Steingärten sind in Mode gekommen, grüne Gärten wieder attraktiv machen

Vorlage: 2018/0073
Art: Anfrage
Datum: 20.02.2018
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Offen
Erwähnte Stadtteile: Keine Angaben

Beratungen

  • Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 24.04.2018

    TOP: 37

    Rolle: Kenntnisnahme

    Ergebnis: Kenntnisnahme

Zusätzliche Dateien

  • GfK Steingärten
    Extrahierter Text

    Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister ANFRAGE Stadtrat Friedemann Kalmbach (GfK) Stadtrat Eduardo Mossuto (GfK) Vorlage Nr.: 2018/0073 Steingärten sind in Mode gekommen, grüne Gärten wieder attraktiv machen Gremium Termin TOP ö nö Gemeinderat 24.04.2018 37 x Fragen 1. In welcher Weise beinträchtigen Steingärten das städtische Klima, das Mikroklima, die Böden und deren Wasserhaushalt und den Lebensraum von Tieren und Insekten? 2. Welche Informationen und Hilfestellungen wären notwendig, um eine weitere Zunahme von Steingärten zu verhindern und auf den Wert von grünen Gärten aufmerksam zu machen? 3. Mit welchen Maßnahmen kann die Stadt den Besitzern von Steingärten positive Anreize für den Umstieg auf grüne Gärten geben? Begründung Wir beobachten im Stadtgebiet immer mehr sogenannte Steingärten. In vielerlei Hinsicht sind Stein- gärten praktisch, besonders aber pflegeleicht. Die Auswirkungen auf das Klima, bzw. den Lebensraum werden dabei oft nicht bedacht. Steingärten wirken im Sommer wie Wärmespeicher, halten die Hitze und kühlen auch in der Nacht nicht entsprechend aus. Grüne Gärten, mit Rasenanlage sorgen dem gegenüber für nächtliche Abkühlung. Sie bieten im Gegensatz zu den Steingärten Lebensraum für Tiere und Insekten. Für ein gesundes Stadtklima sind grüne Gärten wichtig. Wir Stadträte von Gemeinsam für Karlsruhe machen nachdrücklich auf den negativen Einfluss von Steingärten aufmerksam und zeigen die Not- wendigkeit auf, Bürger darüber aufzuklären. Damit ist der Apell verbunden im Falle einer Neuplanung für das Frühjahr lieber keinen Steingarten, sondern auf jeden Fall einen grünen Garten anzulegen. Dabei wollen wir die Stadtverwaltung dafür gewinnen, mittels einer Informationskampagne die Bürger zu informieren und Anreize für den Wechsel schaffen. Die Stadträte von Gemeinsam für Karlsruhe wissen sich mit vielen anderen vor die Aufgabe gestellt, für ein erträgliches Klima, besonders in den Sommermonaten zu sorgen. unterzeichnet von: Friedemann Kalmbach Eduardo Mossuto

  • Stellungnahme TOP 37
    Extrahierter Text

    Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister STELLUNGNAHME zur Anfrage Stadtrat Friedemann Kalmbach Stadtrat Eduardo Mossuto Vorlage Nr.: Verantwortlich: 2018/0073 Dez. 5 Steingärten sind in Mode gekommen, grüne Gärten wieder attraktiv machen Gremium Termin TOP ö nö Ergebnis Gemeinderat 24.4.2018 37 x Die Beantwortung der Anfrage bezieht sich auf künstliche, monotone Stein-, Kies- und Schot- tergärten, die in den letzten Jahren vor allem im Privatgartenbereich verstärkt zu verzeichnen sind, vornehmlich in den Vorgartenzonen. Diese Steinflächen sind lediglich mit einzelnen weni- gen Pflanzen gespickt, die mit den verschiedenen, für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten wichti- gen trockenen und Stein geprägten Lebensräumen (heimische Trocken- und Halbtrockenrasen, Lebensbereich der Steppen, Felssteppen, Felsmatten oder Steinfugen) nichts mehr zu tun ha- ben. Die entsprechenden Naturstandorte sind Lebensraum für zahlreiche hochspezialisierte Tiere und Pflanzen. 1. In welcher Weise beinträchtigen Steingärten das städtische Klima, das Mikro- klima, die Böden und deren Wasserhaushalt und den Lebensraum von Tieren und Insekten? Der Wert der Freiflächen an und vor den Gebäuden ist vielfältig. Eine dem Standort angepasste mit Pflanzen gestaltete Fläche dient vielen Aspekten – vom Lebensraum für Insekten, für das Klima in der Stadt bis zum Straßenbild und der Atmosphäre in der Nachbarschaft. Mit Steinmaterial, weitgehend vegetationsfrei gestaltete Gartenflächen sind in ihren Wirkungen vergleichbar mit stark versiegelten Flächen. Die negativen klimatischen Wirkungen infolge der Wärmespeicherung und der gegenüber begrünten Flächen reduzierten Abkühlung sind deutlich im unmittelbaren Umfeld spürbar. Dies gilt umso mehr für dunklere Materialien. Bei entspre- chendem Flächenumfang werden auch die klimatischen Verhältnisse in einem Straßenzug oder Baublock negativ beeinflusst. Die Bodenfunktionen und der Wasserhaushalt werden durch eine Schotterabdeckung erheblich gestört. Die Versickerung von Niederschlagswasser bleibt in der Regel weitgehend erhalten, es sei denn, man baut abdichtende Materialien wie Folien ein. Für zahlreiche Tierarten fehlen auf vegetationsfreien Steinflächen Nahrungsangebote. Sie sind daher als Lebensraum von geringem Wert. Insbesondere die Tatsache, dass diese "Gärten" mehr oder weniger vegetationsfrei oder -arm sind, führt zu negativen Effekten. Gerade die Pflanze als wesentliches Element des Gartens bringt die eigentlichen Wohlfahrtswirkungen. Das Blattwerk hält den Regen länger zurück und sorgt für einen verzögerten Abfluss, die Verdunstung sorgt für Luftkühlung. Unterschiedliche Pflanzen bieten Lebensräume für Tiere oder sind als Futterpflanzen wichtig für die Fauna. Auch gestalterisch sind die Gärten fragwürdig und das Erleben der Jahreszeiten mit dem Blattaustrieb, dem Blütestadium, dem Herbst- und auch dem Winteraspekt geht verloren. Ergänzende Erläuterungen Seite 2 2. Welche Informationen und Hilfestellungen wären notwendig, um eine weitere Zunahme von Steingärten zu verhindern und auf den Wert von grünen Gärten aufmerksam zu machen? Das Gartenbauamt versucht, den aktuellen Tendenzen im Rahmen der Möglichkeiten entge- genzuwirken. Das Wichtigste ist dabei die Vorbildfunktion. So werden die städtischen Grünflä- chen nicht als Steingärten gestaltet. Einzige Ausnahme ist ein Teilbereich im Japangarten im Stadtgarten, da japanische Gärten und die Bedeutung von Steinen in der japanischen Garten- kunst unter anderen Gesichtspunkten zu betrachten sind. Das Gartenbauamt verwendet auch Mineralmulch bei bestimmten Staudenpflanzungen, die im Winter durch die mineralische Abstreu vielleicht die Assoziation monotoner Steinwüsten hervorrufen könnte. Für das Abde- cken (Mulchen) des freien Bodens zwischen Pflanzungen ist die Wahl des Mulchmaterials auf die Standortbedingungen der Pflanzen abzustimmen. So kommt fallweise feiner Kies oder Splitt als Mulchmaterial zum Einsatz. Durch die Öffentlichkeitsarbeit versucht das Gartenbauamt, den Bürgerinnen und Bürgern die Pflanze und den mit Pflanzen gestalteten Garten nahe zu bringen. Eine Möglichkeit hierfür sind die Führungen zum Thema Pflanze im Stadtgarten, eine weitere ist seit 2014 die "Offene Pfor- te". Einen ganzen Sommer lang laden Privatpersonen zu bestimmten Terminen die Öffentlich- keit ein, ihre grünen Gartenoasen kennen zu lernen. Diese guten Beispiele von Gartengestal- tung sollen Impulse und Anregungen bieten für die Interessierten, die sie dann im eigenen Wohnumfeld anwenden können. Gärten mit steinern gestalteten Vorgärten oder großflächig steinernen Gartenpartien werden nicht zur Teilnahme an der Offenen Pforte zugelassen. Auch das Programm zur Begrünung von Höfen, Dächern und Fassaden, das vom Gartenbauamt seit 1977 mit dem zugehörigen Wettbewerb durchgeführt wird, ist ein Instrument, die Bürge- rinnen und Bürger, die ihren Hof neu gestalten wollen, zum grünen Gartenhof hin zu beraten, was in den meisten Fällen auch gelingt. Hierfür können dann auch Fördermittel in Anspruch genommen werden. Zwar sind Steingärten gerade „in“, allerdings zeichnet sich auch wieder ein Trend hin zu klassi- schen, wieder naturnahen Gartengestaltungen ab, die auf artenreiche Gärten mit hoher Diversi- tät abzielen. Das Korridorthema "Meine Grüne Stadt Karlsruhe" führt mit eigenen Maßnahmen und der Bürgerschaft an die Natur und insbesondere an die Thematik der Biodiversität heran. Durch entsprechende Öffentlichkeitsarbeit und -beteiligung werden die Bedeutung von Naturschutz und Klimaschutz in der Stadt vermittelt. Die Verwaltung plant in diesem Rahmen die Erarbeitung eines Biodiversitätskonzeptes. Das Gar- tenbauamt wird seine Planungen bezüglich Förderung der Artenvielfalt und Klimaanpassung weiter optimieren und damit auch Beispiel geben. Darüber hinaus gäbe es die Möglichkeit der Reglementierung im Rahmen der Erstellung von Bebauungsplänen, in denen entsprechende grünordnerische Festsetzungen aufgenommen wer- den. Im Rahmen von neuen Bebauungsplänen ist die Abbildung von Grünordnungsbelangen ein wichtiger Fokus, entsprechend konkrete Festsetzungen helfen hier weiter. Wichtig ist die späte- re Kontrolle der Umsetzung. Hierzu müsste entsprechendes Personal bei der Stadtverwaltung bereitgestellt werden. Ergänzende Erläuterungen Seite 3 3. Mit welchen Maßnahmen kann die Stadt den Besitzern von Steingärten positive Anreize für den Umstieg auf grüne Gärten geben? Einige Anreize zur Umgestaltung, wie Beratung, Information oder finanzielle Förderung, wurden bereits dargestellt. Es fehlt leider mitunter an der Einstellung und der grundsätzlichen Bereit- schaft vieler Gartenbesitzerinnen und -besitzer zur Wiederbegrünung der Gartenflächen. Häufig sind aber auch zeitliche Aspekte oder körperliche Einschränkungen der Bewirtschaftenden der Grund, weshalb aus grünen Gärten graue Steinflächen werden. Hier könnten über das Korri- dorthema "Grüne Stadt" geeignete Instrumente im Bereich des bürgerschaftlichen Engage- ments erarbeitet werden. Die direkte Beteiligungskultur durch Bürgerinnen und Bürger, die im Rahmen des Korridorthemas unterstützt werden soll, stellt einen wichtigen Beitrag dar, mit dem in den Stadtquartieren die Bürgerinnen und Bürger inhaltlich an die grüne, also vegetationsbe- stimmte Gestaltung ihrer Umwelt und ihrer Freiflächen herangeführt werden können. Positive Beispiele dienen zur Identifikation mit dem Quartier, regen aber auch zum Mit- und Nachma- chen an. Dies ist eine Chance, "Grün" in der Stadt weiter positiv zu besetzen und zu verwirkli- chen. Angedacht ist eine Information für Bürgerinnen und Bürger über pflegeleichte, aber kli- maregulierende und artenvielfaltsfördernde Bepflanzungen im Hausgarten.

  • Protokoll TOP 37
    Extrahierter Text

    Niederschrift 49. Plenarsitzung Gemeinderat 24. April 2018, 15:30 Uhr öffentlich Bürgersaal, Rathaus Marktplatz Vorsitzender: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 32. Punkt 37 der Tagesordnung: Steingärten sind in Mode gekommen, grüne Gärten wieder attraktiv machen Anfrage: GfK Vorlage: 2018/0073 Beschluss: Kenntnisnahme Abstimmungsergebnis: Keine Abstimmung Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 37 zur Behandlung auf und stellt fest, die Stel- lungnahme der Verwaltung liege vor, der Gemeinderat habe Kenntnis genommen. (Keine Wortmeldung) Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt – Ratsangelegenheiten 30. April 2018