Angebot an Geburtsvorbereitungskursen und Wochenbettbetreuungen fördern

Vorlage: 2018/0047
Art: Antrag
Datum: 06.02.2018
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Offen
Erwähnte Stadtteile: Keine Angaben

Beratungen

  • Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 20.03.2018

    TOP: 16

    Rolle: Entscheidung

    Ergebnis: verwiesen in Sozialausschuss

Zusätzliche Dateien

  • GRÜNE Angebot Geburtsvorbereitungskurse
    Extrahierter Text

    Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister ANTRAG GRÜNE-Gemeinderatsfraktion Vorlage Nr.: 2018/0047 Angebot an Geburtsvorbereitungskursen und Wochenbettbetreuungen fördern Gremium Termin TOP ö nö Gemeinderat 20.03.2018 16 x Folgende Antragspunkte sind im Rahmen der „Frühen Prävention“ zu sehen: 1. Als Ergänzung zu den Maßnahmen der frühen Prävention erhöht die Stadt den Zuschuss an Pro Familia, um eine zusätzliche 50%-Stelle für eine Familienhebamme schaffen zu können. 2. Die Stadtverwaltung unterstützt selbstständige Hebammen, die einen Geburtsvorbereitungskurs anbieten wollen, bei der Suche nach geeigneten Räumlichkeiten in möglichst vielen Stadtteilen und beteiligt sich ggf. an den Mietkosten. 3. Die Stadt setzt sich bei den Karlsruher Geburtskliniken nachdrücklich für den Ausbau der Angebote von Geburtsvorbereitungskursen ein. 4. Sollten bei finanziell bedürftigen Familien (Karlsruher Pass-Empfänger*innen) die Kosten für die Teilnahme des werdenden Vaters am Geburtsvorbereitungskurs nicht oder nur teilweise von der Krankenkasse übernommen werden, so werden diese abzüglich eines eventuellen Erstattungsbe- trages durch die Stadt finanziert. Die Betreuung von werdenden Eltern während der Schwangerschaft und die Begleitung junger Eltern und ihrer Säuglinge in den ersten Wochen und Monaten nach der Geburt durch eine Hebamme sind nicht nur wünschenswert, sondern tragen enorm zur Prävention bei. Wie die Verwaltung in ihrer Stel- lungnahme auf unsere Anfrage vom 27.11.2017 betont, könnte es sonst zu Unsicherheiten und damit zu Problemen in der Versorgung von Säuglingen kommen. Ebenso sei die psychische Gesundheit von Müttern durch eine mangelhafte Hebammenversorgung größeren Risiken ausgesetzt. Werdende Eltern finden aber in Karlsruhe (wie bundesweit) immer weniger Angebote von Hebammen zur Geburtsvorbereitung und Betreuung nach der Geburt. Die in Karlsruhe praktizierenden Hebam- men sind oft für einen langen Zeitraum im Voraus belegt. Für Alleinerziehende oder Familien in belasteten Lebenssituationen wäre die Unterstützung einer Heb- amme jedoch besonders wichtig. Die Verwaltung schrieb dazu, dass gerade diese Menschen geringe Chancen auf die Versorgung durch eine Hebamme haben. Die Angebote des Netzwerks für „Frühe Prävention“ in Karlsruhe sind hier sehr hilfreich, aber bei wei- tem nicht ausreichend. So kann beispielsweise bei Pro Familia im Moment jeweils nur ein Geburtsvor- bereitungskurs für jugendliche werdende Mütter angeboten werden. Dringend notwendig wäre zu- sätzlich ein Geburtsvorbereitungskurs und Wochenbettbetreuung für (insbesondere bedürftige) zu- künftige Alleinerziehende. Die dortige Familienhebamme (75%-Stelle, die durch Zuschuss der Stadt finanziert wird) ist bereits sehr ausgelastet und ein weiteres Kursangebot bzw. eine weitere Betreuung von werdenden Familien ist nicht möglich. Außerdem gibt es keine Vertretung für die Familienheb- Sachverhalt / Begründung: Seite 2 amme, falls sie wegen Hausbesuchen, Weiterbildungsmaßnahmen oder Krankheit ausfällt. Aus diesen Gründen ist hier eine weitere halbe Personalstelle nötig, um den wichtige Präventionsauftrag erfüllen zu können. Ein weiterer Grund, warum Hebammen immer seltener Geburtsvorbereitungskurse anbieten können, sind auch fehlende geeignete und für die Hebammen bezahlbare Räumlichkeiten. Hier sollte die Stadt alle Möglichkeiten prüfen, stadteigene Räume kostenfrei zur Verfügung zu stellen. Ist dies nicht mög- lich, sollte die Stadt sich an der Suche geeigneter Räume und an den Mietkosten beteiligen, um so zu einem erweiterten Angebot der Hebammen beizutragen. In den Karlsruher Geburtskliniken werden ebenfalls Vorbereitungskurse für werdende Eltern angebo- ten, doch auch hier kann nur ein Teil der Nachfrage befriedigt werden. Hier sollte sich die Stadt nach ihren Möglichkeiten bei den Kliniken für den deutlichen Ausbau der Angebote einsetzen. In Geburtsvorbereitungskursen werden auch werdende Väter auf die Geburt und den Umgang mit Säuglingen vorbereitet. Es ist allseits bekannt, wie hilfreich und wichtig dies für den Start der jungen Familie ist. Daher sollen die Kosten kein Hinderungsgrund für werdende Väter sein und bei Bedarf soll die Teilnahme von der Stadt finanziert werden. Auch wenn eine Lösung des Hebammenmangels vor allem bundespolitisch zu suchen ist, sollte die Stadt sich mit einem ausgeweiteten Beitrag diesem drängenden Problem stellen. Eine schlechte Ver- sorgung in diesem Bereich führt zu schlechteren Startchancen besonders für arme Kinder. unterzeichnet von: Verena Anlauf Michael Borner Renate Rastätter Dr. Ute Leidig

  • Stellungnahme TOP 16
    Extrahierter Text

    Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister STELLUNGNAHME zum Antrag GRÜNE-Gemeinderatsfraktion Vorlage Nr.: 2018/0047 Verantwortlich: Dez. 3 Angebot an Geburtsvorbereitungskursen und Wochenbettbetreuungen fördern Gremium Termin TOP ö nö Gemeinderat 20.03.2018 16 x Kurzfassung Die Stadtverwaltung betrachtet die Erhöhung des Zuschusses an Pro Familia für eine zusätzliche 50 Prozent-Stelle für eine Familienhebamme als fachlich sinnvoll. Im Haushaltsjahr 2018 stehen die dazu erforderlichen Finanzmittel nicht zur Verfügung. Eine Aufnahme in den Entwurf des Doppelhaushalts 2019/20 ist aktuell nicht vorgesehen. Die Verwaltung empfiehlt dem Gemein- derat, den Antrag in den Beratungen zum Doppelhaushalt 2019/20 gegebenenfalls erneut auf- zurufen. Finanzielle Auswirkungen des Antrages (bitte ankreuzen) nein x ja Gesamtkosten der Maßnahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) Ergebnis-HH 2019 38.350 € keine Ergebnis-HH 2019 38.350 € Ergebnis-HH 2020 ff 38.350 € Haushaltsmittel stehen in voller Höhe zur Verfügung Kontierungsobjekt: PSP-Element: 1.500.36.30.02 Kontenart: 43310000 Ergänzende Erläuterungen: Haushaltsmittel sind im Rahmen des DHH 19/20 zu berücksichtigen. ISEK-Karlsruhe-2020-relevant x nein ja Handlungsfeld: Wählen Sie ein Element aus. Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) x nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften x nein ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 1. Als Ergänzung den zu den Maßnahmen der Frühen Prävention erhöht die Stadt den Zuschuss an Pro Familia, um eine zusätzliche 50%-Stelle für eine Familien- hebamme schaffen zu können. Die Auslastung der Familienhebammen hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Dies ist zum einen durch die erfreuliche Zunahme der Geburten zu erklären, aber auch durch die angespannte Hebammenversorgung in Karlsruhe und bundesweit. Eine Erhöhung der Personal- ressourcen bei den festangestellten Familienhebammen kann die Versorgungssituation von Fa- milien in Belastungssituationen mit Kindern zwischen 2 und 12 Monaten verbessern. Das Fach- wissen von Familienhebammen ist gerade in diesem Lebensalter besonders gefragt. In vielen Fällen findet auch ein fachlicher Austausch mit dem Sozialen Dienst der Stadt statt. Die Schaf- fung einer zusätzlichen 50%-Stelle wird befürwortet. Die mögliche Verteilung und Ansiedlung wird in Kooperation und Absprache mit den beteiligten Trägern vorgenommen. Die Arbeits- platzkosten für eine 50% Stelle (E9) liegen bei 38.350€/Jahr. Diese Mittel können nicht über das Bundesförderprogramm Frühe Hilfen finanziert werden, da dieses Programm schon voll ausge- schöpft ist. Im Haushaltsjahr 2018 stehen die dazu erforderlichen Finanzmittel nicht zur Verfügung. Eine Aufnahme in den Entwurf des Doppelhaushalts 2019/20 ist aktuell nicht vorgesehen. Die Ver- waltung empfiehlt dem Gemeinderat den Antrag in den Beratungen zum Doppelhaushalt 2019/20 gegebenenfalls erneut aufzurufen. Für die Umsetzung der Maßnahme sind zu gegebe- ner Zeit Mittel bereit zu stellen. 2. Die Stadtverwaltung unterstützt selbstständige Hebammen, die einen Geburts- vorbereitungskurs anbieten wollen, bei der Suche nach geeigneten Räumlich- keiten in möglichst vielen Stadtteilen und beteiligt sich ggf. an den Mietkosten. Derzeit ist die Förderung von Kinder- und Familienzentren in Planung. Kinder- und Familienzen- tren könnten in Zukunft auch Orte für Geburtsvorbereitungskurse sein, hierdurch ist eine flä- chendeckende Versorgung theoretisch möglich. Das Kinderbüro der Stadt Karlsruhe steht in engem Kontakt zum Hebammenverband und vermittelt nach Möglichkeit bereits freie Räume. Für einen Mietkostenzuschuss besteht keine Grundlage. Die Bemühungen der Stadt Karlsruhe sind auch hier durch die Zahl der Hebammen limitiert. 3. Die Stadt setzt sich bei den Karlsruher Geburtskliniken nachdrücklich für den Ausbau der Angebote an Geburtsvorbereitungskursen ein. Das Städtische Klinikum hat in der Vergangenheit bereits deutliche Bemühungen getätigt und das Angebot ausgebaut, um die Situation zu verbessern. Auch die anderen Kliniken zeigen hier bereits Engagement und nehmen die Bedarfslage wahr. Der limitierende Faktor ist auch hier das begrenzte Personal. 4. Sollten bei finanziell bedürftigen Familien (Karlsruher Pass-Empfänger*innen) die Kosten für die Teilnahme des werdenden Vaters am Geburtsvorbereitungs- kurs nicht oder nur teilweise von der Krankenkasse übernommen werden, so werden diese abzüglich eines eventuellen Erstattungsbetrages durch die Stadt finanziert. Dem Jugendfreizeit- und Bildungswerk ist kein Bedarf bei den Karlsruher Familien bekannt. Da- her wird hier kein Handlungsbedarf gesehen.

  • Protokoll TOP 16
    Extrahierter Text

    Niederschrift 48. Plenarsitzung Gemeinderat 20. März 2018, 15:30 Uhr öffentlich Bürgersaal, Rathaus Marktplatz Vorsitzender: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 16. Punkt 16 der Tagesordnung: Angebot an Geburtsvorbereitungskursen und Wo- chenbettbetreuungen fördern Antrag: GRÜNE Vorlage: 2018/0047 Beschluss: Verwiesen in den Sozialausschuss Abstimmungsergebnis: Keine Abstimmung Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 16 zur Behandlung auf und stellt fest, die Stel- lungnahme der Verwaltung liege vor. Stadträtin Anlauf (GRÜNE): Alle sind sich einig, dass werdende Eltern und junge Eltern mit Ihren Säuglingen nicht allein gelassen werden dürfen. Eine Begleitung durch eine Heb- amme ist in der Schwangerschaft und in den ersten Monaten nach der Geburt von hoher Bedeutung. Leider ist die Versorgung durch Hebammen in Karlsruhe, wie auch bundesweit, immer weniger ausreichend. Wichtig wäre eine solche Versorgung vor allem für Alleiner- ziehende und Familien in belastenden Lebenssituationen, aber gerade diese ziehen bei dem Wettrennen um die Plätze in Geburtsvorbereitungskursen und Wochenbettbetreuungen, so ähnlich ist es mittlerweile, oft den Kürzeren. Es ist insofern auch ein Wettrennen, weil sich viele, nachdem die Schwangerschaft festgestellt wurde, gleich anmelden, um einen Platz zu bekommen. Bei diesem Thema geht es um ein zentrales Feld der Prävention. Die Verwaltung schrieb auf unsere Anfrage vom 27.11.2017, dass es ohne Unterstützung durch Hebammen zu Unsi- cherheiten und damit zu Problemen in der Versorgung von Säuglingen kommen könne. Die Risiken auch für die psychische Gesundheit von Müttern seien größer, also dem kann ich nur zustimmen. Nun ist uns klar, dass es beim Hebammenmangel vor allem um ein bundespolitisches Problem geht, andererseits können wir die Augen nicht davor verschlie- – 2 – ßen, denn eine schlechte Versorgung in diesem Bereich führt zu schlechteren Startchancen, besonders für Kinder aus armen Familien. Aus diesem Grund haben wir uns bemüht, diffe- renziert nach den Hebeln zu suchen, die ohne zu hohen Aufwand wenigstens an den brennendsten Punkten ansetzen, zusätzlich zu dem, was schon gemacht wird. Wir freuen uns über die Antwort der Verwaltung, die eine zusätzliche halbe Stelle für eine Familien- hebamme bei Pro Familia befürwortet. Allerdings ist uns unklar, warum diese Stelle nicht im Entwurf des Doppelhaushaltes ausgewiesen wird. Wo ist hier die Familienfreundlich- keit? Außerdem wird in der Antwort der Verwaltung leider nicht darauf eingegangen, dass wir eine Stelle für Geburtsvorbereitungskurse und für die Wochenbettbetreuung besonders wichtig für belastete Familien halten. Stattdessen wird in der Antwort der Verwaltung von Familien mit Kindern von zwei Mona- ten bis zwölf Jahren gesprochen, was ja auch wichtig ist, aber aus irgendeinem Grund wurde nicht auf unsere Argumentation eingegangen. Deshalb wollen wir eine vertiefte Diskussion im Sozialausschuss. Die Antwort auf unseren zweiten Punkt, bei dem es um die Raumfrage für Geburtsvorbereitungskurse ging, finden wir nicht befriedigend. Die erste Frage, gibt es eine Liste der Räume, welche die Stadt vermitteln kann, wäre zum Beispiel ein wichtiger Punkt. Zweitens, unserem Wissen nach liegt es nicht nur allein am Hebam- menmangel, dass es zu wenig Geburtsvorbereitungskurse gibt, sondern auch daran, dass sich diese Kurse wegen teurer Räume finanziell nicht lohnen, und die jungen Hebammen es darum nicht mehr machen wollen. Diese Auskunft haben wir mehrfach erhalten. Was ist also gegen einen Mietkostenzu- schuss zu sagen? Das wäre eine kleine Maßnahme, die nicht soviel kostet, die aber eventu- ell ein wichtiger Hebel ist. Auch mit der Antwort auf den vierten Punkt sind wir nicht zu- frieden. Unser Ziel ist es hier, dass auch werdende Väter aus bedürftigen Familien an einem Geburtsvorbereitungskurs teilnehmen können. Das geht bis jetzt meistens nicht, weil die Krankenkassen den Beitrag nicht bezahlen, und mit Hartz IV kann man den in der Regel nicht selbst bezahlen. Wir sehen die Einbeziehung der Männer schon vor der Geburt, es geht ja auch immer zum Beispiel um den Umgang mit Neugeborenen als ein echtes Prä- ventionsangebot. Die Einbeziehung der werdenden Väter stabilisiert die junge Familie. Die Verwaltung schreibt, hier sei kein Bedarf bekannt. Damit sind wir nicht zufrieden, weil all- gemein bekannt ist, dass jemand der Hartz IV empfängt, sich nicht meldet und fragt, ob es dieses Angebot eventuell geben könnte, das machen die allerwenigsten. Deswegen für die Punkte zwei und vier, hätten wir gerne einen Verweis in den Sozialausschuss, um darüber noch mal gründlicher zu diskutieren. Stadträtin Meier-Augenstein (CDU): Das Thema Hebammen ist auch für uns eine Her- zensangelegenheit. Wir haben in den vergangenen Jahren, hier in diesem Haus, auch schon mehrfach überlegt, wie wir den Berufsstand der Hebammen unterstützen können, aufgrund dieser finanziellen Problematiken, die von anderer Stelle verursacht sind, über zum Beispiel sehr teure Haftpflichtversicherungen, und wir haben immer gute Lösungen hier im Haus gefunden. Unter anderem haben wir im letzten Doppelhaushalt beschlossen, dass wir die Hebammen für einen kleinen Betrag beauftragen, die Willkommensmappen zu überbringen. Damit erreichen wir eine Art frühe Prävention, weil die Familien zu einem sehr frühen Zeitpunkt von einer niedergelassenen freiberuflichen Hebamme besucht wer- den. Das Thema Familienhebammen haben wir immer unterstützt. Wir haben uns auch damals, als dieses Thema im Rahmen der frühen Prävention aufkam, uns dafür eingesetzt. Insofern sind wir weiterhin der Meinung, dass es ein gutes Mittel ist, um benachteiligten – 3 – oder sich in irgendwelchen Schwierigkeiten befindlichen Familien sehr früh zu helfen. Denn wenn wir in der frühen Prävention tätig werden, haben wir dadurch positive Folgeeffekte in späteren Jahren, die sich dann auf der anderen Seite wieder positiv finanziell auswirken. Für uns ist jetzt einfach hier die Forderung nach einer weiteren halben Stelle, vielleicht ein bisschen zu früh, aber uns würde generell interessieren, wie die Familienhebammen in Karlsruhe ausgelastet sind. Wir haben Hebammen über Pro Familia, wir haben aber auch Hebammen über das Gesundheitsamt in Kooperation mit dem Landratsamt, wir haben gemeinsame Familienhebammen, insofern würde sich eine Klärung als Vorbereitung für die Haushaltsberatungen anbieten, dass wir im Vorfeld einfach noch ein paar Informationen bekommen, weil dieser Antrag dort richtig aufgehoben ist. Wie haben die Zahlen sich entwickelt? Wie viel Familienhebammen stehen bereit? Wie ist der Bedarf? Was wäre eine mögliche Aufstockung, um eben auch alle Familien bedienen zu können? Zu den anderen Punkten, das ist natürlich alles wünschenswert, dass die Stadt hier ein- steigt und die Raumvermittlung macht, aber dann stellt sich auch die Frage, ob es Aufgabe der Stadt ist, darüber sollten wir vielleicht auch noch mal im Fachausschuss sprechen. Es ist auch originäres Interesse zum Beispiel der Krankenhäuser, dass die auch Geburtsvorberei- tungskurse anbieten und Hebammen vermitteln, die gleichzeitig im Krankenhaus ihren Dienst anbieten. Das muss gemeinsam laufen, und vielleicht wäre das auch etwas, worüber wir uns mal mit dem Städtischen Klinikum austauschen, um zu erfahren, wie da die Situa- tion vor Ort ist, und wir im Fachausschuss noch ein paar Informationen darüber bekom- men. Grundsätzlich sollten wir unserer Meinung nach, uns noch mal in den Haushaltsbera- tungen damit beschäftigen, und bis dahin bitten wir um Vorlage von weiteren Zahlen, da- mit wir das auch gut beurteilen können. Stadträtin Moser (SPD): Auch der SPD-Fraktion ist dieses Thema ganz besonders wichtig. Gerade in Zeiten nach der Geburt empfinden es die meisten Frauen, aber auch die Männer, als äußerst hilfreich und beruhigend, wenn sie eine Hebamme an ihrer Seite haben. Aber auch Geburtsvorbereitungskurse tragen dazu bei, dass die werdenden Mütter sich sicher fühlen. Für all das braucht es allerdings eines, Hebammen in ausreichender Anzahl. Durch die erfreuliche Zunahme von Geburten sind die Hebammen in Karlsruhe mehr ausgelastet, und es ist sehr schwierig eine Hebamme zu finden. Die meisten Väter und Mütter unter uns wissen davon ein Lied zu singen, nehme ich an, also mir ging es zumindest so, und das ist schon sehr viele Jahre her, und es hat sich eigentlich nicht viel geändert. Der Aufbau von Kinder- und Familienzentren und die Vermittlung durch das Kinderbüro sind wichtige Ansätze, um eine Besserung herbeizuführen. Vielleicht könnte auch über eine Zusammenarbeit mit Mehrgenerationenhäusern nachgedacht werden. Da denke ich nicht weit von uns, aber unsere ganzen Bemühungen führen nicht zum Ziel, wenn es nicht aus- reichend Hebammen gibt und junge Menschen durch die verschiedensten Hürden abge- schreckt werden diesen Beruf anzustreben. Deshalb ist es auch äußerst wichtig Barrieren abzubauen und den Beruf attraktiver zu machen. Ich denke da an das unsägliche Thema Versicherung, Frau Meier-Augenstein, Sie haben es eben angesprochen. Ich denke da aber auch an die Arbeitszeiten und die Selbstständigkeit. Ich persönlich spreche mich dafür aus, eine Fünfzigprozentstelle bei Pro Familia anzusiedeln, wir werden es aber im Zuge der Haushaltsberatungen noch mal in der Fraktion besprechen. Stadtrat Cramer (KULT): Ich würde vorschlagen, dass das Thema in den Fachausschuss kommt, und wir dann zuerst berichtet bekommen, welche Auswirkungen die Maßnahmen, – 4 – die wir finanziell eingebracht haben, gehabt haben. Kollegin Meier-Augenstein hat alles im Detail genannt, dass wir da mal eine Rückmeldung haben und sehen, welcher Bedarf noch besteht. Wir müssen uns einfach klar sein, die Grundmisere ist eben, dass es im Moment noch so wenig Hebammen gibt und für die freien Hebammen diese Haftpflichtversiche- rung eine Schwierigkeit darstellt. Wir müssen dann sehen, was wir über das, was wir als Kommune vor zwei Jahren auf den Weg gebracht haben, hinaus noch machen können. Einen Vorschlag habe ich noch, vielleicht können wir den Hebammenverband aus Karlsruhe in den Fachausschuss einladen, um dann ganz direkt von den Betroffenen und Vertretun- gen der Hebammen hier in Karlsruhe Einzelheiten erfahren zu können. Stadtrat Høyem (FDP): Eigentlich bin ich vielleicht nahezu befangen, weil ich als junger Mann in Kopenhagen sieben Jahre lang Hebammenauszubildende unterrichtet habe. Seit dieser Zeit habe ich überall in der Welt, wo ich Hebammen treffe, einen sehr großen Res- pekt für die Ausbildung und die Arbeit, die jede Hebamme lokal macht, auch hier in Karls- ruhe. Ich finde es sehr traurig, dass wir so einen Mangel an Hebammen haben. Die GRÜ- NEN Kollegen haben absolut recht, dass auch die Monate nach der Geburt gerade eine Hebamme eine enorme Bedeutung haben kann. Wir Liberalen möchten sehr gerne in den Haushaltsdebatten mit in einem eventuellen interfraktionellen Antrag sein. Der Vorsitzende: Ich höre zwei Tendenzen, wir vertagen oder verweisen es in den Sozial- ausschuss, es gab ja noch ein paar Anregungen, welche Informationen wir gegebenenfalls noch zusammensammeln sollen. Wir beschäftigen uns dann mit Sicherheit noch im Hin- blick auf den Haushalt damit. Frau Anlauf, das ist so formuliert, dass wir im Moment eben nicht zusagen wollen und können, ob wir von der Stadtverwaltung aus diese zusätzliche halbe Stelle schon in den Haushaltsentwurf aufnehmen. Deswegen sollten Sie zu gegebe- ner Zeit, wenn Sie an diesem Ziel festhalten, es dann im Rahmen der Haushaltsberatungen eben erneut aufrufen. Die Vorberatung zu dem Thema scheint jetzt dann ja im Sozialaus- schuss stattzufinden, und ich glaube, das ist jetzt ein guter Weg. Ich darf nur einfach für das Protokoll festhalten, Herr Wenzel hat um 18 Uhr, Herr Pfann- kuch kurz nach 19 Uhr, und Frau Ernemann um 19:40 Uhr die Sitzung verlassen, falls noch jemand seinen Nachbarn vermisst, soll er mir das bitte mitteilen. Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt – Ratsangelegenheiten 10. April 2018