Ergebnisse der Wohnraumstudie der Region Mittlerer Oberrhein

Vorlage: 2018/0210
Art: Beschlussvorlage
Datum: 09.04.2018
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Amt für Stadtentwicklung
Erwähnte Stadtteile: Keine Angaben

Beratungen

  • Hauptausschuss (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 11.09.2018

    TOP: 4

    Rolle: Entscheidung

    Ergebnis: Kenntnisnahme

Zusätzliche Dateien

  • TOP 4 Ergebnisse Wohnraumstudie in der Region Mittlerer Oberrhein
    Extrahierter Text

    Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister BESCHLUSSVORLAGE Vorlage Nr.: Verantwortlich: 2018/0210 Dez. 2 Ergebnisse der Wohnraumstudie in der Region Mittlerer Oberrhein Beratungsfolge dieser Vorlage Gremium Termin TOP ö nö Ergebnis Hauptausschuss 11.09.2018 4 X Beschlussantrag Der Hauptausschuss nimmt die Ergebnisse der Wohnraumstudie des Regionalverbands Mittlerer Oberrhein „Wohnverhältnisse und Umzugsabsichten in der Region Mittlerer Oberrhein“ und die sich daraus ergebende Auswertung für den Stadtkreis Karlsruhe zur Kenntnis. Finanzielle Auswirkungen Gesamtkosten der Maß- nahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatorischen Kosten abzügl. Fol- geerträge und Folgeeinsparungen) Ja Nein 100.000 Euro in 2017/2018 15.000 Euro Land BW 56.000 Euro RVMO – Haushaltsmittel sind dauerhaft im Budget vorhanden Ja Nein Die Finanzierung wird auf Dauer wie folgt sichergestellt und ist in den ergänzenden Erläuterungen auszuführen: Durch Wegfall bestehender Aufgaben (Aufgabenkritik) Umschichtungen innerhalb des Dezernates Der Gemeinderat beschließt die Maßnahme im gesamtstädtischen Interesse und stimmt einer Etatisierung in den Folgejahren zu IQ-relevant X Nein Ja Korridorthema: Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) X Nein Ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften X Nein Ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Der Regionalverband Mittlerer Oberrhein hat in einem Kooperationsprojekt mit der Stadt Karls- ruhe eine Wohnraumstudie im gesamten Raum Mittlerer Oberrhein zum Thema „Wohnverhält- nisse und Umzugsabsichten in der Region Mittlerer Oberrhein“ durchgeführt. Dazu stellte der Regionalverband MOR einen Förderantrag beim baden-württembergischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau im Förderprogramm „Flächen gewinnen durch Innen- entwicklung“, der im Januar 2017 mit 15.000,- Euro positiv beschieden wurde. Hintergrund ist die zunehmende Nachfrage nach Wohnraum in Verbindung mit einem angespannten Woh- nungsmarkt nicht nur in Karlsruhe, sondern auch weit in die Region hinaus. Die Ergebnisse sol- len als Entscheidungshilfe bei der Wohnraumentwicklung dienen und auf andere baden- württembergische Regionen übertragbar sein. Außerdem finden die Ergebnisse Eingang im Rahmen der Wohnraum-Allianz des Landes und in die Anstrengungen der Stadt Karlsruhe zur verstärkten Bereitstellung von Siedlungsflächen für den Wohnungsbau. In einer repräsentativen Telefonumfrage in allen Gemeinden der Landkreise Karlsruhe und Ras- tatt sowie in den Stadtkreisen Baden-Baden und Karlsruhe wurden über 6.000 repräsentativ ausgewählte Haushalte im Zeitraum von Juni bis September 2017 befragt: - Wie die derzeitigen Wohnverhältnisse in der Region gestaltet sind – hinsichtlich Wohnstatus, Wohnform, Wohnzufriedenheiten, Wohnungsausstattung und Modernisierungsstand der Wohnungen in Abhängigkeit von der Haushaltsstruktur und der Stellung des Haushalts im Lebenszyklus. - Wie derzeit die wohnbegleitenden Infrastrukturausstattungen und –anforderungen aus Sicht der Bevölkerung ausgeprägt sind (Geschäfte zur Nahversorgung, Schulen, Kindergär- ten usw.). - Ob, wo und bei welchen Bevölkerungsgruppen in den kommenden zwei Jahren Umzugsab- sichten bestehen und welche Faktoren den Umzug bestimmen – hinsichtlich angestrebtem Wohnstatus, Wohnformen und Wohnlagen. - Welche Einflussfaktoren bei kürzlich Umgezogenen den neuen Wohnstandort wesentlich beeinflusst haben. - In welchem Umfang die alternde Bevölkerung (Befragte im Alter von über 55 Jahren) an ihren bisherigen Einfamilienhäusern/großen Wohnungen festhält. Der Regionalverband Mittlerer Oberrhein hat gemeinsam mit Staatssekretärin Katrin Schütz, Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau des Landes Baden-Württemberg, sowie der Stadt Karlsruhe eine Veranstaltung mit der politischen Ebene der Region sowie den Woh- nungsmarktakteuren am 24. Juli 2018 in Karlsruhe durchgeführt. Die wichtigsten Ergebnisse aus der Wohnraumstudie sind im Folgenden angefügt: Kurzfassung zu I. und II. (Seite3): I. Zusammenfassung, Fazit und Handlungsempfehlungen aus der Veröffentlichung des Regionalverbands Mittlerer Oberrhein (Seite 4) und II. eine spezielle Auswertung der Ergebnisse für die Stadt Karlsruhe mit Fazit (Seite 8). Ergänzende Erläuterungen Seite 3 Kurzfassung zu I.: Ergebnisse der Veröffentlichung „Wohnverhältnisse und Umzugsabsichten in der Region Mittlerer Oberrhein“ des Regionalverbands Mittlerer Oberrhein Die Ergebnisse der Regionsumfrage zeigen sehr deutlich, dass die Region Mittlerer Oberrhein mit der Großstadt Karlsruhe eine attraktive, dynamische Wachstumsregion ist, mit deren Wohn- situation die Bewohner hoch zufrieden sind. Mit der eigenen Wohnsituation sowie mit dem Wohnumfeld ist eine überwältigende Mehrheit von über 98 % der befragten Haushalte „sehr zufrieden“ oder „zufrieden“. Bei der Beurteilung der Qualität des Wohnumfeldes spielt die Er- reichbarkeit verschiedener Infrastruktureinrichtungen, wie Nahversorgung, ärztliche Dienstleis- tungen sowie Gastronomie und Freizeiteinrichtungen eine wichtige Rolle. Berufstätige Einpersonenhaushalte leben häufiger in Mehrfamilienhäusern zur Miete und sie bewohnen kleinere Wohnungen in den größeren Städten. Familien mit Kindern zeigen eine deutliche Tendenz zu Ein- und Zweifamilienhäusern im Eigenbesitz. In den geringer verdichte- ten, peripheren Lagen der Region Mittlerer Oberrhein werden geringere Kaltmieten aufgerufen als in den verdichteten Lagen. Dagegen sind die Mittelstädte im Durchschnitt teurer als die Großstadt Karlsruhe oder kleinere Gemeinden. Nur einer von zehn Haushalten sieht Modernisierungsbedarf in der aktuell bewohnten Woh- nung oder dem Haus. Mieter sind dabei kaum schlechter gestellt als die Bewohner von Eigen- tum. Eine gute funktionale Ausstattung, gute Erreichbarkeiten sowie eine niedrigere Bebau- ungsdichte wirken sich positiver auf die Zufriedenheit mit der Wohnsituation aus als die Art der Immobilie oder der Modernisierungsstand. Altersgerechtes Wohnen wird von Eigentümern und Mietern unterschiedlich eingeschätzt. Wäh- rend über 90 % der Haushalte von über 55-Jährigen die im Eigentum leben, auch im hohen Alter vorhaben, in ihren jetzigen Wohnungen wohnen zu bleiben und die eventuell dafür nöti- gen Umbaumaßnahmen durchzuführen, sind dies bei Mietern nur etwa zwei Drittel. Die am häufigsten genannten Umbaumaßnahmen sind der barrierefreie Umbau der Sanitärbereiche und Hilfen zum Überwinden der Treppen. Kurzfassung zu II.: Auswertung der Ergebnisse für die Stadt Karlsruhe Die Wohnzufriedenheit der Karlsruher Bürgerinnen und Bürger ist sehr hoch. Im Vergleich mit den übrigen Kreisen und Kommunen in der Region Mittlerer Oberrhein belegt Karlsruhe hierbei einen Spitzenplatz. Auch im Hinblick auf die Erreichbarkeit und die Versorgung mit Lebensmit- teleinzelhandel, medizinischen Dienstleistungen, Bildungs- und Kinderbetreuungseinrichtungen sowie öffentlichem Nahverkehr sticht die Fächerstadt positiv aus den übrigen Gebietskörper- schaften in der Region hervor. Zum großen Teil resultiert daraus sicherlich auch der sehr hohe Anteil an Haushalten, die trotz Umzugswunsch unbedingt in Karlsruhe wohnen bleiben möch- ten. Nachholbedarf besteht auf dem Karlsruher Wohnungsmarkt hingegen in Sachen Moderni- sierung des Wohnungsbestands. Hier schneidet die Fächerstadt im regionalen Vergleich eher unterdurchschnittlich ab. Ebenfalls etwas kritischer als der Regionsdurchschnitt beurteilen die Befragten die Wohnumfeldqualitäten in Karlsruhe in Bezug auf Lärmbelästigung, Luftqualität sowie Ordnung, Sicherheit und Sauberkeit. Die Dynamik im Wohnungsneubau ist im Stadtkreis Karlsruhe geringer als in den Landkreisen Rastatt und Karlsruhe, wobei die Zahl der Baufertigstellungen in der Fächerstadt entgegen dem Trend in der übrigen Region jährlich rückläufig ist. Das Mietniveau ist in der Stadt Karlsruhe sowohl im Bereich der Neuvertragsmieten als auch bei den Bestandsmieten etwas geringer als in den übrigen Kreisen in der Region. Ergänzende Erläuterungen Seite 4 Auszug aus der Veröffentlichung des Regionalverbands Mittlerer Oberrhein: “Wohnverhältnisse und Umzugsabsichten in der Region Mittlerer Oberrhein” 1. Zusammenfassung: Prosperierende Wachstumsregion Die Region Mittlerer Oberrhein zählt zu den Zentren der Wissensgesellschaft. In nahezu allen Gemeinden, vor allem aber in den urbanen Verdichtungsräumen sowie der Stadt Karlsruhe und deren Umland, wachsen die Einwohnerzahlen. Da der natürliche Saldo negativ ist, tragen Zuzü- ge aus anderen Regionen, insbesondere dem EU-Ausland, dazu bei. Überwiegende Wohnform in der Region ist das Einfamilienhaus Während regionsweit betrachtet das Einfamilienhaus die häufigste Wohnform ist, differenziert sich die Wohnform in der Großstadt Karlsruhe und den Mittelstädten weiter aus. Der Anteil an Haushalten, die in freistehenden Ein- und Zweifamilienhäusern oder in Doppel- und Reihenhäu- sern wohnen, ist in den Kleinstädten und kleineren Gemeinden am höchsten (über zwei Drittel). Mit zunehmender Stadtgröße und zentralörtlicher Funktion nimmt ihr Anteil ab. In Karlsruhe ist der Anteil an Haushalten, die in größeren Mehrfamilienhäusern wohnen, am höchsten (rund 30 %). Einpersonenhaushalte gehören zum klassischen Mieterklientel Vollzeit berufstätige Einpersonenhaushalte leben häufiger in Mehrfamilienhäusern zur Miete und sie bewohnen kleinere Wohnungen in den größeren Städten. Familien mit Kindern zeigen eine deutliche Tendenz zu Ein- und Zweifamilienhäusern, die sich auch häufiger im Eigenbesitz befinden. Kaltmieten sind in peripheren Lagen günstiger, in verdichteten Lagen höher In den geringer verdichteten, peripheren Lagen der Region werden geringere Kaltmieten aufge- rufen als in den verdichteten Lagen. Deutlich wird bei der Betrachtung, dass die funktionale Ausstattung des Wohnortes weniger Einfluss auf die Mietpreise hat, als die großräumige Lage. Die Mittelstädte sind im Durchschnitt teurer als die Großstadt Karlsruhe oder kleinere Gemein- den. Am günstigsten sind die Städte und Gemeinden ohne zentralörtliche Funktion. In den gängigen Mietwohnungssegmenten ist ein Gefälle von der Großstadt hin zu den Randlagen feststellbar. Die Größe und die spezifische Ausdifferenzierung des Angebotes schlagen sich in den Durchschnittswerten nieder. Es besteht kein Modernisierungsstau Fast die Hälfte der befragten Haushalte wohnt in Immobilien, die in den letzten fünf Jahren modernisiert wurden. Nur einer von zehn Haushalten sieht Modernisierungsbedarf in der aktuell bewohnten Wohnung oder dem Haus. Mieter sind dabei kaum schlechter gestellt als die Be- wohner von Eigentum. Zwar sind gemietete Wohnungen und Häuser etwas seltener moderni- siert, den Mietern blieben aber keine konkreten Modernisierungsmaßnahmen vorenthalten. Senioren und Ausländer gehören zu den Bevölkerungsgruppen, die seltener in modernisierten Wohnungen oder Häusern leben. Hohe Zufriedenheit mit der Wohnsituation in der gesamten Region Die meisten der befragten Haushalte geben an, mit ihrer Wohnsituation „sehr zufrieden“ oder „zufrieden“ zu sein (insgesamt 98,9 %). Nur 1,1 % sind mit ihrer Wohnsituation „weniger zu- frieden“ oder „nicht zufrieden“. Auf diese Zufriedenheitswerte wirkt sich das Umfeld der Woh- Ergänzende Erläuterungen Seite 5 nung stärker aus als die Art und Qualität der Immobilie selbst. Eine gute funktionale Ausstat- tung, gute Erreichbarkeiten sowie eine niedrigere Bebauungsdichte wirken sich positiver auf die Zufriedenheit mit der Wohnsituation aus als die Art der Immobilie oder der Modernisierungs- stand. Allerdings sind selbst bei geschlossener Bebauung nur insgesamt 4 % der befragten Haushalte „weniger zufrieden“ oder „nicht zufrieden“ mit der Wohnsituation. Ebenfalls hohe Zufriedenheit mit dem Wohnumfeld Mit dem Wohnumfeld sind insgesamt 98,0 % der befragten Haushalte „sehr zufrieden“ oder „zufrieden“. Nur 2,0 % sind mit ihrem Wohnumfeld „weniger zufrieden“ oder „nicht zufrie- den“. Bei der Beurteilung der Qualität des Wohnumfeldes spielt die Erreichbarkeit verschiedener Infrastruktureinrichtungen (unter anderem Nahversorgung, ärztliche Dienstleistungen sowie Gastronomie und Freizeiteinrichtungen) eine wichtige Rolle. Im näheren Umfeld der Wohnung finden mehr als zwei Drittel der befragten Haushalte Ge- schäfte und Dienstleistungen des täglichen Bedarfs. Der PKW ist allerdings trotzdem das wich- tigste Verkehrsmittel in Alltag. Der öffentliche Nahverkehr (ÖPNV) erreicht nur bei Berufspend- lern einen nennenswerten Anteil von etwa 10 %. Bei der gezielten Befragung von Familien mit Kindern unter 18 Jahren wird deutlich, dass die Erreichbarkeit von weiterführenden Schulen die Zufriedenheit in den schlechter ausgestatteten Randlagen negativ beeinträchtigt. Fußläufige Erreichbarkeiten beeinflussen Zufriedenheit mit dem unmittelbaren Woh- numfeld Bei der fußläufigen Erreichbarkeit von Versorgungseinrichtungen schneiden die Stadtkreise und die Mittelstädte besser ab als die kleineren Städte und Gemeinden, was sich mit der höheren Dichte an Einrichtungen erklären lässt. Dementsprechend ist auch der Anteil der Befragten, die mit ihrem Wohnumfeld „sehr zufrieden“ sind, in Stadtkreisen höher als in Landkreisen. Das Einkommen beeinflusst die Zufriedenheit mit dem Wohnumfeld positiv Haushalte mit hohen Pro-Kopf-Einkommen bewerten ihr Wohnumfeld besser als Haushalte mit geringeren Pro-Kopf-Einkommen. In Bereichen mit eigentlich guter Ausstattung treten bei ein- kommensschwächeren Haushalten niedrigere Zufriedenheiten mit dem Wohnumfeld auf. Sie können sich die bevorzugten Lagen nicht leisten oder sind aus Einkommensgründen mit dem lokalen Versorgungsangebot nicht zufrieden. Urbane Dichte wird altersspezifisch differenziert bewertet Aus der genaueren Betrachtung von Zufriedenheit und Wohnumfeld ergibt sich, dass die Dichte von Bebauung und Versorgungseinrichtungen altersspezifisch differenziert beurteilt wird. Eine sorgfältige Abwägung sollte Teil der Planung bei Stadt- und Regionalentwicklung werden, um qualifizierte Dichten in Wohnquartieren herzustellen. Fußläufige Erreichbarkeiten sind wichtige Determinanten für die Zufriedenheit mit dem Wohnumfeld von über 55-Jährigen Innerhalb der Region besteht bei Haushalten älterer Menschen ein starkes Nord-Süd-Gefälle bei wiederum hohen Zufriedenheitswerten. Gebiete in der Rheinebene treten besonders positiv hervor. Rund 70 % der befragten Haushalte von über 55-Jährigen können Geschäfte des tägli- chen Bedarfs zu Fuß erreichen. In Gebieten mit schlechten fußläufigen Erreichbarkeiten von Lebensmittelgeschäften und Ärzten (Gernsbach/Forbach, Kraichtal/Östringen GVV Durmers- heim), fallen die Zufriedenheitswerte sehr deutlich ab. Geringe Umzugsbereitschaft bei älteren Menschen Über 90 % der Haushalte von über 55-Jährigen, die im Eigentum leben, haben auch im hohen Alter vor, in ihren jetzigen Wohnungen wohnen zu bleiben und die eventuell dafür nötigen Ergänzende Erläuterungen Seite 6 Umbaumaßnahmen durchzuführen. Bei Mietern beträgt der Anteil, der beabsichtigt, auch im hohen Alter in der aktuellen Wohnung zu bleiben, etwa zwei Drittel. Die am häufigsten ge- nannten Umbaumaßnahmen sind der barrierefreie Umbau der Sanitärbereiche und Hilfen zum Überwinden der Treppen. Wunsch nach Wohneigentum ist häufigstes Umzugsmotiv Der häufigste Grund für einen Umzug ist der Wunsch nach Wohneigentum. Bewohner, die nach dem Umzug in einem der beiden Landkreise leben, äußern das häufiger als Bewohner der Stadtkreise. Familien mit Kindern unter 18 Jahren machen einen großen Teil der in den letzten drei Jahren umgezogenen Haushalte aus. Der Anteil der Senioren und älteren Alleinlebenden ist relativ ge- ring. Geänderte Lebensbedingen, wie Familiennachwuchs oder der Auszug aus dem Elternhaus, sind ebenfalls häufige Gründe für einen geplanten oder zurückliegenden Umzug. Die gesuchten Immobilien unterscheiden sich stark nach dem Umzugsmotiv oder der Stellung im Lebenszyklus. Junge Menschen (18- bis unter 30-Jährige) suchen eher kleinere Mietwohnungen, wohingegen Familien eine Tendenz zum eigenen Haus zeigen. Allen Haushaltstypen gemeinsam bleibt, dass die neue Wohnung oder das neue Haus über einen Balkon oder eine Terrasse verfügen sollte. Große Lokalverbundenheit Die meisten der Umzüge erfolgen über kurze Distanzen und finden innerhalb des gleichen Stadt- oder Landkreises statt (77 %). Tatsächlich würde die Mehrzahl der Haushalte auch gerne im Umfeld ihres bisherigen Wohnstandortes weiter leben. Wohnungsmarkteffizienz Nahezu alle in den letzten drei Jahren umgezogenen Haushalte (etwa 96 %) konnten ihren Wunschstandort realisieren. Das deutet auf eine hohe Effizienz des Wohnungsmarktes hin oder bedeutet, dass Wohnstandorte nur bei entsprechend passenden Möglichkeiten verlagert wer- den (Zwanglosigkeit). Nur etwa einer von zehn Haushalten gibt an, Probleme bei der Woh- nungssuche gehabt zu haben. Die häufigsten Probleme betreffen die Preise, die für den Kauf oder die Miete der gesuchten Immobilie aufgerufen wurden. 2. Fazit und Handlungsempfehlungen Die Ergebnisse der Regionsumfrage zeigen sehr deutlich, dass die Region Mittlerer Oberrhein mit der Großstadt Karlsruhe eine attraktive, dynamische Wachstumsregion ist, mit deren Wohn- situation die Bewohner hoch zufrieden sind. Das Oberzentrum Karlsruhe besitzt als Wohn- standort eine sehr hohe Attraktivität. Die Zufriedenheiten mit dem Wohnumfeld steigen mit der Nähe zur Großstadt an, erreichen in den Stadtteilen am Stadtrand (ausgenommen Großwohn- siedlungen) ihre Höchstwerte und fallen in den zentralen und hoch verdichteten Stadtteilen wieder leicht. Ungebrochen ist die Beliebtheit des Oberzentrums Karlsruhe bei jungen Erwachsenen (meist Studentinnen und Studenten) und gut ausgebildeten Alleinstehenden. Verantwortlich dafür sind neben der Nähe zu den höheren Bildungseinrichtungen auch der größere und ausdifferenzierte- re Mietwohnungsmarkt. Während Studierende in der Regel auf beides angewiesen sind, spielt bei Berufseinsteigern sowie berufstätigen Alleinstehenden die Flexibilität für einfache berufsbe- dingte Ortwechsel eine zusätzliche Rolle. Standorte mit großen Mietwohnungsmärkten, in der Region Mittlerer Oberrhein hauptsächlich die Stadt Karlsruhe, fungieren auch als Übergangs- standorte für Fernwanderer, bis ein passender, dauerhafter Wohnstandort gefunden ist. Ergänzende Erläuterungen Seite 7 Auch in der Region verzeichnen die an Karlsruhe angrenzenden Gemeinden und Kommunen mit guter ÖPNV-Anbindung seit Jahren eine hohe Neubautätigkeit und steigende Einwohner- zahlen. Tatsächlich gibt es in den Gemeinden und Ortsteilen Disparitäten in der Wohnattraktivi- tät, die von der Infrastrukturausstattung und -erreichbarkeit gesteuert werden. Die Unterschiede bei der Zufriedenheit liegen aber auf einem sehr hohen Niveau, sodass davon ausgegangen werden kann, dass die festgestellten Disparitäten nur selten die Persistenz der Lokalverbunden- heit der Bewohner zu ihrem Wohnstandort übertreffen und einen ausschlaggebenden Faktor für einen Umzug darstellen. Denn obwohl sich in Teilen der Region (Gernsbach/Forbach, Kraich- tal/Östringen oder in der GVV Durmersheim) teilweise systematisch schlechtere Erreichbarkeiten feststellen lassen, wollen die dortigen Bewohner mehrheitlich auch gerne weiter dort wohnen bleiben. Für den Erfolg eines Wohnstandortes scheinen zwei gegensätzliche Faktoren verantwortlich zu sein. Zum einen wäre das die urbane Dichte, die eine wirtschaftliche Tragfähigkeit von Geschäf- ten und Dienstleistungen zur Nahversorgung und des täglichen Bedarfs, öffentlicher Güter und Dienstleistungen sowie weiterer Infrastruktur ermöglichen oder deren Angebot verbessern. Je leichter wichtige Einrichtungen, wie Lebensmittelgeschäfte oder Schulen, an einem Wohn- standort zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu erreichen sind, umso zufriedener sind in der Regel dessen Bewohner. Zum anderen sind es die Raumstrukturen, in denen sich die Bewohner be- sonders wohl fühlen. In der Vereinbarkeit beider Faktoren wäre die qualifizierte Dichte für Wohnquartiere zu finden. In der Großstadt oder in den Mittelstädten kann der Kompromiss nur in Einzelfällen ohne grö- ßere Anteile an Geschosswohnungen auskommen. Die kleineren Städte und Gemeinden halten zwar das Potenzial, Wohngebiete mit hohem Anteil an Ein- und Zweifamilienhäusern realisieren zu können, müssten dann aber die Tragfähigkeit der Nahversorgung, das Angebot an medizini- schen Dienstleistungen und Ärzten sowie Schulen und Betreuungseinrichtungen für Kinder si- cherstellen. Der individuelle Kompromiss stellt in Verbindung mit einem Nutzungskonzept für den öffentlichen Raum diese qualifizierte Dichte dar. Aus der Analyse abgeleitete Ergebnisse und Handlungsempfehlungen: - Die Herstellung qualifizierter Dichten in urbanen Wohnquartieren sollte angestrebt werden. Eine schlichte Nachverdichtung ohne Konzepte für die Gestaltung und Nutzung des öffentli- chen Raumes oder ohne ausreichend Frei- und Erholungsflächen wäre nicht ausreichend. - Die Erreichbarkeiten in Gebieten mit schlechteren Zufriedenheitswerten sollten auf Verbes- serungspotenziale untersucht werden, um sie für die Wohnbevölkerung attraktiv zu halten. - In einigen Teilen der Region besteht die Gefahr, dass Wohnstandorte für die jetzt alternden Bewohner ihre Tauglichkeit für das Wohnen im Alter verlieren, wenn private und öffentliche Dienstleistungen sowie die Nahversorgung erodieren. Fehlende oder unzureichende Barrie- refreiheit im öffentlichen Raum sowie eine Ausdünnung der ÖPNV-Angebote erhöhen diese Gefahr. - Für Familien mit Kindern bleibt ein Haus im Eigenbesitz die häufigste Wohnform. - Ein Balkon oder eine Terrasse gehören für die meisten Haushalte zur Ausstattung, über die eine Immobilie verfügen sollte. - Ein attraktives Angebot in der Nahversorgung sowie eine leichte Erreichbarkeit von Schulen und Betreuungseinrichtungen für Kinder, sind für die Herstellung qualifizierter Dichten ebenso bedeutend wie für den Erfolg von gering verdichteten Wohngebieten. Ergänzende Erläuterungen Seite 8 - Die meisten Haushalte würden gerne im Umfeld ihres bisherigen Wohnstandortes weiter leben. Bei der Ausweisung neuer Bauflächen sollte besonders die „eigene“ Bevölkerung im Blick behalten werden. - Das Potenzial freiwerdender Wohnungen von älteren Paaren nach dem Auszug der Kinder sollte nicht überschätzt werden. Die meisten der über 55-Jährigen haben vor, in ihrer bishe- rigen Wohnung wohnen zu bleiben. Ein hoher Preisdruck führt allerdings in Mietwohnun- gen häufiger zu einer Anpassung der Wohnungsgröße, wie das Fallbeispiel Baden-Baden zeigt. - Bei der Schaffung von innerstädtischem Wohnraum wäre zu berücksichtigen, dass die Al- tersgruppe der hoch mobilen jungen Erwachsenen und Berufseinsteigern in den nächsten Alterskohorten kleiner wird. Sie tragen momentan noch einen großen Teil der Nachfrage. Um auf Schwankungen zu reagieren, wäre die Entwicklung flexibler Nutzungskonzepte denkbar, die eine schnelle Anpassung des Wohnraums und der Infrastruktur an die Bedürf- nisse anderer Nutzergruppen erlauben. I. Wesentliche Ergebnisse für den Stadtkreis Karlsruhe Bautätigkeit Die Zunahme neuer Wohnungen zwischen 2010 und 2016 war in Karlsruhe mit 2,8 % (ent- spricht 4.194 Wohneinheiten) geringer als in der Region Mittlerer Oberrhein mit 3,2 % (ent- spricht +15.444 Wohneinheiten). Vor allem im Vergleich mit den beiden Landkreisen Karlsruhe (+3,5 % bzw. 6.909 Wohneinheiten) und Rastatt (+3,4 % bzw. 3.600 Wohneinheiten) war die relative Bautätigkeit in Karlsruhe eher verhalten. Zudem ist zu beobachten, dass trotz zunehmender Anspannung und steigender Nachfrage auf dem Karlsruher Wohnungsmarkt die Zahl der jährlichen Baufertigstellungen seit 2014 rückläufig ist. Wurden im Jahr 2014 noch 703 neue Wohnungen fertig gestellt, waren es im Jahr 2015 nur 574 Wohneinheiten und 2016 sogar nur noch 439 neu gebaute Wohnungen. In der Region Mittlerer Oberrhein hingegen stiegen die jährlichen Baufertigstellungszahlen hingegen seit 2013 kontinuierlich von Jahr zu Jahr von 1.997 Wohneinheiten in 2013 auf 2.701 Wohnungen im Jahr 2016. Eigentumsverhältnisse Wie bei einem Vergleich von Großstädten mit kleineren Gebietseinheiten nicht anders zu erwar- ten liegt die Eigentümerquote in Karlsruhe mit 50,2 % erwartungsgemäß unterhalb des Eigen- tümeranteils in der Region (63,5 %) und deutlich unterhalb der Quote im Nachbarschaftsver- band Karlsruhe ohne Stadtkreis (72,5 %). Unter allen Mittelstädten der Region liegt die Eigen- tümerquote bei 58,8 %. In den größten Städten der Region wie Rastatt (51,9 %) und Baden- Baden (50,8 %) liegt der Anteil der Haushalte, die im Wohneigentum leben, in etwa auf dem niedrigen Niveau von Karlsruhe. Haushaltsgrößen Wie für Großstädte typisch, unterscheidet sich die Haushaltsgrößenverteilung in Karlsruhe rela- tiv deutlich von der Situation in den beiden Landkreisen Karlsruhe und Rastatt. So bilden in Karlsruhe die Singlehaushalte mit 45,1 % die mit Abstand größte Gruppe und der Anteil der Haushalte mit 3 und mehr Personen ist mit 26,1 % vergleichsweise gering. In den Landkreisen Karlsruhe und Rastatt bilden die Mehrpersonenhaushalte mit 3 Personen und mehr mit 34,0 % sogar die größte Gruppe. Der Anteil der Singlehaushalte ist hingegen mit 32,5 % deutlich ge- ringer als in Karlsruhe. Ergänzende Erläuterungen Seite 9 Wohnungsbelegung Im Oberzentrum Karlsruhe sind sowohl die durchschnittliche Wohnungsgröße als auch die Bele- gungsdichte mit 3,6 Räumen je Wohnung bzw. 2,0 Personen je Wohneinheit geringer ist als in den beiden Landkreisen (Landkreis Karlsruhe: 4,3 Räume je Wohnung bzw. 2,2 Personen je Wohneinheit; Landkreis Rastatt: 4,2 Räume je Wohnung bzw. 2,3 Personen je Wohneinheit). Darin kommt neben der unterschiedlichen Haushaltsgrößenstruktur auch der geringere Anteil an Ein- und Zweifamilienhäusern in der Großstadt Karlsruhe zum Ausdruck. Wohnungsmieten Um Wohnungsmieten sinnvoll miteinander vergleichen zu können, ist es notwendig nur Miet- verhältnisse mit ähnlicher Wohndauer, ähnlicher Wohnungsgröße und vergleichbarem Moderni- sierungsstand der Wohnungen zu vergleichen. Im Folgenden wird zwischen Neuvertragsmieten – das sind Mietverträge, die vor weniger als fünf Jahren abgeschlossen wurden – und Be- standsmieten mit bisherigen Laufzeiten zwischen fünf bis unter zehn Jahren, zehn bis unter 20 Jahren sowie 20 Jahren und länger unterschieden. Dabei werden immer nur Mietwohnungen in Mehrfamilienhäusern, mit Wohnungsgrößen zwischen 50 und 100 Quadratmetern Wohnfläche sowie umfassend modernisierte oder wenigstens teilmodernisierten Wohnungen in die Betrach- tung einbezogen. Bei dem dargestellten Mietpreis handelt es sich um die Kaltmiete (ohne Ne- benkosten) pro Quadratmeter Wohnfläche. Die durchschnittliche Angebotsmiete (= Neuvertragsmieten mit bisheriger Laufzeit unter fünf Jahren) liegt laut Umfrage in Karlsruhe derzeit bei 7,75 Euro pro Quadratmeter. Eine (teil-) mo- dernisierte Wohnung mittlerer Größe ist hingegen im Landkreis Rastatt mit durchschnittlich 8,38 Euro pro Quadratmeter und in Baden-Baden mit 8,82 Euro pro Quadratmeter derzeit teu- rer als im Oberzentrum Karlsruhe. Im Landkreis Karlsruhe hingegen besteht mit einer durch- schnittlichen Monatskaltmiete von 7,71 Euro pro Quadratmeter ein ähnliches Mietpreisniveau wie in der Fächerstadt. Bei Mietverhältnissen, die seit fünf bis unter zehn Jahren bestehen, ist die Situation ähnlich. Auch hier liegen die Mietpreise im Landkreis Rastatt (8,00 Euro/qm) und in Baden-Baden (8,56 Euro/qm) erkennbar vor denen im Oberzentrum Karlsruhe (7,17 Euro/qm) sowie im Landkreis Karlsruhe (7,47 Euro/qm). Und auch im Segment der zehn bis unter 20 Jahre bestehenden Mietverhältnisse sind die Mie- ten in Baden-Baden (8,62 Euro pro Quadratmeter) und dem Landkreis Rastatt (7,87 Euro pro Quadratmeter) teurer als in der Fächerstadt (7,42 Euro pro Quadratmeter) und im Landkreis Karlsruhe (7,22 Euro pro Quadratmeter). Mietverhältnisse, die schon seit 20 Jahren und länger bestehen, wurden in der Umfrage nur in Karlsruhe in ausreichendem Maße erhoben, um statistisch belastbare Aussagen darüber treffen zu können. Dort liegt die durchschnittliche Kaltmiete bei 7,29 Euro pro Quadratmeter. Eine Ursache für die vergleichsweise höheren Wohnungsmieten in den Landkreisen der Region ist das extrem knappe Angebot an Mietwohnungen in den mittleren und kleinen Gemeinden. Dort ist die Eigentümerquote sehr hoch und umgekehrt die Zahl der Mietwohnungen in Mehr- familienhäusern sehr gering. Schon bei geringem Nachfrageanstieg im Mietwohnungsbereich entstehen so sehr schnell Knappheiten, was letztlich zu hohen Mietpreisen führt. Breitbandinternetanschlüsse Der Stadtkreis Karlsruhe erzielt hinsichtlich der Ausstattung mit privaten Breitbandinternetan- schlüssen im intraregionalen Vergleich unterdurchschnittliche Versorgungsquoten. Nur 72,7 % Ergänzende Erläuterungen Seite 10 der befragten Haushalte verfügen über einen Breitbandanschluss. Sowohl im Landkreis Karlsru- he als auch in Baden-Baden werden Werte von knapp über 80 % erreicht. Im Landkreis Rastatt sind es sogar 83,6 %. Die Versorgungslage der Haushalte im Oberzentrum Karlsruhe ist somit eher mit peripherer gelegenen Gebieten wie Bretten/Gondelheim (72,8 %) oder Oberderdin- gen/Sulzfeld (70,2 %) vergleichbar. Am besten ist die Breitbandverfügbarkeit im GVV Durmers- heim, wo 90,0 % der Haushalte über einen Breitbandinternetanschluss verfügen. Modernisierungsstand der Wohnungen In Karlsruhe bewerten 87,4 % der Haushalte ihre Wohnung als umfassend modernisiert oder gar als dem Neubaustandard entsprechend. Trotz dieses hohen Wertes wird der Karlsruher Wohnungsmarkt im Vergleich mit den übrigen Landkreisen der Region in Bezug auf den Mo- dernisierungsstand der Wohnungen übertroffen. So entsprechen im Landkreis Karlsruhe 92,8 % der Wohnungen dem Neubaustandard bzw. wurden die Wohnungen umfassend modernisiert. Im Landkreis Rastatt wird diesbezüglich ein Wert von 96,6 % und in Baden-Baden gar ein Anteil von 97,9 % erreicht. Und auch im Vergleich zu anderen Mittelstädten der Region wie Bruchsal (95,5 %), Ettlingen (93,4 %)oder Rastatt (94,5 %) sind in Karlsruhe vergleichsweise weniger Wohnungen umfassend modernisiert oder entsprechen Neubaustandard. In Karlsruhe ist hingegen der Anteil der Haushalte vergleichsweise hoch (8,7 %), die angaben, dass ihre Wohnung lediglich in Teilen modernisiert wurde. In der Region insgesamt liegt diese Quote lediglich bei 5,2 %. Wohnungen mit alter Ausstattung oder gar Ausstattungsmängeln gibt es in der Region insgesamt (2,7%) als auch speziell in Karlsruhe (3,9 %) nur sehr wenige. Der geringfügig schlechtere Modernisierungsstand der Wohnungen in Karlsruhe, ist zum Teil sicherlich durch die vergleichsweise geringe Eigentümerquote in der Fächerstadt bedingt. Einer- seits schätzen Mieter den Modernisierungsstand der von ihnen bewohnten Wohnungen kriti- scher ein als Haushalte im selbstgenutzten Eigenheim. Zum anderen modernisieren Eigentümer die selbstgenutzte Immobilie umfassender und zeitnäher als vermietete Wohnungen. Zufriedenheit mit der Wohnung Die Zufriedenheit mit der aktuellen Wohnung ist in allen Land- und Stadtkreisen der Region ausgesprochen hoch. In Karlsruhe ist der Anteil derjenigen Haushalte, die mit ihrer Wohnungen oder ihrem Haus sehr zufrieden sind mit 61,4 % unter allen Kreisen am höchsten (RMO insge- samt: 58,8 %). Mit der aktuellen Wohnung in Karlsruhe zufriedene und sehr zufriedene Haus- halte ergeben zusammen einen Anteil von 98,3 % (RMO insgesamt: 98,9 %). Nur 1,5 % der Haushalte in Karlsruhe sind mit ihrer Wohnung weniger zufrieden und nur 0,2 % unzufrieden. Verkehrsmittelwahl Im Hinblick auf die fußläufige Erreichbarkeit von Nahversorgungseinrichtungen belegt Karlsruhe in der Region Mittlerer Oberrhein einen Spitzenwert. Über drei Viertel (76,8 %) der Haushalte geben an, dass sie überwiegend zu Fuß oder mit dem Fahrrad ihre Lebensmitteleinkäufe erledi- gen. In den übrigen Kreisen der Region liegt dieser Anteil zwischen 60,4 % (Landkreis Karlsru- he) und 65,0 % (Landkreis Rastatt) deutlich niedriger. Außerdem benutzen die Haushalte im Oberzentrum Karlsruhe vergleichsweise selten das Auto, um sich mit Lebensmitteln zu versor- gen (20,6 %). Regionsweit liegt dieser Wert bei 31,0 % und besonders hoch ist der Anteil der Autofahrer im Landkreis Karlsruhe mit 37,9 %. Der öffentliche Personennahverkehr spielt in allen Kreisen der Region beim Einkauf von Lebensmitteln eine ausgesprochen untergeordnete Rolle. Hier liegen die Anteile zwischen 1,4 % und 3,4 %. Auch medizinische Dienstleistungen werden in der Region Mittlerer Oberrhein mehrheitlich zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreicht. In Karlsruhe liegt dieser Anteil bei 64,9 %. Unter allen Krei- sen der Region belegt die Fächerstadt damit Rang zwei. Nur in Baden-Baden ist dieser Wert mit Ergänzende Erläuterungen Seite 11 80,0 % noch höher. Vergleichsweise selten gehen die Befragten im Landkreis Rastatt zu Fuß oder mit dem Fahrrad zum Arzt oder zur Apotheke (56,2 %). Das Auto spielt hingegen bei der Erreichbarkeit von medizinischen Dienstleistungen in den beiden Landkreisen mit vielen kleine- ren Gemeinden eine größere Rolle als in den Stadtkreisen der Region. Zufriedenheit mit dem Wohnumfeld Im Hinblick auf die Zufriedenheit mit dem jeweiligen Wohnumfeld bestehen zwischen den Krei- sen und Kommunen der Region Mittlerer Oberrhein kaum Unterschiede. Die Anteile der sehr zufriedenen und zufriedenen Haushalte beträgt fast überall über 95 %. In Karlsruhe sind dies 97,3 %, in den Mittelstädten der Region 97,5 % und in der Region insgesamt 98,0 %. Mit 100 % ist der Anteil der mit dem unmittelbaren Wohnumfeld Zufriedenen und sehr Zufriede- nen in Bruchsal herausragend hoch. Im regionalen Vergleich hervorragende Werte erzielt Karlsruhe im Hinblick auf die Erreichbarkeit von Versorgungseinrichtungen des täglichen Bedarfs. Als überaus zufrieden mit der Erreichbar- keit von Einzelhandel und Dienstleistungen äußern sich im Oberzentrum Karlsruhe 66,1 % der Haushalte. Regionsweit werden diesbezüglich lediglich 57,0 % sehr Zufriedene erreicht. Nur Ettlingen ist die einzige größere Stadt in der Region, in der der Anteil der sehr Zufriedenen mit 73,7 % noch einmal deutlich höher als in Karlsruhe ist. Bemerkenswert ist die mit 43,7 % eher verhaltene Zufriedenheit der Erreichbarkeit von Nahversorgung in Baden-Baden. Besonders häufig fühlen sich die Haushalte in Karlsruhe durch die Lärmbelästigung und schlech- te Luftqualität in ihrem Wohnumfeld beeinträchtigt. Hier liegen die Anteile unzufriedener Haus- halte in Karlsruhe im Vergleich mit Regionsdurchschnitt deutlich höher (Lärmbelästigung: Karls- ruhe 8,1 %; RMO 6,5 % / Luftqualität: Karlsruhe 9,5 %; RMO 4,5 %). Auch im Vergleich mit dem Durchschnitt aller Mittelstädte der Region (7,3 %) scheint die Lärmbelastung in Karlsruhe etwas höher zu sein, wobei in einzelnen Städten wie Gaggenau (12,0 %) oder Rheinstetten (9,4 %) noch höhere Anteile mit dem Lärm unzufriedener Haushalte ermittelt wurden. Bei der Luftqualität hingegen schneidet die Fächerstadt auch im Vergleich mit dem Durchschnitt der Mittelstädte der Region (2,6 %) mit Abstand schlechter ab. Auch in Sachen Sauberkeit sowie Ordnung und Sicherheit erzielt die Fächerstadt eher unter- durchschnittliche Zufriedenheitswerte. Zwar ist hier der Anteil der explizit unzufriedenen Haus- halte nicht eklatant höher als in anderen Kreisen und Kommunen der Region. Allerdings ist der Anteil der mit diesen beiden Aspekten von Wohnumfeldqualität sehr zufriedenen Haushalte in Karlsruhe auffällig geringer als in der übrigen Region. Während die Sauberkeit des Wohnumfel- des regionsweit von 79,5 % der Befragten als sehr zufriedenstellend bewertet wird, liegt dieser Anteil in Karlsruhe nur bei 68,6 %. Bei den Mittelstädten der Region liegt dieser Wert mit 82,1 % beachtlich hoch. Auch in Punkto Ordnung und Sicherheit ergibt sich ein ähnliches Bild. Während in der gesamten Region immerhin 58,3 % der Haushalte sich in ihrem Wohnquartier sehr sicher fühlen, äußern dies in Karlsruhe lediglich 53,3 % der Befragten. Der Anteil der Hochzufriedenen liegt im Durchschnitt aller Mittelstädte mit 60,7 % ebenfalls deutlich über dem Karlsruher Wert. Einen Negativrekord erzielt hierbei allerdings Bruchsal. Hier sind lediglich 33,8 % der Haushalte in Sachen Ordnung und Sicherheit im Wohnumfeld sehr zufrieden. Erreichbarkeit von Betreuungs- und Bildungseinrichtungen Hervorragende Bewertungen geben die befragten Karlsruher Haushalte mit Kindern unter 18 Jahren im Hinblick auf die Erreichbarkeit von Betreuungs- und Bildungseinrichtungen ab. Drei Viertel (75,5 %) der Familien mit Kindern in Karlsruhe sind mit der Erreichbarkeit von Kinderta- geseinrichtungen und Grundschulen außerordentlich zufrieden. In den übrigen Kreisen der Re- gion liegen die Zufriedenheitswerte deutlich darunter: Landkreis Karlsruhe 67,3 %, Landkreis Rastatt 65,8 %, Baden-Baden 48,1 %). Ähnlich gut wie in Karlsruhe empfinden die Befragten in Ergänzende Erläuterungen Seite 12 den Mittelstädten der Region die Erreichbarkeit von Grundschule und KiTa (73,3 %). Nament- lich in Bruchsal (86,4 %) und Ettlingen (81,4 %) werden Rekordwerte erreicht. Haushalte über 55 Jahre und älter Im Vergleich zum Karlsruher Mittelwert leben die älteren Haushalte (55 Jahren und älter) deut- lich häufiger im selbstgenutzten Wohneigentum: Während die Eigentümerquote im stadtweiten Durchschnitt bei 50,2 % liegt, wohnen 59,8% der über 55-jährigen Karlsruher im Wohneigen- tum. Allerdings ist dieser Anteil in der gesamten Region Mittlerer Oberrhein mit seinen vielen kleinen Gemeinden und Ortsteilen, die überwiegend von Einfamilienhausgebieten geprägt sind, mit 73,4 % deutlich höher als in der Großstadt Karlsruhe. Bei einer durchschnittlichen Haushaltsgröße von 1,6 Personen stehen den älteren Haushalten (55 Jahre und älter) in Karlsruhe im Mittel 108 Quadratmeter zur Verfügung. Das entspricht einer Pro-Kopf-Wohnfläche von 67,5 Quadratmeter. Über alle Altersgruppen hinweg stehen dem durchschnittlichen Karlsruher Haushalt lediglich 53,0 Quadratmeter Wohnfläche pro Kopf zur Verfügung. Im regionalen Vergleich ist die verfügbare Pro-Kopf-Wohnfläche der Haushalte über 55 Jahren in Karlsruhe und im Nachbarschaftsverband (ohne Stadtkreis Karlsruhe) mit 67,5 qm/Kopf bzw. 68,9 qm/Kopf leicht unterdurchschnittlich. Im Regionsmittel steht den älteren Haushalten im Regionalverband Mittlerer Oberrhein 70,6 Quadratmeter Wohnfläche pro Kopf zur Verfügung. Geringer ist die verfügbare Wohnfläche pro Kopf der älteren Haushalte bei- spielsweise in Ettlingen mit 62,9 qm/Kopf. Hohe Werte werden hingegen in Bretten (75,6 qm/Kopf) sowie in Baden-Baden (75,3 qm/Kopf) erreicht. Die älteren Haushalte über 55 Jahren in Karlsruhe sind mit ihrer Wohnsituation ausgesprochen zufrieden. Im Vergleich mit den anderen Kreisen in der Region Mittlerer Oberrhein schneidet die Fächerstadt diesbezüglich am besten ab. Über drei Fünftel (61,4 %) der älteren Befragten in Karlsruhe sind mit ihrer aktuellen Wohnung sehr zufrieden. Im Landkreis Karlsruhe äußern sich nur 53,0 % der Generation 55plus als mit der aktuellen Wohnung außerordentlich zufrieden. Im Landkreis Rastatt werden lediglich 48,6 % und im Stadtkreis Baden-Baden nur 43,8 % er- reicht. Ähnlich hoch wie in Karlsruhe ist die Zufriedenheit mit der Wohnung aber auch in den übrigen großen Kreisstädten der Region (mit Ausnahme von Waghäusel). Addiert man die An- teile derjenigen älteren Befragten zusammen, die mit ihrer Wohnung sehr zufrieden oder min- destens zufrieden sind, dann werden bis auf wenige Ausnahmen (z. B. Ettlingen: 94,8 %) in allen Gebietskörperschaften der Region Mittlerer Oberrhein Werte von 97 % oder mehr er- reicht. In Karlsruhe summiert sich der Anteil der zufriedenen und sehr zufriedenen Haushalte auf 98,6 % (Region Mittlerer Oberrhein insgesamt: 99 %). Ähnliches gilt für die Zufriedenheit mit dem Wohnumfeld: Auch in Sachen Wohnumfeld zeigt sich die ältere Generation in Karlsruhe im Regionsvergleich als ausgesprochen zufrieden. Über die Hälfte (52,5 %) der über 55-Jährigen in Karlsruhe sind mit ihrem direkten Wohnumfeld sehr zufrieden und weitere 44,7 % zufrieden (Region Mittlerer Oberrhein zusammen: 48,8 % sehr zufrieden; 48,3 % zufrieden). Und auch im Vergleich mit den anderen Altersgruppen der Fä- cherstadt zeigen sich die älteren Karlsruher Haushalte ähnlich zufrieden mit ihrem Wohnumfeld wie die jüngeren Generationen. Über vier Fünftel (82,6 %) der Generation 55plus in Karlsruhe schätzen, dass ihrer aktuelle Wohnung hinsichtlich Barrierefreiheit für das Wohnen im Alter geeignet ist, ohne dass große bauliche Veränderungen vorgenommen werden müssen. Weitere 10,4 % sind der Meinung, dass durch geringe bauliche Eingriffe an der aktuellen Wohnung barrierefreies Wohnen bis ins hohe Alter möglich wäre. Und 7,0 % sind davon überzeugt, dass Barrierefreiheit in ihrer aktuel- len Wohnung nur durch erheblichen baulichen Aufwand hergestellt werden könnte. Im Ver- gleich mit anderen Gebietskörperschaften der Region Mittlerer Oberrhein liegt Karlsruhe hin- Ergänzende Erläuterungen Seite 13 sichtlich der Seniorentauglichkeit der Wohnungen im Durchschnitt. Vor allem was den Anteil an Wohnungen angeht, der ohne größere bauliche Eingriffe barrierefrei gestaltet werden könnte, liegen - bis auf einige Ausreißer abgesehen - alle Regionsgemeinden relativ nahe beieinander (Region Mittlerer Oberrhein insgesamt: 83,6 %). Hingegen ist der Anteil der Wohnungen, die nach Meinung der befragten Generation 55plus baulich erheblich verändert werden müssten in Karlsruhe mit 7,0 % höher als in den übrigen Kreisen der Region (Landkreis Karlsruhe: 3,3 %, Landkreis Rastatt: 3,1 %, Baden-Baden: 0,7 %). Besonders hoch scheint der Nachholbedarf hinsichtlich seniorengeeignetem Wohnraum in den großen Kreisstädten Bretten, Rheinstetten, Waghäusel und Gaggenau zu sein. Aber auch Ettlingen liegt insgesamt in der Bewertung der Barrierefreiheit der Wohnungen hinter dem Oberzentrum Karlsruhe. Umzugsabsichten in den kommenden drei Jahren In Karlsruhe hegen 4,3 % aller Haushalte die feste Absicht in den kommenden drei Jahren um- zuziehen. Bei weiteren 5,6 % steht der Entschluss, Wohnung und/oder Wohnort zu wechseln noch nicht sicher fest. Über neun Zehntel (90,20 %) der Haushalte in Karlsruhe wollen definitiv in naher Zukunft nicht umziehen. Verglichen mit Haushalten in anderen Kreisen und Kommu- nen der Region ist die Umzugsneigung im Oberzentrum Karlsruhe vergleichsweise hoch. Im Regionsdurchschnitt beispielsweise wollen lediglich 3,1 % der Befragten in den kommenden drei Jahren umziehen und nur 4,7 % sind unentschlossen. Die höhere Bereitschaft zur Mobilität ist für Großstädte allerdings keinesfalls ungewöhnlich und lässt in der Regel keine Rückschlüsse auf geringe Wohnzufriedenheit zu. Vielmehr spiegelt sich in der höheren Umzugsbereitschaft in Oberzentren die vergleichsweise junge Bevölkerungsstruktur dort wider. Der Anteil junger Haushalte (Auszubildende, Studierende, Berufsanfänger, Paare in der Familiengründungsphase) ist hoch. Die Weichenstellungen hinsichtlich beruflicher und familiärer Zukunft sind bei jungen Menschen häufig noch nicht erfolgt bzw. in vollem Gange, was eine kürzere Wohndauer und einen häufigeren Wohnungs- und Ortswechsel mit sich bringt. Zudem ist in Städten die Eigen- tümerquote geringer. Haushalte, die zur Miete leben, neigen eher dazu, umzuziehen und ihre aktuelle Wohnung von Zeit zu Zeit den jeweiligen Lebens- und Familienumständen anzupassen als dies Haushalte im selbstgenutzten Wohneigentum tun. So weisen beispielsweise die großen Kreisstädte wie Rastatt oder Ettlingen ebenfalls höhere Anteile von umzugswilligen Haushalten auf als Karlsruhe, während in den Kleinstädten und sonstigen Gemeinden mit hohen Eigentü- merquoten und demographisch älterer Bevölkerung in der Regel eine geringere Umzugsneigung besteht. Unter den Motiven für einen geplanten Umzug dominiert bei den Haushalten in der Region der Wunsch nach Wohneigentum (24,1 %) – vor allem bei Familien mit Kindern. Speziell in Karlsru- he wollen jedoch 63,2 % der Befragten nach dem Umzug lieber zur Miete wohnen und nur 33,2 % im selbstgenutzten Wohneigentum. 1 Weiterhin sind die Reduzierung der Pendelzeiten zur Arbeitsstelle sowie die Veränderung der Haushaltsgröße (Verkleinerung oder Vergrößerung) die am häufigsten genannten Motive des geplanten Umzugs (jeweils ca. 20 %). Als Mindestanforderung an die neue Wohnung oder das neue Haus definieren weit über die Hälfte (61,9 %) der Befragten die Möglichkeit draußen im Freien auf dem eigenen Balkon und/oder der eigenen Terrasse sitzen zu können. Ebenfalls sollte für 53,6 % ein privater PKW- Stellplatz, eine Garage oder ein Carport zur neuen Wohnung gehören. Die Orientierung auf den bisherigen Wohnort ist in der Großstadt Karlsruhe unter allen um- zugswilligen Haushalten am größten. Hier suchen 82,6 % der befragten Haushalte explizit in- 1 Darin kommt der hohe Anteil junger, noch in Ausbildung befindlicher Haushalte in Karlsruhe zum Aus- druck. Ergänzende Erläuterungen Seite 14 nerhalb Karlsruhes nach einem neuen Wohnstandort. Im Landkreis Karlsruhe sowie dem Land- kreis Rastatt fällt die Orientierung zur bisherigen Stadt oder Gemeinde geringer aus. Hier sucht lediglich die Hälfte der Befragten (Landkreis Karlsruhe 50,3 % Landkreis Rastatt 59,4 %) inner- halb der bisherigen Wohngemeinde nach einer neuen Immobilie. Bei Haushalten, die außerhalb der Region Mittlerer Oberrhein eine neue Wohnung suchen, be- dingen zum weitaus größten Teil berufliche Gründe den geplanten Wegzug. Deren Anteil liegt unter den Karlsruher Haushalten mit Umzugsneigung bei 10,0 %, im Landkreis Karlsruhe bei 9,0 % und im Landkreis Rastatt bei 7,7 %. Von den Befragten, die angeben, gezielt in Karlsruhe nach einer neuen Wohnung zu suchen, derzeit aber in einer anderen Stadt oder Gemeinde der Region Mittlerer Oberrhein leben, sind knapp die Hälfte im Alter zwischen 18 und 30 Jahren. Dabei handelt es sich dann auch um mehrheitlich beruflich motivierte Umzüge, erste selbständige Haushaltsgründungen oder die Aufnahme eines Studiums beziehungsweise einer Ausbildung. Aufgrund der geringen Beset- zungsstärken können hier keine genaueren Aussagen getroffen werden. Regionsweit haben nur 17,3 % der Befragten mit Umzugsabsichten Schwierigkeiten, im jeweils bevorzugten Bereich eine neue Wohnung oder ein Haus zu finden. Die Probleme, auf die sie bei der Suche stoßen, betreffen meistens zu hohe Preise, die für den Wohnraum aufgerufen wer- den, oder ein unzureichendes Angebot am Markt. Räumlich konzentrieren sich die Nennungen ganz deutlich in und um Karlsruhe. Über die Hälfte (54,7 %) der befragten Haushalte mit Schwierigkeiten bei der Wohnungssuche lebt derzeit in der Stadt Karlsruhe, ein weiteres Drittel (32,5 %) im Nachbarschaftsverband Karlsruhe (ohne die Stadt Karlsruhe). Das deutet auf eine lokale Anspannung am Wohnungsmarkt hin. Umzugsbewegungen innerhalb der vergangenen drei Jahre Von allen in den vergangenen drei Jahren umgezogenen Haushalten in Karlsruhe sind 81,4 % der Befragten innerhalb der Stadtgrenzen umgezogen. Weitere 5,4 % sind vom Landkreis Karls- ruhe in die Fächerstadt gezogen, 0,4 % kamen aus Baden-Baden, 1,5 % aus dem Landkreis Rastatt und 11,2 % zogen von außerhalb der Region Mittlerer Oberrhein ins Oberzentrum Karlsruhe. Auch in den übrigen Kreisen der Region verlief der überwiegende Anteil der Umzüge über kurze Distanzen innerhalb der eigenen Kreisgrenzen (Region Mittlerer Oberrhein insgesamt 77,2 %). Der Wunsch nach der Bildung von Wohneigentum steht vielfach im Mittelpunkt, wenn Haushal- te - vor allem Paare in der Familiengründungs- und –expansionsphase – umgezogen sind. Unter anderem wird das auch am Vergleich des Wohnstatus vor und nach dem Umzug deutlich. Wäh- rend 92,8 % der Haushalte in Karlsruhe, die in den vergangenen drei Jahren umgezogen sind, vor dem Wohnungswechsel zur Miete gewohnt haben, sinkt der Anteil der Mieterhaushalte nach dem Umzug auf 58,7 %. Noch deutlich ausgeprägter ist der Rückgang der Mieterquote nach einem Umzug in den Landkreisen Karlsruhe (Rückgang von 81,9 % auf 32,1 %) und Ras- tatt (Rückgang von 83,0 % auf 36,5 %) oder auch dem Nachbarschaftsverband Karlsruhe ohne den Stadtkreis Karlsruhe (Rückgang von 77,9 % auf 36,5 %). Nach einem Umzug stieg die zur Verfügung stehende Wohnfläche der Haushalte an (Durch- schnittsbetrachtung). Dies ist vor allem bei Mehrpersonenhaushalten bis 45 Jahren, die das Gros der Umziehenden darstellen, zu beobachten. Bei älteren Haushalten, die aber in deutlich gerin- gerem Maße umgezogen sind, ist hingegen eine Reduzierung der Wohnungsgrößen feststell- bar. Im Mittel nahm die Wohnfläche von kürzlich umgezogenen Haushalten in Karlsruhe nach dem Wohnungswechsel um 21 Quadratmeter je Haushalt zu. Auch im Nachbarschaftsverband Ergänzende Erläuterungen Seite 15 Karlsruhe (ohne Stadtkreis Karlsruhe) ist der Flächenzuwachs nach einem Umzug mit 22 Quad- ratmetern ähnlich. In den Landkreisen Karlsruhe und Rastatt mit vielen kleineren Gemeinden und einem hohen Anteil an Ein- und Zweifamilienhausbau steigt die Wohnfläche der umgezo- genen Haushalte mit 30 Quadratmeter bzw. 28 Quadratmetern noch einmal deutlich stärker an. Die eben beschriebene Zunahme an Wohnfläche nach einem Umzug hat aber auch zur Folge, dass in den meisten Fällen die Wohnkosten für die neue Wohnung höher sind als vor dem Um- zug. In Karlsruhe stiegen bei 45,4 % der in den vergangenen drei Jahren umgezogenen Haus- halte die Wohnkosten durch den vollzogenen Wohnungswechsel. Bei etwa einem Drittel (32,1 %) sind die Kosten für Miete oder Tilgung von Darlehen auch nach dem Umzug unverän- dert. Gut ein Fünftel (22,5 %) der Umgezogenen in Karlsruhe zahlt für die neue Wohnung we- niger Wohnkosten als für die vorher bewohnte Immobilie. Ganz ähnlich verhält es sich auch in den Landkreisen Karlsruhe und Rastatt. Im regionsweiten Durchschnitt zahlen 40,4 % der kürz- lich umgezogenen Haushalte für die neue Immobilie höhere Wohnkosten als vor dem Umzug, 32,2 % habe ähnlich hohe Kosten und bei 27,4 % fallen die finanziellen Belastungen für die Wohnung nach dem Umzug geringer aus als vorher. Im Hinblick auf die Qualität der Wohnungsausstattung sowie den Modernisierungsstand der Wohnungen waren rund drei Viertel der kürzlich umgezogenen Haushalte in Karlsruhe der Mei- nung, durch den Wohnungswechsel habe sich eine Verbesserung der bisherigen Situation ein- gestellt (Wohnungsausstattung: 76,4 %; Modernisierungsstand: 74,4 %). Jeweils etwa ein Fünftel der Umgezogenen beurteilen Ausstattungsniveau sowie Modernisierungsstand der neu- en Wohnung im Vergleich zur bisherigen Wohnung als gleichwertig (Wohnungsausstattung: 21,6 %; Modernisierungsstand: 22,4 %). Nur bei 2,0 % bzw. 3,2 % der Befragten hat sich die Situation im Hinblick auf die beiden genannten Aspekte durch den Wohnungswechsel ver- schlechtert. Dabei weichen die Ergebnisse für Karlsruhe nur marginal von den Regionsergebnis- sen ab. Auch im Hinblick auf die Raumaufteilung (60,7 %), die Verfügbarkeit von Keller- und Abstellflä- chen (54,4 %), Balkon- oder Terrassennutzung (55,9 %), Barrierefreiheit von Wohnungen (54,9 %), Fahrradabstellmöglichkeiten (53,1 %) sowie der Parksituation für PKW (57,0 %) hat sich bei der überwiegenden Mehrheit der umgezogenen Haushalte die Situation mit dem Ein- zug in die neue Wohnung deutlich verbessert. Nicht ganz so häufig konnten die Umziehenden durch die Wohnortverlagerung eine Verbesse- rung der Wohnumfeldqualitäten erreichen. Dennoch lag der Anteil derer, die nach dem Umzug das nachbarschaftliche/soziale Miteinander in der neuen Wohnumgebung als Verbesserung empfunden haben, in Karlsruhe bei 46,7 %. Als unverändert bewerteten 50,1 ‚% der Umgezo- genen das neue soziale Umfeld und eine Verschlechterung wollen nur 3,2 % festgestellt haben. Allerdings sticht Karlsruhe im Hinblick auf veränderte Erreichbarkeiten nach dem Wohnungs- wechsel unter drei Aspekten besonders positiv hervor. So hat sich bei Umziehenden in Karlsruhe die Erreichbarkeit von Einkaufsmöglichkeiten des täglichen Bedarfs nach dem Wohnungswech- sel deutlich häufiger verbessert als im regionalen Durchschnitt (Karlsruhe: 55,2 %; Region Mitt- lerer Oberrhein insgesamt: 43,8 %). Gleiches gilt für die Verbesserung der ärztlichen Versor- gung (Karlsruhe: 47,2 %; Region Mittlerer Oberrhein insgesamt: 36,5 %) sowie Erreichbarkeit von Bildungs- und Betreuungsangeboten (Karlsruhe: 37,9 %; Region Mittlerer Oberrhein insge- samt: 29,7 %). Fazit Der Wohnungsmarkt in der Fächerstadt ist hoch attraktiv. Neben sehr hohen Zufriedenheitswer- ten unter den in Karlsruhe lebenden Haushalten zeigt dies nicht zuletzt die Tatsache, dass wer Ergänzende Erläuterungen Seite 16 einmal in der Fächerstadt eine Wohnung gefunden hat, von dort nicht mehr wegziehen möch- te. Fast 85 % der Haushalte mit Umzugsabsichten versuchen den geplanten Wohnungswechsel innerhalb der Stadtgrenzen zu realisieren. Für eine Universitätsstadt mit hohem Anteil an jun- gen, beruflich und familiär relativ ungebundenen Haushalten ist dieser Wert umso beachtlicher. Dennoch besteht in Karlsruhe weiter Handlungsbedarf, um auch künftig im Wettbewerb mit den ebenfalls sehr attraktiven Mittelzentren in der Region (Ettlingen, Bruchsal, Bretten, Rastatt, Baden-Baden) um sozioökonomische stabile Haushalte aus der Mittel- und Oberschicht konkur- rieren zu können. Hierbei besteht vor allem in den Bereichen Modernisierung des Wohnungsbe- stands als auch in puncto Sauberkeit sowie Ordnung und Sicherheit weiter Handlungsbedarf. Wie bereits der 8. Sachstandbericht Wohnen und Bauen in Karlsruhe 2015 gezeigt hat, so wur- de auch bei der vorliegenden Haushaltebefragung an mehreren Stellen deutlich, dass der Woh- nungsmarkt in Karlsruhe sowie in den übrigen Mittelzentren der Region deutlich angespannt ist. In diesem Zusammenhang erscheint die im regionalen Vergleich geringe Wohnungsneubauquo- te im Stadtkreis Karlsruhe sowie die Tatsache, dass in den vergangenen drei Jahren die Zahl der jährlichen Baufertigstellungen in der Fächerstadt – entgegen dem regionalen Trend – rückläufig war, nicht wünschenswert. Vor allem vor dem Hintergrund stetig steigender Miet- und Kauf- preise sowie dem Mangel an Wohnraum im preisgünstigen Segment sollten die Bemühungen um steigende Baufertigstellungszahlen im Stadtkreis Karlsruhe weiter intensiviert werden. Neue Strategien für mehr und schnelleren Wohnungsneubau in Karlsruhe werden im November 2018 auf dem 3. Akteurstreffen Wohnungsbau zusammen mit den lokalen Stakeholdern entwickelt und diskutiert werden. Beschluss: Antrag an den Ausschuss Der Hauptausschuss nimmt die Ergebnisse der Wohnraumstudie des Regionalverbands Mittlerer Oberrhein „Wohnverhältnisse und Umzugsabsichten in der Region Mittlerer Oberrhein“ und die sich daraus ergebende Auswertung für den Stadtkreis Karlsruhe zur Kenntnis.

  • Protokoll TOP 4
    Extrahierter Text

    Niederschrift 33. Sitzung Hauptausschuss 11. September 2018, 16:30 Uhr öffentlich Großer Sitzungssaal, Rathaus Marktplatz Vorsitzender: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 4. Punkt 4 der Tagesordnung: Ergebnisse der Wohnraumstudie der Region Mittlerer Oberrhein Vorlage: 2018/0210 Beschluss: Der Hauptausschuss nimmt die Ergebnisse der Wohnraumstudie des Regionalverbands Mittlerer Oberrhein „Wohnverhältnisse und Umzugsabsichten in der Region Mittlerer Ober- rhein“ und die sich daraus ergebende Auswertung für den Stadtkreis Karlsruhe zur Kennt- nis. Abstimmungsergebnis: keine Abstimmung Der Vorsitzende ruft den Tagesordnungspunkt 4 zur Behandlung auf Stadtrat Zeh (SPD) zeigt sich erstaunt über das Ergebnis der Umfrage, denn auf Seite 8 der Vorlage werde behauptet, 50 Prozent der Karlsruherinnen und Karlsruher leben in Wohneigentum. Halte man die Ergebnisse des Zensus 2011 entgegen, seien es nur 30 Pro- zent. Er glaube, das Ergebnis hänge mit der Art und Weise zusammen, wie diese Umfrage durchgeführt worden sei. Da es sich um eine Telefonumfrage handle, werde nur ein be- stimmtes Klientel angetroffen. Dementsprechend sehe er auch die Folgerungen kritisch und nicht der Wirklichkeit entsprechend, beispielsweise ein Mietpreis in Höhe 7,75 Euro pro Quadratmeter bei einer fünfjährigen Mietzeit in Karlsruhe. Seines Erachtens finde man in der Regel keine Wohnung unter 10 Euro pro Quadratmeter. Er glaube mehr den Ergeb- nissen des Zensus. Seine Fraktion wolle sich zukünftig verstärkt für preiswertere Wohnun- gen einsetzen. Stadtrat Honné (GRÜNE) stimmt mit seinem Vorredner überein. Auch ihm seien einige Punkte aufgefallen, die nicht mit den Ergebnissen des Zensus übereinstimmen. Die Art der Umfrage sei wohl nicht das richtige Instrument gewesen, denn Telefonumfragen helfen heutzutage nicht wirklich, weil die meisten Personen nicht im Telefonbuch stehen oder – 2 – tagsüber nicht erreichbar seien. Aber der Gemeinderat müsse sich an die eigene Nase fas- sen, da er beschlossen habe, dass Karlsruhe sich der Umfrage anschließe. Stadtrat Pfannkuch (CDU) kann die Kritik an der Umfrage nicht nachvollziehen. Er finde, die Ergebnisse einer Statistik können durchaus überraschend sein. Bei der Auswahl einer geeigneten Umfrage stelle sich auch immer die Frage nach der Wirtschaftlichkeit und wie viel Geld man investieren wolle. Durch die Volkswohnung habe man sicherlich auch gute Erkenntnisse, wie sich der Wohnungsmietpreis entwickle. Von daher liegen parallele Infor- mationsquellen vor. Der Vorteil der Umfrage sei ganz klar, dass sie auf die Region ausge- dehnt worden sei, um ein gewisses Gefühl für die Entwicklungen zu bekommen. Es gebe einen zusammenhängenden Wirtschaftraum und daher sei es gut, wenn sich Stadt und Landkreise miteinander vergleichen und aus den Ergebnisse Maßnahmen ableiten können. Das sei für seine Fraktion von großer Bedeutung. Er unterstreicht, es sei keine Frage, dass ein eminenter Bedarf an Wohnraum bestehe. Dies sei unstrittig und man wisse, dass weit über 10.000 Wohneinheiten in Karlsruhe gebraucht werden, um im Bereich der Mietpreisbildung zumindest eine Entwicklung aufhalten zu können. Mit dem Wohnungsbau in Karlsruhe habe man jedoch leider nur begrenzt Erfolg. In einer nächsten Sitzung des Planungsausschuss werde die Thematik im Rahmen der Zu- kunft Nord näher betrachtet und er sei für die Umfrage dankbar, denn die Ergebnisse kön- nen hier mit Sicherheit gut einfließen. Stadtrat Wohlfeil (KULT) gibt an, einige Feststellungen aus der Umfrage seien klar, z. B. dass ältere Generationen nach Möglichkeit nicht aus ihrem Wohneigentum ausziehen wol- len oder die Umzugsbereitschaft bei Mietern einer Wohnung höher sei. Karlsruhe sei, im Vergleich zur Region, als Großstadt in einigen Bereichen (Lärm, Luftqualität etc.) anders aufgestellt. Ebenso gebe es eine hohe Umzugsneigung, die vermutlich mit den Hochschu- len und den vielen Studierenden zusammenhänge. Er denke nicht, dass dem Bericht fal- sche Erkenntnisse zu Grunde liegen, auch wenn die Datengrundlage mit der Telefonum- frage vielleicht etwas verzerrt sei. Die bedeutenden Schlussfolgerungen stimmen seines Erachtens. Für ihn sei eine wichtige Feststellung, die sich aus dem Bericht ergebe, dass es in Karlsruhe eine rückläufige Menge an Baufertigstellungen gebe. Das bedeute, in Karlsruhe werden weniger Neubauten fertig. Dies hänge natürlich mit der Flächenproblematik zusammen. Es gebe einfach nicht genügend Flächen, um entsprechend viele Wohnungsneubauten fertig stellen zu können, um den Bedarf zu decken. Von daher sei es vollkommen richtig, dass die Umfrage mit der Region gemacht worden sei und das Thema zusammen auch weiter an- gegangen werde. Die Frage sei jedoch, inwieweit die Gemeinden der Region mit Karlsruhe kooperieren wollen. Stadtrat Dr. Schmidt (AfD) verweist zu diesem Thema auf seinen Artikel in der Stadtzei- tung und möchte einige Punkte noch näher erläutern. Zunächst hebt er hervor, dass die Zufriedenheit der Karlsruherinnen und Karlsruher mit der derzeitigen Wohnsituation erfreu- lich sei. Nur 0,2 Prozent seien mit ihrer Wohnung unzufrieden. Auf Seite 17 des Berichts sei eine Grafik abgebildet, die Karlsruhe eine eklatante Bevölke- rungssteigerung vorhersage, nämlich von 2014 bis 2022 um 10 Prozent, also um rund 30.000 Menschen. Gerade in Bezug auf die Diskussion um die Nachverdichtung sei dies ein – 3 – wichtiger Punkt. Auf Seite 12 werde in einem Diagramm ein Wanderungsgewinn für die Stadt Karlsruhe von 2012 bis 2015 aufgezeigt. Es seien 540 Personen aus Deutschland und 15.300 Menschen direkt aus dem Ausland nach Karlsruhe gezogen. Diese Zahlen passen auch mit den Zahlen der Bevölkerungsprognose 2035 überein. Vor diesem Hintergrund müsse man sich wirklich fragen, für wen in Karlsruhe eigentlich Nachverdichtung betrieben werde. Der Vorsitzende nimmt Bezug auf die zuletzt aufgeworfene These, die er in der Kürze der Zeit weder dementieren noch überprüfen könne. Er wisse nicht, was sich genau hinter dem Satz verberge, dass der Sondereffekt der Landeserstaufnahmestelle zu berücksichtigen sei. Für ihn sei offensichtlich, dass Karlsruhe keinen Zuzug von 13.000 oder 15.000 Personen aus dem Ausland habe. Insofern könne man gewisse Schlussforderungen in die Grafik in- terpretieren, aber die Realität treffe es in keiner Weise. Er sagt zu, sich diese Grafik und die Zahlen nochmals genauer anzuschauen und überprüfen zu lassen. Zudem nehme er die Kritik von Stadtrat Zeh auf, dass von einer Eigentumsquote von 50 Prozent ausgegangen werde. Diese Zahl gebe jedoch einfach die Personen wieder, die man am Telefon erreicht habe. Damit werde deutlich, dass die Umfrage gewisse repräsentative Kriterien nicht erfülle. Es sei generell wichtig, sich mit den Ergebnissen auseinander zu set- zen und Fragen zu stellen. An dieser Stelle seien die Ergebnisse möglicherweise ein wenig eingeschränkt zu werten. Wenn man heute beispielsweise eine Wohnung neu anmiete, müsse man eine andere Miete aufbringen als noch vor zehn Jahren. Das widerspreche aber nicht der Tatsache, dass die meisten der Befragten im Durchschnitt für 7 oder 8 Euro pro Quadratmeter wohnen. Es sei allerdings fahrlässig, aus diesem Ergebnis zu schließen, dass es einen tollen Wohnungsmarkt in Karlsruhe gebe. Insofern sei man sich einig, dass es ei- nen Wohnungsfehlbestand gebe. Man werde nicht nur Mühe haben, genügend Wohnun- gen zu errichten sondern auch diese preisgünstig zu errichten. Seiner Meinung nach sei die Studie gut und nochmal ein wichtiger Hebel, um die gemeinsame Verantwortung mit der Region zu definieren. Jeder, der die Diskussion um die Dichte im Nachbarschaftsverband verfolge, wisse, dass es keine leichte Aufgabe sei. Nachdem keine weiteren Wortmeldungen vorliegen, stellt er Kenntnisnahme der Vorlage fest. Er schließt den öffentlichen Teil der Sitzung und bittet, die Nichtöffentlichkeit herzustellen. Schluss der öffentlichen Sitzung: 17:22 Uhr Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 8. Oktober 2018