Modernisierung Turmbergbahn: Autonom fahrende Busse

Vorlage: 2017/0650
Art: Antrag
Datum: 19.10.2017
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Verkehrsbetriebe Karlsruhe
Erwähnte Stadtteile: Durlach, Südstadt

Beratungen

  • Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 21.11.2017

    TOP: 26

    Rolle: Entscheidung

    Ergebnis: mehrheitlich abgelehnt

Zusätzliche Dateien

  • KULT Modernisierung Turmbergbahn
    Extrahierter Text

    Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister ANTRAG KULT-Gemeinderatsfraktion Vorlage Nr.: 2017/0650 Modernisierung Turmbergbahn: Autonom fahrende Busse Gremium Termin TOP ö nö Gemeinderat 21.11.2017 26 x Der Gemeinderat beauftragt die städtische Tochter VBK, im Rahmen der Erneuerung der Betriebsge- nehmigung und der Modernisierung der Turmbergbahn zu prüfen, ob ein autonomer elektrischer Kleinbus im Pendelbetrieb die Verbindung zwischen Straßenbahn in Durlach und Turmbergbahn her- stellen kann. Es soll dabei geprüft werden:  Kann der Kleinbus selbst Teil des Standseilbahnbetriebs werden und dadurch den Gäste ein umsteigen ersparen?  Alternativ: Falls der Kleinbus durch die Bahn geliftet werden kann, könnte dieser an der Berg- station ausfahren und dort Ziele anbinden - insbesondere die Sportschule Schöneck, gern auch weitere? Die Betriebsgenehmigung der ältesten Standseilbahn Deutschlands läuft nach 120 Jahren Betrieb aus und lässt sich nur nach einer umfassenden Erneuerung wieder erlangen. Die Karlsruherinnen und Karlsruher (vor allem aus Durlach) lieben ihre Turmbergbahn. Gemeinderat wie VBK wollen das Wahr- zeichen erhalten. Obwohl für eine Anbindung an den ÖPNV erforderlich, lassen Kosten und angenommene Auslastung eine konventionelle Busanbindung zwischen KVV-Linien und einer renovierten Bahn kaum wirtschaft- lich erscheinen. Eine Verlängerung der Bahn bis an den Fuß des Berges wäre noch deutlich teurer und ein massiver Eingriff in den dortigen Grünstreifen. Ein autonomer, bedarfsorientierter und elektrischer Buspendeldienst könnte hier eine wirtschaftliche Alternative sein. Es wäre eine nur sehr geringe infrastrukturelle Maßnahme und dank personalfreiem Einsatz im Betrieb günstig; zudem praktisch rund um die Uhr einsatzbereit (ÖPNV-On-Demand). Der Betrieb würde mit dem begrenzten Verkehrsraum in der Allee der Turmbergstraße auskommen und zudem dem Stadtteil eine abgasfreie und geräuscharme Einbindung in das Netz des ÖPNV schenken. Würde die Standseilbahn zusätzlich den kompletten autonomen Kleinbus als Lifter dienen, so ersparte dies den Fahrgästen auch das Umsteigen. Eventuell könnte der KVV dann auf die Ausstattung der neuen Turmbergbahn mit eigenen Wagen verzichten. Die Liftfahrt könnte dem Laden der Busbatte- rien dienen und so einen pausenlosen Betrieb ermöglichen. Karlsruher und Gäste hätten damit auch eine barrierefreie ÖPNV-Anbindung in das Naherholungsgebiet Turmberg, mit der dann auch mobili- tätseingeschränkte Fahrgäste und solche mit Kinderwagen die Spazierwege und Gastronomie autofrei erreichen. Mit einer Ausfahrt an der Bergstation könnte der autonome Kleinbus dann auch die Sportschule Schöneck anbinden, die Tagungsräume für 280 Personen gesamt hat und mit etwa 35.000 Übernach- Sachverhalt / Begründung: Seite 2 tungen/Jahr Karlsruhes größter Herbergsbetrieb ist. Die Gäste könnten von der Straßenbahn direkt zur Sportschule Schöneck fahren, ohne Fußwege und Umsteigen. Alternativ könnte der autonome Kleinbus das hügelige Areal nordöstlich der Talstation (Turmbergstra- ße, Kastellstraße etc.) kostengünstig für Ältere und Kinderwagen erschließen. Ein solcher Buspendeldienst wäre nicht nur eine preiswerte Lösung in Herstellung und Betrieb. Sie wäre auch eine clevere Synergie aus Erhalt unseres historischen Erbes und einem zukunftsweisenden Transportsystem – der TechnologieRegion Karlsruhe angemessen und eine passende Ergänzung zum gerühmten Karlsruher Modell. unterzeichnet von: Erik Wohlfeil Uwe Lancier Michael Haug Lüppo Cramer Max Braun

  • Stellungnahme TOP 26
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    Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister STELLUNGNAHME zum Antrag KULT-Gemeinderatsfraktion Vorlage Nr.: 2017/0655 Verantwortlich: Dez. 1 Modernisierung Turmbergbahn: Autonom fahrende Busse Gremium Termin TOP ö nö Gemeinderat 21.11.2017 26 x Kurzfassung Es gibt zurzeit keine Standseilbahn der bekannten Seilbahnhersteller, die ein fertiges Produkt oder im Rahmen eines Test einen Kleinbus mitnehmen kann. Im Bereich von Seilbahnen (Luft- seilbahnen) sind Materialbahnen bekannt, machen aber keinen gleichzeitigen Personennahver- kehr. Ein elektrischer autonomer Kleinbus gibt es momentan nur in diversen Forschungsprojek- ten, die eine Marktreife anstreben. Die angesprochene „Lösung“ wäre eine Einzelanfertigung bei der mit einer deutlich höheren Anschaffung und über die Betrachtung der Lebenszykluskos- ten mit einer höheren Instandhaltung zu rechnen ist. Finanzielle Auswirkungen des Antrages (bitte ankreuzen) x nein ja Gesamtkosten der Maßnahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) Haushaltsmittel stehen Wählen Sie ein Element aus. Kontierungsobjekt: Wählen Sie ein Element aus. Kontenart: Ergänzende Erläuterungen: ISEK-Karlsruhe-2020-relevant nein x ja Handlungsfeld: Mobilität Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) x nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften x nein ja abgestimmt mit

  • Protokoll TOP 26
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    NIEDERSCHRIFT Stadt Karlsruhe Gremium: 44. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: 21. November 2017, 15:30 Uhr Öffentlich Ort: Bürgersaal des Rathauses Vorsitzende/r: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 27. Punkt 26 der Tagesordnung: Modernisierung Turmbergbahn: Autonom fahren- de Busse Antrag: KULT Vorlage: 2017/0650 Beschluss: Kenntnisnahme von der Stellungnahme der Verwaltung Abstimmungsergebnis: mehrheitlich abgelehnt (bei 5 Ja-Stimmen und 1 Enthaltung) Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 26 zur Behandlung auf und verweist auf die vorliegende Stellungnahme der Verwaltung. Stadtrat Lancier (KULT): Dass das Karlsruher Wahrzeichen Turmbergbahn erhalten bleiben soll, war für uns in der KULT nie eine Frage. Doch immer wenn Altes ersetzt oder modernisiert wird, ist es auch der richtige Zeitpunkt, um sich umzuschauen und gegebenenfalls den Horizont zu erweitern. Dabei sollte man das Alte nicht vergessen, sondern wo es sinnvoll ist, in Neues integrieren. Eine Metapher eines Gelehrten des zwölften Jahrhunderts, bekannt weil schon Isaak Newton ihn zitierte, sagt: „Wenn ich weiter geblickt habe, ist dies, weil ich auf den Schultern von Riesen stand“. Wer in Karlsruhe weit blicken will, muss dazu eben auf den Turmberg. Denn auch da zeigt sich, die Entwicklung der Technik baut immer auf den alten Fortschritten auf. Schon in der Vergangenheit ist die Turmbergbahn nicht stehen geblieben. So wurde zum Beispiel der alte Schwerkraftantrieb mit Wassertank durch einen Elektroantrieb ersetzt. Bei der anstehenden Runderneuerung der Bahn war es uns von der KULT lo- gisch zu prüfen, ob neue technische Entwicklungen eine bessere Lösung bringen kön- nen. KULT will den Erhalt der Bahn, weil wir die liebenswerte Kuriosität einer Standseil- bahn mögen, wie die meisten Karlsruher auch. Bislang ist die Bahn nur ein Kuriosum, eine Touristenattraktion, also kaum eine Infrastruktur, die zum Modernisieren eine grö- ßere Geldausgabe fraglos rechtfertigt. Zumal die Bahn für Mobilitätseingeschränkte be- schwerlich oder auch gar nicht zu erreichen ist, was so dann auch für das Naherho- lungsgebiet und die Gastronomie des Turmberges gilt. Für uns ergab sich die Frage nach der Integration der Turmbergbahn in das Netz des ÖPNV. Die Diskussion um den - 2 - Lückenschluss von der Endstation Durlach und der Talstation der Bahn, brachte Pro- und Contra-Argumente, die größtenteils durchaus valide sind. Zeitgleich kamen in den Medien Meldungen über das Testfeld autonomes Fahren und über erste Testbetriebe von autonomen Bussen von anderen Orten auf der ganzen Welt. Uns fiel dabei auf, dass mit einem autonomen, elektrischen und bedarfsgesteuerten Bus diese hitzigen Ar- gumente gar nicht mehr zutreffen, da ein solcher Bus den Status quo, wie er derzeit in Durlach existiert, gar nicht wesentlich beeinträchtigen würde. Nicht nur die Idee, diesen Bus in der Lücke pendeln zu lassen, haben wir entwickelt, sondern wir stellen uns vor, ihn auf dem Wagen der Standseilbahn huckepack mit nach oben fahren zulassen. Was von der Tramendhaltestelle ein umsteigefreies Erreichen des Gebietes auf der Höhe brächte. Aus der Bevölkerung hat uns dafür begeisternde Zu- stimmung erreicht, nicht nur von den unmittelbaren Anwohnern. In Bad Birnbach habe ich die Erfahrung mit dem autonomen Fahren selbst gemacht. Es ist ein eigenartiges Erlebnis, wenn man irgendwo auf der Straße wie in einem Lift in eine Kabine einsteigt, die dann aus einem unsichtbaren Strang aus Daten über öffentliche Straßen, durch To- re, Ein- und Ausfahrten zu einem anderen Ort rollt, bei Hindernissen abbremst und sich mit seinen Sensoren selbstständig daran vorbei tastet. Ein bisschen wie im Raumschiff Enterprise, wo man in einen Turbolift steigt, das Ziel nennt und dann quer durch die Konstruktion dort hingetragen wird. Bei der Fahrt war für mich klar, dass die Idee zumindest geprüft werden muss, ein solches Fahrzeug an der Durlacher Endhaltestelle nutzen zu können, um damit bequem auf den Turmberg hinauf zu kommen. Die Antwort der Verwaltung ist nun das blanke Gegenteil der Zu- kunftsorientierung, die bei der Metropole der Technologieregion und dem Standort des Testfeldes autonomes Fahren zu erhoffen gewesen wäre. Statt den Antrag so zu neh- men, dass man den Prüfauftrag an die VBK weiter gibt, die als Teil der Testfeldkonsorti- ums ihre Kontakte auch nutzen könnte, wird stattdessen lamentiert, dass bei einer brandneuen Technik noch keine fertigen Lösungen existieren. Ein oberbayrisches Dorf, das von Rindviechern, Idylle und warmen Wasser lebt, wo man von neunzig auf hundert Bimmelbahnkilometern offline ist, nicht einmal einen Notruf absetzen kann, so ein Provinznetz ist Schauplatz von einer Modernen, die bei uns nicht einmal geprüft werden soll? Das halten wir für beschämend, liebe Kolleginnen und Kol- legen im Gemeinderat, das, sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, ist nicht das Bild, dass wir von der Wissenschaftsstadt Karlsruhe sehen wollen. Ich bitte daher dieses Gremium den Auftrag zur Prüfung, trotz des kleinmütigen verzag- ten Zurückzuckens der Verwaltung, in Auftrag zu geben. Wer soll denn diese neue Technik umsetzen und nutzen, wenn nicht der Ort, in dem die theoretischen und prak- tischen Grundlagen gerade geschaffen werden. Stadtrat Maier (CDU): Visionen sind gerade in der Politik immer mehr wichtig, von daher ist der Antrag nicht schlecht - wobei, so visionär ist der Antrag der KULT dann doch wieder nicht. Autonom fahrende Automobile sind in greifbarer Nähe, aber eben noch nicht im greifbaren Dauerbetrieb. Nicht umsonst stehen wir gerade an der Schwel- le des autonomen Testbetriebes, und darauf sind wir als CDU stolz. Wir empfehlen in aller Ruhe, aber zielführend, die zuständige VBK und deren Aufsichtsrat weiter ihre - 3 - Hausaufgaben bezüglich ihrer Betriebsgenehmigung der Turmbergbahn machen zu las- sen, wir vertrauen ihr und freuen uns darauf. Und dann liebe Kolleginnen und Kollegen der KULT, stellen Sie den Antrag in paar Jahren noch mal, wenn das autonome Fahren dann Standard geworden ist, oder noch besser, Sie schreiben dann einfach die VBK di- rekt an, denn da ist es auf jeden Fall besser, als hier im Hause, aufgehoben. Stadtrat Pfalzgraf (SPD): Dickes Kompliment an die KULT, Ihr seid eurer Zeit voraus und Ihr habt erkannt, dass Durlach das Schwungrad Europas ist, was ich schon immer behaupte. Ich weiß, dass da gebrummt wird, wenn ich das sage. Sicherlich habt Ihr euch mit diesem Antrag medienwirksam sehr gut verkauft. Ihr habt es offensichtlich auch geschafft, was mir noch nicht gelungen ist, in Durlach bei der Bevölkerung eine große Begeisterung hervorzurufen. Denn wer bei der Veranstaltung dabei war, als das Projekt vorgestellt wurde, und auch neulich als unser Herr Oberbürgermeister in der Karlsburg bei der Bürgergemeinschaft war, wo politische Themen behandelt wurden, da war grundsätzlich keine große Begeisterung von diesem Projekt zu spüren. Von da- her wird es mit der Begeisterung nicht so, wie dargestellt sein. Wir werden, wenn wir das durchsetzen, hier in diesem Gemeinderat noch unsere Schwierigkeiten bekommen. Aber jetzt zunächst mal sehen wir das genauso wie die Verwaltung, dass es technisch einfach nicht durchsetzbar ist. Bei allem Willen, es ist technisch noch nicht so weit, dass man es durchsetzen kann. Jetzt kommt aber hinzu, dass die Betriebsgenehmigung für diese Turmbergbahn 2019 ausläuft. Jetzt an diesem Projekt herumzudoktern würde bedeuten, es unnötigerweise zu verzögern, und unter Umständen vielleicht erreichen wir damit, dass die Turmbergbahn stillgelegt wird und ich glaube, das will wohl niemand. Das hat auch der Durlacher Ortschaftsrat in seiner Beratung zu diesem Thema erkannt,als man dort drei Varianten vorgestellt hat, nämlich eine Variante so wie jetzt erneuern, eine zweite Variante ganz runter mit Zwischenstati- on bei der jetzigen Talstation, und eine Variante bei der die Bahn ganz durchfährt. Bei der Frage der Kosten war ganz eindeutig und klar herausgestellt worden, dass die teu- erste Variante eigentlich die Variante ist, die schon seit einigen Jahren von vielen ge- wünscht wird, nämlich dass die Bahn durchgehend von der Endstation Durlach bis hoch zur Bergstation fährt. Sie hat aber den Vorteil, und deshalb hat sich der Ortschaftrat auch für diese Variante ausgesprochen, sie ist zwar die Teuerste, hat aber die allerbes- ten Chancen auf die höchste Zuschussregelung, die man für dieses Bauwerk bekommen kann. Das heißt, die Variante die gewünscht wird und die teuerste ist, ist unterm Strich die praktischste und die billigste. Deshalb hat sich der Ortschaftsrat mit ganz großer Mehrheit für dieses Projekt ausgesprochen. Wir als SPD-Fraktion unterstützen das voll und ganz und müssen den Antrag der KULT aus diesen Gründen leider ablehnen. Stadträtin Anlauf (GRÜNE): Wir unterstützen und folgen der Argumentation der Verwaltung, die wir für schlüssig halten, und zwar deswegen als Kernpunkt, weil es für eine Seilbahn, die einen autonomen Kleinbus mitnimmt, noch keinen Prototyp gibt. Das Risiko erscheint uns zu hoch, so etwas zu entwickeln, wo die Kosten vollkommen unklar sind und es unklar ist, ab wann es möglich wäre, dort zu bauen. Die Alternative wäre, dass die Leute dann umsteigen müssten, also wenn der Bus nicht mit der Seilbahn transportiert werden kann, müssten die Menschen dann noch mal umsteigen, das hal- ten wir auch nicht für eine gute Alternative. Deswegen sind wir für die vierte Variante, für die sich der Ortschaftsrat und der Fahrgastverband pro Bahn ausgesprochen haben. - 4 - Gleichzeitig möchte ich betonen, dass es im technischen Bereich sehr erfrischend ist, wenn solche Vorschläge kommen, über die alle nachdenken können und die so über den Tellerrand weisen. Stadtrat Hock (FDP): Der Antrag der KULT-Fraktion hat bei uns auch Aufsehen erregt, weil wir hatten vor einiger Zeit auch einen Prüfantrag, um einen autonomen Bus an den Rhein fahren zu lassen, auch dieser wurde uns damals, auf genau die gleiche Art und Weise beschieden, also das ist nicht zufriedenstellend. Auch diese Antwort ist für unse- re Fraktion nicht zufriedenstellend, weil es ein Prüfantrag ist, und eine Prüfung wird ja wohl noch möglich sein. Aber nichtsdestotrotz akzeptieren wir als FDP-Fraktion im Karlsruher Gemeinderat das Votum des Ortschaftsrates, weil dass für uns bindend ist. Wobei, wenn man sich andere Städte auf dieser Welt anschaut, dann muss man schon mal die Frage stellen, nicht Standseilbahnen, sondern Luftseilbahnen werden auf Dauer die Zukunft in deutschen Städten sein. Man hat vor kurzem einen großen Artikel in der Zeitung gelesen, hier in den BNN, ntv und wie die deutschen Sender alle heißen, haben es hoch und runter gespielt, man muss nur mal nach Südamerika schauen, was dort für Luftseilbahnen gebaut werden und was für Kosten die haben. Das hat man mir nicht hundertprozentig sagen können, ob das wirklich die günstigste Variante ist. Ich habe das mal recherchiert, aber wie gesagt, bindend ist das, was der Ortschaftsrat sagt, eine Luftseilbahn wäre mit Sicherheit eine Alternative gewesen und hätte den Ortsteil Dur- lach in Deutschland noch ein ganzes Stück weiter nach vorne gebracht. Von daher ge- sehen hat man da unseres Erachtens eine Chance vertan mit einer Luftseilbahn von der Endhaltestelle bis ganz nach oben und eventuell bis nach hinten zum Schützenhaus. Das wäre eine Sensation für Durlach gewesen, aber wir akzeptieren, was der Ort- schaftsrat beschlossen hat, und stehen voll und ganz dahinter. Stadtrat Wenzel (FW): Bevor ich jetzt zum Antrag der KULT komme, möchte ich noch ein bisschen ergänzen, was Kollege Pfalzgraf gesagt hat, als alter Durlacher und Mit- glied des Ortschaftsrates. Ich glaube, es war sogar einstimmig, dass der Ortschaftsrat die Variante der Verlängerung der Turmbergbahn bis an die Straße gewünscht hat, dass ein Umsteigen und ein Laufen barrierefrei funktionieren. Ich denke, bei dem engen Zeitplan ist es auch die richtige Variante, weil die ist ja schon durch die Freihaltezone, die immer so gerne als Grünstreifen gehalten wird, so dokumentiert, daran möchte ich jetzt nicht rütteln. Trotzdem hat dieser Antrag etwas bei mir ausgelöst, und das habe ich auch im Internet angeklickt. Was ist da machbar? Was ist möglich? Und da habe ich festgestellt, dass so ein Kleinbus doch ein bisschen Geld kostet, auch die Infrastrukturen kosten ein bisschen Geld, und ich glaube, wir sind da schon wieder bei den Kosten ei- ner provisorischen Brücke in der Südstadt oder sogar darüber. Da dachte ich, dass Zukunft auch mal etwas kosten kann und habe mal nachgehakt, wo man diese kleinen Busse einsetzten könnte. Bei diesen Kritiken heißt es, gewisse Höhen und Gewichte können mit der derzeitigen Technik doch nicht überwunden wer- den. Ein Prüfauftrag, ob man das im Flachland, also in Karlsruhe und nicht in Durlach, machen könnte, fände ich gut, ist hier aber nicht explizit drin, weil dieser Antrag sich auf den Turmberg bezieht. Deshalb denke ich, auch wenn die Antwort der Verwaltung happig ist, wirklich mal zukünftig zu prüfen, so wie es auch schon die FDP gemacht hat, hat diese Technik im Flachland in gewissen Bereichen eine Möglichkeit oder tatsächlich - 5 - dann als Anbindung, wenn die Turmbergbahn dann fertig ist, wäre machbar. Aber zum jetzigen Zeitpunkt denke ich, für diese Situation und in diesem Zusammenhang ist die- ser Antrag entweder zu früh, oder er ist einfach zu spät, weil der Zeitplan erfüllt werden muss. Ortsvorsteherin Ries: Aufgrund des Antrags der KULT-Fraktion habe ich selbst noch mal in den Fraktionen des Durlacher Ortschaftsrates ein Meinungsbild abgefragt. Es bleibt dabei, alle Fraktionen, die im Durlacher Ortschaftsrat vertreten sind, sind über die Variante der Verkehrsbetriebe zur Verlängerung der Turmbergbahn bis an die Endhalt- stelle dankbar und wünschen die auch weiterhin. Allerdings muss man zu dem KULT- Antrag auch sagen, es soll jetzt nicht heißen, dass man sich in Durlach neuen modernen Techniken und Innovationen verschließen würde. Wäre jetzt an anderer Stelle oder in der Umbauphase oder wie auch immer ein Testfeld zu autonom fahrenden Bussen ein- zurichten, stünde Durlach dafür auch gerne zur Verfügung. Der Vorsitzende: Ich habe jetzt drei Aussagen gehört und würde Herrn Dr. Pischon bitten, dazu Stellung zu nehmen. Die erste Aussage, man ist nur zu zaghaft und lässt sich nicht auf eine solche interessante Idee ein. Ich verstehe die Antwort eher so, dass es finanziell und aus Zeitmangel einfach nicht machbar ist, aber dazu kann Herr Dr. Pischon noch etwas dazu sagen. Die zweite Aussage, das war Ihr Vorschlag, Herr Stadt- rat Wenzel, wir können doch mal etwas mit autonomen Bussen machen. Da sind wir auch schon am Planen, dazu kann Herr Dr. Pischon auch schon etwas sagen. Die dritte Aussage von Ihnen, Herr Stadtrat Hock, war, man hätte doch eigentlich auch mal so eine Hängeseilbahn prüfen können, auch das ist erfolgt. Ich hätte mir die Bürgerver- sammlung auch gerne vorgestellt, wenn ich denen erkläre, dass ich in zehn Metern Hö- he an ihren Schlafzimmerfenstern vorbei fahre, aber das war jetzt nicht die Bemerkung, sondern wir haben es geprüft, und auch dazu kann Herr Dr. Pischon etwas sagen. Des- wegen denke ich, sollten wir das hier noch mal ergänzen. Dr. Pischon (VBK): Ich möchte kurz auf den Zeitpunkt des Antrags eingehen, ich finde den Antrag selbst auch sehr innovativ, und er ist tatsächlich zu spät und zu früh gleich- zeitig. Er ist zu spät, um, wie hier auch tatsächlich gesagt wurde, 2019 die Betriebsge- nehmigung weiter zu erreichen. Wenn wir das deutlich überschreiten, dann wird sie erst mal erlöschen, und dann können wir über einige Jahre nicht fahren. Er ist zu früh, weil wir damit rechnen müssen, dass wir tatsächlich autonom demnächst hier testen werden, wir aber bestimmt noch aus juristischen Gründen fünf bis acht vielleicht auch zehn Jahre brauchen, bevor wirklich autonom hier auf den Straßen ein Bus alleine fah- ren kann. Er ist auch leider im Moment zu teuer, selbst wenn wir die Genehmigung hät- ten, dann müssten wir damit rechnen, dass wir deutlich die Ansätze überschreiten, weil wir eben eine individuelle Entwicklung anstoßen müssten, nicht nur der Busse, die es schon im ersten Stadium gibt, aber der Seilbahn. Es gibt Standseilbahnen bisher nur für Lasten, das heißt, dass der Bus tatsächlich da autonom darauf fährt und er mit acht o- der zehn Personen hochfährt und oben wieder auslädt, das wäre eine völlige Neuent- wicklung. Dafür, das in diesem Zeit- und Kostenrahmen hinzubekommen, sehen wir im Moment keine Möglichkeit. Zu der Frage der autonomen Fahrzeuge: Klar, wir sind der erste Verkehrsverbund in Deutschland, der ein autonomes Testfeld betreibt. Dieses wird im März/April die ersten tatsächlichen Tests mit Fahrzeugen haben. Wir haben einen fertigen Antrag beim Bundesverkehrsministerium für zwei autonome Kleinbusse, wie in - 6 - Bad Birnbach, und machen diesen Antrag zusammen mit der Deutschen Bahn in Bad Birnbach, also diesem Joki, Bosch ist mit dabei und auch unsere ansässigen Firmen, so- dass wir deshalb ganz vorne mit dabei sein werden, hier zu testen. Wir gehen davon aus, dass wir den Zuschlag bekommen, da unsere Busse dann nicht nur vorwärts und rückwärts fahren, wie in Bad Birnbach, sondern unsere Busse werden mit den Ampeln reden, die werden mit anderen Bussen reden und können dann auch tatsächlich on demand fahren. Das heißt, wir werden da schon vorne mit dabei sein. Ich glaube, wenn wir die Turmbergbahn renovieren, dann können wir noch mal über Ihren Vorschlag re- den, aber jetzt sind Sie in der Beziehung noch einen Schritt zu früh. Die Kosten der Hängeseilbahn haben wir getestet, es ist eben so, um das zu überwinden brauchen wir eben rund vierzig Meter hohe Säulen und Pylone, und das übertrift auch die Kosten der dritten Variante, die jetzt hier vorliegt. Es ist tatsächlich so, dass von Seiten der Anwoh- ner damit zu rechnen ist, wenn wir da tatsächlich auf Wohnzimmerhöhe vorbeifahren, dass sich die Begeisterung in Grenzen hält. Deshalb haben wir das tatsächlich geprüft und haben gesagt, dass es für den jetzigen Zeitpunkt leider noch nicht umsetzbar ist, aber wir arbeiten an solchen innovativen Themen. Von daher ist diese Diskussion bei uns angekommen, und wir sind mit all diesen Herstellern und all diesen Betreibern eng verflochten. Der Vorsitzende: Vielleicht sollten wir von der Art der Kommunikation im Umgang mit solchen Vorschlägen das eine oder andere anders gestalten, dann entsteht auch nicht so der Eindruck, es würde nur abgebügelt werden, denn das ist überhaupt nicht unser Thema. Sie halten den Antrag aufrecht, dann würde ich den zur Abstimmung stellen und bitte um das Votum - gut das ist eine eindeutige Ablehnung, aber wie gesagt, wir können über alle tollen Ideen gerne versuchen nicht nur zu reden, sondern auch Wege zu finden. Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt – Ratsangelegenheiten 12. Dezember 2017