Sandkorn-Theater, Fortführung des Theaterbetriebes

Vorlage: 2017/0724
Art: Beschlussvorlage
Datum: 10.11.2017
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Kulturamt
Erwähnte Stadtteile: Weststadt

Beratungen

  • Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 12.12.2017

    TOP: 13

    Rolle: Entscheidung

    Ergebnis: Beschlossen mit geändertem Beschlusstext

Zusätzliche Dateien

  • Sandkorn-Theater
    Extrahierter Text

    Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister BESCHLUSSVORLAGE Vorlage Nr.: 2017/0724 Verantwortlich: Dez.2 Sandkorn-Theater, Fortführung des Theaterbetriebes Beratungsfolge dieser Vorlage Gremium Termin TOP ö nö Ergebnis Kulturausschuss 06.12.2017 7 X Gemeinderat 12.12.2017 13 X Beschlussantrag Nach Vorberatung im Kulturausschuss nimmt der Gemeinderat das Konzept zur Fortführung des Theaterbetriebs des Sandkorn-Theaters durch die gemeinnützige Gesellschaft DAS SAND- KORN gemeinnützige UG haftungsbeschränkt zur Kenntnis und spricht sich für die Übertragung der bisherigen institutionellen Fördergelder für das Sandkorn-Theater auf die gemeinnützige Gesellschaft DAS SANDKORN gemeinnützige UG haftungsbeschränkt im Jahr 2018 aus. Die zweite Hälfte des Förderbetrages 2018 in Höhe von 121.240 Euro wird mit einem Sperrvermerk versehen. Dieser soll bei erfolgreichem Neustart des Theaterbetriebs Mitte 2018 aufgehoben werden. Finanzielle Auswirkungen (bitte ankreuzen) nein x ja Gesamtkosten der Maßnahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) 242.480 Euro 242.480 Euro Haushaltsmittel stehen zur Verfügung Kontierungsobjekt: PSP-Element: 1.410.26.10.01.01.14 Kontenart: 4300 0000 Ergänzende Erläuterungen: Die Mittel sind im Haushalt 2018 enthalten. ISEK-Karlsruhe-2020-relevant Nein x ja Handlungsfeld: Kultur Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) x Nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften x Nein ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Hervorgegangen aus einer Laienspielgruppe an der evangelischen Lukasgemeinde in der Hagen- straße entwickelte sich das Sandkorn-Theater mit dem Umzug Anfang der 1980er Jahre in das ehemalige Stadtwerke-Turbinenhaus in der Kaiserallee zu einem professionellen Theater. Präg- ten anfangs Autoren wie Beckett, Brecht, Handke, Havel, Kraus, Mrozek und Sartre den Spiel- plan, kamen nun verteilt auf die beiden Spielstätten Fabriktheater und Studiobühne auch Ko- mödien, Kabarett, Kinder- und Jugendtheater und Musical hinzu. Seit den 1980er Jahren richtet das Sandkorn-Theater die Karlsruher Schultheaterwoche aus, zudem pflegt es eine intensive Arbeit mit Jugendlichen (seit 2001 Jugendclub) und Behinderten (Die Sp!nner). Siegried Kreiner gründete das Theater 1956. 2009 übergab er die künstlerische Leitung an Steffi Lackner, 2017 trat er von der Geschäftsführung zurück. Als Folge einer Steuerprüfung im Jahr 2015 und daraus folgenden Steuernachforderungen musste das Sandkorn-Theater Ende August 2017 Insolvenz anmelden. Um die Kulturmarke „Sandkorn“ zu erhalten und den Fortbestand des Theaterbetriebs zu si- chern, gründete sich spontan eine Auffanggesellschaft Das Sandkorn gemeinnützige UG haf- tungsbeschränkt, mit den Gesellschaftern Erik Rastetter, Günter Knappe, Martin Wacker und Ullrich Eidenmüller; die beiden ersten Herren fungieren als Geschäftsführer, Erik Rastetter zu- dem als künstlerischer Leiter. Der Stadt Karlsruhe ist der Erhalt einer vielfältigen Theaterszene ein Anliegen; das Sandkorn- Theater ist ein wesentlicher Bestandteil davon. Um den Fortbestand des Privattheaters auf un- komplizierte Weise zu gewährleisten, wurde deshalb den künftigen Betreibern u. a. für die Übernahme des Inventars ein Darlehen in Höhe von 20.000 Euro gewährt. Zudem wurde die letzte Rate des jährlichen Sandkorn-Zuschusses an Das Sandkorn bewilligt mit dem ausdrückli- chen Hinweis, die Mittel ausschließlich für die Vorbereitung des künstlerischen Betriebs und einen organisatorischen und künstlerischen Neustart zu verwenden. Inzwischen legte der künstlerische Leiter ein Konzept und eine programmatische Neuausrich- tung vor, die hinreichend tragfähig scheinen, um die Tradition des Theaters fortzuführen und sie zugleich mit neuem Leben zu füllen. Das Sandkorn Neukonzept und Organisation Das Sandkorn. Theater und Mehr: Das neue Sandkorn führt unter diesem Motto erfolgreiche Schwerpunkte fort und ergänzt sie durch „Themen und Herausforderungen unserer Zeit“. Ziel ist es, das Theaterhaus „zu einem wichtigen Erlebnisort in der Weststadt zu machen“. Personal: Ein Ensemble fest engagierter Schauspieler wird es künftig nicht mehr geben. Ein sol- ches Ensemble schließt sich aufgrund der finanziellen Möglichkeiten eines Privattheaters aus. Bei den neuen Planungen werden jedoch einige der bisherigen Schauspieler berücksichtigt, die als Gäste zurückkehren. Im Bereich Verwaltung und Technik ist eine Kontinuität gegeben. Spielplan/ Repertoire: Durch die Aufgabe eines festen Ensembles und den Wegfall eines Reper- toirespielplans mit täglich wechselnden Stücken ergibt sich ein En-Suite-Spielplan, wie er für ein kleines Privattheater in wirtschaftlicher Hinsicht unumgänglich ist. Ein Schwerpunkt bei den Stücken sollen im Haus und mit den Akteuren konzipierte, entwickelte und produzierte Theaterprojekte sein (Theater-Labor, Theater-Manufaktur), die dem Theater seine unverwechselbare Prägung geben. Dies betrifft alle Genres vom Kabarett bis zu den Kin- der- und Jugendstücken. Ergänzende Erläuterungen Seite 3 Konkrete Planungen: In den sechs Monaten der Restspielzeit 2017/18 sind ca. fünf Eigenproduktionen angedacht, darunter z. B. „Der rote Löwe“ in Zusammenarbeit mit dem KSC. Kinder- und Jugendtheater: Diese Sparte ist der neuen Leitung weiterhin ein wichtiges Anliegen. In Planung ist das Projekt „Geschwisterkinder“ (d.h. über Kinder mit behinderten Geschwistern für Kinder ab 11 Jahren), der Jugendclub wurde bereits unmittelbar nach Einstellung des Spiel- betriebs durch das alte Sandkorn weitergeführt. Integratives Theaterprojekt Die Sp!nner: Die langwährende Zusammenarbeit mit Die Sp!inner soll fortgesetzt werden. Das Sandkorn als Kleinkunstzentrum: Die Pflege der Kleinkunst von Kabarett über Comedy, Chanson bis Literatur soll, auch hier mit hauseigenen Produktionen, fortgesetzt werden. Hinzu kommen Gastspiele von Künstlern und Künstlerinnen aus der Stadt und Region. Kooperationen: Das Sandkorn ist offen für die Zusammenarbeit mit anderen Kulturakteuren. Theaterhaus: Das gute Verhältnis mit den Partnern im Theaterhaus, marotte und Jakobus- Theater, soll in organisatorischer (angedacht ist ein gemeinsamer Kartenvorverkauf) wie künstle- rischer Hinsicht ausgebaut werden. Partner: Unabdingbar ist die Akquise von Partnern aus der Privatwirtschaft. Beispiel: Kampagne 9 mal 9 für Neu (Neun Sponsoren bezahlen je 9.000 Euro). Die Vorhaben sollen wirtschaftlichen und künstlerischen Erfolg bringen. Der Erfolg wird sich am Zuspruch des Publikums sowie an der medialen Resonanz und gesellschaftlichen Wahrnehmung bemessen. Ein Erfolg anhand belastbarer Publikums- und Aufführungszahlen lässt sich frühestens nach Ende der kompletten Spielzeit 2018/19, also Mitte 2019, ablesen. Beschluss: Antrag an den Gemeinderat Nach Vorberatung im Kulturausschuss nimmt der Gemeinderat das Konzept zur Fortführung des Theaterbetriebs des Sandkorn-Theaters durch die gemeinnützige Gesellschaft DAS SAND- KORN gemeinnützige UG haftungsbeschränkt zur Kenntnis und spricht sich für die Übertragung der bisherigen institutionellen Fördergelder für das Sandkorn-Theaters auf die gemeinnützige Gesellschaft DAS SANDKORN gemeinnützige UG haftungsbeschränkt im Jahr 2018 aus. Die zweite Hälfte des Förderbetrages 2018 in Höhe von 121.240 Euro wird mit einem Sperrvermerk versehen. Dieser soll bei erfolgreichem Neustart des Theaterbetriebs Mitte 2018 aufgehoben werden.

  • Anlage Sandkorn
    Extrahierter Text

    1 DAS SANDKORN – DER NEUSTART DAS SANDKORN – Theater & Mehr steht für Kontinuität und Aufbruch. Als am 1. Oktober 2017 das Sandkorn-Theater aufgrund einer Insolvenz nach 61 Jahren geschlossen wurde, drohte damit auch das Ende eines wichtigen Teils der Karlsruher Kulturlandschaft. Um zu verhindern, dass das Aus endgültig sein würde, gründeten nach kurzer, aber intensiver Beratungsphase Ullrich Eidenmüller, Martin Wacker, Günter Knappe und Erik Rastetter eine neue Gesellschaft namens DAS SANDKORN, die als gemeinnützige Unternehmensgesellschaft (gUG haftungsbeschränkt) notariell beglaubigt wurde. Geschäftsführer der neuen Gesellschaft sind Erik Rastetter (Künstlerische Leitung) und Günter Knappe (Kaufmännische Leitung). Diese Neugründung übernimmt unter dem Label „DAS SANDKORN – Theater & Mehr“ Verantwortung und führt einige bewährte Schwerpunkte in den Spielstätten an der Kaiserallee fort und wird darüber hinaus einen attraktiven Spielplan präsentieren, der die Themen und Herausforderungen unserer Zeit widerspiegelt. Ein Umstellen weg vom Repertoire- und hin zum En-Suite-Spielplan ist angesichts der finanziellen Herausforderungen und Rahmenbedingungen für ein Kleintheater wie DAS SANDKORN unumgänglich. Ein mehrköpfiges, fest angestelltes Ensemble ist mit dem Budget des Hauses nicht vereinbar. Das Arbeiten mit befristeten Stückverträgen ist hier die realistische Alternative. Schon im „alten“ Sandkorn- Theater wäre auch ohne die Insolvenz dieser Schritt in allernächster Zeit nicht ausgeblieben, da die Mittel ohnehin knapp sind. Mit einem En-suite-Spielplan besteht die nötige Flexibilität, um einen realistischen Spielzeit- oder Jahresplan zu verwirklichen. 2 Die Zeit zwischen Januar und Juli 2018, also die verbleibenden Monate der Spielzeit 2017/18, werden bereits markante Änderungen und Neuerungen sichtbar machen. Eine Produktionen der Alt-Gesellschaft wird aus organisatorischen Gründen übernommen, und um Kontinuität in den Bereichen zu wahren, in denen das „alte“ Sandkorn seine Stärken hatte. So werden auch einige der bisherigen Ensemble- Mitglieder auch weiterhin als Gäste in künftigen Produktionen zu sehen sein. Auch im Bereich Veranstaltungstechnik setzt DAS SANDKORN auf bewährte Kräfte. Hinzu kommen neue Gast-Künstlerinnen und Künstler, auch aus dem überregionalen Bereich. Alle festen und freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, egal ob hinter den Kulissen oder auf der Bühne, stehen für ein qualitätsvolles Theater. Im Theaterhaus an der Kaiserallee wird die organisatorische und künstlerische Zusammenarbeit der drei dort beheimateten Theater DAS SANDKORN, DIE Marotte und Jakobustheater neu und enger verzahnt. Regelmäßige Treffen auf Leitungsebene setzen bereits jetzt Energien frei, welche die verbesserte Nutzung der gemeinsamen Infrastruktur betreffen. Außerdem sind gemeinsam produzierte Theaterprojekte geplant, um das Theaterhaus als solches viel stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken. Hier reiht sich DAS SANDKORN in eine kulturelle Westachse ein, die man vom ZKM über dasTheaterhaus, das Prinz-Max- Palais bis zurHemingway-Lounge und zu Westwind sehen kann. Ziel ist es, das Theaterhaus mit vernetztem kulturellem Leben zu füllen und zu einem wichtigen Erlebnisort in der Weststadt zu machen. 3 Wofür steht DAS SANDKORN? Nachfolgend werden die zentrale Schwerpunkte benannt, die den Charakter des neuen Hauses umreißen und anschließend weiter erläutert.  DAS SANDKORN als Kleinkunstzentrum im Stadtgebiet.  DAS SANDKORN, das als Theatermanufaktur am Puls der Zeit agiert, in der neue Stücke entwickelt werden – sowohl für das Kinder- und Jugendtheater, wie auch für den Abendspielplan  DAS SANDKORN als offenes Haus, welches künstlerischen Kooperationspartnern eine Heimat bietet und seine Stärken mit den Kulturorganisationen der (westlichen) Stadt vernetzt.  DAS SANDKORN als Schnittstelle für Bühnenprojekte mit sozialer und integrativer Bindekraft wie z. B. D!E SP!NNER! oder der hauseigene Jugendclub  DAS SANDKORN als Ort der pädagogisch-praktischen Theaterfortbildung für verschiedene Alters- und Zielgruppen.  DAS SANDKORN als Partner privatwirtschaftlicher Kooperationen 4 DAS SANDKORN als Kleinkunstzentrum Kleinkunst in all ihren Facetten (Kabarett, Comedy, Chanson, Literatur usw.) gehört zur Tradition des Hauses. DAS SANDKORN wird diese Tradition fortführen und deutlich verstärken. DAS SANDKORN etabliert sich neu als Zentrum für Kleinkunst im Stadtgebiet. Elementar sind dabei hauseigene Produktionen, die den Spielplan unverwechselbar bereichern. Regelmäßig wird es zum Beispiel Kabarett-Programme geben, die komplett im Haus entwickelt, geschrieben und produziert werden. Hinzu kommen attraktive Gastspiele, die zum einen Künstlerinnen und Künstlern aus der Stadt und der Region ein Forum bieten, zum anderen punktuell auch überregional bekannte Gesichter präsentieren. DAS SANDKORN als Theatermanufaktur Nicht nur im Kleinkunstbereich steht die Entwicklung von einmaligen Produktionen im Vordergrund. DAS SANDKORN versteht sich auch als Ort, an dem Autoren und kreative Köpfe attraktive, unterhaltsame, kritische Stoffe entwickeln, welche Themen der Zeit aufgreifen und künstlerisch umsetzen. Diesem Baustein kommt eine zentrale Bedeutung zu, denn im Haus entwickelte Bühnenprojekte werden sich sowohl im Kinder- und Jugendtheaterbereich, als auch im Abendspielplan wiederfinden. Hierdurch wird DAS SANDKORN sein Profil deutlich schärfen. Diese Produktionen werden im Haus uraufgeführt und sind sonst nirgends zu sehen. DAS SANDKORN als offenes Haus Kooperationen sind ein wichtiges Thema. DAS SANDKORN versteht sich als offenes Haus, in dem Kooperationspartner willkommen sind. Dies spiegelt sich in punktuellen Zusammenarbeiten bei einzelnen Produktionen wider, aber auch längerfristige Partnerschaften sind denkbar. Es bestehen gute Kontakte zur Literarischen Gesellschaft Karlsruhe, mit demTiyatro Diyalog, der Hemingway-Lounge, auch dem ZKM. Ziel ist es, die jeweiligen 5 räumlichen und inhaltlichen Stärken intelligent zu vernetzen und so Synergien für die gesamte Kulturstadt Karlsruhe zu erreichen. DAS SANDKORN als soziale Schnittstelle Sozial integrative Produktionen sind ein wesentlicher Bestandteil des Portfolios. Gesellschaftlich relevante Projekte wie D!E SP!NNER! werden im Spielplan eine wichtige Rolle spielen, ebenso wie der bereits erwähnte Jugendclub, der jungen Menschen zwischen 14 und 21 Jahren einen direkten und praktischen Zugang zu Theater und Literatur ermöglicht. Als ein weiteres Beispiel soll hier ein Projekt genannt werden, das den Arbeitstitel „Geschwisterkinder“ trägt und sich mit der Situation der 2 Millionen Kinder und Jugendlichen in Deutschland befasst, die behinderte oder chronisch kranke Geschwister haben. Dieses Theaterstück für die Zielgruppe ab 11 Jahren, wird 2018 vollständig im Haus entwickelt und produziert (Stichwort Theatermanufaktur) und steht beispielhaft für sozial relevante Themen, die im Spielplan verankert werden. Neben einem attraktiven Angebot für Kinder und Jugendliche soll auch Menschen, die bereits aus dem aktiven Berufsleben ausgeschieden sind, der Zugang zur aktiven Theaterarbeit ermöglicht werden, was unter dem Schlagwort Seniorentheater zusammengefasst werden kann. Als mittelfristiges Projekt ist die Zusammenarbeit von Jugendclub und Seniorentheater an einer gemeinsamen Theaterproduktion in der Planung. DAS SANDKORN als Ort für praktische Theaterfortbildung Das Theaterspiel als ganzheitliche Erfahrung und Weiterentwicklung der Persönlichkeit ist von zentraler Bedeutung. Neben dem hauseigenen Jugendclub soll daher das Angebot erweitert werden, um einen Spielclub ohne Altersbegrenzung nach oben aufzubauen. Für das Jahr 2018 ist geplant, mehrere von professionellen Theaterpädagogen betreute Workshops anzubieten, welche Grundlagen der Theaterarbeit vermitteln und die Hemmschwelle vor Theater abbauen. Zielgruppe hierbei sind theaterinteressierte Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen. Diese Workshops sind als Vorstufe (Stufe 1) zu verstehen, die hinführt zu einem in der Spielzeit 2018/19 zu etablierenden Spielclub, der das Ziel hat, eine aufführungsreife Bühnenproduktion zu erarbeiten (Stufe 2). 6 DAS SANDKORN und starke Partner aus der Privatwirtschaft Die beiden Spielstätten „Fabrik“ und „Studio“ sollen nicht nur Ort sein, an denen attraktives, mitreißendes, anrührendes und unterhaltendes Theater stattfindet, sondern sie sollen darüber hinaus auch durch ihr Ambiente für ein Wohlbefinden des Publikums sorgen. Um dieses Ziel zu erreichen sind etliche Renovierungsarbeiten nötig. Die Räume benötigen einen neuen Innenanstrich, neue Teppichböden und eine neue bequeme Bestuhlung. Die Ausstattung mit neuen Bühnenböden und -Vorhängen ist ebenfalls dringend anzugehen. Zur Finanzierung dieser Maßnahmen hat DAS SANDKORN eine Kampagne gestartet, mit der gezielt Partner aus der Privatwirtschaft angesprochen und gewonnen werden sollen. Ziel ist es, Unterstützer zu finden, die bereit sind, in die städtischen Räume zu investieren, um die Aufnahme der Spieltätigkeit zu ermöglichen. Diesen Partnern bietet DAS SANDKORN im Gegenzug verschiedene Möglichkeiten sich im Kontext des Theaters zu präsentieren. DAS SANDKORN – Theater & Mehr versteht sich einerseits als Bewahrer der guten Teile einer über 60-jährigem Tradition, die mit der Insolvenz der alten Gesellschaft und dem Einstellen des Spielbetriebes zum 1.10.2017 vorläufig zum Stillstand gekommen ist. Andererseits wird mit einem frischen Ansatz, einer grundlegenden Neustrukturierung und mit dem Blick auf die heutigen Verhältnisse ein neuer Weg beschritten. DAS SANDKORN belebt mit dieser Konzeption die Spielstätte neu, um dem Publikum in den kommenden Jahren attraktive, kritische, erhellende, unbequeme und nicht zuletzt unterhaltsame Bühnenerlebnisse zu ermöglichen. Karlsruhe, Oktober 2017

  • Protokoll TOP 13
    Extrahierter Text

    NIEDERSCHRIFT Stadt Karlsruhe Gremium: 45. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: 12. Dezember 2017, 15:30 Uhr Öffentlich Ort: Bürgersaal des Rathauses Vorsitzende/r: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 13. Punkt 13 der Tagesordnung: Sandkorn-Theater, Fortführung des Theaterbe- triebs Vorlage: 2017/0724 dazu: Kein Sperrvermerk in 2018 Änderungsantrag: FDP Vorlage: 2017/0783 Beschluss: Nach Vorberatung im Kulturausschuss nimmt der Gemeinderat das Konzept zur Fort- führung des Theaterbetriebs des Sandkorn-Theaters durch die gemeinnützige Gesell- schaft DAS SANDKORN gemeinnützige UG haftungsbeschränkt zur Kenntnis und spricht sich für die Übertragung der bisherigen institutionellen Fördergelder für das Sandkorn-Theaters auf die gemeinnützige Gesellschaft DAS SANDKORN gemeinnützige UG haftungsbeschränkt im Jahr 2018 aus. Die zweite Hälfte des Förderbetrages 2018 in Höhe von 121.240 Euro wird mit einem Sperrvermerk versehen. Dieser soll bei erfolg- reichem Neustart des Theaterbetriebs Mitte 2018 aufgehoben werden. Abstimmungsergebnis: Änderungsantrag: 29 Ja-Stimmen, 12 Nein-Stimmen, 1 Enthaltung Beschlussvorlage (geänderter Beschlusstext aufgrund Änderungsantrag FDP): Einstimmi- ge Zustimmung Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 13 zur Behandlung auf, verweist auf die erfolgte Vorberatung im Kulturausschuss sowie die vorliegende Stellungnahme der Verwaltung. Stadtrat Dr. Käuflein (CDU): In diesem Punkt geht es darum, dass der bisherige Zu- schuss auf das neue Sandkorn übertragen wird, also ein vom Gemeinderat bereits be- schlossener Zuschuss. Dem stimmen wir, um es vorab zu sagen, ohne zu zögern zu. Es liegt ein überzeugendes Konzept für einen Neubeginn, für einen Neustart des Theaters vor. Dazu gehört, dass von einem Repertoire zu einem En-Suite-Spielplan gewechselt wird. Es gehört dazu, die Gewinnung von Sponsoren. Und es gehört dazu – das ist ganz - 2 - wichtig – die gemeinsame Außendarstellung aller drei Theater, also das Sandkorn, Ja- kobus und das Marotte-Figurentheater, in einem neuen Theaterhaus. Ich war neulich bei einem Termin in diesem Haus. Dort wurde mir auch von einem neuen, sehr guten Miteinander dieser drei Akteure berichtet. Insofern Zustimmung zu dieser Übertragung der Mittel. Ein Wort noch zum Sperrvermerk, weil der infrage gestellt wird. Wir haben keinen Zwei- fel daran, dass die neuen Akteure die Bedingungen, die an diesen Sperrvermerk gekop- pelt sind, erfüllen werden. Wir möchten ihn aber trotzdem aufrechterhalten, weil wir mit diesem Sperrvermerk signalisieren, dass wir verantwortlich mit öffentlichen Geldern umgehen, dass wir von den neuen Betreibern etwas erwarten, es aber zugleich ihnen auch zutrauen. Würden wir ihnen das nicht zutrauen, würden wir heute nicht zustim- men. Aber wir können mit dem Sperrvermerk leben. Stadträtin Ernemann (SPD): Es war einer der schwärzesten Tage in der Kulturszene in Karlsruhe in diesem Jahr, als wir von dem vermeintlichen Aus des Sandkorn-Theaters erfahren haben. Es ist aber kein Aus geworden, Gott sei Dank. Es hat sich eine neue Gesellschaft gegründet, DAS SANDKORN. Diese Gesellschaft hat ein neues Konzept vorgelegt und erfolgreich die Schwerpunkte, die das Theater über viele Jahre ausge- zeichnet hat, fortgeführt. Erfolgreiche Schwerpunkte sind aus unserer Sicht auf jeden Fall die Sparten Kinder- und Jugendtheater sowie das integrative Theaterprojekt „Die Sp!nner“. Diese Sparte und dieses Projekt sind aus der Karlsruher Theaterszene nicht wegzudenken. Sie sind Tradition und sind von großer Bedeutung für die Stadt und das Umland und ganz eng mit dem Theaterhaus in der Kaiserallee verbunden. Wichtig und richtig finden wir auch, dass nicht zuletzt aufgrund der personellen Um- strukturierung – das gibt das neue Konzept vor – der Spielplan deutlich gestrafft und wirtschaftlicher gestaltet wird. Ich muss einmal anmerken, das hat meine Fraktion schon in vielen Beratungen zum Doppelhaushalt in früheren Jahren immer wieder eingefor- dert. Aber leider zur damaligen Zeit nur mit mäßigem Erfolg. Erfreulich ist für uns auch das deutliche Signal für eine Zusammenarbeit mit anderen Kulturakteuren. Diesem Vor- haben sehen wir mit Spannung entgegen. Das gute Verhältnis zu den weiteren Partnern im Theaterhaus Marotte und Jakobus-Theater soll weiterhin bestehen bleiben, ausge- baut werden und unter Umständen neue Synergien entstehen. Das finden wir sehr gut. Eine neue Idee in dem Konzept – das gefällt mir ausgesprochen gut, das gab es in der Form wohl noch nicht -, ist das Seniorentheater. Ich finde, das ist eine sehr gute Idee, ein sehr guter Ansatz, Seniorinnen und Senioren den Zugang zu aktiver Theaterarbeit zu ermöglichen und eventuell später zusammen mit dem Jugendclub eine gemeinsame Produktion anzugehen. Nicht zuletzt ist für uns ganz wichtig, das ist aus dem neuen Konzept auch ersichtlich, die gezielte Suche nach Partnern aus der Privatwirtschaft, die dann letztlich durch Spon- soring, Werbung, Vermietung oder wie auch immer, einen Teil der Wirtschaftlichkeit des Theaters sichern. Alles in allem klingt alles sehr gut. Wir glauben, dass DAS SAND- KORN auf einem guten Weg ist. Unsere Unterstützung gilt der gemeinnützigen Gesell- schaft DAS SANDKORN. Wir vertrauen auf das uns mittlerweile vorliegende Konzept. - 3 - Dennoch, es hat nichts mit Misstrauen zu tun, da gebe ich dem Kollegen Dr. Käuflein Recht, wollen auch wir den Sperrvermerk weiterhin auf diesem Teilbetrag belassen und die weitere Entwicklung abwarten, obwohl wir – wie gesagt – volles Vertrauen in die neuen Akteure haben, bis uns Mitte des nächsten Jahres die ersten Ergebnisse, Besu- cherzahlen und die Umsetzung des Konzepts vorliegen. Also: Zustimmung ja, mit Sperr- vermerk für die 2. Hälfte des Betrags. Stadträtin Dr. Leidig (GRÜNE): Seit vielen Jahren bereichert das Sandkorn die Kultur- landschaft Karlsruhes. Es ist ein fester Bestandteil. Wir wünschen uns, dass das auch so bleibt. Die Vielfalt in der Kulturlandschaft ist uns ein wichtiges Anliegen. Daher sind wir auch gerne bereit, den Zuschuss an die neue Gesellschaft zu übertragen und damit un- seren Beitrag zum Fortbestand des Sandkorns unter neuer Gesellschafterform zu leisten. Das geht natürlich nur mit Änderungen einher, nicht nur mit Änderungen der Namen und der Köpfe, sondern auch des Konzepts. Das wurde uns überzeugend dargestellt. En Suite statt Repertoire, Verzicht auf ein festes Schauspielensemble, das wird die Kosten senken und vor allen Dingen auch den Aufwand, der betrieben werden muss. Die Kooperationen mit anderen Kultureinrichtungen sind sehr sinnvoll, sollen verstärkt werden. Gleichzeitig sollen auch Inhalte des Spielplans neue Publikumsströme in das Sandkorn ziehen. Aktuelle gesellschaftspolitische Themen sollen angesprochen werden, aber auch die Entwicklung hin zu einem Kleinkunstzentrum, das sehr vielfältige Mög- lichkeiten bietet, vielleicht auch Lücken in der Kulturlandschaft zu schließen. Das halten wir für eine gute Sache. Wichtig ist uns, auch das ist vorgesehen, dass das Projekt „Die Sp!nner“ fortgeführt wird. Das ist wirklich ein einzigartiges Projekt hier in Karlsruhe. Wir finden das sehr wichtig und freuen uns auch immer über die Aufführungen. Das zeigt auch, dass sehr gut nachgefragt wird. Das passt alles sehr gut. Natürlich muss man noch sehen, wie es dann tatsächlich läuft mit dem Konzept und ob auch die Karlsruherinnen und Karlsru- her Interesse zeigen und entsprechend auch das Sandkorn besuchen werden. Wenn wir das im Juni beraten sollen, muss das alles im Mai feststehen, überprüft und geschrieben sein. Da finden auch wir – da schließen wir uns der SPD an -, dass der Zeitraum etwas kurz ist, um zu schauen funktioniert das. Wir wären daher auch bereit, auf diesen Sperrvermerk zu verzichten. Wichtig ist uns in Bezug auf die Haushaltsverhandlungen, die nächstes Jahr anstehen und den Doppelhaushalt 2019/2020, dass uns vor dieser Doppelhaushalt-Verhandlung vom Kulturamt eine Analyse vorgelegt wird, die die Zukunftsfähigkeit beurteilt, die aber auch beurteilt, welcher finanzielle Zuschuss benötigt wird. Denn dadurch, dass sich an dem Konzept so viel ändert, wird sich möglicherweise auch an dieser Zahl etwas än- dern. Da würden wir uns freuen, wenn wir rechtzeitig Informationen erhalten. Heute stimmen wir der Mittelzuweisung gerne zu und würden dies auch ohne Sperr- vermerk tun. Wir sind sehr gespannt und freuen uns auf die weiteren Entwicklungen des Sandkorns. Stadtrat Haug (KULT): Als wir Ende August von der Insolvenz des Sandkorns hörten, waren wir zunächst überrascht. Wie konnte das geschehen? Wir waren betroffen. - 4 - Karlsruhe ohne das Sandkorntheater wollten wir uns nicht vorstellen. Das Sandkorn ist eine Institution in der Karlsruher Theaterlandschaft. Seit ich denken kann, gibt es das Sandkorn für meine Generation. Vielleicht dürfen wir uns an dieser Stelle herausneh- men, die Generation Sandkorn eröffnete den Zugang zur Welt des Theaters, gerade auch für junge Leute. Ein Theaterbesuch in Jeans und Parka war auf einmal möglich. Durch diese Offenheit gelang es, neue Zuschauergruppen zu finden. Umso mehr hat es uns gefreut, dass Erik Rastetter, Martin Wacker, Ullrich Eidenmüller und Günter Knappe mit der gemeinnützigen Unternehmensgesellschaft ein endgültiges Aus des Sandkorns verhindern konnten. Das Konzept DAS SANDKORN Theater & Mehr überzeugt uns. Die Marke Sandkorn, das, wofür das Theater stand, wird durch das neue Konzept in die Zukunft übersetzt. Durch die neuen Schwerpunkte Kleinkunstzent- rum im Stadtgebiet, Theatermanufaktur oder auch die Kooperation mit anderen Part- nern und nicht zuletzt die sozialen Bühnenprojekte - hier freut es uns auch sehr, dass „Die Sp!nner“ ihr Zuhause behalten können – will das Sandkorn den Schritt in die Zu- kunft wagen. Die Umstellung zum En-Suite-Spielplan reduziert die Fixkosten und ist lei- der unumgänglich. Nun, meinen wir, sollten wir dem neuen Team ausreichend Zeit geben, das Konzept umzusetzen und zum Erfolg zu führen. Ob dies schon bis Mitte 2018 gelingen kann, bezweifeln wir. Wir sollten alle zusammen weiterdenken. Die KULT-Fraktion stimmt deshalb dem Antrag der FDP zu. Stadtrat Høyem (FDP): Sandkorn ist ein wichtiger Teil der Karlsruher Kulturszene ge- worden. Es ist deshalb traurig, dass die finanzielle Entwicklung offenbar schief gelaufen ist. Es ist bestimmt lobenswert, dass eine Gruppe Karlsruher Bürger sich engagiert, das Sandkorn in einer neuen Form weiterzuführen. Wir unterstützen diese Initiative sehr gerne. Aber es kann selbstverständlich keine Carte Blanche für ein „weiter so“ sein. Das neue Konzept wirkt überzeugend. Wir wünschen viel Glück und viel Kraft für die Reali- sierung dieser Vision. Es ist für uns wichtig, dass das neue Sandkorn offen und enga- giert mit dem Jakobustheater und mit Marotte eine Zusammenarbeit etabliert, so dass wir wirklich über ein Theaterhaus sprechen können. Das Sandkorn hat die Möglichkeit, einen besonderen Platz in unserer Karlsruhe Kulturszene zu bekommen. Aber der Weg in die Zukunft geht bestimmt nicht automatisch. Wir wollen diese Entwicklung positiv unterstützen. Aber dann können wir nicht verstehen, warum wir die Entwicklung mit einem Sperrvermerk noch schwieriger machen sollen. Stadtrat Kalmbach (GfK): Das Konzept ist gut. Wir folgen der Vorlage auf jeden Fall, auch dem Antrag der FDP. Ich möchte nur eine Bemerkung machen: Der Umgang mit der freien Kulturszene im Vergleich zu unseren großen Kulturdampfern. Hier steht z. B. drin, unabdingbar ist die Akquise von 9 x 9.000 Euro. Das bedeutet, die Leute müssen es oft ehrenamtlich ma- chen, müssen Klinken putzen, überall herumgehen und Geld sammeln. Das ist ein Auf- wand, der der künstlerischen Arbeit abhanden kommt. Aus dem Grund möchte ich noch einmal daran erinnern, dass wir den großen Häusern solche Auflagen nicht ma- chen. Es geht um eine Gleichbehandlung. Wir müssen eine Leidenschaft für die kleinen Theater entwickeln, dass die nicht darunter leiden, dass wir die großen sehr großzügig, - 5 - ohne Auflagen finanzieren. Wir stimmen auf jeden Fall zu, aber ich möchte es einfach mitgeben. Wir müssen uns ein Herz für die kleinen Theater bewahren. Denn die ma- chen die Vielfalt und die Lebendigkeit der Kulturszene aus. Stadtrat Dr. Schmidt (AfD): Auch wir sind der Meinung, dass es gut und richtig ist, die Förderung, die bisher bestanden hat, weiterzuführen für das Sandkorn. In diesem Zusammenhang macht es wirklich keinen Sinn, diesen Sperrvermerk einzuführen. Wie schwierig wird es dann für ein neues Theater, wenn es gleich schon den nächsten Sperrvermerk vor der Brust hat? Deswegen werden wir dem FDP-Änderungsantrag zu- stimmen. Stadtrat Wenzel (FW): Das Sandkorn war ein wichtige Puzzleteil in der Karlsruher Kul- turszene. Dies soll es weiterhin bleiben. Denn sonst würde unsere Kulturszene nicht vollständig sein. Aus diesem Grund Zustimmung zur Vorlage, aber auch Zustimmung zum FDP-Antrag. Denn wir sehen es als Freie Wähler genauso. Wenn dieser wichtige Kulturbeitrag geleistet werden soll und sehr viel Eigenleistung, wie Kollege Kalmbach sagte, sollten wir nicht kurzsichtig und kurzfristig denken, sondern langfristig. Man sieht bei den Akteuren, die das Sandkorn übernehmen – Rastetter, Wacker, Knappe und Eidenmüller -, das sind Personen, die in Karlsruhe bekannt sind, die für Qualität stehen, Personen, in die wir Freien Wähler vollstes Vertrauen haben. Ich habe noch eine kleine Anmerkung. Als ich diese Vorlage gelesen habe, stand lapidar drin, ich will es jetzt nicht vorlesen: Wegen einer Steuerrückzahlung ist das Sandkorn- theater in Schwierigkeiten geraten. Ich weiß nicht, ob man benennen kann, was da Sa- che ist. Aber es hat mich natürlich neugierig gemacht. Man wird natürlich auch gefragt, weil die Vorlage öffentlich ist: Was ist da passiert? Kann es wieder kommen? Sind das handwerkliche Fehler oder war das Finanzamt zu streng? Wie gesagt, solche Informati- onen – ich hatte sie nicht, weil ich nicht im Ausschuss war – haben meine Neugierde angeregt. Ob ich die Antwort bekommen kann oder nicht, das überlasse ich Ihnen. Stadträtin Ernemann (SPD): Nicht nur meine Vorredner, sondern auch die Weih- nachtszeit hat unsere Herzen erwärmt. Wir verzichten auf den Sperrvermerk und stim- men der Finanzierung zu. Der Vorsitzende: Bei allem Verständnis für Weihnachten möchte ich doch noch einmal deutlich machen, dass es hier keine Kurzfrist- und Kurzsichtaktion irgendwelcher Büro- kraten ist, sondern einfach für mich selbstverständlich dazu gehört, wenn sich eine völ- lig neue Konzeption ergibt, dass man dann nach einem halben Jahr schaut und mitei- nander darüber redet, ob die Konzeption trägt oder nicht. Das kann man durchaus nach einem halben Jahr schon abschätzen. Nur, damit hier kein falscher Zungenschlag in diese Diskussion kommt. Dies noch einmal zur Erläuterung. Aber es steht Ihnen na- türlich frei, hier entsprechend anders zu verfahren. Dann kommen wir jetzt zu den Abstimmungen. Ich rufe zunächst auf den Änderungs- antrag der FDP-Fraktion, den Sperrvermerk zu streichen. – Das Ergebnis ist eindeutig. Damit stelle ich die Beschlussvorlage zur Abstimmung, die wir jetzt dahingehend verän- dert haben, dass der Sperrvermerk jetzt nicht mehr besteht. – Das ist Einstimmigkeit. Ich - 6 - glaube, das ist auch ein gutes Zeichen für die anwesenden „alten Sandkörner“, die jetzt hier in neuer Funktion Verantwortung übernommen haben. Von dort oben bekomme ich schon entsprechende Rückzeichen. Sie haben sich angesprochen gefühlt, Herr Ei- denmüller. Wir können damit die Tagesordnung fortsetzen und wünschen natürlich dem Sandkorn viel Erfolg. Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt – Ratsangelegenheiten 21. Dezember 2017

  • Abstimmungsergebnis GR_TOP 13
    Extrahierter Text