigen Betreuung ihrer Kinder an der weiterführenden Schule favorisieren die in Frage kommenden Eltern eindeutig zwei Bausteine: Mittagessen im Rahmen der nachmittäglichen Betreuung (79,2 %) und die Hausaufgabenbetreuung (74,6 %). Hinter diesen beiden Forderungen treten alle übrigen inhaltlichen Wünsche deutlich zurück (siehe Abbildung 6.16). An Position drei und vier der Beliebtheitsskala folgen die angeleitete aktive Freizeitgestaltung durch Erzieher und Lehrer in Form von Ausfl ügen, Bastelaktionen oder sportlichen Aktivitäten (38,2 %) sowie die außerschulische Förderung der Kinder durch Kurse oder Projektangebote von Vereinen, Sozial- und Umweltorganisationen (36,7 %). Zusätzlichen Förderunterricht am Nachmittag im Rahmen der Schulkindbetreuung wünschen lediglich 21,6 % der befragten Eltern. Neben sonstigen nicht näher benannten inhaltlichen Angebotsschwerpunkten (2,5 %) wird die einfache Betreuung ohne spezielle Angebote lediglich von 9,5 % der Eltern angestrebt. Abbildung 6.16 Relevanz ausgewählter Betreuungsbausteine für Kinder in der vierten Klasse mit künftigem Betreuungsbedarf an der weiterführenden Schule im Schuljahr 2017/18 „Welche Angebote sind Ihnen im Rahmen einer Betreuung an der weiterführenden Schule besonders wichtig?“ 79,2% 74,6% 38,2% 36,7% 21,6% 9,5% 2,5% MittagessenHausaufgaben- betreuung aktive Freizeit- gestaltung außerschulische Förderung Förderunterrichteinfache Betreuung Sonstiges 0% 20% 40% 60% 80% 100% Basis: 289 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 Amt für Stadtentwicklung | 127 Die gewünschten Betreuungsbausteine unterscheiden sich vergleichsweise deutlich, wenn man die Befragten hinsichtlich ihres Bildungsabschlusses weiter differenziert (siehe Abbildung 6.17). So spielt das Mittagessen für Befragte mit Volks-, Haupt- oder Sonderschulabschluss keine übermäßig große Rolle (42,9 %), während dieses Angebot vor allem bei Akademikerhaushalten als besonders wichtig erachtet wird (85 %). Umgekehrt ist es für die erstgenannte Befragtengruppe mit vergleichsweise niedrigen Bildungsabschlüssen hingegen besonders wichtig, dass die Kinder die Hausaufgaben im Rahmen der Nachmittagsbetreuung unter Aufsicht und Anleitung erledigen, bevor sie nach Hause kommen (82,7 %), während dieser Aspekt der Betreuung für Befragte mit Hochschul- oder Fachhochschulabschluss etwas weniger wichtig zu sein scheint (70,5 %). Auch hinsichtlich der Frage nach zusätzlichem Förderunterricht im Rahmen der Nachmittagsbetreuung zeigen sich zwischen Haushalten mit unterschiedlichem Bildungsstand verschiedene Auffassungen. Während befragte Eltern mit niedrigeren und mittleren Bildungsabschlüssen Förderunterricht als Betreuungsbaustein vergleichsweise häufi g als wichtig erachten (49,6 % beziehungsweise 41,1 %), sinkt der Wunsch nach Förderunterricht für die Kinder im Rahmen der Schulkindbetreuung mit der Höhe des Bildungsabschlusses der Eltern zusehends so, dass nur 13,4 % der Akademiker- haushalte diesem Punkt hohe Bedeutung innerhalb des Betreuungskonzepts beimessen (siehe Anhangtabelle 6.2). Dahingegen legen Eltern mit höheren Bildungsabschlüssen vermehrt Wert auf die Integration von außerschulischen Förderangeboten in die Schulkindbetreuung (Abitur/Fach- hochschulreife: 42,8 %; Hochschul-/Fachhochschulabschluss: 37,3 %). Eltern mit Volks-, Haupt- oder Sonderschulabschluss hingegen messen diesen Angebotsformen nur geringe Bedeutung bei (17,3 %). Abbildung 6.17 Bewertung von ausgewählten Betreuungsbausteinen durch Eltern von Kindern in der vierten Klasse mit Betreuungsbedarf in der weiterführenden Schule im Schuljahr 2017/18 nach dem Bildungsabschluss der Eltern „Welche Angebote sind Ihnen im Rahmen einer Betreuung an der weiterführenden Schule besonders wichtig?“ 3,1% 9,9% 13,4% 37,3% 39,3% 70,5% 85,0% 1,3% 5,2% 23,1% 42,8% 35,9% 83,2% 78,2% 0,0% 10,9% 41,1% 34,3% 39,5% 77,0% 73,2% 9,8% 12,8% 49,6% 17,3% 39,8% 82,7% 42,9% Sonstiges einfache Betreuung Förderunterricht außerschulische Förderung aktive Freizeit- gestaltung Hausaufgaben- betreuung Mittagessen 0%20%40%60%80%100% Volks-/Haupt-/Sonderschul-/kein Abschluss Realschulabschluss/Mittlere Reife Abitur/Hochschulreife/Fachhochschulreife Hochschul-/Fachhochschulabschluss Basis: 289 Befragte Stadt Karlruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 128 | Familienumfrage 2017 6.3 Betreuung von Kindern an weiterführenden Schulen Von den befragten Familien mit Kindern haben 45,5 % Schülerinnen und Schüler an weiterführenden Schulen. Somit beherbergt jeder Haushalt mit Kindern an weiterführenden Schulen im Durchschnitt 1,4 Kinder, die in eine fünfte oder höhere Klasse gehen. Dagegen haben 54,5 % der Familien Kinder unter 18 Jahren, die noch keine weiterführende Schule besuchen (siehe Abbildung 6.18). Dabei handelt es sich um Vorschul- oder Grundschulkinder. Abbildung 6.18 Familien mit und ohne Kinder an weiterführenden Schulen „Haben Sie mindestens ein Kind an der weiterführenden Schule?“ Basis: 5.286 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 Haushalte mit Kindern aber ohne Kindern an weiterführenden Schulen Haushalte mit mindestens einem Kind an einer weiterführenden Schule 54,5 % 45,5 % In Haushalten mit Kindern an weiterführenden Schulen besucht meist nur ein Kind eine weiterführende Schule (62,6 %). Der Anteil an Familien mit zwei Schülerinnen oder Schülern an einer weiterführenden Schule beläuft sich auf 32,7 %. Familien mit drei Kindern an weiterführenden Schulen sind dagegen in Karlsruhe vergleichsweise selten vertreten. Deren Anteil an allen Familien mit Kindern an weiterführenden Schulen beträgt lediglich 4,7 % (siehe Abbildung 6.19). Abbildung 6.19 Anzahl der Kinder an weiterführenden Schulen in Familien mit Schülerinnen und Schülern ab Klassenstufe fünf „Haben Sie mindestens ein Kind an der weiterführenden Schule?“ Basis: 2.407 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 Haushalte mit zwei Kindern an einer weiterführenden Schule Haushalte mit einem Kind an einer weiterführenden Schule 32,7 % 62,6 % Haushalte mit drei Kindern an einer weiterführenden Schule 4,7 % Amt für Stadtentwicklung | 129 Wie sich die Schülerinnen und Schüler auf die einzelnen Stufen der weiterführenden Schulen verteilen, ist in Abbildung 6.20 dargestellt. Sowohl in der Unterstufe (Klassenstufen fünf bis sieben) als auch in der Mittelstufe (Klassenstufen acht bis zehn) befi nden sich jeweils rund zwei Fünftel der Kinder an weiterführenden Schulen. Ein weiteres Fünftel der Kinder besucht derzeit die Oberstufe (Klassenstufen 11 bis 13). Abbildung 6.20 Anteil der Kinder an weiterführenden Schulen in Familien mit Schülerinnen und Schülern nach Klassenstufen „Haben Sie mindestens ein Kind an der weiterführenden Schule?“ Basis: 2.407 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 Mittelstufe (8 bis 10) Unterstufe (5 bis 7) 39,2 % 41,7 % Oberstufe (11 bis 13) 19,1 % Der Betreuungsbedarf von Kindern an weiterführenden Schulen liegt bei 28,9 %. Die übrigen 71,1 % der Schülerinnen und Schüler ab Klassenstufe 5 haben neben dem Regelunterricht keinen weiteren Betreuungsbedarf (siehe Abbildung 6.21). Dabei zeigt die weitere Differenzierung nach der Jahrgangsstufe, dass der Anteil der Kinder mit Betreuungsbedarf an weiterführenden Schulen mit dem Alter der Kinder deutlich abnimmt (siehe Abbildung 6.22). Liegt die Quote derer, die in der Unterstufe Bedarf an zusätzlicher Schulkindbetreuung nach dem Unterricht haben bei 45,8 %, nimmt deren Anteil in der Mittelstufe schon recht deutlich auf 20,7 % ab. In der Oberstufe liegt der Betreuungsbedarf sogar nur noch bei 8,8 %. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass 91,2 % der Schülerinnen und Schüler in der Oberstufe ohne Betreuung auskommen 3 . 45,8% 54,2% 20,7% 79,3% 8,8% 91,2% Kinder mit Betreuungsbedarf Kein Betreuungsbedarf vorhanden 0% 20% 40% 60% 80% 100% Unterstufe (5 bis 7) Mittelstufe (8 bis 10) Oberstufe (11 bis 13) Basis: 3.330 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 3 Die Differenzierung von Haushalten mit Betreuungsbedarf nach sozioökonomischen Merkmalen wurde sowohl für alle Kinder als auch nur für Unterstufenkinder geprüft. Allerdings ist der Betreuungsbedarf vergleichsweise gleichmäßig über alle soziodemographischen Schichten verteilt. Sogar hinsichtlich Erwerbsstatus der Eltern ergibt sich kein wirklich stringentes Bild, was vermuten lässt, dass Betreuung von Kindern an weiterführenden Schulen eher vom Zutrauen der Eltern in die Selbstständigkeit des Kindes, als von familiären Umständen und Hintergründen abhängt. Abbildung 6.21 Betreuung von Kindern an weiterführenden Schulen in Karlsruhe „Nutzt ihr Kind eine Betreuung in einer weiterführenden Schule?“ Abbildung 6.22 Betreuungsbedarf von Kindern an weiterführenden Schulen in Karlsruhe nach der Jahrgangsstufe „Nutzt Ihr Kind eine Betreuung in einer weiterführenden Schule?“ Basis: 3.427 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 Ja Nein 28,9 % 71,1 % 130 | Familienumfrage 2017 Abbildung 6.23 stellt für Kinder in den Klassenstufen fünf bis sieben den Betreuungsbedarf nach ausgewählten Betreuungsformen dar. Von den Unterstufenkindern (inklusive Kinder ohne Betreuungsbedarf) besuchen 18,1 % eine weiterführende Ganztagsschule 4 , 11 % der Fünft- bis Siebtklässler nehmen regelmäßig Angebote von Eltern-, Förder- und Sportvereinen wahr. Weitere 5,4 % der Haushalte mit Kindern in der Unterstufe gaben an, Betreuungsangebote von Kinder- oder Jugendhäusern mit Mittagessen und 4 Mehrfachnennungen waren möglich, weshalb die Summe mehr als 100 Prozent beträgt. 5 Was konkret unter sonstigen Betreuungsformen von den Befragten verstanden wird, wurde nicht nachgefragt Hausaufgabenbetreuung in Anspruch zu nehmen. Schließlich werden 5 % der Kinder in den Klassenstufen fünf bis sieben im Rahmen der fl exiblen Nachmittagsbetreuung (KLEVER, Kinderstadtkirche) betreut. Nur sehr wenige Kinder in der Unterstufe nehmen Angebote der offenen Kinder- und Jugendarbeit (2,2 %) oder von Tageseltern (1,1 %) wahr. Sonstige Betreuungsformen nutzen 13,8 % der Schülerinnen und Schüler der Unterstufe 5 . Abbildung 6.23 Art der Betreuung der Kinder in den Klassenstufen fünf bis sieben in Karlsruhe „Falls Sie ein Kind in einer weiterführenden Schule haben – welche Betreuung nutzen sie dort?“ 1 Mehrfachantworten waren möglich Basis: 1.392 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 54,2% 1,1% 2,2% 5,0% 5,4% 11,0% 13,8% 18,1% kein Betreuungsbedarf vorhanden zusätzlich Tagesmutter/Tagesvater Angebote der offenen Kinder- und Jugendarbeit Angebote der flexiblen Nachmittagsbetreuung (KLEVER, Kinderstadtkirche) Angebote der Kinder- und Jugendhäuser mit Mittagessen und Hausaufgabenbetreuung Betreuung durch Eltern-, Förder- und Sportvereine sonstige Betreuung Kind ist in Ganztagsschule 0%10%20%30%40%50%60% Von den Kindern an weiterführenden Schulen mit Betreuungs- bedarf haben zwei Drittel der Schülerinnen und Schüler (66,7 %) zum gewünschten Zeitpunkt ein Betreuungsangebot buchen können, während ein Drittel (33,3 %) keine Betreuung ihren Anforderungen gemäß erhalten haben. Amt für Stadtentwicklung | 131 6.4 Ferienbetreuung Rund die Hälfte (54,5 %) der Schulkinder (Grundschule und weiterführende Schule zusammen) in Karlsruhe nutzt generell eines der vielen Ferienbetreuungsangebote in Karlsruhe. Weitere 35,5 % der Schulkinder benötigen oder wünschen keine Ferienbetreuung. Bei 10 % der Schülerinnen und Schüler können sich die Familien ein Ferienbetreuungsangebot fi nanziell nicht leisten (siehe Abbildung 6.24). Basis: 4.953 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 Kinder, die keine Ferienbetreuung wünschen/benötigen Kinder, die Ferienbetreuungs- angebote nutzen 35,5 % 54,5 % Kinder, deren Eltern keine Ferienbetreuung finanzieren können 10,0 % Abbildung 6.24 Nutzungsverhalten von Ferienbetreuungsangeboten durch Schulkinder in Karlsruhe „Welche der folgenden organisierten Ferienbetreuungen nutzen Sie generell für Ihre Kinder?“ © designed by pressfoto - Freepik.com 132 | Familienumfrage 2017 Fragt man weiter nach der Art der in Anspruch genommenen Ferienbetreuung, ergibt sich die in Abbildung 6.25 gezeigte Verteilung (Mehrfachnennung war möglich, daher ist die Summe größer als 100 Prozent). Besonders häufi g werden sonstige Betreuungsangebote wie Karlopolis oder Angebote des Arbeitgebers von Schulkindeltern in den Ferien genutzt (17,9 %). Nahezu genauso beliebt sind mehrtägige Abbildung 6.25 Nutzung von Ferienbetreuungsangeboten durch Karlsruher Schulkinder nach ausgewählten Angeboten 1 Basis: alle Schulkinder „Welche der folgenden organisierten Ferienbetreuungen nutzen Sie generell für Ihre Kinder?“ 10,0% 35,5% 9,6% 15,8% 16,5% 16,8% 17,9% Kinder, deren Eltern keine Ferienbetreuung finanzieren können Kinder, die keine Ferienbetreuung wünschen/benötigen Tageweise Ferienbetreuung vor Ort/im Stadtteil Ferienangebote im Rahmen der Hortbetreuung Wöchentliche Ferienbetreuung vor Ort/im Stadtteil Mehrtägige Ferienreisen für Kinder/Jugendliche Sonstige Ferienbetreuung (zum Beispiel Karlopolis oder Angebote des Arbeitgebers) 0%10%20%30%40% 1 Mehrfachantworten waren möglich Basis: 4.953 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 Ferienreisen für Kinder und Jugendliche (16,8 %) sowie die wöchentlichen Ferienbetreuungsangebote vor Ort/in den Stadtteilen (16,5 %). Daneben nehmen 15,8 % der Schulkinder in Karlsruhe Ferienbetreuungsangebote der Horte in Anspruch. Tageweise Ferienbetreuungsangebote vor Ort/im Stadtteil nutzen 9,6 % der Schulkinder. Amt für Stadtentwicklung | 133 Abbildung 6.26 zeigt, bei welchen Befragtengruppen der Anteil der Haushalte, die sich für mindestens ein Schulkind die gewünschte Ferienbetreuung fi nanziell nicht leisten können besonders hoch ist. Naheliegend ist, dass es vor allem Familien mit geringem Haushaltsnettoeinkommen von unter 1.000 Euro pro Kopf und Monat sind, die die Ferienbetreuung für ihre Schulkinder häufi g nicht bezahlen können. Etwa ein Drittel der Geringverdiener (33,6 %) können sich Ferienbetreuung für Kinder nicht leisten. Unter allen Familien mit Kindern liegt dieser Wert nur bei 9,8 %. Sehr hoch ist die Quote derer, die keine Ferienbetreuung für ihre Kinder fi nanzieren können, auch unter Familien mit geringen Bildungsabschlüssen der Eltern (30,3 %). Familien mit jungen Elternteilen (22,2 %), Alleinerziehende (22,1 %) sowie Haushalte von ausländischen Befragten (19,7 %) müssen zu etwa einem Fünftel ihren Kindern aus fi nanziellen Gründen die Ferienbetreuung versagen. Und auch bei Familien mit mehr als drei minder- jährigen Kindern können sich überdurchschnittlich viele Haushalte, die Ferienbetreuung für ihre Kinder nicht leisten (16,1 %) (siehe Anhangtabelle 6.3). Abbildung 6.26 Anteil der Haushalte, die für mindestens ein Schulkind die gewünschte Ferienbetreuung nicht fi nanzieren können Basis: Haushalte mit Schulkindern „Welche der folgenden organisierten Ferienbetreuungen nutzen Sie generell für Ihre Kinder?“ 9,8% 16,1% 19,7% 22,1% 22,2% 30,3% 33,6% alle Haushalte mit Schulkindern Haushalte mit drei und mehr Kinder unter 18 Jahren Haushalte mit ausländischen Befragten Alleinerziehende Befragte zwischen 18 bis unter 30 Jahre Befragte mit Volks-/Haupt-/ Sonderschul-/kein Abschluss unter 1.000 Euro/Kopf 0%10%20%30%40% Basis: 3.350 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 134 | Familienumfrage 2017 Den Karlsruher Familien stehen unterschiedlichste Quellen zur Verfügung, um den aufkommenden Informationsbedarf rund um das Thema Familie zu decken. Städtische Einrichtungen wie das Kinderbüro, die Elternzeitung Karlsruher Kind oder Beratungsstellen sowie privat organisierte Treffen zum Austausch von Eltern bilden nur einen Teil der Angebote ab. Im Folgenden werden die Ergebnisse der Familienumfrage bezüglich der Bekanntheit und Nutzung verschiedener Beratungs- und Bildungsmöglichkeiten für Familien dargestellt. 7.1 Bekanntheit von Beratungs- und Informationsangeboten Mehr als neun von zehn Karlsruher Familien (91 %) kennen mindestens eine Möglichkeit, um Informationen rund um das Thema Familie zu erhalten. Unter ausländischen Familien sind die Möglichkeiten etwas weniger bekannt (79,8 %). Daneben nimmt die Informiertheit mit steigendem Alter sowie Bildungsstand der Eltern zu, ist aber unter allen Befragtengruppen auf hohem Niveau (siehe Anhangtabelle 7.1). Die bekannteste Möglichkeit, Informationen zum Thema Familie zu erhalten, ist die regionale Elternzeitung Karlsruher Kind, von der 83,3 % der befragten Familien angeben, sie zu kennen. Etwa die Hälfte der Familien (46,6 %) kennt verschiedene Beratungsstellen und 41,6 % das Kinderbüro der Stadt Karlsruhe. Familien- und Elterntreffs, auf denen die Möglichkeit zum Austausch besteht, sind 40,4 % der Familien bekannt. Der Soziale Dienst der Stadt Karlsruhe ist 33,8 % der Befragten geläufi g, die Behördennummer 115 allerdings nur rund einem Viertel (26,8 %) der Karlsruher Familien. Weniger bekannt sind der Pfl egekinderdienst (13,9 %), der sich beispielsweise um die Auswahl und Beratung von Pfl egefamilien und die Vermittlung von Kindern in Tages-, Vollzeit- und Bereitschaftspfl ege kümmert, sowie Selbsthilfe- gruppen oder Gesprächskreise (12,1 %). Bei den Befragtengruppen zeigen sich sehr ähnliche Muster wie bei der allgemeinen Bekanntheit der Angebote: je höher der Bildungsabschluss der Eltern, desto häufi ger sind die einzelnen Angebote bekannt. Eine Ausnahme stellt der Soziale Dienst dar, dessen Bekanntheit unter den befragten Familien, die maximal einen Volks-/Haupt-/Sonderschul- oder keinen Abschluss haben, 43,8 % beträgt und mit steigendem Bildungsabschluss der Eltern fällt. Aufgegliedert nach dem Erwerbsstatus der Eltern fällt auf, dass der Soziale Dienst unter Alleinerziehenden bekannter ist, als unter Paaren. Dasselbe gilt bei der Betrachtung des Pro-Kopf-Einkommen: Je mehr Geld dem Haushalt zur Verfügung steht, desto weniger gibt es Kenntnisse über den Sozialen Dienst der Stadt Karlsruhe. Bei Paaren von denen sich ein Elternteil in Elternzeit befi ndet, ist das Kinderbüro seltener bekannt, dafür eher Familien- und Elterntreffs. Weitere Ergebnisse sind in Anhangtabelle 7.2 zu fi nden. Unter den Stadtteilen fallen die Innenstadt-Ost und Oberreut durch eher wenig informierte Familien auf. Nur etwa der Hälfte (51,4 %) der Familien in der Innenstadt-Ost und etwa zwei Drittel (67,4 %) der Familien in Oberreut ist die Elternzeitung Karlsruher Kind bekannt. In der Innenstadt-Ost sind dafür Beratungsstellen und der Soziale Dienst bekannter. In Oberreut sind die Bekanntheitsgrade, mit Ausnahme des Sozialen Dienstes, leicht unterdurchschnittlich, wie in Anhangtabelle 7.3 zu sehen. Bei den beiden Stadtteilen ist ein Zusammenhang mit den ansässigen sozialen Schichten zu sehen, da hier mehr Ausländer, Einkommensschwache und Familien mit einem niedrigeren Bildungsstand leben. In Grünwettersbach, Palmbach und Stupferich ist die Bekanntheit einiger Angebote, abgesehen von Karlsruher Kind, ebenfalls unterdurchschnittlich häufi g bekannt. Hier liegt der Zusammenhang nahe, dass einmal die geographische Distanz dafür verantwortlich ist, denn in Wolfartsweier und Hohenwettersbach sind diese Tendenzen nicht erkennbar, zum anderen durch den hohen Anteil alteingesessener Bevölkerung in diesen Stadtteilen externe Informationsangebote nicht so sehr im Vordergrund stehen. 7. Angebote und Beratungsmöglichkeiten für Familien Amt für Stadtentwicklung | 135 Abbildung 7.1 Informationen rund um das Thema „Familie“ 1 „Welche der folgenden Möglichkeiten kennen Sie, um Informationen rund um das Thema „Familie“ zu erhalten?“ 83,3% 46,6% 41,6% 40,4% 33,8% 26,8% 13,9% 12,1% 4,4% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% Karlsruher Kind Beratungs- stellen KinderbüroEltern- und Familientreffs Sozialer Dienst Behörden- nummer 115 Pflegekinder- dienst Selbsthilfe- gruppen oder Gesprächs- kreise Sonstiges 1 Mehrfachnennungen waren möglich Basis: 4.730 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 © contrastwerkstatt / Fotolia 136 | Familienumfrage 2017 7.2 Nutzung von Beratungs- und Informationsangeboten Tatsächlich nutzen 93,6 % der Familien in Karlsruhe Möglichkeiten, um sich Informationen rund um das Thema „Familie“ zu beschaffen. Die meisten (83,3 %) der befragten Familien erhalten sie aus dem direkten sozialen Umfeld von Verwandten, Freunden oder Nachbarn. Zwei Drittel (66,6 %) nutzen dafür Zeitungen, das Radio oder andere journalistische Quellen. Direkt in den Kindertagesstätten oder Schulen informieren sich 57,3 %, über Flyer, Broschüren oder Handzettel verschiedener Einrichtungen und Organisationen 55,3 %. Etwa ein Viertel (24,4 %) der befragten Familien besucht Kurse oder hört Vorträge, die sich mit dem Thema Familie befassen. Das Internet spielt eine eher untergeordnete Rolle bei der Beschaffung von familienbezogenen Informationen: 18,2 % der Familien tauschen sich in Internetforen aus oder nehmen Telefonhotlines in Anspruch. Bei Kirchen oder kirchlichen Einrichtungen informieren sich 16,7 % und beim Psychologen 5,6 % der befragten Familien. Rat bei Verwandten, Freunden oder Nachbarn holen sich jüngere Eltern häufi ger. Mit steigendem Alter sinken die Anteile, wie Anhangtabelle 7.5 zeigt. In den Altersgruppen zeigen sich bezogen auf die Informationsbeschaffung zudem Generationeneffekte. Durch Internetforen und Hotlines informieren sich junge Eltern häufi ger. Die Anteile sinken aber mit steigendem Alter. Insbesondere Eltern von Kleinkindern unter drei Jahren (25,2 %) oder in Elternzeit befi ndliche oder nicht erwerbstätige Alleinerziehende (27,5 %) tauschen sich überdurchschnittlich häufi g in Internetforen aus oder nutzen Hotlines. Umgekehrt verlaufen die Anteilsveränderungen bei der Nutzung von Zeitung und Radio, bei Kirchen oder beim Psychologen. Hier holen sich jüngere Eltern seltener Informationen rund um das Thema Familie als ältere. Auch Kurse oder Vorträge besuchen jüngere Eltern seltener. Das unterstreicht zum einen den Alterseffekt, zum anderen verdeutlicht es den erhöhten Informations- und Austauschbedarf dieser Eltern. Die Nutzung der dargestellten Möglichkeiten, durch die sich Eltern rund um das Thema Familie informieren können, zeigt bezogen auf den Bildungsgrad, das Einkommen und den Erwerbsstatus gleichgerichtete Tendenzen: je niedriger der Bildungsabschluss oder das Einkommen, desto schlechter sind die Familien informiert und entsprechend seltener werden die Angebote genutzt. Nicht erwerbstätige Alleinerziehende oder prekär Beschäftigte sind ebenfalls schlechter informiert und nutzen die Angebote seltener. Abbildung 7.2 Informationen rund um das Thema „Familie“ 1 „Welche der folgenden Möglichkeiten nutzen Sie, um Informationen rund um das Thema „Familie“ zu erhalten?“ 83,3% 66,6% 57,3% 55,3% 24,4% 18,2% 16,7% 5,6% 5,0% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% Verwandte, Freunde, Nachbarn Zeitungen, Radio, Presse Kinder- tagesstätten oder Schulen Flyer, Broschüren, Handzettel Kurse oder Vorträge Hotlines, Austausch- foren im Internet KirchenNieder- gelassene Psychologen Sonstige 1 Mehrfachnennungen waren möglich Basis: 4.876 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 Amt für Stadtentwicklung | 137 Tabelle 7.1 veranschaulicht die unterdurchschnittlichen Anteile der Nutzung bei einkommensschwachen Familien mit einem gewichteten monatlichen Pro-Kopf-Einkommen von unter 1.000 Euro, Paaren in prekärer Erwerbslage, nicht erwerbstätigen Alleinerziehenden oder Alleinerziehenden in Elternzeit sowie Familien in denen die Eltern maximal über einen Volks-/Hauptschul-/Sonderschul- oder keinen Abschluss verfügen. Nur 69,7 % der Haushalte mit niedrigem Bildungsabschluss, 73,7 % der einkommensschwachen Haushalte oder 76,3 % der nicht erwerbstätigen oder in Elternzeit befi ndlichen Alleinerziehenden holen sich Informationen bei Freunden, Verwandten oder Nachbarn. Zeitungen, Radio und Presse nutzen nur 51,8 % der nicht erwerbstätigen Alleinerziehenden, 52,3 % der Eltern mit niedrigem Bildungsabschluss oder 56,7 % der einkommens- schwachen Haushalte. Kindertagesstätten und Schule nutzen 46,8 % der Eltern mit niedrigem Bildungsabschluss, 48,2 % der prekärer beschäftigten oder 50,4 % der einkommensschwachen Haushalte. Flyer, Broschüren und Handzettel nutzen 43 % der Familien, in denen die Eltern niedrigere Bildungsabschlüsse haben, 50,6 % der nicht erwerbstätigen Alleinerziehenden oder 45,5 % der einkommens- schwachen Haushalte. Haushalte mit höheren Einkommen, höheren Bildungsabschlüssen oder geregelteren Beschäftigungs- verhältnissen erzielen annähernd Durchschnittswerte oder nutzen das jeweilige Angebot sogar noch häufi ger. Tabelle 7.1 Nutzung der Informationsangebote um das Thema „Familie” | Ausgewähle Befragtengruppe Verwandte, Freunde, Nachbarn Zeitungen, Radio, Presse Kindertages- stätten oder Schulen Flyer, Broschüren, Handzettel Kurse oder Vorträge Hotlines, Austausch- foren im Internet Kirchen Nieder- gelassene Psycho- logen Volks-/Haupt-/Sonderschul-/kein Abschluss69,7%52,3%46,8%43,0%8,5%13,2%10,2%7,1% Paar in prekärer Erwerbslage 1 75,6%51,2%48,2%45,6%14,6%17,4%11,7%5,0% Alleinerziehend nicht erwerbstätig/Elternzeit76,3%51,8%51,1%50,6%11,5%27,5%12,3%13,3% Einkommen unter 1.000 Euro/Kopf 2 73,7%56,7%50,4%45,5%14,2%18,0%12,9%8,7% Karlsruhe insgesamt 201783,3%66,6%57,3%55,3%24,4%18,2%16,7%5,6% Nutzung der Informationsangebote* Basis: 4.876 Befragte 1 Paarhaushalt ohne Vollzeitbeschäftigung mit monatlichem Pro-Kopf-Einkommen unter 1.000 Euro. 2 Gewichtetes monatliches Haushaltsnettoeinkommen pro Kopf. * Mehrfachantworten waren möglich Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 „Welche der folgenden Möglichkeiten nutzen Sie, um Informationen rund um das Thema „Familie“ zu erhalten?” Im Blick auf niedergelassene Psychologen zeigen sich bei den Nutzungsanteilen der verschiedenen Benutzergruppen ebenfalls einige Auffälligkeiten. Informationen beim Psychologen holen sich Ältere häufi ger, zudem steigt der Anteil mit dem Kindesalter an und erreicht die höchsten Werte während der Pubertät (10 Jahre bis unter 16 Jahre 9 % und 16 bis unter 18 Jahre 10,4 %). Unter Alleinerziehenden sind die Anteile derer, die Informationen beim niedergelassenen Psychologen beziehen, ebenfalls überdurchschnittlich (am höchsten bei nicht erwerbstätigen oder in Elternzeit befi ndlichen Alleinerziehenden: 13,3 %). Zudem sind es eher die einkommensschwachen Haushalte mit einem Pro-Kopf- Einkommen von unter 1.000 Euro (8,7 %), die sich Rat beim Psychologen holen. In den einzelnen Stadtteilen zeigen sich keine Auffälligkeiten bezüglich der Nutzung der einzelnen Angebote (siehe Anhangtabelle 7.5). 138 | Familienumfrage 2017 7.3 Relevanz familienbezogener Themen Die Karlsruher Familien wurden gefragt, mit welchen Themen sich die Eltern selbst und mit welchen Themen sie sich im Bezug auf ihre Kinder beschäftigen. Das Thema, das in den meisten Familien relevant ist, sind – in Zeiten von Internet und Smartphone – Medienkompetenz und -konsum (52,2 %). An zweiter Stelle stehen erzieherische Fragen und Probleme, die 47,3 % der befragten Familien beschäftigen. Schulische Fragen und Hausaufgaben werden in 46,2 % der Familien, die Kommunikation innerhalb der Familie bei 43,9 % thematisiert. Weitere Themen sind in Abbildung 7.3 dargestellt. Abbildung 7.3 Themen, mit denen sich Eltern beschäftigen 1 „Welche Themen beschäftigen Sie als Eltern und im Bezug auf Ihre Kinder?“ 3,1% 5,8% 9,8% 10,5% 14,0% 15,0% 16,9% 19,5% 24,7% 26,3% 28,0% 31,3% 43,9% 46,2% 47,3% 52,2% 0%10%20%30%40%50%60% Sonstige: Deutschkenntnisse Schwangerschaft, Geburt, Stillen Alkohol und Drogen Taschengeld, Schulden, Konsumverhalten Paarbeziehung Umgang mit dem eigenen Körper und Essverhalten Pubertät, Sexualität, Verhütung Übergang von der Schule zum Beruf Mobbing, Gewalt, Kriminalität Persönliche Fähigkeiten als Elternteil Beziehung zu Sohn/Tochter Kommunikation in der Familie Schulische Fragen, Hausaufgaben Erzieherische Fragen/Probleme Medienkonsum, -kompetenz 1 Mehrfachnennungen waren möglich Basis: 5.026 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 Amt für Stadtentwicklung | 139 Viele der aufgeführten Themen hängen mit bestimmten Lebensphasen oder demographischen Gruppen zusammen. So ist das Thema Medienkompetenz und -konsum bei zwei Dritteln (67 %) der Familien relevant, in denen das jüngste Kind zwischen 10 bis unter 16 Jahre alt ist. Die Thematik wird bedeutsamer, je höher der Bildungsabschluss der Eltern ist (siehe Anhangtabelle 7.6). In ausländischen Familien werden Medienkompetenz und Medienkonsum weniger häufi g thematisiert (30,2 %) als in Familien von Deutschen mit Migrationshintergrund (45,4 %) und deutschen Familien (57,4 %). Erzieherische Fragen und Probleme spielen in Familien mit Kleinkindern unter drei Jahren (62 %) und im Alter von drei bis unter sechs Jahren (61,7 %) die größte Rolle. Die Relevanz nimmt mit zunehmendem Alter des jüngsten Kindes ab. Der gleiche Verlauf zeigt sich bei der Betrachtung des Bildungsabschlusses der Eltern und beim Einkommen. Die Relevanz von erzieherischen Fragen nimmt mit zunehmendem Einkommen und höherem Bildungsabschluss ab. Ausländische Familien beschäftigen sich mit diesem Thema seltener (36,6 %) als Familien von Deutschen mit Migrationshintergrund (45,7 %) und deutsche Familien (49,4 %). Schulische Fragen und Hausaufgaben werden mit zunehmendem Alter der Eltern und steigender Anzahl der Kinder häufi ger thematisiert. Die größte Rolle spielen sie bei Familien, in denen das jüngste Kind zwischen sechs und neun Jahren (65,5 %) und 10 bis 15 Jahren (65,3 %) alt ist. Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang, dass die Themen Schule und Hausaufgaben in wohlhabenden Familien mit einem monatlichen Pro-Kopf- Einkommen von über 3.000 Euro eine unterdurchschnittliche Relevanz haben (36 %). Das Thema Kommunikation in der Familie ist eher bei Familien mit kleineren Kindern relevant und wird mit zunehmendem Alter und der damit verbundenen Eigenständigkeit der Kinder unwichtiger. Beim Thema Beziehung zwischen Eltern und Kindern zeigen sich innerhalb der Befragtengruppen nur geringe Unterschiede. Lediglich bei Alleinerziehenden hat das Thema tendenziell mehr Relevanz. Weitere Ergebnisse sind in Anhangtabelle 7.6 zu fi nden. Auffällig unter den anderen Themen, mit denen sich Eltern, bezogen auf ihre Kinder beschäftigen, ist der Übergang von Schule zu Beruf bei genauerer Betrachtung der Einkommensverhältnisse der Eltern (siehe Abbildung 7.4). Die unteren und mittleren Einkommen beschäftigt das Thema tendenziell häufi ger als Familien mit höheren Einkommen. Obwohl die Themen, mit denen sich Eltern beschäftigen, stark vom Alter und der Lebensphase der Kinder abhängen, ist auch eine geographische Auffälligkeit auszumachen. In Oberreut werden die Themen Medienkonsum und -kompetenz sowie erzieherische Fragen und Probleme, die in der Gesamtstadt die größte Relevanz haben, weniger häufi g genannt. Wichtiger als in den meisten anderen Stadtteilen sind hier schulische Fragen, die Kommunikation in der Familie oder der Übergang von Schule zu Beruf. Das Thema Mobbing, Gewalt und Kriminalität liegt in Oberreut mit 40,1 % deutlich über dem städtischen Durchschnitt von 26,3 %. Aber auch in Daxlanden (37,7 %), Grünwettersbach (37,5 %), Hagsfeld (37,4 %) und Hohenwettersbach (36 %) beschäftigen sich Familien häufi ger mit diesem Thema als in anderen Stadtteilen. Die Relevanz des Themas Übergang von Schule zu Beruf steigt mit sinkender Zentralität (siehe Anhangtabelle 7.7). Die Stadtteile am Stadtrand haben hierbei überdurchschnittliche Werte, wohingegen die Innenstadt und die angrenzenden gründerzeitlichen Stadtteile Werte darunter aufweisen. Abbildung 7.4 Themen, mit denen sich Eltern beschäftgen | Übergang von Schule zu Beruf „Welche Themen beschäftigen Sie als Eltern und im Bezug auf Ihre Kinder?“ 35,4% 25,9% 15,1% 22,1% 0% 5% 10% 15% 20% 25% 30% 35% 40% unter 1.000 Euro/Kopf 1.000 bis unter 2.000 Euro/Kopf 2.000 bis unter 3.000 Euro/Kopf 3.000 Euro/Kopf und mehr Basis: 5.026 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 140 | Familienumfrage 2017 7.4 Bekanntheit und Nutzung von Angeboten zur Familienbildung Über drei Viertel (77,4 %) der Karlsruher Familien kennen Angebote, um sich beim Thema Familie fortzubilden. Die Unterschiede zwischen den Befragtengruppen sind relativ gering. Lediglich ausländische Familien, Familien mit niedrigem Bildungsabschluss und weniger wohlhabende Familien mit einem Pro-Kopf-Einkommen von unter 1.000 im Monat sind Angebote zur Familienbildung seltener bekannt. Die meisten (80,6 %) der befragten Familien kennen verschiedene Elternbriefe, wie beispielsweise den des Kinderbüros der Stadt Karlsruhe. Spezielle Kurse, Elternveranstaltungen sowie Workshops kennen 59,3 % und Elterntreffs 38,9 % der Karlsruher Familien. Weitere Generationenangebote sind noch 13,4 % der Familien bekannt. Abbildung 7.5 Bekannte Angebote zur Familienbildung 1 „Welche Angebote zur Familienbildung kennen Sie?“ 0,7% 13,4% 38,9% 59,3% 80,6% 0%50%100% Sonstige Generationenangebote Treffpunkte für Väter und Mütter Kurse, Elternveranstaltungen und Workshops Elternbriefe 1 Mehrfachnennungen waren möglich Basis: 3.963 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 Der Bekanntheitsgrad des Elternbriefes ist unter allen Befragten- gruppen hoch. Bei deutschen Familien ist er bekannter (82,5 %) als bei deutschen Familien mit Migrationshintergrund (78,2 %) oder ausländischen Familien (67,9 %). Seine Bekanntheit steigt zudem mit steigendem Einkommen. Kurse und Elternveranstaltungen sind bei älteren Eltern bekannter als bei Jüngeren. Rund zwei Drittel (66 %) der befragten Eltern im Alter von 50 Jahren und älter kennen solche Angebote. Bei den 18- bis unter 30-Jährigen sind es nur 48,6 %. Gerade unter Eltern in Teilzeit – egal ob alleinerziehend oder in einer Paarbeziehung lebend – sind diese Angebote bekannt und können aus zeitlichen Gründen leichter in Anspruch genommen werden. Bei deutschen Familien sind die Angebote zudem bekannter als bei deutschen mit Migrationshintergrund und ausländischen Familien. Spezielle Treffpunkte für Eltern sind dagegen besonders unter jüngeren Eltern bekannt: 60,3 % kennen solche Treffs. Mit steigendem Alter nimmt der Bekanntheitsgrad ab. Unter deutschen Familien sind sie ebenfalls bekannter als bei deutschen Familien mit Migrationshintergrund und ausländischen Familien. Die Unterschiede bei der Bekanntheit von Generationenangeboten sind zwischen den Befragtengruppen gering, wie aus Anhangtabelle 7.9 hervorgeht. Treffpunkte zur Familienbildung für Väter und Mütter sind in den zentraler gelegenen Stadtteilen bekannter als in den Stadtteilen am Stadtrand, insbesondere den Höhenstadtteilen. Das korrespondiert mit den Beobachtungen aus der generellen Informiertheit der Befragten über das Thema Familie. Daneben sind die Unterschiede zwischen den Stadtteilen gering. Lediglich in Oberreut sind nur 38,9 % der Familien Kurse, Eltern- veranstaltungen und Workshops zur Familienbildung bekannt. Weitere Ergebnisse sind in Anhangtabelle 7.10 zu fi nden. Amt für Stadtentwicklung | 141 7.5 Informations- und Beratungsangebote für Kinder bis drei Jahre Die Stadt Karlsruhe bietet ein weites Spektrum an Informations- und Beratungsangeboten für verschiedene Themenbereiche speziell für Kinder unter drei Jahren an. Einem Großteil (89,1 %) der Karlsruher Familien ist zumindest eines dieser Angebote bekannt. Unter deutschen Haushalten ohne Migrationshintergrund ist der Bekanntheitsgrad größer (92,3 %) als bei deutschen Haushalten mit Migrations- hintergrund (85,2 %) oder ausländischen Haushalten (78,2 %). Mit steigendem Bildungsabschluss nimmt der Bekanntheits- grad zu, wie Anhangtabelle 7.11 zeigt. Unter den Karlsruher Familien, denen die Informations- und Beratungsangebote bekannt sind, ist das Kindergartenportal das bekannteste: 79,7 % der Befragten geben an, es zu kennen (siehe Abbildung 7.6). Die Begrüßungsmappe kennen 64,1 % der befragten Familien und 41 % kennen die Startpunkt-Familienzentren. Die Familienhebammen sind 38,2 % und die Beratungsstelle Frühe Hilfen 36,7 % der Karlsruher Familien, die Angebote zur Familienbildung kennen, bekannt. Das Angebot wellcome des Kinderbüros kennt rund ein Viertel (26,3 %) der befragten Familien, die Servicestelle Kinderbetreuung ist 10,1 % bekannt. Abbildung 7.6 Informations- und Beratungsangebote für Vorschulkinder 1 „Welche der bestehenden Informations- und Beratungsangebote für Kinder unter drei Jahren kennen Sie?“ 79,7% 64,1% 41,0% 38,1% 36,8% 26,3% 10,1% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% Kindergarten- portal Begrüßungs- mappe Startpunkt - Familienzentrum Familien- hebamme Beratungsstelle Frühe Hilfen wellcomeServicestelle Kinderbetreuung 1 Mehrfachnennungen waren möglich Basis: 2.142 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 142 | Familienumfrage 2017 Die höchste Bekanntheit besitzt das Kindergartenportal unter Alleinerziehenden, die in Vollzeit arbeiten (95,1 %). Bei nicht erwerbstätigen oder in Elternzeit befi ndlichen Alleinerziehenden (87,8 %) oder bei Paaren, in denen beide Elternteile Vollzeit arbeiten (85 %), ist der Bekanntheitsgrad ebenfalls überdurchschnittlich hoch. Obwohl in Familien mit niedrigeren Bildungsabschlüssen die übrigen Angebote weniger bekannt sind, kennen Eltern, die maximal einen Volks-/Hauptschul-/Sonderschul- oder keinen Schulabschluss haben, das Kindergartenportal mit 84,4 % überdurchschnittlich häufi g. Die anderen Angebote haben deutlich geringere Bekanntheitsgrade, wie Anhangtabelle 7.12 zeigt. Die Bekanntheit der Begrüßungsmappe steigt mit zunehmendem Einkommen, ebenso die Bekanntheit der Beratungsstelle Frühe Hilfen und die der Servicestelle Kinder- betreuung. Haushalte von Deutschen sind generell etwas besser informiert als Haushalte von deutschen mit Migrations- hintergrund und diese wiederum besser als ausländische Haushalte (siehe Abbildung 7.7). Die vollständigen Ergebnisse sind in Anhangtabelle 7.12 enthalten. Abbildung 7.7 Bekanntheit von Informations- und Beratungsangeboten nach Migrationserfahrung 1 „Welche der bestehenden Informations- und Beratungsangebote für Kinder unter drei Jahren kennen Sie?“ Das Kindergartenportal der Stadt Karlsruhe hat nur in Rintheim einen relativ geringen Bekanntheitsgrad (67,8 %). Dagegen sind in Oberreut nahezu alle übrigen Angebote nur unter- durchschnittlich häufi g bekannt. Daneben fallen abermals Grünwettersbach, Palmbach und Stupferich wiederum durch niedrige Werte auf (siehe Anhangtabelle 7.13). Beides korres- pondiert mit den vorherigen Beobachtungen zur Bekanntheit von Informationsangeboten. Auch in der Innenstadt-Ost, der Nordweststadt sowie Daxlanden und Grötzingen ist die Kenntnis der weiteren Beratungsangebote (außer dem Kinder- gartenportal) nur unterdurchschnittlich ausgeprägt. In der Nordstadt ist das ehrenamtliche Engagement wellcome 45 % der Familien bekannt. Das dürfte allerdings daran liegen, dass der Träger, die Paritätische Sozialdienste gGmbH, seinen Sitz in der Nordstadt hat. 13,2% 9,0% 9,9% 12,5% 22,2% 29,6% 14,9% 27,3% 42,9% 36,2% 36,2% 38,9% 28,0% 32,9% 45,4% 37,2% 59,5% 69,4% 79,8% 81,0% 79,3% 0%20%40%60%80%100% ausländisch deutsch mit Migrationshintergrund deutsch ohne Migrationshintergrund Kindergartenportal Begrüßungsmappe Startpunkt - Familienzentrum Familienhebamme Beratungsstelle Frühe Hilfen wellcome Servicestelle Kinderbetreuung 1 Mehrfachnennungen waren möglich Basis: 2.142 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 Amt für Stadtentwicklung | 143 Die wirtschaftliche Situation von Familien unterscheidet sich nicht grundlegend von der allgemeinen Einkommensverteilung in Karlsruhe. Da die Familien als Mehrpersonen-Haushalte in einer gemeinsamen wirtschaftlichen Haushaltsführung stehen, wurden die in der Umfrage angegeben Netto-Haushaushalts- einkommen in das gewichtete Pro-Kopf-Einkommen umge- rechnet. Dadurch wird berücksichtigt, dass ein Haushalts- verband viele Güter des Alltags gemeinsam nutzt. Das sogenannte Netto-Äquivalenz-Einkommen (NÄE) berücksichtigt solche wirtschaftlichen Vorteile von Mehrpersonenhaushalten, insbesondere mit Kindern. Dabei wird dem ersten Erwachsenen im Haushalt ein Gewicht von 1,0 zugeordnet, weiteren Erwachsenen und Jugendlichen (ab 14 Jahren) ein Gewicht von 0,5, und jedem Kind (unter 14 Jahren) ein Gewicht von 0,3. Das Netto-Äquivalenz-Einkommen wurde aus dem im Fragebogen angegebenen Netto-Haushaltseinkommen und der Haushaltszusammensetzung der Familien errechnet 1 . Fragen nach dem Einkommen werden in Umfragen von den Befragten oft kritisch betrachtet. Umso erstaunlicher ist, dass in der Familienumfrage 2017 nicht weniger als 92,8 % der befragten Familien Angaben zu ihren Einkünften gemacht haben. Dies erlaubt eine Auswertung, die in hohem Maße die Realität widerspiegelt. 8.1 Einkommensverteilung Wie aus Abbildung 8.1 deutlich wird, zeigt die Verteilung der Pro-Kopf-Einkommen (NÄE), dass über die Hälfte der Familien in einem Korridor zwischen 1.000 und 2.000 Euro liegt. Dabei liegt das Einkommen von 27,4 % der Befragten zwischen 1.000 und 1.500 Euro und 25,8 % können auf 1.500 bis 2.000 Euro pro Kopf zurückgreifen. Zusammen sind dies mehr als die Hälfte der Karlsruher Familien. Im unteren Einkommensbereich verfügen 12,6 % der Familien über 500 bis 1.000 Euro pro Kopf, nur 2,8 % müssen mit weniger als 500 Euro auskommen. Betrachtet man das obere Ende der Einkommensverteilung, so wird deutlich dass ein knappes Drittel der Karlsruher Familien (31,4 %) über Einkünfte oberhalb 2.000 Euro pro Kopf verfügt, darunter 11,3 % zwischen 2.000 und 2.500 Euro sowie 14,7 % zwischen 2.500 und 3.000 Euro. Auf ein monatliches Pro-Kopf-Einkommen von mehr als 3.000 Euro können 5,4 % der Familien zurückgreifen. 1 Rechenbeispiel: Eine vierköpfi ge Familie mit zwei Kindern unter 14 Jahren und einem monatlichen Haushaltsnettoeinkommen von 2.500 Euro hat ein Pro-Kopf-Einkommen (NÄE) von 2.500/(1+0,5+0,3+0,3) = 1.190 Euro. Abbildung 8.1 Einkommensverteilung unter den Familien in Karlsruhe Netto-Äquivalenz-Einkommen pro Kopf errechnet aus dem Haushalts- Nettoeinkommen 2,8% 12,6% 27,4% 25,8% 11,3% 14,7% 5,4% unter 500 500 bis unter 1.000 1.000 bis unter 1.500 1.500 bis unter 2.000 2.000 bis unter 2.500 2.500 bis unter 3.000 3.000 und mehr 0%20%40%60% Basis: 4.906 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 Die Familieneinkommen unterscheiden sich vor allem nach dem Bildungsabschluss der Befragten. Von den 7,4 % Befragten mit Hauptschulabschluss sind mehr als vier Fünftel in den Pro-Kopf-Einkommensklassen bis 1.500 Euro zu fi nden. Besitzen Befragte einen Realschulabschluss (20,3 % der Familien) liegen die Pro-Kopf-Einkommen meist zwischen 1.000 und 2.000 Euro. Nur 13,2 % erreichen höhere Einkommen. Abitur beziehungsweise Hochschulreife (20 % der Familien) verschieben den Einkommensschwerpunkt weiter nach oben – rund ein Viertel (24,6 %) dieser Familien verfügt bereits über Pro-Kopf-Einkommen von mehr als 2.000 Euro. Mehr als die Hälfte der Befragten (52,3 %) gibt als höchsten Bildungsstand einen Hochschulabschluss an. In dieser Teilgruppe der Familien dominieren hohe Einkommen. Nahezu die Hälfte von ihnen (45,5 %) haben mehr als 2.000 Euro pro Kopf zur Verfügung. Abbildung 8.2 gibt die vielschichtigen Verhältnisse wieder. Ein vollständiger Überblick über die Pro- Kopf-Einkommen der Karlsruher Familien nach einzelnen Befragtengruppen ist in Anhangtabelle 8.1 enthalten. 8. Finanzielle Situation von Familien in Karlsruhe 144 | Familienumfrage 2017 Abbildung 8.2 Einkommensverteilung unter den Familien nach Bildungsabschluss des Befragten Netto-Äquivalenz-Einkommen pro Kopf errechnet aus dem Haushalts-Nettoeinkommen Volks-/Haupt-/ Sonderschul-/kein Abschluss Realschulabschluss/ Mittlere Reife Abitur/Hochschulreife/ Fachhochschulreife Hochschul-/ Fachhochschulabschluss 0%10%20%30%40%50%60% unter 500500 bis unter 1.0001.000 bis unter 1.5001.500 bis unter 2.000 2.000 bis unter 2.5002.500 bis unter 3.0003.000 und mehr 52,3% 20,0% 7,4% 20,3% Basis: 4.890 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 Die unterschiedlichen Einkommensverhältnisse der Familien kommen auch in anderen Zusammenhängen zum Ausdruck. Dabei handelt es sich teilweise um Sachverhalte, die allgemein in hohem Maß vom Einkommen geprägt sind und nicht nur Familien betreffen. Die Ergebnisse sind in Tabelle 8.1 dargestellt. So bestimmt das Einkommen die verfügbare Wohnfl äche der Familienhaushalte sehr deutlich. Während Haushalten mit weniger als 1.000 Euro pro Kopf im Durchschnitt 88 m 2 beziehungsweise 90 m 2 Wohnraum zur Verfügung steht, steigt dieser Wert mit dem Einkommen kontinuierlich auf Werte um 135 m 2 ab der Einkommensgruppe 2.000 bis unter 2.500 Euro pro Kopf. Dasselbe gilt für das Wohnungs- oder Hauseigentum. Der Anteil der Eigentümerhaushalte liegt in der Einkommensgruppe unter 500 Euro pro Kopf bei 15,2 % und steigt auf einen Maximalwert von 59,8 % in Familien einem Nettoeinkommen von 2.000 bis unter 2.500 Euro pro Kopf. Eine geringere Spreizung zeigt sich bei der Einschätzung, ob die Familie bei einem weiteren Kind „sicher“ oder „wahrscheinlich“ mit fi nanzieller Unterstützung aus dem persönlichen Umfeld rechnen könnte. Hier liegen die Antwortanteile zwischen 40,8 % (500 bis 1.000 Euro pro Kopf) und 68,6 % (3.000 Euro pro Kopf und mehr). Sehr eindeutige Zusammenhänge mit dem Einkommen ergeben sich bei der Frage, ob Kinder aus fi nanziellen Gründen nicht an einer Ferienbetreuung teilnehmen können. Eine solche Aussage treffen 47 % der Familien mit weniger als 500 Euro pro Kopf, noch 30,3 % in der Einkommensgruppe 500 bis 1.000 Euro pro Kopf und 13,7 % der Befragten in der Gruppe bis 1.500 Euro pro Kopf. Darüber fällt der Anteil rasch auf Null ab. Amt für Stadtentwicklung | 145 Tabelle 8.1 Einkommensbezogene Strukturmerkmale in Karlsruher Familien Einkommen/Kopf (Netto-Äquivalenzeinkommen) Wohnfläche in m² - Mittelwerte - Anteil der Wohnungs-/ Hauseigentümer Anteil der Haushalte, die bei einem weiteren Kind mit finanzieller Unterstützung rechnen können 1 Anteil der Schulkinder, die aus finanziellen Gründen keine Ferienbetreuung erhalten unter 500 Euro/Kopf8815,2%45,3%47,0% 500 bis unter 1.000 Euro/Kopf9023,0%40,8%30,3% 1.000 bis unter 1.500 Euro/Kopf10332,4%50,7%13,7% 1.500 bis unter 2.000 Euro/Kopf11947,8%56,4%3,7% 2.000 bis unter 2.500 Euro/Kopf13659,8%51,9%0,7% 2.500 bis unter 3.000 Euro/Kopf13757,0%57,5%0,8% 3.000 Euro/Kopf und mehr13554,2%68,6%0,0% Alle Befragten11642,6%52,9%10,2% 1 "sicher"und "wahrscheinlich" Basis: 4.906 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage © Kzenon / Fotolia 146 | Familienumfrage 2017 8.2 Erwerbsverhältnisse von Familien Elternschaft und die Anwesenheit von Kindern im Haushalt haben mannigfache Rückwirkungen auf die Erwerbssituation der Eltern. Im Bestreben, für die eigene Familie in allen Aspekten möglichst optimale Verhältnisse zu schaffen, entstehen in den Familien die verschiedensten Konstellationen von Erwerbstätigkeit. Dies zeigt Abbildung 8.3. In den meisten Familien herrscht die Kombination „Vater in Vollzeit, Mutter in Teilzeit“ vor (44,9 %). Die umgekehrte Rollenverteilung (Mutter in Vollzeit, Vater in Teilzeit) geben nur 1,5 % der Befragten an. Somit befi nden sich insgesamt 46,4 % aller Karlsruher Familien im Hinblick auf ihre Erwerbssituation in einer Vollzeit/Teilzeit-Kombination. Alle anderen Erwerbskonstellationen folgen erst mit einigem Abstand. Die beiden Erwerbsmodelle „Mann und Frau in Vollzeit“ (10,8 %) und „Mann in Vollzeit/Frau nicht erwerbstätig“ (10,2 %) sind jeweils in einem Zehntel der Familien anzutreffen. Vorübergehenden Status besitzt die Kombination „Mann in Vollzeit/Frau in Elternzeit“, die in 11,4 % Abbildung 8.3 Konstellation der Erwerbstätigkeit in Karlsruher Familien Netto-Äquivalenz-Einkommen pro Kopf errechnet aus dem Haushalts-Nettoeinkommen der Haushalte mit Kindern zum Zeitpunkt der Umfrage vor- herrscht. Dies unterstreicht noch einmal, wie gut die Elternzeit in der Bevölkerung inzwischen verankert ist (vergleiche auch Kapitel 4). Geringere Bedeutung hat die Konstellation „Teilzeit – Teilzeit“, für die sich 4,1 % der Familien entschieden hat. Vergleichsweise klein ist mit 2,2 % der Anteil von Paaren in prekärer Erwerbslage. Hier sind beide Elternteile in geringer Teilzeitbeschäftigung oder sonstiger geringfügiger Beschäftigung bei weniger als 1.000 Euro pro Kopf. Auch unter den Alleinerziehenden sind die Verhältnisse unterschiedlich. Einmal sind nur Ein-Elternhaushalte von Frauen auswertbar. Alleinerziehende Männer sind in der Umfrage nur ganz gering vertreten. Am ehesten arbeiten alleinerziehende Frauen in Teilzeit (5,1 %). Auf die in Vollzeit tätigen Alleinerziehenden entfallen 4,1 % aller Haushalte mit Kindern. Alleinerziehende Frauen ohne Erwerbstätigkeit bilden 2,5 % der Befragten. Auf sonstige Erwerbskonstellationen entfallen 3,4 %. Eine vollständige Übersicht über die Verhältnisse in den einzelnen Befragtengruppen bietet Anhangtabelle 8.2. 3,4% 2,1% 4,1% 5,1% 2,2% 4,1% 10,2% 10,8% 11,4% 1,5% 44,9% Sonstige Alleinerziehend nicht erwerbstätig Frau Alleinerziehend Vollzeit Frau Alleinerziehend Teilzeit Frau Paar in prekärer Erwerbslage Teilzeit - Teilzeit Mann Vollzeit - Frau nicht erwerbstätig Vollzeit - Vollzeit Mann Vollzeit - Frau Elternzeit Frau Vollzeit - Mann Teilzeit Mann Vollzeit - Frau Teilzeit 0%10%20%30%40%50% Basis: 5.053 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 Amt für Stadtentwicklung | 147 Einkommensgruppen und Erwerbsverhältnisse In einer Zusammenschau von Einkommensgruppen (Netto-Äquivalenz-Einkommen pro Kopf) und den eben dargestellten Erwerbsverhältnissen in den Familien zeichnen sich ganz bestimmte vorherrschende Konstellationen nach Einkommensniveaus ab. Dies ist in Abbildung 8.4 dargestellt. Die Kombination „Mann Vollzeit/Frau Teilzeit“ (einschließlich umgekehrt) dominiert in allen Einkommensgruppen zwischen 1.000 und 3.000 Euro, am stärksten in der Klasse 1.500 bis 2.000 Euro. Frauen in Elternzeit konzentrieren sich in den Gruppen zwischen 1.000 und 2.000 Euro. Doppel-Vollzeit- Verdiener sind vor allem oberhalb von 1.500 Euro pro Kopf zu fi nden. Das klassische Erwerbsmodell mit einem nur in Vollzeit erwerbs- tätigem Vater und nicht erwerbstätiger Mutter tritt zwischen 1.000 und 1.500 Euro Pro-Kopf-Einkommen am deutlichsten hervor. Teilzeit-Teilzeit-Erwerbsverhältnisse reichen im Wesent- lichen bis in die Einkommensklasse 1.500 bis 2.000 Euro. Von den Alleinerziehenden sind nur in Vollzeit tätige Frauen auch in den höheren Einkommensgruppen zu fi nden. Alle anderen Alleinerziehenden konzentrieren sich überwiegend in den unteren drei Einkommensgruppen. Paare in prekärer Erwerbslage sind (defi nitionsgemäß) nur in den beiden untersten Einkommensklassen vertreten. Als problematisch können darüber hinaus die beachtlichen Anteile der Einkommensklassen unter 1.000 Euro unter Ein-Ernährer- Haushalten (Mann Vollzeit | Frau nicht erwerbstätig; 23,2 %) und unter Alleinerziehenden in Vollzeit (24,8 %) gelten. Abbildung 8.4 Einkommensgruppen in den Familien nach Erwerbsverhältnissen Netto-Äquvalenz-Einkommen pro Kopf unter 500 500 bis unter 1.000 1.000 bis unter 1.500 1.500 bis unter 2.000 2.000 bis unter 2.500 2.500 bis unter 3.000 3.000 und mehr 0%10%20%30% Mann Vollzeit | Frau TeilzeitFrau Vollzeit | Mann TeilzeitMann Vollzeit | Frau Elternzeit Vollzeit | VollzeitMann Vollzeit | Frau nicht erwerbstätigTeilzeit | Teilzeit Paar in prekärer ErwerbslageFrau, alleinerziehend, TeilzeitFrau, alleinerziehend, Vollzeit Frau, alleinerziehend, nicht erwerbstätigSonstige 5,5% 27,4% 25,6% 11,4% 14,9% 2,7% 12,4% Basis: 4.719 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 148 | Familienumfrage 2017 8.3 Staatliche Unterstützungsleistungen für Familien Neben dem Kindergeld, das allen Haushalten mit Kindern zusteht, erhalten Familien mit Kindern im Rahmen der sozialen Verantwortung des Staates unterschiedliche Unterstützungs- leistungen, die jeweils an bestimmte Voraussetzungen geknüpft sind. Im Rahmen der Familienumfrage wurden – neben dem Kindergeld – insgesamt elf Formen staatlicher Unterstützung abgefragt: Elterngeld Elterngeld Plus Zuschuss zur Kindergartenbetreuung Unterhaltsvorschuss Leistungen zur Erstausstattung Pfl egegeld Arbeitslosengeld I Arbeitslosengeld II (Hartz IV) Wohngeld BAföG Persönliches Budget (bei Behinderungen) Inanspruchnahme Über das staatliche Kindergeld hinaus nehmen 24,4 % der Familien eine oder mehrere der genannten Unterstützungs- leistungen in Anspruch. Eine Übersicht bieten Abbildung 8.5 und Anhangtabelle 8.3. Wie die genannten Leistungen in den einzelnen Befragten- gruppen in Anspruch genommen werden, wird im Folgenden dargestellt. Alle Zahlen sind in Anhangtabelle 8.4 enthalten. Abbildung 8.5 Inanspruchnahme staatlicher Unterstützungsleistungen Welche staatlichen Unterstützungsleistungen erhalten Sie oder andere Haushaltsmitglieder? 1,3% 3,7% 9,6% 16,0% 5,4% 6,8% 2,3% 6,7% 14,5% 8,3% 43,4% Persönliches Budget (bei Behinderungen) BAföG Wohngeld Arbeitslosengeld II (Hartz IV) Arbeitslosengeld I Pflegegeld Leistungen zur Erstausstattung Unterhaltsvorschuss Zuschuss zur Kindergartenbetreuung Elterngeld Plus Elterngeld 0%20%40%60% Basis: 4.906 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 Amt für Stadtentwicklung | 149 Zuschuss zur Kindergartenbetreuung Zuschussberechtigt sind Alleinerziehende und Elternpaare, die im Stadtkreis Karlsruhe wohnen und deren Kind eine Tageseinrichtung besucht. Der Zuschuss ist einkommensabhängig beziehungsweise abhängig von den Familienverhältnissen und besonderen Belastungen, die der Haushalt zu tragen hat. Insgesamt beziehen 14,5 % der Haushalte mit Kindern diese Unterstützungsleistung. Aus der sachlichen Natur dieses Zuschusses ergibt sich, dass Eltern von drei bis unter sechs- jährigen Kindern die Nutznießer dieser Unterstützung sind. So erhalten 40,7 % der Eltern, deren jüngstes Kind im Kindergartenalter ist, diese Geldleistung. Überdurchschnittlich häufi g nehmen Haushalte mit drei und mehr Kindern den Zuschuss in Anspruch (19,8 %). Nach dem Erwerbsstatus gehören Eltern in Vollzeit-/Teilzeit-Kombination am häufi gsten zu den Zuschussnehmern (34,2 %). Eine eigentlich zu erwartende Einkommensabhängigkeit wird aus den Ergebnissen dagegen nicht sichtbar. Am meisten profi tiert die Einkommensgruppe 2.000 bis 3.000 Euro pro Kopf. Auch nach dem Bildungsabschluss liegen Befragte mit Abitur/ Fachhochschulreife (18,6 %) auf überdurchschnittlichem Niveau. Dagegen zeichnen sich niedriger Gebildete und Befragte mit geringem Pro-Kopf-Einkommen nicht durch erhöhte Inanspruchnahme dieses Zuschusses aus. Unterhaltsvorschuss Anspruch haben Kinder von alleinerziehenden Müttern oder Vätern, wenn der andere Elternteil keinen oder einen unterhalb des Unterhaltsvorschusssatzes liegenden Unterhaltsbeitrag leistet, also nach Einbeziehung des Kindergeldes der Mindestunterhalt nicht gesichert ist. Insgesamt 6,7 % der Karlsruher Haushalte mit Kindern beziehen Unterhaltsvorschuss. Er bezieht sich auf die Allein- erziehenden – so sind 28,5 % aller alleinerziehenden Haushalte Bezieher von Unterhaltsvorschuss. Überdurchschnittlich betroffen sind 18- bis unter 30-Jährige. Gliedert man die Alleinerziehenden nach ihrem Erwerbsstatus weiter auf, so zeigt sich, dass insbesondere in Vollzeit Tätige häufi g auf Unterhaltsvorschuss angewiesen sind (47 %). Von den in Teilzeit erwerbstätigen (23,3 %) und nicht erwerbstätigen Alleinerziehenden (25,9 %) erhält rund ein Viertel Unterhalts- vorschuss. Bei dieser Unterstützungsleistung prägt das Pro- Kopf-Einkommen deutlich den Bezug: Der Anteil der Bezieher fällt von 11,3 % (unter 1.000 Euro pro Kopf) kontinuierlich auf 1,8 % (mehr als 3.000 Euro pro Kopf). Elterngeld Plus Eltern von ab dem 1. Juli 2015 geborenen Kindern haben einen Anspruch auf Elterngeld Plus, einem fl exibilisierten Elterngeldbezug. Das Elterngeld Plus kann bei gleichzeitiger Teilzeitarbeit „doppelt so lang und halb so hoch wie das Vollelterngeld“ bezogen werden. Insgesamt 8,3 % der befragten Familien beziehen Elterngeld Plus. Die Unterschiede in den einzelnen Befragtengruppen sind nicht so ausgeprägt wie beim Elterngeld. Auch hier steht die Betreuung von unter Dreijährigen (14,8 %) im Vordergrund und die Inanspruchnahme folgt auch deutlich dem Bildungsab- abschluss. Nach dem Erwerbsstatus entwickeln Eltern in Vollzeit – Elternzeit-Kombination (12,1 %) und Paare in prekärer Erwerbs- lage (11,7 %) ein etwas erhöhtes Interesse am Elterngeld Plus. Die Spreizung der Inanspruchnahme nach dem Einkommen fällt schwach aus. Ein gewisser Schwerpunkt liegt bei Haushalten mit 1.000 bis unter 2.000 Euro pro Kopf (11 %). Elterngeld Das Elterngeld ist eine vom Nettoeinkommen abhängige Transferzahlung als Ausgleich für konkrete Nachteile in der Frühphase der Familiengründung und somit eine elternbezogene, zeitlich befristete Entgeltersatzleistung. Das Elterngeld tritt an die Stelle des früheren Erziehungs- geldes. Anspruch auf Elterngeld haben Eltern, die wegen der Betreuung eines Kindes nicht oder nicht voll erwerbstätig sind oder ihre Erwerbstätigkeit für die Betreuung ihres Kindes unterbrechen. Es soll die Eltern bei der Sicherung ihrer Lebensgrundlage unterstützen und ist deshalb als Entgeltersatzleistung ausgestaltet. Von den befragten Familien nehmen insgesamt 43,4 % Elterngeld in Anspruch. Dies geschieht umso öfter, je jünger die Befragten sind (18 bis unter 30 Jahre: 59 %). Bei den Elterngeld-Beziehern handelt es sich hauptsächlich um Paare (52,8 %). Nur 7 % der Alleinerziehenden nehmen Elterngeld in Anspruch. Die deutliche Zunahme des Elterngeldbezugs in den letzten Jahren zeigt sich in der Altersstruktur der Kinder. So sind fast drei Viertel der Eltern von unter Dreijährigen (74,2 %) Bezieher von Elterngeld. Eine Schlüsselgröße für die Entscheidung, Elterngeld zu beantragen, ist der Bildungsabschluss. So nehmen 56,9 % der Befragten mit Hochschul- oder Fachhochschulabschluss Elterngeld in Anspruch, aber nur 18,2 % der Hauptschulabsolventen. Damit korrespondiert die Einkommenshöhe. Von den Bestverdienern mit einem Einkommen von mehr als 3.000 Euro pro Kopf beziehen 75,9 % Elterngeld. In der Einkommensgruppe unter 1.000 Euro pro Kopf sind es nur 16,7 %. Die mittleren Einkommensklassen beanspruchen rund zur Hälfte Elterngeld. Befragte mit Migrationshintergrund sprechen dem Elterngeld weniger zu, was wiederum auch mit ihrer Bildungs- und Einkommenssituation zusammenhängen dürfte. 150 | Familienumfrage 2017 Leistungen zur Erstausstattung Leistungen zur Erstausstattung und für Mehrbedarfe gewährt das Job-Center. Hierzu gehört die Erst- ausstattung für Bekleidung und Erstausstattung bei Schwangerschaft und Geburt sowie die Erstausstattung für die Wohnung einschließlich Haushaltsgeräten. Leistungen zur Erstausstattung sind Teil der SGB II-Leistungen und werden von 2,3 % der Befragten in Anspruch genommen. Eine Häufung zeigt sich bei den Mehrgenerationenhaushalten (11,7 %). Von den Paaren in prekärer Erwerbslage beziehen 5 % Leistungen zur Erstausstattung. Während dies folgerichtig ist, kann eine gewisse Häufung in den höheren Einkommens- klassen nicht erklärt werden (zum Beispiel 3.000 Euro pro Kopf und mehr: 5,1 %). Möglicherweise wurde diese Antwortvorgabe nicht immer richtig verstanden. Pfl egegeld Wird ein Pfl egebedürftiger zuhause von Angehörigen, Bekannten oder Freunden gepfl egt, so gewähren gesetz- liche und private Pfl egekassen Anspruch auf Pfl egegeld. Die Höhe des Pfl egegelds errechnet sich aus dem jeweili- gen Pfl egegrad, der dem Versicherten zugewiesen ist. Pfl egegeld beziehen insgesamt 6,8 % der Karlsruher Haushalte mit Kindern. Aus den Schwerpunkten der Inanspruchnahme in Anhangtabelle 8.4 ist zu schließen, dass es sich dabei nicht vorrangig um pfl egebedürftige Kinder, sondern vielmehr um pfl egebedürftige Familienangehörige in fortgeschrittenem Alter handelt. So fl ießt Pfl egegeld in 37,4 % der Mehr- generationen-Haushalte. Eine Steigerung wird auch sichtbar, je älter die Befragten selbst und je älter die Kinder im Haushalt sind. Auch der erhöhte Anteil bei einer Wohndauer in Karlsruhe von 20 Jahren und länger deutet auf pfl egebedürftige Senioren hin. Pfl egegeld beziehen vorrangig Paar-Haushalte in unterschiedlichem Erwerbsstatus (zum Beispiel Vollzeit/Teilzeit 16,1 %), nicht jedoch Paare in Vollzeit/Elternzeit-Kombination (0,8 %). Angehörige solcher Eltern in der frühkindlichen Phase sind entweder noch nicht pfl egebedürftig oder die Pfl ege lässt sich offenbar anderweitig organisieren. Arbeitslosengeld I Wer mindestens zwölf Monate innerhalb der letzten zwei Jahre sozialversicherungspfl ichtig gearbeitet hat, hat Anspruch auf Arbeitslosengeld I. Die Höhe des Arbeitslosengeldes I wird aus dem sozialversicherungs- pfl ichtigen Brutto-Einkommen der letzten zwölf Monate bestimmt. Die Bezugsdauer von Arbeitslosengeld I endet in der Regel nach zwölf Monaten. Ältere Arbeitslose haben ein längeres Bezugsrecht. Der Anteil der Familienhaushalte, der Arbeitslosengeld I bezieht, liegt mit insgesamt 5,4 % in der Nähe der amtlichen Arbeitslosenquote für Karlsruhe. In den Anteilen der einzelnen Befragtengruppen kommt zum Ausdruck, dass eher ältere Befragte (50 Jahre und älter: 9,8 %) – auch abgebildet in Haushalten mit älteren Kindern (16 bis unter 18 Jahre: 13,5 %) – Arbeitslosengeld I beziehen. Erhöhte Anteile treten auch auf nach dem Erwerbsstatus. In der Kombination Vollzeit/nicht erwerbstätig deuten 16,5 % AL-Geld-Bezieher darauf hin, dass diese Erwerbskonstellation der Eltern möglicherweise nicht immer ganz freiwillig gewählt wird. Auch in der Teilzeit/Teilzeit-Kombination (15,5 %) ist ein erhöhter Anteil festzustellen. Dagegen überraschen 14,9 % AL-Geld-Bezieher unter Paaren in prekärer Erwerbslage kaum. Unter den nicht erwerbstätigen Alleinerziehenden beziehen 9,4 % Arbeits- losengeld I. Nach Bildungsabschluss und Pro-Kopf-Einkommen sind die Anteile in den untersten Gruppen überdurchschnittlich. Arbeitslosengeld II Das Arbeitslosengeld II (kurz ALG II, umgangssprachlich auch Hartz IV) ist in Deutschland die Grundsicherungs- leistung für erwerbsfähige Leistungsberechtigte nach dem Zweiten Sozialgesetzbuch (SGB II). Es soll Leistungsberechtigten ermöglichen, ein Leben zu führen, das der Würde des Menschen entspricht. Geboten wird durch das ALG II eine Grundsicherung für Arbeitsuchende auf dem Leistungsniveau des soziokulturellen Existenzminimums. Es wird unbefristet gezahlt, auch ergänzend zu geringfügigen Arbeitsentgelten („Aufstocker“). Anrechenbares Einkommen und Vermögen wird bei der Höhe des ALG II berücksichtigt. Nach der Statistik der Bundesagentur für Arbeit gab es am 30. September 2016 in Karlsruhe 2.922 SGB II-Bedarfsgemein- schaften, in denen Kinder lebten. Im Verhältnis zur Gesamtzahl der Familien mit Kindern in Karlsruhe (26.791 zum Zeitpunkt der Umfrage; vergleiche Kapitel 1.3) bilden sie einen Anteil von 11,2 %. Unter den befragten Karlsruher Familienhaushalten beziehen insgesamt 16 % Arbeitslosengeld II. Die Gruppe der Hartz- IV-Beziehenden ist somit in der Umfrage gut abgebildet. Nach dem Lebensalter der Befragten fällt der Anteil der SGB II-Beziehenden nur in der Altersgruppe 30 bis unter 40 Amt für Stadtentwicklung | 151 BAföG Das Bundesausbildungsförderungsgesetz (kurz: BAföG) regelt die staatliche Unterstützung für die Ausbildung von Schülern und Studenten in Deutschland. Die Zahlungen nach BAföG sind eine Sozialleistung und sollen die Chancengleichheit im Bildungswesen erhöhen sowie Bildungsreserven in den einkommensschwächeren Bevölkerungsschichten mobilisieren. Die Förderung wird zu 50 % als Zuschuss und zu 50 % als Darlehen gewährt. Gefördert wird der Besuch von allgemeinbildenden Schulen ab Klasse zehn, von Fachschulen und Berufsfachschulen, von Schulen des Zweiten Bildungsweges sowie von Akademien und Hochschulen. Auf die Leistungen nach dem BAföG werden eigenes Einkommen und Vermögen des Schülers oder Studenten sowie Einkommen seines Ehegatten und – in aller Regel – auch seiner Eltern angerechnet. Leistungen nach dem BAföG tragen in 3,7 % aller Karlsruher Familien zum Haushaltseinkommen bei, bevorzugt in Haushalten mit älteren Kindern (16 bis 18 Jahre: 20,6 %). Unter jungen Eltern (18 bis unter 30 Jahre) ist der BAföG- Bezug nur leicht erhöht (5,2 %). Die Inanspruchnahme von BAföG-Leistungen fällt mit steigendem Einkommen ab: Haushalte mit weniger als 1.000 Euro pro Kopf beziehen zu 4,6 % BAföG, der Anteil in höheren Einkommensgruppen tendiert gegen Null. Nach dem Erwerbsstatus sind einmal Paare in Vollzeit/Vollzeit-Kombination (14,2 %) stärker vertreten, zum anderen Alleinerziehende in Vollzeit (12,9 %). Persönliches Budget (bei Behinderungen) Das Persönliche Budget ermöglicht Menschen mit einem bereits festgestellten oder noch festzustellenden Anspruch auf Teilhabeleistungen (für Menschen mit Behinderung oder einer chronischen Erkrankung), anstelle einer traditionellen Sach- oder Dienstleistung eine Geldzuwendung zu erhalten. Der Empfangsberechtigte kann im Rahmen der vereinbarten Kriterien und Aufl agen selbst entscheiden, wann und in welchem Umfang er welche Dienstleistung oder Unterstützung durch welche Person oder Einrichtung/Institution beziehungsweise Firma in Anspruch nehmen möchte. Diese Leistung bezahlt der Empfänger des Persönlichen Budgets als „Kunde“ oder als „Auftraggeber“ dann unmittelbar selbst aus dem empfangenen Betrag an den Dienstleistenden. Ein persönliches Budget trägt in 1,3 % der Karlsruher Familien – in denen Behinderte leben – zum Einkommen des Haushalts bei. Leichte Schwerpunkte sind bei älteren Familien zu erkennen so wie bei Paaren, die in Teilzeit/Teilzeit- Kombination erwerbstätig sind (7,1 %) – wohl aus Gründen eines behinderten Familienmitglieds. Wohngeld Wohngeld wird zur wirtschaftlichen Sicherung angemessenen und familiengerechten Wohnens als „Mietzuschuss“ für Mieter von Wohnraum und als „Lastenzuschuss“ für Eigentümer eines selbstgenutzten Eigenheims oder einer selbstgenutzten Eigentumswohnung gewährt. Anspruchsberechtigt für den Mietzuschuss ist der Mieter der Wohnung. Den Lastenzuschuss kann der Eigentümer einer Wohnung geltend machen sowie solche Personen, die ein dingliches Recht an dem Grundstück (Nießbrauch, Wohnrecht, Erbbaurecht) besitzen. Fast ein Zehntel der Karlsruher Familien (9,6 %) beziehen Wohngeld. Die Anteile in den einzelnen Befragtengruppen zeigen klar, dass es sich um eine einkommensabhängige Sozialleistung handelt. So beziehen 24,7 % der Haushalte mit weniger als 1.000 Euro Einkommen pro Kopf Wohngeld, bis 2.000 Euro pro Kopf noch 4,3 % und darüber niemand mehr. Auch mit steigendem Bildungsabschluss werden die Anteile fortlaufend geringer (Hauptschulabschluss: 16,6 %; Hochschulabschluss: 4,9 %). Sowohl nach dem Alter der Befragten als auch nach dem Alter des jüngsten Kindes wird aus den Zahlen deutlich, dass ältere Familien in höherem Maße Wohngeld beziehen: Ein Fünftel der Befragten im Alter von 50 Jahren (20,4 %) und älter nimmt die Leistung in Anspruch. Ähnlich hoch ist der Anteil bei Familien, deren jüngste Kinder 16 bis 18 Jahre alt sind (21,2 %). Deutlich erhöht ist der Wohngeldbezug unter Familien mit drei und mehr Kindern (22,7 %), Alleinerziehenden (19,8 %) – darunter vor allem in Teilzeit Tätigen (29,5 %) –, Paaren in prekärer Erwerbslage (24,9 %) und ausländischen Befragten (18,5 %). Jahre (11,5 %) unterdurchschnittlich aus, in allen anderen Altersklassen beziehen jeweils mehr als ein Fünftel der Befragten ALG II. In einzelnen Befragtengruppen sind die Anteile teilweise extrem unterschiedlich. Von den Paar-Familien beziehen nur 8,4 %, von den Alleinerziehenden dagegen 46,5 % Leistungen nach SGB II. Auffällig ist, dass nach dem Alter des jüngsten Kindes ab drei Jahre Lebensalter ein verstärkter ALG II-Bezug einsetzt, der bis 18 Jahre anhält (höchster Anteil bei sechs bis unter zehn Jahren: 28,4 %). Bildungsabschluss, Erwerbsstatus und Pro-Kopf-Einkommen sind weitere Schlüsselgrößen für den SGB II-Leistungsbezug. So beziehen 44,6 % der Befragten mit weniger als 1.000 Euro pro Kopf Arbeitslosengeld II, ab 2.000 Euro pro Kopf niemand mehr. Mit steigendem Bildungsabschluss reduziert sich der ALG II-Bezug fortlaufend von 49,7 % (Hauptschul- abschluss) auf 5,5 % (Hochschulabschluss). Nach dem Erwerbsstatus zeigen sich hohe Anteile bei nicht erwerbstätigen Alleinerziehenden (70,4 %), Paaren in prekärer Erwerbslage (56,5 %) und teilzeitbeschäftigten Alleinerziehenden (37,8 %). Auch ausländische Befragte (30,9 %) nehmen in erhöhtem Umfang diese Lohnersatzleistung in Anspruch. Die Umfrageergebnisse bestätigen in hohem Maße die bisher nur aus der Statistik der Bundesagentur für Arbeit vorliegenden Erkenntnisse. 152 | Familienumfrage 2017 8.4 Karlsruher Kinderpass Die Stadt Karlsruhe hat 2006 den Karlsruher Kinderpass konzipiert. Er soll Kindern aus einkommensschwachen Familien altersgerechte Freizeitaktivitäten ermöglichen und individuelle Begabungen fördern. Er kann beantragt werden für Kinder von Eltern, die ALG II (SBG II), Sozialhilfe (SGB XII), Wohngeld oder einen Kinderzuschlag beziehen oder über ein geringes Einkommen verfügen. Hinzu kommen Kinder mit Schwerbehinderten-Ausweis sowie wesentlich behinderte Kinder, die Eingliederungshilfeleistungen wahrnehmen. Auch Pfl egekinder sowie Kinder und Jugendliche, die sich in einer stationären Unterbringung nach SGB VIII befi nden, können den Karlsruher Kinderpass erhalten. Er gilt auch in einer Reihe von Nachbargemeinden. Im Rahmen der Familienumfrage 2017 sollte die Nutzung und Bekanntheit, vor allem in den oben genannten Zielgruppen überprüft werden. Insgesamt nutzen 5,8 % der Karlsruher Familien den Kinderpass, 58 % kennen ihn, nutzen ihn aber nicht oder können ihn nicht nutzen. Unbekannt ist der Kinderpass 36,2 % der Befragten. Abbildung 8.6 zeigt die Nutzung des Karlsruher Kinderpasses in ausgewählten Befragtengruppen. Es wird deutlich, dass der Karlsruher Kinderpass im Wesentlichen seine Zielgruppen erreicht. Der stärkste Zuspruch ist bei Alleinerziehenden festzustellen (nicht erwerbstätig: 50 %; in Teilzeit: 24,1 %), aber auch Paare in prekärer Erwerbslage (41 %) und Haushalte mit weniger 1.000 Euro pro Kopf Nettoeinkommen (26,7 %) nutzen den Pass intensiv. Dieser Personenkreis ist in hohem Maße deckungsgleich mit den Befragten mit Hauptschulabschluss (22 %). Unbekannt ist der Kinderpass vor allem jungen Familien (18 bis unter 30 Jahre: 47,7 %) und ausländischen Befragten (46,4 %). In beiden Gruppen dürfte der Anteil der Neuzugezogenen höher sein als in der Bevölkerung insgesamt. Alle Ergebnisse sind in Anhangtabelle 8.5 enthalten. Abbildung 8.6 Bekanntheit und Nutzung des Karlsruher Kinderpasses „Kennen oder nutzen Sie den Karlsruher Kinderpass?“ 26,7% 50,0% 24,1% 41,0% 22,0% 12,4% 13,3% 15,2% 5,8% 44,3% 33,1% 57,5% 30,5% 45,9% 41,2% 61,3% 37,1% 58,0% 29,0% 16,9% 18,4% 28,5% 32,1% 46,4% 25,5% 47,7% 36,2% unter 1.000 Euro/Kopf Alleinerziehend nicht erwerbstätig/Elternzeit Alleinerziehend Teilzeit Paar in prekärer Erwerbslage Volks-/Haupt-/Sonderschul-/ kein Abschluss nicht deutsche Staatsangehörigkeit drei und mehr Kinder 18 bis unter 30 Jahre alle Befragten 0%20%40%60%80%100% Wir kennen und nutzen den Karlsruher Kinderpass.Wir kennen den Karlsruher Kinderpass (keine Nutzung).Wir kennen ihn nicht. Basis: 5.237 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 Amt für Stadtentwicklung | 153 8.5 Karlsruher Pass Der Karlsruher Pass ermöglicht es erwachsenen Personen, verschiedene Leistungen aus den Bereichen Freizeit, Sport, Kultur, Bildung und Mobilität ermäßigt in Anspruch zu nehmen. Auch der Karlsruher Pass gilt außer in Karlsruhe in einer Reihe von Nachbargemeinden. Hauptzielsetzung des Karlsruher Passes ist es, einkommensschwachen Menschen den Zugang zum gesellschaftlichen Leben zu erleichtern. Bezugsberechtigt sind Bürgerinnen und Bürger, die ALG II (SBG II), Sozialhilfe (SGB XII), Betreute Wohnform nach SGB VIII, Wohngeld, Leistungen nach dem AsylbLG oder einen Kinderzuschlag beziehen oder über ein geringes Einkommen verfügen. Ziemlich genau die Hälfte der Karlsruher Familien (50,1 %) kennt den Karlsruher Pass, aber nur 5,9 % nutzen ihn beziehungsweise können ihn nutzen. Damit ist er weniger bekannt als der Kinderpass. Seine Nutzung fällt in den einzelnen Befragtengruppen aufgrund der genau geregelten Bezugs- berechtigung sehr unterschiedlich aus und folgt stark den Nutzungsmustern des Karlsruher Kinderpasses. Abbildung 8.7 zeigt die Inanspruchnahme des Karlsruher Passes in den stärker nachfragenden Gruppen. Alle Daten im Überblick sind in Anhangtabelle 8.6 zusammengestellt. Der Kreis der Nutzer wird stark von Erwerbs- und Einkommens- verhältnissen bestimmt. So nehmen fast zwei Drittel der nichterwerbstätigen Alleinerziehenden (60,2 %) den Pass in Anspruch – ebenso wie rund die Hälfte der Paare in prekärer Erwerbslage (49 %). Überdurchschnittlich nachgefragt wird er auch von Familien mit weniger als 1.000 Euro Prokopf- Einkommen (30,4 %), Alleinerziehenden in Teilzeit (24,7 %) und Befragten mit Hauptschulabschluss (26,1 %). Die insgesamt geringere Bekanntheit gegenüber dem Kinderpass ist auch in den Nutzergruppen zu erkennen, die den Karlsruher Pass zwar überdurchschnittlich, aber nicht intensiv nutzen. Anhangtabelle 8.6 gibt die Ergebnisse für alle Befragtengruppen wieder. Abbildung 8.7 Bekanntheit und Nutzung des Karlsruher Passes „Kennen oder nutzen Sie den Karlsruher Pass?“ 30,4% 60,2% 24,7% 49,0% 26,1% 13,6% 12,5% 18,9% 5,9% 36,7% 25,0% 47,2% 22,4% 38,1% 37,7% 45,8% 31,9% 44,2% 32,8% 14,8% 28,0% 28,7% 35,8% 48,7% 41,7% 49,2% 49,9% unter 1.000 Euro/Kopf Alleinerziehend nicht erwerbstätig/Elternzeit Alleinerziehend Teilzeit Paar in prekärer Erwerbslage Volks-/Haupt-/Sonderschul-/ kein Abschluss nicht deutsche Staatsangehörigkeit drei und mehr Kinder 18 bis unter 30 Jahre alle Befragten 0%20%40%60%80%100% Wir kennen und nutzen den Karlsruher Pass.Wir kennen den Karlsruher Pass (keine Nutzung).Wir kennen ihn nicht. Basis: 5.213 Befragte Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Familienumfrage 2017 154 | Familienumfrage 2017 In Deutschland wird die Familie traditionell als eine Grund- einheit zusammenlebender Menschen angesehen, die in einem engen verwandtschaftlichen Verhältnis zueinander stehen. In Familien übernehmen Erziehungspersonen langfristig die Sorge für das gute Aufwachsen von Kindern. Das deutsche Grundgesetz stellt die Familie unter besonderen Schutz. Sie vermittelt der nachfolgenden Generation Werte, Normen und wichtige Bausteine des sozialen Miteinanders. Die Sozial- und Jugendbehörde der Stadt Karlsruhe versteht den Begriff der Familie als sehr weit: Familie ist dort, wo Menschen verschiedener Generationen in Gemeinschaften mit starken Bindungen für einander sorgen und Verantwortung übernehmen. Sie ist die kleinste sorgende Gemeinschaft und sozialpolitisch besonders förderungswürdig. Als Basis für eine städtische Sozialplanung sind breit angelegte, repräsentative Umfragen unerlässlich. Sie sind eine Form der Beteiligung an der bedarfsgerechten Strukturentwicklung. Mit ihr können zu speziellen Themenstellungen die persönlichen Einstellungen, Sichtweisen und Erfahrungen der Bürgerinnen und Bürger im Detail erfragt werden. Es werden Vorstellungen und Bedarfe der Familien ermittelt, die wichtige Informationen und Daten liefern. Anzumerken sind die variierenden Rückläufe der Befragung nach soziostrukturellen Merkmalen. So wurden nicht alle Familien mit dieser Befragung in gleichem Maße erreicht. Alleinerziehende und ausländische Familien sind nicht so stark in den Umfrageergebnissen vertreten, wie sie in Karlsruhe existieren. Die zahlreichen subjektiven Einschätzungen auch dieser Befragten unterstützen aber dennoch die inhaltlichen Ziele und geben Anregungen, wie das Soziale in Karlsruhe erfolgreich gestaltet werden kann. Das Leben von Familien betrifft viele verschiedene städtische Handlungsfelder, die sich neben statistischen Grunddaten in Fragestellungen innerhalb der Umfrage wieder fi nden. Diese Stellungnahme zeigt exemplarisch ohne Anspruch auf Vollständigkeit verschiedene Handlungsfelder auf. Die Familienumfrage ist für die Sozial- und Jugendbehörde wichtige Planungsgrundlage für die Zukunft. Die Umfrage vermittelt Einblicke in die aktuellen Lebenslagen, Sichtweisen, Fragen und Problembereiche der Familien in Karlsruhe. 9.1. Kinder- und Familienfreundlichkeit Grundsätzlich ist es erfreulich, dass die Stadt Karlsruhe von zwei Drittel der Befragten quer durch alle Familien als familienfreundlich und kinderfreundlich bewertet wird. Gleichzeitig liefert die Familienumfrage Erkenntnisse über Bereiche, in denen Entwicklungsbedarf besteht: Die angespannte Wohnsituation in Karlsruhe schlägt sich auch in der Familienumfrage nieder. Familien bewerten das Wohnungs- angebot für Familien mehrheitlich als schlecht (50,8 %). Die Sicherheit von Straßen, Wegen und Verkehrsanlagen für Kinder (etwa 63 %) werden ebenso wie die Familien- freundlichkeit städtischer Ämter mit Publikumsverkehr (etwa 57 %) mittelmäßig bis schlecht bewertet. Dem gilt für die Zukunft ein besonders kritisches Augenmerk. Die Zufriedenheit mit Angeboten und Beratungsmöglichkeiten ist auf einem hohen Niveau. Die Familien in den Stadtteilen Innenstadt-Ost und Oberreut sollten aber noch besser erreicht werden. Bei der Angebotsentwicklung und -steuerung ist die Heterogenität der Stadtteile verstärkt in den Blick zu nehmen. Familien mit niedrigem Bildungsabschluss oder niedrigem Einkommen, nicht-erwerbstätige Alleinerziehende oder prekär Beschäftigte sind meist schlechter informiert über Angebote und nutzen diese weniger. Es ist schon jetzt und gerade auch in Zukunft ein Schwerpunkt der Sozial- und Jugendbehörde, alle Bürgerinnen und Bürger gleichberechtigt zu informieren. Aktuell wird bereits eine große Zahl von Eltern durch zentrale Angebote erreicht. So ist beispielsweise der Versand von Elternbriefen ein sehr bekanntes Angebot. Bei der Planung der Angebote wird jedoch auch berücksichtigt, dass verschiedene Zielgruppen unterschiedliche Formen der Ansprache benötigen. Daher wird derzeit auch die Einrichtung von Kinder- und Familienzentren geprüft. Diese stellen eine sinnvolle Ergänzung zu zentralisierten Angeboten dar und knüpfen an nachbarschaftliche Lebenszusammenhänge an. Hierdurch besteht die Möglichkeit, in Zukunft Bürgerinnen und Bürger besser über Angebote zu informieren. Die Aussagen zu familienbezogenen Themen wie Medien- kompetenz und -konsum, erzieherische Fragen und Probleme, schulische Fragen sowie Kommunikation in der Familie helfen der Sozial- und Jugendbehörde bei der Planung der Angebote der Familienbildung und des Jugendschutzes im Kinderbüro. 9. Stellungnahme der Sozial und Jugendbehörde der Stadt Karlsruhe zur Familienumfrage 2017 Amt für Stadtentwicklung | 155 9.2 Kinderbetreuung 9.2.1 Vorschulkinder Von den Befragten nutzen fast 90 % regelmäßig eine Kinder- tageseinrichtung zur Betreuung ihrer drei- bis sechsjährigen Kinder. Zum Erwerb von Vorläuferfähigkeiten mit dem Ziel der Erlangung von Schulfähigkeit empfi ehlt sich die Teilnahme an Kindertagesbetreuung. Es kann angenommen werden, dass Kinder, die im Vorschulalter keine Kindertageseinrichtung besucht haben, sich in der ersten Klasse schwerer tun als Kinder mit Kita-Erfahrung. Mit dem neu gestarteten Projekt „Kita-Einstieg: Brücken bauen in frühe Bildung“ werden Zugangshürden zur Kindertagesbetreuung abgebaut. Anders gestaltet sich die Inanspruchnahme von Betreuungs- plätzen im Alter von null bis drei Jahren. Diese werden lediglich von rund 43% der befragten Familien genutzt, während rund 57% der unter Dreijährigen selten oder nie eine Krippe besuchen. Diese Ergebnisse liefern keine Erkenntnisse darüber, ob die im Vergleich zur Quote der drei- bis sechsjährigen Kinder deutlich geringere Inanspruchnahme darin begründet ist, dass es zu wenig Plätze gibt oder darin, dass für Kinder unter drei Jahren keine Tagesbetreuung gewünscht ist. Hier zeigt sich allerdings auch, wie bei den über dreijährigen Kindern, eine umso höhere Inanspruchnahme des Angebots, je höher das Familieneinkommen und der Bildungsstand der Eltern ist. Gut 60 % der Befragten mit Kindern unter drei Jahren haben zum gewünschten Zeitpunkt einen Betreuungsplatz erhalten. Von den knapp 40 % der Eltern, die nicht zum gewünschten Zeitpunkt einen Betreuungsplatz erhalten haben, stellen ausländische Familien, Befragte mit niedrigem Bildungsstand und mit geringen Haushaltseinkommen einen überdurchschnittlich hohen Anteil. Kinder aus diesen Herkunftsfamilien würden allerdings von einem frühen Einstieg in Angebote der frühkindlichen Bildung und Betreuung besonders profi tieren. Damit könnte ein Beitrag geleistet werden für mehr Chancengerechtigkeit und Teilhabe der betreffenden Kinder und Familien. Bei den Plätzen der drei- bis sechsjährigen Kinder haben insgesamt immerhin knapp 80 % der Familien zum gewünschten Zeitpunkt einen Betreuungsplatz erhalten. Aber auch hier erzeugen Bildungsstand und Einkommen große Unterschiede zwischen den Befragten, was Handlungsbedarfe für die Kinder- und Jugendhilfeplanung generiert mit dem Ziel, Hürden zu erkennen und abzubauen. Das Kita-Portal ist das bekannteste Informations- und Beratungsangebot. Die Servicestelle für Kinderbetreuung ist am wenigsten bekannt, daher sollte überlegt werden, wie der Bekanntheitsgrad gesteigert werden kann. Vor dem Hinter- grund, dass nach wie vor zahlreiche Kinderbetreuungsplätze im Stadtgebiet fehlen, hat die Servicestelle eine wichtige Funktion für Eltern, indem dort individuelle Beratung und Unterstützung bei der Suche nach einem Betreuungsplatz angeboten wird. Häufi g gelingt so noch die Vermittlung eines Platzes in eine Kindertageseinrichtung oder in die Kindertagespfl ege, insbesondere für Kinder unter drei Jahren. Sowohl im Hinblick auf Kindertageseinrichtungen für Vorschul- kinder als auch auf Informations- und Beratungsangebote zeigt sich, dass der Bekanntheitsgrad beziehungsweise die Inanspruchnahme von Angeboten mit der Höhe des Bildungsabschlusses der Eltern und des Familieneinkommens steigen. Dieser Umstand ist insofern besorgniserregend, weil Familien mit geringerem sozioökonomischem Status offenbar strukturell benachteiligt zu sein scheinen. Die Befragungsergebnisse weisen allerdings keine Gründe aus, warum Bekanntheitsgrad und Inanspruchnahme von Angeboten für Kinder im Vorschulalter je nach Höhe des Bildungsstandes und Familieneinkommens sinken. In einem ersten Schritt sollten die Angebote auf den Grad der Niedrigschwelligkeit überprüft werden, um gegebenenfalls Hürden abzubauen. Zur Verbesserung von Chancengerechtigkeit und Teilhabe sind insbesondere Familien in den Blick zu nehmen, die besondere Unterstützungsbedarfe haben. Kinder aus Familien in prekären Verhältnissen sollten im Sinne der Prävention in möglichst frühem Alter und möglichst lange Zeit eine Kindertages- einrichtung besuchen. Die Ergebnisse liefern zudem zusätzliche Hinweise zur hohen Notwendigkeit, den Kita-Ausbau weiter voranzutreiben, sowohl im Bereich unter, als auch über drei Jahren, um die Versorgungslage weiter zu verbessern. 9.2.2 Grundschulkinder Die Ergebnisse der Befragung zeigen den hohen Betreuungs- bedarf von Familien mit Grundschulkindern. Demnach gaben 87,1 % an, zusätzlich zum Regelunterricht Betreuung zu benötigen. Neben der verlässlichen Grundschule (35,6 %) gehört die Betreuung im Hort (28,9 %), die zusätzliche Betreuung durch die Familie (23,2 %) und die Ganztagsschule (20,2 %) zu den zentralen Betreuungsformen für Schülerinnen und Schüler der Grundschule. Dabei zeichnet sich bei der Inanspruchnahme der Betreuungsangebote ab, dass insbesondere Familien mit hohem sozioökonomischem Status (Bildungsstand, Einkommen) den Hort und die Ganztagsschule besuchen. Dabei bleibt unklar, inwieweit fehlende Kenntnisse über die Angebote oder fi nanzielle Aspekte in Zusammenhang mit einer sozial selektiven Inanspruchnahme stehen. Die Ganztagsschule wird überdurchschnittlich von Kindern alleinerziehender Mütter und Väter, Kindern aus sehr einkommensstarken Haushalten sowie von Kindern mit Migrationshintergrund besucht. Das Modell der Ganztags- schule scheint sich demnach in unterschiedlichen sozialen Gruppen zu etablieren. Speziell die Haushalte, in denen der befragte Elternteil einen Migrationshintergrund hat oder ausländisch ist, werden vergleichsweise gut erreicht. Der fl ächendeckende Ausbau der Ganztagsschule auf Grundlage der Rahmenkonzeption „Ganztagsangebote für Grundschulkinder“ der Stadt Karlsruhe aus dem Jahr 2015 sollte weiter vorangetrieben werden. Dabei steht der Betreuungsbedarf in Zusammenhang mit dem Alter des zu betreuenden Kindes und nimmt für Schülerinnen und Schüler der weiterführenden Schule deutlich ab. 156 | Familienumfrage 2017 Hinsichtlich der Ferienbetreuung geben 10 % der Familien an, aus fi nanziellen Gründen keine Betreuung während der Ferienzeit wahrnehmen zu können. Dies betrifft insbesondere Geringverdiener-Haushalte und Familien mit niedrigem Bildungsstatus. Für das Angebot der Ferienbetreuung sollten weitere Strukturen geschaffen werden, die den Eltern in Hinblick auf Angebot und Kosten eine Angleichung der Teilhabechancen ermöglichen. Allgemein lässt sich sagen, dass an mehreren Stellen der Familienumfrage die zentrale Rolle der Schulkindbetreuung für die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf deutlich wird. Aufgrund der erhöhten Mobilität am Arbeitsmarkt wird in Zukunft die immer noch hohe Beanspruchung von innerfamiliären Betreuungssystemen voraussichtlich immer schwieriger. Eine fl exible und gut ausgebaute Betreuungsstruktur für Schulkinder wird deshalb weiter an Relevanz gewinnen. Bundespolitisch wird derzeit diskutiert, einen Rechtsanspruch auf Ganztagesbetreuung für Grundschüler gesetzlich zu verankern. Die städtische Rahmenkonzeption und Richtlinie „Ganztagesangebote für Grundschulkinder“ wird auch unter Berücksichtigung der Ergebnisse der Familienumfrage fortgeschrieben. Die Bedarfsplanung für Schulkinder wird entsprechend weiter entwickelt. 9.3 Integration Die Mehrheit aller Familien beurteilt das Zusammenleben der Menschen aus vielen verschiedenen Ländern in Karlsruhe als gut (50,1 %) und als sehr gut (5,6 %). Fast ein Drittel aller ausländischen Familien lebt erst seit einigen Jahren in Karlsruhe und knapp die Hälfte seit weniger als fünf Jahren im Stadtviertel. Weniger als die Hälfte der ausländischen Familien hat Verwandtschaftsnetzwerke in der Nähe von Karlsruhe. Familien mit Migrationsgeschichte und insbesondere ausländische Familien können bei Geburt eines weiteren Kindes mit weniger emotionaler, zeitlicher und fi nanzieller Hilfe aus ihrem persönlichen Umfeld rechnen. Gleichzeitig ist ihnen die Karlsruher Angebots- und Unterstützungsstruktur weniger bekannt als der Gesamtgruppe der Familien. Dies betrifft ebenso Angebote zu Familienthemen wie Sport und musisch-kulturelle Angebote. Eine zielgruppengerechte Information über und die Erleichterung des Zugangs zu den kommunalen Angebotsstrukturen sind zentrale Themen sowohl für Chancengleichheit wie auch für Prävention. Ausländische Kinder werden seltener in einer Kindertages- einrichtung betreut als deutsche Kinder, dafür etwas häufi ger durch Tageseltern. Elf Prozent der Kinder besuchen keine Kindertageseinrichtung. Obwohl Eltern ausländischer Staatsangehörigkeit sowohl das Anmeldeportal zur Platz- vergabe von Kindertageseinrichtungsplätzen wie auch die Servicestelle Kindertagesbetreuung zu einem hohen Anteil bekannt ist, bekommen sie seltener zum gewünschten Zeitpunkt einen Betreuungsplatz als Eltern ohne Migrations- hintergrund. In der Schulkindbetreuung besuchen Kinder ausländischer Staatsangehörigkeit eher selten einen Schülerhort, dafür häufi ger die Ganztagsschule. Ein Fünftel aller Kinder ausländischer Eltern verzichtet aus fi nanziellen Gründen auf Ferienbetreuung. Die Unterschiede in der Nutzung von Angeboten durch ausländische Familien werden kritisch geprüft und hinsichtlich möglicher Barrieren untersucht. Die Einkommens- und Erwerbslage ist ein zentraler Faktor für die Möglichkeiten der Lebensgestaltung. Hinweise auf enge fi nanzielle Spielräume eines Teils der Familien ausländischer Staatsangehörigkeit fi nden sich in dem prozentualen Anteil der Menschen ausländischer Staatsangehörigkeit, die Arbeitslosengeld II (31 %) und Wohngeld (18,6 %) beziehen. Gleichzeitig kennt knapp die Hälfte der Befragten dieser Personengruppe weder den Karlsruher Kinderpass noch den Karlsruher Pass. Auch in diesem Handlungsfeld bedarf es einer zielgruppengerechten Information über und die Erleichterung des Zugangs zu den fi nanziellen Leistungen. 9.4 Einkommen Die Inanspruchnahme von Kindertagesbetreuung und Schülerhort steigt mit höherem Einkommen. Die Inanspruch- nahme von Elternzeit ist gut verankert. Der Zuschuss für Kindertagesbetreuung wird von Familien mit niedrigem Bildungsabschluss und niedrigem Einkommen in der Relation zu allen Befragten weniger genutzt. Es fällt auf, dass viele anspruchsberechtigte Familien offensichtlich von Unterstützungsmöglichkeiten zu wenig oder keine Kenntnis haben. In Zukunft werden neue Wege der Informationsweitergabe für schwer erreichbare Zielgruppen entwickelt, beispielsweise durch die Verwendung von leicht verständlicher Sprache. Im Fokus der Sozial- und Jugendbehörde hinsichtlich der Armutsbekämpfung stehen folgende Themen und Zielgruppen: Ferienbetreuung können sich 10 % der befragten Familien nicht leisten. Darunter sind Geringverdiener, junge Eltern, Alleinerziehende, ausländische Haushalte und Familien mit mehr als drei minderjährigen Kindern. 47 % der Familien mit weniger als 500 Euro pro Kopf geben an, dass ihre Kinder aus fi nanziellen Gründen nicht an einer Ferienbetreuung teilnehmen können. In diesem Zusammenhang wurden die Unterstützungsleistungen „Kindergeldzuschuss“ sowie „Bildung und Teilhabe“ in der Umfrage nicht berücksichtigt. Der Karlsruher Kinderpass erreicht bereits eine Vielzahl von Bürgerinnen und Bürgern (etwa 6.000 ausgegebene Pässe) und ist dennoch bei 36,2 % der Befragten unbekannt. Auffällig hoch ist der Anteil der möglichen Nutzerinnen und Nutzer in der Einkommensgruppe unter 1.000 Euro pro Kopf, die den Kinderpass nicht kennen. Unbekannt ist er vor allem bei jungen Familien und ausländischen Befragten. Eventuell korrespondiert dies mit dem hohen Anteil an Familien mit weniger als 500 Euro pro Monat, die angeben, dass ihre Kinder aus fi nanziellen Gründen nicht an einer Ferienbetreuung teilnehmen können. Aktuell wird über einen vereinfachten Zugang zum Kinderpass nachgedacht, Familien mit mindestens fünf minderjährigen Kindern bekommen ihn bereits ohne Einkommensnachweis. Amt für Stadtentwicklung | 157 9.5 Soziale Infrastruktur Spielplätze werden öfter von Familien genutzt als Grünfl ächen. Daher ist die Entwicklung von Spielgelegenheiten für deren Versorgung besonders wichtig. Spielplätze sind von hoher Bedeutung: Für 25 % der Befragten sind sie die einzige Spiel- möglichkeit außerhalb der Wohnung. Eine klarere Priorisierung nach Stadtteilen ist hier nötig. Spielplätze und Spielmöglich- keiten mit geringer Zufriedenheit in Innenstadt-West, Wolfartsweier, Daxlanden und Grötzingen sind zu beachten. Spielplätze, Grünfl ächen, Parks, Kindertagesstätten, Horte und öffentliche Plätze sind für Familien die wichtigsten Treffpunkte. Sie sollten einen hohen Stellenwert in der zukünftigen Planung einnehmen. Kenntnisse über Angebote im näheren Wohnumfeld sind zu verbessern bei Familien mit Eltern unter 30 Jahren, Familien mit Kindern unter drei Jahren, Familien mit niedrigem Bildungsstatus und ausländischen Befragten. Diese Personengruppen sollen in Zukunft verstärkt durch Kinder- und Familienzentren angesprochen werden. 9.6 Umzugsverhalten Familien in Karlsruhe zeichnen sich durch hohe Mobilität aus. Insbesondere nach der Geburt des ersten Kindes steht ein Umzug an. Umzugspläne sind direkt verknüpft mit Platzmangel und steigender Anzahl der Kinder. Es besteht ein direkter Zusammenhang der Unzufriedenheit im Wohnumfeld mit Umzugsabsichten. Daher ist davon auszugehen, dass die hohe Mobilität nicht immer selbstgewählt ist, sondern aufgrund beengter Wohnverhältnisse erforderlich ist. Wichtige Gründe für die Auswahl des Umzugsortes sind eine kinder- und familienfreundliche Atmosphäre, vorhandene Grünfl ächen, Barrierefreiheit im öffentlichen Raum, Bewegungsräume für Kinder sowie die Erreichbarkeit von Kindertagesbetreuung, Schule und Sportfl ächen. 9.7 Mobilität Die PKW-Nutzung ist für Familien wichtiger und notwendiger als für den Durchschnitt der Karlsruher Bevölkerung. Verbesserungen im ÖPNV werden im Hinblick auf die Anbindung bestimmter Stadtteile gewünscht. Es besteht der Bedarf nach einer kinder- und familiengerechteren Verkehrssituation in den Stadtteilen Stupferich, Innenstadt- West, Grünwettersbach, Knielingen und Hagsfeld. Die Situation im Bezug auf Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer, sowie Sicherheit und Ordnung beim Parken auf Gehwegen wird kritisch gesehen, ebenso wie die Preisgestaltung des KVV. Ein Beispiel für die Verbesserung der Verkehrssicherheit auf dem Schulweg sind Elternhaltestellen. Dieses und ähnliche Angebote werden weiterentwickelt und in der Öffentlichkeit bekannter gemacht. 9.8 Erwerbstätigkeit Eine große Mehrheit der Befragten ist ganztags berufstätig, teilzeit-, geringfügig oder stundenweise beschäftigt. Dies folgt klar dem bundesweiten Trend Vollzeit/Teilzeit-Erwerb in der Familie. In den vergangenen Jahren hat sich erfreulicherweise einiges getan hinsichtlich der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Die Rückkehrquote von Müttern ins Erwerbsleben liegt bei 83%. Auch Väter nutzen mittlerweile verstärkt die Möglichkeit der Elternzeit. Es bedarf weiterer Unterstützung bei der Familiengründung in Ausbildung und Studium. Hier engagiert sich beispielsweise die Projektgruppe Studieren mit Kind im Rahmen des Karlsruher Bündnisses für Familie, in der alle Hochschulen über die Gleichstellungsbeauftragten vertreten sind. Eine moderne Unternehmenskultur beinhaltet die Aufgeschlossenheit der Vorgesetzten für familiäre Belange. Dazu gehören die Förderung von Teilzeit und fl exiblen Arbeitszeiten für Väter, mehr Möglichkeiten des mobilen Arbeitens vor allem für Mütter oder familienfreundliche Arbeitszeitmodelle. Unternehmen und Organisationen sollten sich mehr als bisher an der Förderung von Kinderbetreuung beteiligen, denn dadurch sichern sie sich Fachkräfte. Familien brauchen mehr Unterstützung und Aufmerksamkeit der Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, bei der Wahrnehmung pfl egerischer Aufgaben und eine stärkere innerbetriebliche Auseinandersetzung mit dem Thema Pfl ege. Für diese Maßnahmen engagiert sich das Karlsruher Bündnis für Familie verstärkt mit den Partnern IHK Karlsruhe, Handwerkskammer Karlsruhe, Agentur für Arbeit Karlsruhe-Rastatt und TechnologieRegion Karlsruhe in einem Arbeitgeberforum. 158 | Familienumfrage 2017 Fazit Abschließend ist festzuhalten, dass mehrere zentrale Einfl uss- faktoren für die Situation von Familien in Karlsruhe maßgebend sind. Die Größe der Familie, der Bildungs- abschluss, der Erwerbsstatus und das Pro-Kopf-Einkommen sind hier Schlüssel. Ein gezieltes Augenmerk der Sozial- und Jugendbehörde hinsichtlich von Verteilungsmustern und Teilhabemöglichkeiten gilt weiterhin nicht erwerbstätigen/ in Elternzeit befi ndlichen Alleinerziehenden, Paaren in prekärer Erwerbslage, Familien mit einem Pro-Kopf- Haushaltseinkommen von unter 1.000 Euro im Monat und ausländischen Familien. Weitere Zukunftsthemen von Familien in Karlsruhe werden Zeitmanagement, weiterführende Schule, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Trennung/ Scheidung, Sicherheit, Kinderbetreuung, Gesundheit und Freizeitgestaltung sein. Die variierenden Rückläufe dieser Befragung machen deutlich, dass fl ankierende Befragungsmethoden für bestimmte Zielgruppen sinnvoll sind, um gerade bei alleinerziehenden, ausländischen oder von Armut bedrohten Familien noch tiefer und qualitativ in die Problemlagenanalyse zu gehen. Für die Zukunft ist es aus Sicht der Sozial- und Jugendbehörde als Ergänzung zu gesamtstädtischen Bürgerumfragen wichtig, mehr kleinteilige und direkte Befragungen durchzuführen. Beispielsweise im Sozialraum und in den Stadtteilen. So kann es noch besser gelingen, Problemlagen abzubilden und breit gefächerte Ergebnisse zu erhalten. In diesem Zusammenhang steht auch die Erkenntnis, dass die Wege und Mittel der Erreichung von Zielgruppen, insbesondere von Familien, sorgfältig überprüft und angepasst werden müssen, damit Informationen besser ankommen, Ansprüche sowie Angebote bekannter werden, diese genutzt werden können und die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Karlsruhe sich angesprochen fühlen. © designed by bearfotos - Freepik.com Amt für Stadtentwicklung | 159 Fragebogen 160 | Familienumfrage 2017 1 Familien in Karlsruhe 2017 Ihre Meinung ist uns wichtig. Die diesjährige Karlsruher Bürgerumfrage richtet sich gezielt an die Familien mit Kindern unter 18 Jahren. In der Familienumfrage 2017 geht es um Ihre Einschätzungen zu den Lebensverhältnissen von Familien in Karlsruhe. Wir würden gerne Ihre Bewertungen zu den nachfolgend aufgezeigten Lebensbereichen von Eltern mit Kindern erfahren und bei welchen Punkten Sie Verbesserungsbedarf sehen. Die Teilnahme an der Umfrage ist freiwillig. Als Dankeschön verlosen wir unter allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern Karlsruher Geschenkgutscheine sowie Eintrittsgutscheine in den Karlsruher Zoo und das Europabad. Das Ausfüllen dauert etwa 30 Minuten. Ihre Angaben werden anonym ausgewertet. Ich lebe im Stadtviertel ... _ _ _ _ Bitte tragen Sie hier die Nummer Ihres Stadtviertels aus dem Anschreiben ein. LEBENSSITUATION VON FAMILIEN 1 Seit welchem Jahr wohnen Sie in Karlsruhe? Seit dem Jahr _ _ _ _ (z.B. 2013) 2 Und wie lange wohnen Sie schon in Ihrem jetzigen Stadtviertel? Seit dem Jahr _ _ _ _ (z.B. 2015) 3 Bitte beurteilen Sie, inwieweit die unten aufgeführten Eigenschaften Ihrer Meinung nach auf Karlsruhe zutreffen oder nicht zutreffen. Trifft völlig zu T Trifft überwiegend zu T Teils/ teils T Trifft überwiegend nicht zu T Trifft überhaupt nicht zu T Weiß nicht T Familienfreundlich F F F F F F Kinderfreundlich F F F F F F Altenfreundlich F F F F F F Behindertenfreundlich F F F F F F 4 Hat Ihre Familie weitere nahe Verwandte (z.B. Großeltern, Onkel, Tanten der Kinder)... Ja T Nein T ... im Raum Karlsruhe? F F ... in Deutschland? F F ... im Ausland? F F 5 Welche Bedeutung haben folgende Personengruppen für Ihre Familie im Alltag? Sehr hohe Bedeutung T Hohe Bedeutung T Mittlere Bedeutung T Geringe Bedeutung T Keine Bedeutung T Verwandte F F F F F Nachbarn F F F F F Freunde und befreundete Familien F F F F F 6 Welche Sprache wird in Ihrer Familie hauptsächlich gesprochen? F Deutsch F Andere Sprache: _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ F Mehrere Sprachen zugleich 7 Gibt es in Ihrem Haushalt Familienangehörige mit Behinderung und/oder hohem Pflegebedarf? F Ja F Nein Amt für Stadtentwicklung | 161 2 WOHNSITUATION UND WOHNUMFELD VON FAMILIEN 8 Wie zufrieden sind Sie mit Ihrer aktuellen Wohnsituation? F Sehr zufrieden Ź Frage 10 F Zufrieden Ź Frage 10 F Weniger zufrieden Ź Frage 9 F Unzufrieden Ź Frage 9 9 Wieso sind Sie weniger zufrieden bzw. unzufrieden mit Ihrer aktuellen Wohnsituation? _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ 10 In was für einem Haustyp wohnen Sie? F 1-2 Familienhaus, Reihenhaus F Mehrfamilienhaus mit bis zu 5 Etagen F Mehrfamilienhaus mit mehr als 5 Etagen 11 Wie viele Räume hat Ihre Wohnung/Ihr Haus und wie groß ist die Wohnfläche ungefähr? Wohnfläche: : _ _ _ m² Anzahl der Räume: _ _ (ohne Flur, Küche und Bad) 12 Gibt es einen Hof oder Garten am Haus, den Sie zur Erholung im Freien oder zum Kinderspiel nutzen können? F Ja F Nein 13 Planen Sie in den nächsten zwei Jahren umzuziehen? F Ja Ź Frage 14 F Nein Ź Frage 15 F Weiß nicht 14 Wieso planen Sie in den nächsten beiden Jahren umzuziehen? _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ 15 Sind Sie – bzw. Ihr Haushalt – Mieter oder Eigentümer Ihrer Wohnung/Ihres Hauses? F Mieter F Eigentümer 16 Planen Sie in den nächsten fünf Jahren ein weiteres Kind zu bekommen? F Ja, sicher Ź Frage 17 F Ja, wahrscheinlich Ź Frage 17 F Nein, eher nicht Ź Frage 17 F Nein, sicher nicht Ź Frage 18 F Weiß nicht 17 Können Sie mit Hilfe aus Ihrem persönlichen Umfeld rechnen, wenn Sie ein weiteres Kind bekommen würden? Ja, sicher T Ja, wahrscheinlich T Nein, eher nicht T Nein, sicher nicht T Weiß nicht T Hilfe in zeitlicher Hinsicht F F F F F Emotionale Unterstützung F F F F F Finanzielle Unterstützung (bei Bedarf) F F F F F 18 Wie zufrieden sind Sie mit Ihrem Wohnumfeld? In Bezug auf... Sehr zufrieden T Zufrieden T Weniger zufrieden T Unzufrieden T Weiß nicht T Grünflächen F F F F F Kinder- und familienfreundliche Atmosphäre F F F F F Bewegungsraum für Kinder F F F F F Verkehrssicherheit F F F F F Anbindung an den ÖPNV (Bus & Bahn) F F F F F Kinder- und Jugendzentren F F F F F Angebote von Vereinen F F F F F Barrierefreiheit im öffentlichen Raum F F F F F Spielplätze und Spielmöglichkeiten für Kinder F F F F F Treffpunkte für Jugendliche F F F F F Räume, um sich zu treffen (z. B. Bürgerzentren) F F F F F Erreichbarkeit von Kita, Schule, Sportflächen F F F F F 162 | Familienumfrage 2017 3 19 Welche Treffpunkte suchen Sie gemeinsam als Familie auf und wie häufig besuchen Sie diese? Bitte machen Sie in jeder Zeile ein Kreuz. Täglich T Wöchentlich T Monatlich T Seltener T Nie T Grünflächen und Parks im Wohnumfeld F F F F F Öffentliche Plätze im Wohnumfeld F F F F F Bürgerzentren, Begegnungsstätten F F F F F Elterncafés F F F F F Kindertageseinrichtungen F F F F F Familienzentren, Mehrgenerationentreffpunkte F F F F F Kinder- und Jugendhäuser F F F F F Spielplätze F F F F F Vereine F F F F F Kulturelle Veranstaltungen F F F F F Kirchengemeinden F F F F F Sonstiges, und zwar: _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ F F F F F 20 Engagieren Sie sich in einem der folgenden Bereiche ehrenamtlich oder freiwillig für die Belange von Familien? Kreuzen Sie bitte alles Zutreffende an – Mehrfachnennungen sind möglich. F In der Kindertagesstätte F In der Schule F In einem Sport-, Musik- oder anderen Verein F In der Jugend- oder Bildungsarbeit F In einer Kirche oder Glaubensgemeinschaft F In Elternvereinen, Kinder- und Familienverbänden F In der Kommunalpolitik F Im Stadtteilleben/In der Stadtteilkultur F Bei städtischen Beteiligungsprozessen F Im Bürgerverein F Nein, ich bin nicht ehrenamtlich oder freiwillig aktiv F Sonstiges, und zwar: _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ FAMILIE UND ERWERBSTÄTIGKEIT 21 Wie hat sich mit der Geburt Ihres Kindes/Ihrer Kinder die Erwerbsarbeit beider Eltern verändert? Situation vor Geburt des 1. Kindes Situation nach Geburt des 1. Kindes Situation nach Geburt des 2. Kindes Vater T Mutter T Vater T Mutter T Vater T Mutter T Elternzeit _ _ Monate _ _ Monate _ _ Monate _ _ Monate danach... Vollzeit F F F F F F Teilzeit, 50% oder mehr F F F F F F Teilzeit, unter 50% F F F F F F Geringfügig beschäftigt F F F F F F Studium/Ausbildung F F F F F F Nicht erwerbstätig F F F F F F Falls Elternzeit noch nicht möglich war oder keine Erwerbstätigkeit vorlag, tragen Sie bitte „0“ Monate ein. Amt für Stadtentwicklung | 163 4 22 Wie ist in Ihrer Familie die Haushalts- und Familienarbeit verteilt? Welchen Anteil (in Prozent) leisten...? Vater _ _ % Mutter _ _ % Kind/Kinder _ _ % Großeltern _ _ % Haushaltshilfe _ _ % Summe 100 % 23 Werden Sie als Eltern von Ihrem Arbeitgeber in der Vereinbarkeit von Beruf und Familie unterstützt? Was trifft auf Ihre Situation zu? Vater Mutter Ja T Nein T Weiß nicht Ja T Nein T Weiß nicht Die Vorgesetzten sind aufgeschlossen für familiäre Belange. F F F F F F Teilzeit/Flexible Arbeitszeiten werden angeboten. F F F F F F Möglichkeit zu Homeoffice wird angeboten. F F F F F F Arbeitgeber fördert Kinderbetreuung mit Betriebskindergarten/finanziell. F F F F F F Arbeitgeber unterstützt bei der Wahrnehmung von pflegerischen Aufgaben. F F F F F F Arbeitgeber hält Kontakt bei beruflichen Auszeiten (Elternzeit, Pflegezeit). F F F F F F Arbeitgeber informiert zu Angeboten. F F F F F F LEBEN MIT VORSCHULKINDERN 24 Falls Sie ein Kind unter 6 Jahren haben, wie wird Ihr Kind betreut? Bei mehreren Kindern, bitte für das jüngste antworten. Mehrmals pro Woche T Mehrmals pro Monat T Seltener T Nie T Zu Hause bei den Eltern F F F F KiTa/Kindergarten/Krippe F F F F Betreute Spielgruppe (nur für Kinder unter 3 Jahren) F F F F Tagesmutter/Tagesvater F F F F Eltern-Kind-Gruppe, Krabbelgruppe oder ähnliches F F F F Großeltern, Verwandte F F F F Freunde, Bekannte aus der Nachbarschaft F F F F Bezahlte Babysitter F F F F Sonstiges, und zwar: _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ F F F F 25 Bei wie vielen Kindertageseinrichtungen haben Sie um einen Betreuungsplatz für Ihr Kind angefragt? F Bei keiner F Bei einer F Bei zwei bis fünf F Bei mehr als fünf 26 Haben Sie zum gewünschten Zeitpunkt einen Betreuungsplatz erhalten? F Ja F Nein 27 Welche der bestehenden Informations- und Beratungsangebote für Kinder bis 3 Jahren kennen Sie? F Kindergartenportal (im Internet) F Servicestelle Kinderbetreuung F wellcome F Beratungsstelle Frühe Hilfen F Begrüßungsmappe F Familienhebamme F Startpunkt - Familienzentren F Ich kenne keines der bestehenden Angebote 164 | Familienumfrage 2017 5 ALLTAGSMOBILITÄT VON FAMILIEN 28 Steht Ihrem Haushalt ein Auto zur Verfügung? F Ja, eigener PKW F Teilweise/Carsharing F Nein 29 Mit welchem Verkehrsmittel sind Sie hauptsächlich im Alltag unterwegs, wenn Sie mit Ihrer Familie oder für Ihre Familie Dinge erledigen müssen? Bitte nur eine Nennung F Auto F Fahrrad F Öffentlicher Verkehr (Bus & Bahn) F E-Bike F Zu Fuß F Mofa/Moped/Motorrad 30 Wie häufig transportieren Sie Kinder mit dem Fahrrad oder E-Bike? F Täglich F Wöchentlich F Monatlich F Seltener F Nie 31 Welche Hilfsmittel benutzen Sie dabei? Mehrfachnennungen sind möglich F Kindersitz F Fahrradanhänger F Lastenrad F Keine 32 Falls Sie ein Kind/Kinder in einer Grundschule oder weiterführenden Schule haben – welche Verkehrsmittel werden am häufigsten für den Schulweg genutzt? Bitte nur eine Nennung je Zeile PKW als Mitfahrer T Öffentlicher Verkehr (Bus & Bahn) T Fahrrad/ Tretroller T Zu Fuß T Kind(er) in der Grundschule F F F F Kind(er) in weiterführender Schule F F F F 33 Wie bewerten Sie die Verkehrsverhältnisse in Ihrem Stadtteil für folgende Verkehrsmittel unter dem Blickwinkel der Familienfreundlichkeit? Sehr gut T Gut T Mittelmäßig T Schlecht T Weiß nicht T Öffentlicher Verkehr (Bus & Bahn) F F F F F Fahrrad F F F F F Fußgänger F F F F F 34 Welche Verbesserungen würden Sie sich in Ihrem Stadtteil im Hinblick auf die Mobilität von Familien wünschen? ____________________________________________________________________________________________ ____________________________________________________________________________________________ LEBEN MIT SCHULKINDERN 35 Falls Sie ein Grundschulkind im Alter von 6 bis 10 Jahren haben – welche Art der Betreuung nimmt ihr Kind zusätzlich zu den Unterrichtsstunden in Anspruch? Mehrfachnennungen sind möglich Grundschul- kind 1 T Grundschul- kind 2 T Grundschul- kind 3 T Fangen Sie mit dem jüngsten Grundschulkind an. Aktuelle Klassenstufe: _. Klasse _. Klasse _. Klasse Keine zusätzliche Betreuung F F F Kind ist in Ganztagsschule F F F Hort F F F Ergänzende Betreuung (verlässliche Grundschule) F F F Mittagessen in der Schule F F F Freizeitangebote in der Schule F F F Tagesmutter/Tagesvater F F F Kinderhaus/Jugendhaus mit Mittagessen und Hausaufgabenbetreuung (z. B. mp13) F F F Angebote der flexiblen Nachmittagsbetreuung (KLEVER, Kinderstadtkirche) F F F Zusätzliche Betreuung durch Verwandte/Freunde/Familien F F F Sonstige Zusatzbetreuung: _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ F F F Amt für Stadtentwicklung | 165 6 36 Haben Sie zum gewünschten Zeitpunkt ein Betreuungsangebot erhalten? Grundschul- kind 1 T Grundschul- kind 2 T Grundschul- kind 3 T Ja T Nein T Ja T Nein T Ja T Nein T F F F F F F 37 Falls Sie ein Grundschulkind in der vierten Klasse haben – können Sie abschätzen, ob Sie in der weiterführenden Schule, ergänzend zu den Schulstunden, Betreuungsbedarf für Ihr(e) Kind(er) haben werden? Gemeint sind hier nur Kinder, die aktuell in der 4. Klasse sind. Grundschulkind 4. Klasse T Kein Bedarf. Mein Kind kann morgens direkt von zu Hause zur Schule und nach der Schule direkt nach Hause kommen. Ź Frage 40 F Täglich, werktags Ź Frage 38 F An drei bis fünf Werktagen pro Woche Ź Frage 38 F An ein bis zwei Werktagen pro Woche Ź Frage 38 F Weiß nicht F 38 Zu welchen Zeiten werden Sie voraussichtlich Betreuungsbedarf haben? T 4. Klasse Vor Unterrichtsbeginn ab _ _ : _ _ Uhr Nach Unterrichtsende bis _ _ : _ _ Uhr 39 Denken Sie im Hinblick auf die weiterführende Schule eher an eine verbindliche regelmäßige Betreuung zu festgesetzten Zeiten oder an eine unverbindliche flexible Betreuung? T 4. Klasse Verbindliche regelmäßige Betreuung F Unverbindliche flexible Betreuung F Weiß nicht F 40 Welche Angebote sind Ihnen im Rahmen einer Betreuung an der weiterführenden Schule besonders wichtig? Maximal drei Nennungen F Mittagessen F Hausaufgabenbetreuung F Förderunterricht F Einfache Betreuung/Betreuung ohne spezielle Angebote für Kinder F Angeleitete „aktive“ Freizeitgestaltung (Ausflüge, Basteln, Sport, etc.) F Weitere außerschulische Förderung, z.B. durch Kurse und Projektangebote F Keines der aufgeführten Angebote 41 Falls Sie ein Kind in einer weiterführenden Schule haben – welche Betreuung nutzen Sie dort? Fangen Sie mit dem jüngsten Schulkind an. Mehrfachnennungen sind möglich. Schulkind 1 T Schulkind 2 T Schulkind 3 T Aktuelle Klassenstufe (ab 5. Klasse): _ _. Klasse _ _. Klasse _ _. Klasse Kind braucht keine Betreuung (mehr) F F F Kind ist in Ganztagsschule F F F Angebote der flexiblen Nachmittagsbetreuung (KLEVER, Kinderstadtkirche) F F F Betreuung durch Eltern-, Förder- und Sportvereine F F F zusätzlich Tagesmutter/Tagesvater F F F Angebote der offenen Kinder- und Jugendarbeit F F F Angebote der Kinder- und Jugendhäuser mit Mittagessen und Hfbbt F F F sonstige Betreuung F F F 166 | Familienumfrage 2017 7 42 Haben Sie zum gewünschten Zeitpunkt ein Betreuungsangebot erhalten? Schulkind 1 T Schulkind 2 T Schulkind 3 T Ja Nein T T Ja Nein T T Ja Nein T T F F F F F F 43 Welche der folgenden organisierten Ferienbetreuungen nutzen Sie generell für Ihre Kinder? Gemeint sind wieder alle Kinder, fangen Sie mit dem jüngsten an. Mehrfachnennungen sind möglich. Wenn Sie keine Schulkinder haben, machen Sie mit Frage 44 weiter. Schulkind 1 T Schulkind 2 T Schulkind 3 T Ferienangebote im Rahmen der Hortbetreuung F F F Tageweise Ferienbetreuung vor Ort/im Stadtteil F F F Wöchentliche Ferienbetreuung vor Ort/im Stadtteil F F F Mehrtägige Ferienreisen für Kinder/Jugendliche F F F Sonstige Ferienbetreuung (z. B. Karlopolis oder Angebote des Arbeitgebers) F F F Keine Ferienbetreuung benötigt/gewünscht F F F Ferienbetreuung ist finanziell nicht möglich F F F ANGEBOTE UND BERATUNG FÜR FAMILIEN 44 Welche der folgenden Möglichkeiten kennen Sie, um Informationen rund um das Thema „Familie“ zu erhalten? Bitte kreuzen Sie alles Zutreffende an. F Pflegekinderdienst F Kinderbüro F Selbsthilfegruppen oder Gesprächskreise F Eltern- und Familientreffs F Beratungsstellen F Sozialer Dienst F Karlsruher Kind F Behördennummer 115 F Ich kenne keine der angeführten Möglichkeiten F Sonstiges, und zwar: _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ 45 Welche der folgenden Möglichkeiten nutzen Sie, um Informationen rund um das Thema „Familie“ zu erhalten? Bitte kreuzen Sie alles Zutreffende an. F Hotlines, Austauschforen im Internet F Flyer, Broschüren, Handzettel F Kirchen F Kurse oder Vorträge F Kindertagesstätten oder Schulen F Niedergelassene Psychologen F Verwandte, Freunde, Nachbarn F Zeitungen, Radio, Presse F Ich nutze keine der angeführten Möglichkeiten F Sonstiges, und zwar: _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ Amt für Stadtentwicklung | 167 8 46 Welche Themen beschäftigen Sie als Eltern und im Bezug auf Ihre Kinder? Geben Sie bitte bis zu fünf Themen an. F Schwangerschaft, Geburt, Stillen F Übergang von der Schule zum Beruf F Erzieherische Fragen/Probleme F Alkohol und Drogen F Persönliche Fähigkeiten als Elternteil F Taschengeld, Schulden, Konsumverhalten F Paarbeziehung F Mobbing, Gewalt, Kriminalität F Beziehung zu Sohn/Tochter F Umgang mit dem eigenen Körper und Essverhalten F Kommunikation in der Familie F Deutschkenntnisse F Medienkonsum, -kompetenz F Mich/Uns interessiert keines der genannten Themen F Schulische Fragen, Hausaufgaben F Sonstige: _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ F Pubertät, Sexualität, Verhütung 47 Welche der folgenden Angebote der Familienbildung kennen Sie? Bitte kreuzen Sie alles Zutreffende an. F Treffpunkte für Mütter und Väter F Generationenangebote F Kurse, Elternveranstaltungen und Workshops F Elternbriefe F Ich kenne keines der bestehenden Angebote F Sonstiges, und zwar: _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ 48 Kennen Sie in Ihrem näheren Umfeld folgende Freizeitangebote für Familien mit Kindern und nutzen/besuchen Sie oder Ihr/e Kind/er diese? Ja, kenne und nutze ich T Ja, kenne ich T Nein, kenne ich nicht T Sportangebote F F F Musisch-kulturelle Angebote F F F Offene Angebote der Kinder- und Jugendhäuser/Aktivspielplätze F F F Angebot öffentlicher Spiel- und Sportplätze F F F Veranstaltungen, Feste F F F Sonstiges, und zwar: _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ 49 Haben Sie eine Jahreskarte für den Zoologischen Stadtgarten? F Ja F Nein 50 Wie beurteilen Sie die Familien- und Kinderfreundlichkeit folgender Lebensbereiche in Karlsruhe? Sehr Gut T Gut T Mittel- mäßig T Schlecht T Weiß nicht T Wohnungsangebot für Familien F F F F F Sicherheit der Straßen, Wege, Verkehrsanlagen für Kinder F F F F F Schulbusse, Hol- und Bringdienste für Kinder F F F F F Grünanlagen für Bewegung, Spiel und Erholung F F F F F Zusammenleben der Menschen aus verschiedenen Ländern F F F F F Familienfreundlichkeit des Öffentlichen Nahverkehrs F F F F F Kindertagesstätten F F F F F Schulkindbetreuung F F F F F Familienfreundlichkeit von Geschäften und Gaststätten F F F F F Familienfreundlichkeit von Arztpraxen, Krankenhäusern sowie anderen Gesundheitsdienstleistenden F F F F F Familienfreundlichkeit von Schwimmbädern und l F F F F F Familienfreundlichkeit von städtischen Ämtern mit Publikumsverkehr F F F F F Freizeit- und Kulturveranstaltungen für Familien F F F F F Sport- und Vereinsangebote für Familien F F F F F 168 | Familienumfrage 2017 9 51 Wie stark gehen Politik und Verwaltung in Karlsruhe auf die Probleme/Wünsche von Familien ein? Sehr stark T Stark T Weniger stark T Überhaupt nicht T Weiß nicht T F F F F F ANGABEN ZUR PERSON UND ZUM HAUSHALT Um Einschätzungen der Bürgerinnen und Bürger auch nach Teilgruppen der Bevölkerung auswerten zu können, benötigen wir noch einige statistische Angaben von Ihnen. S1 In welchem Jahr sind Sie geboren und sind Sie männlich oder weiblich? Geburtsjahr männlich weiblich _ _ _ _ F F S6 Wo wurden Ihre Eltern geboren? F Beide Eltern in Deutschland geboren F Mutter und/oder Vater im Ausland geboren S2 Leben weitere Personen in Ihrem Haushalt? F ja Ź Frage S3 F nein Ź Frage S5 S7 Welchen höchsten Schul- bzw. Hochschul- abschluss haben Sie? S3 Tragen Sie bitte die Geburtsjahre aller weiteren Personen in Ihrem Haushalt ein. F Noch Schüler/in Falls Sie in einer Wohngemeinschaft leben, machen Sie bitte nur Angaben zu den mit Ihnen lebenden Familien- angehörigen. F Ohne Abschluss/Sonderschulabschluss 2. Person _ _ _ _ F Volksschule/Hauptschulabschluss 3. Person _ _ _ _ F Realschulabschluss/Mittlere Reife 4. Person _ _ _ _ F Fachhochschulreife/Abitur/Hochschulreife 5. Person _ _ _ _ F Hochschul-/Fachhochschulabschluss 6. Person _ _ _ _ S8 In welchem Tätigkeitsverhältnis stehen Sie bzw. Ihr Partner/Ihre Partnerin aktuell?S8 7. Person _ _ _ _ 8. Person _ _ _ _ Sie T Ihr/e Partner/in T S4 Mit welchen Personen leben Sie zusammen? Bitte kreuzen Sie alles Zutreffende an. F Mit dem Ehe-/Lebenspartner/Freund/Freundin F Ganztags berufstätig F F Mit Eltern /Verwandten F Teilzeitbeschäftigt, geringfügig bzw. stundenweise beschäftigt F F Mit Kind/Kindern F Schüler/-in, Lehre/Berufs- ausbildung, Praktikant/-in, Wehr- oder Freiwilligendienst F F Mit Mitgliedern einer Wohngemeinschaft F Mit sonstigen Personen F Elternzeit F S5 Welche Staatsangehörigkeit haben Sie? F Student/in F F die deutsche F Arbeitslos F F die deutsche und eine andere F Rentner/-in, Pensionär/-in F F eine andere F Hausfrau/Hausmann F S9 Wenn Sie alles zusammenrechnen, was Ihr Haushalt an Einkommen hat, wie hoch ist das Nettoeinkommen (nach Abzug von Steuern und Sozialversicherung), über das Ihr Haushalt insgesamt monatlich verfügt? Wenn Sie in einer Wohngemeinschaft leben, geben Sie bitte nur Ihr eigenes Einkommen an. F Unter 750 € F 3.000 € bis unter 4.000 € F 750 € bis unter 1.500 € F 4.000 € bis unter 5.000 € F 1.500 € bis unter 2.250 € F 5.000 € und mehr F 2.250 € bis unter 3.000 € Amt für Stadtentwicklung | 169 10 52 Welche staatlichen Unterstützungsleistungen erhalten Sie oder andere Haushaltsmitglieder? Kreuzen Sie bitte alles Zutreffende an! F Elterngeld F BAföG F ElterngeldPlus F Persönliches Budget (bei Behinderungen) F Kindergeld F Pflegegeld F Zuschuss zur Kindergartenbetreuung F Arbeitslosengeld I F Leistungen zur Erstausstattung F Arbeitslosengeld II (Hartz IV) F Wohngeld F Unterhaltsvorschuss F Sonstiges: _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ F Keine 53 Kennen oder nutzen Sie den Karlsruher Kinderpass? F Ja, wir kennen und nutzen den Karlsruher Kinderpass F Ja, wir kennen den Karlsruher Kinderpass aber nutzen ihn nicht/können ihn nicht nutzen F Nein, kenne ich nicht 54 Kennen oder nutzen Sie den Karlsruher Pass? F Ja, wir kennen und nutzen den Karlsruher Pass F Ja, wir kennen den Karlsruher Pass aber nutzen ihn nicht/können ihn nicht nutzen F Nein, kenne ich nicht 55 Haben wir etwas Wichtiges vergessen? Hier können Sie noch weitere Punkte nennen, die Sie zum Thema „Familien in Karlsruhe“ unbedingt ansprechen wollen. _____________________________________________________________________________________________ _____________________________________________________________________________________________ _____________________________________________________________________________________________ 170 | Familienumfrage 2017 11 Sie sind nun am Ende unseres Fragebogens angekommen. Vielen Dank für die Teilnahme an unserer Umfrage. Als Dankeschön verlosen wir unter allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern 30 Kleingruppenkarten in den Karlsruher Zoo, 30 Familien-Tageskarten für das Europabad sowie 30 Karlsruher Geschenkgutscheine im Wert von je 20 Euro, die Sie für Einkaufen, Kultur oder Freizeit in einem der über 400 teilnehmenden Unternehmen in Karlsruhe und 850 in der Region einlösen können. Möchten Sie an der Verlosung teilnehmen? Wenn ja, tragen Sie bitte Ihre Adresse im Adressfeld ein! Diese wird von Ihrem Fragebogen sofort getrennt und ausschließlich für die von Ihnen angegebenen Zwecke verwendet. Anschließend wird Ihre Adresse gelöscht. Ƒ Ja Ź Bitte tragen Sie Ihre Adresse unten im Adressfeld ein! Ƒ Nein __________________________________________________________________________ Darüber hinaus informieren wir Sie gern per E-Mail, wenn der Ergebnisbericht der Bürgerumfrage im Internet verfügbar ist. Möchten Sie über die Ergebnisse der Umfrage informiert werden? Wenn ja, tragen Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse im Adressfeld ein! Diese wird von Ihrem Fragebogen sofort getrennt und ausschließlich für die von Ihnen angegebenen Zwecke verwendet. Anschließend wird Ihre E- Mail-Adresse gelöscht. Ƒ Ja, ich möchte über die Ergebnisse der Umfrage per E-Mail informiert werden. Ź Bitte tragen Sie Ihre E-Mail-Adresse im Adressfeld ein! Ƒ Nein, ich wünsche keine Informationen per E-Mail. Adressfeld Ihre Angaben werden ausschließlich für die von Ihnen angegebenen Zwecke verwendet und unterliegen den Vorschriften zum Datenschutz. Vor- und Nachname _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ Straße, Hausnummer _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ Postleitzahl _ _ _ _ _ _ Karlsruhe E-Mail-Adresse _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ Amt für Stadtentwicklung | 171 Anhangtabellen Die Anhangtabellen stehen unter www.karlsruhe.de/Stadtentwicklung zum Download bereit. 172 | Familienumfrage 2017 Amt für Stadtentwicklung | 173 Karlsruher Beiträge zur Stadtentwicklung 174 | Familienumfrage 2017 Heft 20 | 2006 Wohnen im Zentrum 2006 Rückkehr in die zentralen Stadtteile Bearbeitung: Otto Mansdörfer | Tanja Kronenwett Heft 21 | 2006 Demografi scher Wandel in Karlsruhe 2 Erste Ergebnisse der Kleinräumigen Bevölkerungsprognose 2005 – 2030 Bearbeitung: Dr. Hans-Heinrich Hartung Heft 22 | 2007 Demografi scher Wandel in Karlsruhe 3 Kleinräumige Bevölkerungsvorausrechnung der Stadt Karlsruhe 2005 – 2030 Bearbeitung: Dr. Hans-Heinrich Hartung | Daniel Götz Mai 2007 Zukunftsfähige Innenstadt Entwicklung der Karlsruher City Projektleitung: Otto Mansdörfer | Sigrun Hüger (StPlA) In Zusammenarbeit mit: Wirtschaftsförderung und Stadtplanungsamt Heft 23 | 2007 Einkaufen und Nahversorgung in Karlsruhe 2007 Aktuelle Trends und Gestaltungsmöglichkeiten Bearbeitung: Christian Fulda | Andreas Mangold (Wifö) In Zusammenarbeit mit: Wirtschaftsförderung Heft 24 | 2008 Demografi scher Wandel in Karlsruhe 4 Lebensverhältnisse der Jugendlichen in Karlsruhe 2008 Ergebnisse der Jugendumfrage Bearbeitung: Dr. Hans-Heinrich Hartung In Zusammenarbeit mit: Sozial- und Jugendbehörde | Stadtjugendausschuss e. V. | Gartenbauamt Polizeipräsidium Karlsruhe Heft 25 | 2008 Wohnen und Bauen in der Stadt 7. Sachstandsbericht 2008 Projektleitung: Otto Mansdörfer Bearbeitung: Daniel Götz In Zusammenarbeit mit: Gutachterausschuss | Liegenschaftsamt | Sozial- und Jugendbehörde | Stadtplanungsamt | VOLKSWOHNUNG GmbH Heft 26 | 2009 Demografi scher Wandel in Karlsruhe 5 Zu- und Fortzüge über die Stadtgrenzen 1999 – 2008 Projektleitung: Otto Mansdörfer Bearbeitung: Daniel Götz Heft 27 | 2010 Das Sicherheitsempfi nden der Bevölkerung in Karlsruhe 2009 2. Sachstandsbericht zur öffentlichen Sicherheit und Ordnung Projektleitung: Otto Mansdörfer Bearbeitung: Nadia Kasper-Snouci Amt für Stadtentwicklung | 175 Heft 28 | 2010 Die Nutzung kultureller Einrichtungen in Karlsruhe 2009 Projektleitung: Otto Mansdörfer Bearbeitung: Nadia Kasper-Snouci | Christian Fulda | Daniel Götz Heft 29 | 2010 Image von Karlsruhe aus Sicht der Region 2009 Projektleitung: Otto Mansdörfer Bearbeitung: Christian Fulda | Andrea Hammer Heft 30 | 2011 Unternehmens- und Betriebsumfrage 2010 Projektleitung: Otto Mansdörfer Bearbeitung: Andrea Hammer Heft 31 | 2011 Demografi scher Wandel in Karlsruhe 6 Zurück in die Stadt – Motive der Zu- und Fortziehenden 2010 Projektleitung: Otto Mansdörfer Bearbeitung: Maria Mertens | Nadia Kasper-Snouci Heft 32 | 2011 Wirtschaft und Arbeit 1 Analyse wichtiger Zukunftsbranchen 2011 Projektleitung: Otto Mansdörfer Bearbeitung: Andrea Hammer Heft 33 | 2011 Lebensqualität in Karlsruhe aus Bürgersicht 2011 Projektleitung: Otto Mansdörfer Bearbeitung: Christian Fulda | Nadia Kasper-Snouci | Andrea Hammer Heft 34 | 2012 WIRTSCHAFT UND ARBEIT 2 FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG IN DER REGION MITTLERER OBERRHEIN 2012 Projektleitung: Otto Mansdörfer Bearbeitung: Andrea Hammer Heft 35 | 2012 Bevölkerungsvorausrechnung Karlsruhe 2030 Neue Prognose 2012 – Grundlegende Ergebnisse Projektleitung: Otto Mansdörfer Bearbeitung: Daniel Götz Heft 36 | 2012 Bürgerumfrage 2012 Kommunalpolitik, Bürgerengagement, Bürgerbeteiligung Projektleitung: Otto Mansdörfer Bearbeitung: Andrea Hammer | Christian Fulda | Benedikt Dierßen Heft 37 | 2012 Konzept zur systematischen Bürgerbeteiligung in Karlsruhe Projektleitung: Otto Mansdörfer Bearbeitung: Andrea Hammer 176 | Familienumfrage 2017 Heft 38 | 2013 Regionsumfrage 2012 Karlsruhe aus Sicht der Region Projektleitung: Otto Mansdörfer Bearbeitung: Christian Fulda | Benedikt Dierßen Heft 39 | 2013 Bürgerumfrage 2013 Sport, Bewegung, Bäder Projektleitung: Otto Mansdörfer Bearbeitung: Christian Fulda | Daniel Götz | Nadia Kasper-Snouci Heft 40 | 2013 Der zentrale Citybereich Einschätzungen aus Passantensicht 2013 Projektleitung: Otto Mansdörfer Bearbeitung: Benedikt Dierßen | Martin Noth Heft 41 | 2013 Die Attraktivität der Durlacher Innenstadt Ergebnisse der Bürger- und Passantenumfrage 2013 Projektleitung: Otto Mansdörfer Bearbeitung: Daniel Götz | Nadia Kasper-Snouci Heft 42 | 2013 Sozialdaten 2013 Projektleitung: Otto Mansdörfer Bearbeitung: Benedikt Dierßen In Zusammenarbeit mit: Sozial- und Jugendbehörde Heft 43 | 2014 Essen und Trinken im Zoo Umfrage zum gastronomischen Angebot und den Verzehrgewohnheiten Der Besucherinnen und Besucher im Karlsruher Zoo 2014 – Ergebnisbericht Projektleitung: Otto Mansdörfer Bearbeitung: Benedikt Dierßen | Ann Janin Waltemathe Heft 44 | 2015 Sicherheitsempfi nden der Bevölkerung 3. Sachstandsbericht zur öffentlichen Sicherheit und Ordnung 2014 Projektleitung: Otto Mansdörfer Bearbeitung: Benedikt Dierßen In Zusammenarbeit mit: Ordnungs- und Bürgeramt | Sozial- und Jugendbehörde Heft 45 | 2015 Wohnen und Bauen in Karlsruhe 8. Sachstandsbericht 2015 Projektleitung: Otto Mansdörfer Bearbeitung: Daniel Götz | Thorsten Ach | Lieselotte Kluckhohn | Andrea Rosemeier | Juliane Schaber In Zusammenarbeit mit: Liegenschaftsamt | Sozial- und Jugendbehörde | Stadtplanungsamt | Gutachterausschuss in Karlsruhe | Wirtschaftsförderung | VOLKSWOHNUNG GmbH Heft 46 | 2015 Bürgerumfrage 2015 Grüne Stadt Projektleitung: Otto Mansdörfer Bearbeitung: Andrea Hammer | Benedikt Dierßen Amt für Stadtentwicklung | 177 Heft 47 | 2015 Evaluationsbericht | Stadtgeburtstag Karlsruhe 2015 Projektleitung: Otto Mansdörfer Bearbeitung: KA300-Team | Stadtmarketing Karlsruhe – Gesamtleitung Martin Wacker (Cathrin Batzner | Sascha Binoth | Manuel Brenneisen | Natalie Jacob | Norbert Käthler | Dr. Oliver Langewitz | Franziska Pfaff | Markus Pommerening | Sebastian Schneider | Hendrikje Schwarze | Anna Weißhaar | Daniel Wensauer-Sieber, Das Ziel führt zum Weg) Amt für Stadtentwicklung (Benedikt Dierßen | Daniel Götz | Andrea Hammer | Otto Mansdörfer | Willi Pradl | Andrea Rosemeier | Juliane Schaber | Alexander Süß) Karlsruhe Tourismus GmbH (Stefan Theysohn) Heft 48 | 2016 Lebensqualität in Karlsruhe 2015 im Städtevergleich Projektleitung: Otto Mansdörfer Bearbeitung: Otto Mansdörfer | Lara Schillinger Heft 49 | 2016 Regionsumfrage 2016 Projektleitung: Otto Mansdörfer Bearbeitung: Andrea Hammer In Zusammenarbeit mit: Ordnungs- und Bürgeramt | Sozial- und Jugendbehörde Heft 50 | 2016 Kleinräumige Bevölkerungsprognose 2035 Projektleitung: Otto Mansdörfer Bearbeitung: Daniel Götz Heft 51 | 2016 Generation 55plus in Karlsruhe 2015 Umfrage im Rahmen des Kosis-Projekts „Aktiv Altern“ Projektleitung: Otto Mansdörfer Bearbeitung: Benedikt Dierßen In Zusammenarbeit mit: Sozial- und Jugendbehörde | Fachplanung für die ältere Generation Heft 52 | 2017 Bürgerumfrage 2017 Bürgerbeteiligung und Bürgerschaftliches Engagement Projektleitung: Christian Fulda Bearbeitung: Nadia Kasper-Snouci | Jens Jägle Heft 53 | 2017 Nahversorgung in den Stadtteilen 2006 bis 2016 Projektleitung: Otto Mansdörfer Bearbeitung: Benedikt Dierßen | Johannes Zech Heft 54 | 2018 Familienumfrage 2017 Lebenssituation, Einschätzungen und Kinderbetreuungsbedarf Projektleitung: Otto Mansdörfer Bearbeitung: Manuela Cretu | Benedikt Dierßen | Daniel Götz | Otto Mansdörfer | Johannes Zech In Zusammenarbeit mit: Sozial- und Jugendbehörde 178 | Familienumfrage 2017
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Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister BESCHLUSSVORLAGE Vorlage Nr.: 2018/0248 Verantwortlich: Dez.2 Familienumfrage 2017 – Lebenssituation, Einschätzungen und Kinderbetreuungsbedarf Beratungsfolge dieser Vorlage Gremium Termin TOP ö nö Ergebnis Jugendhilfeausschuss 09.05.2018 3 x vorberaten Gemeinderat 15.05.2018 11 x Kenntnisnahme Beschlussantrag Der Gemeinderat nimmt die Ergebnisse der Familienumfrage 2017 zur Kenntnis. Die Verwaltung wird die Ergebnisse in weiteren Infrastrukturplanungen im Bereich der Kinder- betreuung und der Schulen berücksichtigen. Finanzielle Auswirkungen (bitte ankreuzen) X nein ja Gesamtkosten der Maßnahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) Haushaltsmittel stehen Wählen Sie ein Element aus. Kontierungsobjekt: Wählen Sie ein Element aus. Kontenart: Ergänzende Erläuterungen: ISEK-Karlsruhe-2020-relevant nein X ja Handlungsfeld: Sozialer Zusammenhalt und Bildung Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) X nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften X nein ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Als Basis für eine städtische Sozialplanung sind breit angelegte, repräsentative Umfragen uner- lässlich. Sie sind eine Form der Beteiligung an der bedarfsgerechten Strukturentwicklung. Im Frühjahr 2017 wurde erstmals in Karlsruhe eine Familienumfrage als Vollerhebung unter allen 26.791 Haushalten mit Kindern unter 18 Jahren durchgeführt, deren Ergebnisse in der vorlie- genden Broschüre durch statistische Daten sowie Einschätzungen der Sozial- und Jugendbehör- de flankiert werden. Dieses umfangreiche Werk über die Lebensumstände, Wünsche und Ein- stellungen der Familien stellt eine wichtige Planungsgrundlage für die Politik und die Stadtver- waltung für die kommenden Jahre dar. Planungen für die Infrastrukturen der Karlsruher Famili- enpolitik können so gesichert erfolgen. Methodik Die rein online durchgeführte Umfrage wurde durch ein Einladungsschreiben des Oberbürger- meisters an sämtliche 26.791 Familien mit minderjährigen Kindern im Haushalt eingeleitet. 5.286 auswertbare Fragebögen gingen zwischen dem 22. Februar bis zum 24. März 2017 ins- gesamt ein, was einer Rücklaufquote von 20,1 % entspricht. Rund vier von fünf Familien (78,4 %) äußerten den Wunsch, über die Ergebnisse der Familienumfrage per E-Mail informiert zu werden. Dieses erfreulich hohe Interesse und die insgesamt hohe Anzahl an auswertbaren Fragebögen haben zur Folge, dass ausreichende Antwortzahlen auch bei Fragen, die zum Bei- spiel nur aktuelle Grundschulkinder betreffen, zur Verfügung stehen. Um auch auf kleinteiliger Ebene ein möglichst repräsentatives Abbild der Karlsruher Familien zu erhalten, wurden auf die zwölf Stadtviertel mit der geringsten Beteiligung und auf die zwölf Stadtviertel mit der höchsten Beteiligung korrektive Gewichtungsfaktoren (1,34; 0,72) gelegt. Ausländische Befragte und Alleinerziehende sind anteilig zwar in geringerem Ausmaß vertreten, als es der amtlichen Statistik entspricht. Die analysierten Problemlagen und Aussagen dieser Teilgruppen basieren aber dennoch auf einer breiten Datenbasis von über 500 ausländischen Familien, rund 1.100 deutschen Familien mit Migrationshintergrund und über 600 Alleinerzie- henden. Erfreulich ist auch, dass SGB-II-Bedarfsgemeinschaften in den Ergebnisauswertungen mit einem Anteil von 16 % sehr gut vertreten sind, da diese laut Bundesagentur für Arbeit nur einen Anteil von 11,2 % der Karlsruher Familienhaushalte ausmachen. Einschätzungen Insgesamt zeigen die Ergebnisse auf, dass der Großteil der Familien in Karlsruhe zufrieden ist und die Stadt als familien- und kinderfreundlich empfindet. Die Familien berichten von einer sehr hohen Zufriedenheit mit Ihrem Wohnumfeld. Das hohe Niveau des Öffentlichen Nah- verkehrs wird ebenso wertgeschätzt, wie die gute Erreichbarkeit der Einrichtungen für Kinder. Außerdem drücken die Befragten ihre hohe Zufriedenheit mit den Spielplätzen und Grünflächen in Karlsruhe aus. Dennoch gibt es aus Sicht der Befragten einige Verbesserungsbedarfe, allen voran im Bereich des bezahlbaren Wohnens in der Stadt. So sind zwar insgesamt 85 % der Fa- milien mit ihrer aktuellen Wohnsituation zufrieden (47,2 %) oder sogar sehr zufrieden (37,8 %). Gleichzeitig hegen aber fast die Hälfte (47 %) der jungen Familien im Alter von 18 bis unter 30 Jahren Umzugspläne in den kommenden beiden Jahren und insgesamt wird von den Familien in Bezug auf Kinder- und Familienfreundlichkeit in Karlsruhe nichts so schlecht bewertet wie das Wohnungsangebot für Familien (schlecht: 50,8 %, mittelmäßig: 37,2 %). Kinderbetreuungsbedarf Bei den Plätzen der drei- bis sechsjährigen Kinder haben insgesamt immerhin knapp 80% der Familien zum gewünschten Zeitpunkt einen Betreuungsplatz erhalten. Aber auch hier erzeugen Bildungsstand und Einkommen große Unterschiede zwischen den Befragten, was Handlungsbe- darfe für die Kinder- und Jugendhilfeplanung generiert mit dem Ziel, Hürden zu erkennen und abzubauen. Ergänzende Erläuterungen Seite 3 Ein weiteres zentrales Thema ist die ausreichende Verfügbarkeit von Betreuungsangebo- ten für Kinder aller Altersklassen. Danach gefragt, ob sie zum gewünschten Zeitpunkt ein Be- treuungsangebot erhalten haben, antworteten von den Eltern mit Kindern unter drei Jahren nur 61,5 % mit ja, aber 38,5 % hatten kein Betreuungsangebot gefunden. In diesem Kindesal- ter ist das über die Umfrage mitgeteilte Betreuungsdefizit in der Stadt am größten, was sich auch mit statistisch ermittelbaren Daten deckt. Laut Sonderauswertungen der Betriebserlaubnis- und Planungslisten der Sozial- und Jugendbehörde zum Stichtag 30.06.2017 lag die Versor- gungsquote mit Kindertagesstätten-Plätzen U3 bei 35,4 % und soll nach Abschluss der jüngst im Gemeinderat beschlossenen Projekte inklusive der Angebote in der Kindertagespflege auf 50,7 % erhöht werden, was für die Zukunft auch eine höhere Betreuungsquote zum ge- wünschten Zeitpunkt erhoffen lässt. Was die tatsächliche Inanspruchnahme von U3-Betreuungsplätzen betrifft, werden diese von rund 43% der befragten Familien genutzt, während rund 57% der unter Dreijährigen selten oder nie eine Krippe besuchen. Diese Ergebnisse liefern allerdings keine Erkenntnisse darüber, ob die im Vergleich zur Quote der drei- bis sechsjährigen Kinder deutlich geringere Inanspruch- nahme darin begründet ist, dass es zu wenig Plätze gibt oder darin, dass für Kinder unter drei Jahren keine Tagesbetreuung gewünscht ist. Deutlich besser ist die Versorgungssituation bei Kindern im Alter von drei Jahren bis zum Schul- eintritt zu beurteilen. Unter den Eltern von Kindern im Kindergartenalter geben mit 78,6 % gut drei Viertel an, einen Betreuungsplatz zum gewünschten Zeitpunkt erhalten zu haben. Die statistische Versorgungsquote mit Kindertagesstätten-Plätzen Ü3, die im Februar 2018 im Ge- meinderat Grundlage für die Aufnahme der neuen Kita-Projekte in die Bedarfsplanung war, liegt bei 87,6 %. Das Betreuungsdefizit ist hier also nicht so ausgeprägt wie während der ersten drei Lebensjahre, aber dennoch spürbar. Eltern von Kindern im Grundschulalter geben schließlich zu 85,4 % an, zum gewünschten Zeitpunkt einen Betreuungsplatz – zusätzlich zu den Unterrichtsstunden – erhalten zu haben. Die Verfügbarkeit von Betreuungsplätzen im Grundschulalter ist folglich derzeit höher als im Kindergartenalter. Mittagessen in der Schule und Hausaufgabenbetreuung sind in dieser Phase besonders gefragte Angebotsformen. Im Zuge des Ganztagsausbaus in Karlsruhe hat sich die Ganztagsgrundschule mittlerweile zu einer festen und nachgefragten Größe unter den Betreu- ungsangeboten für Grundschulkinder entwickelt. Die Ganztagsschule wird überdurchschnittlich von Kindern alleinerziehender Mütter und Väter, Kindern aus sehr einkommensstarken Haushal- ten sowie von Kindern mit Migrationshintergrund besucht. Das Modell der Ganztagsschule scheint sich demnach in unterschiedlichen sozialen Gruppen zu etablieren. Speziell die Haushal- te in denen der befragte Elternteil einen Migrationshintergrund hat oder ausländisch ist, werden vergleichsweise gut erreicht. Der Betreuungsbedarf von Grundschulkindern und Schulkindern an weiterführenden Schulen unterscheidet sich grundlegend. Während unter allen Grundschulkindern lediglich 12,9 % kei- nerlei Betreuung vor oder nach der Halbtagsgrundschule in Anspruch nehmen, vermuten 40,4 % der Eltern von Viertklässlern, dass ihre Kindern künftig an der weiterführenden Schu- le keine weitere Betreuung neben dem Unterricht mehr benötigen werden. Rund die Hälfte der Familien von heutigen Viertklässlern nimmt sich aber fest vor, ihr Kind im nächsten Jahr an der weiterführenden Schule in Betreuung zu geben, wobei sich die Bedarfe hinsichtlich Betreuungs- dauer noch einmal deutlich unterscheiden. Lebenssituation Trotz zahlreicher Projekte im Bereich des Wohnungsbaus und auch im Ausbau von Kinderbe- treuungsangeboten geben die Familien an, dass Politik und Verwaltung in Karlsruhe nur Ergänzende Erläuterungen Seite 4 weniger stark (40 %) oder überhaupt nicht (6,6 %) auf die Probleme und Wünsche der Fa- milien eingehen. Ein gutes Drittel (35 %) gibt an, dies nicht beurteilen zu können und rund ein Fünftel der Familien in Karlsruhe ist der Meinung, dass die Politik und Verwaltung sehr stark (0,8 %) oder stark (17,7 %) auf die Wünsche und Probleme von Familien eingeht. Erfreulich ist das hohe Ausmaß an ehrenamtlichem Engagement von Familien. Über alle Al- tersklassen hinweg ist die Ausübung einer ehrenamtlichen Tätigkeit überdurchschnittlich: Wäh- rend nach Daten aus den Karlsruher Bürgerumfragen die Ehrenamtsquote in der Gesamtbevöl- kerung von 28,6 % im Jahr 2011 auf 35,9 % im Jahr 2017 anstieg, berichten mit rund zwei von drei Familien (62,8 %) fast doppelt so viele Familien davon, sich ehrenamtlich oder freiwillig für die Belange von Familien einzusetzen. Die Erwerbssituation der Familien in Karlsruhe folgt klar dem bundesweiten Trend von Vollzeit/Teilzeit-Erwerb. Eine große Mehrheit der Befragten ist ganztags berufstätig, teilzeit-, geringfügig oder stundenweise beschäftigt. In den vergange- nen Jahren hat sich erfreulicherweise einiges getan hinsichtlich der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Die Rückkehrquote von Müttern ins Erwerbsleben liegt bei 83%. Auch Väter nutzen mittlerweile verstärkt die Möglichkeit der Elternzeit. Dennoch bedarf es weiterer Unterstützung bei der Familiengründung in Ausbildung und Studium. Ein besonderer Fokus muss auf die von Armut bedrohten Familien gerichtet werden. Zu- sammengenommen mehr als jede siebte Familie (15,4 %) verfügt über ein monatliches Pro- Kopf-Einkommen 1 von 500 bis unter 1.000 (12,6 %) oder unter 500 Euro (2,8 %) 1 . Hochge- rechnet auf alle Familien in Karlsruhe sind das 750 Familien, die mit weniger als 500 Euro und rund 3.375 Familien, die mit 500 bis 1.000 Euro pro Kopf im Monat auskommen müssen. Zu- sammengenommen handelt es sich mit diesen rund 4.100 Familien um einen erheblich größe- ren Personenkreis als die 2.922 SGB II-Bedarfsgemeinschaften mit Kindern, die nach Bunde- sagentur für Arbeit in Karlsruhe von „Hartz IV“ leben. Die Unzufriedenheit mit der aktuellen Lebenssituation ist im untersten Einkommensbereich mit weniger als 500 Euro/Kopf am höchsten: Vier von zehn dieser Familien sind nicht zufrieden mit der aktuellen Wohnsituation und über ein Viertel (27,7 %) hegt Umzugsabsichten in den nächs- ten zwei Jahren. Zwei Drittel verfügt über weniger als 25 m² Wohnfläche pro Person. Fast die Hälfte (47 %) kann sich aus finanziellen Gründen keine Ferienbetreuung der Kinder leisten. Zur aktiveren Bewerbung bestehender Angebote gibt die Erkenntnis Anlass, dass sowohl der Karlsruher Pass als auch der Kinderpass in den wahrscheinlich anspruchsberechtigten unteren beiden Einkommensklassen über einem Viertel der Familien unbekannt sind. Schließlich sind zusammengenommen mehr als die Hälfte der Familien in der niedrigsten Einkommensklasse der Meinung, dass Politik und Verwaltung in Karlsruhe weniger stark (38,9 %) oder gar nicht (19 %) auf die Probleme und Wünsche der Familien eingehen. Neben dem Kindergeld, das allen Haushalten mit Kindern zusteht, nehmen 24,4 % aller Fami- lien eine oder mehrere Unterstützungsleistungen in Anspruch. Unter diesen Unterstützungs- 1 Da die Familien als Mehrpersonen-Haushalte in einer gemeinsamen wirtschaftlichen Haushaltsführung stehen, wurden die in der Umfrage angegeben Netto-Haushaushaltseinkommen in das gewichtete Pro-Kopf-Einkommen umgerechnet. Dadurch wird berücksichtigt, dass ein Haushaltsverband viele Güter des Alltags gemeinsam nutzt. Das sogenannte Netto-Äquivalenz-Einkommen (NÄE) berücksichtigt solche wirtschaftlichen Vorteile von Mehrpersonen- haushalten, insbesondere mit Kindern. Dabei wird dem ersten Erwachsenen im Haushalt ein Gewicht von 1,0 zuge- ordnet, weiteren Erwachsenen und Jugendlichen (ab 14 Jahren) ein Gewicht von 0,5, und jedem Kind (unter 14 Jahren) ein Gewicht von 0,3. Rechenbeispiel: Eine vierköpfige Familie mit zwei Kindern unter 14 Jahren und einem monatlichen Haushaltsnettoeinkommen von 2.500 Euro hat ein Pro-Kopf-Einkommen (NÄE) von 2.500/(1+0,5+0,3+0,3) = 1.190 Euro. Ergänzende Erläuterungen Seite 5 empfängern erhalten 43,4 % Elterngeld, 16,0 % Arbeitslosengeld II (Hartz IV), 14,5 % Zuschuss zur Kindergartenbetreuung, 9,6 % Wohngeld und 8,3 % Elterngeld Plus. 6,7 % der Karlsruher Haushalte mit Kindern beziehen Unterhaltsvorschuss, was unter den alleinerziehenden Haushal- ten einer Bezugsquote von über einem Viertel (28,5 %) entspricht. Weitere Themen Insgesamt werden in der vorliegenden Broschüre neben den ausgeführten Themen die allge- meinen Lebensverhältnisse von Familien mit Vorschulkindern und Schulkindern sowie detailliert die Wünsche zum Umfang und der Ausgestaltung des bestehenden Betreuungsangebots für Kinder analysiert. Eltern von aktuellen Viertklässler-Kindern wurden nach der voraussichtlich geplanten Betreuung gefragt, um auch hier weiterhin ein möglichst nachfrageorientiertes Be- treuungsangebot in der Stadt gewährleisten zu können. Erörtert werden auch die Bekanntheit verschiedener Angebote und Beratungsmöglichkeiten für Familien und die Wohnsituation und - zufriedenheit der Familien in Karlsruhe sowie Fragen zur Alltagsmobilität von Familien. Weitere Themenbereiche umfassen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und die Aufteilung der Er- werbs- und Haushaltsarbeit innerhalb der Familien. Außerdem konnten die Befragten mitteilen, wie aus ihrer Sicht die Familienfreundlichkeit in Karlsruhe verbessert werden kann. Abschließend ist festzuhalten, dass mehrere zentrale Einflussfaktoren für die Situation von Fami- lien in Karlsruhe maßgebend sind. Die Größe der Familie, der Bildungsabschluss, der Erwerbssta- tus und das Pro-Kopf-Einkommen sind hier Schlüssel. Ein gezieltes Augenmerk der Sozial- und Jugendbehörde hinsichtlich von Verteilungsmustern und Teilhabemöglichkeiten gilt weiterhin nicht erwerbstätigen/ in Elternzeit befindlichen Alleinerziehenden, Paaren in prekärer Erwerbsla- ge, Familien mit einem Pro-Kopf- Haushaltseinkommen von unter 1.000€ im Monat und aus- ländischen Familien. Beschluss: Antrag an den Gemeinderat Der Gemeinderat nimmt die Ergebnisse der Familienumfrage 2017 zur Kenntnis. Die Verwaltung wird die Ergebnisse in weiteren Infrastrukturplanungen im Bereich der Kinder- betreuung und der Schulen berücksichtigen.
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Niederschrift 50. Plenarsitzung Gemeinderat 15. Mai 2018, 15:30 Uhr öffentlich Bürgersaal, Rathaus Marktplatz Vorsitzender: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 13. Punkt 11 der Tagesordnung: Familienumfrage 2017 – Lebenssituation, Einschät- zungen und Kinderbetreuungsbedarf Vorlage: 2018/0248 Beschluss: Der Gemeinderat nimmt die Ergebnisse der Familienumfrage 2017 zur Kenntnis. Die Ver- waltung wird die Ergebnisse in weiteren Infrastrukturplanungen im Bereich der Kinderbe- treuung und der Schulen berücksichtigen. Abstimmungsergebnis: einstimmig zugestimmt Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 11 zur Behandlung auf und verweist auf die erfolgte Vorberatung im Jugendhilfeausschuss. Stadträtin Wiedemann (CDU): Im Hinblick auf die Zeit möchte ich meinen Beitrag etwas verkürzen. Die Familienumfrage 2017 beinhaltet unheimlich viele Sparten und Fragen. Die CDU bedankt sich ganz herzlich beim Amt für Stadtentwicklung für diese Umfrage, be- dankt sich aber auch bei den Haushalten, die geantwortet haben. Es war eine Online- Umfrage, das war neu. Der Fragenkatalog ist doch sehr vielfältig und sehr umfangreich. Daher wundert es mich doch, dass so viel Prozent eine Rückmeldung gegeben haben. Was ist auffällig an dieser Umfrage? Auffällig ist, dass Karlsruhe eine kinderfreundliche und eine liebenswerte Stadt ist. Die Menschen, die hier wohnen, sind zufrieden. Sie sind zufrie- den mit ihrem Wohnumfeld. Sie sind aber unzufrieden mit ihrer Wohnsituation. Das ist für uns nicht neu. Wir wissen selbst, dass die Wohnungsnot hier in Karlsruhe doch groß bzw. größer wird. Aber hier haben wir es noch einmal schriftlich, dass die Familien mit Kindern mit ihrem Wohnumfeld zufrieden sind, aber mit ihrer Wohnsituation nicht. Das heißt im Klartext, die Räumlichkeiten sind beengt. Sie sind unzureichend usw. – 2 – Der Kinderbetreuungsbedarf ist in Karlsruhe vorbildlich. Das haben wir auch in dieser Um- frage festgestellt. Weiter möchte ich noch darauf hinweisen, dass wir ein großes ehrenamt- liches Engagement von Familien haben. Das wissen wir auch, dass die Karlsruher ehren- amtlich sehr tätig sind. Wir wissen auch, dass die Ehrenamtlichkeit oftmals im schulischen und vorschulischen Bereich zu finden ist. Was auffällig ist, ist, dass das Auto von den Familien als am meisten benutztes Verkehrs- mittel genannt wird. Das ist auch nachvollziehbar. Denn die Hälfte der Familien, die berufs- tätig sind, müssen ihre Kinder zur Kindertagesstätte fahren und zur Schule bringen, damit sie rechtzeitig an ihrem Arbeitsplatz sind und damit sie auch wieder rechtzeitig da sind, um ihre Kinder abzuholen. Daher ist es schon bemerkenswert, dass das am häufigsten genutz- te Verkehrsmittel trotz des tollen ÖPNV das Auto ist. Karlsruhe wird da vielleicht doch et- was umdenken müssen und auch die Eltern, die ihre Kinder zur Schule fahren, nicht unbe- dingt so verdammen mit diesem Mütter-Taxi. Denn manchmal gibt es gar keine andere Möglichkeit, als sein Kind so zur Schule zu bringen. Weiterhin möchte ich sagen, dass die Sozial- und Jugendbehörde aus diesem Bericht vieles herausziehen kann, dass wir im Sozial- und im Jugendhilfeausschuss fast alles mitaufgrei- fen können. Ich muss sagen, einige Dinge haben mich doch sehr überrascht, als ich das gelesen habe. Ich denke, diese Familienumfrage sollte sich jeder einmal zu Gemüte führen, zumindest für den Stadtteil, in dem er wohnt. Stadträtin Melchien (SPD): Auch von Seiten der SPD-Fraktion zunächst unser herzliches Dankeschön an die Verwaltung für die Planung und Durchführung dieser Online- Vollerhebung, dieser erstmaligen Familienumfrage in diese Form. Vor allem aber auch, das hat meine Kollegin angesprochen, den zahlreichen Familien, die sich die Zeit genommen haben, mindestens eine halbe Stunde ihrer Zeit investiert haben, um uns diese wertvollen Rückmeldungen zu geben. Zu den Ergebnissen auch hier nur ganz kurz: Insgesamt sind wir froh über das zentrale Er- gebnis, dass der Großteil der Karlsruher Familien die Stadt als kinder- und familienfreund- lich einschätzt und auch relativ zufrieden ist, ob das jetzt am Umfeld, am ÖPNV oder an der Vielzahl unserer Angebote liegt. Wobei ich an der Stelle durchaus betonen möchte, dass eine geringere Zufriedenheit uns natürlich auch wertvolle Hinweise gibt, wie wir künf- tig Angebote gestalten müssen. Die zentrale Problematik wurde auch schon erwähnt. Es ist das Problem des bezahlbaren Wohnraums, das auch Familien am meisten betrifft. Wohn- raum für Familien in unserer Stadt ist knapp und teuer. Deswegen ist es auch richtig, hier einen Schwerpunkt kommunalpolitischen Handelns darauf zu legen, auch wenn wir nicht alles kommunal in der Hand haben. Ein besonderer Fokus liegt für uns auch in den Ergebnissen, die uns Familien rückspiegeln, die von Armut betroffen oder auch von Armut bedroht sind. Hier wollen wir noch intensi- ver mit den Ergebnissen arbeiten. Wir sind sehr dankbar, dass uns im Jugendhilfeausschuss zugesagt wurde, hier noch detaillierter in die Analyse zu gehen, gerade beispielsweise die Ergebnisse zu den Karlsruher Pässen noch genauer zu betrachten und zu überlegen, wie wir insbesondere Familien noch besser unterstützen können, aber auch den Bekanntheits- grad dieses wesentlichen Instruments der Armutsbekämpfung in Karlsruhe in der gesamten Stadtbevölkerung erhöhen können. Weil sich zum einen natürlich auch Situationen, Le- – 3 – benslagen verändern können und dann eine Betroffenheit entstehen kann, in der ich dann doch zum Berechtigten werde, oder auch wir alle natürlich als Multiplikatoren dienen, die- ses wertvolle Hilfsinstrument bekannt zu machen. Ein gutes Beispiel ist hier sicher die erst kürzlich ins Leben gerufene Armutskampagne des Stadtjugendausschusses, die entstigma- tisierend und auch alle Kräfte der Stadtgesellschaft bündelnd hier eine kreative Lösung auf- zeigt, wie man den Karlsruher Pass noch bekannter machen kann. Nachdenklich und auch betroffen macht uns als SPD-Fraktion die Rückmeldung, dass es in Karlsruhe Familien gibt, die sich unsere Ferienangebote nicht leisten können und deswegen nicht daran teilnehmen können. Hier wollen und müssen wir noch genauer hinschauen und gute Lösungen finden. Jedes Kind in unserer Stadt sollte das Recht auf gute Ferien haben, insbesondere auch die Familien müssen wir stärker in den Blick nehmen, die knapp über unseren Berechtigungsgrenzen liegen. Auch hier lohnt sich sicher noch einmal die Arbeit im Ausschuss. Abschließend noch ein Aspekt von Interesse. Für uns Stadträte aber auch für die Verwal- tung ist sicher, dass Eigen- und Fremdwahrnehmung oftmals auseinander gehen. Wir hät- ten die Fragen wahrscheinlich mehrheitlich anders beantwortet, ob auf Probleme oder Wünsche der Familien eingegangen wird hier in der Politik. Zumindest konnte ich kein wirklich gutes Zeugnis herauslesen aus der Rückmeldung. Das zeigt noch einmal, wie wich- tig eine gute Kommunikation ist, dass wir daran arbeiten können und auch auf Rückmel- dungen eingehen. Genau das tun wir mit der Umfrage. Deshalb in ich jetzt doch ein biss- chen genauer auf die Ergebnisse eingegangen. Unsere gemeinsame Aufgabe wird es nun sein, die Defizite, vor allem das Thema Wohnraum weiter entschlossen anzugehen, aber auch die Errungenschaften von Politik, Verwaltung und Stadtgesellschaft offensiver zu kommunizieren. Stadträtin Anlauf (GRÜNE): Die Familienumfrage halten wir für eine äußerst wertvolle Datensammlung. Vielen Dank dafür. Die Sozial- und Jugendbehörde, aber auch das Ord- nungsamt und das Gartenbauamt sind nun viel besser in der Lage, auf die Bedürfnisse der Familien einzugehen. Wichtige Rückschlüsse für die Praxis sind im Kapitel „Fazit der Sozial- und Jugendbehörde“ schon gezogen worden. Erfreulich ist, dass eine deutliche Mehrheit der Befragten Karlsruhe als familienfreundliche Stadt einschätzt und mit dem Wohnumfeld, mit den Spielplätzen und Grünflächen zufrieden ist, mit ein paar Ausnahmen. Die Spiel- plätze in Wolfartsweier und Oberreut werden viel zu wenig genutzt, nur von ungefähr 50 %. Auch da sind die Details immer wieder interessant. Als Widerspruch dazu erscheint die Aussage von 47 % der Befragten, Politik und Verwal- tung gehe weniger stark oder überhaupt nicht auf die Bedürfnisse der Familien ein, was Frau Melchien eben auch schon gesagt hat. 47 % ist eine beunruhigende Zahl. Für diese Aussage sehen wir als GRÜNE drei Themen als wesentlich an nach der Befragung. Erstens das Thema Wohnen: Ca. 50 % bezeichnen das Wohnangebot für Familien als schlecht. Hier muss dringend mehr getan werden. Die Wohnungsfrage ist deutlich die sozi- ale Frage Nummer 1 geworden. Die Situation in Karlsruhe wird sich noch weiter ver- schlechtern. Denn immer mehr Wohnungen fallen aus der Sozialbindung heraus. Trotz des hohen Engagements der Volkswohnung. – 4 – Das zweite Thema Sicherheit im Straßenverkehr wird von 63 % mittelmäßig bis schlecht bewertet. Auch ein auffallender Befund. Dabei werden verschiedene Punkte genannt, die verbessert werden sollten, wie z. B. die Verbesserung der Fahrradwege, Anbindung an den ÖPNV. Dann könnte man vielleicht auch die Anzahl der Autofahrer reduzieren. Interessan- terweise nannten 6,3 % die Parksituation von Autos auch als Problem. Von diesen 6,3 % wollen nur die Hälfte, also 3 %, mehr Parkplätze. 3 % der Befragten wollten mehr Park- plätze. Das dritte Thema Bekanntheitsgrad von Angeboten der Stadt. Sowohl der Karlsruher Pass als auch der Kinderpass sind in den untersten Einkommensgruppen rund einem Viertel der Familien nicht bekannt. Da muss man etwas tun. Die Frage ist, was. Fast ein Dritte der Al- leinerziehenden in Teilzeit kennt den Karlsruher Pass nicht. In der gleichen Befragung wird deutlich, dass Alleinerziehende in Teilzeit naturgemäß zum weit überwiegenden Teil zu den unteren Einkommensgruppen gehören. Der Aussage der Verwaltung im Fazit der Befragung stimmen wir zu, dass im nächsten Schritt nunmehr kleinteilige und aufsuchende Befragungen notwendig sind, um sich mit den einzelnen Gruppen genauer zu beschäftigen. Ich denke, dass auch die geplante Fort- schreibung der Leitlinien gegen Kinderarmut, die wir beantragt haben, durch die Befra- gung wertvolle Hinweise erhält, was gezielter getan werden kann und ebenso auch unser Antrag vor eineinhalb Jahren, nämlich dass die Situation Alleinerziehender genauer be- leuchtet wird. Für mich ist diese Umfrage zentral wichtig. Ich werde nur noch mit dieser Umfrage durch die Stadt gehen. Immer wieder erfährt man interessante neue Sachen. Stadtrat Braun (KULT): Auch ich möchte an dieser Stelle zunächst einmal allen Beteiligten für die vorliegende, sehr umfangreiche Familienumfrage danken, die uns unseren Hand- lungsbedarf für die Folgezeit ziemlich konkret aufzeigt. Einige Zahlen und Statistiken haben uns dann aber doch überrascht. Manche gar betroffen gemacht. Ich möchte Ihnen einige Beispiele nennen. Fast 1/3 aller jungen Familien, also die Familien unter 30 Jahren, sind mit ihrer Wohnsitua- tion entweder weniger zufrieden oder gänzlich unzufrieden. Die Gründe dafür sind klar, wir haben es auch schon gehört: Zu wenig Platz auf der einen Seite, zu teure Mieten auf der anderen Seite. Jungen Familien also ein attraktives adäquates Wohnangebot zu schaf- fen, wird weiterhin ein großes Schwerpunktthema bleiben, genauso, wie preiswerten Wohnraum zu schaffen und zu fördern. Als nächstes möchte ich auf die Beantwortung der Frage eingehen, für wie kinder- und familienfreundlich das Karlsruher Wohnangebot eingestuft wird. Hier haben das Angebot nur 1,3 % aller Befragten als sehr kinder- und familienfreundlich bewertet. Dagegen ste- hen knapp 88 %, die das Wohnangebot entweder mit mittelmäßig oder sogar mit schlecht bewerteten. Bei der Abfrage der Betreuungssituation fällt vor allem auf, wie viele Eltern zum gewünsch- ten Zeitpunkt keinen geeigneten Betreuungsplatz gefunden haben. Bei den unter 3jährigen sind es 39 %, bei den 3- bis 6jährigen noch 21 % und bei den Grundschulkindern sind es immerhin noch 15 %. Auch der Umstand, dass 10 % aller befragten Familien angeben, – 5 – sich für ihre Kinder keine Ferienbetreuung leisten zu können, obwohl sie vielleicht vonnö- ten wäre, sollte für eine soziale Stadt wie Karlsruhe nicht tragbar sein. Es müssen weitere Wege gefunden werden, auch diese verbliebenen 10 % auf unserem Weg mitzunehmen. Erschreckend, und damit möchte ich abschließen, sind auch die Nutzungs- und Bekannt- heitsgrade des Karlsruher Passes sowie des Kinderpasses. Beim Kinderpass geben 36 % an, den Pass gar nicht zu kennen. Von den Familien in prekären Erwerbslagen sind es immer noch 29 %, die keine Kenntnis vom Pass haben. Beim Karlsruher Pass sind es 50 % von allen Befragten, die ihn nicht kennen. Von den Befragten in prekären Erwerbslagen im- merhin noch 29 %. Die Verwaltung überprüft derzeit noch, wie bekannt die beiden Sozial- pässe bei den tatsächlich Leistungsberechtigten sind. Aber klar ist, meine Damen und Her- ren, dass auch hier Handlungsbedarf auf uns zukommen wird. Denn wir können erst dann zufrieden sein, wenn wirklich jeder Passberechtigte auch über das Angebot informiert ist. Ausliegende Informationen bei weiteren Beratungsangeboten reichen dafür nun einmal nicht aus. Stadtrat Høyem (FDP): Die Familienumfrage 2017 ist ganz nützlich, aber nicht überra- schend. Zwar bekommt man hier eine überschaubare Statistik, auch wenn eine Rücklauf- quote von 20,1 % vielleicht nicht richtig enttäuschend ist, muss man doch die Aussagen mit Vorsicht behandeln und nicht überbewerten. Aber falls jemand von uns 48 Stadträten von dieser Familienumfrage überrascht wäre, müsste man wahrscheinlich unseren Kontakt mit der Karlsruher Bevölkerung anzweifeln. Wir wissen, dass wir mehr bezahlbare Woh- nungen brauchen und dass wir uns alle Mühe geben, diese große Aufgabe Wohnungsnot vielleicht nicht zu lösen, aber doch zumindest zu verbessern. Etwas ratlos wird man, wie Herr Braun auch gesagt hat, wenn man liest, dass der Karlsruher Pass und auch der Kin- derpass in den wahrscheinlich anspruchsberechtigten Einkommensklassen zu über einem Viertel unbekannt sind. Wir Politiker diskutieren wieder und wieder den Kinderpass, aber offenbar sind wir nicht fähig, unseren guten Willen zielgerecht zu kommunizieren. Nur eine kleine Minderheit – das ist traurig -, rund 18 % ist der Meinung, dass die Politik und die Verwaltung auf die Wünsche und Probleme von Familien eingehen. Die Hälfte meint sogar, dass wir weniger stark oder überhaupt nicht auf die Problem und Wünsche der Familien eingehen. Das ist ganz bitter, wenn wir doch alle glauben, dass wir gerade dafür arbeiten. Wir meinen doch, dass Karlsruhe familienfreundlich ist. Aber es ist ganz deutlich, dass es nicht genug ist. Die FDP unterstützt, wie viele Kolleginnen und Kollegen hier im Gemeinderat, die Forderung nach kostengünstiger Betreuung der Kinder. Gleich- ermaßen möchten wir ausloten, welcher Service noch möglich ist, welche Formen der Fle- xibilisierung noch nicht ausgeschöpft sind. Wir müssen leider immer feststellen, dass es an flexiblen Angeboten mangelt. Sehr oft überschneidet beispielsweise die Arbeitszeit der El- tern die Öffnungszeiten der Institutionen. Danke für die Familienumfrage. Wir schätzen diese Arbeit. Aber überraschend ist es nicht, eher ernüchternd. Stadtrat Dr. Schmidt (AfD): Zunächst auch von unserer Seite herzlichen Dank allen El- tern, die hier Auskunft gegeben haben über teils sehr intime Dinge, wie die finanzielle Aus- stattung oder die eigene Lebenssituation, aber auch an die Verwaltung, die einige Punkte in dieser Vorlage noch einmal aufgegriffen hat. Das haben meine Vorredner schon alles beleuchtet. – 6 – Ich möchte an etwas anschließen, was Frau Melchien als einzige angesprochen hat, näm- lich die Sache mit den von Armut betroffenen Familien. Es steht in der Vorlage, dass 4.100 Familien hier in Karlsruhe zu diesem Kreis gehören. Im Gegensatz zu knapp 3.000 Familien, die bereits Hartz IV empfangen. Wir haben also 4.100 Familien, die wirklich alles tun, um nicht in Hartz IV abzurutschen. Ich finde, diese Familien müssen wir als Gemeinderat stär- ker in den Fokus nehmen. Familien, die alles tun, um sich selbst zu ernähren, um selbstbe- stimmt zu leben und nicht für weitere Ausgaben zu sorgen. Die müssen wir mehr unter- stützen. Dazu gehört auch, dass wir, wenn es um Wohnungen geht, mehr tun, um große Miet- wohnungen zu bezahlbaren Preisen zu fördern. Denn das ist das Problem bei uns in Deutschland, in unseren Großstädten. Insgesamt ist es so, dass Kinderreichtum das größte Armutsrisiko in Deutschland ist. Da kommen die Faktoren zusammen. Wenn man viele Kinder hat, muss das Geld, das man verdient, für viele Köpfe reichen. Von dem Geld, was hier steht, 500 Euro pro Kopf, muss noch die Miete bezahlt werden. Wenn ich viele Kinder habe, brauche ich eine große Wohnung. Große Wohnungen werden in den letzten Jahren in Karlsruhe immer wieder in zwei kleine aufgeteilt, einfach weil man dann mehr Miete bekommt. In den kleineren Wohnungen bekomme ich mehr Miete pro Quadratmeter. Das ist das Problem, das sagen viele Eltern, mit denen ich – weil ich selber Kinder habe in der Grundschule – oft zusammenkomme. Große Wohnungen gibt es zu wenig. Ich finde, das sollten wir einmal gemeinsam angehen als Gemeinderat. Große, bezahlbare Wohnungen für Familien, die diese brauchen. Stadtrat Fostiropoulos (Die Linke): Wir haben als Linke den Karlsruher Pass, den Kin- derpass mitunterstützt, Anträge miteingebracht, um ihn auf den Weg zu bringen. Das ist alles prima. Dennoch müssen wir in so einer Debatte auch die Debatte führen, warum brauchen wir solche Pässe. Warum brauchen wir im reichsten Land Europas solche Unter- stützungen, die ein gewisses Almosen darstellen? Auch eine gewisse Art von Demütigun- gen von Personen, die sagen, ich bin bedürftig, ich halte jetzt die Hand auf und ich be- komme noch etwas. Das wird überhaupt nicht angesprochen, nicht diskutiert. Ich denke aber, es muss gemeinsam mit diesen Analysen diskutiert werden. Es wird immer wieder – auch hier im Hause – die Wohnungsnot benannt. Aber seit mindestens 12 Jahren, seit vie- len Haushalten, führen wir diese Debatte. Seit vielen Haushalten wissen wir, dass die Miet- preisbindungen fast nicht mehr existieren in Karlsruhe. Die nehmen Jahr für Jahr ab. Wir haben nichts getan, um diese wieder aufzubauen. Wenn es eben nicht durch die Kommu- ne, durch das Land, durch den Bund Unterstützungen gibt, damit die Mieten für Personen mit kleinem Einkommen niedrig bleiben, dann wird es nicht passieren. Der Markt kann das nicht regeln. Da braucht es auch kein Gemurre. Aber ich denke, dieses Papier hier, die Analysen stellen doch fest, dass es Menschen gibt, die diese Mieten nicht bezahlen kön- nen, dass es Bedürftigkeit gibt. Warum geben wir Almosen? Warum versuchen wir nicht, Mieten herabzusetzen? Das ist der eine Punkt. Der zweite Punkt: Es wird immer genannt, die Arbeitslosigkeit ist stark zurückgegangen. Das ist doch unwahr. Wer hat die Anne-Will-Sendung geschaut? Wer nicht die Papiere des Arbeitsamtes bis zum Schluss durchliest, sondern nur die erste Seite, hat vielleicht Anne Will gesehen. 6 Millionen Menschen beziehen Arbeitslosgengeld II, weil sie nicht von ihrer Arbeit leben können, von einer Vollzeitarbeit, weil sie mit zwei, drei Minijobs leben. Wie kann es in diesem Land so sein? Warum bemühen wir uns nicht – ich weiß, wir sollten – 7 – Land und Bund mit hinein holen, bin ich sehr dafür -, Tageseinrichtungen so zur Verfügung zu stellen, dass auch die Menschen mit kleinem Einkommen ihre Kinder dorthin bringen können? Nicht Aufbewahrungsanstalten sondern Bildungsanstalten. In anderen Ländern ist der Zeitraum von 1 – 6 Jahren ein Bildungsauftrag. Bei uns heißt es, Kita hat nichts mit dem kostenlosen Schulsystem zu tun. Warum eigentlich? Warum bemühen wir uns nicht, diese hochwertigen Tageseinrichtungen mit pädagogischem Personal zu haben, diese kos- tenfrei anzubieten, damit keine neuen Hartz-IV-Kinder entstehen, damit sie die Bildung schaffen. Gerade in der digitalisierten Welt brauchen wir Menschen mit hochkarätiger Bil- dung. Warum lassen wir das als Kommune zu? Warum machen wir nicht Druck gegenüber dem Land und dem Bund, dass hier mehr Mittel zur Verfügung gestellt werden? Warum nutzen wir nicht unsere eigenen Ressourcen, die wir haben? Wir investieren in andere Leuchtturmprojekte. Warum nutzen wir sie nicht, um genau zu verhindern, dass es mehr Hartz-IV-Menschen gibt? Weil die über die mangelnden Kitas, die kostenfreien, die qualita- tiv hochwertigen, zu solchen werden. Wenn wir so eine Umfrage haben, und wenn wir gute, positive Dinge haben, die zurück- gemeldet werden, sollten wir genau einmal dahin schauen, wo Menschen sich vielleicht gar nicht so äußern, und uns fragen, warum gibt es so viele Bedürftige, auch in unserer Stadt? Diese Frage wird nicht beantwortet. Da weicht man aus. Man macht Armutsberich- te, schaut aber nicht, wo das Geld steckt, um zu sagen, da müssen wir hinlangen, damit wir das andere finanzieren können. Nein, wir investieren lieber in falsche Leuchtturmpro- jekte. Bürgermeister Lenz: Es besteht jetzt ein kleines Missverständnis. Natürlich und Gott sei Dank kennen nicht alle, die hier online geantwortet haben, den Karlsruher Pass und den Karlsruher Kinderpass. Da liegt eigentlich schon die Erklärung. Viele kennen den Pass nicht, weil sie nicht Hartz-IV-abhängig sind. Jetzt habe ich es schon im Jugendhilfeausschuss er- klärt und freihändig die Zahlen aus dem Kopf gesagt, habe mich gestern noch einmal mit dem Stadtjugendausschuss zusammengesetzt und bringe Ihnen jetzt noch einmal die rei- nen Daten mit. Wir werden es auch noch weiter verfeinern. Dafür war jetzt nicht die Zeit. Warum konnte ich die Zahlen relativ auswendig? Weil wir genau vor einer Woche die Sozi- alregiontagung hatten. Bundesweit einmalig, über die Stadtgrenze hinaus haben wir mit den anrainenden Kommunen gemeinsam diesen Pass und werden dafür in Deutschland nicht nur beachtet sondern auch beneidet. Jetzt noch einmal die Fakten genau: Ich habe im Jugendhilfeausschuss gesagt, es gibt ca. 4.500 Kinder, die Hartz-IV-Bezieher oder –Bezieherinnen sind. Wir verkaufen aber 5.500 Pässe. Wo kommt das her? Weil bei uns auch wohngeldberechtigte Haushalte und auch, wer 10 % darüber liegt, berechtigt ist. Auch das machen wir schon seit Jahr und Tag, dass wir nicht strikt die Einkommensgrenze halten, Herr Stadtrat Fostiropoulos. Daran sehen Sie schon, ohne dass ich das Ihnen jetzt noch weiter darlegen muss, dass wir mindestens 80 oder 90 % der Kinder der entsprechenden SGB-II-Haushalte erreichen. Warum ist das so? Weil das Bildungs- und Teilhabepaket eingeführt wurde durch den Bund (Vorbild Karlsru- he). Da die natürlich mit dem Bildungs- und Teilhabepaket sehr eng mit unserer Verwal- tung, mit dem JobCenter in Kontakt sind, ist es auch fast unmöglich, für SGB-II-Haushalte unseren „Werbestrategien“ zu entgehen. Sie wissen alle, Herr Stadtrat Fostiropoulos, wie entstigmatisierend gerade unser Stadtjugendausschuss als einziger Stadtjugendring in Deutschland diese Sozialleistung nicht nur ausbezahlt sondern unheimlich kreativ, Frau – 8 – Stadträtin Melchien sprach die Ferienangebote an, immer wieder den Pass fortentwickelt. Insofern machen wir das natürlich noch einmal zu einem Schwerpunktthema. Dann be- kommen Sie genau die Auflistung, wieviel Wohngeldbezieher, wieviel über dem Satz sind, insbesondere Alleinerziehende usw. Ganz wichtig, jetzt kommt der Höhepunkt, es sind 4.300 Kinder. Im Ausschuss hatte ich von 4.500 gesprochen. Das war eine Stichtagszahl. Jetzt ist es tagesaktuell. Jetzt kommt das Entscheidende, als Hartz IV gestartet ist, hatten wir 5.500 Kinder in Kinderarmut, ge- messen an SGB-II. Die 25 % Rückgang machen niemanden zufrieden. Keine Frage, aber immerhin, sie sind deutlich zurückgegangen. Der Vorsitzende: Ich möchte noch einmal darauf hinweisen, dass es zwar richtig ist, dass die Zahl der Wohnungen mit Mietpreisbindung in den letzten Jahren zurückgegangen ist, aber durch die gleichzeitigen Investitionen dank Ihres kommunalen Wohnungsbaupro- gramms und der entsprechenden Bindungen über KAI und KaWoF haben wir seit letztem Jahr den Turnaround. Die Zahl der gebundenen Wohnungen steigt seit letztem Jahr wieder an in Karlsruhe. Das geht aus einer Statistik hervor, die wir bei dem großen Treffen mit den verschiedenen Wohnungsorganisationen dargestellt haben. Die müsste Ihnen auch vorlie- gen. Es ist auch falsch, gerade arme Menschen können sich in Karlsruhe eine Kita leisten, weil nämlich, wie im Bundesgesetz geregelt, die entsprechenden Kosten von der wirtschaftli- chen Jugendhilfe übernommen werden. Das auch noch einmal zur Klarstellung. Zu den Zahlen, Frau Stadträtin Wiedemann, die Sie angesprochen haben: Mit 85,2 % steht in Haushalten mit Kindern überdurchschnittlich oft ein Auto zur Verfügung. Trotzdem ist das Auto nur in 49,9 % der Fälle das häufigste Verkehrsmittel. Das steht alles auf S. 76. Das war mir noch einmal wichtig. Trotzdem werden nur 12,1 % der Kinder in der Grund- schule und 4,7 % der Kinder in weiterführenden Schulen mit dem Auto zur Schule ge- bracht. Also ein aus meiner Sicht eher deutlich unterdurchschnittlicher Wert, wenn man sich auf der anderen Seite anschaut, wie viele Autos in den Haushalten vorhanden sind. Dann haben wir das soweit abgearbeitet und kommen jetzt zur Entscheidung. – Das ist eine einstimmige Zurkenntnisnahme. Sie sind auch damit einverstanden, dass wir das zur Grundlage weiterer politischer Entwicklungen in dem Bereich machen. Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt – Ratsangelegenheiten 5. Juni 2018