Karlsruhe als Austragungsort der Special Olympic Games 2022
| Vorlage: | 2018/0169 |
|---|---|
| Art: | Antrag |
| Datum: | 22.03.2018 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | Offen |
| Erwähnte Stadtteile: | Keine Angaben |
Beratungen
- Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)
Datum: 15.05.2018
Rolle: Entscheidung
Ergebnis: verwiesen in Fachausschuss
Zusätzliche Dateien
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Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister STELLUNGNAHME zum Antrag SPD-Gemeinderatsfraktion Vorlage Nr.: Verantwortlich: 2018/0169 Dez. 3 Karlsruhe als Austragungsort der Special Olympic Games 2022 Gremium Termin TOP ö nö Gemeinderat 15.05.2018 25 x Kurzfassung Der Antrag, sich für die „Nationalen Sommerspiele der Special Olympics 2022“ als Austra- gungsort zu bewerben, wird von der Verwaltung geprüft. Finanzielle Auswirkungen (bitte ankreuzen) nein X ja Gesamtkosten der Maßnahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) noch nicht bezifferbar Haushaltsmittel stehen (bitte auswählen) Kontierungsobjekt: (bitte auswählen) Kontenart: Ergänzende Erläuterungen: Projektkosten derzeit nicht bezifferbar. ISEK-Karlsruhe-2020-relevant X nein ja Handlungsfeld: Sport, Freizeit und Gesundheit Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) X nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften X nein ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Der Anforderungskatalog für die Nationalen Sommerspiele der Special Olympics 2022 wird erst nach den Sommerspielen in Kiel 2018 vorliegen. Die Bewerbungsphase beginnt voraussichtlich im August/September 2019, Bewerbungsschluss ist im Juni 2020. Die Nominierung durch das Präsidium von Special Olympics Deutschland und die offizielle Bekanntgabe der Gastgeberstadt der Nationalen Sommerspiele 2022 erfolgt im September 2020. Die Geschäftsstelle von Special Olympics Deutschland erwartet Anpassungen in Bezug auf den Anforderungskatalog mit Blick auf die Sommerspiele 2022 hinsichtlich Sportstätteninfrastruktur, allgemeiner Logistik und Gesamtkosten. Auch könnte sich das Spektrum der Sportarten erwei- tern. Laut aktuellem Anforderungskatalog für die Nationalen Sommerspiele in Kiel wird erwartet, dass die Nationalen Sommerspiele als „Veranstaltung im besonderen städtischen Interesse“ eingestuft und sowohl personell als auch ideell unterstützt werden. Dazu gehören unter ande- rem folgende Punkte: Unterstützung bei der Sponsorengewinnung. Unterkunft: Koordination der Unterkunftssuche, Einrichtung einer Hotline und Internetseite. Öffentlichkeitsarbeit: Einbindung der Presseabteilung der Stadt, regelmäßige Presseberichter- stattung, Nutzung städtischer Werbeflächen; Einbindung von Special Olympics Deutschland in städtische Veranstaltungen im Vorfeld. Transport: Kostenlose Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs für alle Teilnehmenden, Shuttle Service zu besonderen Veranstaltungen. Sportstätteninfrastruktur Nach aktuellem Anforderungskatalog für die Nationalen Sommerspiele in Kiel kann die gefor- derte Standardausstattung an Sporthallen und -anlagen nicht dargestellt werden. Beispielswei- se erfüllt das Carl-Kaufmann-Stadion aktuell nicht die notwendigen Kriterien. Übernachtungszahlen – allgemeine Logistik Nach aktuellem Anforderungskatalog für die Nationalen Sommerspiele in Kiel werden Über- nachtungskapazitäten in Höhe von 8.500 Betten (in Jugendherbergen, Ferienwohnungen, güns- tigen Unterkünften in kleinen Einheiten oder Massenunterkünften) gefordert. Diese Kapazitäten stehen in Karlsruhe (inklusive einem Umkreis von 30 Kilometern) nicht zur Verfügung. Gesamtkosten Die Vorbereitungs- und Durchführungskosten der Nationalen Sommerspiele beliefen sich bei den vergangenen Veranstaltungen durchschnittlich auf insgesamt 1,8 Millionen Euro. Hinzu kommt die Miete für städtische Sportstätten und die organisierten Angebote der Ausrichter- stadt. Davon übernahm Special Olympics Deutschland eine Million Euro. Circa 800.000 Euro waren Zuwendungsmittel öffentlicher Geldgeber. Aktuell ist nicht absehbar, welche Kosten für die Stadt Karlsruhe entstehen. Eine Bewerbung für die Stadt Karlsruhe als Austragungsort für die „Nationalen Sommerspiele Special Olympics 2022“ wird von der Verwaltung geprüft sobald der Anforderungskatalog da- für vorliegt. Das Ergebnis wird anschließend im Sportausschuss vorgestellt.
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Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister ANTRAG SPD-Gemeinderatsfraktion Vorlage Nr.: 2018/0169 Karlsruhe als Austragungsort der Special Olympic Games 2022 Gremium Termin TOP ö nö Gemeinderat 15.05.2018 25 x Karlsruhe bewirbt sich als Austragungsort für die Special Olympic Games 2022. Begründung: Vom 14.-18. Mai 2018 finden die diesjährigen Special Olympic Games in Kiel statt. Für die nächsten Spiele im Jahr 2022 hat sich bisher noch kein Austragungsort gefunden. Auf Anregung der erfolgrei- chen Sportler aus der Albschule hatte die SPD Fraktion 2004 die Austragung der Spiele für das Jahr 2008 in Karlsruhe beantragt. Mit breiter Unterstützung des Gemeinderates war diese Bewerbung er- folgreich. Die Durchführung der Spiele 2008 hat eine nachhaltige Wirkung erzielt. „Es wehte ein ganz besonderer Wind“. Um nach vielen Jahren an diesen Erfolg anzuknüpfen, schlägt die SPD-Fraktion vor, sich erneut zu bewerben. unterzeichnet von: Parsa Marvi Gisela Fischer Dr. Raphael Fechler
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Niederschrift 50. Plenarsitzung Gemeinderat 15. Mai 2018, 15:30 Uhr öffentlich Bürgersaal, Rathaus Marktplatz Vorsitzender: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 22. Punkt 25 der Tagesordnung: Karlsruhe als Austragungsort der Special Olympic Games 2022 Antrag: SPD Vorlage: 2018/0169 Beschluss: Verwiesen in den Sportausschuss Abstimmungsergebnis: Keine Abstimmung Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 25 zur Behandlung auf. Stadträtin Fischer (SPD): Wir haben 2004 diesen Antrag schon einmal gestellt und uns um die Austragung der Spiele 2008 beworben. Der Antrag wurde damals vom Gemeinde- rat und der Verwaltung mit großer Begeisterung und Unterstützung aufgenommen und begleitet. Wie Sie alle wissen, war unsere Bewerbung damals erfolgreich. Jeder der die Spiele damals erlebt hat, und auch die Stimmung in unserer Stadt, hat gespürt, was für ein großartiges und nachhaltiges Sportereignis das war. Das Motto war „Dein Herz gewinnt“ und ich glaube, die Begegnung mit den Sportlern hat die ganze Stadtgesellschaft mitge- nommen und offen gemacht für ganz besondere Menschen. Gerade auch, weil wir heute das Thema Inklusion besprochen haben bei anderen Anträgen, es war gelebte Inklusion ohne Beschränkung. 2008 konnte die Stadt neben einem begeisterten Publikum geeignete Sportstätten und eine funktionierende Infrastruktur bieten. Die heutige Antwort der Ver- waltung ist dagegen eher verhalten, Zitat „... kann die geforderte Standardausstattung als Sporthallen und -anlagen nicht dargestellt werden“ und „Kapazitäten für Übernachtungen stehen in Karlsruhe nicht zur Verfügung.“ Warum kann dies heute von unserer Stadt, die sich als Sportstadt profiliert, nicht geboten werden? Karlsruhe muss den Anforderungska- – 2 – talog erfüllen können, meine ich. Wir erwarten auch diesmal Begeisterung und Engage- ment damit dieses besondere Sportereignis 2022 wieder nach Karlsruhe kommen kann. Stadtrat Hofmann (CDU): Ein sehr guter Antrag der SPD. Ich selbst durfte 2008 auch die Special Olympics miterleben. Ich habe auch da mit den Sportlern und Sportlerinnen reden können. Ich muss ganz ehrlich sagen, ich habe selten eine Veranstaltung mit so viel Herz- lichkeit, mit so viel Wärme und mit so viel Freude erlebt. Ich kann nur allen raten, diese Veranstaltung erneut hier in Karlsruhe durchzuführen. Die Kollegin Fischer hat es gerade gesagt, das ist gelebte Inklusion und das haben wir uns immer auf die Fahnen geschrieben. Von daher, die CDU-Fraktion wir dies auf jeden Fall so mittragen. Auch ich bin ein bisschen verwundert gewesen über die, Frau Fischer hat gesagt, leichte Zurückhaltung, ich fand es schon eher eine sehr pessimistische Darstellung in der Verwal- tungsantwort. Gerade wenn ich so Punkte anspreche wie Übernachtungszahlen, auch hier hat man doch beim letzten Mal in den Vereinen immer wieder Möglichkeiten gefunden entsprechende Unterkunftsmöglichkeiten zu schaffen. Ich bin mir auch hier sicher, dass entsprechende Möglichkeiten geschaffen werden können. Bei der Sportinfrastruktur denke ich auch, da muss man sich zusammensetzen, muss entsprechende Infrastrukturen viel- leicht auch herrichten lassen oder zusammenbauen. Im Falle Kanu kann ich zusichern, das werden wir wieder hinkriegen. Ich danke, da wir uns da einen Ruck geben sollten und wirklich uns bewerben und vor allem auch das Konzept erstellen, dass man sich frühzeitig auch um Sponsoren bewirbt, denn auch dies war letztes Mal nicht schlecht. Ich denke, hier haben wir eine große Chance für eine erneute erfolgreiche Bewerbung. Stadtrat Hodapp (GRÜNE): All die lobenden Worte über 2008 unterstützen wir natürlich genauso. Mir ging das auch wie dem Kollegen Hofmann, ich durfte das begleiten, relativ intensiv und würde mich dem auch anschließen, nach der kurzen Diskussion von vorhin, was denn eigentlich echte Inklusion ist – das war und ist echte Inklusion! Es ist trotzdem so, dass wir im Wesentlichen der Verwaltungsantwort folgen würden, weil die Special Olympics in Kiel gerade erst gestern begonnen haben, es gibt noch keinen Anforderungs- katalog, es gibt noch keine Zahlen, und insofern finde ich das sehr vernünftig zu sagen, wir schauen jetzt erst mal bis dieser Anforderungskatalog draußen ist, denn der wesentliche Unterschied - ich habe noch mal nachgeschaut – zu 2008 ist, wenn die Zahlen, die ich ge- funden habe stimmen, dann sind das in Kiel dieses Jahr insgesamt 13.500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, darunter 4.600 Athletinnen und Athleten. Die Veranstaltung Special Olympics ist offensichtlich sehr erfolgreich, denn 2008 hatten wir in Karlsruhe 600 Sportle- rinnen und Sportler und 3.500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer insgesamt, das heißt, wir haben 10.000 mehr und ich denke, dann ist es schon vernünftig zu sagen, wir müssen schauen, ob wir das logistisch von der Infrastruktur, vom Transport und von den Sporthal- len - über Sporthallen brauchen wir ja nicht mehr diskutieren – überhaupt stemmen kön- nen. Also insofern finden wir das keine ganz so negative Antwort, sondern die Antwort prüft eben die Gegebenheiten und natürlich sehen wir die Chance und die Bewerbung als solche auch als eine hervorragende Idee. Stadtrat Braun (KULT): Grundsätzlich würden auch wir die Austragung der Special Olym- pic Games in Karlsruhe begrüßen. Wir finden nur, jetzt ist zu ziemlich der unpassendste Zeitpunkt hierfür überhaupt, denn aktuell fehlt uns einfach noch die Infrastruktur. Wir hät- ten aktuell keine passenden Veranstaltungsstätten und um es mal ganz klar zu benennen, eine solche Veranstaltung braucht die Europahalle oder eben eine vergleichbare Halle. Wie – 3 – von der Verwaltung bereits beschrieben, könnten wir aktuell nicht einmal die Logistik für die gebrauchten Übernachtungen bereitstellen. So sehr eine solche Veranstaltung auch wünschenswert wäre, sagen wir daher, Special Olympic Games in Karlsruhe sehr gerne, 2022 aber bitte nicht. Stadtrat Hock (FDP): Herr Kollege Hodapp, das habe ich auch heute Morgen nachge- schaut, und die Zahlen haben mich dann erschlagen. Ich habe auch nachgeblättert, was denn damals bei uns war. Ein Bruchteil davon, was jetzt in Kiel gerade läuft. Ich finde, ganz ehrlich, damals hatten wir eine Europahalle, die funktionierte. 2022 kann es sein, dass wir nichts Großartiges vorhalten können. Ich glaube, es wäre der Ehrlichkeit halber unverant- wortlich, wenn wir das jetzt auf den Weg bringen würden, mit der Prämisse nicht eine Eu- ropahalle und eventuell nicht eine andere Sporthalle zu haben. Wir haben heute gehört, vielleicht ist sie fertig, vielleicht aber auch nicht. Die Idee ist super, meine Fraktion würde den Weg gerne mitgehen, aber wenn ich erfahre, dass fast 14.000 Leute kommen - bis dorthin sind es vielleicht 5.000 Athletinnen und Athleten - kann ich nur abraten bei der jetzigen Situation, die wir hier in Karlsruhe haben. So eine Bewerbung auf den Weg zu bringen, wäre meines Erachtens unverantwortlich, wir würden das nicht gestemmt be- kommen. Stadtrat Hermanns (SPD): Ich wollte ganz kurz etwas in die Diskussion einwerfen. Kiel hat 247.000 Einwohner und ist in der Lage 13.000 Menschen unterzubringen. Wir geben Jahr für Jahr sehr viele Geld aus. Für das Indoor Meeting hatten wir auch einmal angedacht vielleicht 2020 uns für die Europaleichtathletikmeisterschaften zu bewerben. Auch das war eine Argumentationslinie warum wir Jahr für Jahr viel Geld dafür investieren, um unseren Sportstandort attraktiv zu gestalten. Jetzt wollen wir allen Ernstes sagen, wir sind mit über 300.000 Einwohnern nicht in der Lage etwas Vergleichbares wie in Kiel auf die Beine stel- len zu können, mit einer Vorlaufzeit von fast 4 Jahren, das überrascht mich sehr. Wir reden doch immer hier von einer Leistungsfähigkeit von einer Sportstadt, Inklusion schreiben wir auch immer hoch auf die Fahnen, also von daher ein bisschen mehr Mut und Zuversicht bitte! Stadtrat Dr. Schmidt (AfD): Wir von der AfD stehen der Idee von Special Olympic Games hier in Karlsruhe auch positiv gegenüber. Man kann es nicht vergleichen mit dem Indoor Meeting, wo ich nur sehr wenige hochklassige Athleten habe. Das ist eine ganz andere Anforderung, ich brauche zwar eine Sporthalle, die viele Zuschauer fasst, aber ich habe nur sehr wenige Athleten. Hier haben wir eigentlich genau das Gegenteil. Vom Zuschau- er/Athletenverhältnis sieht es ganz anders aus. Wir müssen die Athleten und ihre Betreuer irgendwo unterbringen. Das muss einfach auch klappen, und man muss die Sportstätten haben, sonst macht man sich doch lächerlich. Wenn wir uns bewerben würden und wir würden die Hallen vorlegen, die wir bis dahin sicher haben, dann würden wir uns ja lächer- lich machen. Deswegen sollte man es vielleicht schon prüfen, ob es für 2022 klappt, aber ich glaube, die meisten werden erwarten, dass es 2022 noch nicht klappen kann, aber viel- leicht klappt es 2024, deswegen würde ich die Idee auf alle Fälle favorisieren, aber ergeb- nisoffen, sodass die Verwaltung prüft, so wie es zugesichert wurde, und wenn es 2022 nicht klappt, dann eben für die nächsten Jahre. Der Vorsitzende: Ich schätze mal, dass sie alle vier Jahre ausgerichtet werden, dann wä- ren wir bei 2026. Ich höre jetzt ganz viele gute Argumente, die den Vorschlag der Verwal- tung eigentlich stärken, dass wir uns erst mal über die Anforderungen unterhalten und es – 4 – dann im Sportausschuss diskutieren, weil wir tappen ein bisschen im Dunkeln. Ich glaube, man kann auch darstellen, warum Kiel an der einen oder anderen Stelle vielleicht eine bes- sere Infrastruktur hat als Landeshauptstadt, was Hotelkapazitäten und Ähnliches betrifft. Das kann man sicherlich untersuchen und dann können wir das noch mal diskutieren, das wäre mein Vorschlag zur Güte. Die Antragsteller können dem so folgen, dann können wir das jetzt hier beenden. Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt – Ratsangelegenheiten 25. Mai 2018