Einführung von Schulverwaltungsassistenzenstellen an Karlsruher Ganztagsgrundschulen
| Vorlage: | 2018/0184 |
|---|---|
| Art: | Antrag |
| Datum: | 27.03.2018 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | Offen |
| Erwähnte Stadtteile: | Keine Angaben |
Beratungen
- Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)
Datum: 15.05.2018
Rolle: Entscheidung
Ergebnis: mit Stellungnahme einverstanden
Zusätzliche Dateien
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Extrahierter Text
Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister ANTRAG KULT-Gemeinderatsfraktion Vorlage Nr.: 2018/0184 Einführung von Schulverwaltungsassistenzenstellen an Karlsruher Ganztagsgrundschulen Gremium Termin TOP ö nö Gemeinderat 15.05.2018 26 x 1. Die Stadt setzt Schulverwaltungsassistenzen an Karlsruher Ganztagsgrundschulen ein und stellt überplanmäßige Mittel dafür bereit. 2. Durch regelmäßige Evaluation und Beratung im Schulbeirat prüft die Stadt, dieses Stellenprofil auch auf andere Schulformen auszuweiten. 3. Die Stadt bewirbt sich um Finanzierung des Landes für diese Stellen. Sachverhalt / Begründung: Vor dem Hintergrund des komplexen Anforderungsprofils wird es zunehmend schwieriger, Personal für die verantwortungsvolle Position der Schulleitung zu gewinnen. Neue, erweiterte Qualifikationen im Leitungsamt sind heute zentraler geworden. Auch auf Landesebene wurde dies erkannt und so entsteht derzeit ein Konzept mit dem Ziel, Schulleiterinnen und Schulleiter zu stärken, sie bei ihren Aufgaben zu entlasten und ihnen mehr Zeit für Führungsaufgaben einzuräumen. Karlsruhe leistet über die Beschäftigung der Schulsekretariate und der Hausmeisterposten schon Bei- träge zur Schulhausverwaltung. Durch Schulverwaltungsassistenzstellen können zusätzlich die Schul- leitungen bei verwaltungstechnischen Aufgaben entlastet werden. Der Fokus muss zunächst auf den Grundschulen liegen, denn gerade die befinden sich in einer prekä- ren Lage: Grundschullehrer werden niedriger besoldet als Lehrer an anderen Schularten. Deshalb ist hier der Karrieresprung zur Schulleitung am geringsten vergütet und so ist zu beobachten, dass auch an Karlsruher Grundschulen die Rektorennot am größten, die Suche nach Bewerbern oft am langwie- rigsten ist. Gleichzeitig kommt auf viele Karlsruher Grundschulen mit den schulinternen Umstrukturie- rungen zur Ganztagsgrundschule ein erhöhter Verwaltungsaufwand mit unterrichtsfremden Aufgaben zu. Gerade in dieser Phase brauchen Ganztagsgrundschulen ihre Schulleitung in ihrer Führungsrolle. Hier können Schulverwaltungsassistenten im Tagesgeschäft unterstützen. Sie können bei der Organi- sation des Unterrichts, dem Schulanmeldeverfahren, der Beantragung von Fördermitteln u.v.m. behilf- lich sein. unterzeichnet von: Erik Wohlfeil Lüppo Cramer Michael Haug Max Braun Uwe Lancier
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Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister STELLUNGNAHME zum Antrag KULT-Gemeinderatsfraktion Vorlage Nr.: Verantwortlich: 2018/0184 Dez. 3 Einführung von Schulverwaltungsassistenzenstellen an Karlsruher Ganztagsgrundschulen Gremium Termin TOP ö nö Gemeinderat 15.05.2018 26 x Kurzfassung Das Kultusministerium prüft derzeit Entlastungsmöglichkeiten für die Schulleitungen. Über das Ergebnis sowie eine mögliche Ausweitung des Schulversuchs Schulverwaltungsassistenz wird die Verwaltung berichten. Finanzielle Auswirkungen (bitte ankreuzen) x nein ja Gesamtkosten der Maßnahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) Haushaltsmittel stehen (bitte auswählen) Kontierungsobjekt: (bitte auswählen) Kontenart: Ergänzende Erläuterungen: ISEK-Karlsruhe-2020-relevant nein x ja Handlungsfeld: (bitte auswählen) Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) nein x ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften nein x ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 1. Die Stadt setzt Schulverwaltungsassistenzen an Karlsruher Ganztagsgrundschu- len ein und stellt überplanmäßige Mittel dafür bereit. Details des Schulalltags in den Ganztagsgrundschulen bezüglich des Aufwandes der Schul- leitungen für verwaltungstechnische und unterrichtsfremde Aufgaben liegen der Verwal- tung bislang nicht vor. Das Kultusministerium prüft derzeit, inwieweit eine Entlastung der Schulleitungen an Ganztagsschulen durch Maßnahmen zur Entbürokratisierung möglich ist. Sobald hier Ergebnisse vorliegen, wird die Verwaltung in den gemeinderätlichen Gremien berichten und parallel das Staatliche Schulamt sowie den geschäftsführenden Schulleiter bit- ten, Entlastungsmöglichkeiten aufzuzeigen. 2. Durch regelmäßige Evaluation und Beratung im Schulbeirat prüft die Stadt, die- ses Stellenprofil auch auf andere Schulformen auszuweiten. Aktuell beteiligt sich die Stadt Karlsruhe mit der Elisabeth-Selbert-Schule an dem Schulver- such Schulverwaltungsassistenz. 3. Die Stadt bewirbt sich um Finanzierung des Landes für diese Stellen. Das Kultusministerium Baden-Württemberg erarbeitet derzeit ein Konzept zur Stärkung und Entlastung der Schulleitungen, das auch Aussagen zu Schulverwaltungsassistenzen enthal- ten soll. In diesem Zusammenhang müssen auch Regelungen zur Einrichtung derartiger Stel- len und deren Finanzierung gefunden und getroffen werden. Die Stadt wird keine Stellen ohne entsprechende (Mit-)Finanzierung durch das Land einrichten (können).
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Niederschrift 50. Plenarsitzung Gemeinderat 15. Mai 2018, 15:30 Uhr öffentlich Bürgersaal, Rathaus Marktplatz Vorsitzender: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 23. Punkt 26 der Tagesordnung: Einführung von Schulverwaltungsassistenzenstellen an Karlsruher Ganztagsgrundschulen Antrag: KULT Vorlage: 2018/0184 Beschluss: Einverstanden mit der Stellungnahme der Verwaltung Abstimmungsergebnis: Keine Abstimmung Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 26 zur Behandlung auf. Stadtrat Cramer (KULT): Ich denke, die Mehrheit hier im Hause sieht es auch so, dass wir vor allem in den Grundschulen Schulverwaltungsassistenzenstellen brauchen, um die Rek- toren aber auch die Lehrerinnen und Lehrer zu unterstützen, um sie von bürokratischen Arbeiten zu entlasten, die mit dem eigentlichen Auftrag der Lehrkräfte, Pädagogik zu ver- mitteln, nicht in Einklang zu bringen ist. Wir sind mit der Antwort der Verwaltung zufrie- den und auch der Meinung, dass man erst mal abwarten muss, was von Stuttgart kommt, und dass es dann sicher im Schulbeirat angesprochen wird. Wir sind mit der Antwort der Verwaltung zufrieden. Stadträtin Habibović (SPD): Das mangelnde Interesse an der Stelle des Schulleiterpos- tens, insbesondere an Grundschulen, ist natürlich nicht neu, der Bedarf ist da. Die Idee der Einführung der Schulverwaltungsassistenzen als Schulversuch war 2006/2007 seitens des Kultusministeriums eine Möglichkeit, die Schulleiter bei Verwaltungsangelegenheiten per- sonell zu unterstützen. Grundsätzlich sollten wir ein großes Interesse daran haben, solche Schulverwaltungsassistenzen an unseren Schulen zu etablieren, denn die Arbeit der Schul- verwaltungsassistenzen kommt vor allem den Schülerinnen und Schülern zugute, weil die Lehrkräfte und vor allem die Schulleitungen sich intensiver auf die pädagogische Arbeit – 2 – und die Qualitätsverbesserung von Schulen konzentrieren können. Wir halten den Antrag der KULT-Kollegen für gut und richtig. Deshalb sind wir auch auf das Konzept zur Stärkung der Schulleitung und deren Entlastung von Verwaltungsaufgaben des Kultusministeriums gespannt und hoffen, dass wir möglichst bald die Ergebnisse vorliegen haben, damit wir für Karlsruhe einen Weg vorgeben können. Stadtrat Hodapp (GRÜNE): Wenn die Antragsteller das Thema so kurz halten, bemühe ich mich auch. Wir unterstützen das Anliegen der KULT-Fraktion, Schulleitungen an Grund- schulen zu entlasten. Wir würden das gerne noch ein bisschen ausweiten, weil wir denken, dass die Entlastung in der gesamten Schullandschaft notwendig ist, dass die Elisabeth- Selbert-Schule im Schulversuch beteiligt ist, zeigt genau das. Es hat vielleicht auch eine Re- levanz, gerade für größere aber auch insgesamt für alle Schularten, dass, wie im Antrag bereits angesprochen, wegen der hohen Arbeitsbelastung die Stellenbesetzung immer schwieriger wird, ist offensichtlich. Die Zahlen für 2018/19 die das Kultusministerium im März erhoben hat, besagen, dass bei 162 Schulleiterinnen und Schulleiterstellen und 47 Stellvertreterstellen noch keine Bewerbung vorliegt, das unterstreicht eindeutig die Rele- vanz dieses Themas, und es ist ganz klar, dass was passieren muss, aber nach unserer Mei- nung eben vielleicht auch über die Ganztagsschulen darüber hinaus, wobei es sinnvoll ist, an einer Stelle anzufangen. Wir sind mit der Antwort der Verwaltung, die sich in wesentli- chen Punkten auf die Rolle des Landes bezieht, sehr einverstanden. Ein Vorschlag von uns wäre es, vielleicht noch im Schulbeirat die aktuelle Situation der kommunalen Entlas- tungsmöglichkeiten vorzustellen zum Beispiel die Stellenbesetzungen von Sekretariaten. Auch da kann man Entlastungen vornehmen, und eine weitere Idee wäre es, ob man das Ganze über Pool-Lösungen regeln könnte. Da gibt es sicher auch Ideen vonseiten der Ver- waltung, wie gesagt, wir stimmen der Stellungnahme der Verwaltung zu. Stadtrat Høyem (FDP): Ich kann mir gar keinen wichtigeren und spannenderen Beruf als den des Schulleiters vorstellen. Trotzdem muss ich die Realität akzeptieren, dass nur weni- ge Menschen diesen Beruf so attraktiv finden. Vielleicht ist die Bürokratie ein Grund, man wird wie der Oberbürgermeister selbst nahezu erschlagen, wenn man die Antragsüber- schrift liest, „Schulverwaltungsassistenzenstellen“, das sind 34 Buchstaben in einem Wort. Ich finde es sehr richtig, Entlastungsmöglichkeiten für Schulleitungen zu prüfen, und finde, eine Schulleitung sollte gerade das tun, was das Wort sagt, nämlich eine Schule leiten. Es ist eine Führungsaufgabe, und wir wünschen uns bestimmt alle viel mehr, als nur einen Verwalter der verwaltet. Wir unterstützen sehr gerne alle Vorschläge, die einem Schulleiter die Zeit verschaffen, ein Schulleiter zu sein. Der Vorsitzende: Wir werden so verfahren. Ich möchte nur darauf hinweisen und Sie ein- fach bitten, weil Sie sich alle so für den Antrag begeistern, hier steht im ersten Satz, die Stadt setzt Schulverwaltungsassistenzen ein. Wenn es darum geht, den Schulleiter zu ent- lasten, und der Schulleiter erfüllt eine Aufgabe des Landes auf deren finanziellen Brücken, und das Land findet keine Schulleiter mehr, dann kann es nicht unsere Aufgabe sein, über die Bereitstellung von Schulverwaltungsassistenzen dieses Problem zu lösen. Dann muss diese Forderung an das Land gerichtet werden, dass man sich endlich mal um die Struktu- ren kümmert und vernünftige Strukturen schafft. Bei aller Begeisterung für diese Unter- stützung, aber an der Stelle müssen wir schon eine klare Zuweisung der Aufgabenstellung machen. Wir können jetzt nicht für die ganze Welt irgendwelche Defizite lösen, und schon gar nicht auf unsere Kosten. Da das Land jetzt versucht, die Kommunen mit ins Boot zu holen, und wir damit am Ende noch eine Mischfinanzierung haben, das kennen wir von – 3 – den Sozialarbeitern an den Schulen, müssen wir uns unterhalten, aber bitte nehme Sie nicht zu leicht eine Aufgabe an, die an einer anderen Stelle grundsätzlich gelöst werden sollte, bevor wir uns als Kommune darum kümmern. Das wäre meine dringende Bitte an der Stelle. Sie sind alle einverstanden. Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt – Ratsangelegenheiten 29. Mai 2018