IT-moderne Schule: Konzept zur Digitalisierung der Karlsruher Schulen

Vorlage: 2018/0026
Art: Beschlussvorlage
Datum: 23.01.2018
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Schul- und Sportamt
Erwähnte Stadtteile: Keine Angaben

Beratungen

  • Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 20.02.2018

    TOP: 4

    Rolle: Entscheidung

    Ergebnis: einstimmig zugestimmt

Zusätzliche Dateien

  • Anlage IT-Konzept Kosten Zusammenstellung
    Extrahierter Text

    Anlage Vernetzung (Switche/Datendosen) Schulart / Kosten HardwareVernetzungBaugewerke Berufliche Schulen311.649 Euro406.800 Euro179.612 Euro Gymnasien 204.398 Euro257.500 Euro115.475 Euro Gemeinschaftsschulen56.449 Euro21.500 Euro19.487 Euro Realschulen103.894 Euro 117.400 Euro55.324 Euro Grund- und Werkrealschulen113.692 Euro198.900 Euro78.148 Euro Grundschulen189.033 Euro 1.314.800 Euro375.958 Euro Sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentren 71.098 Euro169.400 Euro60.125 Euro Summe1.050.213 Euro2.486.300 Euro884.128 Euro Gesamt 4.420.641 Euro Vernetzung (AP/WLAN) Schulart / KostenHardwareVernetzungBaugewerke Berufliche Schulen231.000 Euro 165.000 Euro41.250 Euro Gymnasien199.200 Euro142.300 Euro35.375 Euro Gemeinschaftsschulen55.700 Euro39.800 Euro 9.950 Euro Realschulen85.800 Euro61.300 Euro15.325 Euro Grund- und Werkrealschulen92.100 Euro 65.800 Euro16.450 Euro Grundschulen197.100 Euro140.800 Euro35.200 Euro Sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentren 85.800 Euro47.000 Euro11.750 Euro Summe946.700 Euro 662.000 Euro165.500 Euro Gesamt1.774.200 Euro Ausstattung Klassenzimmer (Präsentationsgeräte) Schulart / KostenHardware Vernetzung Baugewerke Berufliche Schulen888.200 Euro512.000 Euro128.000 Euro Gymnasien641.400 Euro318.000 Euro 79.500 Euro Gemeinschaftsschulen473.200 Euro91.200 Euro22.800 Euro Realschulen511.400 Euro 368.000 Euro92.000 Euro Grund- und Werkrealschulen 610.600 Euro150.600 Euro37.650 Euro Grundschulen1.268.400 Euro326.400 Euro81.600 Euro Sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentren 447.800 Euro109.800 Euro27.450 Euro Summe4.841.000 Euro1.876.000 Euro469.000 Euro Gesamt7.186.000 Euro Endgeräte für Lernende Schulart / Kosten 3 Geräte/Klasse (ohne PC-Räume) Ausbau 3 weitere Geräte/Klasse pro Jahr Berufliche Schulen 336.700 Euro1.372.700 Euro Gymnasien 202.883 Euro695.600 Euro Gemeinschaftsschulen 148.000 Euro Realschulen 45.633 Euro233.100 Euro Grund- und Werkrealschulen 110.383 Euro 259.000 Euro Grundschulen 410.083 Euro 560.550 Euro Sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentren 83.866 Euro190.550 Euro Summe 1.189.548 Euro3.459.500 Euro Gesamt 1.189.548 Euro 3.459.500 Euro Internetanbindung über Provider (Mindestbandbreiten) Schulart Berufliche Schulen (11x Telemaxx) Allgemein bildende Schulen (54x Unitymedia) Allgemein bildende Schulen (25x Telekom) Summe Gesamt Kosten zur Erreichung der Grundaustattung Projektpunkt / KostenHardwareVerkabelungBaugewerke Infrastruktur (Kabel)1.050.213 Euro2.486.300 Euro884.128 Euro Infrastruktur (WLAN)946.700 Euro662.000 Euro165.500 Euro Ausstattung (Klassenzimmer)4.841.000 Euro1.876.000 Euro469.000 Euro Ausstattung (Lernende)1.189.548 Euro Gesamt8.027.461 Euro5.024.300 Euro1.518.628 Euro ProjektpunktKosten Hardware Infrastruktur (Switches)150.000 Euro Infrastruktur (WLAN)135.000 Euro Ausstattung (Klassenzimmer)1.061.000 Euro Ausstattung (Lernende)1.234.000 Euro Gesamt2.745.644 Euro Laufende Kosten/Jahr für die Erneuerung (bei heutigem Auasstattungsstand) Einzelkosten nach Schulart und Verwendungszweck Kosten der Internet- anbindung solange noch keine Glasfaseranbindung an die Stadt existiert Gesamtkosten einmalig Gesamtkosten jährlich Kosten für die Internetverbindung pro Jahr 98.175 Euro 53.207 Euro 14.262 Euro 165.644 Euro 165.644 Euro Erläuterung Austausch circa alle 7 Jahre Austausch circa alle 7 Jahre Austausch circa alle 5 Jahre Austausch circa alle 5 Jahre steigend mit steigender Anzahl der Endgeräte

  • IT-moderne Schule
    Extrahierter Text

    Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister BESCHLUSSVORLAGE Vorlage Nr.: Verantwortlich: 2018/0026 Dez. 3 IT-moderne Schule: Konzept zur Digitalisierung der Karlsruher Schulen Beratungsfolge dieser Vorlage Gremium Termin TOP ö nö Ergebnis Schulbeirat 07.02.2018 2 x vorberaten Gemeinderat 20.02.2018 4 x Beschlussantrag Der Gemeinderat beschließt nach Vorberatung im Schulbeirat das Konzept zur Digitalisierung der Karlsruher Schulen und beauftragt die Verwaltung, die erforderlichen Budgets bei der Erstel- lung des Haushaltsplan-Entwurfs zu berücksichtigen. Finanzielle Auswirkungen (bitte ankreuzen) x nein ja Gesamtkosten der Maßnahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) siehe Anlage : einmalig (Investitionen): 14.570.389 Euro verteilt auf 5 Jahre jährlich (Investitionen): 2.580.000 Euro jährlich (Betriebskosten): 165.644 Euro Mögliche Förderpro- gramme vom Land und vom Bund. Zurzeit nicht bezifferbar. einmalig (Investitionen): 14.570.389 Euro jährlich (Investitionen): 2.580.000 Euro jährlich (Betriebskosten): 165.644 Euro jährlich (Investitionen): 2.580.000 Euro jährlich (Betriebskosten): 165.644 Euro Haushaltsmittel stehen teilweise zur Verfügung: Sammelansatz für Datenverkabelung Haushaltsjahr 2018 500.000 € im EHH und 960.000 im FHH (für Stadtverwaltung und Schulen) Kontierungsobjekt: PSP Element 7.400001.700.817.XX Kontenart: Ergänzende Erläuterungen: Die notwendigen Haushaltsmittel sind ggf. in den Doppelhaushalt 2019/20 und den Folgenden bereitzustellen. ISEK-Karlsruhe-2020-relevant nein x ja Handlungsfeld: Sozialer Zusammenhalt und Bildung (bitte auswählen) Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) x nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften X nein ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Konzept zur Digitalisierung der Karlsruher Schulen Vorgabe der Bildungspläne Die Digitalisierung der Schulen zählt zu den Kernkomponenten der Digitalisierungsstrategie des Landes Baden-Württemberg. Die neue „Leitperspektive Medienbildung“ in den seit Schuljahr 2016/17 geltenden Bildungsplänen setzt leistungsfähige Internetanschlüsse, moderne Präsenta- tionstechnik in allen Klassenzimmern und eine adäquate Ausstattung an Endgeräten voraus. Multimedia-Empfehlungen des Landes Die von den Vertretern des Landes, der Kommunalen Spitzenverbände und verschiedener Städte erarbeiteten „neuen“ Multimedia-Empfehlungen 2016 (MME2016) stellen einen Leitfaden der notwendigen und bedarfsgerechten Ausstattung und Anbindung der allgemein bildenden Schu- len und des Ausbaus der pädagogischen und technischen Unterstützungssysteme dar. Das Bundesbildungsministerium hat bereits im Jahr 2016 ein bundesweites Förderprogramm in Höhe von 5 Milliarden Euro für die Digitalisierung der Schulen angekündigt. Aktuell liegen dazu keine weitergehenden Informationen vor. Der Oberbürgermeister hat dem Stadtmedienzentrum den Projektauftrag „Medienmoderne Schule/IT Schulstadt Karlsruhe“ erteilt, mit dem Ziel, eine Grundlage für den Investitionsbedarf, Optimierungspotentiale und Ausbau der Digitalisierung an Karlsruher Schulen zu erarbeiten. Diese Vorlage fasst das Ergebnis des Projektberichts des Stadtmedienzentrums zusammen, und zeigt die daraus resultierenden Maßnahmen auf. Das vorliegende Konzept stellt somit auch einen ersten Baustein für Anträge für zukünftige Förder- programme dar. In groben Überschriften ergeben sich daraus für den Schulträger folgende Aufgaben:  Internetanbindung der Schulen (Glasfaser)  Infrastruktur in den Schulen (Vollvernetzung inklusive WLAN)  Digitale Präsentationsmöglichkeiten (in allen Klassenzimmern und Fachräumen)  Ausstattung der Lehrenden und Lernenden mit Endgeräten (1:1)  Aufbau und Unterhaltung eines Supportsystems (pädagogisches Netz wie auch Verwal- tungsnetz) Stand der Digitalisierung an Karlsruher Schulen (Ist-Analyse)  90 schulische Einrichtungen in Trägerschaft der Stadt Karlsruhe: Davon 71 Schulen mit einer strukturierten Datenverkabelung, 17 Schulen mit einer teilwei- sen Vernetzung (oftmals nur ein PC-Raum oder Medienzimmer), zwei Schulkindergärten ohne Vernetzung. Vereinzelt wurden WLAN-Strukturen in Gebäudeteilen ausgebaut. 11 berufliche Schulen haben eine Glasfaseranbindung nach außen (momentan noch 10 Mbit/s). 11 Schulen haben noch eine kostenlosen T@School-DSL-Anbindung mit 6 Mbit/s oder we- niger. 58 Schulen nutzen den kostenlosen T@School-Anschluss mit 16 Mbit/s. 5 Schulen nutzen den kostenpflichtigen T@School-VDSL-Anschluss mit 25 beziehungsweise 50 Mbit/s. An 5 Schulen wird momentan ein Kabel-BW-Anschluss mit 150 Mbit getestet. Ergänzende Erläuterungen Seite 3  Circa 2.650 Klassenzimmer und Fachräume: Davon sind circa 1.150 mit Beamer, 180 mit interaktivem Whiteboard ausgestattet. Von diesen 1.330 Räumen haben circa 740 zusätzlich eine Dokumentenkamera.  Circa 40.200 Lernende und circa 3.500 Lehrende: Circa 11.000 Endgeräte (PCs, Notebooks, Tablets), davon 900 im Verwaltungsnetz. In Karlsruhe wurde bereits 1999 mit der strukturierten Verkabelung der beruflichen Schulen begonnen. Im Verlauf der folgenden Jahre wurden dann auch die allgemein bildenden Schulen entsprechend den MME2002 versorgt. Dies wurde bis zum Jahr 2011 kontinuierlich fortgeführt und dann eingestellt, sodass nun noch nicht alle Schulen strukturiert verkabelt sind. Inzwischen sind die Netze (Switches) veraltet und müssen ausgetauscht werden. Für diese Maßnahme ste- hen aktuell keine Ressourcen zur Verfügung. Im Bereich WLAN wurden noch keine Standards definiert, durch Eigeninitiative der Schulen ent- standen daher vielfältige Lösungen, die mit Blick auf den Betrieb vereinheitlicht werden sollen. Ähnlich sah es lange Zeit beim Einsatz der Endgeräte aus, bis es für die Beschaffung dieser Ge- räte Rahmenverträge und Standardisierungen gab. Im Bereich Präsentation, Tablet und Schulsoftware (Musterlösung) ist eine Standardisierung mit Blick auf die „pädagogische Freiheit“ momentan kaum umsetzbar. Sollzustand Infrastruktur Alle Schulen benötigen eine strukturierte Verkabelung gemäß dem MME2016. Veraltete Netzwerktechnik muss zeitnah erneuert und ausgetauscht werden. Außerdem ist an allen Schulen als Erweiterung der kabelgebundenen Infrastruktur eine flächendeckende WLAN- Struktur erforderlich. Internetanbindung Alle Schulen sollen über Glasfaser der Stadtwerke an das Internet (Stadt Karlsruhe) angebunden werden. Hierbei sollen die Bandbreiten bedarfsgerecht anpassbar sein. Eine Anbindung durch die Stadtwerke Karlsruhe kann nicht sofort für alle Schulen realisiert werden. Zur Überbrückung existieren momentan auf dem Markt folgende Alternativen: - Die Anbindung über Unitymedia (Kabel-BW), welche das Schul-und Sportamt zurzeit er- folgreich an fünf Schulen testet. Ein Businessanschluss (asymmetrisch) hat 200 Mbit/s im Download und 15 Mbit/s im Upload. - Die Anbindung über 1&1 Glasfaser. Ein Businessanschluss (asymmetrisch) hat 500 Mbit/s im Download und 100 Mbit/s im Upload. In wie weit diese Lösung in Betracht gezogen werden kann, muss noch im Detail geklärt werden. - Die Anbindung über Telekom VDSL. Ein Businessanschluss (asymmetrisch) hat 25 bis 50 Mbit/s im Download und 10 Mbit/s im Upload. - Die Anbindung über Telemaxx 100 Mbit/s (symmetrisch). Diese Anbindung erfolgt mo- mentan zur städtischen Infrastruktur und nutzt dann die Internetverbindung über Ba- den-Württembergs extended LAN (BelWü), dem Netz der wissenschaftlichen Einrich- tungen Baden-Württembergs. Alle Anschlüsse über BelWü können sowohl im pädagogi- schen Netz als auch im Verwaltungsnetz genutzt werden. Ergänzende Erläuterungen Seite 4 Digitale Präsentationsmöglichkeiten Ziel ist es, in jedem Klassenzimmer und Fachraum eine digitale Präsentationsmöglichkeit bereit- zustellen. Ausstattung Die momentane Vorgabe der MME2016 enthält nur die Mindestanzahl der notwendigen End- geräte, um überhaupt von Digitalisierung sprechen zu können. Ziel wird es sein, ein 1:1- Verhältnis der Lehrenden und Lernenden zu den Endgeräten herzustellen. Ob dies vom Schul- träger geleistet werden kann, ist sehr fraglich. Alternativen hierzu würden Bring Your Own De- vice-Szenarien (BYOD-Szenarien) darstellen, bei denen die Lernenden ihre eigenen Geräte im Unterricht verwenden. Die Thematik ist grundsätzlich zwischen Kultusministerium und den Kommunalen Landesverbänden zu klären. Support Es muss gewährleistet sein, dass bei Problemen in den genannten Bereichen (Infrastruktur, In- ternetanbindung, Ausstattung) ein kompetenter Ansprechpartner zur Verfügung steht, hierzu bedarf es einer professionellen Supportstruktur und entsprechender Bereitstellung der notwen- digen Ressourcen (Personal). Ein Konzept hierzu muss zusammen mit dem Amt für Digitalisie- rung und Informationstechnik, dem Personal- und Organisationsamt und dem Landesmedien- zentrum erarbeitet werden. Kostenermittlung (siehe Anlage) Infrastruktur Im Rahmen des Projektauftrages des Oberbürgermeisters an das Stadtmedienzentrum „IT- Schulstadt KA“ wurde die Überprüfung der Infrastruktur an allen Karlsruher Schulen in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse mündeten in eine Datenbank, aus der man die momentan benötigten Finanzmittel zur Herstellung einer funktionierenden Infrastruktur bis auf Gebäudeebene ablesen kann. Folgende Zahlen/Kosten wurden als Annahmen aus Erfahrungswerten des Amts für Hochbau und Gebäudewirtschaft und der bei der Datenverkabelung involvierten Ingenieurbüros festge- legt: Unterschiedliche Marktpreise je nach notwendigem Switch 800 bis 2.000 Euro  Für größere Schulen einen CoreSwitch: 10.000 Euro  Der Ausbau von Räumen, die noch nicht strukturiert verkabelt sind: 7.000 Euro  Die Erweiterung von Räumen mit zusätzlichen Netzwerkanschlüssen (zum Beispiel für WLAN): 5.000 Euro Diesen Kosten sind 25% für Baugewerke und Nebenkosten hinzuzufügen. Die Nutzungszeit der netzwerktechnischen Hardware wurde auf sieben Jahre festgelegt. Daraus ergeben sich folgende Kosten, nach Schulart und nach Hardware- und Vernetzungskos- ten getrennt: Ergänzende Erläuterungen Seite 5 Schulart Hardware Vernetzung Baugewerke Berufliche Schulen 311.649 Euro 406.800 Euro 179.612 Euro Gymnasien 204.398 Euro 257.500 Euro 115.475 Euro Gemeinschaftsschulen 56.449 Euro 21.500 Euro 19.487 Euro Realschulen 103.894 Euro 117.400 Euro 55.324 Euro Grund- und Werkrealschulen 113.692 Euro 198.900 Euro 78.148 Euro Grundschulen 189.033 Euro 1.314.800 Euro 375.958 Euro Sonderpädagogische Bil- dungs- und Beratungszentren 71.098 Euro 169.400 Euro 60.125 Euro Summe 1.050.213 Euro 2.486.300 Euro 884.128 Euro Gesamt 4.420.641 Euro Für den Ausbau der WLAN-Infrastruktur, welche auf der strukturierten Verkabelung aufsetzt, wurden folgende Kosten zu Grunde gelegt:  Erstellen der Anschlusspunkte an/unterhalb der Decke: 500 Euro  Anschaffungskosten eines Accesspoints: 700 Euro Pro zwei Klassenzimmer wird im Durchschnitt ein Accesspoint benötigt. Schulart Hardware Vernetzung Baugewerke Berufliche Schulen 231.000 Euro 165.000 Euro 41.250 Euro Gymnasien 199.200 Euro 142.300 Euro 35.375 Euro Gemeinschaftsschulen 55.700 Euro 39.800 Euro 9.950 Euro Realschulen 85.800 Euro 61.300 Euro 15.325 Euro Grund- und Werkrealschulen 92.100 Euro 65.800 Euro 16.450 Euro Grundschulen 197.100 Euro 140.800 Euro 35.200 Euro Sonderpädagogische Bil- dungs- und Beratungszentren 85.800 Euro 47.000 Euro 11.750 Euro Summe 946.700 Euro 662.000 Euro 165.500 Euro Gesamt 1.774.200 Euro Ausstattung Im Bereich der digitalen Präsentationsmöglichkeiten in den Klassenräumen gibt es viele Varian- ten, die sehr unterschiedliche Kosten verursachen.  Variante 1: Festes Endgerät (PC, Mini-PC, Notebook) und Beamer: 2.000 Euro  Variante 2: Mobiles Endgerät (Tablet) und Beamer: 2.000 Euro  Variante 3: Endgerät (PC, Mini-PC, Notebook, Tablet) und interaktives Whiteboard: 6.200 Euro Die neueste Variante, welche sich momentan auf dem Markt in Seminarräumen etabliert und auch in den Schulen Einzug hält, ist das interaktive Touch-Display. Entscheidet man sich für Ge- räte in einer akzeptablen Größe (Tafelgröße), liegen die Kosten zwischen 6.000 und 12.000 Euro alleine für das Gerät. Die Kostenberechnung bezieht sich daher auf den Ausbau der Klas- senzimmer mit Variante 1 oder 2, diese haben sich in den letzten Jahren als praktikabel heraus- gestellt. Ergänzende Erläuterungen Seite 6 Zusätzlich zum Beamer und Endgerät wird noch eine Dokumentenkamera empfohlen (Nachfol- ge des Overheadprojektors): 600 Euro. Die Verkabelung der Geräte beläuft sich pro Raum auf: 2.000 Euro. Schulart Hardware Vernetzung Baugewerke Berufliche Schulen 888.200 Euro 512.000 Euro 128.000 Euro Gymnasien 641.400 Euro 318.000 Euro 79.500 Euro Gemeinschaftsschulen 473.200 Euro 91.200 Euro 22.800 Euro Realschulen 511.400 Euro 368.000 Euro 92.000 Euro Grund- und Werkrealschulen 610.600 Euro 150.600 Euro 37.650 Euro Grundschulen 1.268.400 Euro 326.400 Euro 81.600 Euro Sonderpädagogische Bil- dungs- und Beratungszentren 447.800 Euro 109.800 Euro 27.450 Euro Summe 4.841.000 Euro 1.876.000 Euro 469.000 Euro Gesamt 7.186.000 Euro Endgeräte für Lernende Gemäß den MME2016 sind pro Unterrichtsraum drei Endgeräte vorzusehen, ein kontinuierlicher Ausbau dieser Anzahl ist entsprechend einzuplanen. Viele Schulen haben dieses Verhältnis seit Jahren erreicht bzw. übererfüllt. Falls dies nicht gegeben ist, werden folgende Beträge benötigt um das Minimalziel zu erreichen. Kosten pro Endgerät: 617 Euro (Mittelwert aus Notebook, PC, Tablet): Schulart Kosten 3 Geräte/Klasse (ohne PC-Räume) Kosten für den Ausbau 3 weitere Geräte/Klasse pro Jahr Berufliche Schulen 336.700 Euro 1.372.700 Euro Gymnasien 202.883 Euro 695.600 Euro Gemeinschaftsschulen 148.000 Euro Realschulen 45.633 Euro 233.100 Euro Grund- und Werkrealschulen 110.383 Euro 259.000 Euro Grundschulen 410.083 Euro 560.550 Euro Sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentren 83.866 Euro 190.550 Euro Summe 1.189.548 Euro 3.459.500 Euro Gesamt 1.189.548 Euro 3.459.500 Euro Unter Berücksichtigung der aktuellen Schülerzahlen würden nach oben stehender Berech- nungsgrundlage und den aktuell vorliegenden Ausstattungszahlen 30.000 Geräte fehlen, dies wären Kosten von 18.510.000 Euro für eine 1:1 Ausstattung. Geht man von einer Nutzungszeit von fünf Jahren aus, benötigt die Stadt Karlsruhe circa 5 Millionen Euro pro Jahr allein für die Endgeräteausstattung der Schülerinnen und Schüler. Für die 1:1 Ausstattung der Lehrerinnen und Lehrer würden nochmals 2,1 Millionen Euro erstmalig und folgend circa 450.000 Euro pro Jahr hinzukommen. Ergänzende Erläuterungen Seite 7 Internetanbindung der Schulen ( Beispielrechnung für die Minimalanbindung) Telemaxx: 743,75 Euro im Monat (zurzeit 11 Schulen) Unitymedia: 82,11 Euro im Monat (zurzeit 6 Schulen, weitere 43 Schulen kurzfristig möglich, 5 weitere Schulen mit Baumaßnahmen) Telekom: 47,54 Euro im Monat (25 Schulen möglich, zurzeit an noch keiner Schule im Einsatz) Schulart Kosten für die Internetverbin- dung pro Jahr Berufliche Schulen (11x Telemaxx) 98.175 Euro Allgemein bildende Schulen (54x Unitymedia) 53.207 Euro Allgemein bildende Schulen (25x Telekom) 14.262 Euro Summe 165.644 Euro Gesamt 165.644 Euro Hinzu kommen noch die Kosten für die erstmalige Anbindung, diese sind derzeit nicht im Detail ermittelbar. Die Kosten, welche durch die Anbindung durch die Stadtwerke anfallen, können zum jetzigen Zeitpunkt nicht ermittelt werden. Support, Beratung und Betreuung Zur Ermittlung der Aufwände im Support- und Betreuungsumfeld wurden die zeitlichen Auf- wände unterschiedlicher Firmen und der Netzwerkberater vor Ort zusammengetragen, ausge- wertet und bewertet. Durch die Auswertung einer Umfrage von Administrations- und Supporttätigkeiten an den Schulen durch Lehrpersonal ergab sich rechnerisch der zeitliche Aufwand von 42 Sekunden pro Endgerät pro Woche. Hierbei berücksichtigt sind alle Endgeräte (PCs, Notebooks, Tablets, Dru- cker, Beamer => 13.000 Euro). Daraus ergeben sich 3,88 Vollzeitäquivalente (VZÄ), hinzu kommt der Aufwand, den externe Dienstleister erbringen. Dies waren im Durchschnitt in den letzten drei Jahren circa 1.600 Stun- den pro Jahr und circa 400 Anfahrten. Das entspricht nochmals einer VZÄ (ohne Fahrtzeiten). Diese Berechnung bezieht sich auf den aktuellen Ausstattungsstand der Schulen. Erhöht sich die Anzahl der Endgeräte, erhöht sich entsprechend auch der Supportbedarf. Aufgrund der schnellen technologischen Entwicklung sind auch Verkabelungen, Switches und aktive Komponenten regelmäßig auszutauschen. Nur so kann gewährleistet werden, dass die Schulen auf dem Stand der Technik bleiben. Für die Betreuung dieser Leistungen sind dauerhaft zwei Vollzeitstellen beim Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft einzurechnen. Bei einer durchschnittlichen Nutzungsdauer von sieben Jahren der datentechnischen Anlagen ist mit zu- sätzlichen 25 Haushaltsanträgen pro Jahr zu rechnen. Ergänzende Erläuterungen Seite 8 Übersicht Gesamtkosten zur Erreichung der Grundausstattung (drei Endgeräte/Klasse, Ausbau der Infrastruktur im kompletten Gebäude, Ausstattung aller Klassenzimmer mit Präsentationsge- räten). - Einmalige Kosten (siehe oben) Projektpunkt Hardware Vernetzung Baugewerke Infrastruktur (Kabel) 1.050.213 Euro 2.486.300 Euro 884.128 Euro Infrastruktur (WLAN) 946.700 Euro 662.000 Euro 165.500 Euro Ausstattung (Klassenzimmer) 4.841.000 Euro 1.876.000 Euro 469.000 Euro Ausstattung (Lernende) 1.189.548 Euro Gesamt 8.027.461 Euro 5.024.300 Euro 1.518.628 Euro Nicht beinhaltet sind veraltete Geräte, welche im kommenden Jahr zum Austausch anstehen. (diese Mittel wurden für 2018 bereits angemeldet und stehen zur Verfügung). Ebenfalls nicht berücksichtigt ist die Ausstattung für das Lehrpersonal. Die Kosten für etwaige Tiefbaumaß- nahmen zur Anbindung der Schulgebäude an das Glasfasernetz wurden hier ebenfalls nicht berücksichtigt. - Laufende Kosten jährlich Projektpunkt Kosten Hardware Erläuterung Infrastruktur (Switches) 150.000 Euro Austausch circa alle 7 Jahre Infrastruktur (WLAN) 135.000 Euro Austausch circa alle 7 Jahre Ausstattung (Klassenzimmer) 1.061.000 Euro Austausch circa alle 5 Jahre Ausstattung (Lernende) 1.234.000 Euro Austausch circa alle 5 Jahre steigend mit zunehmender Anzahl der Endgeräte Internetanbindung 165.644 Euro Bei Anbindung über Telemaxx beziehungsweise Unitymedia Gesamt 2.745.644 Euro Für die Umsetzung des Konzepts in fünf Jahren sind pro Jahr circa 1,2 Millionen Euro in vielen Einzelprojekten umzusetzen. Es wird daher von einem Stellenbedarf von weiteren 1,5 Vollzeit- stellen beim Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft als Projektstellen ausgegangen. (laut der Kommunalen Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGST) circa 800.000 Eu- ro/Vollzeitstelle). Ergänzend wird beim Amt für Informationstechnik und Digitalisierung durch die Bereitstellung, Konfiguration und Service der Backbone-Infrastruktur im Bereich zentrales System- Netzmanagement eine weitere Vollzeitstelle benötigt. Darüber hinaus ist mit stark erhöhten Leitungskosten durch Anmietung je laufender Meter Glas- faser bei den Stadtwerken Karlsruhe zu rechnen. Beziffern lassen sich diese Mehrkosten erst nach Fertigstellung der jeweiligen Strecken, da im Vorfeld die notwendigen Verlege- und Wege- strecken noch unbekannt sind. Ebenso sind die Personalkosten für Support und Betreuung zum jetzigen Zeitpunkt nicht bezif- ferbar, da hierzu erst ein entsprechendes Konzept erarbeitet werden muss. Ergänzende Erläuterungen Seite 9 Die finanzielle Belastung des städtischen Haushalts reduziert sich, falls Förderprogramme des Bundes oder des Landes in Anspruch genommen werden können. Das vorliegende Konzept stellt einen ersten Baustein für Anträge für zukünftige Förderprogramme dar. Umsetzungsvorschlag Die Verwaltung schlägt einen Ausbau über die nächsten fünf Jahre vor. Der Schwerpunkt soll auf der Anbindung, dem Ausbau und der Erneuerung der kabelgebundenen Infrastruktur sowie auf dem Ausbau der WLAN Infrastruktur liegen. Hierbei können Synergien mit anderen Bau- und Sanierungsmaßnahmen genutzt werden. Die Verwaltung schlägt folgende konkreten Schritte für die nächsten fünf Jahre vor:  Das Schul- und Sportamt erstellt eine Prioritätenliste, welche sich aus den Medienentwick- lungsplänen der Schulen ergibt. Somit ist gewährleistet, dass die Schulen die angebotene Technik auch nutzen.  Anbindung aller Schulen mit Glasfaser an das Internet. Erste Planungsgespräche seitens der Stadtwerke Karlsruhe, dem Amt für Informationstechnik und Digitalisierung und dem Schul- und Sportamt haben bereits stattgefunden. Bei zeitlichen Verzögerungen, die bei Tiefbaumaßnahmen zu erwarten sind, wird die zeitlich begrenzte Nutzung eines Internet- zugangs über Unitymedia vorgeschlagen.  Ausbau und Erneuerung der kabelgebundenen Infrastruktur durch das Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft. Nutzung der Synergieeffekte bei bereits geplanten Bau- und Sa- nierungsmaßnahmen.  Sukzessiver Austausch der veralteten Komponenten. Die Erstellung einer Übersicht und die Planung wurden vom Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft bereits in Auftrag gege- ben.  Ausbau der WLAN Infrastruktur durch das Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft (Ver- kabelung) und das Schul- und Sportamt (Beschaffung der Endgeräte). Nutzung der Syner- gieeffekte bei bereits geplanten Bau- und Sanierungsmaßnahmen, sowie beim Ausbau der kabelgebundenen Infrastruktur. Eine Ausschreibung zur Beschaffung der Hardwarekompo- nenten (Accesspoints) wird aktuell durch das Schul- und Sportamt durchgeführt.  Kontinuierlicher Ausbau der Unterrichtsräume mit digitalen Präsentationsmöglichkeiten. Auch hierbei sollen die bereits genannten Synergieeffekte genutzt werden.  Verbesserung des Lernenden-Endgeräte-Verhältnisses. Dies betrifft vor allem die Grund- schulen, in denen nur sehr wenig bis keine oder veraltete Hardware vorhanden ist. Für die Personalgewinnung und deren Qualifizierung sowie für die Planung, Vorbereitung und Koordination mit andern baulichen Maßnahmen ist ein entsprechender zeitlicher Vorlauf einzu- planen. Es wird davon ausgegangen, dass nach Bereitstellung der Stellen circa 18 Monate bis zum Baubeginn der ersten Maßnahmen eingeplant werden müssen. Verteilung der Kosten auf fünf Jahre Unter der Annahme, dass sich die Anzahl der Endgeräte nicht erhöht, ergeben sich in den kommenden fünf Jahren pro Haushaltsjahr folgende Aufwendungen: Einmalige Investitionskosten 2.676.168 Euro Jährliche Investitionskosten 2.580.000 Euro Jährliche Betriebskosten 165.644 Euro Jährlich benötigte Finanzmittel 5.421.812 Euro Ergänzende Erläuterungen Seite 10 Bei zunehmender Anzahl der Endgeräte erhöhen sich die Aufwendungen entsprechend. Es ist derzeit noch nicht bezifferbar, in welchem Umfang sich die Anzahl der Endgeräte erhöht. In einem nächsten Schritt werden konkrete Umsetzungsvorschläge erarbeitet. Beschluss: Antrag an den Gemeinderat Der Gemeinderat beschließt nach Vorberatung im Schulbeirat das Konzept zur Digitalisierung der Karlsruher Schulen und beauftragt die Verwaltung, die erforderlichen Budgets bei der Erstel- lung des Haushaltsplan-Entwurfs zu berücksichtigen.

  • Protokoll TOP 4
    Extrahierter Text

    Niederschrift 47. Plenarsitzung Gemeinderat 20. Februar 2018, 15:30 Uhr öffentlich Bürgersaal, Rathaus Marktplatz Vorsitzender: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 4. Punkt 4 der Tagesordnung: IT-moderne Schule: Konzept zur Digitalisierung der Karlsruher Schulen Vorlage: 2018/0026 Beschluss: Der Gemeinderat beschließt nach Vorberatung im Schulbeirat das Konzept zur Digitalisie- rung der Karlsruher Schulen und beauftragt die Verwaltung, die erforderlichen Budgets bei der Erstellung des Haushaltsplan-Entwurfs zu berücksichtigen. Abstimmungsergebnis: einstimmig zugestimmt Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 4 zur Behandlung auf und verweist auf die erfolgte Vorberatung im Schulbeirat: Ich denke, meine Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen, an der Notwendig- keit der Anpassung der Schulen in Infrastruktur, Pädagogik und Technik an die Herausfor- derungen des modernen Medienzeitalters gibt es keine Unstimmigkeiten. Seit Jahren disku- tieren wir aber darüber, wie wir das systematisch machen, was es uns kostet und wer es vor allem dann bezahlt. Das Ganze ist auch ein heftig diskutiertes Thema, sowohl auf der Landesebene als auch auf der Bundesebene. Ich erinnere an die berühmten „Wanka- Milliarden“, die einen Durchbruch schaffen sollten und jetzt für die neue Legislaturperiode angekündigt sind. Auch in den entsprechenden Koalitionsverträgen gibt es dazu einige Aussagen. Nach wie vor ist es eine relativ unklare Geschichte, wie denn der Stand der einzelnen Städ- te ist, was es bedeutet. Das hat dazu geführt, dass vor zwei Jahren das Stadtmedienzent- rum mit verschiedenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, städtischen Ämtern und Dienst- stellen, anderen Partnern außerhalb der Stadtverwaltung, aber auch Gesamtelternbeirat, Schülerbeirat und anderen auf meine Einladung und Initiative hin zusammen mit dem zu- ständigen Dezernenten Martin Lenz in einer Projektgruppe zusammengetroffen sind und – 2 – einmal systematisch erhoben haben, wie denn die Situation in Karlsruhe ist, was empfeh- lenswerte Zwischenschritte sind und wie man das ganze Thema dann angehen sollte. An dieser Projektgruppe haben im Übrigen auch sieben Schulen teilgenommen - das halte ich für ganz wichtig – aus allen Schularten, vor allem auch Schulen, die schon im Rahmen von einzelnen IT-Projekten über Erfahrungen in diesen Themen verfügen. Dazu aber auch eine ganze Reihe von Spezialisten etwa der Hochschule für Medien in Stuttgart oder der Päda- gogischen Hochschule und anderer hier aus Karlsruhe. Der Projektbericht, der auch vom Projektbeirat einstimmig verabschiedet wurde, gibt uns jetzt einen Überblick und zeigt vor allem auch einen Prozess auf, wie wir das schrittweise angehen können. Im Wesentlichen geht es um drei inhaltliche Bereiche. Das Eine ist, es ist festgestellt worden, dass die meisten Schulen heute vom Anschluss an das Breitbandnetz her noch gar nicht in der Lage wären, überhaupt die Kapazitäten bereitzustellen. Das heißt, wir brauchen einen zügigen Ausbauplan, alle Schulen an das Glasfasernetz zu bringen, denn ohne ausreichende Kapazitäten kann ich auch einen solchen Medienunterricht nicht machen, und auch innerhalb der Schulgebäude mit entsprechenden tragfähigen Verkabe- lungen und WLAN-Anschlüssen die Möglichkeiten zu schaffen. Das Zweite ist, dass es um die Fragestellung geht, wie werden die Kinder soweit ausgestat- tet, dass sie dann teilnehmen können. Da sollte auch aus Sicht der Projektgruppe schon das Ziel sein, dass jedes Kind auch über ein Endgerät verfügt. Es werden aber auch Zwi- schenschritte beschrieben, wie man das trotzdem klassenweise umsetzen kann, ohne dass man gleich in den Vollausbau hinein muss. Das Dritte ist, das ist uns von der Pädagogik her ganz besonders wichtig, die beste Technik nutzt nichts, wenn die Pädagogik nicht weiß, wie sie mit dieser Technik umzugehen hat, wie sie sie einsetzt und wie sie dann dadurch zu einer Verbesserung des Unterrichts beitra- gen. Was ich auch immer ganz spannend finde, so habe ich es zumindest in einzelnen Tab- let-Klassen erlebt, ist, dass man auf soziale Unterschiede oder unterschiedliche Bildungshin- tergründe noch einmal anders reagieren kann, wenn man diese modernen Medien ein- setzt. Das ist eine ganz besondere Chance, die das bietet. Zu all diesen drei Punkten sagt der Projektbericht etwas. Er schreibt uns etwas ins Stamm- buch. Er erhebt auch die Kosten, was das für Karlsruhe bedeuten würde. Wir empfehlen Ihnen jetzt, diesen Bericht nicht nur zur Kenntnis zu nehmen, sondern die dort vorgeschla- genen Ausbaustufen auch zur Grundlage unseres Handelns zu machen, und vor allem auch in die ganzen haushaltstechnischen Umsetzungen ab dem Doppelhaushalt 2019/20 einzu- preisen. Denn unabhängig davon, wann man sich auf Landes- oder Bundesebene über welche Art von Bezuschussung geeinigt hat, müssen wir jetzt zügig und auch strukturiert beginnen. Das einfachste Beispiel ist, dass natürlich bei allen Sanierungen oder Neubauten für Schulgebäude von Anfang an dieses Glasfaserthema und auch das Thema Moderne Medien in den Schulen mit umgesetzt werden sollte. Beim Thema, wie werden dann die Pädagoginnen und Pädagogen geschult, fortgebildet und wer sorgt für die Administration dieser ganzen Technik, würde ich es zu 100 Prozent als eine Aufgabe des Landes, was die Qualifizierung und Schulung betrifft, sehen. Bei der Administration muss man sich einigen. Aber da soll dieser Bericht nicht so verstanden werden, als würden wir hier schon kommu- nal die Verantwortung dafür übernehmen wollen. Aber wir stehen hier, genauso wie die kommunalen Landesverbände in Baden-Württemberg, bereit, mit der Landesregierung in – 3 – Vereinbarung zu gehen. So, wie es aussieht, wird auch der Bund vielleicht das eine oder andere noch beitragen. Ich möchte gerne die Gelegenheit nutzen, mich bei den sieben Schulen, bei den verschie- denen Vertretern der schulischen Partner, beim Stadtmedienzentrum für die Projektleitung durch Herrn Schumacher, und bei den ganzen Dienststellen und Ämtern, die unglaublich konstruktiv und zukunftsorientiert und verantwortlich mitgearbeitet haben, zu bedanken. Ich hätte mir vor zwei Jahren nicht vorgestellt, dass wir einen so umfassenden, tiefgreifen- den und vor allem, was die Umsetzung betrifft, so konkreten Bericht bekommen. Denn einmal hochzurechnen, was könnte denn alles fehlen, das ist die eine Sache. Aber dann Schritte zu definieren, wie man es dann innerhalb eines bestimmten Zeitabschnitts verbes- sern kann, das ist das andere. Ich kann aus mehreren Runden mit Bürgermeister- und Oberbürgermeisterkollegen im Land berichten, wo genau diese Frage: Wie viel braucht denn am Ende die einzelne Stadt, um das zu managen?, eine ganz große Unbekannte ist. Ich bin mir völlig sicher, dass unser Bericht, auch die Art und Weise, wie dort gedacht und vorgegangen wird, ein Stück weit Prototyp für viele andere kommunalpolitische Diskussio- nen in Baden-Württemberg werden wird. Auch darauf können wir als Stadt Karlsruhe rich- tig stolz sein. Allen Beteiligten ein herzliches Dankeschön und Ihnen die Annahme dieses Berichts und die Umsetzung, die hier vorgeschlagen wird, wärmstens empfohlen. Damit steigen wir in die Debatte ein. Stadtrat Hofmann (CDU): Man merkt schon an Ihrer Einführung, wie wichtig auch Ihnen dieses Thema ist. Aber ich denke, Sie wissen, dass auch uns dieses Thema immer schon sehr wichtig war. Es sind von allen Fraktionen immer mal wieder Anträge gekommen, dass wir darauf hingewiesen haben. Es war immer eine finanzielle Frage. Das ist uns ganz klar. Aber wir waren uns alle einig. Wir haben auch im Schulbeirat mit großer Mehrheit diesen hervorragenden Bericht zur Kenntnis genommen und haben uns gefreut, dass es in dieser Art und Weise vorangehen kann. Von daher auch von unserer Seite vielen Dank für diese Projektgruppe, die uns einen Einstieg ermöglicht, dass wir jetzt endlich auf den Weg kom- men. Wir hoffen, dass es dann auch in den angedachten Zeiträumen zu einer sinnvollen Umsetzung kommt. Ich habe allerdings auch dort schon gesagt: Aufpassen, man darf jetzt nicht mit der größ- ten Euphorie dort hinein gehen. Man darf jetzt nicht unbedingt vergessen, dass auch Leh- rerinnen und Lehrer dabei sind, die mitwachsen müssen, die bis jetzt teilweise noch gar keine Erfahrungen mit diesen Sachen haben. Wir müssen aufpassen, dass die komplette Struktur an den Schulen vorhanden ist. Von daher wäre uns wichtig – aber auch dies wur- de uns schon zugesagt -, dass wir in den nächsten Schritten schnellstmöglich dann auch etwas konkreter wissen, was angedacht wäre. Etwas kritisch sehe ich auch die angedachte Grundausrüstung, dass jede Schule erst einmal mit drei Standards ausgerüstet werden soll. Ich denke, wenn wir das machen, wenn wir an den Endausbau denken, dass jeder Schüler etwas zur Verfügung hat, sind bis dahin die ersten Geräte schon veraltet. Vielleicht sollte man sich eher noch einmal überlegen, ob nicht einzelne Projekte gebildet werden, dass man mit gewissen Schulen beginnt. Aber auch da wurde uns zugesagt, dass man in diese Richtung entsprechend vorgeht. Von daher ist es uns jetzt noch wichtig, dass wir vielleicht diesen Umsetzungsvorschlag, der hinten steht, noch konkretisieren, dass wir genau wissen, wo was hineinkommt und wir das entsprechend auch in den Haushalten so mit verankern können, dass das wirklich auch passt, und dass wir auch rechtzeitig wissen, wo gegebe- nenfalls nachgesteuert werden muss, um wirklich das zu realisieren. Ich hatte mehrfach – 4 – betont, es nützt kein Einstieg in irgendetwas, wenn wir dann nur noch veraltetes Material haben. Wir müssen da wirklich auch mitgehen mit dem Ganzen und das entsprechend vormachen. Ich hatte eingangs gesagt, man merkt, Sie brennen für diese Sache, und dass es Ihnen am Herzen liegt. Aber auch uns liegt es die ganze Zeit sehr am Herzen. Von daher fanden wir es jetzt nicht ganz so passend, dass just gestern in Baden-TV oder in SWR schon Interviews dazu stattfanden, die ein bisschen suggeriert haben, dass das jetzt allein das Projekt der Verwaltung oder von Ihnen ist. Wir haben dies immer gemeinsam macht. So wollen wir das auch sehen, dass wir das entsprechend weitertragen, dass wir gemeinsam in dieser Sache die Mittel zur Verfügung stellen. Denn uns ist es wichtig, dass am Ende ein Schuh daraus wird und wir gemeinsam das vollenden. Stadträtin Habibović (SPD): Die Digitalisierung prägt und verändert zunehmend das Le- ben und Arbeiten der Menschen in unserem Land wie auch in der ganzen Welt. Schulen sind zentrale Orte der Bildung und der Erziehung. Deshalb müssen die jungen Menschen hier die Kenntnisse und Fähigkeiten erwerben, um sich reflektiert und auf einer gesicherten Informationsbasis in der Lebens- und Arbeitswelt von heute und morgen bewegen zu kön- nen. Ein eindeutiger Grundsatz ist: Die Technik muss der Pädagogik folgen. Wir sind stolz darauf, dass wir in Karlsruhe bereits große Digitalisierungsprojekte an einigen Schulen ha- ben. Hier zu erwähnen ist die Heinrich-Hertz-Schule mit der Lernpraxis 4.0 und dem tablet- basierten Unterricht. Auch die Ernst-Reuter-Schule ist maßgeblich digitalisiert. Diese Schu- len sind unsere Leuchttürme, was die Umsetzung der Digitalisierung und der Bildung an- geht. Genauso stolz sind wir, dass wir uns nicht nur auf die Leuchttürme berufen, sondern heute eine Verwaltungsvorlage vor uns liegen haben, die für die ganze Schullandschaft in Karlsruhe ein strukturelles Konzept vorsieht. Ein Konzept, das eine Investition für die Infra- struktur in den Schulen definiert. So können Karlsruher Schulen in wenigen Jahren mit die- ser vorgesehenen Ausstattung das pädagogische Potential des digitalen Wandels besser nutzen. Es können junge Menschen noch besser auf die Anforderungen der Zukunft vorbe- reitet werden. Fakt ist: Wir haben einen Verbesserungsbedarf in der Bildung bei der Digitalisierung hier in Karlsruhe. Fakt ist: Wir haben Leuchtturmprojekte, worauf wir natürlich stolz sind. Fakt ist: Eine digitale Stadt wie Karlsruhe braucht auch eine digitale Ausstattung der Schu- len und zeitgemäße Pädagogik, damit wir unsere Schüler fit für die digitale Zukunft ma- chen. Fakt ist: Wir brauchen Digitalkompetenz der Lehrkräfte, was auch Sie eingangs erwähnt haben, Herr Oberbürgermeister. Die SPD-Fraktion begrüßt diese Vorlage besonders, zumal wir vor nicht ganz einem Jahr mit unserem Antrag „Digitalpakt für Karlsruher Schulen“ den Anstoß hierfür gegeben ha- ben und – wie alle anderen Fraktionen – dieses Anliegen natürlich sehr unterstützen. Wir hoffen, dass Förderprogramme des Bundes oder des Landes in Anspruch genommen wer- den können. Zum Schluss möchte ich aber ein paar Themen ansprechen, die wir nicht aus dem Blickfeld verlieren dürfen. – 5 – 1. Die Nachhaltigkeit und Kontinuität darf nicht in Vergessenheit geraten, damit die Schulen auf dem Stand der Technik bleiben. 2. Lehrer müssen entlastet werden. Bisher übernehmen meist Lehrer den IT-Support für ihre Schule „freiwillig“. Es müssen hier möglichst schnell Lösungen gefunden werden. Herr Oberbürgermeister, wie Sie bereits eingangs erwähnt haben und auch mein Vor- redner, Herr Hofmann, bei der konkreten Umsetzung kommt den Lehrkräften eine ent- scheidende Rolle zu. Sie müssen die neuen Inhalte vermitteln, neue technische und methodische Möglichkeiten aufgreifen und auch kritische Aspekte dieser dynamischen Entwicklung stets im Blick behalten. Deshalb ist es wichtig, die Lehrerinnen und Lehrer im Rahmen der Aus- und Fortbildung angemessen auf diese Aufgabe vorzubereiten. Natürlich ist es nicht eine kommunale Aufgabe. Da muss natürlich das Land mitziehen. Vielen Dank noch einmal an die Verwaltung für die hervorragende Arbeit und Vorlage. Auch vielen Dank an die Projektgruppe, die sich hier stark gemacht hat. Das vorliegende Konzept stellt einen erstens Baustein dar, auf den wir hoffentlich bald weiterbauen kön- nen. Stadtrat Hodapp (GRÜNE): Das Konzept ist wichtig. Das Konzept ist überfällig. Das Kon- zept ist kostenintensiv. Vereinfacht geht es um zwei Dinge in der Vorlage. Das ist einmal die digitale Infrastruktur, die geschaffen werden soll, und als zweiter Punkt die Ausstattung der Schulen. Erlauben Sie mir, dass ich noch ein eigenständiges drittes Ziel definiere, das Sie auf S. 4 der Vorlage unter „Ausstattung“ etwas verklausuliert versteckt haben. Wir brauchen dringend kompetente Ansprechpartner oder, modern ausgedrückt – so wie es auch in der Vorlage steht -, eine professionelle Support-Struktur, auch im Personalbereich. Ich habe im Schulbeirat schon darauf hingewiesen, dass die Schulen seit mehr als 20 Jah- ren Digitalisierung nicht mit professionellem Personal betreiben, sondern sehr häufig mit im positiven Sinne verrückten computeraffinen Kolleginnen und Kollegen, die unter höchster Selbstausbeutung ihre Schulen digital am Laufen halten. Hier müssen wir endlich genauso investieren, wie in die eigentliche Technik. Daher ist es völlig berechtigt – da ist es dann nicht mehr so versteckt -, dass im Bereich der Kosten auf S. 7 die notwendige Personalaus- stattung aufgelistet ist. Das Konzept ist überfällig. Es ist interessant, dass in den heutigen BNN zu lesen ist, dass der Leiter des Stadtmedienzentrums, Herr Schumacher, stolz darauf ist, dass wir im Lan- desvergleich schon so weit sind. Er sagt aber auch, dass die Notwendigkeit einer Digitalisie- rung der Schulen seit Jahren unbestritten ist. Ich würde, wenn ich diese beiden Sätze zu- sammennehme, bei der Digitalisierung der Schulen eher davon sprechen, dass wir unter lauter Schildkröten oder vergleichbaren langsamen Tieren das schnellste sind. Aber wir sind immerhin vorne dran, so wie es aussieht. An der Stelle schließe ich mich natürlich dem Dank an die Projektgruppe und vor allem an das Stadtmedienzentrum an, den Frau Habibović schon ausgesprochen hat. Das Konzept ist wichtig. Wir müssen so schnell wie möglich dafür sorgen, dass in den Schulen wirklich modern gelernt und gelehrt werden kann. Ich würde in dem Zusammenhang auch darum bitten, dass Sie die Übergangszeit von fünf Jahren noch einmal in den Fokus nehmen. Die in der Vorlage aufgeführten Alternativen zur Überbrückung weisen sehr unterschiedliche Übertragungsgeschwindigkeiten auf. Wie wir alle wissen, sind diese fünf Jahre eine digitale Ewigkeit. Vielleicht können Sie hier die Schulen noch einmal zusätzlich unterstützen, damit – 6 – die Modernität möglichst bald viele Schulen erreicht. Der Umsetzungsvorschlag geht unse- res Erachtens in die richtige Richtung. Erst eine Prioritätenliste, erst die Infrastruktur, dann die Ausstattung und die Endgeräte. In ähnliche Richtung hat mein Vorredner, Herr Hof- mann, gerade eben auch schon gesprochen. Wir alle wissen, wie schnell die digitale Ent- wicklung geht. Es macht keinen Sinn, jetzt über teure interaktive Wideboards zu spekulie- ren, so lange die Infrastruktur nicht vorhanden ist. In fünf Jahren ist das Wideboard oder die Dokumentenkamera oder das Tablet schon wieder digitaler oder pädagogischer Schnee von gestern. Denn das steht bei aller Technikbegeisterung auch noch zur Debatte. Was macht pädagogisch Sinn bzw. bringt Lernfortschritt? Wir haben auch da kurz darüber ge- lacht, schon im Schulbeirat. Viele von uns werden sich an den durchschlagenden Erfolg der Sprachlabore der 1970er Jahre in dem Zusammenhang erinnern. Das Konzept ist kostenintensiv. Am Ende stehen rund 15 Mio. Euro über 5 Jahre verteilt plus jährlich laufende Kosten von 2,75 Mio. Euro. Das muss uns bewusst sein. Das muss es uns wert sein. Meiner Fraktion ist es das wert. Stadtrat Wohlfeil (KULT): Wir von der KULT-Fraktion und natürlich ganz besonders mei- ne Piratenpartei begrüßen dieses Konzept. Auch an erster Stelle gleich einmal ein großer Dank an das Stadtmedienzentrum, an die beteiligten Schulen, an die Stadtverwaltung und natürlich das städtische Schulamt. Wir denken, dass hiermit ein guter Aufschlag gemacht ist. Die Vorlage liefert ein gutes Konzept für einen kontinuierlichen Einstieg in die Digitali- sierung unserer Schulen. Wir haben natürlich bisher auch schon etwas gemacht. Aber jetzt gehen wir das Ganze noch strukturierter an. Ich habe im Wesentlichen drei Punkte zu nennen, die wir mit der Digitalisierung anstreben wollen: Zum Ersten geht es natürlich darum, den Unterricht zu vereinfachen im Ablauf als auch in der Schulverwaltung. Die Dokumentenkamera hat beispielsweise ganz viele Vorteile bei der Hausaufgabenkontrolle. Das vereinfacht einfach Abläufe im Unterricht, wo man Zeit spart, wo man Dinge schneller machen kann. Ähnlich ist es mit dem Beamer und auch dem Wi- deboard. Zum Zweiten ist es aber auch so, wir wollen unsere Schülerinnen und Schüler natürlich auch auf die digitale Gesellschaft vorbereiten, in der sie jetzt alle aufwachsen. Da geht es um verschiedene Medienkompetenzen. Beispielsweise ist es meistens nicht so schlau, Nacktbilder von sich ins Internet zu stellen oder auch nur an seinen Freund oder seine Freundin zu verschicken. Denn wer weiß, wie lange dieser einem wohlgesonnen ist. Aber auch so Sachen, wie: Welchen Nachrichtenquellen im Internet kann ich trauen? Ist dieser Facebook-Beitrag glaubwürdig, wenn eine Nachrichtenmeldung geteilt wird. Solche Medi- enkompetenzen müssen im Unterricht gefördert werden. Das ist eine wichtige Aufgabe, die zusätzlich an unseren Schulen in den letzten Jahren dazugekommen ist. Zum Dritten geht es natürlich auch um die Vorbereitung unserer Kinder auf eine moderne Arbeitswelt. Es geht um die wirtschaftliche Zukunft unserer Kinder und der Stadt Karlsruhe. Da hatten wir gerade vorhin in der Besprechung die Zahl gehört. Von 2007 bis 2018 ist die Anzahl der IT-Unternehmen in Karlsruhe an Gewerbesteueraufkommen von 12 % auf 46 % gestiegen. Das ist ein ganz enormer Wandel. Dieser Wandel wird sich in den nächs- ten Jahren fortsetzen. Natürlich müssen dann auch unsere Kinder in der Lage sein, später – 7 – in der IT zu arbeiten. Wir denken, dass uns das Konzept eine gute Vorlage liefert. Wir kön- nen das stringent so umsetzen. Zuerst die Hardware, die Infrastruktur, die Netzwerke schaffen, dann die Endgeräte besorgen. Wir machen auch nicht überhastet alles auf einen Schlag, sondern wir haben eine gute Struktur, wie wir das über Jahre hinweg machen. Einen Kritikpunkt habe ich allerdings. Eigentlich habe ich zwei Kritikpunkte. Einer wurde schon genannt, dass natürlich auch unsere Lehrer und unsere Schulverwaltung und unsere Schulen supportet werden müssen, dass die nicht alles selbst verwalten müssen. Da braucht es auch technischen Support von Seiten der Stadt. Zum anderen ist es natürlich so, mit der Anzahl der Endgeräte sind wir noch unzufrieden. Wenn wir drei Geräte pro Klasse haben, ist es ungefähr ein Gerät pro 10 Kinder, das heißt, weil der Unterricht parallel ist, dass ungefähr ein Kind jede 10. Unterrichtsstunde selbst mit einem Endgerät arbeiten kann. Das ist jetzt, wenn man schüleraktivierenden Unterricht haben will, wo die Schüle- rinnen und Schüler selbst mit den Geräten arbeiten, noch relativ wenig. Denn es bedeutet maximal 10 % schüleraktivierender Unterricht mit Endgeräten. Da brauchen wir langfristig noch mehr. Wir werden es in den nächsten Jahren merken, dass wir noch mehr Endgeräte in den Schulen brauchen, wo die Schülerinnen und Schüler häufiger selbst mit den Geräten arbeiten. Aber als Einstieg ist es auf jeden Fall ein Top-Konzept. Noch einmal vielen Dank an die Stadtverwaltung. Wir werden mit Überzeugung zustimmen. Stadtrat Høyem (FDP): Wir freuen uns sehr, dass Sie, Herr Oberbürgermeister, diesen Projektauftrag erteilt haben. Wir freuen uns auch, dass unser Stadtmedienzentrum diesen Auftrag ausgeführt hat. Aber damit ist unsere Freude eigentlich am Ende. Das Konzept ist unserer Meinung nach überhaupt nicht ambitioniert genug. Im Inhalt sind ganz viele Punkte, die eine prinzipielle Diskussion brauchen. Für Deutschlands Internet- hauptstadt erhält das Thema Schul-EDV nicht im Ansatz die Aufmerksamkeit, die es ver- dient. Unser desolater digitaler Zustand wird in der Vorlage selbst beschrieben, nämlich „sodass nun noch nicht alle Schulen strukturiert verkabelt sind. Inzwischen sind die Netze veraltet und müssen ausgetauscht werden. Im Bereich WLAN wurden noch keine Stan- dards definiert“. Ich weiß aus der Erfahrung als Schulleiter, dass wir mehrmals pädagogi- sche Projekte nicht durchführen konnten, weil wir nicht genug stabile Netzkapazität zur Verfügung hatten. Wir müssen moderne Digitalisierung schaffen. Aber leider ist diese Kon- zeption vor ihrem Anfang veraltet. Ich möchte drei Themen ansprechen: A. Pädagogische Freiheit: Es ist symptomatisch, dass diese Worte auf S. 3 in Anführungs- zeichen stehen. Das Konzept beklagt, dass eine Standardisierung mit Blick auf die pä- dagogische Freiheit momentan kaum umsetzbar ist. Das ganze Konzept will Zentralisie- rung und Standardisierung. Eigentlich will man diese Standardisierung überall bis in den Klassenraum und am Endgerät für die Schüler durchsetzen. Hier sind zentrale Steuerungen möglich, die überhaupt nicht mit moderner pädagogischer Freiheit und Entwicklung vereinbar sind. Ausstattung mit Endgeräten kann keine zentrale Entschei- dung sein. Die Schulen und die Schüler sollten selbst bestimmen, woher sie die Infor- mationen holen wollen. Kompatibilität durch offene Schnittstellen und technologische Wahlfreiheit muss gewährleistet sein. – 8 – Denken Sie an George Orwell, 1984, wenn Sie folgende Sätze hören: „Das Schul- und Sportamt erstellt eine Prioritätenliste, welche sich aus den Medienentwicklungsplänen der Schulen ergibt. Somit ist gewährleistet, dass die Schulen die angebotene Technik auch nutzen.“ Digitalisierung soll die notwendige Hardware in höchster Qualität etab- lieren. Die Software muss vom pädagogischen Wunsch und nicht von Ingenieuren entwickelt werden. – Das war mein erster Punkt. B. Flexibilität: Das Konzept hat viel zu viel Vergangenheit und viel zu wenig Flexibilität für die Zukunft eingebaut. Ist es heute überhaupt möglich, einen Beamer als modern zu nennen? Dann hat man die LEARNTEC niemals besucht. Digitale Wideboards sind heutzutage selbstverständige Geräte. Dem Anwender muss es erlaubt und technisch möglich sein, Veränderungen an der Software vorzunehmen, um sie an geänderte An- forderungen anzupassen. C. Betreuung und Wartung: Als junger Mann war ich in Schweden tätig als mobiler Reise- lehrer. Ich unterrichtete 1 ½ Jahre in mehr als 40 verschiedenen Schulen. In dieser Zeit war das pädagogische Zauberwort nicht Digitalisierung sondern Sprachlabor. Schwe- den investierte Millionen in Sprachlabore. Jede Schule hatte ihr eigenes unglaublich teures Sprachlabor. Leider war es eine total fehlgeschlagene Investition aus drei Grün- den. Pädagogisch sind Sprachlabore nicht überzeugend. Aber wichtiger war, dass die Lehrer nicht genug fachliche Fortbildung bekommen haben. Am allerwichtigsten war, dass die teuren Sprachlabore nicht betreut und gewartet wurden. Eine Schraube hier oder da hat nicht funktioniert und das Sprachlabor war tot, weil niemand das lokal vor Ort reparieren konnte. Man braucht jemanden in der Schule, richtige Fachinformatiker, ausgebildet sowohl in Hard- als auch Software. In meiner ehemaligen Schule haben wir zwei Personen für diese Aufgabe. Sie sind absolut ausgelastet. Im Wesentlichen scheint man bei diesem Konzept davon auszugehen, was mein Kolle- ge, Herr Hodapp, aus Erfahrung gesagt hat, dass sich so etwas von selbst regulieren wird. Das macht irgendein Mathe- oder Physiklehrer nebenher. Selbst die Filmprojekto- ren der 80er Jahre waren besser gewartet. Dabei gibt es spezialisierte Systemhäuser, bei denen man so etwas komplett kaufen kann. Wir brauchen dringend Digitalisierung. Wir brauchen gerade hier in unserem oft für IT ge- lobten Karlsruhe Deutschlands beste EDV-Integration. Wo heute noch Aufkleber mit durchgestrichenen Smartphones an den Türen kleben, sollten mobile Internetgeräte so selbstverständlich in den Unterricht integriert werden, wie Taschenrechner. (Der Vorsitzende: Herr Stadtrat! – Er hebt die gelbe Karte.) Das vorliegende Konzept ist ein Schritt in die richtige Richtung. Deshalb stimmen wir selbstverständlich zu. Aber leider hat es wenig mit moderner, zukunftsfähiger und flexibler dezentraler pädagogischer Digitalisierung zu tun. Stadtrat Fostiropoulos (Die Linke): PC, Mac, iMac und Internet wurden eigentlich schon vor 30 Jahren erfunden. Ich finde es interessant, dass wir heute, nach 30 Jahren, eine Vor- lage haben und endlich einmal anfangen wollen, unsere Schulen besser auszustatten mit Digitalisierungstechnik. Es wird auch immer viel diskutiert. Müssen wir erst Konzepte ma- chen, lange überlegen? Wir kommen alle nicht mit. Die Lehrer können es nicht. Die Kinder – 9 – können schon besser mit dem Internet umgehen. Dann blockieren wir manchmal Prozesse. Das ist aber total unnötig. Denn Fahrrad fahren kann ich nur lernen, wenn ich ein Fahrrad bekomme und nicht ohne, abstrakt, theoretisch, in der Konzeption. Deshalb ist es gut, dass wir jetzt einen ersten Schritt – aus meiner Sicht sehr spät -, aber einen ersten Schritt ma- chen, die Schulen technisch auszustatten mit Internet, mit entsprechender Hardware. Und hoffentlich lassen die Schulen den Schülerinnen und Schülern die Freiheit, diese auszupro- bieren, umzusetzen, bevor die Lehrer es gelernt haben zu tun. Was die Stadt aus meiner Sicht machen müsste, mit dem Land zusammen: Ein großes Programm, die Lehrerinnen und Lehrer zu schulen, mit in diese Technologie hinein zu nehmen. Denn viele Schülerin- nen und Schüler, zumindest meine Tochter, kennen sich mit Snapchat und Instagram aus, aber noch nicht mit allen, vielleicht weiteren sinnvollen Techniken, die man nutzen kann, in der Schule, im Beruf, im täglichen Leben. Hier braucht es auf jeden Fall enorme Anstren- gungen, um alle mitzunehmen durch Schulungen. Es ist auch kein Zufall, dass Softwaretechnologien überwiegend aus dem Silicon Valley kommen. Warum? Wir sind ein Technologieland, ein Exportland, ein reiches Land, und sind sehr langsam in diesen Schritten. Wir von den Linken unterstützen diesen Antrag und wün- schen uns, dass dieser erste Schritt nicht erst nach fünf Jahren zum zweiten kommt, son- dern dass wir viel schneller zu einem zweiten Schritt kommen und vor allem auch die Leh- rerinnen und Lehrer mitschulen. Stadtrat Kalmbach (GfK): Wir können uns jetzt streiten, ob das der erste Schritt ist oder ob wir schon Anlauf genommen haben und es gibt einen weiteren Schritt. Ich weiß es nicht. Aber ich kann sagen, wir begrüßen auf jeden Fall, was hier geschieht. Ob das jetzt vom Herrn Oberbürgermeister initiiert ist oder von den Fraktionen, das ist auch egal. Hauptsache ist, es geht voran. Das ist das Entscheidende. Auf zwei Dinge will ich gerne aufmerksam machen. Auf der einen Seite, das wurde auch schon angesprochen: Wie sieht es aus, wenn die Geräte angeschafft sind, wenn die gan- zen Dinge laufen sollen? Bisher sieht es so aus, dass man, wenn Geräte da sind, oft eine Woche warten muss, wenn sie kaputt sind, bis es dann wieder geht. So geht es in Zukunft einfach nicht. Da muss tatsächlich ein professioneller Support her. Sonst macht das ganze keinen Sinn. Wir haben einen riesigen technischen Apparat. Der läuft einfach nicht ge- scheit. Was machen wir dann? Wir müssen das wirklich personell aufstocken. Das kostet auch etwas. Da sind wir beim Thema. Es kostet uns etwas. Die Frage ist, wenn wir immer auf unseren Haushalt draufsatteln, an welcher Stelle sparen wir, Frau Erste Bürgermeisterin Luczak-Schwarz? Wo satteln wir ab? Ich sehe es momentan nicht. Ich will diese Frage an dieser Stelle stellen, weil wir ständig dauerhafte Kosten draufsatteln. Wir sind deswegen trotzdem dafür. Noch eine Bemerkung, wenn man vom pädagogischen Konzept spricht. Die Hirnforscher sagen uns deutlich, dass auch die Digitalisierung beim Lernen Probleme mit sich bringt. Manche übertreiben es vielleicht. Sie sprechen schon von einer kognitiven Demenz. Das müssen wir jetzt vielleicht nicht befürchten. Aber es ist auf jeden Fall klar, dass diese Fixie- rung auf die Digitalisierung andere kognitive Fähigkeiten nicht automatisch hervor bringt. Da brauchen wir ein pädagogisches Konzept, das beides umfasst. Wir brauchen sowohl für die Digitalisierung ein Konzept, als auch für die normale kognitive Schulung des Hirns. Da möchte ich an dieser Stelle noch einmal der Balance wegen darauf hinweisen, dass wir nicht einfach nur sagen, nur Digitalisierung ist gut. Wir brauchen das. Aber wir brauchen – 10 – auch das andere. Deswegen hier ein ausgewogenes Konzept. Wir stehen auf jeden Fall dahinter und wünschen dem Projekt wirklich einen guten Erfolg. Der Vorsitzende: Ich nehme das gerne auf, Herr Stadtrat Hofmann. Ich bin nun einmal der, der die Projektaufträge gibt. Aber Sie haben Recht, es gab vielfältige Initiativen aus dem Gemeinderat. Aber z. B. hatte sich auch der Gesamtelternbeirat relativ früh für ein solches Vorgehen ausgesprochen. Insofern ist es ein Projekt mit vielen Müttern und Vätern. Darauf können wir uns gerne einigen. Ihre drei Punkte, Herr Stadtrat Høyem, die durchaus sehr kritisch formuliert waren, weisen aber in den meisten Konsequenzen nicht auf die Stadt als Kommune hin, sondern auf die- jenige, die in der Fortbildung und Weiterbildung der Lehrerinnen und Lehrer einfach muti- ger an die Sache herangehen muss, die Dinge zügiger umsetzen muss und auch eine klare Erwartungshaltung formulieren muss. Man kann mit vielen digitalen Techniken leben, wenn man den Anfangswiderstand überwunden hat. Manchmal braucht man aber von außen auch ein bisschen den Anreiz dazu. Das ist noch etwas, wo das Land noch ein biss- chen klarer in seiner Ansage sein muss. Das Land hat im Jahr 2015 einen eigenen Haus- haltstitel gebildet für Digitalisierungsstrategien. Das Geld wurde erst im letzten Jahr abge- rufen, weil man dann nämlich endlich bereit war, in eine gemeinsame Schulverwaltungs- und Bildungscloud zu investieren, damit alle Schulen von der Landesseite her an ähnliche Standards herangeführt werden können. Diese Cloudlösung hat sicherlich auch einige wei- tere Vorteile, denn es ist eine Cloud, die ich am Ende auch von jedem Endgerät, wenn ich in die Bildungscloud will, anwählen kann. Insofern zeigt auch der Vergleich mit den frühe- ren Sprachlabors, dass wir schon in einer anderen Welt unterwegs sind. Ich glaube, am Ende wird gar nicht entscheidend sein, ob wir jetzt klassenweise Tablets zur Verfügung stellen oder nicht, sondern ob wir die Flexibilität aufbringen, dass gegebenenfalls jeder Schüler auch mit dem Endgerät, das er mitbringt, hier arbeiten kann. Denn es geht darum, dass er den Zugang zu den Bildungsinhalten und zur Pädagogik findet, und nicht, über welche Technik das dann im Einzelfall ist. Genauso wenig, wie die Schule oder auch die Kommune dafür verantwortlich ist, ob der Füller des Schülers oder der Schülerin funktioniert, möchte ich als Kommune dauerhaft die Verantwortung für alle möglichen Endgeräte übernehmen wollen. Sie, Herr Stadtrat Høy- em, weisen auf die zwei Personen in Ihrem Haus hin, die diese Administration sicherstellen. Diese sind sicherlich auch nicht von der Stadt gestellt worden, sondern die hat der Schul- träger selbst für sinnvoll gehalten. Dass wir dafür verantwortlich sind, das Glaserfasernetz dorthin zu verlegen und innerhalb der Schule den freien Zugang sicherzustellen, da sind wir uns einig. Aber bei der Wartung der Endgeräte möchte ich als Kommune noch nicht von vornherein die Aufgabe komplett übernehmen wollen. Ich habe das auch so verstanden. Wir geben jetzt einen Fünfjahresplan vor, der vor allem den Anschluss der Schulen an die Infrastruktur und die Bereitstellung der Infrastruktur in den Schulgebäuden sicherstellen soll. Aber es ist natürlich richtig, Herr Hofmann, wir wür- den alle Schulen sofort anschließen, die wir sowieso bauen. Da würden wir auch nicht war- ten, bis es Medienentwicklungspläne gibt. Bei Schulgebäuden, die aber jetzt separat ange- gangen werden müssen, ist es sinnvoll, Herr Stadtrat Høyem, eine Prioritätenliste zu ma- chen. Denn wenn ich einen Anschluss an neue Technologien in einer Schule herstelle, die für sich selbst mit dieser Art Pädagogik noch gar nicht arbeiten will, dann ziehe ich doch lieber eine Schule vor, die diesen Medienentwicklungsplan schon hat. Die Notwendigkeit – 11 – von Medienentwicklungsplänen gibt nicht die Stadt vor, sondern das ist eine Landesansage und an dieser Stelle auch eine durchaus berechtigte. Insofern geht vieles der Kritik an der Vorlage ein bisschen an uns vorbei und ist eher ein Aufruf, dass die anderen Partner jetzt auch einmal zu Potte kommen müssen. Es wird sicherlich auch immer so sein, dass wir je- des Jahr am Ende sehr unterschiedlich gewichtete Fortschritte machen. Es ist aber wichtig, dass wir jedes Jahr ein ausreichendes Budget einstellen, das uns überhaupt diese Schritte ermöglicht. Ich glaube, da gibt die Vorlage einen richtigen Weg vor. Damit kämen wir zur Abstimmung. – Das ist eine einstimmige Zustimmung. Das ist auch noch einmal eine schöne Bestätigung der Arbeit des Projektbeirats und aller seiner Mitglie- der. Es ist auch noch einmal eine sehr positive Rückmeldung. Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt – Ratsangelegenheiten 27. Februar 2018

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