Fahrermangel: Fahrtausfälle und Zugausfälle im KVV-Gebiet

Vorlage: 2017/0786
Art: Anfrage
Datum: 15.12.2017
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: AVG
Erwähnte Stadtteile: Keine Angaben

Beratungen

  • Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 23.01.2018

    TOP: 28.2

    Rolle: Kenntnisnahme

    Ergebnis: Kenntnisnahme

Zusätzliche Dateien

  • KULT Fahrtausfälle AVG
    Extrahierter Text

    Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister ANFRAGE KULT-Gemeinderatsfraktion Vorlage Nr.: 2017/0786 Fahrermangel: Fahrtausfälle und Zugausfälle im KVV-Gebiet Gremium Termin TOP ö nö Gemeinderat 23.01.2018 28.2 x 1. Wie hoch war die personalbedingte Ausfallquote der Schienenfahrten im Liniennetz der AVG und der VBK in den Jahren 2015, 2016 und 2017? Jeweils aufgeschlüsselt nach Prozent und in Summe alle Fahrten sowie nach Verkehrsbetrieben und Linien. 2. Wie hoch war im gleichen Zeitraum die personalbedingte Ausfallquote der Fahrten im KVV- Liniennetz bei der Deutschen Bahn? 3. Wie hoch ist der Soll-Bedarf an Triebfahrzeugführerinnen und Triebfahrzeugführern bei der AVG und bei den VBK und wie hoch ist der derzeitige Fehlbestand? Wie haben sich diese Werte in den Jahren 2015, 2016 und 2017 verändert? 4. Welche Maßnahmen haben die Verkehrsbetriebe zur Mitarbeitergewinnung umgesetzt und wel- che planen sie zu intensivieren? 5. Ab wann kann der Bedarf an Fahrzeugführerinnen und Fahrzeugführern aus Sicht der AVG und der VBK gedeckt werden? Wie viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind derzeit über Leihverträ- ge beschäftigt? 6. Wie viele zusätzliche Stellen müssen geschaffen werden, wenn es im nächsten Jahr im Zuge der Rheinbrückensanierung zu einer Taktungsverdichtung der Fahrten kommt? Seit Wochen wieder das gleiche Bild an den Haltestellen im Verbundgebiet des KVV: Fahrt- und Zug- ausfälle aufgrund von Personalmangel. Besonders betroffen sind die Dauerbrenner S4 und S5 und seit Tagen verstärkt die S1. Leidtragende sind die Kundinnen und Kunden, die täglich auf den ÖPNV an- gewiesen sind. Abgeschreckt werden diejenigen, die auf den ÖPNV umsteigen wollen – gerade mit Blick auf die Diesel-Debatte und die anstehende Sanierung der Rheinbrücke. Die aktuelle Tariferhöhung erscheint vor diesem Hintergrund noch unverständlicher, wie unzählige Rückmeldungen aus der Bevölkerung der Region belegen. Das ehemalige Karlsruher Aushängeschild KVV, insbesondere der Schienenverkehr, hat eindeutig ein Imageproblem. Vor allem der Alleingesell- schafter von AVG und VBK, die Stadt Karlsruhe, muss auf eine massive Verbesserung der Zuverlässig- keit drängen. unterzeichnet von: Erik Wohlfeil Michael Haug Uwe Lancier Lüppo Cramer Max Braun Sachverhalt / Begründung:

  • Stellungnahme TOP 28.2
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    Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister STELLUNGNAHME zur Anfrage KULT-Gemeinderatsfraktion Vorlage Nr.: Verantwortlich: 2017/0786 Dez. 1 Fahrermangel: Fahrtausfälle und Zugausfälle im KVV-Gebiet Gremium Termin TOP ö nö Ergebnis Gemeinderat 23.01.2018 28.2 x Wie hoch war die personalbedingte Ausfallquote der Schienenfahrten im Liniennetz der AVG und der VBK in den Jahren 2015, 2016 und 2017? Jeweils aufgeschlüsselt nach Prozent und in Summe alle Fahrten sowie nach Verkehrsbetrieben und Linien. Die personalbedingte Ausfallquote bei der AVG ist in den letzten Jahren rückläufig. Waren in 2015 noch netzweit 112.528,6 Zug-km von personalbedingten Ausfällen betroffen (dies ent- sprach 0,70 % der 2015 von der AVG verkehrsvertraglich geschuldeten Verkehrsleistung), waren es in 2016 101.106,5 Zug-km und sind es aktuell im Zeitraum Januar – November 2017 69.374 Zug-km. Hinzu kommt, dass in den Jahren 2015 und 2016 aufgrund der gegenüber heute nochmals deutlich angespannteren Personallage planmäßige Fahrplanausdünnungen in einem Umfang von 36.832,4 Zug-km in 2015 bzw. 40.123,4 Zug-km in 2016 mit den Aufgabenträgern be- schlossen wurden, so dass bei Berücksichtigung dieser planmäßigen Ausfälle die Ausfallquoten für 2015 und 2016 nochmals deutlich höher liegen würden. Personalbedingte Fahrt- ausfälle 2015 Personalbedingte Fahrt- ausfälle 2016 Personalbedingte Fahrt- ausfälle Jan – Nov 2017 absolut Zug-km Anteil an SOLL- Zug-km absolut Zug-km Anteil an SOLL- Zug-km absolut Zug-km Anteil an SOLL- Zug-km S1/S11 13.198,0 0,50% 12.317,9 0,46% 7.9212,3 0,32 % S31/S32 2.210,8 0,18% 1.816,8 0,14% 1.280,9 0,11 % S4 39.509,9 1,09% 28.820,9 0,78% 27.930,4 0,84 % S41/S42 15.378,5 1,37% 9.058,6 0,83% 3.425,1 0,34 % S5 22.330,5 0,84% 32.451,8 1,19% 20.333,0 0,82 % S51/S52 8.139,7 1,23% 6.990,1 0,95% 3.165,6 0,45 % S6 1.855,4 0,47% 2.426,4 0,57% 1.049,7 0,27 % S7/S71 (ehemals S4/S32) 4.786,4 0,59% 2.346,5 0,34% 1.618,8 0,24 % S8/S81 (ehemals S41/S31) 2.214,2 0,10% 3.425,1 0,14% 2.066,8 0,10 % S9 2.905,2 0,50% 1.452,0 0,23% 852,3 0,11 % NETZ 112.528,6 0,70% 101.106,5 0,62% 69.374,0 0,47 % Wie hoch war im gleichen Zeitraum die personalbedingte Ausfallquote der Fahrten im KVV-Liniennetz bei der Deutschen Bahn? Daten der Deutschen Bahn bzw. der Unternehmenstochter DB Regio für das KVV-Gebiet liegen der AVG nicht vor. Auch dem KVV liegen keine Daten zu den personalbedingten Ausfällen im KVV-Liniennetz für die Deutsche Bahn vor. Vertragspartner der Deutschen Bahn ist die Nahver- kehrsgesellschaft Baden-Württemberg (NVBW). Der KVV hat lediglich einen Tarifkooperations- vertrag mit der Deutschen Bahn AG, der solche Informationen nicht umfasst. Wie hoch ist der Soll-Bedarf an Triebfahrzeugführerinnen und Triebfahrzeugführern bei der AVG und bei den VBK und wie hoch ist der derzeitige Fehlbestand? Wie haben sich diese Werte in den Jahren 2015, 2016 und 2017 verändert? Folgende Tabelle zeigt die Entwicklung des Personalbedarfs und Bestandes Dez. 2015 * Juni 16 Dez. 16 Juni 17 Dez. 17 Soll in P 379 377,5 377,5 375,9 375,9 Fehlbestand in P -75 -53,8 -38,8 -27,3 -35,9 *) Vergleichbar mit Folgewerten Ab Juni 2016 wurde von einer „statischen“ auf eine „dynamische“ Berechnung gewechselt, um fortan die tagesaktuellen Schwankungen besser berücksichtigen zu können. Fortan wurde berücksichtigt, dass es stetige („dynamische“) Änderungen im Bestand gibt be- züglich: - Schwankungen im Krankenstand - (vorübergehende) Fahrverbote - Elternzeit - Individuelle Nachschulungen (zusätzlich zu den regelmäßigen Fortbildungsunterrichten), da diese angestiegen sind - Gesundheitsbedingte Fahrdienstuntauglichkeiten Bei der Sollberechnung wurde erhöhend ab Juni 2016 angenommen: - Krankenstand 8 % statt bisher 4 % im Durchschnitt/Jahr - Wiedereinführung regelmäßiger Teambesprechungen - Durchführung von Gesundheitspräventionsmaßnahmen - Einplanung von weiterem Sonderbedarf (Bahnarzt, Einkleidung, Schichtabweichungen, etc.) Dieses hat den Bedarf um 3,8 % erhöht. Fahrplan- und dienstplantechnische Optimierung haben andererseits den Bedarf (geringfügig) verringert. Welche Maßnahmen haben die Verkehrsbetriebe zur Mitarbeitergewinnung umgesetzt und welche planen sie zu intensivieren? Unser Personalmarketing haben wir massiv ausgebaut und weiterentwickelt. In den Bahnen und an den Stationen plakatieren wir seit Längerem und werben für die angebotenen Ausbildungs- und Arbeitsplätze; online werben wir mit eigenem Webauftritt und Werbevideo. Seit einigen Wochen haben wir ein „Infomobil“ hergerichtet, mit dem wir auf sämtlichen Ausbildungs-, Job- und Verbrauchermessen der Region und darüber hinaus präsent sind; außerdem überall dort, wo bei größeren Unternehmen Stellen abgebaut werden. Eine ganze Reihe von Maßnahmen wurde und wird bei uns erarbeitet und ergriffen, um mit dem personellen Unterbestand umzu- gehen. Zudem wurde die Aktion „Mitarbeiter werben Mitarbeiter“ gestartet, bei der für die erfolg- reiche Vermittlung eines neuen Triebfahrzeugführers derzeit 3.000 Euro ausgelobt werden. Es finden regelmäßig Informationsabende für Interessierte statt. Zum einen sind derzeit die von unseren Mitarbeitern abzuleistenden Fahrschichten derart ver- längert, dass sich die zur Erbringung der Fahrplanleistungen benötigte Menge an Mitarbeitern reduziert. Die Leistungsmenge wird also auf weniger Köpfe verteilt als eigentlich vorgesehen: die Mitarbeiter bauen Überzeiten auf. Zur Abgeltung greift ein entsprechendes Prämiensystem. Des Weiteren wurden zum Ende des Jahres 2017 alle Mitarbeiter im Fahrdienst mit Tablet-PCs ausgestattet. Auf diese Weise wollen wir den Arbeitsplatz attraktiver gestalten und gleichzeitig die Meldewege sowie die Disposition beschleunigen und effizienter gestalten. Ab wann kann der Bedarf an Fahrzeugführerinnen und Fahrzeugführern aus Sicht der AVG und der VBK gedeckt werden? Wie viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind derzeit über Leihverträge beschäftigt? Hier kann keine genaue Prognose gegeben werden. Die Anzahl von sog. Leihmitarbeitern be- trägt derzeit 19 (von der MEV-Eisenbahngesellschaft). Es besteht der Kontakt zu zahlreichen weiteren Anbietern. Zudem werden Kooperationen mit anderen, insbesondere den neuen Be- treibern im SPNV im Baden-Württemberg, aufgebaut. Wie viele zusätzliche Stellen müssen geschaffen werden, wenn es im nächsten Jahr im Zuge der Rheinbrückensanierung zu einer Taktungsverdichtung der Fahrten kommt? Ob und inwieweit es zu einer Taktverdichtung im Zuge der Sanierung der Rheinbrücke kommt ist Sache der Aufgabenträger in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Die AVG hat eine Zusammenarbeit angeboten. Die Zahl benötigter Personale kann erst nach Festlegung eines Verkehrskonzepts und nach Bekanntgabe der genauen Bauzeiten beantwortet werden.

  • Protokoll TOP 28
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    Niederschrift 46. Plenarsitzung Gemeinderat 23. Januar 2018, 15:30 Uhr öffentlich Bürgersaal, Rathaus Marktplatz Vorsitzender: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 27. Zugausfälle ÖPNV Punkt 28.1 der Tagesordnung: Albtal-Verkehrsgesellschaft - Zugausfälle und Kritik am Bahnverkehr der AVG Anfrage: Die Linke Vorlage: 2018/0002 Punkt 28.2 der Tagesordnung: Fahrermangel: Fahrtausfälle und Zugausfälle im KVV-Gebiet Anfrage: KULT Vorlage: 2017/0786 Beschluss: Kenntnisnahme Abstimmungsergebnis: Keine Abstimmung Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkte 28.1 und 28.2 zur Behandlung auf und stellt fest, die Stellungnahmen der Verwaltung liegen vor, der Gemeinderat habe Kenntnis ge- nommen. (Keine Wortmeldung) Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt – Ratsangelegenheiten 26. Januar 2018