Absterben von alten Bäumen im Schlossgarten

Vorlage: 2018/0033
Art: Anfrage
Datum: 24.01.2018
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Offen
Erwähnte Stadtteile: Keine Angaben

Beratungen

  • Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 20.03.2018

    TOP: 22

    Rolle: Kenntnisnahme

    Ergebnis: Kenntnisnahme

Zusätzliche Dateien

  • GRÜNE Absterben Bäume Schlossgarten
    Extrahierter Text

    Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister ANFRAGE GRÜNE-Gemeinderatsfraktion Vorlage Nr.: 2018/0033 Absterben von alten Bäumen im Schlossgarten Gremium Termin TOP ö Nö Gemeinderat 20.03.2018 22 x 1. Wie viele alte Bäume sind im Schlossgarten in letzter Zeit abgestorben? 2. Ist etwas über die Gründe dafür bekannt? 3. Wie lag der Grundwasserspiegel im Schlossgarten in der letzten Zeit im Vergleich zu der Zeit vor dem Bau der U-Strab und im Vergleich zu anderen Gebieten im Hardtwald? 4. Könnte die vorhergesagte Riegelwirkung des U-Strab-Tunnels für das fließende Grundwasser eine der Ursachen sein? Nach unbestätigten Meldungen sind in letzter Zeit sechs alte Eichen und mehrere andere alte Bäume im Schlossgarten abgestorben. In den Vorhersagen der Folgen des Baus der U-Strab war eine Riegelwirkung der U-Strab-Röhre für das Grundwasser vermutet worden, die zu einer Absenkung des Grundwassers in der Umgebung füh- ren würde. Wenn der Grundwasserspiegel sinkt, ist das vor allem für alte Bäume schnell lebensbedrohend, weil sie sich nicht so wie jüngere Bäume an veränderte Wasserstände anpassen können. Es ist bekannt, dass die Eichen im Hardtwald durch Pilzbefall und niedrige Grundwasserstände leiden. Die Anfrage soll klären, ob es Unterschiede zwischen dem durch die U-Strab beeinflussten Gebiet und anderen Waldflächen gibt. unterzeichnet von: Johannes Honné Renate Rastätter Sachverhalt / Begründung:

  • Stellungnahme TOP 22
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    Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister STELLUNGNAHME zur Anfrage GRÜNE-Gemeinderatsfraktion Vorlage Nr.: Verantwortlich: 2018/0033 Dez. 5 Absterben von alten Bäumen im Schlossgarten Gremium Termin TOP ö nö Ergebnis Gemeinderat 20.03.2018 22 x 1. Wie viele Bäume sind im Schlossgarten in letzter Zeit abgestorben? Das Schlossgartenareal ist nicht in der Zuständigkeit der Stadtverwaltung. Es liegen daher keine eigenen Zahlen zum dortigen Baumkataster und möglichen Ausfällen von Bäumen vor. Die Stadtverwaltung hat bei der zuständigen Dienststelle Vermögen und Bau Baden-Württemberg entsprechende Angaben zum Absterben von Alteichen erbeten. Nach Mitteilung der Dienststelle Vermögen und Bau wurden in letzter Zeit folgende Bäume gefällt:  Im Winterhalbjahr 2015/2016: 6 Eichen, 3 Ahorn, 1 Linde, 1 Baumhasel.  Im Winterhalbjahr 2016/2017: 1 Eiche, 2 Ahorn, 1 Buche.  Im Winterhalbjahr 2017/2018: 1 Tanne, 1 Kastanie, 1 Kiefer, 1 Ahorn, 1 Hainbuche, 1 Baumhasel, 1 Linde. Alle Fällmaßnahmen wurden mit den zuständigen Vertretern des Gartenbauamtes Karlsruhe und dem Regierungspräsidium Karlsruhe gemeinsam mit einem Biologen durchgeführt. Beson- ders bedeutende Habitatbäume hat Vermögen und Bau auf unterschiedliche Art, nach Vorga- ben des Biologen gesichert, so dass sie weiter als Habitat erhalten werden. Nach Auskunft des Forstamtes sterben auch im Hardtwald Alteichen ab. Hintergrund ist neben dem fehlenden Grundwasseranschluss der Einfluss verschiedener Schaderreger. Es besteht ver- mutlich auch einen Zusammenhang mit den sich verändernden klimatischen Bedingungen. Auch die Dienststelle Vermögen und Bau führt dazu aus, dass aus dortiger Sicht der Klimawan- del, einhergehend mit geringer Winterfeuchte, langen warmen trockenen Sommern und somit geringer Luftfeuchte, als allgemeine Ursachen gesehen werden können. 2. Ist etwas über die Gründe bekannt? Wie bereits in Frage 1 dargestellt, sind die Gründe für das Absterben von Alteichen sehr kom- plex. Die schlechte Wasserversorgung wegen des fehlenden Grundwasseranschlusses und in Trockenjahren ist nur ein Faktor. Daneben spielen die an der Eiche lebenden verschiedenen Schmetterlings- und Käferarten eine entscheidende Rolle im Absterbeprozess (z. B. Larven des Eichenprachtkäfers). Ein Zusammenhang mit den aktuellen Baumaßnahmen ist aus fachlicher Sicht jedoch nicht zu erkennen und kann nicht bestätigt werden. Erstaunlicherweise stellt man fest, dass jüngere Eichen in der Regel gesund bleiben. Dies ist darauf zurückzuführen, dass sich Ergänzende Erläuterungen Seite 2 die jungen Bäume besser an sich verändernde Rahmenbedingen anpassen können und mit zu- nehmendem Alter Empfindlichkeit und Absterberisiko infolge eines Befalls durch Schaderreger deutlich ansteigen. 3. Wie lag der Grundwasserspiegel im Schlossgarten in der letzten Zeit? Das städtische Tiefbauamt unterhält selbst keine Grundwasserpegel im Bereich des Schlossgar- tens. Die Pegel des Tiefbauamtes befinden sich im Bereich des südöstlichen Teils des Schloss- platzes, im Bereich des KSC-Stadions sowie an der Theodor-Heuss-Allee am Südrand der Wald- stadt. Die Messreihen der letzten 10 Jahre weisen allesamt immer wieder Grundwasserschwan- kungen auf, die sich aufgrund der klimatischen Situationen ergeben. So sanken die Grundwas- serstände im Stadtgebiet von Ende 2016 bis Ende 2017. Momentan steigen diese durch die starken Niederschläge wieder an. Ein Zusammenhang der Baumaßnahmen der Kombilösung mit den Schwankungen der Grundwasserstände kann nicht hergestellt werden. Das angehängte Schaubild zeigt den Pegel T 106 im Bereich des Schlossplatzes. Im Verlauf sind die üblichen Schwankungen zu erkennen ebenso wie die aktuelle Tendenz des wieder ansteigenden Grund- wasserstandes. Die Schwankungen der anderen beiden Pegel folgen ähnlichen Mustern. Der Pegel T 106 wird erst seit 2008 beobachtet, so dass hierfür keine Schwankungen aus frühe- ren Zeiten bekannt sind. Die letzte Messung ergab einen Pegelstand von 109.55 m + NHN am 05.02.2018. Für den Pegel T 401 beim KSC-Stadion gibt es dagegen Daten seit 1955. Sein Stand am Ver- gleichsdatum vom 05.02.2018 lag bei 109.00 m + NHN. Sein niedrigster Stand im Beobach- tungszeitraum lag am 02.02.1974 bei 106.96 m + NHN, somit circa 3,00 m tiefer als aktuell. Dies verdeutlicht die große Varianz der Grundwasserstände. 4. Könnte die vorhergesagte Riegelwirkung des U-Strab-Tunnels für das fließende Grundwasser eine der Ursachen sein? Nein, dies kann nicht bestätigt werden. Ergänzende Erläuterungen Seite 3 Eine mögliche Riegelwirkung des U-Strab-Tunnels hat keine negativen Auswirkungen auf den Grundwasserspiegel und damit auf die Eichenbestände im Schlossgarten. Für den Kriegsstraßen- tunnel wurden zwei hydraulische Modelle erstellt, deren Ergebnisse in der Umweltverträglich- keitsprüfung von Emch + Berger und in der Grundwasserhydraulischen Untersuchung des KIT beschrieben sind. Die Auswirkung im unmittelbaren Bereich zum Tunnelbauwerk in der Kriegs- straße liegt bei maximal 10 cm. Kritische Grundwasserstände während der Bauarbeiten stellen sich nur im Rahmen von offenen Wasserhaltungen ein. Nach Aussage der KASIG waren beziehungsweise sind diese bisher auf Grund des niedrigen Grundwasserstandes nicht erforderlich gewesen. Der Grundwasserhydraulischen Untersuchung des KIT kann man entnehmen, dass sich im Schlosspark der Grundwasserstand auf Grund des Stadtbahntunnels um circa 1 cm verändert. Dies ist im Hinblick auf eine möglicherweise negative Beeinflussung des Baumbestandes zu ver- nachlässigen. Während der gesamten Bauzeit wird für den Innenstadtbereich ein Grundwassermonitoring durchgeführt. Aus diesen Daten ist ebenfalls ersichtlich, dass die Tunnelbaumaßnahme keinen Einfluss auf den Grundwasserstand hat.

  • Protokoll TOP 22
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    Niederschrift 48. Plenarsitzung Gemeinderat 20. März 2018, 15:30 Uhr öffentlich Bürgersaal, Rathaus Marktplatz Vorsitzender: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 23. Punkt 22 der Tagesordnung: Absterben alter Bäume im Schlossgarten Anfrage: GRÜNE Vorlage: 2018/0033 Beschluss: Kenntnisnahme Abstimmungsergebnis: Keine Abstimmung Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 22 zur Behandlung auf und stellt fest, die Stel- lungnahme der Verwaltung liege vor, der Gemeinderat habe Kenntnis genommen. (Keine Wortmeldung) Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt – Ratsangelegenheiten 29. März 2018