Jahresbericht 2017 des Beirates für Menschen mit Behinderungen und der Kommunalen Behindertenbeauftragten

Vorlage: 2018/0080
Art: Beschlussvorlage
Datum: 20.02.2018
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Sozial- und Jugendbehörde
Erwähnte Stadtteile: Daxlanden, Knielingen, Nordstadt, Oberreut, Südstadt, Waldstadt

Beratungen

  • Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 20.03.2018

    TOP: 8

    Rolle: Entscheidung

    Ergebnis: Kenntnisnahme

Zusätzliche Dateien

  • Anlage Jahresbericht Menschen mit Behinderungen
    Extrahierter Text

    Stadt Karlsruhe Sozial- und Jugendbehörde Jahresbericht 2017 DES BEIRATES FÜR MENSCHEN MIT BEHINDERUNGEN UND DER KOMMUNALEN BEHINDERTENBEAUFTRAGTEN 2| Jahresbericht 2017 Behindertenbeirat/Behindertenbeauftragte Inhaltsverzeichnis TEIL 1 – DER BEIRAT FÜR MENSCHEN MIT BEHINDERUNGEN ............................................................. 4 Der Beirat in leichter Sprache ..................................................................................................................... 4 Vorbemerkung ........................................................................................................................................... 6 Arbeitsweise im Berichtsjahr 2017 .............................................................................................................. 6 Sitzungen ................................................................................................................................................... 6 Jahresgespräche ......................................................................................................................................... 7 Gespräch mit Herrn Bürgermeister Dr. Lenz ................................................................................................. 7 Zusammenarbeit mit Stadtseniorenrat, Forum Ehrenamt, Fahrgast-Beirat und GPV-Jugend .......................... 7 Beteiligung des Beirates in den städtischen Ausschüssen ............................................................................. 7 Planungsauschuss .................................................................................................................................. 8 Sozialausschuss ...................................................................................................................................... 8 Jugendhilfeausschuss ............................................................................................................................. 9 Teilnahme am „Runden Tisch Inklusion“ ..................................................................................................... 9 Inklusion in Horten ................................................................................................................................ 9 TEIL 2 – TÄTIGKEITSBERICHT 2017 .......................................................................................................10 Menschen mit Behinderungen in Karlsruhe ............................................................................................... 10 Barrierefreier Wohnraum in Karlsruhe ....................................................................................................... 10 Start der Web-App „Karlsruhe barrierefrei...“ ........................................................................................... 11 Beförderungsdienst .................................................................................................................................. 12 I. Beförderungsdienst am Wochenende und am Abend ........................................................................ 12 II. Auswirkung der Reduzierung von Fahrten im Zuge der Haushaltsstabilisierung .................................. 12 Neugestaltung Kaiserstraße ...................................................................................................................... 13 Malbuch „Was sind das für weiße Streifen?“ ............................................................................................ 14 Barrierefreie Ladengeschäfte ..................................................................................................................... 14 Barrierefreie Haltestellen ........................................................................................................................... 14 TEIL 3 – GEMEINSAME PROJEKTE .........................................................................................................15 „Mitbestimmen ist wichtig - Barrierefrei wählen in Karlsruhe“ ..................................................................... 15 Leichte Sprache – damit alle verstehen und mitreden können! ..................................................................... 15 TEIL 4 – TÄTIGKEITSBERICHT DER KOMMUNALEN BEHINDERTENBEAUFTRAGTEN ........................17 Die Kommunale Behindertenbeauftragte in Leichter Sprache ........................................................................ 17 Beratung und Kooperation mit städtischen Dienststellen .............................................................................. 22 Persönliche Beratungen ............................................................................................................................... 23 Die Arbeit als Geschäftsführung des Behindertenbeirates ............................................................................. 23 Stadtteil-Sprechstunden .............................................................................................................................. 24 Netzwerke .................................................................................................................................................. 24 Sozial- und Jugendbehörde |3 Inhaltliche Arbeit ......................................................................................................................................... 25 Barrierefreie Veranstaltungen ...................................................................................................................... 25 I. Prüfung der Internetseite von DAS FEST ............................................................................................... 25 II. Workshop mit Sicherheitspersonal von DAS FEST .................................................................................. 26 III. Ausstellung anlässlich des internationalen Tags der Menschen mit Behinderung am 3. Dezember 2017 ......................................................................................................................... 26 TEIL 5 – ZUSAMMENSETZUNG DES BEIRATES .....................................................................................27 TEIL 6 – PRESSESPIEGEL .........................................................................................................................30 IMPRESSUM .............................................................................................................................................37 4| Jahresbericht 2017 Behindertenbeirat/Behindertenbeauftragte TEIL 1 – DER BEIRAT FÜR MENSCHEN MIT BEHINDERUNGEN DER BEIRAT IN LEICHTER SPRACHE Hier erklären wir in Leichter Sprache den Beirat für Menschen mit Behinderungen in Karlsruhe. Der Beirat für Menschen mit Behinderungen vertritt die Interessen der Menschen mit Behinderungen in Karlsruhe. Das heißt: Er setzt sich für die Menschen mit Behinderungen ein. Der Beirat setzt sich dafür ein: Für Menschen mit Behinderungen soll die Teilhabe in allen Bereichen besser werden. Sozial- und Jugendbehörde |5 Bei der Arbeit Beim Wohnen Beim Reisen Bei der Freizeit Der Beirat setzt sich für den Abbau von allen Barrieren ein: Bei Bussen, bei Straßenbahnen und bei Gebäuden. Der Beirat für Menschen mit Behinderungen will ein besseres Miteinander der Menschen mit Behinderungen und Menschen ohne Behinderungen. 6| Jahresbericht 2017 Behindertenbeirat/Behindertenbeauftragte VORBEMERKUNG Mit der erstmaligen Bestellung der Kommunalen Behindertenbeauftragten in Karlsruhe stand auch ein Wechsel der Geschäftsführung des weisungsunabhängig arbeitenden Beira- tes an. Seit Gründung im Jahre 2003 wurde die Geschäftsführung des Beirates durch die Stelle der Behindertenkoordination der Stadt Karlsruhe wahrgenommen. Nun sollte - auf Vorschlag der Verwaltung -die Geschäftsführung auf die ebenfalls weisungsunabhängig ar- beitende Behindertenbeauftragte übergehen. In den vergangenen Jahren hatte die Behindertenkoordinatorin Frau Marion Schuchardt die- se Aufgabe übernommen und den Beirat begleitet. Frau Schuchardt übergab zum 1. Mai 2017 die Geschäftsführung des Beirates an die Behindertenbeauftragte in Karlsruhe Frau Ulrike Wernert. Im Rahmen ihrer Aufgaben als Sozialplanerin übernimmt die Koordinatorin für Menschen mit Behinderung weiterhin wichtige Aufgaben. Der Beirat dankt Frau Schuchardt für die gu- te Zusammenarbeit. ARBEITSWEISE IM BERICHTSJAHR 2017 In Karlsruhe gibt es drei Säulen, die sich um die Belange von Menschen mit Behinderungen kümmern:  Beirat für Menschen mit Behinderungen  Kommunale Behindertenbeauftragte  Behindertenkoordinatorin Das Jahr 2017 war geprägt von einer Neuorientierung und Neufindung der Aufgaben, je- doch mit unterschiedlichen Ausgangspositionen. So arbeiten die Mitglieder des Beirates eh- renamtlich, die weisungsunabhängige Kommunale Behindertenbeauftragte hauptamtlich, die Behindertenkoordinatorin im Auftrag der Stadt Karlsruhe. Doch alle drei Stellen haben das gleiche Ziel: Rahmenbedingungen, Strukturen und Dienstleitungen so zu verändern, dass es allen Menschen unabhängig von ihren persönlichen Ausgangsvoraussetzungen möglich ist, am Leben teilzunehmen und dazu zu gehören. Zu Beginn der Zusammenarbeit waren Unsicherheiten hinsichtlich der neuen Rollenverteilung spürbar. Es folgte eine Zeit des Ken- nenlernens und der gegenseitigen Annäherung. Enge Absprachen und ein guter informeller Austausch haben bis zum Ende des Jahres zu einer guten und konstruktiven Zusammenar- beit geführt. SITZUNGEN Der Beirat für Menschen mit Behinderungen traf sich im Berichtsjahr 2017 in sechs Sit- zungen mit dem gesamten Gremium. In einer Klausurtagung im Oktober 2017 beschäftigte sich das Gremium intensiv mit der Überarbeitung des Leitfadens, der Wahl- und Geschäftsordnung. Die einzelnen Arbeitsgruppen trafen sich zwischen den Sitzungen. Sozial- und Jugendbehörde |7 JAHRESGESPRÄCHE Im Kalenderjahr 2017 wurden Gespräche mit den einzelnen Ämtern der Stadt Karlsruhe oder politischen Vertretungen der Fraktionen aufgrund der Neuorientierung und aus Zeit- gründen zurückgestellt. Für 2018 sind bereits Termine festgelegt. Das erste Gespräch mit der Leiterin des Amtes für Hochbau und Gebäudewirtschaft, Frau Anne Sick, hat am 17. Januar 2018 stattgefunden. GESPRÄCH MIT HERRN BÜRGERMEISTER DR. LENZ Im November traf sich der Vorstand des Beirates mit Herrn Bürgermeister Dr. Martin Lenz. Mit dabei war erstmals die Kommunale Behindertenbeauftragte. Themen waren:  die Entwicklung der Zusammenarbeit zwischen dem Beirat und der Kommunalen Behindertenbeauftragten,  Schwierigkeiten in der Arbeit 2017,  die Reduzierung der Fahrten mit dem Beförderungsdienst,  Suche nach einem zentralen Standort für das Büro der Kommunalen Behinderten- beauftragten,  Ausblick auf das Jahr 2018 (Neuwahlen des Beirates, Inklusionspreis),  Projekte für Menschen mit Behinderungen im Freizeitbereich. Das Gespräch mit Herrn Bürgermeister Dr. Lenz war sehr konstruktiv und fand in guter, angenehmer Atmosphäre statt. ZUSAMMENARBEIT MIT STADTSENIORENRAT, FORUM EHRENAMT, FAHRGAST-BEIRAT UND GPV-JUGEND Der Beirat wird im Stadtseniorenrat durch Herrn Weber und seine Stellvertreterin Frau Rappold vertreten, im Forum Ehrenamt durch Frau von Malottki und ihre Stellvertreterin Frau Schönfeld. Im Fahrgastbeirat fand im Jahr 2017 durch das Ausscheiden von Herrn Jürgen Bräunsdorf aus dem Beirat ein Wechsel statt. Frau Bröker wurde dem Fahrgastbei- rat als neue Vertreterin des Beirates vorgeschlagen und dann auch bestätigt. Im Gemein- depsychiatrischen Verbund Jugend (GPV-Jugend) wird der Beirat ebenfalls durch Frau Bröker vertreten. BETEILIGUNG DES BEIRATES IN DEN STÄDTISCHEN AUSSCHÜSSEN Der Beirat wird in folgenden drei Ausschüssen vertreten:  Planungsausschuss  Sozialausschuss  Jugendhilfeausschuss 8| Jahresbericht 2017 Behindertenbeirat/Behindertenbeauftragte Planungsausschuss Herr Roland Lorenz vertrat im Planungsausschuss auch im Jahr 2017 den Behindertenbei- rat sowohl im öffentlichen wie auch im nichtöffentlichen Teil. Sozialausschuss Frau Dr. Elke Wagner vertritt den Behindertenbeirat im Sozialausschuss, ihr Stellvertreter ist Herr Manfred Weber. Die Sitzungen des Sozialausschusses fanden am 22. Februar, 21. Juni und am 25. Oktober 2017 statt. Es handelt sich grundsätzlich um nichtöffentliche Sitzungen. Folgende Themen waren für die Arbeit des Beirates relevant:  Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung 2017 – Handlungsfelder, Daten- vergleich Maßnahmen und Vorschläge Die Zahl der Menschen, die Eingliederungshilfe in Anspruch nehmen, stieg in den letzten Jahren stetig an. Im Jahr 2005 waren es circa 1.200 Menschen, im Jahr 2010 waren es circa 1.600 und 2016 nahezu 2.000 Menschen. Inklusion und am- bulante Versorgung erhielten durch den demographischen Wandel eine neue Be- deutung. Das Ziel ambulant vor stationär konnte in den letzten Jahren gut umge- setzt werden. Die Anzahl der ambulanten Versorgung ist in allen Bereichen stark angestiegen. Zu den aktuellen Schwerpunktthemen gehören die Weiterentwick- lung der ambulanten Wohnangebote, die Inklusion von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen und die pflegerische Versorgung in den Einrichtungen der Ein- gliederungshilfe aufgrund des demographischen Wandels.  UN-Behindertenrechtskonvention: Handlungsfeld Wohnen – Ziele und Maßnahmen Die Erhöhung des ambulanten Wohnangebotes für Menschen mit geistiger, kör- perlicher oder mehrfacher Behinderung ist das erklärte Ziel. Die Sicherstellung der ambulanten Versorgung der Menschen mit Behinderung aus Karlsruhe wird in Ko- operation mit den Trägern geplant. Wohnortnahe, stationäre Unterbringung der Menschen mit geistigen, körperlichen oder mehrfachen Behinderung aus Karlsruhe soll durch Planungen von Wohnheimen, die je zur Hälfte durch die Stadt und auch dem Landkreis belegt werden können, erreicht werden. Trotz der geplanten Bau- vorhaben besteht eine Unterversorgung an stationären Plätzen in Karlsruhe. Es bleibt viel zu tun. Auch die Schaffung von Angeboten für Menschen mit Behinde- rung und zunehmendem Pflegebedarf im Alter war ein weiteres Thema im Sozial- ausschuss.  Konzept „Junge unversorgte psychisch behinderte Erwachsene im Übergang Ju- gendhilfe – Eingliederungshilfe“ Nach der Vorstellung eines Konzeptes mit klaren konkreten Inhalten, lagen zwei Inte- ressensbekundungen zu diesem Projekt vor. Die Belegung soll sehr zeitnah erfolgen. Fachleistungen in diesem Bereich werden über die Eingliederungshilfe des Sozialam- tes finanziert. Die Zielgruppe ist dem Sozialamt bekannt und erhält von dort bereits Leistungen. Die Vermittlung in das neue Angebot erfolgt über das Fallmanagement der Hilfeplanung. Sozial- und Jugendbehörde |9 Jugendhilfeausschuss Frau Ursula Baron vertritt den Behindertenbeirat im Jugendhilfeausschuss, Stellvertreterin ist Frau Rosemarie Zelch. Die Tagesordnungspunkte behandelten die Aufnahme weiterer Kita-Projekte in die Be- darfsplanung, die Förderung von Sprachbildung in den Kindertageseinrichtungen und die Grundschulkindbetreuung im Hort. Für den Beirat von Relevanz war die Vorstellung der Befragungsergebnisse zur offenen Kinder- und Jugendarbeit. Befragt wurden Besucherinnen und Besucher im Alter ab 12 Jahren in acht Einrichtungen. Der Beirat freut sich darüber, dass die offenen Angebote der Kinder- und Jugendhäuser von der Zielgruppe sehr gut angenommen werden. Weitere Themen wurden im Berichtsjahr 2017 umfassend durch den Jugendhilfeaus- schuss beraten und beschlossen. Diese haben den Beirat von Menschen mit Behinderun- gen nicht direkt betroffen. TEILNAHME AM „RUNDEN TISCH INKLUSION“ Inklusion in Horten Der Beirat für Menschen mit Behinderungen wird an dem „Runden Tisch Inklusion“ von Beate von Malottki und Rosemarie Zelch vertreten. Im Rahmen des Runden Tisches Inklu- sion wurde darauf aufmerksam gemacht, dass zunehmend auch Familien mit Kindern, die einen besonderen Förder- und Unterstützungsbedarf haben, auf eine ganztägige Betreu- ung der Kinder angewiesen sind. Im Schuljahr 2016/2017 wurden 57 Grundschulkinder mit besonderem Förderbedarf in Schülerhorten betreut. Dazu gehören Kinder, die ein sonderpädagogisches Beratungs- und Bildungszentrum (SBBZ) besuchen, Kinder, die in- klusiv beschult werden und/oder Kinder mit Anspruch auf Eingliederungshilfe im Rahmen des Sozialgesetzbuches (SGB) XII oder SGB VIII. Für die tägliche Arbeit der Horte bedeutet dies erhöhte Anforderungen für die Abstimmung mit der Schule, den Eltern und weiteren Beteiligten. Zum anderen erfordert die Umsetzung einer auf den individuellen Bedarf ab- gestimmten Förderung und Betreuung zusätzliche Kenntnisse über Behinderungen oder Einschränkungen sowie eine stärkere persönliche Zuwendung. Die UN-Konvention (UN-BRK) über die Rechte von Menschen mit Behinderungen, seit dem 29. März 2009 geltendes Recht in Deutschland, gibt in Artikel 24 das Ziel einer gemeinsa- men Beschulung von Kindern und Jugendlichen mit und ohne Behinderungen auch für Schulen in Deutschland vor. Menschen mit Behinderungen dürfen aufgrund ihrer Behinde- rung nicht vom allgemeinen Bildungssystem ausgeschlossen werden. Inklusion beschränkt sich dabei nicht nur auf die Schulen, sondern bedeutet die vollständige, uneingeschränkte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu jeder Zeit und an jedem Ort. Das wurde von uns immer wieder eingefordert. Der Beirat für Menschen mit Behinderungen begrüßt den Beschluss des Gemeinderates, ab 1. September 2018 einen Fachkraftzuschlag für integrative Hortgruppen von 0,1 Vollzeitstel- len pro inklusiv betreutem Kind, und ein Budget von 40.000 Euro jährlich für die Weiterqua- lifizierung des gesamten Hortpersonals zur Umsetzung der Inklusion zur Verfügung zu stel- len. 10| Jahresbericht 2017 Behindertenbeirat/Behindertenbeauftragte TEIL 2 – TÄTIGKEITSBERICHT 2017 MENSCHEN MIT BEHINDERUNGEN IN KARLSRUHE Als Interessenvertretung von rund 28.000 Menschen mit einem Schwerbehindertenausweis in Karlsruhe setzt sich der Beirat ein für die  grundsätzliche Verbesserung der Lebensverhältnisse von Menschen mit Behinderun- gen,  Gestaltung eines barrierefreien und inklusiven Gemeinwesens,  Sensibilisierung der Öffentlichkeit für die Belange von Menschen mit Behinderungen. Die Verbesserung der Lebensqualität von Menschen mit und ohne Handicaps und Schaffung einer barrierefreien Umwelt sind Hauptaugenmerk des Beirates. Ein wichtiges Anliegen ist für den Beirat die gelebte Inklusion in öffentlichen Einrichtungen, die als Vorbild mit gutem Beispiel voran gehen sollte. Um diese Ziele zu erreichen, müssen die Anliegen einmal gegen- über der Verwaltung aber auch gegenüber den politischen Vertretern formuliert werden. Wichtig ist dem Beirat auch die Einbindung und Begleitung städtischer planerischer Vorha- ben im Bereich der Behindertenhilfe. Langjährige Erfahrungen aus der Sicht der „Expertin- nen und Experten in eigener Sache“ sind oft hilfreich, unterstützen und geben Anregungen für neue Entwicklungen. Im Vergleich zum Vorjahr haben sich die statistischen Zahlen nicht verändert. Nahezu jede zehnte in Karlsruhe lebende Person ist von einer Schwerbehinderung betroffen. Die Zahl der Schwerbehinderten ist in zwölf Jahren um 20 Prozent gestiegen. 60,6 Prozent aller Schwer- behinderten sind im Seniorenalter (65 Jahre und älter) Über ein Drittel aller Frauen (386 je 1.000) und knapp ein Viertel aller Männer im Rentenalter (236 je 1.000) gelten als schwer- behindert. Über ein Viertel aller schwerbehinderten Menschen in Karlsruhe haben einen Grad der Behinderung (GdB) von 100. Die Grundlage der Arbeit stellt die UN-BRK über die Rechte von Menschen mit Behinde- rungen dar, die im Jahre 2009 von Deutschland ratifiziert wurde. Die Ziele dieser Behin- dertenrechtskonvention sind die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinde- rungen an der Gesellschaft, deren Selbstbestimmung und Barrierefreiheit und Chancen- gleichheit. Diese Ziele bestimmen auch die Arbeit des Beirates auf kommunaler Ebene. BARRIEREFREIER WOHNRAUM IN KARLSRUHE In einer Sitzung beschäftigt sich der Beirat mit der Frage: Wie stellt sich die Situation be- züglich barrierefreiem Wohnraum in Karlsruhe dar? Zu diesem Thema wurde Frau Kulik von der Volkswohnung (VoWo) eingeladen, um über die Planung und den Bau neuer Wohnungen in Karlsruhe zu berichten. Gemeinsam mit dem Beirat wurden folgende Fra- gen diskutiert:  Was tut die VoWo, um barrierefreien Wohnraum zu schaffen?  Gibt es eine Bedarfsanalyse, an der sich die VoWo orientiert?  Wie gestaltet sich der Kontakt zu möglichen Trägern? Sozial- und Jugendbehörde |11 START DER WEB-APP „ KARLSRUHE BARRIEREFREI...“ “Das Ziel dieser Web-App ist die Erhöhung der Mobilität und der Teilhabe am gesellschaftli- chen Leben für Menschen mit Behinderungen. Damit wurde ein Projekt des Beirates für Menschen mit Behinderungen der Stadt Karlsruhe realisiert. Auf der Grundlage von circa 200 vom Liegenschaftsamt ausgemessenen Gebäuden in Karlsruhe können sich Menschen mit Behinderungen zuhause oder auf dem Smart-Phone barrierefreie Orte in Karlsruhe aus- suchen. Sei es ein barrierefreies Restaurant, die nächste barrierefreie Toilette oder auch das nächste barrierefreie Bürgerbüro, diese Gebäude lassen sich jetzt leichter finden.“ (Text und Foto: Stadt Karlsruhe www.karlsruhe.de/barrierefrei) Der im Jahr 2013 gestellte Antrag mehrerer Fraktionen auf Einrichtung einer „Barrierefreien Datenbank“ konnte dann im Jahr 2017 durch das Projekt „Web-App online“ endlich reali- siert werden – Hartnäckigkeit zahlt sich doch aus. Mit Engagement und großer Unterstüt- zung setzte das Liegenschaftsamt der Stadt Karlsruhe dieses Projekt „nahezu“ um. Der Beirat für Menschen mit Behinderungen sieht diese Web-App als ersten Schritt in die richtige Richtung und bringt dieses auch mit dem Namen „Karlsruhe barrierefrei...“ zum Ausdruck. Die drei Punkte stehen für: Wir sind auf dem Weg. Da die Web-App selbst nicht barrierefrei und für blinde oder sehbehinderte Menschen nur kaum nutzbar ist. Blinde und sehbehinderte Menschen benötigen hingegen eine Technik mit Sprachausgabe, so dass die Informationen durch ein so genanntes „Voice-Tool“ verbalisiert werden. Um die Web-App auch für blinde und sehbehinderte Menschen anzupassen, wurde im Jahr 2017 unter anderem in Zusammenarbeit mit der Technischen Hochschule Mittelhessen, Zentrum BliZ und dem Liegenschaftsamt der Stadt Karlsruhe nun ein „Voice-Tool“ entwickelt. Wir hoffen auf baldige Umsetzung. Die Weiterentwicklung und Pflege der Web-App muss aber auch im Hinblick auf neu aufzu- nehmende Ziele weiter verfolgt werden. Das darf nicht aus den Augen verloren werden. Wichtig wäre die Möglichkeit für Nutzende, Orte selbst anlegen und beschreiben zu können. Dann kann sie auch für Gastronomie und andere private Unternehmen sowie im Tourismus- bereich attraktiv sein. Hier besteht Entwicklungsbedarf! 12| Jahresbericht 2017 Behindertenbeirat/Behindertenbeauftragte BEFÖRDERUNGSDIENST I. Beförderungsdienst am Wochenende und am Abend Über das Jahr häufen sich die Beschwerden von Bürgerinnen und Bürgern, die ihre Fahr- dienste nicht zu den gewünschten Zeiten in Anspruch nehmen können. Besonders in den Abendstunden werden sie oft abgewiesen, weil die Fahrten aus betriebswirtschaftlichen Gründen sich nicht rechnen. Die Kosten sind für die Beförderungsdienste höher als die Ein- nahmen. Auch Menschen mit Behinderungen möchten in ihrer abendlichen freien Zeit Freunde tref- fen, an kulturellen Veranstaltungen oder am Sport teilnehmen. Um die Frage zu klären, wel- che Gründe diese Beschwerden haben und ob es Lösungsmöglichkeiten gibt, hat die Abtei- lung Eingliederungshilfe am 26. April 2017 zu einem gemeinsamen Gespräch eingeladen. Beteiligt waren Karlsruher Fahrdienste, Vertreterinnen und Vertreter des Beirates für Men- schen mit Behinderungen, die Behindertenkoordinatorin, die Kommunale Behindertenbeauf- tragte und die Abteilung Eingliederungshilfe. Im Gespräch mit den Beförderungsdiensten zeigte sich, dass untereinander eine große Kon- kurrenz herrscht. Grundsätzlich stehen mehrere Fahrdienste auch an Wochenenden zur Ver- fügung. Viele Nutzende sprechen jedoch vorrangig „ihren“ Fahrdienst an – fremde Fahr- dienste werden nur zurückhaltend in Anspruch genommen. Stammkundinnen und Stamm- kunden werden vorrangig bedient. Der Hinweis, dass Menschen mit einer Behinderung am Wochenende beziehungsweise in den Abendstunden nicht befördert werden, konnte nicht bestätigt werden. Eine neue und übersichtliche Liste mit allen Fahrdiensten wurde von der Sozial- und Jugendbehörde Karlsruhe daraufhin erstellt. II. Auswirkung der Reduzierung von Fahrten im Zuge der Haushaltsstabilisierung Der Gemeinderat der Stadt Karlsruhe hat in seiner Sitzung am 26. April 2016 im Rahmen des 1. Maßnahmenpakets zum Haushaltsstabilisierungsprozess (HSPKA) eine Kürzung des bisher zulässigen Kontingents in Höhe von 50 Fahrten pro Quartal (200 Fahrten pro Jahr) auf maximal 36 Fahrten pro Quartal (144 Fahrten pro Jahr) befürwortet. Mehrfache eindringliche Hinweise an die Politik und die Öffentlichkeit von Seiten des Beira- tes auf die Beibehaltung der 200 Fahrten schlugen leider fehl. Auch die Unterstützung durch die Kommunale Behindertenbeauftragte konnte kein Umdenken für Menschen, die auf diese Fahrten angewiesen sind, erwirken. In der Sitzung des Gemeinderates am 15. November 2016 wurde nach politischen Abstimmungsproblemen die Kürzung von 200 auf 144 Frei- fahrten beschlossen. Gleichzeitig wurde die Flexibilisierung der Fahrten, das heißt die Aufhe- bung der Quartalsbindung, beschlossen. Vermisst hat der Beirat in dieser Diskussion Fragen zu Auswirkungen und Konsequenzen für die einzelne Person. Nicht unerwähnt sollten in diesem Zusammenhang auch die erschwer- ten Bedingungen durch die „Baustellensituation“ in Karlsruhe bleiben. Immer wieder muss- ten wir auch darauf hinweisen, dass für die Hinfahrt eine Fahrt abgerechnet wird, aber auch für die Rückfahrt eine zweite Fahrt. So stehen den betroffenen Menschen für ein Jahr insge- samt 72 Fahrten die Hin- und Rückfahrt zur Verfügung. Sozial- und Jugendbehörde |13 Besonders hart sind alte Menschen betroffen, die sonst keine andere Möglichkeit haben, das Zuhause zum Einkaufen oder für eine Teilnahme am kulturellen Leben zu verlassen. Oft ha- ben viele nicht den Mut, bei der ausstellenden Behörde zusätzliche Fahrten zu beantragen und bleiben dann zu Hause. Einige dieser Berechtigten haben Anträge auf zusätzliche Fahr- ten als Teilhabeleistung gestellt. Die Situation ist nicht zufriedenstellend. Der Beirat fordert, die Reduzierung der Fahrten wie- der aufzuheben. Er wird daher einen entsprechenden Antrag zum Doppelhaushalt 2018/2019 einbringen. NEUGESTALTUNG DER KAISERSTRASSE Für Menschen mit einer Behinderung ist die Möglichkeit, sich in Freiräumen einer Stadt un- abhängig und sicher orientieren zu können, eine wesentliche Voraussetzung für die gleich- berechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Zur Umsetzung des Blindenleitsystems (BLS) in der zukünftigen Kaiserstraße stellte der Beirat Herrn Bürgermeister Michael Obert (Baudezernat) in der Vergangenheit ein Konzept zum Thema „Zukünftige barrierefreie Gestaltung der Fußgängerzone Kaiserstraße“ zur Verfü- gung. Darüber hinaus wollte der Beirat einen Kontraststreifen beziehungsweise zwei Kontraststrei- fen neben den beidseitigen Blindenleitstreifen auf der Kaiserstraße. Dies ist für sehbehinder- te Menschen dringend erforderlich. Das ließ sich bisher nicht umsetzen. Es wurde zugesagt, dass  das taktile und kontrastreiche BLS zu den Abgängen der U-Strab auch am Marktplatz und am Europaplatz vorgesehen ist,  das BLS weiter als 0,6 m von der Häuserfront entfernt sein wird und  eine Überlagerung des BLS durch Gastronomiebetriebe oder Auslagen der Geschäfts- treibenden notfalls durch den Ordnungsdienst verhindert wird. Die Mitglieder des Behindertenbeirates und Vertreterinnen und Vertreter des Badischen Blin- den- und Sehbehindertenverbandes und anderer Selbsthilfegruppen haben die Musterfläche für den neuen Bodenbelag der zukünftigen Kaiserstraße auf ihre Barrierefreiheit überprüft. Leider mit dem Ergebnis, dass die Fläche noch nicht für alle Menschen mit Sehbehinderun- gen barrierefrei nutzbar ist. Die Bodenfläche ist gut mit dem Rollstuhl befahrbar. Die Regenrinne stellt durch ihre flache Absenkung keine Barriere dar. Das Blindenleitsystem ist mit dem Langstock gut ertastbar. Das hat uns alle sehr gefreut. Lediglich der Bodenbelag für die neue Kaiserstraße sollte in der Gesamtheit den Kontrast gemäß der DIN 32984 sowie der Kontrastenorm DIN 32975 erfül- len. In einem gemeinsamen Gespräch mit Herrn Bürgermeister Michael Obert und Vertreterinnen und Vertretern aus dem Stadtplanungsamt sowie aus dem Tiefbauamt wurde dem Beirat zugesagt, dass über eine kontrastreichere Lösung nachgedacht wird. Eine Musterfläche soll dann durch den Beirat erneut auf die Tauglichkeit geprüft werden. 14| Jahresbericht 2017 Behindertenbeirat/Behindertenbeauftragte Der Beirat wird sich auch für die Anbindung der Querstraßen mit einem BLS einsetzen und vertritt weiterhin die Position, dass Kontraste beim BLS in der Kaiserstraße wünschenswert und optimaler sind. MALBUCH „WAS SIND DAS FÜR WEISSE STREIFEN?“ Im Jahr 2016 entstand die Idee zu einem Malbuch für Kinder mit pädagogisch kindge- rechter Erklärung zu den im Straßenbild sichtbaren Blindenleitstreifen unter dem Motto „Was sind das für weiße Streifen?“. Durch die Badische Beamten Bank Karlsruhe (BBB) hat der Beirat zur Realisierung eines Malbuches Fördergelder erhalten. Die Umsetzung des Projektes hat sich aus verschiedenen Gründen verzögert, soll aber nun umgesetzt werden. Die Aufträge für die Textarbeit und die Grafikarbeit sind vergeben. BARRIEREFREIE LADENGESCHÄFTE Auf Wunsch und mit Unterstützung des Beiratsmitgliedes Manfred Weber wurde die Liste der Geschäfte in Karlsruhe mit barrierefreiem Zugang aktualisiert. Diese Liste soll weiter- hin geführt und beworben werden. Die Auflistung ist auf der Internetseite der Stadt Karlsruhe „Barrierefrei einkaufen in der Innenstadt“veröffentlicht: https://www.karlsruhe.de/b3/soziales/personengruppen/behinderte/barrierefreiheit/einrich tungen/barrierefrei_shoppen.de BARRIEREFREIE HALTESTELLEN Im Jahr 2017 wurden folgende barrierefreie Haltestellen fertiggestellt beziehungsweise be- gonnen:  Essenweinstraße (Tullaplatz)  Hauptfriedhof (in der Tullastraße)  Tullastraße in der Durlacher Allee (Beginn Bautätigkeit) Der barrierefreie Ausbau folgender Haltestellen musste von 2017 nach 2018 verschoben werden:  Tullastraße in der Durlacher Allee (Fertigstellung Bautätigkeit)  Hauptfriedhof (in der Haid-und-Neu-Straße)  Untermühlstraße  Weinbrennerplatz  Kühler Krug (Fertigstellung)  Herweghstraße (noch fehlender stadtauswärtiger Bahnsteig) Sozial- und Jugendbehörde |15 TEIL 3 – GEMEINSAME PROJEKTE „MITBESTIMMEN IST WICHTIG – BARRIEREFREI WÄHLEN IN KARLSRUHE“ Anlässlich der Bundestagswahl wurde von der Kommunalen Behindertenbeauftragten zusam- men mit dem Beirat für Menschen mit Behinderungen eine Informationsveranstaltung „Mitbe- stimmen ist wichtig - Barrierefrei wählen in Karlsruhe“ durchgeführt. Weitere Partner waren die Landeszentrale für politische Bildung und das Wahlamt der Stadt Karlsruhe. In einem Work- shop wurden die Grundlagen der Demokratie und die Durchführung der Wahl erläutert und einfach erklärt. Intensive Gespräche gab es im Zusammenhang mit der Betreuung von Wahlbe- rechtigten und bezüglich deren möglichen Unterstützung dabei. In Artikel 29 garantiert die UN-BRK behinderten Menschen die politischen Rechte und die Möglichkeit, diese gleichberechtigt mit anderen beanspruchen zu können. Wahlverfahren, Wahleinrichtungen und Wahlmaterialien müssen geeignet, zugänglich sowie leicht zu verstehen und zu handhaben sein. Wir haben folgende Fragen diskutiert:  Warum ist wählen wichtig?  Wer kann wen wählen?  Wo und wie können Menschen mit einer Behinderung in Karlsruhe wählen?  Wie kann ich Hilfe beim Wählen bekommen?  Wie kann ich beim Wählen helfen? Politische Teilhabe ist allerdings mehr als nur an der Wahl teilzunehmen. Die Erweiterung und Verbesserung der Möglichkeiten der Beteiligung von Menschen mit Behinderungen am politischen Leben muss Ziel aller Verantwortlichen sein. Weitere Bildungsveranstaltun- gen zu diesem Thema sind daher geplant. LEICHTE SPRACHE – DAMIT ALLE VERSTEHEN UND MITREDEN KÖNNEN! Wer kennt das nicht – schwierige Zeitungsartikel, komplizierte Gebrauchsanweisungen oder unverständliche Formulare vom Amt, durch die man sich quälen muss, um dann am Ende doch nur die Hälfte zu verstehen. Besonders schwer haben es dabei Menschen mit Lernschwierigkei- ten, Menschen, die nicht gut deutsch können und zunehmend auch ältere Menschen, die die meist kleingedruckten Texte kaum noch entziffern können. Dabei gibt es die Leichte Sprache. Mit ihr kann man Zusammenhänge und Sachverhalte so ausdrücken, dass alle sie verstehen können. Es gibt Regeln, wie aus Schwerer Sprache Leichte Sprache wird. Kurze Sätze, einfache Wörter, große Schrift und gut erkennbare Bilder machen aus komplizierten Schriftstücken übersichtliche und leicht verständliche Texte. Entwickelt wurden die Regeln von Menschen mit und ohne Behinderung, die sich bereits vor über zehn Jahren im Netzwerk Leichte Sprache zusammengetan haben. Doch nur langsam 16| Jahresbericht 2017 Behindertenbeirat/Behindertenbeauftragte entwickelt sich in der Gesellschaft ein Bewusstsein dafür, welche Barriere vor allem die ge- schriebene Sprache für zahlreiche Menschen darstellt. Denn neben den Menschen mit Lern- schwierigkeiten gibt es Millionen von Menschen, die gar nicht oder nur bruchstückhaft lesen und schreiben können. Für sie wäre die Leichte Sprache das, was für Rolli-Fahrende die Rampe, für Blinde die Braille-Schrift und für Gehörlose die Gebär- de ist – ein Hilfsmittel, das ihnen mehr Selbstbestimmung und Teilhabe ermöglichen würde. Der Beirat für Menschen mit Behinderungen der Stadt Karlsruhe plant, zusammen mit der Kommunalen Behin- dertenbeauftragten im kommenden Jahr ein Netzwerk für Leichte Sprache in Karlsruhe zu gründen. In diesem Netz- werk sollen Vertreterinnen und Vertreter der Stadt und Expertinnen und Experten aus verschiedenen Einrichtun- gen der Behindertenhilfe gemeinsam daran arbeiten, die Leichte Sprache auch in Karlsruhe bekannt zu machen und Ämter, Organisationen sowie Un- ternehmen dafür zu gewinnen, sie zu lernen und anzuwenden. Das Projekt wird mit 17.550 Euro aus dem Förderprojekt „Impulse Inklusion“ des Landes Baden-Württemberg gefördert. Sozial- und Jugendbehörde |17 TEIL 4 – TÄTIGKEITSBERICHT DER KOMMUNALEN BEHINDERTENBEAUFTRAGTEN DIE KOMMUNALE BEHINDERTENBEAUFTRAGTE IN LEICHTER SPRACHE Leichte Sprache Ich bin die Behindertenbeauftragte der Stadt Karlsruhe. Mein Name ist Ulrike Wernert. Schwierige Wörter sind rot. Sie werden am Ende erklärt. Die Städte und Landkreise in Baden-Württemberg müssen einen Behindertenbeauftragten haben. Das kann natürlich auch eine Frau sein. Das steht im Landesbehindertengleichstellungsgesetz. 18| Jahresbericht 2017 Behindertenbeirat/Behindertenbeauftragte Die Stadt Karlsruhe hat so eine Stelle. Es gibt sie seit dem 1. Oktober 2016. Ich freue mich, dass ich diese Aufgabe übernehmen darf. Ich mache diese Arbeit, weil die UN-Behindertenrechtskonvention diese Punkte beschlossen hat:  Menschen mit Behinderungen dürfen keine Nachteile haben.  Alle müssen etwas dafür tun, dass Menschen mit Behinderungen selbst bestimmen können und dass sie überall mitmachen können. Meine Aufgabe ist: Die Anliegen der Menschen mit Behinderungen deutlich machen. Dafür sorgen, dass alle Menschen dafür Verständnis haben. Ich berate Einrichtungen oder einzelne Personen. Wenn über verschiedene Punkte gestritten wird, dann helfe ich zu einer Einigung. Niemand darf mir sagen, was ich tun muss. Zum Beispiel darf die Stadtverwaltung nicht über meine Arbeit bestimmen. Sozial- und Jugendbehörde |19 Es gibt viele Aufgaben in verschiedenen Bereichen. Und im Miteinander. Die Anliegen der Menschen sind ganz unterschiedlich. Wichtige Punkte sehe ich bei der Inklusion in Kindertageseinrichtungen und in der Schule. Und auch für die Barrierefreiheit in unserer Stadt. Ich möchte viel dafür tun, dass es Menschen mit Behinderungen in Karlsruhe besser geht. Der Kontakt zu den Menschen mit Behinderungen ist mir sehr wichtig. Und auch der Kontakt zu den Einrichtungen. 20| Jahresbericht 2017 Behindertenbeirat/Behindertenbeauftragte Ich möchte mit allen sprechen, die eine Verantwortung in der Politik und Verwaltung haben. Wenn Sie Fragen haben oder Wünsche, dann sprechen Sie mich einfach persönlich an. Sie können mich auch ansprechen, wenn Sie Infos brauchen. Sie können mich Montag bis Donnerstag anrufen. Die Telefonnummer ist: 0721 133 5900 Die E-Mail-Adresse ist: behindertenbeauftragung@karlsruhe.de Meine Büro-Adresse ist: Ulrike Wernert Kaiserallee 4 Rathaus West 76133 Karlsruhe Sozial- und Jugendbehörde |21 Erklärungen zu schwierigen Wörtern: Inklusion ist, wenn alle Menschen mitmachen können und mitbestimmen können. Keiner wird ausgeschlossen. Behindertenbeauftragte Eine Person hat den Auftrag, sich für Menschen mit Behinderungen einzusetzen. Diese Person kümmert sich zum Beispiel darum, dass es keine Hindernisse für Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer gibt. Landesbehindertengleichstellungsgesetz. Das ist ein Gesetz vom Land Baden-Württemberg. Darin steht, dass alle Menschen mit Behinderung die gleichen Rechte haben, wie Menschen ohne Behinderungen. UN-Behindertenrechtskonvention. Das ist eine Sammlung von Gesetzen für Menschen mit Behinderung, damit diese Menschen die gleichen Rechte bekommen, wie alle Menschen. Politik ist, wenn eine Person oder eine Gruppe bestimmte Interessen durchsetzen will. Interesse ist das Wort dafür, was ein Mensch gerne mag oder dafür, was er wissen will. 22| Jahresbericht 2017 Behindertenbeirat/Behindertenbeauftragte BERATUNG UND KOOPERATION MIT STÄDTISCHEN DIENSTSTELLEN Das Landesgesetz zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen (Landes-Behinder- tengleichstellungsgesetz - LBGG) fordert, dass die Beauftragte die Stadt in Fragen der Politik für Menschen mit Behinderungen berät und mit der Verwaltung zusammenarbeitet. Alle Dezernate, die Leitungsebenen der städtischen Ämter, die Gesellschaften und Dienst- stellen wurden frühzeitig über die Stelle der Beauftragten und deren Aufgaben mit dem An- gebot der Unterstützung informiert. Zum Teil wurde in einem ersten Gespräch der persönli- che Kontakt geknüpft und über mögliche gemeinsame Themen gesprochen. Einige Dienststellen der Stadt Karlsruhe sind bereits mit unterschiedlichsten Anliegen und Beratungsbedarf auf mich zugekommen. Gemeinsame Erörterungen und Gespräche führen in der Regel zu neuen Ideen und Erkenntnissen, die bei der Umsetzung von Projekten in die Entscheidungsfindung einfließen. Beispielhaft nenne ich hier die weitere Verbesserung der Barrierefreiheit beim FEST. In seltenen Fällen sind aber auch Vorbehalte gegenüber der Stelle der Beauftragten erkenn- bar. Ich kann nur vermuten, dass diese aus der Sorge heraus resultieren, dass bei der Umset- zung von Barrierefreiheit unter Umständen ein höherer Arbeitsaufwand oder steigende Kos- ten auf die Verantwortlichen zukommen können. Eine weitere Forderung des LBGG ist die frühzeitige Einbindung der Beauftragten bei allen Vorhaben der Gemeinden, soweit die spezifischen Belange der Menschen mit Behinderun- gen betroffen sind. Hier sehe ich bei der Stadt Karlsruhe durchaus noch Verbesserungspo- tential. Auf einem guten Weg bin ich mit dem Dezernat 3 und der Sozial- und Jugendbehörde. Hier wurde ein Ablauf entwickelt, der die frühzeitige Einbindung und Möglichkeit zur Stellung- nahme in Angelegenheiten des Sozialausschusses und des Jugendhilfeausschusses ermög- licht. Das Dezernat 6 informiert mich über die Themen im Planungsausschuss, so dass ich im Be- darfsfall auch hier die Möglichkeit habe, mit einer Stellungnahme zu reagieren. Auch mit dem Dezernat 1 besteht eine gute Kooperation mit dem Schwerpunkt eines regelmäßigen informellen Austausches. Stellvertretend für einige weitere Dienststellen als of- fene und kooperative Partner nenne ich die Verkehrs- betriebe Karlsruhe (VBK). Die Verantwortlichen bezie- hen mich in Informationen und Überlegungen konse- quent ein. Durch feste und kooperative Ansprech- partnerinnen und Ansprechpartner gestaltet sich die Kommunikation offen und angenehm. Ich werde weiter versuchen, durch konsequente An- sprache und Kontaktaufnahme themenbezogen wei- tere Dienststellen anzusprechen. Abbildung neuer Zugang zur Reinhold-Crocoll-Halle Knielingen (HGW) Sozial- und Jugendbehörde |23 PERSÖNLICHE BERATUNGEN Ein stetig wachsender Teil im Rahmen meiner Arbeit ist die persönliche Beratung. Betroffene oder deren Angehörige brauchen Informationen oder suchen Rat in manchmal scheinbar ausweglosen Situationen. Neben der Weitergabe von Informationen und Kontakten, geht es manchmal schlicht um das Zuhören und die Anteilnahme an der aktuellen Lebenssituation. Bis zum 15. September 2017 habe ich 93 Beratungen dokumentiert. Der Zeitrahmen pro Beratung variiert zwischen 10 und 60 Minuten. Teilweise wurden die Beratungen persönlich, teilweise telefonisch durchgeführt. Themenschwerpunkte der Beratungen waren:  Teilhabe am gesellschaftlichen und politischen Leben (Freizeit, Kultur, Sport)  Barrierefreiheit (ÖPNV, öffentliche Gebäude, öffentlicher Verkehrsraum)  Wohnen (Wohnungssuche, Unterbringung in Pflegeheim, barrierefreier Umbau von Wohnungen)  Arbeiten (Arbeitssuche, Fragen zur Ausbildung)  Schule/Kita (Schülerbeförderung, Schulen)  Unterstützung in kontroversen Diskussionen von Hilfeempfängerinnen und Hilfeemp- fängern mit Behörden Bei einem Teil der Beratungen ging es auch um kontroverse Meinungen zwischen Bürgerin- nen und Bürgern mit Behinderung oder deren Angehörigen und städtischen Einrichtungen und Dienststellen. In diesen Fällen kam auf mich eine vermittelnde und auch aufklärende Aufgabe zu. Das Verständnis der Verantwortlichen in den städtischen Dienststellen für die Anliegen der Zielgruppe war meist vorhanden. Vorschläge oder Anregungen wurden kon- struktiv besprochen, und wenn möglich zeitnah umgesetzt. In wenigen Fällen musste ich allerdings feststellen, dass jegliche Vermittlungs- und Erklä- rungsversuche, vor allem bei Betroffenen, ergebnislos blieben. Dies führe ich auf einen ho- hen Frustrationsgrad und eine daraus resultierende geringe Bereitschaft zur Anerkennung bestehender gesetzlicher Richtlinien und Vorgaben zurück. Anliegen, die geprägt waren von diskriminierendem, menschenverachtendem Verhalten ge- genüber Menschen mit Behinderungen blieben glücklicherweise Einzelfälle. DIE ARBEIT ALS GESCHÄFTSFÜHRUNG DES BEHINDERTENBEIRATES Seit dem 1. Mai 2017 habe ich die Geschäftsführung des Behindertenbeirates übernommen. Zu den Aufgaben gehört die Vor- und Nachbereitung von Sitzungen, der Erledigung des Schriftverkehrs im Auftrag des Beirates, die Betreuung und Beratung der Arbeitsgruppen. Die Erstellung des Jahresberichts sowie eine geeignete Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sind weitere Aufgaben. 24| Jahresbericht 2017 Behindertenbeirat/Behindertenbeauftragte Alle Aktivitäten finden in enger Absprache mit dem Vorstand des Beirates statt. Bei Bedarf steht die Koordinatorin für Menschen mit Behinderung Frau Schuchardt beratend zur Verfügung. STADTTEIL-SPRECHSTUNDEN Die Arbeit zeigt, dass es in den Stadtteilen unterschiedliche Anliegen und Probleme gibt, die die Barrierefreiheit betreffen. Mit den Stadtteil-Sprechstunden möchte ich mir ein Bild über die Barrierefreiheit im Stadtteil direkt machen, Probleme defi- nieren und mit den Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch kommen. Ich beantworte vor Ort Fragen, nehme Wünsche und Anregungen entgegen. Zusammen mit den Bürgerinnen und Bürgern suche ich nach möglichen Lösungen. Die Ergeb- nisse gebe ich an die verantwortlichen Stellen in der Verwal- tung weiter. Bis zum September 2017 haben sechs Stadtteil-Sprechstunden in Knielingen, Daxlanden, der Nordstadt, der Waldstadt, in Oberreut und der Südstadt stattgefunden. Die Resonanz der Bürgerinnen und Bürger war verhalten. In Daxlanden kam niemand zur Sprechstunde – 2018 soll aber ein weiteres An- gebot in dem Stadtteil an anderer Stelle stattfinden. Gute Teilnehmerzahlen mit bis zu 14 Personen konnten in Knielingen, Oberreut und in der Südstadt verzeichnet werden. Wie erwartet, sind die Anliegen der Bewohnerinnen und Bewohner im Stadtteil meist sehr bezogen auf die dort vorhandene oder auch nicht vorhandene Infrastruktur. Als Beispiele sind die Verkehrsführung, Parksituation, kleinere Hindernisse, barrierefreier Wohnraum oder die Situation im öffentlichen Personennahverkehr zu nennen. Ein wichtiger Punkt bei den Gesprächen war auch die Möglichkeit für die Anwesenden, In- formationen über aktuelle Sachverhalte – wie zum Beispiel den Einstieg in die neuen Bahnen oder barrierefreie Wohllokale – zu bekommen. NETZWERKE Kommunale Behindertenbeauftragte sind in ihren Bereichen in der Regel „Einzelkämpfer“ und für die Gestaltung ihrer Arbeit allein verantwortlich. Umso wichtiger ist der gegenseitige Austausch und Beratung. Inhaltlich sind die Unterschiede zwischen den vergleichbaren Städten nicht wesentlich. Un- terschiede gibt es bei den Schwerpunkten und der Art der Umsetzung oder bei den Konzep- ten. Abbildung: Ankündigung Stadtteil- Sprechstunde in der Rheinstrandsied- lung Sozial- und Jugendbehörde |25 Alle kommunalen Behindertenbeauftragten in Baden-Württemberg sind in einem Netzwerk verbunden. Einmal jährlich lädt die Landes-Behindertenbeauftragte Stephanie Aeffner diesen Personenkreis zu einem Treffen ein. Der Städtetag Baden-Württemberg koordiniert über die Beratungsstelle Inklusion die Beauf- tragten der angehörigen Städte. Ein Netzwerktreffen hat im Juni 2017 in Karlsruhe stattge- funden. Netzwerke eignen sich für eine gebündelte Interes- senvertretung, insbesondere bei Themen, die landes- weit Bedeutung finden. Hier ist der Schulterschluss zwischen den Beauftragten leider noch nicht gelun- gen. Die Treffen laufen bisher vorwiegend auf infor- meller Ebene ab. Die Teilnahme an Tagungen, Kongressen oder sonsti- gen Veranstaltungen von Initiativen, Verbänden oder Selbsthilfegruppen ist ebenfalls ein wichtiger Bestand- teil meiner Arbeit. Dadurch wird der Informationsfluss sichergestellt und wichtige regionale Kontakte erhal- ten und gepflegt, was wiederum zu einem starken und konstruktiven Netzwerk führt, von dem die Ratsuchenden profitieren können. Die Teilnahme an den Inklusionstagen 2017 in Berlin bringt interessante Aspekte und Bei- spiele von internationalen Projekten zur Umsetzung von inklusiven Maßnahmen in der gan- zen Welt. INHALTLICHE ARBEIT Im Rahmen der zeitlichen Ressourcen widme ich mich aktuellen Themen. Hier sind zwei Schwerpunkte zu nennen. Grundsätzlich ist es mir immer ein Anliegen, die Bedürfnisse und Rechte von Menschen mit Behinderungen zu transportieren und für Verständnis, Wertschät- zung und fairem Umgang miteinander zu werben. BARRIEREFREIE VERANSTALTUNGEN I. Prüfung der Internetseite von DAS FEST Im Vorfeld von DAS FEST 2017 fand ein Workshop „Internetseite DAS FEST“ statt. Zusam- men mit dem Beauftragten von DAS FEST wurden junge Menschen der Hagsfelder Werkstät- ten eingeladen, die Internetseite auf den Prüfstand zu stellen. Die Ergebnisse sollen in die zukünftige Gestaltung der Homepage einfließen. Abbildung Inklusionstage 2017 Berlin 26| Jahresbericht 2017 Behindertenbeirat/Behindertenbeauftragte II. Workshop mit Sicherheitspersonal von DAS FEST Ziel war es, Unsicherheiten und Ängste im Umgang mit Menschen mit Behinderungen abzubauen. Es wurden Techniken zur Unterstützung von Rollstuhlnutzenden vermittelt und auf die Bedeutung eines wertschätzenden und unterstützenden Umgangs mit Besucherinnen und Besuchern mit Behinderung eingegangen. Mit der Möglichkeit zur Selbsterfahrung konnten Teilnehmende selbst im Rollstuhl die Gegebenheiten vor Ort testen. Grundsätzlich gilt es leider festzuhalten, dass der Aspekt der Barrierefreiheit bei den meisten Veranstaltungen in Karlsruhe immer noch zu kurz kommt. III. Ausstellung anlässlich des internationalen Tags der Menschen mit Behinderung am 3. Dezember 2017 Mit der Ausstellung „Barriere:Zonen - Leben und Überleben mit Be- hinderung weltweit“ anlässlich des internationalen Tags der Men- schen mit Behinderung am 3. Dezember 2017 soll die Gesellschaft dazu eingeladen werden, den Blick auf Behinderung über die lokalen und nationalen Grenzen hinaus zu richten. Konflikte und Kriege werfen einen langen Schatten. Sie hinterlassen körperlich und seelisch Versehrte. Sie rauben Leben, Zukunft und Hoffnung. Die Ausstellung „Barriere:Zonen“ der Hilfsorganisation Handicap International portraitiert Menschen, deren Leben ein Konflikt prägt oder bestimmt hat. Die Ausstellung war drei Wochen in der Stadtbibliothek im Neuen Ständehaus zu sehen. Abbildung: Lubna Al Awawneh, 12 Jahre, Foto: Till Meyer Sozial- und Jugendbehörde |27 TEIL 5 – ZUSAMMENSETZUNG DES BEIRATES STIMMBERECHTIGTE MITGLIEDER GRUPPE DER KÖRPERBEHINDERTEN MENSCHEN Name, Vorname Verein/Selbsthilfegruppe/ Organisation oder Einzelbewerbe- rin/Einzelbewerber Funktion Wicht, Helga DMG – Deutsche Gesellschaft für Mus- kelkranke e.V. Schönfeld, Margit Einzelmitglied Vorsitzende Rappold, Heidi R. Einzelmitglied Heupel-Streit, Gudrun Aktionsbündnis von Frauen mit und ohne Handicaps GRUPPE DER AUFGRUND CHRONISCHER KRANKHEIT BEHINDERTEN MENSCHEN Viehbacher, Susanne Selbsthilfegruppe für Epileptiker Karlsruhe gem. e. V. Stellvertretende Vorsitzende Lorenz, Roland Amsel Kontaktgruppe Karlsruhe Vertretung im Planungsausschuss GRUPPE DER SEHBEHINDERTEN MENSCHEN Wagner, Dr. Elke VFS - Verein zur Förderung Sehbehinderter e. V. Weinweg 1 76131 Karlsruhe Vertretung im Sozialausschuss GRUPPE DER BLINDEN MENSCHEN von Malottki, Beate Badischer Blinden- und Sehbehinder- tenverein v. m. K Bezirksgruppe Karlsruhe Frauenalber Str. 12 a 76359 Marxzell Runder Tisch Inklusion, Forum Ehrenamt GRUPPE DER SCHWERHÖRIGEN MENSCHEN Weber, Manfred Verein der Schwerhörigen und Später- taubten Karlsruhe e. V. Kaiserallee 4 76007 Karlsruhe Vertretung im Stadtseniorenrat 28| Jahresbericht 2017 Behindertenbeirat/Behindertenbeauftragte GRUPPE DER GEISTIG- UND MEHRFACHBEHINDERTEN MENSCHEN Baron, Ursula Mitglied als gesetzliche Ver- treterin der erwachsenen geistig behinderten Tochter Lebenshilfe Karlsruhe, Ettlingen und Umgebung e. V. Postfach 43 02 60 76217 Karlsruhe Vertretung im Jugendhilfeaus- schuss GRUPPE DER PSYCHISCH BEHINDERTEN MENSCHEN Stopp, Peter SHG Selbsthilfegruppe für psychisch Kranke GRUPPE DER KINDER UND JUGENDLICHEN MIT BEHINDERUNG Zelch, Rosemarie Mitglied als Vertreterin der behinderten Tochter Eltern und Freunde für Inklusion e. V. Karlsruhe Goethestr. 24 d 76316 Malsch Stellvertretende Vorsitzende GRUPPE DER FRAUEN MIT BEHINDERUNG Strunck, Ute Aktionsbündnis von Frauen mit und ohne Handicaps Bärenweg 31 76149 Karlsruhe STELLVERTRETUNGEN GRUPPE DER KÖRPERBEHINDERTEN MENSCHEN Bräunsdorf, Hans-Jürgen Einzelmitglied – ausgeschieden 2017 GRUPPE DER AUFGRUND CHRONISCHER KRANKHEITEN BEHINDERTER MENSCHEN Herold, Barbara Selbsthilfegruppe Stottern Karlsruhe GRUPPE DER SEHBEHINDERTEN MENSCHEN Ferring, Ines SHG Blickpunkt für Blinde, Sehbehin- derte und deren Freunde in Karlsruhe GRUPPE DER SCHWERHÖRIGEN MENSCHEN Patz, Norman Verein der Schwerhörigen und Später- taubten Karlsruhe e. V. GRUPPE DER GEISTIG-UND MEHRFACHBEHINDERTEN MENSCHEN Breidohr, Bernd Selbsthilfegruppe Down-Syndrom (DS) Karlsruhe e. V. Sozial- und Jugendbehörde |29 GRUPPE DER MENSCHEN MIT EINER PSYCHISCHEN BEHINDERUNG Fischer, Ulrich Einzelmitglied GRUPPE DER FRAUEN MIT BEHINDERUNG Bröker, Andrea Autismus Karlsruhe e. V. Vertretung im Fahrgastbeirat, GPV-Jugend 30| Jahresbericht 2017 Behindertenbeirat/Behindertenbeauftragte TEIL 6 – PRESSESPIEGEL Sozial- und Jugendbehörde |31 32| Jahresbericht 2017 Behindertenbeirat/Behindertenbeauftragte Sozial- und Jugendbehörde |33 34| Jahresbericht 2017 Behindertenbeirat/Behindertenbeauftragte Sozial- und Jugendbehörde |35 36| Jahresbericht 2017 Behindertenbeirat/Behindertenbeauftragte Sozial- und Jugendbehörde |37 I MPRESSUM HERAUSGEGEBEN VON Stadt Karlsruhe Sozial- und Jugendbehörde Kaiserallee 4 76133 Karlsruhe Telefon 0721 133-5900 E-Mail: behindertenbeauftragung@karlsruhe.de REDAKTION Vorstand des Beirates für Menschen mit Behinderungen: Margit Schönfeld, Rosemarie Zelch, Susanne Viehbacher und Kommunale Behindertenbeauftragte: Ulrike Wernert

  • Jahresbericht 2017 des Beirates für Menschen mit Behinderungen
    Extrahierter Text

    Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister BESCHLUSSVORLAGE Vorlage Nr.: 2018/0080 Verantwortlich: Dez.3 Jahresbericht 2017 des Beirates für Menschen mit Behinderungen und der Kommunalen Be- hindertenbeauftragten Beratungsfolge dieser Vorlage Gremium Termin TOP ö nö Ergebnis Sozialausschuss 07.03.2018 2 x vorberaten Gemeinderat 20.03.2018 8 x Beschlussantrag Der Gemeinderat nimmt - nach Vorberatung im Sozialausschuss - den vorgelegten Bericht des Beirates für Menschen mit Behinderungen und der Kommunalen Behindertenbeauftragten für das Jahr 2017 zur Kenntnis und dankt den Mitgliedern des Beirats und der Behindertenbeauf- tragten für ihre engagierte Arbeit. Finanzielle Auswirkungen (bitte ankreuzen) x nein ja Gesamtkosten der Maßnahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) Haushaltsmittel stehen Wählen Sie ein Element aus. Kontierungsobjekt: Wählen Sie ein Element aus. Kontenart: Ergänzende Erläuterungen: ISEK-Karlsruhe-2020-relevant nein x ja Handlungsfeld: Sozialer Zusammenhalt und Bildung Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) x nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften x nein ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Beschluss: Antrag an den Gemeinderat Der Gemeinderat nimmt - nach Vorberatung im Sozialausschuss - den vorgelegten Bericht des Beirates für Menschen mit Behinderungen und der Kommunalen Behindertenbeauftragten für das Jahr 2017 zur Kenntnis und dankt den Mitgliedern des Beirats und der Behindertenbeauf- tragten für ihre engagierte Arbeit.

  • Abstimmungsergebnis_TOP 8
    Extrahierter Text

  • Protokoll TOP 8
    Extrahierter Text

    Niederschrift 48. Plenarsitzung Gemeinderat 20. März 2018, 15:30 Uhr öffentlich Bürgersaal, Rathaus Marktplatz Vorsitzender: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 8. Punkt 8 der Tagesordnung: Jahresbericht 2017 des Beirates für Menschen mit Be- hinderungen und der Kommunalen Behindertenbeauftragten Vorlage: 2018/0080 Beschluss: Der Gemeinderat nimmt - nach Vorberatung im Sozialausschuss - den vorgelegten Bericht des Beirates für Menschen mit Behinderungen und der Kommunalen Behindertenbeauf- tragten für das Jahr 2017 zur Kenntnis und dankt den Mitgliedern des Beirats und der Be- hindertenbeauftragten für ihre engagierte Arbeit. Abstimmungsergebnis: einstimmig zugestimmt Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 8 zur Behandlung auf und verweist auf die erfolgte Vorberatung im Sozialausschuss. Bürgermeister Lenz: Es ist gute Tradition, dass der Jahresbericht des Beirates für Men- schen mit Behinderungen hier behandelt wird. Aber Sie sehen es, er ist dieses Jahr erwei- tert um die Berichterstattung der Kommunalen Behindertenbeauftragten. Daran sehen Sie schon am Titel, es war ein Jahr der Neuorientierung für unsere Gremien. Diese Neuorientie- rung macht die Erweiterung aus: Unsere neue Behindertenbeauftrage, Frau Wernert, die heute auch da ist, und die bekannten weiteren beiden Säulen, die kennen Sie schon viele Jahre, Marion Schuchart, unsere Koordinatorin für das Behindertenwesen städtischerseits und natürlich unseren Beirat, heute vertreten durch Rosemarie Zelch. Ich möchte auch gar nicht viele weitere Worte verlieren. Vielen Dank für diesen umfangreichen Bericht. Ich den- ke, Sie drei – manche sagen netterweise, das Dreigestirn – haben sich gefunden. Das ist auch deswegen so wichtig, denn es steht die größte Reform der Gesetzgebung im Bereich von Menschen mit Handicap, nämlich das Bundesteilhabepaket, vor der Tür. Deswegen bin ich froh, dass wir auf kommunaler Ebene ein so hervorragendes Miteinander auf Augen- höhe haben. Denn diese Gesetzesänderung aus dem Bundessozialhilfegesetz von 1961 heraus, jetzt in einem eigenständiges Gesetz, wird Sie, wird uns und wird natürlich den – 2 – Beirat und alle, die da mittun, beschäftigen. Umso besser, wenn so eine Reform – manche sprechen schon von einer Dimension wie Hartz IV, so weit möchte ich nicht gehen – jetzt umgesetzt werden kann und dies auf dieser guten Basis von Gouvernement. In diesem Sinne noch einmal vielen herzlichen Dank für die sehr gute Zusammenarbeit im letzten Jahr, aber natürlich die Jahre davor auch. Stadträtin Wiedemann (CDU): Dieses Jahr ist es ein anderer Jahresbericht. Der Herr Bür- germeister Lenz hat es gesagt. Ein Bericht des Beirates für Menschen mit Behinderungen und der Kommunalen Behindertenbeauftragten. Letztes Jahr haben wir Ihnen gesagt, das Dreigestirn zwischen der Koordinatorin, der Beauftragten und der Vorsitzenden soll sich finden, soll weitermachen. Sie haben weitergemacht. Sie haben nicht nur weitergemacht in ihrem Trott, sie haben auch vieles anderes gemacht und vieles bewirkt. Unter anderem, das fällt jedem auf, der Bericht in der leichten Sprache. Weiterhin wird Frau Wernert das Netz- werk für die leichte Sprache hier in Karlsruhe aufbauen und hat einen Fördertopf öffnen können. Den wird sie sicherlich gut verbrauchen können. Was auffällt in diesem Bericht, es sind immer die gleichen Dinge, die zur Sprache kommen. Sehr positiv ist uns aufgefallen, dass die Zusammenarbeit mit der VBK hervorragend sein soll, wohingegen mit dem Hauptbahnhof ein Smiley mit heruntergezogenen Mundwinkeln immer noch da ist. Hier muss noch einiges in Gang gebracht werden. Vielleicht benötigt der Beirat auch ein bisschen die Unterstützung von der Politik. Was auffällig war und was uns sehr zufrieden gestellt hat, war die Aussage, dass kleine Dinge auch sofort beseitigt werden können, sei es, Stehtische einfach etwas herunterzusetzen, dass auch Menschen, die im Rollstuhl sitzen, gut an diese Tische herankommen können. Es freut uns auch, dass Sie beispielsweise „Barrierefrei wählen“ in Ihrem Programm hatten letztes Jahr bei der Bundestagswahl. Was uns weiterhin auch freut, ist, dass Sie sich weiterhin dafür einsetzen, dass nicht nur die Menschen mit Behinderungen, mit Handicap hier zu Vorteilen kommen, sondern im Grunde genommen alle Menschen in Karlsruhe davon profitieren können. Wir haben es letztes Jahr schon angesprochen. Es sind nicht nur die Menschen mit Handicap. Es sind auch die Mütter mit Kinderwagen, die älteren Menschen mit Rollatoren, diejenigen, die an einem Krückstock laufen oder darauf angewiesen sind, dass sie mit ihrer Behinderung oder mit ihrer temporären Behinderung gut vorwärts kommen. Auch hierfür setzten Sie sich ein. Was Ihnen besonders am Herzen liegt oder am Herzen lag, haben Sie gesagt, sind Men- schen, die zu Ihnen kommen in persönliche Beratungsstunden, 120 waren es das letzte Jahr. Sie haben Befürchtungen und Bedenken, zum Beispiel bei der Schließung von Bankfi- lialen in den äußeren Stadtteilen oder in den Höhenstadtteilen. Hier sollte man vielleicht am Ball bleiben. Es betrifft nicht nur die Menschen mit Behinderungen, sondern es betrifft alle. Was wichtig ist, die barrierefreie Kommunikation. Die haben Sie sich aufs Schild ge- schrieben. Barrierefreies Einkaufen, da arbeiten Sie auch sehr ausführlich daran. Ich hoffe, dass wir noch mehr Geschäfte bekommen, die sich diesem barrierefreien Einkaufen an- schließen. Ich sage nur, ein großes Kaufhaus hier in Karlsruhe hat Türen, wo man eigent- lich zwei Hände braucht und einen großen Schub, um sie aufzubekommen. Vielleicht be- kommen wir hier eine kleine Änderung, dass man etwas besser hinein kommt. Wir, die CDU, können uns nur bedanken bei Ihnen für Ihre aufopferungsvolle Arbeit, für die ganzen Ausschüsse, in denen Sie mit tätig sind, für die Sitzungen, die Sie machen, für – 3 – die Probleme, die Sie angehen, die Sie ansprechen. Weiter so! 2018 hoffen wir auf viele Erfolgserlebnisse. Wir wünschen Ihnen, auch dem neu zu wählenden Beirat für Menschen mit Behinderungen, alles Gute. Stadtrat Dr. Fechler (SPD): Dem Dank des Bürgermeisters Lenz und Frau Wiedemann und der anderen Rednerinnen und Redner, der mit Sicherheit kommen wird, möchte ich mich anschließen. Wir haben ein starkes Dreigestirn. Die drei Frauen, Frau Schuchart, Frau Wernert und Frau Schönfelder an der Spitze des Beirates für Menschen mit Behinderungen, stehen für Qualität in Sachen Behindertenarbeit hier in Karlsruhe. Mein Dank geht auch an die Mitglieder des Beirates für Menschen mit Behinderungen, für ihr engagiertes Auftreten, damit Karlsruhe sozialer und gerechter wird. Es gibt vieles, was erledigt wurde bzw. schon gut auf den Weg gebracht wurde. Ich möch- te erinnern an den Start der Website „Karlsruhe barrierefrei“. Das ist ein erster kleiner Schritt. Aber es ist weiterhin noch vieles zu tun. Auch die Kooperation mit den Verkehrsbe- trieben verbessert sich kontinuierlich, was das Thema Barrierefreie Haltestellen angeht. Aber auch hier ist noch vieles zu tun. Andere Themen sind erstmals auf den Weg oder an- gerissen worden, wie das Thema Barrierefreier Wohnraum, Neugestaltung der Kaiserstra- ße. Hier brauchen wir weiterhin Ihre Unterstützung. Oder auch das Thema Leichte Sprache, wie Frau Wiedemann ausgeführt hat, ist mehr in den Fokus gerückt. Auch der Jahresbe- richt zeigt, dass dieses Thema zunehmend an Aktualität gewinnt. Erstmalig ist der Jahres- bericht, zumindest in Teilen, in leichter Sprache aufgelegt worden. Es sind Themen, denen wir uns nicht entziehen können. Wir müssen uns dieser Verantwortung auch als gemeinde- rätliche Vertreterinnen und Vertreter weiterhin stellen. Insbesondere bei den anstehenden Haushaltsberatungen werden die Themen der Menschen mit Behinderungen im Fokus ste- hen. Hier sollten wir unserer Verantwortung gerecht werden. Abschließend möchte ich nochmals meinen Dank bekräftigen. Es ist eine tolle Arbeit, die Frauen und Männer im Beirat machen. Das ist aus meiner Sicht nicht selbstverständlich, in diesen Zeiten dieses Engagement zu zeigen. Vielen Dank im Namen meiner Fraktion. Stadtrat Borner (GRÜNE): Der vorliegende Jahresbericht des Beirates für Menschen mit Behinderungen und der Kommunalen Behindertenbeauftragten ist eine eindrucksvolle Do- kumentation der Tätigkeit des Beirates und von Frau Wernert. Weil in diesem Jahr Neu- wahlen zum Beirat anstehen, möchte ich diese Gelegenheit nutzen, mich bei den jetzigen Mitgliedern des Beirates für die vertrauensvolle und konstruktive Arbeit in all den Jahren zu bedanken. Zum Bericht: Ich möchte auf zwei Dinge etwas näher eingehen. Nach meiner in den letzten Jahren oft vorgetragenen Kritik an den Karlsruher Verkehrsbetrieben klappt die Zusam- menarbeit zwischen Behindertenbeirat und VBK mittlerweile deutlich besser. Immerhin wurde es auch schon von meinen Vorrednern und Vorrednerin genannt. Dafür möchte ich mich bei den Verkehrsbetrieben bedanken. Der Behindertenbeirat hat die Rücknahme der Reduzierung von Fahrten im Rahmen der Haushaltsstabilisierung angesprochen. Hier möch- te ich den Ball an den Behindertenbeirat zurückgeben. Das Thema ist nicht so einfach, wie es scheint, vor allem mit dem Hintergrundwissen, dass das Budget in 2017 nicht ausge- schöpft wurde. Was nun? Es scheint so, dass nicht alle Berechtigten die Fahrten beantra- gen bzw. gänzlich ausschöpfen. Diese Erkenntnis könnten wir dazu nutzen, die Fahrtbe- rechtigungen zu erhöhen, so dass wir aber noch im Gesamtbudget sind. Damit könnten – 4 – wir Härtefälle vermeiden, ihnen den Gang zum Sozialamt ersparen und die Stadtverwal- tung entlasten. Ich fordere den Behindertenbeirat auf, auf dieser Grundlage ein Konzept zu entwerfen. Die GRÜNE-Fraktion bietet hierfür ihre Hilfe an. Zum Abschluss möchte ich darauf hinweisen, dass der Beirat für uns ein ganz wichtiger Ideengeber und unverzichtbarer Partner für die Vielfalt von Themen ist. Er zeigt uns ganz klar, Menschen mit Behinderungen kommen aus der Mitte der Gesellschaft und gehören in die Mitte der Gesellschaft. Deshalb machen Sie so weiter, auf die Art und Weise, wie Sie es bisher getan haben. Stadtrat Lancier (KULT): Die KULT-Fraktion kann, wie jedes Jahr, sich dem Lob der Vor- redner und vermutlich der nachfolgenden Redner voll umfänglich anschließen. Aus dem Bericht geht hervor, dass die Arbeit des Beirates für Menschen mit Behinderungen auch mit dem neu arrangierten Führungstrio unverändert erfolgreich ist. Das Ziel, allen Menschen mit Behinderungen zu ermöglichen, am Leben teilzunehmen und dazuzugehören, wird leider nie endgültig erreicht werden. Doch die Arbeit des Beirats bringt Karlsruhe so nahe an dieses Ziel, wie nur an wenigen anderen Orten. Die gute Arbeit kann ich als regelmäßi- ger Teilnehmer bestätigen. Der vorliegende Bericht belegt sie wieder einmal deutlich. Die lange Liste der Aktionen und Gesprächspartner zeigt, dass der Beirat in allen Lebenssituati- onen und in allen Lebensbereichen wirkt. Nicht nur Ämter und Unternehmen, auch Einzel- personen und Gruppen können davon profitieren. Wir haben in der KULT die Unterstüt- zung dieser Einrichtungen im Auge, denn die gleichberechtigte Mitwirkung und Mitbe- stimmung aller Bürger darf nicht behindert werden. Daher sind wir dem Beirat für seine Leistung dankbar, bei gedankenloser Gestaltung unseres gesellschaftlichen Miteinanders oder auch der städtischen Einrichtungen oder Infrastruktur mahnend und korrigierend ein- zugreifen. So wird manche Schwelle niedergerissen, die auch Nichtbehinderten im Weg sein könnte. In dem Sinne meinen besten Dank, sowohl für den Bericht, der leicht lesbar ist, als auch für die Personen, die daran beteiligt waren. Stadtrat Jooß (FDP): Auch wir stimmen in die Lobeshymne mit ein. Frau Wernert macht ihre Arbeit in exklusiver Art und Weise. Ich sage nicht, Job sondern Berufung. Denn diese Aufgabe ist mehr als ein Job. In diesem Bericht wird deutlich, wie vielfältig sich diese Auf- gabe entfaltet und gestaltet. Das alles geht aber nur mit Ehrenamtlichen des Behinderten- beirates. In der Vorlage wird diese Vielfalt deutlich dargestellt. Deswegen gehe ich nicht auf jeden einzelnen Punkt ein. Das ist heute schon ausführlich geschehen. Umso mehr gilt unser Dank und unsere Anerkennung der professionellen Leistung und Leitung von Frau Wernert, die mehr als nur Schwerpunkte setzt. Genauso den Ehrenamtli- chen, die sich in der Ehrenamtsarbeit außerordentlich einbringen. Wir sind aber noch lange nicht am Ende mit dieser Arbeit. Deswegen muss sie intensiv weitergeführt werden. Wir freuen uns darauf, dass wir in dieser Arbeit weiterkommen für unsere Behinderten, egal, in welcher Art und Weise. Stadtrat Dr. Schmidt (AfD): Auch die AfD dankt ganz herzlich den Menschen, die sich amtlich oder ehrenamtlich für unsere Mitmenschen in Karlsruhe mit Behinderung engagie- ren. Wir wissen, wie wichtig diese Arbeit ist. Vieles, was heute für uns selbstverständlich – 5 – ist, wurde unter anderem durch das Engagement dieser Leute erst ermöglicht. Wir wün- schen Ihnen weiterhin gutes Gelingen bei Ihrer Arbeit. Stadträtin Zürn (Die Linke): An den vielen Aktivitäten, die in dem Bericht beschrieben wurden, hat mich besonders beeindruckt, wie der Beirat mit diesen Themen der Menschen mit Behinderung an die Öffentlichkeit gegangen ist, z. B. als sie die Rolliaktion gemacht haben mit dem Schauspieler Timothy Peach, der nach einer Premiere zu einem Theater- stück, bei dem es um dieses Thema ging, mit dem Rollstuhl durch Karlsruhe gefahren ist. Das stand dann auch in den BNN. Der hat das Rollifahren in Karlsruhe ausprobiert und hat danach geschrieben, wie er nassgeschwitzt war. Er hat auch noch folgende Erfahrung wie- dergegeben: Wie die Menschen mit Smartphones über ihn gestolpert sind, weil sie die Menschen mit Rollstühlen übersehen und auf diese gar nicht mehr achten. Ich fand, dass dieses Weitergeben der Alltagserfahrung von Menschen mit Behinderungen etwas unheim- lich wichtiges ist. Ich könnte mir vorstellen, dass das auch in anderen Bereichen für Men- schen unheimlich wichtig ist, dass sie solche Erfahrungen machen. Ich weiß aus der Zeit, als das Aktionsbündnis von Frauen mit und ohne Handicap regelmäßig Verantwortliche aus Politik und Stadtverwaltung eingeladen hat, Erlebnisparcours mitzumachen, also mit dem Rollstuhl oder Spezialbrillen oder Gehstock einmal in die Öffentlichkeit zu gehen und das einmal auszuprobieren. Ich finde es wichtig, diese Erfahrung einer breiten Öffentlichkeit weiterzugeben, denke aber, dass der Beirat für Menschen mit Behinderungen dazu unbe- dingt Unterstützung bräuchte, Verstärkung bräuchte, unsere Unterstützung. Nachdem ich den Bericht des Beirates gelesen hatte, habe ich das Programm für die Euro- päischen Kulturtage angeschaut und dachte, das wäre doch eine gute Idee, z. B. in zwei Jahren einmal die Europäischen Kulturtage auszurichten zu der EU-Behindertenrechts- konvention zum Thema Barrierefreie Kultur. Also, was heißt das in allen Bereichen in allen Aspekten? Wie würde das aussehen? Wie würden wir das ausgestalten, ein gemeinsames Leben von Menschen mit und ohne Behinderungen? Das wäre für mich ein gutes großes Projekt, in dem der Beirat für Menschen mit Behinderungen auch einmal wüsste, dass auch andere Akteure in der Stadt die Anliegen unterstützen und das als unsere gemeinsame Sache begreifen. Mein Dank an die Akteure des Beirates und weiterer Verantwortlicher kommt zum Schluss, ist aber deswegen nicht weniger herzlich. Vielen Dank, weiterhin auf gute Zusammenar- beit. Stadtrat Kalmbach (GfK): Ich würde gern an die Größe und an die Breite der Aufgabe kurz erinnern. Die Größe der Aufgabe: 28.000 Karlsruher haben einen Schwerbehindertenausweis. Das sind annähernd 10 %. Die Interessensvertretung ist hier ein Beirat. Man muss sich einmal diese Größe der Aufgabe vorstellen. Die Breite der Aufgabe: Das geht vom Städtebau, das geht vom Sozialen, das geht über die Kümmererfunktion, man kann jedes Thema des Lebens nehmen, was hier zusammen- kommt. Es ist unglaublich, welche Komplexität von Aufgaben bewältigt werden muss. Das muss man sich einfach bewusst machen. Deswegen wird es ehrenamtlich bewältigt. Das ist eine unglaublich großartige Aufgabe, die hier getan wird. – 6 – Ich möchte nur einen Punkt ansprechen. Die Kollegin Zürn hat es gerade schon angespro- chen. Die große Aufgabe ist immer, die Barriere in unseren Köpfen abzubauen. Wie sehr ist uns, die wir nicht behindert sind, bewusst, dass Menschen mit Handicap unter uns sind? Wie wenig nehmen wir sie wahr? Da muss man permanent daran erinnern mit solchen Möglichkeiten, es einmal auszuprobieren, selber im Rolli zu sitzen. Aber einfach die Empa- thie für Menschen, die es nicht so leicht haben wie wir und nicht alles erreichen können, wecken. Das ist, was wir alle wollen. Wir wollen eine Gesellschaft, die nicht nur barrierefrei von den Wegen ist, sondern auch in den Köpfen, dass wir eine Empathie füreinander ha- ben, dass wir ein Engagement füreinander haben und ein gegenseitiges Helfen. Dafür danke ich dem Beirat noch einmal ganz herzlich, dass Sie das ins Bewusstsein brin- gen. Mein Vorschlag wäre, ob nicht auch die Öffentlichkeitsarbeit des Beirates von der städtischen Seite, von den städtischen Profis noch stärker unterstützt werden könnte, da- mit man genau das erreicht, dass diese Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung geschieht. Der Vorsitzende: Das waren jetzt alle Wortmeldungen, die einvernehmlich noch einmal ein positives Dankeschön an die verschiedenen Gruppen genannt haben, dass ich das ger- ne noch einmal zusammenfassen möchte. Herzlichen Dank und auf weiterhin gute Zu- sammenarbeit mit dem ganzen Gemeinderat, aber auch der Verwaltung. Das darf ich hier gerne anschließen. Jetzt kommen wir zur Kenntnisnahme, der Sie sich wahrscheinlich nur schwer verweigern können. Ich bitte um das Votum. – Das ist einstimmig. Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt – Ratsangelegenheiten 9. April 2018