Aktuelle Entwicklungen im Bereich Suchtprävention
| Vorlage: | 2017/0694 |
|---|---|
| Art: | Beschlussvorlage |
| Datum: | 03.11.2017 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | Offen |
| Erwähnte Stadtteile: | Daxlanden, Durlach, Grötzingen |
Beratungen
- Jugendhilfeausschuss (öffentlich/nicht öffentlich)
Datum: 09.11.2017
Rolle: Entscheidung
Ergebnis: Keine Angabe
Zusätzliche Dateien
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Extrahierter Text
Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister BESCHLUSSVORLAGE Vorlage Nr.: Verantwortlich: Dez.3 Aktuelle Entwicklungen im Bereich Suchtprävention Beratungsfolge dieser Vorlage Gremium Termin TOP ö nö Ergebnis Jugendhilfeausschuss 09.11.2017 4 x Beschlussantrag Der Jugendhilfeausschuss nimmt den Bericht zu den aktuellen Entwicklungen im Be- reich Suchtprävention zur Kenntnis. Finanzielle Auswirkungen (bitte ankreuzen) x nein ja Gesamtkosten der Maßnahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) Haushaltsmittel stehen Wählen Sie ein Element aus. Kontierungsobjekt: Wählen Sie ein Element aus. Kontenart: Ergänzende Erläuterungen: ISEK-Karlsruhe-2020-relevant x nein ja Handlungsfeld: Wählen Sie ein Element aus. Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) x nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften x nein ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Verortung Das Suchtpräventionsbüro ist in der Hauptabteilung Beratung der Sozial- und Jugendbehörde angesiedelt. Hierzu gehören alle städtischen Beratungsstellen, sowie die Stellen der Suchthilfe- koordination/Drogenbeauftragten und der Beauftragten für Suchtprävention. Die Beratungsstellen bieten psychologische Beratung, psychosoziale Unterstützung und vielfäl- tige präventive Maßnahmen an. Mit ihrem niedrigschwelligen Zugang und dem Fokus auf der Prävention werden in der Hauptabteilung Beratung wichtige Angebote der Jugendhilfe und der Suchthilfe der Stadt Karlsruhe zusammengefasst. Aufgaben des Suchtpräventionsbüros Die kommunale Beauftragte für Suchtprävention ist im Rahmen des Tätigkeitsfeldes des Sucht- präventionsbüros der Stadt Karlsruhe zuständig für die Prävention im Bereich psychotroper Sub- stanzen. Allgemein lassen sich folgende Aufgaben beschreiben: Bestandsaufnahme, Sammlung von Informationen, Beobachtung von Entwicklungen Initiierung, Koordinierung und Vernetzung der Maßnahmen und Aktivitäten zur Sucht- prävention Entwicklung von Ansätzen zur besseren Integration der Suchtprävention in anderen kommunalen Aufgabenfeldern, insbesondere in der Jugendhilfe und im Sozial- und Ge- sundheitsbereich Öffentlichkeitsarbeit, Gremienarbeit und Dokumentation Veranstaltungen mit diversen Zielgruppen im Bereich Suchtprävention Ergänzende Erläuterungen Seite 3 Mit Kindern und Jugendlichen bzw. jungen Erwachsenen ernsthaft über die aktuelle Konsumsi- tuation ins Gespräch zu kommen und gemeinsam an der Thematik der „Drogenmündigkeit“ zu arbeiten, ist dabei vordringlichstes Ziel. „Drogenmündigkeit“ und „Risikokompetenz“ stellen die Basiselemente des überarbeiteten Präventionskonzeptes dar und bilden die Grundlage aller Handlungsansätze und Projektinitiie- rungen. Folgende weitere Zielsetzungen spielen in diesem Arbeitskontext eine große Rolle: Wissensvermittlung, insbesondere Informationsvermittlung zu Risiken und Gefahren im Umgang mit Substanzen und zum Jugendschutzgesetz Selbstreflexion und Selbstwahrnehmung der Jugendlichen anregen Förderung von Urteils- und Kommunikationsfähigkeiten Umgang mit Gruppendruck und Ablehnungssituationen fördern Sensibilisierung in Bezug auf eigene Konsummuster Beginn von Suchtmittelkonsum verhindern und hinauszögern Entwicklung von Lebenskompetenzen wie Selbstsicherheit, Kommunikationsfähigkeit, Bewältigungs- und Konfliktlösungsstrategien Korrektur von Mythen zum Thema Sucht Einüben des richtigen Handelns in Notsituationen Stärkung von Nichtkonsum Anregung des familiären Austausches Kennenlernen des Hilfesystems a) Veranstaltungen mit Schulklassen Schulklassen besuchen regelmäßig Veranstaltungen des Präventionsbüros in der Jugend- und Drogenberatungsstelle vor Ort. Für die Arbeit mit dieser Zielgruppe sind Erlebnisberichte von ehemals Betroffenen sehr bedeutsam. Im Jahr 2017 wurden diverse Veränderungen im Bereich dieser Veranstaltungen vorgenommen und Materialien neu entwickelt. Aktuell wird ein Präventionsfilm mit Interviewbeiträgen von Ex- Usern gedreht. Im November 2017 soll der Film fertiggestellt und im Rahmen diverser Präventi- onsveranstaltungen eingesetzt werden. b) Modulare Angebote zu speziellen Themen Bundes- und landesweit werden modulare Angebote zu speziellen Themen erarbeitet. Diese können auf Anfrage mit einzelnen Klassen oder Gruppen durchgeführt werden. In Karlsruhe wird besonders das Projekt „Tom & Lisa“, zum Thema Umgang mit Alkohol für 7. und 8. Klassen angefragt. Weitere Angebote sind das von den kommunalen Suchtbeauftragten Baden-Württembergs konzipierte und aktuell überarbeitete geschlechtsspezifische Angebot „Mädchen Sucht Junge“, sowie der neu aufgelegte Glücksspielkoffer. Alle Module werden in der Regel von geschultem Personal, meist in einem zeitlichen Rahmen von zwei bis vier Stunden, mit Jugendlichen unterschiedlicher Altersstufen durchgeführt. Da die personellen Ressourcen des Präventionsbüros und der Jugend- und Drogenberatung für die Durchführung dieser Angebote nicht ausreichen, werden 2017/2018 Schulungen für poten- tielle Honorarkräfte aus dem sozialen Arbeitskontext durchgeführt. Ergänzende Erläuterungen Seite 4 c) Projekt Jugendschutz Karlsruhe Das Projekt Jugendschutz Karlsruhe, als kommunal verankerte Präventionsstrategie hat das Ziel, Alkoholexzesse und schädlichen Alkoholkonsum bei Großveranstaltungen schon im Vorfeld zu verhindern, Gewerbetreibende auf die notwendige Einhaltung des Jugendschutzgesetzes hin- zuweisen und die Bevölkerung für das Thema zu sensibilisieren. Das Projekt Jugendschutz Karls- ruhe setzt sich aus drei Organisationseinheiten zusammen: Mitarbeitende aus dem sozialen Bereich, der Polizei und der Rettungsdienste. Die Außenteams, die sich immer aus den drei genannten unterschiedlichen Berufsgruppen zu- sammensetzen, sind während der Veranstaltung vor Ort präsent und sprechen gezielt Kinder und Jugendliche an. „Betrunkene“ Kinder und Jugendliche werden an die im Hintergrund ar- beitenden städtischen Fachkräfte übergeben. Je nach Einschätzung dieser Mitarbeitenden, werden notwendige Maßnahmen, wie zum Beispiel die Benachrichtigung der Sorgeberechtig- ten und die Übergabe in deren Obhut, ergriffen. Im Jahr 2017 wurden neun Einsatztage im Rahmen von sechs Großveranstaltungen (Fast- nachtsumzug Grötzingen, Fastnachtsumzug Durlach, Fastnachtsumzug Karlsruhe, Abschluss- party der Realschulen im Schlossgarten, Altstadtfest Durlach und Das Fest in Karlsruhe) vom Projekt Jugendschutz Karlsruhe begleitet. Im Vergleich zu den vorangegangenen Jahren gab es bei den Sommereinsätzen 2017 (Altstadtfest und Das Fest) keine besonderen Vorkommnisse und ähnliche Fallzahlen wie in den Vorjahren. Aus den diesjährigen Fastnachtseinsätzen lassen sich nur bedingt Tendenzen ableiten. Der Fast- nachtsumzug Daxlanden fiel aus, bei dem Umzug in Grötzingen wurden in diesem Jahr nach einer längeren Einsatzpause zum ersten Mal wieder Jugendschutzteams eingesetzt, und in Karlsruhe war witterungsbedingt nur wenig Publikum anwesend. Die Erfahrungen vom diesjährigen Umzug in Durlach zeigen aber, dass das Thema „jugendli- cher Alkoholmissbrauch“ weiterhin unserer Aufmerksamkeit bedarf. Das Projekt Jugendschutz Karlsruhe war beim Durlacher Umzug am 26.02.2017 mit drei Au- ßenteams vertreten. Insgesamt waren 28 Mitarbeitende im Einsatz. Entgegen den Erwartungen und der entsprechenden Einsatzplanung kam es in diesem Jahr zu einer Verfünffachung der Fallzahlen. 32 Jugendliche wurden den Mitarbeitenden der Stadt Karlsruhe zugeführt und davon 11 Jugendliche an die Eltern überstellt. Das Einsatzjahr hat im Juli 2017 geendet. Ende September diesen Jahres wird das Steue- rungsteam des Projekts Jugendschutz Karlsruhe eine Auswertung aller Einsätze vornehmen und die Planungen für 2018 an die Ergebnisse der Auswertung anpassen. Deutlich wurde in diesem Jahr, dass die Fallzahlen in der Fastnachtszeit angestiegen sind (drei Fastnachtsumzüge wurden 2017 von den Jugendschutzteams begleitet). Eine Aufstockung der Teams, besonders an den Fastnachtseinsätzen wäre wünschenswert und wird bereits diskutiert. Hierfür wären mehr finanzielle und personelle Ressourcen erforderlich. Leider waren aber schon in diesem Jahr die personellen Ressourcen teilweise nicht ausreichend. Besonders bei den Mit- arbeitenden der Polizei konnte mehrfach nicht die gewünschte Mitarbeiterzahl zur Verfügung gestellt werden. So standen aufgrund des G 20 Gipfels in Hamburg beim diesjährigen Durla- cher Altstadtfest nur zwei von fünf benötigten Polizeikräften zur Verfügung, so dass weniger Außenteams als geplant, eingesetzt werden konnten. Ergänzende Erläuterungen Seite 5 Fazit Eine große Rolle beim jugendlichen Alkoholmissbrauch spielt das Vorbildverhalten der Erwach- senen, der gesellschaftliche Umgang mit dem Suchtmittel Alkohol, wie zum Beispiel das kollek- tive, exzessive Trinken in der Faschingszeit. Eine wichtige Aufgabe des Jugendalters ist es, Risi- kokompetenz im Umgang mit diesem Suchtmittel zu erlernen. Das Projekt Jugendschutz ist ein sinnvolles und notweniges Angebot der Stadt Karlsruhe. Mit Hilfe dieses Projekts gelingt es, mit Kindern und Jugendlichen aktiv ins Gespräch zu kommen und sie für einen verantwortungsbewussten Konsum zu sensibilisieren. Bei riskantem Konsum- verhalten bietet die Jugend- und Drogenberatungsstelle weiterführende Gespräche für die be- troffenen Kinder und Jugendliche selbst und deren Sorgeberechtigte an. Die Präsenz der Ju- gendschutzteams bei den Großveranstaltungen trägt dazu bei, Alkoholexzesse und damit ver- bundene Krankenhauseinweisungen zu reduzieren.