Vorbereitende Untersuchungen Innenstadt Ost - Bericht und Antragstellung

Vorlage: 2017/0484
Art: Beschlussvorlage
Datum: 07.07.2017
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Stadtplanungsamt
Erwähnte Stadtteile: Durlach, Grötzingen, Grünwinkel, Innenstadt-Ost, Oberreut, Oststadt, Rintheim, Südstadt

Beratungen

  • Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 26.09.2017

    TOP: 18

    Rolle: Entscheidung

    Ergebnis: mehrheitlich beschlossen

Zusätzliche Dateien

  • Anlage 2
    Extrahierter Text

    Stadt Karlsruhe - Vorbereitende Untersuchungen Innenstadt OstANLAGE 2 zur Beschlussvorlage ..... Kosten- und Finanzierungsübersicht nach Maßnahmen - Stand 27.06.2017 Zahlca. m²m³Ansatz Kalkulation Gesamtkosten in Euro förderfähig gemäß StBauFR Kalkulation förderfähige Kosten (Gesamtförderrahmen) in Euro Förderung Bund/Land (60%) in Euro Kofinanzierung Stadt (40%) zuzügl. nicht förderfähiger Kosten in Euro A) Ausgaben 1. Vorbereitung Vorbereitende Untersuchung mit Beteiligungsangeboten80.000,00100% 80.000,00 48.000,0032.000,00 Weiteres externes Begleiten des Sanierungsprozesses/Dialog, ergänzende externe Planungsleistungen/Quartiersmanager150.000,00100% 150.000,00 90.000,0060.000,00 Weitere Vorbereitung (z.B. Gutachten, Dokumentation)100.000,00100% 100.000,00 60.000,0040.000,00 2. Neugestaltung Öffentlicher Raum Umgestaltung Marktplatz und Karl-Friedrich-Straße bis Zirkel10.450,00100€/m²1.045.000,00 100% 1.045.000,00627.000,00418.000,00 Umgestaltung Karl-Friedrich-Straße (nördlich Rondellplatz)1.915,00100€/m²191.500,00 100% 191.500,00114.900,0076.600,00 Umgestaltung Kaiserstraße (Markplatz bis Berliner Platz)9.300,00100€/m²930.000,00 100% 930.000,00558.000,00372.000,00 Umgestaltung Kaiserstraße Mitte mit Berliner Platz5.900,00150€/m²885.000,00 100% 885.000,00531.000,00354.000,00 Umgestaltung Kaiserstraße Ost (Berliner Platz bis Dulacher Tor)8.875,00150€/m²1.331.250,00 100% 1.331.250,00798.750,00532.500,00 Umgestaltung Strahlenstraßen: Kreuzstraße, Adlerstraße, Kronenstraße3.260,00150€/m²489.000,00 100% 489.000,00293.400,00195.600,00 Umgestaltung Fasanenstraße580,00150€/m²87.000,00 100% 87.000,0052.200,0034.800,00 Umgestaltung Fasanenplatz1.015,00150€/m²152.250,00 100% 152.250,0091.350,0060.900,00 Umgestaltung Kronenstraße/Zähringerstraße (Kronenplatz Süd)3.195,00150€/m²479.250,00 100% 479.250,00287.550,00191.700,00 Umgestaltung Kapellenstraße16.150,00150€/m²2.422.500,00 100% 2.422.500,001.453.500,00969.000,00 Umgestaltung Kriegsstraße7.600,00100€/m²760.000,00 100% 760.000,00456.000,00304.000,00 3. Ordnungsmaßnahmen Abbruch Nebengebäude Berliner Platz Nord (kalkulatorisch)8.130,0020€/m³162.600,00100% 162.600,00 97.560,0065.040,00 Weitere Abbrüche von Nebengebäuden in Blockinnenräumen bzw. Hofentsiegelung zur Verbesserung der klimatischen Situation530.000€150.000,00100% 150.000,00 90.000,0060.000,00 4. Grunderwerb Anteil Kronenplatz für Neubau Stadtbibiliothek (Flurstück 1640: Bodenrichtwertzone 1765001)1.500,001.800€/m²2.700.000,00100% 2.700.000,00 1.620.000,001.080.000,00 Grundstück ehemalige BB-Bank zur Nachnutzung Stadtverwaltung (Flurstücke 1398, 1400), gemäß Gutachten vom 16.02.20155.670.000,00100% 5.670.000,00 3.402.000,002.268.000,00 5. Restwertentschädigung Restwertentschädigung für Nebengebäude nördlich des Berliner Platzes*200.000,00100% 200.000,00 120.000,0080.000,00 Restwertentschädigung für ehemalige BB-Bank, Restwert gemäß Gutachten vom 16.02.20156.830.000,00100% 6.830.000,00 4.098.000,002.732.000,00 6. Modernisierungsmaßnahmen / Umnutzungen Umfassende Modernisierungen im Geschosswohnungsbau à 150.000 EUR30150.000€4.500.000,00100% 4.500.000,00 2.700.000,001.800.000,00 Einfache Modernisierungen à 50.000 EUR2050.000€1.000.000,00100% 1.000.000,00 600.000,00400.000,00 Neubau bildungsaffine Gemeinbedarfseinrichtung (Stadtbibliothek am Kronenplatz)**10.000,0030.000.000,0030% 7.500.000,00 4.500.000,0025.500.000,00 Modernisierung/Umbau Gebäudekomplex BB Bank für öffentliche Verwaltungseinrichtungen***30.000.000,0060% 18.000.000,00 10.800.000,0019.200.000,00 Umbau Jubez500.000,0060% 300.000,00 180.000,00320.000,00 Umbau Fritz-Erler-Str. 7-11 nach Auszug Farben-Schule/Heinrich-Hübsch-Schule*833.333,0060% 500.000,00 300.000,00533.333,00 7. Betriebsverlagerungen Betriebsverlagerung Carglass / Tankstelle Waldhornstraße*100.000,00100% 100.000,00 60.000,0040.000,00 Betriebsverlagerung Autovermietung Viellieber*100.000,00100% 100.000,00 60.000,0040.000,00 Summe Ausgaben91.848.683,0056.815.350,0034.089.210,0057.759.473,00 B) Einnahmen (nach derzeitigem Stand: keine Grundstückserlöse, keine Darlehensrückflüsse, keine sonstigen Einnahmen)0,00 Summe ****(A) - (B)91.848.683,0056.815.350,0034.089.210,0057.759.473,00 * geschätzte Kosten ** Gesamtkosten Neubau Gemeinbedarfseinrichtung (Stadtbibliothek): geschätzt 25.000.000 Euro Baukosten bei einer Bruttofläche von rd. 10.000 m² zuzüglich geschätz 5.000.000 Euro nicht förderfähiger Ausstattung = insg. 30.000.000 Euro. Förderfähig nur doe Baukosten in Höhe von 25.000.000 Euro *** Gesamtkosten Modernisierung/Umbau Gebäudekomplex BB Bank für öffentliche Verwaltungseinheiten/Gemeinbedarfseinrichtung: rund 30 Mio Euro; förderfähige Kosten: 60% = 18 Mio Euro; nicht berücksichtigt ist ein ggf. möglicher denkmalbedingter Zuschlag für die Fassadensanierung **** Kosten für die alternative Planung für den Berliner Platz mit einer Neuordnung des Areals sowie für die Neuordnung des Postgiro-Areals sind nicht in der KuF enthalten. Ebenso sind keine Kosten für Altlastensanierungen z.B. bei Betriebsverlagerungen enthalten.

  • Innenstadt-Ost_Bericht_überarbeitet 25.08.17
    Extrahierter Text

    Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister BESCHLUSSVORLAGE Vorlage Nr.: 2017/0484 Verantwortlich: Dez.6 Vorbereitende Untersuchungen Innenstadt Ost – Bericht und Antragstellung Beratungsfolge dieser Vorlage Gremium Termin TOP ö nö Ergebnis Planungsausschuss 20.07.2017 4 X vorberaten Hauptausschuss 19.09.2017 22 X Gemeinderat 26.09.2017 18 X Beschlussantrag 1. Der Bericht über die vorbereitenden Untersuchungen nach § 141 BauGB wird zur Kenntnis genommen und den vorläufigen Sanierungszielen, dem Neuordnungskonzept, dem Maß- nahmenplan sowie der Kosten- und Finanzierungsübersicht wird zugestimmt. 2. Die Verwaltung wird beauftragt, für das Programmjahr 2018 einen Antrag zur Aufnahme in ein städtebauliches Erneuerungsprogramm zu stellen. Finanzielle Auswirkungen (bitte ankreuzen) nein X ja Gesamtkosten der Maßnahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) 91,8 Millionen Euro, siehe unter Finanzierung 34,1 Millionen Euro (60% der förderfähigen Kosten) 57,7 Millionen Euro, (40% der förderfähigen Kosten, zuzüglich nicht förderfähiger Kosten) 1,6 Millionen Euro p.a. bei einer Verzinsung von 3% Haushaltsmittel stehen nicht zur Verfügung Kontierungsobjekt: Wählen Sie ein Element aus. Kontenart: Ergänzende Erläuterungen: Die Folgekosten sind anhand betriebswirtschaftlicher Annahmen kalkuliert. Unberücksichtigt sind Synergien, die sich eventuell später erge- ben können wie beispielsweise das frei werden der jetzigen Stadtbibliothek. Eine Vorstellung der Einzelmaßnahmen mit einer haushaltsrei- fen Planung erfolgt im Verlauf der Abwicklung des Sanierungsgebiets. ISEK-Karlsruhe-2020-relevant nein X ja Handlungsfeld: Städtebau Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) x nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften nein X ja abgestimmt mit KFG Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Bericht über die vorbereitenden Untersuchungen Für den Untersuchungsbereich Innenstadt Ost wurden vorbereitende Untersuchungen gemäß § 141 Baugesetzbuch (BauGB) durchgeführt. Der Beschluss über die Einleitung der vorbereiten- den Untersuchungen erfolgte am 30. Juni 2015 durch den Gemeinderat. Mit der Durchführung der Untersuchungen wurde das Büro Sippel + Buff aus Stuttgart beauftragt. Am 2. Februar 2017 wurde im Planungsausschuss über die bisherigen Arbeitsschritte und den Entwurf eines Neuordnungskonzeptes in zwei Varianten berichtet. Der Verwaltung wurde vom Planungsausschuss der Auftrag erteilt, die Neuordnungsvariante mit der weitreichenden lang- fristigen Perspektive weiter zu verfolgen. Zwischenzeitlich wurden die öffentlichen Aufgabenträger beteiligt, das Sanierungs- und Maß- nahmenkonzept sowie die Zielsetzungen konkretisiert und eine Kosten- und Finanzierungsüber- sicht als Grundlage für die Antragstellung erstellt. Die Kurzfassung des Endberichts (Stand: Juli 2017) über die vorbereitenden Untersuchungen ist als Anlage 1 beigefügt. Für die Antragstellung wird der Endbericht fertig gestellt werden. Am 4. Oktober 2017 soll das Ergebnis der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Antrag auf Aufnahme in ein städtebauliches Erneuerungsprogramm für das Pro- grammjahr 2018 Auf Grundlage des Endberichts wird für den Bereich Innenstadt Ost fristgerecht im Oktober 2017 ein Antrag zur Aufnahme in ein städtebauliches Erneuerungsprogramm gestellt. Sofern eine Bewilligung im Frühjahr 2018 erfolgt, wird der Satzungsbeschluss über die förmliche Fest- legung des Sanierungsgebiets Innenstadt Ost vorbereitet. Der Bericht über die vorbereitenden Untersuchungen kommt zum Ergebnis, dass im geplanten Sanierungsgebiet sanierungsbedingte Bodenwertsteigerungen möglich sind und damit die Durchführung des sanierungsrechtlichen Regelverfahrens (umfassendes Sanierungsverfahren) erforderlich ist. Aufgrund der Ziele und Zwecke der Sanierung sowie der geplanten Sanie- rungsmaßnahmen (vergleiche Anlage 1, Punkt 6 und Plansatz) sind erfahrungsgemäß Boden- wertsteigerungen im Plangebiet zu erwarten. Es ist davon auszugehen, dass die im Sanierungs- gebiet geplanten Maßnahmen - insbesondere in den das Sanierungsgebiet umfassenden Stra- ßen (Kaiserstraße, Kapellenstraße, Kriegsstraße, Karl-Friedrich-Straße) - auf die Grundstücke innerhalb des gesamten geplanten Sanierungsgebietes wertsteigernd einwirken werden. Auch lassen die geplanten Umstrukturierungsmaßnahmen auf dem Kronenplatz sanierungsbedingte Bodenwertsteigerungen im geplanten Sanierungsgebiet erwarten. Die Anwendung des Regel- verfahrens soll zur Preisstabilität im Gebiet beitragen. Bodenwertsteigerungen können die Durchführung der Sanierung erschweren. Bei der Durchführung der Sanierung im Regelverfah- ren gelten neben den Vorschriften über die sanierungsrechtliche Veränderungs- und Verfü- gungssperre (§144 BauGB) auch die Vorschriften des dritten Abschnitts (§§ 152 bis 156 a BauGB), welche einer Erschwerung der Sanierung durch Bodenwertsteigerungen entgegenwir- ken sollen (zur Erhebung von Ausgleichsbeträgen und zur Kaufpreisprüfung siehe Anlage 1, Punkt 7). In einem Abstimmungstermin beim Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau sowie dem Regierungspräsidium Karlsruhe am 10. Juli 2017 in Stuttgart machten die Behördenvertre- ter ebenfalls deutlich, dass die Anwendung des Regelverfahrens erforderlich sei. Ergänzende Erläuterungen Seite 3 Die Antragstellung wird - nach vorheriger Abstimmung mit den städtischen Ämtern - mit den Bewilligungsstellen (Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau, Regierungspräsidium Karlsruhe) am 10. Oktober 2017 abschließend abgestimmt. Finanzierung Für die geplanten Sanierungsmaßnahmen wurden Gesamtkosten in Höhe von rund 91,8 Mio. Euro kalkuliert. Daraus ergeben sich gemäß Städtebauförderrichtlinien förderfähige Kosten (Ge- samtförderrahmen) von insgesamt rund 56,8 Mio. Euro. Beim Land/Bund können 60 % der förderfähigen Kosten – das sind rund 34,1 Mio. Euro - als Finanzhilfe beantragt werden. Die Stadt Karlsruhe muss 40 % der förderfähigen Kosten kofinanzieren sowie die nicht förderfähi- gen Kosten voll tragen. Daraus ergibt sich für die Stadt ein Finanzierungsanteil von insgesamt rund 57,7 Mio. Euro. Die Folgekosten in Höhe von rund 1,6 Mio. Euro pro Jahr bei einer Verzinsung von 3 % sind erst nach weiteren Planungen und Konkretisierungen für die Umsetzung der größeren Baustei- ne valide bestimmbar. Erst dann können auch eventuelle Synergien gegengerechnet werden. Die Kosten- und Finanzierungsübersicht ist in der Anlage 2 dargestellt. Zu der Kosten- und Fi- nanzierungsübersicht wird folgendes angemerkt: - Die Ansätze für die Vorbereitung enthalten neben der Durchführung der vorbereitenden Untersuchungen und der weiteren Begleitung der Sanierungsprozesses in den ersten zwei Jahren auch Ansätze für einen Quartiersmanager und weitere Vorbereitungskosten wie bei- spielsweise Gutachten, Dokumentationen. - Die für die Gestaltung der öffentlichen Räume angesetzten Kosten variieren zwischen derzeit anrechenbaren 150 Euro/m² und 100 Euro/m², welche für die Gestaltung des Marktplatzes, die Karl-Friedrich-Straße nördlich des Rondellplatzes, den Abschnitt der Fußgängerzone der Kaiserstraße, den Berliner Platz und den Umbau der Kriegsstraße angesetzt wurden. Hinter- grund ist, dass diese Maßnahmen Teil der UStrab bzw. Kombilösung sind und hier zwischen der Maßnahme der KASiG und der finalen Gestaltung der öffentlichen Räume dezidierte ver- tragliche Regelungen über die Wiederherstellung der Straßenräume getroffen wurden, wel- che den reduzierten Ansatz von nur 100 Euro/m² rechtfertigen. - Der im Norden des Kronenplatzes geplante Neubau einer bildungsaffinen Gemeinbedarfsein- richtung (zum Beispiel Stadtbibliothek) ist in der Kosten- und Finanzierungsübersicht mit Grunderwerbs- und Baukosten enthalten. Sofern sich im Laufe der Sanierung eine Antrag- stellung in ein Sonderprogramm wie beispielsweise dem Investitionspaket Soziale Integration im Quartier mit gegebenenfalls besseren Förderbedingungen ergibt, ist beabsichtigt, ein sol- ches Sonderförderprogramm in Anspruch zu nehmen. Für den Neubau einer bildungsaffinen Gemeinbedarfseinrichtung (zum Beispiel Stadtbiblio- thek) wurden rund 25 Millionen Euro Baukosten zuzüglich Ausstattungskosten in Höhe von 5 Millionen Euro kalkuliert. Förderfähig sind nur die Baukosten in Höhe von 25 Millionen Eu- ro. Gemäß Städtebauförderungsrichtlinien kann der Neubau für Gemeinbedarfseinrichtun- gen, die nicht nur dem Gebiet dienen, mit 30 % gefördert werden. Somit ergeben sich für die Kosten- und Finanzierungsübersicht förderfähige Kosten in Höhe von 7,5 Millionen Euro. Alternativ könnte auch ein Dritter – beispielsweise die KFG - die bildungsaffine Gemeinbe- darfseinrichtung bauen und die Stadt die Räume mieten. So würden für die Stadt Mietkosten anfallen, die im Falle einer zentralen Stadtbibliothek bereits jetzt für die Erwachsenenbiblio- thek im Ständehaus und für die Jugendbibliothek im Prinz-Max-Palais anfallen. Ergänzende Erläuterungen Seite 4 Zudem eröffnet die Verlagerung der Stadtbibliothek an den Kronenplatz für das Ständehaus und das Prinz-Max-Palais alternative Nutzungsmöglichkeiten. In finanzieller Hinsicht entsteht also nicht nur ein zusätzlicher Aufwand, sondern auch ein zusätzliches Potenzial – auch wenn dies, Stand heute, noch nicht beziffert werden kann. - Ebenso soll für die beabsichtigte Modernisierung beziehungsweise den Umbau des Mark- gräflichen Palais (Gebäudekomplex BBBank) für die Bündelung von Verwaltungseinheiten ebenfalls ein Sonderprogramm in Anspruch genommen werden – sofern sich daraus verbes- serte Förderbedingungen ergeben. Das HGW hat die Modernisierungs-/Umbaukosten für eine langfristige Nutzung des Gebäu- des durch die Stadt Karlsruhe auf rund 30 Millionen Euro beziffert. Gemäß Städtebauförder- richtlinien kann die Modernisierung einer Gemeinbedarfseinrichtung mit 60 % gefördert werden. Somit ergeben sich für die Kosten- und Finanzierungsübersicht förderfähige Kosten in Höhe von 18 Millionen Euro. Die Grunderwerbskosten und der Gebäuderestwert für das Markgräfliche Palais (BBBank Areal) wurden bereits gutachterlich ermittelt, müssen aber gegebenenfalls aktualisiert wer- den. - Die Ansätze für den Umbau des JUBEZ am Kronenplatz und der Farben-Schule in der Fritz- Erler-Straße 7-11 stellen ebenso erste Kostenansätze wie die Ansätze für Betriebsverlagerun- gen dar, welche im weiteren Verfahren verifiziert werden müssen. Für die Modernisierung bzw. den Umbau der Gemeinbedarfseinrichtungen gilt ebenfalls der Fördersatz von 60 % der förderfähigen Kosten. Betriebsverlagerungen sind gemäß Städtebauförderrichtlinien zu 100 % förderfähig. Kosten- ansätze für eventuelle Altlastenentsorgungen sind nicht berücksichtigt und sind - sofern wel- che anfallen - nicht förderfähig. - Alternativ zum Bestandserhalt der Bebauung nördlich des Berliner Platzes soll eine Neuord- nung des Areals geprüft werden. Kosten hierfür sind in der Kosten- und Finanzierungsüber- sicht nicht berücksichtigt. Hierzu sollen mit den Grundstückseigentümern zu Beginn der Sa- nierungsmaßnahme Gespräche geführt werden. Als Mögliche Nutzungen kämen in Betracht: KIT-affine Nutzungen, Wohnen, Alternativ-Standort für Stadtbibliothek, ... - Kosten für die angestrebte städtebauliche Neuordnung des Postgiro-Areals sind in der Kos- ten- und Finanzierungsübersicht nicht berücksichtigt. Zum heutigen Zeitpunkt ist davon aus- zugehen, dass die Maßnahme gegebenenfalls ein Dritter nach den Maßgaben der Sanie- rungszielsetzungen umsetzt. Die Anwendung des Regelverfahrens für das gesamte Sanierungsgebiet führt zu einem erhöh- ten Personalaufwand in der Abwicklung der Sanierungsmaßnahme. Für Steuerung Kaufpreis- kontrolle, Sanierungsgenehmigungen und die Erhebung von Ausgleichsbeträgen werden gege- benenfalls zusätzliche Stellen oder Vergabe nach außen erforderlich, die bisher im Kosten- und Finanzierungsrahmen nur teilweise abgebildet sind (Pos.A1). Diese Aufwände werden im Zuge der weiteren Vorbereitungen noch zu beziffern sein. Die durchschnittlich projektierten jährlichen Investitionskosten für alle Sanierungsgebiete mit rund 3,0 Mio. Euro pro Jahr werden voraussichtlich eingehalten. Ergänzende Erläuterungen Seite 5 Beschluss: Antrag an den Gemeinderat 1. Der Bericht über die vorbereitenden Untersuchungen nach § 141 BauGB wird zur Kenntnis genommen und den vorläufigen Sanierungszielen, dem Neuordnungskonzept, dem Maß- nahmenplan sowie der Kosten- und Finanzierungsübersicht wird zugestimmt. 2. Die Verwaltung wird beauftragt für das Programmjahr 2018 einen Antrag zur Aufnahme in ein städtebauliches Erneuerungsprogramm zu stellen.

  • Abstimmungsergebnis GR_TOP 18
    Extrahierter Text

  • ANLAGE1_VU_Innenstadt Ost_Kurzfassung
    Extrahierter Text

    Stadt Karlsruhe Stadtplanungsamt Vorbereitende Untersuchungen Kur zfassung Endbericht, Juli 2017 GEBIET INNENSTADT OST Stadt KarlsruheBeurteilungsgrundlage Vorbereitende Untersuchungen Innenstadt Ost Stand:Juli2017Kurzfassung Endbericht 1 Inhalt 1.Grundlagen und Vorbemerkungen..........................................................................2 1.1Vorbemerkung, Ziele der Vorbereitenden Untersuchungen................................2 1.2Ablauf der Erstellung der Beurteilungsgrundlagen zu den Vorbereitenden Untersuchungen..............................................................................................3 2.Kurzzusammenfassung der Bestandsaufnahme........................................................7 2.1Gebietsbeschreibung und Gebietscharakter......................................................7 2.2Auswahl statistischer Basisdaten......................................................................10 2.3Ergebnisse aus Eigentümerbefragung..............................................................12 2.4Historie und Sanierungsgeschichte, Denkmalschutz..........................................14 3.Mängel und Missstände im Untersuchungsgebiet....................................................17 3.1Strukturelle Mängel und Missstände................................................................17 3.2Mängel und Missstände in der Nutzungsfunktion Handel und Gewerbe............18 3.3Mängel und Missstände in der Nutzungsfunktion Wohnen...............................20 3.4Mängel und Missstände in der Freiraumfunktion..............................................22 3.5Mängel undMissstände in der klimatischen Funktion.......................................23 4.Auf das Untersuchungsgebiet von außen einwirkende stadtstrukturelle Veränderungen:.....................................................................................................24 5.Räumliche Handlungsfelder und damit verbundene Zielsetzungen...........................27 6.Neuordnungskonzept–geplante Sanierungsziele und-maßnahmen.......................30 7.Vorschlag zur Abgrenzung des Sanierungsgebietesund zur Wahl des Sanierungsverfahrens.............................................................................................43 8.Kosten-und Finanzierungsübersicht (KuF)...............................................................45 Stadt KarlsruheBeurteilungsgrundlage Vorbereitende Untersuchungen Innenstadt Ost Stand:Juli2017Kurzfassung Endbericht 2 1.Grundlagen und Vorbemerkungen 1.1Vorbemerkung, Ziele der Vorbereitenden Untersuchungen Mit Gemeinderatsbeschluss vom30.06.2015wurden für den Bereich „Innenstadt Ost“ die Einleitung der VorbereitendenUntersuchungen nach§141 BauGB beschlossen. Im Sinne des §141 BauGB sind Vorbereitende Untersuchungen erforderlich, um Beurtei- lungsgrundlagen über die Notwendigkeit, die Ziele und die Durchführbarkeit der Sanie- rung zu schaffen. Als Maßstab zur Beurteilung der Notwendigkeit der Sanierung werden nach §136 BauGB die sogenannten „städtebaulichen Missstände“ im Gebiet herangezo- gen. Diese beziehen sich insbesondere -auf die Wohn-und Arbeitsverhältnisse oder die Sicherheit derin dem Gebiet wohnen- den und arbeitenden Menschen -und auf die Funktionsfähigkeit des Untersuchungsgebietes. Anlassder Vorbereitenden Untersuchungensindu.a.zunehmende Trading-Down- Tendenzen in der östlichen Kaiserstraße,der fehlende Ankerpunkt zur Frequentierung der östlichen Kaiserstraße am Kronenplatz,die Schwächung des Wohn-und Arbeitsplatz- standorts Innenstadt-Ost, aber auch ökologische Problemstellungen im Hinblick auf zu- nehmende klimatologische Belastungen im Sinneeines Hitze-Hot-Spots.Hinzu kommen als Anlass aber auch städtebauliche Entwicklungen, die von außen auf das Untersu- chungsgebiet einwirken werden, hier die Aufwertung der Kaiserstraße nach Umsetzung der UStrab-Maßnahme, die Überlegungen des KIT zur Öffnung des Campus Süd zu den umliegenden Quartieren oder etwa die Sanierung des Badischen Staatstheatersunddie Aufsiedlung des ehemaligen Güterbahnhofgeländes zur City Südstadt-Ost. Die Beurteilungsgrundlagen baueneinerseits auf einer städtebaulichenund freiraumplane- rischen Analyse auf, andererseits aber auch aufeinemaktivenDialog mit der Bürgerschaft und denlokalen Akteurenim Untersuchungsgebiet. Aufgabe der Vorbereitenden Untersuchungen ist es, auf Basis einer städtebaulichen Ana- lyse und aufGrundlage einer Beteiligung der Eigentümer, der im Gebiet wohnenden Be- völkerung und der TrägerÖffentlicher Belange Aussagen zu treffen, -ob entsprechende städtebaulicheund freiraumplanerische wie auch funktionaleMän- gel und Missstände vorliegen. -ob eineSanierung im Untersuchungsgebiet oder in Teilbereichenzielführend und an- gemessenist. -wiesichdie Mitwirkungsbereitschaft der Eigentümerund wichtiger Institutionen mit Bezug zum Untersuchungsgebietabzeichnet. -und welche Ziele undkonkretenMaßnahmen im Sinne der städtebaulichen Erneue- rung verfolgt werden sollen. Der vorliegende Bericht stellt zunächst eine Kurzfassung des Gesamtberichts der Vorberei- tenden Untersuchungen dar. Stadt KarlsruheBeurteilungsgrundlage Vorbereitende Untersuchungen Innenstadt Ost Stand:Juli2017Kurzfassung Endbericht 3 1.2AblaufderErstellung der Beurteilungsgrundlagen zu denVorbereitenden Untersuchungen Der Ablauf der Erstellung der Beurteilungsgrundlagen zu den Vorbereitenden Untersu- chungen „Innenstadt Ost“ war geprägt durch ein iteratives Vorgehen zwischen der Ver- waltung, der Planung und der Beteiligung der Öffentlichkeitmit dem Ziel eines schrittwei- sen Vorgehens und einer möglichst breiten Einbindung aller relevanten Akteure. Das Schaubild gibt einen Überblick über diebisherigenprozessualen Schritte: Abbildung 1:Überblick über denbisherigenAblauf der VorbereitendenUntersuchungen Vorabstimmung/Verwaltungsgespräche Planerische Grundlagenerhebung AnalyseMängel undMissstände, Handlungsfelder Schriftliche Befragung Auftaktveranstaltung Öffentliche Workshops Zieldefinition / Neuordnungskonzeption Rückkopplung Neuordnungskonzept inLenkungsgruppe Zwischenbericht Planungsausschuss Stadtplanung, Umwelt + Freiraum, Verkehr Sozial-, Jugend- arbeit, Kirchen Sicherheit und Ordnung Handel und Wirtschaft KITBürgerverein RückkopplungAnalyse in Lenkungsgruppe Eigentümer Träger Öffentlicher Belange Klima & Freiraum Kaiserstraße OstSoziales Maßnahmenübersicht und KuF Stadt KarlsruheBeurteilungsgrundlage Vorbereitende Untersuchungen Innenstadt Ost Stand:Juli2017Kurzfassung Endbericht 4 Zum Startder Vorbereitenden Untersuchungen zum Gebiet Innenstadt Ost wurden zu- nächstim Zuge der Bestandsanalyseim Zeitraum zwischen November 2015 und Frühjahr 2016Vor-Ort-Begehungen und Erhebungen durchgeführt, um die städtebaulichen und freiraumplanerischen Mängel und Missstände zu erheben. Gleichzeitig wurden mit den im Untersuchungsgebiet vorhandenen Institutionen und Schlüsselakteuren sowie mit den Fachämtern Auftaktinterviews durchgeführt mit dem Ziel, die Bestandsanalyse rückzukop- peln und wichtige planerische Handlungsfelder im gemeinsamen Dialog herauszuarbeiten. Aus der Bestandsanalyse wurden in der FolgeHandlungsbedarfe und Handlungsfelder ab- geleitet undräumlich verortet. Im Ergebnis zeigte sich,bezogen auf das Untersuchungs- gebiet trotz der im Zuge der abgeschlossenen Altstadtsanierung ein durchgängiger Hand- lungsbedarf, aus dem Untersuchungsgebiet selbst, aber auch aus Entwicklungen resultie- rend, welcheim Umfeld des Untersuchungsgebietes vollzogen wurden undsichzukünftig vollziehen werden. Die planerische Analyse und die Handlungsbedarfewurdendaraufhinin einer ersten Len- kungsgruppe am 17.03.2016 mit den wesentlichen Institutionen, Schlüsselakteurenund den Fachämtern rückgekoppelt, zur Diskussion gestellt und nachfolgend überarbeitet. Gleichzeitig erfolgte über das Amt für Stadtentwicklung eine Befragung der Eigentümer im Untersuchungsgebiet anhand eines Fragebogens. Die planerische Analyse, die Handlungsbedarfe und die Ergebnisse der Eigentümerbefra- gung wurden in einer öffentlichen Auftaktveranstaltung am 06.04.2016im Bürgersaal des Rathausespräsentiert und zur Diskussion gestellt. Die Auftaktveranstaltung warmit rund 160 Bürgerinnen und Bürgernsehr gut besucht und es fandim Nachgang zum planeri- schen Input an Diskussionsinselnein reger Austausch zu den Fragen der planerischen Ana- lyse und den Handlungsfeldern statt. Darüber hinaus wurden planerische Ideen und Maß- nahmenvorschläge eingebracht. Abbildung 2: Impressionen aus der Auftaktveranstaltung am 06.04.2016 Auf Basis der öffentlichen Auftaktveranstaltung wurden in der Folge drei öffentliche Work- shops angeboten, die ebenfallsgut besucht waren und das Ziel hatten, gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern, aber auch mit Vertreterinnen und Vertretern von Institutionen und Verbändenkonkrete Maßnahmenvorschläge zu erarbeiten und Meinungsbilder zuei- ner möglichen Neuordnungsoptionen einzuholen. Stadt KarlsruheBeurteilungsgrundlage Vorbereitende Untersuchungen Innenstadt Ost Stand:Juli2017Kurzfassung Endbericht 5 -ImWorkshop Klima und Freiraum am 14.06.2016im JUBEZ stand einDialog zur Um- gestaltungundQualifizierung von öffentlichen Freiräumen und spezifischen Maßnah- men zur Klimaanpassung innerhalb des Untersuchungsgebietesim Mittelpunkt der Diskussion und es wurden Vorschläge insbesondere zur Situation am Kronenplatz und weiteren Plätzen und Freiräumen im Untersuchungsgebiet diskutiert. -DerWorkshopzurKaiserstraße am 22.06.2016in den Räumen der IHK stand zum ei- nen im Zeichen der Suche nach Optionen zur Aufwertung und Frequentierung der Kai- serstraße im Abschnitt zwischen Marktplatz und Berliner Platz. Auch hier spielte der Kronenplatz eine wichtige Rolle in der Diskussion.Zum anderen war der Workshop von einer Diskussion geprägt, die Kaiserstraße im Abschnitt zwischen BerlinerPlatz und Durlacher Tor in ihrer Wirkung als Zäsur zurückzunehmen und einen besseren Kontext zwischen Dörfleund KIT Campus Süd herzustellen. -Der Workshop Soziales am 27.06.2016 im JUBEZ schließlich thematisierte dieMöglich- keiten der Vernetzung vorhandener Institutionen und der Frage der Information über bereits weit reichend vorhandene soziale Angebote im Quartier. Darüber hinaus wurde im Rahmen des Workshops gemeinsam mit der Kriminalprävention ein Rundgang zum Aspekt des Sicherheitsempfindens durch das Quartierdurchgeführt. Abbildung 3: Impressionen aus den Workshops Auf die unter https://www.karlsruhe.de/b3/bauen/sanierung/innenstadt- ost/oeffentlichkeitsarbeit abrufbaren Protokolle deröffentlichen Veranstaltungen wird verwiesen. Stadt KarlsruheBeurteilungsgrundlage Vorbereitende Untersuchungen Innenstadt Ost Stand:Juli2017Kurzfassung Endbericht 6 Basierend auf den Ergebnissen der öffentlichen Veranstaltungen und weitergehenden verwaltungsinternen Abstimmungen wurden die Handlungsfelder planerisch konkretisiert und es wurde der Entwurf eines Neuordnungskonzeptesin zwei differenzierten Varianten erarbeitet: -Zum einen ein weitreichendesNeuordnungskonzept als langfristige Perspektive, wel- ches weitreichende städtebauliche Neuordnungen im Umfeld des Kronenplatzes und des Berliner Platzes wie auch die strukturelle Neuordnung des Postgiroamtesvorsieht. -Zum anderen ein Neuordnungskonzeptmit dem Fokus auf den Bestandserhalt, wel- ches in den genannten Bereichen eher auf den Umgang mit dem städtebaulichen Be- stand setzt und auf weitreichende Neuordnungen verzichtet. Der Entwurf des Neuordnungskonzeptswurde wiederum am 07.11.2016 in einer 2. Len- kungsgruppe mit der Verwaltung und lokalen Akteuren rückgekoppelt. Im Ergebnis wurde hierbei von Seiten der Beteiligten die klare Empfehlung ausgesprochen, die weitreichende langfristige Perspektive des Neuordnungskonzepts als Basis für dieVorbereitenden Unter- suchungenheranzuziehen, da aus Sicht der Lenkungsgruppe an den definierten Bereichen nur weitreichende Neuordnungen zu einer strukturellen Verbesserung der Bestandssituati- on führen können. Das vorliegendeErgebnis wurdeim Planungsausschuss am 02.02.2017 in seinen Grund- zügen präsentiert und in der Folge weitergehend bearbeitet und vorabgestimmt. Hierzu zählte auch eine erste Abstimmung mit demRegierungspräsidium Karlsruhe. Derzeit noch ausstehend ist eineRückkopplung und Information zu den Vorbereitenden Untersuchungen in einer Bürgerinformation, welcheam 18.Juli 2017 vorgesehen ist. Stadt KarlsruheBeurteilungsgrundlage Vorbereitende Untersuchungen Innenstadt Ost Stand:Juli2017Kurzfassung Endbericht 7 2.Kurzzusammenfassung derBestandsaufnahme 2.1Gebietsbeschreibungund Gebietscharakter Lage des Untersuchungsgebietes Das Untersuchungsgebiet liegt im Stadtteil InnenstadtOst, der sichvom Marktplatz bis zum Durlacher Torerstreckt. In Nord-Süd Richtung wird der Stadtteil vom Adenauerring und dem Ettlinger Tor sowie von der Kriegs-und Kapellenstraße begrenztund beinhaltet auch weite Teile des Campus Süd des KIT. Der gesamte Stadtteil umfasst 160 ha, in dem ca. 7.234Einwohnerinnen und Einwohner (2015)leben. Das Untersuchungsgebietselbst umfasstca. 34,8 ha und wird im Westen durch den Marktplatz und die Karl-Friedrich Straße begrenzt. Im Osten erstreckt sich das Gebiet ent- lang der Kappellenstraßebis zumDurlacher Tor.Die nördliche Grenze bildet derZirkelund dieWaldhornstraße sowie im weiteren Verlauf die Bebauung nördlich des Berliner Platzes und der Südrand desCampus Süd. Nach Süden wird das Untersuchungsgebiet durch die Kriegsstraße begrenzt. Städtebauliche Grundstruktur undQuartierscharaktere Das Untersuchungsgebiet wird typologisch durchgehend durch eine Blockrandbebauung geprägt,die im Rahmen der Flächensanierung entstanden ist. Die Blockrandbebauung,die im Westen, Osten und Nordosten des Untersuchungsgebietes noch auf dem historischen Stadtgrundriss aufbautist,istim zentralen Bereich beidseits der Fritz-Erler-Straße jedoch durch die Bebauung 70erJahre überformt. Das Stadtbild wird zum einen geprägt durch den fächerförmigen Stadtgrundriss mit den Strahlenstraßen, welcher durch die zentrale Achse der Kaiserstraße gebrochen wird. Eine weitere grundlegende Prägung hat das Quartiermit demDurchbruchder Fritz-Erler-Straße im Zuge der Flächensanierung erfahren, welche eine klare Zäsur im Siedlungsgefüge dar- stellt. Das Untersuchungsgebiet beinhaltet folgende wesentliche städtebauliche Strukturen und Charaktere: -Im Osten entlang der Karl-Friedrich-Straße wird das Gebiet durch die „via triumphalis“ begrenzt, die sich vom Schloss bis zum Ettlinger Tor erstreckt. Die Gebäude werden von der Kriegsstraße bis zur Zähringerstraße zu einem Großteil durchgroßvolumige Verwaltungseinrichtungen und institutionelleEinrichtungen mit nur geringer Aus- strahlwirkung in der Erdgeschosszone genutzt (u.a. Postgirogebäude, Regierungsprä- sidium, Polizei, Stadtkirche). In der Konsequenz riegelt dieser Teilbereich das Untersu- chungsgebietgegenüber den westlich angrenzenden Quartieren mit dem Einzelhan- delsschwerpunkt des Ettlinger Tors ab. -Das westlich angrenzende Quartier rund um den Lidellplatz weist einensehreigenen urbanen, alternativen „Kiezcharakter“ auf und wird in den Blockrandbereichen und auch Blockinnenräumen sehrkleinteilig geprägt durch Dienstleister aus der Kreativ- und IT-Branche,Cafés, Restaurants, Kultur und Bildungseinrichtungen. Der Lidellplatz bildet den zentralenbelebtenMittelpunkt und wirdvonder Bevölkerung gut ange- nommen. Stadt KarlsruheBeurteilungsgrundlage Vorbereitende Untersuchungen Innenstadt Ost Stand:Juli2017Kurzfassung Endbericht 8 -Die Kaiserstraße,die das Untersuchungsgebietvom Marktplatzim Norden auf der ge- samten Länge durchquert, bildet im Abschnitt zwischen Marktplatz und Berliner Platz eine zum zentralen Bereich zwischen Marktplatz und Karlstraßeergänzende Einzel- handelslage. Der Einzelhandelsbesatz bricht jedochaufgrund eines fehlenden funktio- nalen Ankers am Kronenplatznach Osten immer weiter ab und verliert zunehmend an Qualität. Städtebaulich wird dieser Teilbereich geprägt durch ein Nebeneinander von denkmalgeschützter Bausubstanz und Ergänzungsbauten aus der Zeit des Wiederauf- baus.In den Obergeschossenbefinden sich vorwiegend Dienstleistungsnutzungen und Wohnen. -Die städtebauliche Struktur der Baublöcke nördlich und südlich der Kaiserstraßeweist einehohe Dichtemit einer Vielzahl an Nebengebäuden und einem hohen Versiege- lungsgrad auf. In den Strahlenstraßen existiertin der Erdgeschosszonezur Kaiserstraße hin orientiertnochein gewisser Handels-und Dienstleistungsbesatz, hinzu kommen aucheinzelnegewerbliche Betriebe, die insbesondere zur Waldhornstraße prägend wirken. In den Obergeschossen wird vorwiegend gewohnt. Abbildung: Luftbildausschnitt des Untersuchungsgebietes -Der Kronenplatz wurde erst durch die Flächensanierung in seiner dreieckigzulaufen- den Grundstruktur und der noch jungen Randbebauung mit dem JUBEZentwickelt und sollte einen räumlichen Anker an der Kaiserstraße darstellen.Erst im Nachgang zur Sanierung Dörfle entstand in den1990erJahren das zur Kaiserstraße ausgerichtete Torgebäudeals nördliche Raumkante, welches heute vorwiegend durch das KIT ge- nutzt wird. In der Summe definiert der Kronenplatz einen zentralen Ortim Untersu- chungsgebiet,istaber aufgrund seiner Struktur ein zentrales Problem im Untersu- chungsgebiet im Hinblick auf die AdressbildungundseinerFunktion als Frequenzbrin- ger für die Kaiserstraßeundseine Aufenthaltsqualität. Stadt KarlsruheBeurteilungsgrundlage Vorbereitende Untersuchungen Innenstadt Ost Stand:Juli2017Kurzfassung Endbericht 9 -Der Berliner Platzbildet auf der nördlichen Seite der Kaiserstraße das Pendant zum Kronenplatz und wird durch eine Nachkriegsbebauung nördlich und westlich flankiert. Der Antritt zum östlich angrenzenden KIT Campus Süd in den Ehrenhof ist aufgrund der räumlich-strukturellenSituation nicht wahrnehmbar.Nördlich des Berliner Platzes existiert trotz der zentralen Lage zum KIT im Blockinnenbereich,ähnlich wie in den Blockinnenräumen nördlich der Kaiserstraße,ein hohes Maß an untergeordneten Nut- zungen und Nebengebäuden. -Die Fritz-Erler-Straße ging ebenfalls aus der Flächensanierung des Sanierungsverfah- rens Dörfle hervor und bildet heuteaufgrund ihres Querschnittseine strukturelle Zäsur zum Dörfle. Die Fritz-Erler-Straße wird durch einegroßvolumigeBaustruktur der 1970erJahre flankiert und am Südrand durch die Heinrich-Hübsch-Schule zurKriegs- straßehin ergänzt.Die Großstrukturen tragen ebenfalls zur Trennwirkung bei. -Östlich andie großvolumige Baustruktur derFritz-Erler-Straße schließtab der Wald- hornstraßedie historisch geprägte Strukturdes Karlsruher„Dörfles“an.Als Karlsruher Altstadt wird es geprägt durch eine kleinteilige,überwiegend denkmalgeschützte Blockrandbebauung, die im Zuge der Sanierung des Dörfles-nach dem Paradigmen- wechsel von der Flächensanierung zur objektbezogenen Sanierung-erneuertwurde. Einzelnehistorische Gebäude wurden in einem kleinteiligen Maßstab durch Neubauten ergänzt(zum Beispiel die Werkbundhäuser in der Waldhornstraße).Die Nutzungen des Dörflesumfassen neben Wohnen/Studentenwohnen/Seniorenwohnenauch Kneipen, Restaurants und Einrichtungen der sozialen Infrastruktur sowie studentische Einrich- tungen. Ebenfalls im Dörfle befindet sich der klar abgegrenzte Rot-Licht-Bezirk von Karlsruhe (Brunnenstraße). Der Bezirk grenzt unmittelbar an die Universität und an die Wohnnutzung im Dörfle an und trägt zu einer gewissen Stigmatisierung des Quartiers bei. -Nördlich des Dörflesdefiniert die weiterführende östliche Kaiserstraße mit ihrem stark verkehrsfunktionalen Charakter und dem separierten Gleiskörper eine klare Zäsur zum nördlich angrenzenden Campus Süd, dersich zudem nach Süden zum Dörfle hinbis- lang städtebaulich eher abgeschottetalsgeöffnet hat. In der Erdgeschosszone am Nordrand des Dörfles existieren durchaus universitätsaffine Nutzungen, die sich nach Osten zur Brunnenstraße mit Vergnügungsstätten durchmischen. Die Baustruktur am Nordrand des Dörfles wird durch eineVielzahl an denkmalgeschützten Gebäuden ge- prägt, die in der Summe einwertgebendesEnsemble gegenüber dem Campus Süd bilden.Die Freiräume und Plätze im Dörfle (Fasanenplatz und Waldhornplatz) werden intensiv genutzt und bespielt. -Die Kapellenstraße schließlich bildet zum Freiraum des Alten Friedhofs aufgrund ihres Ausbaugrades und ihres rein verkehrsfunktionalen Charakters ebenfalls eine klare Zä- sur. Diese wird durch eine noch erhaltene städtebauliche Raumkante mit gründerzeitli- cher Bebauung am Rand desDörflesflankiert. Am Kreuzungspunkt mit der Waldhorn- straße, die einewichtige Wegebeziehung in Richtung Alter Friedhof/Südstadt-Ostdar- stellt,springt die Randbebauung aufgrund des Landgrabens zurückund bildet einen öffentlichen Raum–eine Vorzone-aus. -Der Südrand des Untersuchungsgebietes zur Kriegsstraße hinwird teilsdurch eine kleinteiligegründerzeitliche Baustrukturund teils durch großvolumige Gebäudestruk- turen wie das Postgiroamt, die Heinrich-Hübsch-Schule oder dasVerlagsgebäudege- prägt. Stadt KarlsruheBeurteilungsgrundlage Vorbereitende Untersuchungen Innenstadt Ost Stand:Juli2017Kurzfassung Endbericht 10 2.2Auswahl statistischer Basisdaten Die nachfolgend dargestellten Basisdaten stellen einen Auszug aus der statistischen Erhe- bung für das Untersuchungsgebiet dar und resultieren aus der Gebäude-und Wohnungs- zählung im Zuge des Zensus 2011. SoziostrukturelleBasisdaten Innerhalb des Untersuchungsgebietes lebenStand Zensus 20116.429 Personen (mit Hauptwohnung) und 556 Personen in Nebenwohnung, was ca. 8Prozententspricht. In- nerhalb des Untersuchungsgebietes leben damit mit 6.985 Einwohner.Das entspricht knapp 38Prozentder Bevölkerung der Karlsruher Innenstadt (Ost und West). Im Hinblick auf dievorhandeneAltersstruktur ist auffallend, dass im Querschnitt im Unter- suchungsgebiet gegenüber der Gesamtstadt -die prozentualen Anteile der jüngeren Personengruppen (18 bis unter 25 sowie der25 bis unter 45 Jahre) einen leicht erhöhten Anteil aufweisen, -die Personengruppen der 0 bis unter 6 jährigen sowie der 6 bis unter 18 jährigen ei- nen geringeren Anteil darstellen, -ein geringerer Anteil an Personengruppenzwischen 45 und 65 vorzufinden ist. Die Anteile variierenaufgrund der heterogenen Baustrukturen und Baualtersklassensowie unterschiedlichen Wohnungsstruktureninnerhalb der Baublöcke sehr stark.Bezogen auf den Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund weist das Quartier InnenstadtOst mit 46Prozentim Vergleich zur Gesamtstadtmit28Prozentdeutlich höhere Werte auf. 71Prozentder Haushalte im Untersuchungsgebiet sind Einpersonenhaushalte gegenüber nur 54Prozentinnerhalb der Gesamtstadt Karlsruhe. Der deutlich erhöhte Anteil an Ein- personenhaushalten begründet sich einerseits auf den vorhandenen studentischen Struk- turen, andererseits aber auch auf Singularisierungstendenzen in der Bewohnerschaft der Baublöcke aus den1970erJahren. Hier istin einzelnen Baublöcken auchder Anteil an Se- nioren relativ hoch. Das Untersuchungsgebiet ist dezidiert kein Standort zum Wohnen für Familien mit Kindern, welche statistisch deutlich unterrepräsentiert sind: So leben nur in 8 Prozentder Haushalte Kinder. Beim Anteil der erwerbsfähigen arbeitslosen Personen liegt das Gebiet mit 7,8Prozent deutlich über der Gesamtstadt mit 4,2Prozent. Insgesamtbeziehen12Prozentder Haus- halte SGB II.Am häufigstenbetroffen sind davon Alleinerziehende (40Prozent) undHaus- halte mit Kindern (25Prozent). Ende des Schuljahres 2014/2015 haben 41Prozentder Schüler aus dem Gebiet ein Gymnasium besucht. In der Gesamtstadt Karlsruhe waren es 58Prozent. Vergleicht man die Innenstadt Ost, die Innenstadt, die Oststadt und dieGe- samtstadt miteinander,wird deutlich, dass das Quartier diegeringsten Werte bei den Übergängen auf Gymnasien erreicht. Städtebauliche Basisdaten Innerhalb des Untersuchungsgebietes existiertenauf Basis des Zensus2011insgesamt382 Hauptgebäudemit3.691 Wohnungen.Im Durchschnitt entspricht das pro Gebäude 9,7 Wohnungen. Rund 84Prozentder Wohnungen im Untersuchungsgebiet derVorbereitenden Untersu- chungen wurden zu Wohnzwecken vermietet (Anteil Stadt Karlsruhe 69Prozent), wäh- Stadt KarlsruheBeurteilungsgrundlage Vorbereitende Untersuchungen Innenstadt Ost Stand:Juli2017Kurzfassung Endbericht 11 rend ca. 14Prozentvon Eigentümern/-innen bewohnt wird. Dabei sind nur ca. 8Prozent der Bevölkerung im Gebiet mit einer Nebenwohnung gemeldet. In Bezug auf die Eigentumsverhältnisse fällt im Plangebiet eine gegenüber der Gesamt- stadt deutlich erhöhte Quote an Eigentum von kommunalen Wohnungsunternehmen (16 Prozentdes Wohnungsbestandes) und Organisationen ohne Erwerbszweck (6Prozentdes Wohnungsbestandes) auf. 5,5Prozent(203 Wohnungen) der Wohnungen befinden sich in Wohnheimen. Der Großteil der Wohnungen (70Prozent) weist eine Größe von unter 40m² bis 79m² auf. Der Anteil an kleineren Wohnungen überwiegt–resultierend aus der Neubebauung der1970erJahre nach Durchführung der Flächensanierung-somit deutlich. DieWohnungs-Leerstandsquote betrug 2011im Untersuchungsgebiet2Prozent. Diese liegt im Rahmen der üblichen Fluktuationsreserveund entspricht auch der Leerstandsquo- te in der Gesamtstadt Karlsruheundweistdamitkeine Auffälligkeiten auf. Die Siedlungsdichte im Untersuchungsgebiet beträgt ca.200 EW/ha. Im Vergleich weist die westliche Innenstadt abzüglich des Schlossgarten und des Hardtwaldes eine Dichte von nur86 EW/ha auf. Etwa 41Prozentder vorhandenen Gebäudesubstanz im Gebiet entspricht einem Baujahr vor 1919. Weitere 13Prozentstammen aus den Jahren 1950 bis 1959. Abbildung :Übersicht der Bevölkerungsdichten in den Baublöcken im Untersuchungsgebiet Stadt KarlsruheBeurteilungsgrundlage Vorbereitende Untersuchungen Innenstadt Ost Stand:Juli2017Kurzfassung Endbericht 12 2.3Ergebnisse ausderEigentümerbefragung Im Rahmen der Vorbereitenden Untersuchungen im geplanten SanierungsgebietInnen- stadt-Ost wurden 2016 von Seiten des Amts für Stadtentwicklung insgesamt 1.093 Eigen- tümerinnen und Eigentümer bzw. Eigentümergemeinschaften angeschrieben und mittels Fragebogen um Auskunft zum Zustand ihrer Gebäude bzw. Wohnungen gebeten. Öffent- licheGebäude wie Schulen, Kirchen sowie reine Büro-oder Gewerbeobjekte gingen nicht in die Untersuchung ein. Die Eigentümerinnen und Eigentümer haben pro Objekt einen Fragebogen erhalten. Eigentümer mit mehreren Eigentumswohnungen in einem Gebäude haben folglich nur einen Fragebogen bekommen. Eigentümer mit Eigentumswohnungen in verschiedenen Gebäuden, haben pro Objekt einen Fragebogen erhalten. Insgesamt wurden 1.192 Fragebogen verschickt. Die 693 ausgefüllten Fragebogen (Rücklaufquote 58,1 Prozent) liefern Informationen zu 239 Gebäuden. Das entspricht einem Anteil von 73,8 Prozent aller in die Untersuchung eingegangener 324 Gebäude im Untersuchungsgebiet Innenstadt-Ost. Einige Eigentüme- rinnen und Eigentümer haben den Fragebogen auch durch die Hausverwaltung beantwor- ten lassen. Mietpreisniveau 63,3 Prozent der befragten Eigentümerinnen und Eigentümer gabenan, im Untersu- chungsgebiet ihre Wohnung(en) zu vermieten und machen entsprechend Angaben zur Höhe der Kaltmiete je Quadratmeter. Der pro Quadratmeter anfallende Mietpreis für Wohnzwecke reicht im Untersuchungsge- biet von etwa 3 bis knapp 22 Euro. Durchschnittlich beträgt die Kaltmiete im Untersu- chungsgebiet 8,20Euro pro Quadratmeter Wohnraum. 17,2 Prozent der vermietenden Ei- gentümerinnen und Eigentümer verlangen weniger als sechs Euro Kaltmiete für den Quadratmeter, während 9,1 Prozent sechs bis sieben Euro und jeder Fünfte (20,7 Prozent) zwischen sieben und acht Euro bzw. zwischen acht und neun Euro (19,6 Prozent) ver- langt. Jede bzw. jeder Dritte (33,3 Prozent) lässt sich den Quadratmeter Wohnraum dage- gen 9 oder mehr Euro kosten. Die kommunale VolkswohnungGmbH ist Eigentümerin be- trächtlicher Gebäudeanteile im Untersuchungsgebiet. Das methodische Vorgehen (ein Fragebogen pro Objekt und Eigentümer) sowie der Gesellschaftsauftrag des Unterneh- mens, die Bereitstellung von günstigem Wohnraum, tragen zu einer Verzerrung des Miet- preisgefüges im Untersuchungsgebiet bei. Objekte der VOLKSWOHNUNG gehen unab- hängig von der Anzahl der darin enthaltenen Wohnungen nur zusammengefasst als eine Wohnung in die Bewertung ein, wohingegen die Wohnungen unterschiedlicher Eigentü- mer pro Gebäude (die in der Regel teurer vermietet werden) einzeln berücksichtigt wer- den. Dies führt zu einer Verzerrung des Mietpreises nach oben. Es ist also davon auszuge- hen, dass die tatsächliche durchschnittliche Kaltmiete pro Quadratmeter weniger als 8,20 Euro beträgt. Gebäudezustand und Ausstattung Den Eigentümerinnen und Eigentümer zufolge sind knapp drei Viertel (74 Prozent)der Gebäude und Wohnungenin Teilbereichen renoviert oder modernisiert oder aber es han- delt sich um Gebäude, die nach 1990 erbaut wurden. Am häufigsten wurden die Fenster ausgetauscht (50,5Prozent). Knapp die Hälfte der Befragten (44,3 Prozent) bestätigt, dass seit der Jahrtausendwende Modernisierungsmaßnahmen am Gebäude durchgeführt oder aber die Gebäude nach 1999 errichtet wurden. Besonders häufig wurde die Heizung erneuert (63,2 Prozent), gefolgt von der Dämmung des Daches (43,7 Prozent) und dem Einbau von Wärmeschutzverglasung (32,9 Prozent). Stadt KarlsruheBeurteilungsgrundlage Vorbereitende Untersuchungen Innenstadt Ost Stand:Juli2017Kurzfassung Endbericht 13 Als weitere Maßnahmen genannt wurden „Dämmung Fassade“ (18,4 Prozent), „Däm- mung oberste Geschossdecke“ (15,5 Prozent) und „Austausch Außentüren“ (14,4 Pro- zent). Weitere durchgeführte Energiesparmaßnahmen betreffen den Austausch von Schaufenstern (9 Prozent) und die Dämmung der Kellerdecke (5,1 Prozent). Photovoltaik- und Solarthermieanlagenspielen nahezu keine Rolle Nach den Ergebnissen des Zensus 2011 verfügen 41 Prozent der Gebäude bereits über ei- ne Zentralheizung oder eine Fernheizung (weitere 38 Prozent). Ungefähr 98 Prozent bein- halten eine Badewanne/Dusche und ein WC. Lediglich 4Prozent der Gebäude im Gebiet heizen mit Einzel-oder Mehrraumöfen. In der Gesamtstadt Karlsruhe verfügen im Ver- gleich 55 Prozent über eine Zentralheizung, während ca. 7 Prozent mit Einzel-oder Mehr- raumöfen ausgestattet sind. Gebäudezustand im Hinblickauf Klimaanpassung Entsprechend der Eigentümerbefragung des Amts für Stadtentwicklung werden injedem fünften Gebäude (20 Prozent) die Dachflächen zum Aufenthalt genutzt–entweder voll- ständig (0,4 Prozent) oder teilweise (19,6 Prozent). 80 Prozent der Gebäude haben hinge- gen keine Dachflächen, die für Aufenthaltszwecke genutzt werden. Bei unterschiedlichen Angaben der Wohnungseigentümerinnen und Wohnungseigentümer pro Gebäude wur- den die Angaben in der Regel als „zu Teilen“ gewertet.Etwa jedes zehnte Gebäude ver- fügt ganz oder teilweise über Dachbegrünung (9,2 Prozent) oder über Fassadenbegrü- nung (10,5 Prozent). Bei unterschiedlichen Angaben pro Gebäude wurde die Antwort in der Regel als „teilweise“ gewertet. Hoch ist der Anteil derer, die in Bezug auf die Dachbe- grünung keine Antwort geben konnten (28 Prozent).Eine weitere Frage zielte auf das Vorhandensein einer Klimaanlage ab. Der Großteil der Eigentümerinnen und Eigentümer (94,6 Prozent) besitzt keine Klimaanlage in der Wohnung bzw. im Gebäude. 5,4 Prozent der Eigentümerinnen und Eigentümer haben ihre Wohnung bzw. ihr Gebäude hingegen teilweise oder vollständig miteiner Klimaanlage ausgestattet.Hitzeschutzeinrichtungen weisen rund 80 Prozent der Gebäude zumindest partiell auf. Am häufigsten sind Rollläden (66,5 Prozent). Jalousien/Rollos/Plissees innen sind etwas seltener (35,6 Prozent). Über Markisen verfügen 19,2 Prozent der Gebäude zumindest teilweise. Sonnenschutzvergla- sung (6,3 Prozent) oder automatisierter Sonnenschutz (2,9 Prozent) sind eher die Aus- nahme. Modernisierungsabsichten und-maßnahmen Von den knapp 700 Befragten mit Antwort gaben 30 Prozent an, in den nächsten Jahren am Gebäude Maßnahmen zur Modernisierung oder Instandsetzung vornehmen zu wol- len. Über zwei Drittel (70 Prozent) nannten hingegen keine Maßnahmen, entweder weil tatsächlich keine Instandsetzungen vorgesehen sind oder aber weil Entscheidungen dieser Art von der Eigentümergemeinschaft abhängig sind und nicht durch die Einzeleigentümer beantwortet werden können. Die am ehesten beabsichtigten Modernisierungsmaßnahmen sind die Erneuerung des Ba- dezimmers (42,3 Prozent) sowie der Austausch der Fenster (38,9 Prozent).Maßnahmen also, die unabhängig von der Eigentümergemeinschaft durchgeführt werden können. Die prozentualen Anteile beziehen sich hierbei auf die 208 Befragten, die Maßnahmen pla- nen. Nahezu jede fünfte Eigentümerin bzw. jeder fünfte Eigentümer mit Modernisierungsab- sicht will außerdem die Heizung (22,1 Prozent) oder die Elektroinstallationen (18,8 Pro- zent) erneuern. Geringere Anteile entfallen auf Gemeinschaftsmaßnahmen wie Däm- mung des Dachs (14,4 Prozent), der Fassade, der obersten Geschossdecke (jeweils9,1 Prozent) oder der Kellerdecke (5,3 Prozent). Die Aufrüstung des Eigentums hinsichtlich Stadt KarlsruheBeurteilungsgrundlage Vorbereitende Untersuchungen Innenstadt Ost Stand:Juli2017Kurzfassung Endbericht 14 regenerativer Energien ziehen 10,1 Prozent der Eigentümerinnen und Eigentümer in Be- tracht. Anteile von unter 5 Prozent entfallen auf Vorhaben, wie zum Beispiel Ausbau Dachterrasse/Dachgeschoss, Anbau Balkone etc.. Die Eigentümerinnen und Eigentümer wurden im weiteren Verlauf nach ihrem Stand- punkt in Bezug auf einzelne Maßnahmen für das Gebäude gefragt. Etwa ein Drittel der Befragten machten hierzu keine Angaben, wasunter Umständen auf die Abhängigkeit von der Gemeinschaftsentscheidung zurückzuführen ist. Überwiegend positiv sehen die Eigentümerinnen und Eigentümer beispielsweise Hitzeschutzmaßnahmen am Gebäude (positiv oder eher positiv: 44,3 Prozent) sowie die Dämmung der Außenhülle (positiv oder eher positiv: 37,5 Prozent) und die Verwendung heller Materialien (positiv oder eher posi- tiv: 39,1 Prozent). Auch die Überprüfung des Entwässerungskonzeptes halten 37 Prozent der Eigentümerinnen und Eigentümer für positiv oder eher positiv. Kritischer hingegen äußern sich die Befragten in Bezug auf Begrünung: Das Bepflanzen von Grundstücksflächen sehen 15,9 Prozent der Eigentümerinnen und Eigentümer nega- tiv, hingegen nur 12,3 Prozent positiv. Entsiegelungsmaßnahmen werden sogar von 18,8 Prozent, Dachbegrünung von 26,6 Prozent und Fassadenbegrünung von 30,6 Prozent der Eigentümerinnen und Eigentümer negativ gesehen. Mitwirkungsbereitschaft an der Sanierungsmaßnahme Über die Hälfte (52,5 Prozent) der Befragten signalisierte Interesse, die im Rahmen des Sanierungsverfahrens mögliche Modernisierungsförderung für Wohnraum zu nutzen und Erneuerungsmaßnahmen am Gebäude durchzuführen. Kein Interesse äußern 27,8 Pro- zent, während die restlichen 19,6 Prozent der Eigentümerinnen und Eigentümer die Fra- gen nicht beantworten, was wiederum in vielen Fällen darauf zurückzuführen sein dürfte, dass diese Entscheidung von der Gemeinschaft abhängt und nicht vom Einzelnen. 2.4HistorieundSanierungsgeschichte, Denkmalschutz Das Untersuchungsgebietstellt im Kontext der Stadtgründung der Stadt Karlsruheeines der ältesten Stadtquartiere dar, welches im Zuge der geplanten Aufsiedlung aus einer An- sammlung von einfachen Hütten, Baracken und Häusern bestand. Die einfache Bewohner- schaft setzte sich zusammen aus Arbeitern, Tagelöhnern, Dienstboten, niederenHofbe- diensteten und Soldaten. Das Dörfle wuchs im krassen Gegensatz zur geplanten strahlen- förmigen Stadtgründung dörflich und unregelmäßig außerhalb jeglicher Bauvorschriften mit engen Gassen und einerhohen Dichte und bestand aus einfachen Häusern und mehr- fach belegten Unterkünften. Es bestand ein hohes Maß an Armut und die Prostitution war bereits damals ein fester Bestandteil des Quartiers.1812 wurde das Dörfle als erstes un- abhängiges Dorf nach Karlsruhe eingemeindet.Bis zum Zweiten Weltkrieg änderte sich an den Zuständen im Dörfle nichts, doch bereits in den zwanziger Jahren des letzten Jahr- hunderts bestanden erste Überlegungen zur Sanierung. Die ersten Sanierungsüberlegun- gen wurden im Jahr 1926 bewusst bescheiden angestellt. 1930 griff ein Plan hingegen schon stärker in die Substanz des „Dörfle“ ein. Er sah den Abbruch von 750 Unterkünften und dafür den Bau von 300 neuen Wohnungen vor, doch die Planung kam nicht zur Durchführung. Im Zweiten Weltkrieg erhielt das Dörfle im Gegensatz zur KarlsruherInnenstadt nur weni- ge Bombentreffer, was in der unmittelbaren Nachkriegszeitaufgrund von weiteren Zuzü- gen ins das Quartier zu noch unhaltbareren Zuständen, zu einer weiteren beabsichtigten Konzentration der Prostitutionundplanerischzu ernsthaften Überlegungen und Anläufen zur Sanierung führte. Stadt KarlsruheBeurteilungsgrundlage Vorbereitende Untersuchungen Innenstadt Ost Stand:Juli2017Kurzfassung Endbericht 15 Nach umfassenden Voruntersuchungen durch Verwaltung und Gagfah in den Jahren 1954 bis 1958 beschloss der Gemeinderat 1959 die Festlegung und Abgrenzung eines Sanierungsgebietes für den Bereich des Straßendurchbruchs. Ein Jahr später folgten dann der Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan und eine Satzung über das besondere Vorkaufsrecht. 1961 kommt die Zusage des Bundesministeriums für Wohnungsbau zu einer finanziellen Unterstützung für die Altstadtsanierung. Im selben Jahr beginnt das Ersatzwohnungsbau- programm in den Randbereichen Rintheim, Durlach, Grünwinkel und Oberreut mit ca. 1.000 Wohneinheiten für ca. 3.500 Einwohner.Damit begann auch der flächenhafte Ab- riss für die neue Straßenachse in Nord-Süd-Richtung:1968 wurde die Fritz-Erler-Straße gebaut und fertiggestellt.Für das eigentliche Dörfle wurde ein städtebaulicher Entwurf er- arbeitet, der keinerlei Rücksicht auf den Stadtgrundriss nahm und bis 20Stockwerke hohe Gebäude vorsah. Dieser Entwurf sollte im März 1968 vom Gemeinderat gebilligt werden. Doch dazu kam es nicht, das Stadtparlament entscheidet sich für einen Wettbewerb. Das im Jahr 1970 durchgeführte Wettbewerbsverfahren endete ohne eine Verleihung eines ersten Preises und in den gleichen Jahren wuchs massiv der Protest gegen eine Flächensa- nierung im Dörfle. Nach längeren Diskussionen,aufbauend auf einer Überarbeitung,ent- schied der Gemeinderat im Jahr 1972 den Entwurf der Architekten Hilmer& Sattler aus München umzusetzen, der eine Bebauung entlang der Radialen anordnete und die Block- ränder schloss, Bezugsgröße war das Karlsruher Straßennetz. In der Folge wurde in den nächsten Jahren dieser Entwurf weitgehend umgesetzt, was heute in den Baublöcken ent- lang der Fritz-Erler-Straße ablesbar ist, bei denen jedoch durchaus architektonische Quali- täten und auch eine Aufwertung der Blockinnenräume erfolgt. Auch derKronenplatz mit dem JUBEZ (1980) entstand im Zuge der Sanierungsmaßnahme, es erfolgtejedoch keine bauliche Entwicklung am Nordrand desKronenplatzes, für den ein Warenhausbau vorge- sehen war, aber nicht realisiert wurde. Die bauliche Entwicklungam Nordrand des Kro- nenplatzesmit dem heutigen Torgebäude wurde erst1994realisiert. Ebenfallsentstand im Zuge der Sanierungsmaßnahme 1985 der Neubau der Heinrich-Hübsch-Schule am Süd- rand der Fritz-Erler-Straße. Abbildung: Überlagerung des historischen Stadtgrundrisses mit dem Stadtgrundriss nach Durchführung der Sanierung Stadt KarlsruheBeurteilungsgrundlage Vorbereitende Untersuchungen Innenstadt Ost Stand:Juli2017Kurzfassung Endbericht 16 Gleichzeitig fand für das eigentliche Dörfle ein Paradigmenwechselmit Abkehrvon der Absicht der Flächensanierung hin zur Objektsanierung statt. Im Ergebnis wurdeim Dörfle der Stadtgrundriss beibehalten, die vorhandene Bausubstanz saniert, die öffentlichen Räume sehr kleinteilig gestaltet und es entstanden bei angängiger Bausubstanz auch ar- chitektonisch hochwertige Ersatzbauten mit Bezug auf den alten Stadtgrundriss. In der Gesamtsicht wurde mit dem Sanierungsverfahren einerseits der historische Stadt- grundriss überformt und der Flächensanierung fiel unwiderrufbar wertvolle Bausubstanz zum Opfer, andererseits wurde im Rahmen der Objektsanierung das historische Dörfle in seinem Charakter erhalten. Das Sanierungsverfahren Dörfle hatte in seiner Gesamtheit auf einer Fläche von 18 ha eine Laufzeit von 1971 bis1994 und bedingte den Einsatz von Sanierungsfördermitteln von Bund und Land in einer Höhe von ca. 85,5 Millionen DM. Heute stehen im Untersuchungsgebiet insgesamt 212 Gebäude unter Denkmalschutz. Räumlich liegen die Schwerpunkte der denkmalgeschützten Bausubstanz im Westen und Osten des Untersuchungsgebietes, während im zentralen Teil beidseits der Fritz-Erler- Straße die Flächensanierung zu einem weitestgehenden Verlust denkmalgeschützter Bau- substanz geführt hat. Stadt KarlsruheBeurteilungsgrundlage Vorbereitende Untersuchungen Innenstadt Ost Stand:Juli2017Kurzfassung Endbericht 17 3.Mängel und Missstände im Untersuchungsgebiet Aufgrund der Untersuchungen und Analysen können im Untersuchungsgebiet der Vorbe- reitenden Untersuchungen folgende städtebauliche Missstände im Sinne des § 136 BauGB festgestellt werden: 3.1Strukturelle Mängel und Missstände Das Gebiet wird grundsätzlich in seiner Grundstruktur geprägt durch Straßenzüge mit ei- nem stark funktionalen Verkehrscharakter (Fritz-Erler-Straße, Kaiserstraße zwischen Berli- ner Platz und Durlacher Tor, Kapellenstraße,Kriegsstraße, Waldhornstraße Nord), welche als räumliche und emotionale Zäsuren wirken, die Teilquartiere stark voneinander trennen (Dörfle/Campus Süd; Innenstadt Ost/Südstadt; Dörfle/Südstadt-Ost) und die Zugänge zu wichtigen Freiräumen (Schlossplatz, Alter Friedhof, Umfeld Badisches Staatstheater) er- schweren. Mit den Verkehrstrassen verbunden sind zudem komplexe und stark frequen- tierte Kreuzungspunkte, wie beispielsweise der Kreuzung am Durlacher Tor, am Berliner Platz oder am Ende der Fritz-Erler-Straße. Hinzu kommen städtebauliche Trennwirkungen in den Randzonen (östlicher Rand der Karl-Friedrich-Straße, Bebauung nördlich des Zirkels), welche durch ihre Funktion und feh- lende lebendige Erdgeschosszonen ebenso eine Trennwirkung (hier nach Westen zur In- nenstadt und nach Norden zum Schlossplatz) ausüben. Die Blockrandstruktur und ihre dazugehörigen Blockinnenhöfe/-bereiche sindprägendfür das Quartier. Während im Zuge der Sanierung des Dörfles hier zumeist strukturelle Neu- ordnungen vorgenommen wurden, weisen zahlreiche Blockinnenhöfejedochimmer noch strukturelleine stark verdichtete Bebauungmit einer Vielzahl an Nebenanlagen und Ver- sieglungen aufgrund der Parkierung sowievereinzeltauchGemengelagen auf. Durch zu- sätzliche Mängel in der Gestaltung und Nutzung der Innenbereiche (Lieferhöfe, Parkplät- ze, Standort für Müllbehälter) kommt es insgesamt zu strukturellen Defiziten. Dies betrifft insbesonderedie nördlichen Blöcke entlang des westlichen Teils der Kaiserstraßeundden Blockinnenraum nördlich des Berliner Platzes, aber auch einzelne Blockinnenräume südlich der Kaiserstraße. Die vorhandene überwiegend kleinteilige Blockrandstruktur wirdim Siedlungsgefüge der Karlsruher Innenstadtvereinzelt durch maßstabssprengende großvolumige Gebäudekörper unterbrochen, die sich nicht in daskleinteilig strukturierte innerstädtischeQuartiersbild einfügen und das städtebauliche Erscheinungsbild nachteilig beeinflussen. So zum Beispiel das Postgirogebäude entlang der Kriegsstraße,das durch seine architektonische Gestal- tung auch die historisch geprägte Architektursprache der Kriegsstraße bricht.Aberauch die Baublöckeentlang der Fritz-Erler-Straße, dieim Zuge der Flächensanierung entstanden sind, fügen sich mit ihrenKubaturennichtin diesonstige Bebauung der Altstadt/Innen- stadt ein. Der Gebäudezustand wurde Anfang des Jahres 2016 durch eine Übersichtsbegehung an- hand der äußeren Inaugenscheinnahme aufgenommen. Beurteilt wurde der äußere Ge- bäudezustand der Haupt-und Nebengebäude (Scheunen, Schuppen und Wirtschaftsge- bäude). Der Gebäudezustand wurde in fünf unterschiedliche Kategorien von Neubau oder voll- ständig renoviertes Altgebäude (Kategorie I) bis hin zu abgängige Gebäudesubstanz (Ka- Stadt KarlsruheBeurteilungsgrundlage Vorbereitende Untersuchungen Innenstadt Ost Stand:Juli2017Kurzfassung Endbericht 18 tegorie V) unterteilt. Nach den definierten Mängelkategorien ist bei derKategorie III-V mit Modernisierungsaufwand in größerem Umfang zu rechnen. Zusammenfassend können folgende Aussagen getroffen werden: Innerhalb des Plangebietes weisen rund 61 Prozent der kartierten und zugänglichen Ge- bäude keine oder nur geringfügigeMängel auf, die letztlich über Instandhaltungsmaß- nahmen außerhalb der Sanierung behebbar sind. Der hohe Anteil dieser Gebäude resul- tiert aus der Situation, dass basierend auf der vollzogenen Sanierung Dörfle eine Vielzahl von Gebäuden saniert bzw. auch neuerrichtet wurden. Teilweise erhebliche Mängel und damit für eine Modernisierung im Zuge eines Sanierungsverfahrens typische Gebäudezu- stände weisen rund 38 Prozent der kartierten und zugänglichen Gebäude auf. Hierbei be- stehen räumliche Schwerpunkte insbesondere in den Baublöcken nördlich der Kaiserstraße und entlang der Kapellenstraße. Abgängige Gebäude existieren nur sehr untergeordnet in Form von Nebengebäuden in den Blockinnenräumen, auch hier insbesondere nördlich der Kaiserstraße.Die Mängel in der Bausubstanz schwächen die Wohn-und Einzelhandels- funktion und beeinflussen das städtebauliche Erscheinungsbild nachteilig. Innerhalb des Untersuchungsgebietes bestehenzudemvereinzelt Defizite bei prägenden Raumkanten,die durch Baulücken, rückspringende Gebäudearchitektur, Arkadengänge oder den Raum störende Gebäudestellungen zu Stande kommen. Diese Defizite beeinflus- sen das städtebauliche Erscheinungsbild sowie die städtebauliche Raumwirkung nachteilig. Sie sind in Form von Arkadengängenvorrangigentlangder Fritz-Erler-Straße undimUm- feld desKronenplatzeszu finden.Aber auch entlang der Kaiserstraße existieren punktuell Baulückenbeziehungsweisefehlende einheitliche Höhenentwicklungen, die sich negativ auf eineeinheitliche und geschlossene Raumkanteder historischen Bebauung in der Kai- serstraßeauswirken. Dies gilt im Übrigen auch für den außerhalb des Untersuchungsbe- reichs liegenden Südrand des Campus Süd in seiner rückseitigen Wirkung auf die Kaiser- straße. Der große Anteil an denkmalgeschützten Gebäuden im Quartier trägt maßgeblich zur Identität des Stadtteils bei. DieVorfelder dieserhistorischenGebäudesubstanzweisenin großen Bereichen Defizite auf, was zur Abwertung der Historie der Gebäude führt.Dies betrifftbeispielsweisedas Vorfeldder Nordkante des Dörflesentlang der östlichen Kaiser- straße, aber auch dieVorfeldbereicheentlang der Kapellen-und Kriegsstraßemit ihrer denkmalgeschützten Bausubstanz. 3.2Mängel und Missstände in der Nutzungsfunktion Handelund Gewerbe Das Untersuchungsgebiet wird unter anderem geprägt durch die axial vom Marktplatz zum Durlacher Tor verlaufende Kaiserstraße, welche einen nach Osten in Richtung Kro- nenplatz deutlich abnehmenden Anteil an Einzelhandelsangeboten und eine Zunahme an gastronomische Angeboten und Angeboten im Niederpreissegment aufweist. Innerhalb der östlichen Kaiserstraße ist seit Jahren ein Trading-Down-Effekt zu beobachten, welcher letztlich damit begründet ist, dass am Endpunkt der östlichen Kaiserstraße ein funktionaler Ankerpunkt fehlt, welcher zu einer Frequenzerhöhung beiträgt. Hierbei erfüllenbis heute insbesondere der Kronenplatz und der Kontext zum KIT nicht die Funktion, am Endpunkt der Kaiserstraße einen attraktiven Zielpunkt zu definieren.So brichtderzeitdie Fußgänger- /Kundenfrequenz in der östlichen Kaiserstraße gegenüber der Frequenzder Haupthandels- zone westlich des Marktplatzes signifikant ein. Hierbei ist auch nach Fertigstellung der Kombilösung und Neugestaltung des Abschnitts der Kaiserstraße vom Marktplatz bis zum Berliner Platz als Fußgängerzone nicht davon auszugehen, dass sich die Lagegunst signifi- kantverbessert, da auch weiterhin Ankernutzungen (ob im Aspekt des Handels oder an- derer Nutzungsfunktionen) fehlen, die zu einer Erhöhung der Kundenfrequenz beitragen. Stadt KarlsruheBeurteilungsgrundlage Vorbereitende Untersuchungen Innenstadt Ost Stand:Juli2017Kurzfassung Endbericht 19 Abbildung: Angebote im Niedrigpreissortiment/Leerstand(rot) und Mittelpreissortiment (orange) Innerhalb des Untersuchungsgebietes bestehenzudem in denErdgeschosszonen Defizite in der Belebung desangrenzendenöffentlichen Raumes.Hierbei wird entlangder westli- chen Grenze des Plangebietes der Straßenraumder Karl-Friedrich-Straßeüberwiegend von Verwaltungsgebäuden und institutionellen Einrichtungengeprägt, die keine belebende Nutzung in der Erdgeschosszone mit Wirkung auf den angrenzenden Straßenraum (Karl- Friedrich-Straße, Marktplatz, Rondellplatz) aufweisen.Ähnliche Defizite weisen auch die Fritz-Erler-Straße sowie das Umfeld desKronenplatzesauf. Als einGrund für die mangelnde Bespielung und Belebung der öffentlichen Räume sind zudem auch die häufig vorhandenenArkadengängeanzuführen, dieim Rahmen der Flä- chensanierung entstanden sind, an den Raum-/Platzkanten entlang führen und so die Nutzungen der Erdgeschosszonen in großen Teilen nach hinten verspringen lassen. Hier- durch entstehen unübersichtliche Räume,dievorhandenen Erdgeschossnutzungen „ver- schwinden“aus dem Blickfeldund die Distanz hemmtdasBespielen der Vorfelder. Diedargelegtefehlende Belebung der Erdgeschosszonen sowie die teilweise unübersichtli- chen Räume beeinflussenin der Summedas städtebauliche Erscheinungsbild, die Urbani- tät des Quartiers sowie die Wahrnehmung und Nutzung vorhandener Handelsangebote nachteilig. Im Nordosten des Untersuchungsgebietes grenztder Campus Südunmittelbar an dieöstli- cheKaiserstraße an. Durch die trennenderäumlicheWirkung der östlichen Kaiserstraße und den Kreuzungspunkt am Berliner Platzbestehthierein Defizit im Gegenüber des Campus Südmitdem angrenzenden Quartier im Dörflesowie zur Anknüpfung an die In- nenstadt. Dieausstrahlende Wirkung des KIT auf das Quartier des Dörflesund insbesonde- re auch der Innenstadtim Hinblick auf studentisches Leben wird hierdurch (auch in der Handelsfunktion)behindert. Die Eingangssituation des KIT sowie der gesamte Hoch- schulcampus sind im Stadtbild/Straßenraum kaum wahrnehmbar, verbindende Querungen und leitende Zugänge fehlenund die heute noch vorhandenen Interimshaltestelle am Stadt KarlsruheBeurteilungsgrundlage Vorbereitende Untersuchungen Innenstadt Ost Stand:Juli2017Kurzfassung Endbericht 20 Campus Süd wird nach Vollendung der UStrab-Maßnahme wieder entfallen. Vorhandene Synergien zwischender angrenzenden Universität und den uniaffinen Handelsnutzungen werdenin der Summegeschwächt. Schließlich befindet sich im östlichen Bereich des Untersuchungsgebietes das räumlich ab- gegrenzteRotlichtviertel. Auf Grund der dort ansässigen Nutzungen und der umgebenden Gastronomie kommt es zu Defiziten im subjektiven Sicherheitsgefühl, der Lärmbelastung und der sozialen Kontrolle. DasRotlichtviertelbeeinflusst den Charakter des Quartiers nachteilig. 3.3Mängel und Missstände in der Nutzungsfunktion Wohnen Das Untersuchungsgebiet wird nahezu vollständig von stark frequentiertenHauptver- kehrsstraßenumgeben. Für die Blockränder,die unmittelbar an dieseHauptverkehrsstra- ßen angrenzen,entsteht durch den Verkehr ein Defizit in Bezug auf die Lärm-und Schad- stoffbelastung, was die innerstädtische Wohnfunktion nachteilig beeinflusst. Die Blockrandstruktur und ihre dazugehörigen Blockinnenhöfe/-bereiche sind einerseits identitätsstiftend für das Quartier, weisen aber in ihrer Funktion als Wohnumfeld klare De- fizite auf, da die Hofinnenräume mit Ausnahme der in den siebziger Jahren errichteten Neubauten und im zentralen, durch die Sanierung neu geordneten Bereich des Dörfles in der Regel kaum zum Aufenthaltim Sinneder Erholungsnutzungnutzbar sind.Die vorhan- denen Mängel in der Bausubstanz fokussieren sich zudem auf die Bereiche, in denenauch nachhaltige Probleme in den Blockinnenbereichen bestehen und tragen zu einer weiteren Schwächung der Wohnfunktion bei. Insbesondere im Kontext des Dörfles kommt es durch eine Gemengelage zwischen Woh- nen, Gastronomie und Vergnügungsstätten/Prostitution zu Konflikten mit der Wohnfunk- tion. Die beschriebene Gemengelage beeinflusst den Wohncharakter des Quartiers nach- teilig besonders im Zusammenhang mit der Zielgruppe junger Familien und junger Studie- render und führt zu einem subjektiv empfundenen Sicherheitsdefizit. Gleichwohl identifi- ziert sich aber auch ein Teil der Anwohnerschaft im Dörfle mit dem Charakter des Quar- tiers undempfindet die angesiedelte Gastronomie und auch den Rotlichtbezirk als Teil der Karlsruher Altstadt und der Identität des Dörfles. Hinsichtlich der Sauberkeit des Wohnum- feldes sowie der Lärmbelastung bestehen dennoch grundsätzliche Mängel, die das wohn- liche Wohlbefinden negativ beeinflussen. Speziell vom Dörfle in den angrenzenden Frei- raum des alten Friedhofs bestehen zudem durch die räumliche Zäsur der Kapellenstraße Defizite in der Erreichbarkeit Wohnumfeld naher Erholungsräume. Am Kronenplatz, der zentral im Untersuchungsgebiet liegt und als Gelenk zwischen der westlichen und östlichen Seite fungiert, bestehen nach Schilderung der Bürgerschaft im Zuge des Dialogs in den Vorbereitenden Untersuchungen, aber auch auf Basis von Umfra- gen zum Sicherheitsempfinden Defizite im subjektiven Sicherheitsgefühl. Unterschiede im Sicherheitsempfinden zwischen Tages-und Nachtzeiten sind laut Aussagen der Bürgerin- nen und Bürger wahrnehmbar. In der Kriminalstatistik wird der Kronenplatz jedoch nicht als Brennpunkt definiert. Die Defizite in Hinblick auf Gestaltung, Beleuchtung, Aufent- haltsqualität und sozialer Kontrolle schwächen das Sicherheitsempfinden zusätzlich und beeinflussen auch die Wohnfunktion im Umfeld des Kronenplatzes sowie das subjektive Wohl-und Sicherheitsempfinden an dem zentral gelegenen Platz nachteilig. Stadt KarlsruheBeurteilungsgrundlage Vorbereitende Untersuchungen Innenstadt Ost Stand:Juli2017Kurzfassung Endbericht 21 Abbildung: Impressionen aus vorhandenen Mängeln und Missständen innerhalb des Untersuchungsgebietes Stadt KarlsruheBeurteilungsgrundlage Vorbereitende Untersuchungen Innenstadt Ost Stand:Juli2017Kurzfassung Endbericht 22 3.4Mängel und Missständein der Freiraumfunktion Zahlreiche Blockinnenhöfe weisen freiraumplanerische Defizite hinsichtlichihrerGestal- tung und Aufenthaltsqualität sowie wohnortnaher Erholungsflächenauf. Defizite liegen in einem hohen Versiegelungsgrad, dem Vorhandensein von Nebengebäuden und von Par- kierungsanlagen sowie einerfehlenden vegetativen Ausstattung. Hier sind,neben den nördlichund südlichder Kaiserstraßeim Abschnitt zwischen Marktplatz und Berliner Platz gelegenen Blockinnenbereichen,auch die Innenbereiche nördlich und südlich des Lidell- platzes in der Adlerstraße zu nennen. Die das Untersuchungsgebiet prägenden öffentlichen Räume und Plätze (Kronenplatz, Berliner Platz, Fasanenplatz) weisen teilweise gestalterische und funktionale Defiziteim Hinblickaufdie Gestaltung, Aufenthaltsqualität, Beleuchtung aber auch im Hinblick auf das BespielenundeinerBelebungauf. Sie besitzenin der Summenur eine untergeordnete Funktion zum Aufenthalt und der Kommunikation und tragen so zu einer Schwächung auch angrenzender Nutzungen (Geschäftsvorfelder, Wohnumfeld) bei. Insbesondere der Kronenplatzbesitzt dabei trotz mehrfacher Versuche einer Qualifizierung der Gestaltung bislang keine angemessene Aufenthaltsqualität, was auch in der Problema- tik fehlender Raumkanten(Torgebäude zur Kaiserstraße,Überdachung zur Fritz-Erler- Straße)und der Vielzahl an Wegebeziehungen über den Platzmit unterschiedlichen Hö- henniveausbegründet ist, was den Platzraum eher zu einem Durchgangsraumalszu ei- nem Ort des Aufenthalts werden lässt. Hinzu kommen Defizite in der Bespielung des Plat- zes: Hier einerseits die Problematik, dassdas JUBEZ als wichtigeFrequenz bringendeEin- richtung und Institution nicht die Erdgeschosszonen zum Kronenplatz belegt.Andererseits aber auch die Problematik, dass der Platz aus den Handels-und Gastronomienutzungen herauskaumgenutzt wird. Auch der Berliner Platz wird nach der vorgesehenen Neugestaltung im Zuge der UStrab keinen Charakter eines Aufenthaltsraumes erhalten, sondern einen Knotenpunkt im Vor- feld des Campus Süd darstellen, wobei auch hier Defizite in der Zugänglichkeit und im Entrée zum Campus Süd aufgrund der vorhandenen Raumkanten existent sind. Der Fasanenplatz schließlich wurde im Zuge der Sanierung des Dörfles hergestellt, weist aber trotz seiner zentralen Lage und Rolle im Kontext des Dörfles Defizite in der Aufent- haltsqualität und Möblierung bezogen auf die Anforderungen aus dem Umfeld (Senio- renwohneinrichtung) auf. Innerhalb des Untersuchungsgebietesbestehen Straßenzüge/-räume mit Defiziten in Hin- blick auf Straßenbegrünung, Sicherheit, Gestaltung, Querungsmöglichkeiten und Aufent- halt,diezudemdas städtebauliche Erscheinungsbild nachteilig beeinflussen.Hierbei spie- len aus dem Blickwinkel der Freiraumplanung insbesondere die mangelnde Gestaltung der vorhandenen öffentlichen und halböffentlichen Vorfelder eine Rolle, die zu undefinierten Situationen führt und eine Aneignung durch die Nutzer behindert. Beispiele sind die Vor- felder beidseits entlang derFritz-Erler-Straße. Schließlich existieren Defizite auch in öffentlich zugänglichen Blockinnenräumen/Hof- situationen begründet durch eine fehlende Gestaltqualität und durch eine Überlastung dieser Innenräume durch infrastrukturelle Einrichtungen (Müllentsorgung, Parkierung, Ne- benanlagen). Stadt KarlsruheBeurteilungsgrundlage Vorbereitende Untersuchungen Innenstadt Ost Stand:Juli2017Kurzfassung Endbericht 23 3.5Mängel und Missstände in der klimatischen Funktion Im Hinblick auf die klimatische Situation liegt das Untersuchungsgebiet mit seiner Block- bebauung in einem stark überhitzten Teilbereich der KarlsruherInnenstadt mit entspre- chenden Problemen im Hinblick auf die grundlegende Überhitzungserscheinungen mit sommerlicher Extremhitzeereignissenund einerfehlendenDurchlüftungder Blockinnen- räumen verbunden mit hohen Versiegelungsgraden und Aufheizungs-und Abstrahlwir- kungen. Dies betrifft insbesondere die bereits beschriebenen Baublöcke nördlich der Kai- serstraße und auch einzelnen Baublöcke zwischen Kaiserstraße und Kriegsstraße. Nichts- destrotrotz weisen aber auch trotz der Blockinnenraumgestaltung auch die Baublöcke der siebziger Jahre und die kleinteilige Struktur des Dörfles ähnliche Problemlagen auf. Darüber hinaus fehlen im Untersuchungsgebiet grundsätzlich aufgrund der hochverdichte- ten Innenstadtlage quantitativ ausreichende Freiflächen zur kleinklimatischen Regenerati- on und Freiräume als Angebot zum Aufenthalt der Bevölkerung bei Extremwetterlagen in einem unmittelbaren Kontext zur Wohnsituation. Darüber hinaus sind auch die vorhande- nen Plätze und Freiräume einem hohen Versiegelungsgrad unterworfen undbesitzen mit Ausnahme des Kronenplatzes und des Lidellplatzes keine Angebotemit dem Element Wasser im öffentlichen Raum. Dementsprechend ist im Rahmenplan Klimaanpassung auch ein Suchraum zum Thema Wasser im öffentlichen Raum dargestellt. Im Hinblick aufdas Angebot angrenzender zusammenhängender Freiflächen bestehen zwar mit dem Alten Friedhof und dem Schlosspark wie auch dem City-Park in der Süd- stadt-Ost angemessene Freiraumstrukturen, als klares Defizit ist aber aufgrund der Lage von Verkehrstrassen die eingeschränkte Erreichbarkeit anzusprechen. Schließlich verfügen einige der im Untersuchungsgebiet vorhandenen Straßenzüge eine Straßen begleitende Begründung mit Baumstandorten, dies gilt aber nicht für einige Hauptverkehrsachsen wie etwa die östlicheKaiserstraße und die Kapellenstraße wie auch für die Strahlenstraßen. Abbildung: Auszug aus Rahmenplan zur Klimaanpassung Stadt KarlsruheBeurteilungsgrundlage Vorbereitende Untersuchungen Innenstadt Ost Stand:Juli2017Kurzfassung Endbericht 24 4.Auf dasUntersuchungsgebiet von außen einwirkendestadt- strukturelle Veränderungen Neben den oben beschriebenenMängelnund Missständen, welche gebietsimmanent sind, ist im Falle des Untersuchungsgebietes Innenstadt-Ost auch der Blick auf stadtstrukturelle Veränderungenin dessen Umfelderforderlich, welchevon außenauf das Untersuchungs- gebiet einwirken und zu Standortveränderungen bereits beigetragen haben oder zukünf- tig beitragen werden: Maßnahme UStrab und Kombilösung: Mit der Maßnahme der UStrab werden sich innerhalb der östlichen Kaiserstraße deutliche Veränderungen in der Lagegunst ergeben, die unabhängig voneinemSanierungsverfah- ren zu strukturellen Veränderungen führen werden: -Im Abschnitt zwischen Marktplatz und Berliner Platz besteht durch die Untertunnelung die Chance der Herstellung einer Fußgängerzone mit einem entsprechendhochwerti- genöffentlichenRaum, welcher heute noch durch weitgehend niederpreisige Ange- bote im Ostabschnitt flankiert wird, was wiederum in der Konsequenz zu Überlegun- gen führen muss, den Standort Kronenplatz als Endpunkt der zukünftigen Fußgänger- zone funktional mit einem entsprechenden Frequenzgeber aufzuwerten. -Im Abschnitt zwischen Marktplatz und Ettlinger Tor besteht im Zuge der Karl-Friedrich- Straße mit dem Rondellplatz die Chance der Herstellung eines hochwertigenöffentli- chenRaums, welcherangemessen auf die historische Bedeutung reagiert unddazu auffordert,Veränderungen in den Erdgeschosszonen am Westrand des Untersu- chungsgebietes vorzunehmen. Ziel wäre es, sich stärker auf diesen qualifiziertenöf- fentlichenRaum auszurichten und damit auch die vorhandene strukturelle Zäsur zum Gebiet InnenstadtOst abzumildern (beispielsweisein Form einer Bespielung des südli- chen Hofs der Stadtkirche, einerFrequenz bringendenNutzung der Erdgeschosszone des Regierungspräsidiums am Rondellplatz). -Mit der Realisierung der unterirdischenHaltestellen am Berliner Platz und am Durla- cher Torwird die Mehrzahl der Nutzter des schienengebundenen ÖPNV diese neuen Haltestellen direkt ansteuern. Es ist davon auszugehen, dass hierdurch die Frequenz in den dazwischenliegenden Bereichen eher abnehmenwird. -In der östlichen Kaiserstraße zwischen Berliner Platz und Durlacher Tor werden oberir- disch zukünftig nur noch zwei Tramlinien mit einer gegenüber dem heutigen Bestand entsprechend ausgedünnten oberirdischen Fahrfrequenz verkehren, was Chancen er- öffnet, diesen Abschnitt derKaiserstraße städtebaulichneuzu definieren. -In gleichem Maße ist im Zuge der Baumaßnahmen über einen längeren Zeitraum die MIV-Fahrbeziehung zwischen Durlacher Tor und Berliner Platz unterbrochen, was ebenfalls die Chancebirgt, ausgehend von diesem Zustand über die zukünftige Funk- tion der östlichen Kaiserstraße als innerstädtische Achse für den MIV nachzudenken. -Mit der Umsetzung der UStrab wird im östlichen Teil der Kaiserstraße die heutige Inte- rimshaltestelle am Südranddes Campus Süd wieder entfallen und damit ein Fre- quenzgeber für die umliegende Handelsfunktion am Nordrand des Dörfles wieder ent- fallen. Auch diese Tatsache erfordert ein Nachdenken über dieOptimierungdes räum- lichen Kontexts zwischen Campus Süd und Dörfle sowohl in Richtung einer Umgestal- Stadt KarlsruheBeurteilungsgrundlage Vorbereitende Untersuchungen Innenstadt Ost Stand:Juli2017Kurzfassung Endbericht 25 tung des Straßenraums wie auch der Veränderung des städtebaulichen Südrands des Campus Süd durch das KIT. Bestrebungen des KIT zur Öffnung desCampus Südund zur Adressbildung War der Campus Süd bislang ein eher introvertiert ausgerichteter universitärer Campus, so besteht von Seiten des KIT die Absicht, den Standort stärker zum umgebenden städte- baulichen Gefüge der Innenstadt zu öffnen. Konkret sind mit Bezug auf das Untersu- chungsgebietfolgendeMaßnahmen am Südrand zuröstlichen Kaiserstraße vorgesehen: Rücknahme der abschottenden Zäune und eine Qualifizierung der Entréesituationen. Zu- dem solldie bauliche Entwicklung am Südrand darauf ausgerichtetwerden, den Campus zum umgebenden städtischen Raum stärker mit einer ablesbaren Adresse zu versehen. Darüber hinaus ist das KIT auch auf der Suche nach Standorten für universitäre Einrich- tungen außerhalb des heuteabgegrenztenCampus, die zu einer weiteren Vernetzung zwischen universitären Cluster des Campus Süd und der InnenstadtOst beitragen können (beispielsweisein Form einer Umnutzung der bisherigen Räumlichkeiten der Heinrich- Hübsch-Schule im Gebäude des Parkhauses Kronenplatz oder in den Obergeschossen des Nordrands des Dörfles). Das KIT war intensiv am Dialog im Zugeder Vorbereitenden Un- tersuchungen beteiligt und ist bereit, sich in den Sanierungsprozess aktiv einzubringen. Abbildung: Von außen auf das Plangebiet einwirkende stadtstrukturelle Veränderungen Städtebauliche Entwicklung Südstadt-Ost undCity-Park Die städtebauliche Entwicklung des ehemaligen Ausbesserungswerks zur Südstadt-Ost mit dem City-Parkhatinnerhalbdes Südostensder Stadt Karlsruhezu einerdeutlichen Steigerung des Bevölkerungspotenzialsgeführtundbedingtfür das Gebiet Innenstadt Ost eine neue räumliche Scharnierfunktion zwischen der Südstadt-Ost und der zentralen Innenstadt. Spürbar ist dies anhand der deutlichen Frequenzerhöhung von Fußgängern und Radfahrern in der Achse Alter Friedhof–Waldhornstraße,aber auch an in ihrer Be- deutung gewachsenenWegebeziehungen über die Adlerstraße unddenLidellplatz in Richtung der Innenstadt. Darüber hinaus wurde mit dem großflächigen Einzelhandels- Stadt KarlsruheBeurteilungsgrundlage Vorbereitende Untersuchungen Innenstadt Ost Stand:Juli2017Kurzfassung Endbericht 26 standort an der Kreuzung Ludwig-Erhard-Allee/Rüppurrer Straße auch die Nahversorgung für das Untersuchungsgebiet deutlich verbessert, was der Wohnfunktion imUntersu- chungsgebiet dienlich war. Umbau der Kriegsstraße und Modernisierung des Badischen Staatstheaters Der im Zuge der Kombilösung zu realisierende Umbau-und Rückbau der Kriegsstraßevon einer rein verkehrsfunktionalen innerstädtischen Magistrale hin zu einer urbanen Stadt- straße mit einem ergänzenden schienengebundenen ÖV-Angebot wird die Trennwirkung zwischen dem Untersuchungsgebiet und der Südstadt deutlich minimieren und am Süd- randdes Untersuchungsgebietes zu einer Qualifizierung des Wohn-und Handelsstandor- tes führen und absehbar Modernisierung der stadtbildprägenden Bausubstanz auslösen. Dies auch vor dem Hintergrund der Modernisierung des Badischen Staatstheaters, welche den kulturellen Standort weiter qualifizieren wird und möglicherweise auch zu einem Ausstrahlen des kulturellen Clusters in den Süden des Untersuchungsgebietes führen wird (beispielsweisein Form einer ergänzenden Gastronomie oder weiterer kultureller Angebo- te). Inwertsetzung des Schlossplatzes Spätestens mit dem Stadtgeburtstag der Stadt Karlsruhe im Jahr 2015 hat in der Bürger- schaft eine neue Identitätsstiftung des Schlossplatzes als wichtiger Freiraum der Stadt stattgefunden. Ausgehend vom Gebiet InnenstadtOstist der räumliche Kontext über die Strahlenstraßen zum Schloss gegeben und sollte in Betracht gezogen werden. Dies auch vor dem Hintergrund der Klimafolgenanpassung im Aspekt der Erreichbarkeit von wichti- gen Freiräumen für die Bewohnerschaft des Untersuchungsgebietes. Stadt KarlsruheBeurteilungsgrundlage Vorbereitende Untersuchungen Innenstadt Ost Stand:Juli2017Kurzfassung Endbericht 27 5.RäumlicheHandlungsfelder und damit verbundeneZielsetzun- gen Basierend auf der planerischen Analyse und derDarlegungder Mängel und Missstände wurden in Abstimmung mit der Prozess begleitenden Lenkungsgruppeinsgesamt 13 räumlicheHandlungsfelder definiert undinnerhalb der Handlungsfelderstädtebauliche Zielsetzungen für die weitere städtebauliche Entwicklung formuliert: Marktplatz/Kaiserstraße Ost (Abschnitt Marktplatz/Berliner Platz) -Sicherung und Weiterentwicklung der Handelsfunktion im östlichen Abschnitt der Kai- serstraße durch eineQualifizierung desöffentlichen Raumsdes Marktplatzes als zent- raler Ort innerhalb der Gesamtstadt und in der östlichen Kaiserstraße alsTeil der Achse derFußgängerzone nach Umsetzung der UStrab-Maßnahme. -Weiterentwicklung der Erdgeschosszonen und der damit verbundenen Nutzungals le- bendiger Teil der gesamtstädtisch bedeutenden Fußgängerzone zur Sicherung der Funktion der Kaiserstraße im gesamtinnerstädtischen Kontext. Aufhalten des vorhan- denen Trading-Down-Effekts durch Ergänzung der vorhandenen Handelsfunktion mit neuen Angebotsstrukturen, gemeinschaftliches Aufstellen der Gewerbetreibenden zur gemeinsamen Positionierung. -Qualifizierung der Obergeschosse durchweitergehendeinnerstädtische Wohnangebo- te in differenzierten Segmenten zur Stärkung der innerstädtischen Wohnfunktion. Baublöcke nördlich der Kaiserstraße -Sicherung und Qualifizierung der Wohnfunktion in den Baublöcken durch Modernisie- rung, Aufwertung der Wohnumfeldqualitätund Gestaltung der Hofinnenräume (Frei- legen, Ordnung Parkierung, Auflösen Gemengelagen etc.) -Vorsehen klimatisch wirksamer Maßnahmen in den Blockinnenräumen und den Strah- lenstraßen zur Reduzierung der Überhitzungserscheinungen und als Beitrag zur Klima- folgenanpassung. -Qualifizierung der Strahlenstraßen als wichtige räumliche Bindeglieder zwischen der Kaiserstraße und der Adresse des Schlossplatzes: Qualifizierung und Ausbau der An- gebotsstruktur in den Erdgeschoßzonen zur Belebung der Strahlenstraßen. Kronenplatz -Entwicklung des Kronenplatzes und der daran angrenzenden Funktionen alsImpuls- undFrequenzgeber für den östlichen Abschnittder Kaiserstraßedurch Etablierungei- ner möglichst gesamtstädtisch bedeutsamen Nutzungsstruktur, die im Kontext zu den umliegenden Gebietscharakteren steht (u.a. Cluster Wissenschaft/Bildung/Kultur). -Belebung und Bespielen des Platzraums aus der Erdgeschosszone heraus durch an- grenzende Nutzungsfunktionen. -Qualifizierung und Verständnis des Platzes als räumlicher Anker-und Übergabepunkt zwischen dem westlichen und östlichen Teil des Untersuchungsgebietes. Stadt KarlsruheBeurteilungsgrundlage Vorbereitende Untersuchungen Innenstadt Ost Stand:Juli2017Kurzfassung Endbericht 28 Kopfgebäude Waldhornstraße/Kaiserstraße/Kronenplatz Nordkante -Gestalterische Akzentuierung der städtebaulichen Eingangssituation in den zentralen Abschnitt der Fußgängerzone zur Stärkungund Ablesbarkeitder Funktion der Kaiser- straße als zentrale Handelszone der Stadt Karlsruhe. -Schließen der Raumkante entlang der Waldhornstraße und Qualifizierung und des Standorts im Kontext Berliner Platz/Antritt KIT -Gestaltung des Berliner Platzes als räumliches Bindeglied zwischendem Campus Süd und der Innenstadt der Stadt Karlsruhe. -Qualifizierung des Antritts von der Kaiserstraße aus zumCampus Südund Herausarbei- ten der Adresse/Außenwirkung des KIT ggfs.auchunter Neuordnung der städtebauli- chen Raumkanteam Nordrand des Berliner Platzes. -Entwicklung eines erweiterten funktionalen Angebotes im Baublock nördlich des Berli- ner Platzes als möglicher Frequenzbringer für die östliche Kaiserstraße oder funktional zugeordnet zumCampus Südzur Sicherung und Weiterentwicklung des Bildungs- standortes. -Sicherung derinnerstädtischenWohnfunktion in den Obergeschossen. Kaiserstraße (Abschnitt Berliner Platz/Durlacher Tor):Kontext Campus Süd/Dörfle -Reduzierung der räumlich trennenden Wirkungund des verkehrsfunktionalen Grund- charaktersder Kaiserstraße im Abschnitt zwischen Berliner Platzund Durlacher Tor als Beitrag zur stadtstrukturellen Vernetzung des Südrands des Campus Süd mit dem Nordrand des Dörfles. -Qualifizierung der Erdgeschosszone am Nordrand des Dörfles und Stärkung der Han- delsfunktionen und der universitätsaffinen Angebotein Konkurrenz zuden im Ostab- schnitt vorhandenen Vergnügungsstätten. -Einbinden von universitären Nutzungen in den Nordrand des Dörfles in den Oberge- schossenim Zuge der Modernisierung der zumeist denkmalgeschützten Bausubstanz, Schließen von Baulücken. -Öffnung des Universitätscampus nach Südenzum Dörfleund bauliche Entwicklung ei- ner nach Süden zum Dörfle ausgerichteten Adresse des Campus Süd als Beitrag des KIT. Kapellenstraße -Reduzierung des trennenden Charakters des heute rein verkehrsfunktionalenStraßen- raums und Qualifizierung der Querungen zwischen Dörfle und dem Freiraum des Al- ten Friedhofsals Beitrag zur Verbesserung der Erreichbarkeit von Freiflächen für die Bewohnerschaft des Dörfles (Klimafolgenanpassung). -Inwertsetzungder äußeren Adressedes Dörfles. -Sicherung und Weiterentwicklung der Wohnfunktion in den Obergeschossen im Zuge der Modernisierung. Stadt KarlsruheBeurteilungsgrundlage Vorbereitende Untersuchungen Innenstadt Ost Stand:Juli2017Kurzfassung Endbericht 29 Fritz-Erler-Straße -Minimierung des trennenden Charakters der im Zuge der Altstadtsanierung entstan- denen städtebaulichen Zäsur durchQualifizierung der Erdgeschosszonen, Bespielen der vorhandenen öffentlichen Räume, Optimierung von Querungen und Herausnahme visuell störender städtebaulicher Elemente (Überdachung am Kronenplatz/Boulebahn). Kriegsstraße -Minimierung des trennenden Charakters der heute reinverkehrsfunktional ausgerich- tetenHauptmagistralezu einer urbanen Stadtstraßeim Zuge der Kombilösung:Umge- staltung der Vorfelder nach Durchführung der Kombilösung und Entwicklung von an- gemessenen Querungssituationen in Richtung Südstadt. -Qualifizierung der Erdgeschosszonen und der städtebaulichen Front als attraktives räumliches Pendant zum Staatstheater und dem Nordrand der Via triumphalis. -Sicherung und Weiterentwicklung der Wohnfunktion in den Obergeschossenim Zuge der Modernisierung. -Ablösen des städtebaulichen Solitärs des Postgirogebäudes und Qualifizierung der städtebaulichen Struktur im Block Kriegsstraße/Karl-Friedrich-Straße in der Maßstäb- lichkeit der umgebenden Bebauung. Karl-Friedrich-Straße/Marktplatz Ost -Minimierungder stadtstrukturellen Trennwirkung und Akzentuierung der histori- schen Achse der Karl-Friedrich-Straße mit dem Rondellplatzdurch eine Qualifizierung desöffentlichen Raums und durch Belebung der auf die Karl-Friedrich-Straße zuge- wandten Erdgeschosszonen. -Entwicklung einer lebendigen Erdgeschosszone und eines urbanen Raums als Fuge zwischen den Handelsnutzungen der Kernzone der KarlsruherInnenstadt und der an- grenzendenQuartiereum den Lidellplatz. Dörfle -Punktuelles Update der im Zuge der Altstadtsanierung bereits weitgehend strukturell vollzogenen Sanierungsmaßnahmen zur Sicherung der Sanierungserfolge,zur Siche- rung der Wohnfunktion sowie als Beitrag zur Klimafolgenanpassung. Reduzierung der Stigmatisierung des Quartiers -Erhöhung desSicherheitsempfindens innerhalb des Gesamtquartiers und insbesondere im Umfeld des Kronenplatzes und der Brunnenstraße als Beitrag zur Sicherungder Wohn-und Handelsfunktion. Soziale Aspekte -Gemeinschaftliches Aufstellen der in den Teilquartieren vorhandenen sozialen Träger und Institutionen wie auch des Bürgervereins. Verbesserung des Informationsflusses, Angebot gesamtstädtisch agierender Träger (bspw. JUBEZ) auch in das Quartiersleben, Verbesserung der visuellen Präsenz der Träger im öffentlichen Raum(bspw. Hof der ev. Kirche am Marktplatz, Belegen und Bespielen des Erdgeschosses desKronenplatzes durch das JUBEZ). -Angebot von weiteren Räumlichkeitenfür das soziale Quartiersleben auch im Kontext mit den im Gebiet bereits vorhandenen Institutionen und Einrichtungen. Stadt KarlsruheBeurteilungsgrundlage Vorbereitende Untersuchungen Innenstadt Ost Stand:Juli2017Kurzfassung Endbericht 30 6.Neuordnungskonzept–geplante Sanierungsziele und-maß- nahmen Ausgehend von der planerischen Analyse und der Definition derräumlichen Handlungs- schwerpunkte wurde der Entwurf eines Neuordnungskonzeptsin zwei differenzierten Va- riantenerarbeitet: -Zum einen ein sehr weitreichendes Neuordnungskonzept als langfristige Perspektive, welches weitreichende städtebauliche Neuordnungen im Umfeld des Kronenplatzes und des Berliner Platzes wie auch die strukturelle Neuordnung des Postgiroamtes vor- sieht. -Zum anderen ein Neuordnungskonzept, welches in den genannten Bereichen eher auf den Umgang mit dem städtebaulichen Bestand setzt und auf weitreichende Neuord- nungen verzichtet. Das dem vorliegenden Bericht zugrunde liegende Neuordnungskonzept bildet im Abgleich mit den abzusehenden Chancen einer Sanierungsmaßnahme einen Mix aus beiden Vari- anten ab und wird im Folgenden im Hinblick auf damit verbundene Sanierungsziele und Sanierungsmaßnahmen der Übersichtlichkeit halber in fünf Schwerpunktbereichen be- schrieben: Stadt KarlsruheBeurteilungsgrundlage Vorbereitende Untersuchungen Innenstadt Ost Stand:Juli2017Kurzfassung Endbericht 31 Schwerpunktbereich 1: Kaiserstraße zwischen Marktplatz und Berliner Platz sowieBaublöcke nördlich und südlich derKaiserstraße Neuordnungskonzept In diesem Teilbereich steht im Zuge des Neuordnungskonzepts zunächst die Neugestal- tung deröffentlichen Räume des Marktplatzes als zentraler Ort der Stadt Karlsruhe und der Kaiserstraße zwischen Marktplatz und Berliner Platz im Fokus. Die Gestaltung desöf- fentlichen Raums basiert auf der Maßnahme der UStrab und schafft die qualitative Basis für die Sicherung und Weiterentwicklung der Handelsfunktion im östlichen Teil der Karls- ruher Innenstadt. Flankiert wird die Neugestaltung durch Maßnahmenim Kontext der Be- standsbebauung entlang der Kaiserstraße mit dem Ziel, eine Verbesserung der betriebli- chenFlächen für Handel und Gastronomie in der Erdgeschosszone zu erlangen und in den Obergeschossen zu einer Aufwertung der Wohnfunktion beizutragen. Über die Kaiserstraße hinaussindauchdie nördlich und südlich der Kaiserstraße liegenden Baublöcke Teil des Neuordnungskonzepts. Hier besteht das Ziel, innerhalb der hochver- dichteten Baublöcke eine Qualifizierung der Wohnfunktion und des Wohnumfeldes zu er- langen, die Blockinnenräume mit einer Aufenthaltsqualität für die Bewohnerschaft zu ver- sehen und in der Folge auch die klimatische Situation innerhalb dieser Baublöcke nachhal- tig zu verbessern. Aber auch eine Qualifizierung der gewerblichen Situation in den Strahlenstraßen ist das Ziel der Neuordnung, um die Funktion der Strahlenstraßen als wichtige räumliche Binde- glieder zwischender Kaiserstraße und dem Schlossplatz aufzuwerten. In diesem Zuge ist auch ein Umbau der Straßenräume der Strahlenstraßen Teil des Neuordnungskonzepts. Abbildung: Neuordnungskonzept. Schwerpunktbereich1 Stadt KarlsruheBeurteilungsgrundlage Vorbereitende Untersuchungen Innenstadt Ost Stand:Juli2017Kurzfassung Endbericht 32 Maßnahmenkonzept Marktplatz und Kaiserstraße im Abschnitt zwischen Marktplatz und Berliner Platz •Neugestaltung des öffentlichen Raums des Markplatzes als historischer Ort für Stadt Karlsruheund als zentraler Ort im Stadtgrundriss: Aufwertung des Marktplatzes als Identitätsankerund Profilmerkmal für die Gesamtstadtnach Durchführung der Maß- nahmen der KASiG •Öffnung der Erdgeschosszonen auf den Marktplatz, Bespielen des östlichen Teils des Marktplatzes aus der Erdgeschosszone heraus •Neugestaltung des öffentlichen Raums der Kaiserstraße im Abschnitt zwischen Markt- platz und Berliner Platz alsFußgängerzone nach Durchführung der Maßnahmen der KASiG •Modernisierung der vorhandenenanliegendenGebäudesubstanz (insbesondere der Nachkriegsbebauung) •Aufstockungeinzelner Gebäudebzw.Ersatzbauten •Qualifizierung der Ladenlokale,ggf.Zusammenlegung von Verkaufsflächen •Qualifizierung der Erdgeschosszone im Hinblick auf Möblierung/Vorbauten etc.: Ge- meinsame Verständigung auf Gestaltungsrichtlinien •Entwickeln eines gemeinschaftlichen Ansatzes, Suche nach einer gemeinsamen Schlagrichtungin der Vermarktung: Funktionale Ausrichtung/Adresse 2.0 •Modernisierung der Gebäudesubstanz deranliegendenObergeschosse, Grundrissan- passungen zur Attraktivierungdes innerstädtischen Wohnens (vgl.auch Sanierungs- verfahrenCity West) Baublöcke nördlichund südlichder Kaiserstraße •Modernisierung dervorhandenenGebäudesubstanz •Ordnungsmaßnahmen zur Freilegung in den Blockinnenräumenim Hinblick auf Ne- bengebäude und untergeordnete Gebäudeteile •Betriebsverlagerungen zur Entflechtung von innerstädtischen Gemengelagen •Qualifizierung und Bündelung der privaten PKW-Parkierungin den Blockinnenräumen •Schaffen von qualifizierten gemeinschaftlichen Abstellmöglichkeiten fürFahrrä- der/Nebenräumen •Suche nach Ersatzräumen für Müllcontainer zur Entlastung der Hofsituationen und zur Aufwertung der Aufenthaltsqualität •Gestalterische Aufwertung vorhandener bereits zugänglicher Innenräume im Hinblick auf die Möblierung und Beleuchtung •Städtebauliche Qualifizierung von „Lieferhofsituationen“ •Entsiegelungsmaßnahmen und Begrünung von Blockinnenbereichen und Fassaden •Verbesserung der Durchlüftung der Hofinnenräumedurch Öffnungen in der Erdge- schosszone Strahlenstraßen •GestalterischeAufwertung und Umbau der Straßenräume als Mischverkehrsflächen •Qualifizierung der vorhandenen Erdgeschosszonen im Kontext der Ausrichtung Kaiser- straße/Schlossplatz •Verschattung von Straßenräumen („Fächerbahnen“) •Verbesserung der Zugänglichkeit Schlossplatz(Adlerstraße/Kronenstraße) Stadt KarlsruheBeurteilungsgrundlage Vorbereitende Untersuchungen Innenstadt Ost Stand:Juli2017Kurzfassung Endbericht 33 Schwerpunktbereich2: Kronenplatz, Berliner Platz/Antritt KIT Neuordnungskonzept Innerhalb des Neuordnungskonzepts stehenim Schwerpunktbereich2die beiden Platz- räume des Kronenplatzes und des Berliner Platzes im Fokus:Beide Plätze liegen einerseits am Endpunkt der Kaiserstraße östlich des Markplatzes und besitzen anderseits eine wich- tige Scharnierfunktion zu den angrenzenden Quartieren bzw. stadträumlichen Einheiten. Ziel des Neuordnungskonzeptes amKronenplatzist inder Variante der städtebaulichen Neuordnung eine Überbauung des nördlichen Teils des Kronenplatzes in Ergänzung zur vorhandenen Bausubstanz der neunziger Jahre. In diesem Kontext soll eineNutzungsein- heit mit gesamtstädtischer Bedeutung zur Frequenzerhöhung in der östlichen Kaiserstraße am Kronenplatz platziert werden. Diese soll idealerweiseinhaltlich in einem Kontext des angrenzenden Cluster von Bildung und Wissenschaft des Campus Süd stehen. Konkret ist dabei eine vertiefende Prüfung der Etablierung einer Stadtbibliothek am Kro- nenplatz vorgesehen, -diedie Standorte der Jugendbibliothek (heute Prinz-Max-Palais) und der Stadtbiblio- thek (heute im Ständehaus) zusammenführt. DieZusammenführung der beiden Bibli- otheksstandorteführtzunutzungsbezogenen und organisatorischen Synergien und schafftan den Bestandsstandorten Raum für weitere städtebauliche Entwicklungen, -diedurch den unmittelbaren räumlichen Kontext zum Campus Süd einen Kontext zwischen allgemeiner Bildung und Wissenschaft herstellt und zu einer vertiefenden Zusammenarbeit zwischen Stadtbibliothek und KIT wie auch durch die unmittelbare räumliche Lage zum JUBEZ zu einer ebenfalls vertiefenden Zusammenarbeit im Kin- der-und Jugendbereich führen kann, -diedurch ihre Ausstrahlwirkung und Nutzungsfrequenz über den gesamten Tages- gang zu einer Frequenzerhöhung in der östlichen Kaiserstraße beitragen kann, -diezu einer Belebung des südlich angrenzenden Kronenplatzes beitragen kann -und schließlich auch als weitere öffentliche Institution zu einem erweiterten sozialen und kulturellen Anlaufpunkt im Stadtteil Innenstadt-Ost werden könnte. Ob die Realisierung einer Stadtbibliothek am Kronenplatz wirklich Realität werden kann, muss im weiteren Verfahren über die Vorbereitenden Untersuchungen hinaus vertiefend architektonisch, programmatisch im Kontext der Gesamtinnenstadtentwicklung und selbstverständlich auch wirtschaftlich vertiefend geprüft werden. Aus diesem Grunde existiert im Neuordnungskonzept in der alternativen Variante derFo- kussierung auf den Bestandserhalt auch die schlichtere Option eines Verzichts auf eine Er- gänzungsbebauung und diereineQualifizierung des Platzraums alskultureller Veranstal- tungsort. Über die Frage einer Bebauung des nördlichen Teils des Kronenplatzeshinaus sieht das Neuordnungskonzept für den südlichen Teil des Kronenplatzes eine Qualifizierung der an- grenzenden Nutzungsstrukturen und eine bessere Bespielung des Platzraums aus Erdge- schosszone sowie eine städtebauliche Optimierung vor. Stadt KarlsruheBeurteilungsgrundlage Vorbereitende Untersuchungen Innenstadt Ost Stand:Juli2017Kurzfassung Endbericht 34 Abbildung: Neuordnungskonzept. Schwerpunktbereich 2 Für denBerliner Platzsieht das Neuordnungskonzeptzunächst die Neugestaltung des Ber- liner Platzes nach Umsetzung der UStrab-Maßnahmen und eine Qualifizierung des Antritts an die Kaiserstraße durch eineModernisierung des Kopfgebäudes an der Ecke Waldhorn- straße/Kaiserstraße imEntreeder Kaiserstraße vor. Darüber hinaus sieht das Neuordnungskonzeptebenfalls wie beim Kronenplatzauch am Nordrand des Berliner PlatzesAlternativen mit unterschiedlichenIntensitäten der städte- baulichen Intervention vor: In der weitergehenden Variante der Neuordnung wird die vorhandene Bebauung nördlich des Berliner Platzes durch eine Neubebauung ersetzt: Diese nimmt zum einendie Raum- kante am Nordrand zurück und schafftdamit einen räumlich klaren Antritt zum Campus Süd. Zum anderen könnte diese Variantedurch eine Überbauung der heutigen Hofsituati- on für das KITauchdie Optioneröffnen, universitäre Nutzungen zur Innenstadt präsenter zu machen und dem KIT eine zentraleAdresse im innerstädtischen Siedlungsgefüge zu geben. Dieseim Sinne der NeuordnungweiterführendeVariante ist jedoch eine sehr weit gehende städtebauliche Option, die aufgrund der Vielzahl der Eigentümer und des Volu- mens der vorhandenen Bausubstanz ein Stück Stadtumbau bedeuten würde und entspre- chend aufwändig und abhängig von der Mitwirkungsbereitschaft vieler wäre. Aus diesem Grunde wird in der alternativen Variante des Bestandserhalts auf eine Neu- ordnung nördlich des Berliner Platzes verzichtet: In dieser Variante steht die Qualifizierung derBestandssubstanz im Fokus, was allerdings im Blockinnenraum dann eine Neuordnung der dort vorhandenen Nebengebäude und Hofsituation beinhaltet. Stadt KarlsruheBeurteilungsgrundlage Vorbereitende Untersuchungen Innenstadt Ost Stand:Juli2017Kurzfassung Endbericht 35 Über die Maßnahmen am Kronenplatz und Berliner Platz hinaus beinhaltet das Neuord- nungskonzept zudem auch die Option, die heute noch im Gebäude des Parkhauses Kro- nenplatz untergebrachte Außenstellen,Farben und Lacke zu verlagern und die Möglich- keit für das KIT zu eröffnen, denStandort mit universitären Nutzungen weiterzuführen. Maßnahmenkonzept Kronenplatz •Überbauung des nördlichen Kronenplatzes unter Einbeziehung derBestandsgebäu- destruktur mit dem Ziel einerFrequenz bringenden, auf den umliegenden öffentli- chenRaum und die östliche Kaiserstraße ausstrahlendengesamtstädtisch bedeutsa- menNutzung-außerhalb des Handels im Kontext der die umliegenden Quartiere prägenden Nutzungscluster Bildung/Wissenschaft/Universität/Kultur. Hier konkret die Prüfung der Etablierung eines neuen Standortes für die Stadtbibliothek. •Sofern eine Bebauung des Nordteils des Platzraums ökonomisch oder aufgrund der fehlenden Mitwirkungsbereitschaft des derzeitigen Eigentümers nicht machbar ist: Bespielen des Platzraums aus der Erdgeschosszone des heutigen Bestandsgebäudes undNutzen des Nordteils des Kronenplatzes als Ort der mobilen Kultur und kulturel- les Bespielen des Platzraums zur Frequentierung des Platzraums. •Umbau des JUBEZ mit dem Ziel der Nutzung der Erdgeschosszone durch das JUBEZ. So können die Funktionen des JUBEZ direkt an den Platzraum andocken und diesen bespielen. •Umgestaltung des öffentlichen Raums des Kronenplatzesin Abhängigkeit der oben dargelegten Optionen. •Wegnahme der Überdachung / Boulebahnam Südrand des Platzraums. •Nachnutzung der heutigen Außenstelle der Heinrich-Hübsch-Schule im Gebäude des Parkhauses Kronenplatz, ggfs. als weitergehender Standort für das KIT, welches heu- te noch das Bestandsgebäude am Nordrand des Kronenplatzes nutzt („Nutzungsro- chade“). Berliner Platz/Antritt KIT •Modernisierung der vorhandenen Gebäudesubstanzder Nachkriegsbebauung alsEnt- reeim Auftakt der Kaiserstraßeam Westrand des Berliner Platzes(Kopfgebäude Waldhornstraße) und als Antritt zum Kronenplatz(Bebauung Kronenstraße/Ecke Kai- serstraße):Gestaltung der Fassaden als städtebauliche Akzentuierung,Qualifizieren des Wohnens in den Obergeschossen, Entwicklung differenzierter Wohnformen zur Stärkung des innerstädtischen Wohnens (auch im Kontext zur Nähe zum Campus Süd). •Neugestaltung des Berliner Platzes nach Umsetzung der Maßnahmen der UStrab als räumlichen Antritt zwischen Kaiserstraße und Campus Süd. •Bebauung am Nordrand des Berliner Platzes und am Antritt der Waldhornstraße: Ge- staltung der Fassaden alsstädtebauliche Akzentuierung, Qualifizieren des Wohnens in den Obergeschossen, Neuordnung in den Blockinnenräumen und Aufwertung des Blockinnenraums gekoppelt mit ergänzenden Wohnangeboten oder auch universitä- ren Angeboten, Entflechtung bestehender Gemengelagen durch Betriebsverlagerung. Stadt KarlsruheBeurteilungsgrundlage Vorbereitende Untersuchungen Innenstadt Ost Stand:Juli2017Kurzfassung Endbericht 36 •Über die Modernisierung und Blockinnenraumentwicklung hinausgehend: Weiterge- hendes Prüfen der Möglichkeit einesAbbruchsder Gebäudesubstanz nördlich des Berliner Platzes und durchgängige Neuordnung mit dem Ziel einer veränderten, räumlich nach Norden zurückversetzten städtebaulichen Raumkante und eines in der Konsequenz räumlich neu definierten Antritts zum KIT („City-Zugang“). Nutzung des neu entstehenden Gebäudekomplexes zumindest in denErdgeschosszonen durch das KIT. •Gestaltung des öffentlichen Vorfeldsals Antritt zum CampusüberdenBerliner Platz hinausgehend(Zugangsbereich Ehrenhof). •Gestaltung des Straßenraums der Waldhornstraße unter Berücksichtigung der zentra- len Verkehrsfunktion. Stadt KarlsruheBeurteilungsgrundlage Vorbereitende Untersuchungen Innenstadt Ost Stand:Juli2017Kurzfassung Endbericht 37 Schwerpunktbereich3:Kaiserstraße im Abschnitt Berliner Platz/Durlacher Tor; Kontext Campus Süd/Dörfle Neuordnungskonzept Innerhalb des Neuordnungskonzepts stehtim Schwerpunkt3 die Umgestaltung des östli- chen Abschnitts der Kaiserstraße im Abschnitt zwischen Berliner Platz und Durlacher Tor im Mittelpunkt des Neuordnungskonzepts. Hierbei ist vorgesehen, diesen Abschnitt der Kaiserstraße in seiner Trennwirkung und als Zäsur zwischen dem Nordrand des Dörfles und dem Südrand des Campus Süd zu reduzieren. Vor diesem Ziel soll derStraßenraum umgebaut und in diesem Rahmen die Bedeutung des motorisierten Individualverkehrs re- duziert, die Abgesetztheit des Gleiskörpers zurückgenommen und die Bedeutung des Straßenraums für Fußgänger und Radfahrer gestärkt werden.Vorgeschlagen wirdein ni- veaugleicher Umbau des Straßenraums. Der dargestellte Umbau der östlichen Kaiserstraße stellt eine erste Planungsvariante dar und muss im weiteren Verfahren vertiefend unter- sucht und abgestimmt werden. Basierend auf dem Umbau der östlichen Kaiserstraße besteht im Neuordnungskonzept das Ziel, die vorhandenen Geschäftsvorfelder des Dörfles zu qualifizieren und die Handelsfunk- tion gegenüber den von der Brunnenstraße ausstrahlenden Vergnügungsstätten zu stär- ken. Darüber hinaus besteht auch die Zielvorstellung,in den Oberschossendes Nordrands des Dörfles,neben einer Stärkung der Wohnsituation,auch universitäre oder im Kontext zum Campus Süd stehenden Nutzungsfunktionen zu etablieren. Schließlich beinhaltet das Neuordnungskonzept dasUpdate des Fasanenplatzes als zentra- ler Platzraum im Norden des Dörfles, der auch eine wichtige Funktion als Wohnumfelder- gänzender Freiraum (angrenzendes Seniorenwohnen) und zur Klimafolgenanpassung (As- pekt Wasser/Retention) besitzt. Abbildung:Neuordnungskonzept. Schwerpunktbereich 3 Stadt KarlsruheBeurteilungsgrundlage Vorbereitende Untersuchungen Innenstadt Ost Stand:Juli2017Kurzfassung Endbericht 38 Maßnahmenkonzept •Umbau der Kaiserstraße im Abschnitt zwischen Berliner Platz und Durlacher Tor mit folgenden Eckpunkten(Hinweis: Die aufgeführten Maßnahmen zum Umbau der öst- lichen Kaiserstraßestellen eine erste Planungsvariante dar, die im weiteren Verfahren vertiefend zu untersuchen und abzustimmen ist): -Herausnahme der KFZ-Verkehrsbeziehung Durlacher Tor-Berliner Platz (nördli- che Fahrbahnachse) zugunsten eines erweiterten Vorfelds des Campus-Süd (Ach- sefür Fußgänger/Radfahrer) in Kombination mit der von Seiten des KIT beabsich- tigten Öffnung des Südrands des Campus Süd (Wegnahme Zaun), der Stärkung der vorhandenen Wegebeziehungen von der Kaiserstraße in den Campus Süd und der Weiterentwicklung der universitären Bausubstanz als Adresse des KIT/Campus Süd zur Innenstadt -Beibehaltung der KFZ-Verkehrsbeziehung Berliner Platz–Durlacher Tor jedoch unter Kombination von KFZ, Radverkehr und verbleibendem Tram-Verkehr (es verbleibenzweiTramlinien nach Umsetzung der UStrab-Maßnahme auf dieser Achse) -Anpassung der Abbiegebeziehungen und der Signalisierung an den Knotenpunk- ten Durlacher Tor und Waldhornstraße/Fritz-Erler-Straße •Qualifizierung des Vorfelds des Dörfles und Beibehaltung der Parkierungsnutzung zur Stärkung der Handelsfunktion •Qualifizierung der Erdgeschosszonen, Schließen von Baulücken •Entwicklung von hochschulaffinen Nutzungen in den Obergeschossen der östlichen Kaiserstraße •Umgestaltung des Fasanenplatzes als zentraler Platzraum vor demHintergrund der spezifischen Anforderungsprofile aus der umgebenden Nutzung und der Klimafol- genanpassung Abbildung: Umbau der Kaiserstraße–Planungsvariante zur weiteren Abstimmung Stadt KarlsruheBeurteilungsgrundlage Vorbereitende Untersuchungen Innenstadt Ost Stand:Juli2017Kurzfassung Endbericht 39 Schwerpunktbereich4: Kapellenstraße/Dörfle/Alter Friedhof Neuordnungskonzept Im Schwerpunktbereich 4steht neben der Qualifizierung der prägenden Gebäudesub- stanz entlang der Kapellenstraße die Vernetzung zwischen dem Dörfle und dem Freiraum des Alten Friedhofs bzw. die weitergehende Vernetzung mit der Südstadt-Ost im Mittel- punkt des Neuordnungskonzepts. Hierbei soll die Kapellenstraße entsprechend ihrer seit der Entwicklung der Ludwig-Erhard-Allee veränderten Funktion im Verkehrsnetz der Stadt Karlsruhe umgebaut werden. In diesem Zuge zielt das Neuordnungskonzepteinerseits auf die Vorfeldgestaltung der städtebaulich Wert gebenden Außenkante des Dörfles mit ihrer historischen Bausubstanz ab, andererseits aber auch auf die wichtige Querungsbeziehung der Waldhornstraße, die auch als zentrale Achse für die Anbindungder Südstadt-Ost an die zentrale Innenstadt eine zunehmende Rolle spielt. Die Qualifizierung der Querungssi- tuation spielt aber auch für die Zugänglichkeit des Alten Friedhofs als wichtiger zusam- menhängender Freiraum für die Bewohnerschaft des Dörfles im Sinne der Klimafolgenan- passung eine wichtige Rolle. Abbildung: Neuordnungskonzept. Schwerpunktbereich 4 Maßnahmenkonzept •Modernisierung der Gebäudesubstanz entlang der Kapellenstraße zur Sicherung der Wohnfunktion •Umbau der Kapellenstraßeunter Beibehaltung des Gleiskörpers, Qualifizierung der Radwegebeziehung, nach Möglichkeit Begrünung des Straßenraums im Vorfeld der Gebäude entlang der Kapellenstraße zur Beschattung der durchgängig steinernen Fas- sadenflächen •Qualifizierung der Querung Waldhornstraße/Alter Friedhof als Hauptverbindungsachse zwischen City Süd und Innenstadt/KIT und zur Verbesserung der Erreichbarkeit des Freiraums des Alten Friedhofs •Gestaltung des Vorfelds der Kapellenstraße südlich der Waldhornstraße (Umfeld KAP) •Ergänzende Maßnahmen des Klimaschutzes in denan die Kapellenstraße angrenzen- den Baublöcken: Weitergehende Begrünung, Begrünung von Fassaden, Öffnungen der Blockrandbebauungzur Durchlüftung Stadt KarlsruheBeurteilungsgrundlage Vorbereitende Untersuchungen Innenstadt Ost Stand:Juli2017Kurzfassung Endbericht 40 Schwerpunktbereich5: Fritz-Erler-Straße/Kriegsstraße/Karl-Friedrich-Straße Neuordnungskonzept Auchim Schwerpunktbereich5stehendie Minimierung der Trennwirkung der vorhande- nen stark trennenden Hauptverkehrsachsen (Fritz-Erler-Straße, Kriegsstraße, Karl-Friedrich- Straße) und die Aufwertung der Randzonen imFokus. Abbildung: Neuordnungskonzept. Schwerpunktbereich 5 Hierbei geht es bei der Fritz-Erler-Straße insbesondere um die quantitativ durchaus üppi- gen Freiflächen in den Randbereichen, welche gestalterisch unbefriedigend sind und funk- tional aufgrund der Gestaltung kaum genutzt werden können. Ziel ist eine verstärkte Be- spielung dieserVorflächenaus den angrenzenden Erdgeschosszonen und damit eine Be- lebung desöffentlichen Raums. Das Quartier nördlich Kriegsstraßestellt nach Fertigstellung der Kombilösung (Stadtboule- vard Kriegsstraße, "via triumphalis"/Marktplatz) und den Veränderungen im Umfeld des BadischenStaatstheaters ein wichtiges Innenstadtentwicklungspotential dar. Es ist zu- gleich Eingangsbereich und Verbindungsquartier der südöstlichen Innenstadt. Die Nut- zungsstruktur in der südlichen Kreuz-und Adlerstraße und auch Kriegsstraße sind als wichtige "Eingangsschleusen" zur Innenstadt in ihrer Nutzungsvielfalt zu stärken und wei- ter zu entwickeln. Eine Sonderrolle spielt dabei das Gebäude des Postgiroamtes, welches als großvolumiger städtebaulicher Solitäre in das Quartier eingelagert ist und schon an sich eine Zäsur im Siedlungsgefüge darstellt. Das Arealdes Postgiroamtessoll neu geordnet werden, um der Eingangs-und Verknüp- fungsfunktion mit adäquaten,kleinkörnigerenstädtebaulichen Strukturen und Nutzungs- strukturen gerecht zu werden.Hier soll eine belebte Erdgeschosszone mit einem lebendi- gen Mix aus beispielsweise Gastronomie, Handel und Dienstleistungund einemkulturel- lem Angebotentstehen. Die funktionale und gestalterische Aufwertung der Vorzonen soll Stadt KarlsruheBeurteilungsgrundlage Vorbereitende Untersuchungen Innenstadt Ost Stand:Juli2017Kurzfassung Endbericht 41 diese Zielsetzung flankieren. In den Obergeschossen sollen zur Stärkung der Wohnfunkti- on in der Innenstadt Wohnungen entstehen.Alternativ wäre auch ein Umbau des Be- standsgebäudes unter ähnlichen Zielsetzungen vorstellbar. Innerhalbdes Quartiers nördlich der Kriegsstraßebestehen bereits sehr lebendige urbane Situationen wie beispielsweise um den Lidellplatz–zum einen im öffentlichen Raum und zum anderen in Teilen der Blockinnenräume. Jedoch weisen auch hier die Blockinnenräu- me ähnliche Missstände wie die Baublöcke nördlich der Kaiserstraße auf. Hiergilt es eben- falls die Wohnumfeldqualität und die klimatische Situation innerhalb der Baublöcke nach- haltig zu verbessern.Insgesamtist dieModernisierung des Gebäudebestands erforderlich. In der Karl-Friedrich-Straße/Rondellplatz erfolgt im Zuge der UStrab-Maßnahme eine Auf- wertung des öffentlichen Raumes. Das Neuordnungskonzept siehteine Qualifizierung der östlich angrenzenden Gebäudesubstanzdurch Modernisierung der Gebäudesubstanz und insbesondere einerÖffnung und Attraktivierung der Erdgeschosszonevor. Ziel ist es, die Karl-Friedrich-Straßemit Frequenzbringenden Nutzungen insbesondere in den Erdge- schossbereichenzubeleben, um soaucheinebessere Verknüpfungzwischen der Ein- kaufsinnenstadt westlich der Karl-Friedrich-Straße und dem Quartier um den Lidellplatz zu erzielen.Neben der Neuordnung des Postgiroamtesist hier auch die Nutzungsaktivierung der Gebäudebzw. ihrer Erdgeschosszonenam Rondellplatz erforderlich. Maßnahmenkonzept: •Qualifizierung der öffentlichen Räume in der südlichen Fritz-Erler-Straße in Kombina- tion mit der Aufwertung der Erdgeschosszone (Neugestaltung der Freiflächen, ggfs. auch Wegnahme der Arkaden, Öffnung der Blockrandbebauung zur besseren Durch- lüftung) •Neugestaltung des öffentlichen Raums der Kriegsstraße im Abschnitt Kreuzung Fritz- Erler-Straße und Karl-Friedrich-Straße alsurbane Stadtstraße mit Qualifizierung der Vorfelder •Modernisierung der vorhandenen Gebäudesubstanz entlang der Kriegsstraße •Aufwertung der Querungen zwischen Quartier um Lidellplatz und Südstadt/Standort Badisches Staatstheater über die Kriegsstraße (Adlerstraße/Kreuzstraße) •Modernisierung der vorhandenen Gebäudesubstanz im weiteren Umfeld des Lidell- platzes, Ordnungsmaßnahmen in einzelnen Blockinnenbereichenzur Freilegung im Hinblick auf Nebengebäude und untergeordnete Gebäudeteile, Neuordnung von Par- kierung und Begrünung von Blockinnenbereiche zur Steigerung der Aufenthaltsquali- tät und zur Klimafolgenanpassung •Entwicklung eines Quartierszentrums in der Adlerstraße •Städtebauliche Neuordnungdes Postgiro-Areals: •Entwicklung einer kleinteiligen,maßstäblichen Bebauungsstruktur:Entwicklung einerFrequenz bringendenurbanen Erdgeschosszone funktional andockend an das städtebauliche Umfeld (Handel/ECE, Staatstheater und kulturelle Einrichtun- gen im Umfeld) •Entwicklung einer innerstädtischen Wohnfunktion in den Obergeschossen •Sicherung der Freiraumqualitäten im Blockinnenraum Stadt KarlsruheBeurteilungsgrundlage Vorbereitende Untersuchungen Innenstadt Ost Stand:Juli2017Kurzfassung Endbericht 42 •Modernisierung/Umbau desGebäudekomplex „Markgräflichen Palais am Rondell- platz“im historischen Kontext der via triumphalis. Hier sollenkünftig Einheiten der öffentlichen Verwaltung (insbesondere Verwaltungseinheiten der Stadtverwaltung zur Gewährleistung kurzer Wege zwischen den städtischen Verwaltungseinheiten) ge- bündelt werden •ModernisierungdesGebäudes des Regierungspräsidiums nordöstlich des Rondellplat- zes mit einerattraktiv gestalteten,Frequenz bringendenErdgeschossnutzung •Öffnung des Hofs der Evangelischen Stadtkirche als Aufenthaltsort andockend an den Marktplatz Stadt KarlsruheBeurteilungsgrundlage Vorbereitende Untersuchungen Innenstadt Ost Stand:Juli2017Kurzfassung Endbericht 43 7.Vorschlag zur Abgrenzungdes Sanierungsgebietesund zur Wahl des Sanierungsverfahrens Anhand der Ergebnisse der Vorbereitenden Untersuchungen sind diejenigen Grundstücke und Flächen zu bestimmen, die als Sanierungsgebiet förmlich festzulegen sind. Die Einbe- ziehung in die förmliche Festlegung setzt den Nachweis des Sanierungsbedarfs und der Sanierungserfordernis voraus. Basierend auf den erfassten Mängeln und Missständen sowie dem oben dargestellten Neuordnungs-und Maßnahmenkonzept wird folgende Abgrenzung des Sanierungsgebie- tes vorgeschlagen: -Einbeziehungder im Untersuchungsgebiet liegenden östlichen Kaiserstraße, der Bau- blöcke nördlich und südlich der Kaiserstraße sowie eines Teils des Dörfles in das Sanie- rungsgebiet, da in diesen Teilbereichen des Untersuchungsgebietes gehäufte städte- bauliche Missstände vorliegen. -Herausnahmeder imUntersuchungsgebiet liegenden und im Zuge der städtebauli- chen Entwicklung nach der Flächensanierung entstandenen Baublöcke westlich und östlich der Fritz-Erler-Straße. Hier bestehen zwar aufgrund des Baualters bereits Män- gel in der Bausubstanz und in den Freiräumen, diese sind jedoch noch im Rahmen der Instandhaltung zu beheben und stellen keine umfassenden Modernisierungserforder- nisse im Sinne der Stadterneuerung dar.Für die notwendige Stilllegung der pneumati- schen Müllentsorgungsanlage und Umsetzung derMüllentsorgung gemäßAbfallsat- zung der Stadt Karlsruhewird außerhalb der Sanierungsmaßnahme vom Amt für Ab- fallwirtschaft in Zusammenarbeit mit dem KITein Konzept entwickelt. -Herausnahmedes Lidellplatzes und des Waldhornplatzes, da bei beiden Plätzen keine strukturellen und funktionalen Mängel festzustellen sind. -Über die Abgrenzung des Untersuchungsgebietes hinausgehend dieHinzunahme des Marktplatzes als zentraler Ort für die Gesamtstadt Karlsruhe und der damit erforderlichen Gestaltungsqualität desöffentlichenRaums über die Maßnahme der KASiG hinaus, den nördlichen Abschnitt der Karl-Friedrich-Straße zwischen Rondellplatz und Markplatz mit dem Ziel einer Gestaltung desöffentlichenRaums über die KASiG- Maßnahme hinaus als Antritt vom Rondellplatz zum Markplatz, der Kapellenstraße zur Umgestaltung des Straßenraums anhand der heutigen Bedeutung im Verkehrsnetz der Stadt Karlsruhe sowie als Vorfeld des Dörfles und zur Optimierung der Querungsbeziehungen zwischen Dörfle und Altem Friedhof/Südstadt-Ost, derVorfelder entlang derKriegsstraßeam Südrand des Untersuchungsgebiets zur Qualifizierung desöffentlichen Raums, sowie der Baublöckenordwestlichdes Markplatzes zur Modernisierung der Nachkriegsbebauung in der Verlängerung der Karl-Friedrich-Straße. Für die in der Empfehlung zur Abgrenzung des förmlich festzulegenden Sanierungsgebie- tes liegenden Flächen wird eine Einbeziehung in die Sanierungsabgrenzung im Zuge der förmlichen Festlegung nach §142 (3) BauGB empfohlen, da hier der aktive Einsatz von Fördermitteln zur Gestaltung des öffentlichen Raums und der Modernisierung von Ge- bäudesubstanz sowie zur städtebaulichen Neuordnung als notwendig angesehen wird, Stadt KarlsruheBeurteilungsgrundlage Vorbereitende Untersuchungen Innenstadt Ost Stand:Juli2017Kurzfassung Endbericht 44 um positive Impulse zur Erhaltung, Aufwertung und Sicherung der städtebaulichen Funk- tion des Gebietes InnenstadtOst zu liefern. In der Summe umfasst die Empfehlung zur Abgrenzung des förmlich festzulegenden Sa- nierungsgebietes eine Fläche von30,4ha. Überlagerungen mit bereits abgerechneten Sanierungsgebieten liegen mit dem abge- schlossenenSanierungsverfahren „Dörfle“ in Teilbereichen des Dörfles sowie einiger Bau- blöcke südlich der Kaiserstraße vor. Diese sind in der Plandarstellung zur Empfehlung zur Abgrenzung des Sanierungsgebietes dargestellt. Empfehlung zum Sanierungsverfahren -Umfassendes Sanierungsverfahren/Regelverfahren Die geplantenMaßnahmenkönnen gegebenenfalls zu sanierungsbedingten Boden- wertsteigerungen führen. Die Anwendung der besonderen sanierungsrechtlichen Vorschriften der §§152–156 a BauGB (Ausgleichsbetrag, Kaufpreiskontrolle)istfür die Durchführung der Sanierung erforderlich.Mit der Erhebung von Ausgleichsbeträ- gen können eventuell entstehende sanierungsbedingte Bodenwertsteigerungen ab- geschöpft und für die Finanzierung der Sanierungsmaßnahme verwendet werden. DasInstrument der Kaufpreiskontrolle kann zur Vermeidung von Spekulationen an- gewendet werden. Liegt ein Kaufpreis wesentlich über dem sanierungsunabhängigen Wert, ist die sanierungsrechtliche Genehmigung (§§ 144/145 BauGB) zu versagen.Im umfassenden Sanierungsverfahrensind die Vorschriften des §144 BauGB über ge- nehmigungspflichtige Vorhaben, Teilungen und Rechtsvorgängeanzuwenden. Die Vorschriften ermöglicheneine strategische Steuerung des Sanierungsverfahrensund sichernder StadtweitereEingriffsmöglichkeiten. Stadt KarlsruheBeurteilungsgrundlage Vorbereitende Untersuchungen Innenstadt Ost Stand:Juli2017Kurzfassung Endbericht 45 8.Kosten-und Finanzierungsübersicht (KuF) Nach §149 BauGB ist nach dem Stand der Planung eine Kosten-und Finanzierungsüber- sicht aufzustellen. Auf der Basis der Vorbereitenden Untersuchung ist mit den in der Anla- ge dargestellten sanierungsbedingten Kosten zu rechnen. Zu der in der Anlage beiliegenden tabellarischen Aufstellungwird folgendes angemerkt: -Die Ansätze für die Vorbereitung enthalten neben der Durchführung der vorbereiten- den Untersuchungen und der weiteren Begleitung der Sanierungsprozesses in den ers- ten zwei Jahren auch Ansätze für einen Quartiersmanager und weitere Vorbereitungs- kosten wie beispielsweise Gutachten, Dokumentationen. -Die für die Gestaltung der öffentlichen Räume angesetzten Kosten variieren zwischen derzeit anrechenbaren 150 Euro/m² und 100 Euro/m², welche für die Gestaltung des Marktplatzes, die Karl-Friedrich-Straße nördlich des Rondellplatzes, den Abschnitt der Fußgängerzone der Kaiserstraße, den Berliner Platz und den Umbau der Kriegsstraße angesetzt wurden. Hintergrund ist, dass diese Maßnahmen Teil der UStrab bzw. Kom- bilösung sind und hier zwischen der Maßnahme der KASiG und der finalen Gestaltung der öffentlichen Räume dezidierte vertragliche Regelungen über die Wiederherstellung der Straßenräume getroffen wurden, welche den reduzierten Ansatz von nur 100Euro/m² rechtfertigen. -Der im Norden des Kronenplatzes geplante Neubau einer bildungsaffinen Gemeinbe- darfseinrichtung (zum Beispiel Stadtbibliothek) ist in der Kosten-und Finanzierungs- übersicht mit Grunderwerbs-und Baukosten enthalten. Sofern sich im Laufe der Sanie- rung eine Antragstellung in ein Sonderprogramm wie beispielsweise dem Investitions- paket Soziale Integration im Quartier mit gegebenenfalls besseren Förderbedingungen ergibt, ist beabsichtigt,ein solches Sonderförderprogramm in Anspruch zu nehmen. Für den Neubau einer bildungsaffinen Gemeinbedarfseinrichtung (zum Beispiel Stadt- bibliothek) wurden rund 25 Millionen Euro Baukosten zuzüglich Ausstattungskosten in Höhe von 5 Millionen Euro kalkuliert. Förderfähig sind nur die Baukosten in Höhe von 25 Millionen Euro. Gemäß Städtebauförderungsrichtlinien kann der Neubau für Ge- meinbedarfseinrichtungen, die nicht nur dem Gebiet dienen, mit 30 Prozent gefördert werden. Somit ergeben sich für die Kosten-und Finanzierungsübersicht förderfähige Kosten in Höhe von 7,5 Millionen Euro. Alternativ könnte auch ein Dritter–beispielsweise die KFG-die bildungsaffine Ge- meinbedarfseinrichtung bauen und die Stadt die Räume mieten. So würden für die Stadt Mietkosten anfallen, die im Falle einer zentralen Stadtbibliothek bereits jetzt für die Erwachsenenbibliothek im Ständehaus und für die Jugendbibliothek im Prinz-Max- Palais anfallen. Zudem eröffnet die Verlagerung der Stadtbibliothek an den Kronenplatz für dasStän- dehaus und das Prinz-Max-Palais alternative Nutzungsmöglichkeiten. In finanzieller Hin- sicht entsteht also nicht nur ein zusätzlicher Aufwand, sondern auch ein zusätzliches Potential–auch wenn dies Stand heute noch nicht beziffert werden kann. -Ebensosoll für die beabsichtigte Modernisierung beziehungsweise den Umbau des Markgräflichen Palais (Gebäudekomplex BB Bank) für die Bündelung von Verwaltungs- einheiten ebenfalls ein Sonderprogramm in Anspruch genommen werden–sofern sich daraus verbesserte Förderbedingungen ergeben. Das HGW hat die Modernisierungs-/Umbaukosten für eine langfristige Nutzung des Gebäudes durch die Stadt Karlsruhe auf rund 30 Millionen Euro beziffert. Gemäß Städ- Stadt KarlsruheBeurteilungsgrundlage Vorbereitende Untersuchungen Innenstadt Ost Stand:Juli2017Kurzfassung Endbericht 46 tebauförderrichtlinien kann die Modernisierung einer Gemeinbedarfseinrichtung mit 60 Prozent gefördert werden. Somit ergeben sich für die Kosten-und Finanzierungsüber- sicht förderfähige Kosten in Höhe von 18 Millionen Euro. Die Grunderwerbskosten und der Gebäuderestwert für das Markgräfliche Palais (BB Bank Areal) wurden bereits gutachterlich ermittelt, müssen aber gegebenenfalls aktua- lisiert werden. -Die Ansätze für den Umbau des JUBEZ am Kronenplatz und der Farben-Schule in der Fritz-Erler-Straße 7-11 stellen ebenso erste Kostenansätze wie die Ansätze für Betriebs- verlagerungen dar, welche im weiteren Verfahren verifiziert werden müssen. Für die Modernisierung bzw. den Umbau der Gemeinbedarfseinrichtungen gilt eben- falls der Fördersatz von 60 Prozent der förderfähigen Kosten. Betriebsverlagerungen sind gemäß Städtebauförderrichtlinien zu 100 Prozent förderfä- hig. Kostenansätze für eventuelle Altlastenentsorgungen sind nicht berücksichtigt und sind-sofern welche anfallen-nicht förderfähig. -Alternativ zum Bestandserhalt der Bebauung nördlich des Berliner Platzes soll eine Neuordnung des Areals geprüft werden. Kosten hierfür sind in der Kosten-und Finan- zierungsübersicht nicht berücksichtigt. Hierzu sollen mit den Grundstückseigentümern zu Beginn der Sanierungsmaßnahme Gespräche geführt werden.Als Mögliche Nut- zungen kämen in Betracht: KIT-affine Nutzungen, Wohnen, Alternativ-Standort für Stadtbibliothek, ... -Kosten für die angestrebte städtebauliche Neuordnung des Postgiro-Areals sind in der Kosten-und Finanzierungsübersicht nicht berücksichtigt. Zum heutigen Zeitpunkt ist davon auszugehen, dass die Maßnahme gegebenenfalls ein Dritter nach den Maßga- ben der Sanierungszielsetzungen umsetzt. aufgestellt: Sippel + Buff–Netzwerk für Planung und Kommunikation in Abstimmung mit dem Stadtplanungsamt Mai/Juni/Juli2017 Die Anwendung des umfassenden Sanierungsverfahrens für das gesamte geplante Sanie- rungsgebiet (vgl. Punkt 7) führt voraussichtlich zu einem erhöhten Personalauf wand in der Abwicklung der Sanierungsmaßnahme. Landgraben Landgraben Landgraben Kreuzstraße Zähringerstraße Waldhornstraße Englerstraße Fritz-Erler-Straße Adlerstraße Pfarrer-Löw-Straße Waldhornstraße Waldhornplatz Heinrich-Hübsch-Schule Lidellplatz Markgrafenstraße Hebelstraße Fasanenplatz Zähringerstraße Waldhornstraße Steinstraße Am Künstlerhaus Kronenstraße Fasanenstraße Zähringerstraße Zirkelhof Fritz-Erler-Straße Zähringerstraße Handels- hof Kronenplatz Adlerstraße Markgrafenstraße Kaiserstraße Steinstraße Fasanenstraße Kronenstraße Zirkel Kreuzstraße Kaiserstraße Kaiserstraße Carl-Hofer-Schule Adlerstraße Zähringerstraße Brunnenstraße Berliner Platz Kaiserstraße Kreuzstraße Kreuzstraße Kriegstraße Kapellenstraße Kapellenstraße Hertz Dkm. Schule Schule Polizei Kleine Kirche Sozialgericht Evangelische Stadtkirche Hans-Thoma-Schule Markgräflich-Hochbergsches Palai 16 34 38 15 43 47 34 38 27 19 25 22 19 10 45 36 38 26 36 6 9 13 80 5 52 37 96 54 13 23 1 7 11 28 33 46 51 56a 32 36 34 21 32 37 89 12 32 12 93 8 34 22 42 18 109 38 24 88 15 30a 18 55 25 19 21 33 62 10 19 9 13 8 31 14 24 56 53 18 15 10 25 19 38 53 1 13 16a 9 17 18 16 8 28 30 66 5 101 24 21 18 23 27 3 15 17 7 37 31 23 26 46 36 13 100 45 58 11 12 24 19a 90 1 27b 25 3a 29 84 12 21 59 14 119 25a 92 36 11 25 33 16b 57 14 55a 10 7 22 35 21 27a 54 8 16 35 23 82 25 1 50 74 94 78 14 11 2 32 1 24 2 20 33 16 30 26 13 115 31 15a 139 7 2 8 23 27 29 17 68 23 30 55 30 30 10a 39 46 15 20 19 12 1 107 4 90 15a 3 16 3 58 70 14 25 28 5 21 84 28 17 49 111 8 86 47 25 17 4 23 43 1 13 47 45 17 19 31 63 27 67 27a 15 20 18 26 29 14 3 25 23 113 32 117 121 125 15 13 129 11 43 5 11 12 40 21 47 50 9 57 53 60 70 62 22 16 43 7 44 6 40 40 32 28 29 36 137 88 19 2 13 34 38 44 25 30 20 8 43 21 45 12 14 29 3 13 8 41 34a 41 2 45 66a 22 34 76 2 44 46 17 60 5 4 52 4 49 36 69 26 82 24 133 5 21 6 41 29 97 47 20 135 39 4 12a 20 18 76 49 15 99 1 14 7 54 55 55 66 49 27 11 32 72 24 9 80 9 18a 12 59 42 127 41 131 45 15 35 10 11 13 39 19 72 65 57 17 34 35 23 78 27 10 8 48 14 3 56 64 14 32 2 68 70 94 12 6 10 16 24 37 41 12 76 33 14 10 3 74 49 86 20a 40 31 123 61 43a 2 92 1 65 72 7 65a 17 13 15 22 26 8 31 36 42 5 20 48 52 26 33 11 51 64 17 51 28 61 14 22 15 43 31 36a 7 27a 42 23 22 19 13a 9 9 3 9 30 Legende Landgraben Abgrenzung des Untersuchungsgebietes der Vorbereitenden Untersuchungen Maßstab Datum Plan-Nr. Auftragnehmer Vorbereitende Untersuchungen Innenstadt Ost Stadt Karlsruhe Stadtplanungsamt Karlsruher Fächer GmbH 1:3500 22.06.2017 Dipl.-Ing. Thomas Sippel Freier Stadtplaner BDA, SRL Freier Landschaftsarchitekt Ostendstraße 106 70188 Stuttgart fon (0711) 411 30 38 fax (0711) 487 469 e-mail: info@sippel-netzwerk.de www.sippel-buff-netzwerk.de Netzwerk für Planung und Kommunikation Abgrenzung Untersuchungsgebiet auf Katastergrundlage 01 Firmenverwaltung und Arbeitsberatung Kreuzstraße Zähringerstraße Waldhornstraße Englerstraße Fritz-Erler-Straße Adlerstraße Pfarrer-Löw-Straße Waldhornstraße Waldhornplatz Heinrich-Hübsch-Schule Lidellplatz Markgrafenstraße Hebelstraße Fasanenplatz Zähringerstraße Waldhornstraße Steinstraße Am Künstlerhaus Kronenstraße Fasanenstraße Zähringerstraße Zirkelhof Fritz-Erler-Straße Zähringerstraße Handels- hof Kronenplatz Adlerstraße Markgrafenstraße Kaiserstraße Steinstraße Fasanenstraße Kronenstraße Zirkel Kreuzstraße Kaiserstraße Kaiserstraße Carl-Hofer-Schule Adlerstraße Zähringerstraße Brunnenstraße Berliner Platz Kaiserstraße Kreuzstraße Kreuzstraße Kriegstraße Kapellenstraße Kapellenstraße Fr Fr Fr Fr Fr Fr Fr Fr Fr Fr Fr Fr Fr Fr Fr 16 34 38 15 43 47 34 38 27 19 25 22 19 10 45 36 38 26 36 6 9 13 80 5 52 37 96 54 13 23 1 7 11 28 33 46 51 56a 32 36 34 21 32 37 89 12 32 12 93 8 34 22 42 18 109 38 24 88 15 30a 18 55 25 19 21 33 62 10 19 9 13 8 31 14 24 56 53 18 15 10 25 19 38 53 1 13 16a 9 17 18 16 8 28 30 66 5 101 24 21 18 23 27 3 15 17 7 37 31 23 26 46 36 13 100 45 58 11 12 24 19a 90 1 27b 25 3a 29 84 12 21 59 14 119 25a 92 36 11 25 33 16b 57 14 55a 10 7 22 35 21 27a 54 8 16 35 23 82 25 1 50 74 94 78 14 11 2 32 1 24 2 20 33 16 30 26 13 115 31 15a 139 7 2 8 23 27 29 17 68 23 30 55 30 30 10a 39 46 15 20 19 12 1 107 4 90 15a 3 16 3 58 70 14 25 28 5 21 84 28 17 49 111 8 86 47 25 17 4 23 43 1 13 47 45 17 19 31 63 27 67 27a 15 20 18 26 29 14 3 25 23 113 32 117 121 125 15 13 129 11 43 5 11 12 40 21 47 50 9 57 53 60 70 62 22 16 43 7 44 6 40 40 32 28 29 36 137 88 19 2 13 34 38 44 25 30 20 8 43 21 45 12 14 29 3 13 8 41 34a 41 2 45 66a 22 34 76 2 44 46 17 60 5 4 52 4 49 36 69 26 82 24 133 5 21 6 41 29 97 47 20 135 39 4 12a 20 18 76 49 15 99 1 14 7 54 55 55 66 49 27 11 32 72 24 9 80 9 18a 12 59 42 127 41 131 45 15 35 10 11 13 39 19 72 65 57 17 34 35 23 78 27 10 8 48 14 3 56 64 14 32 2 68 70 94 12 6 10 16 24 37 41 12 76 33 14 10 3 74 49 86 20a 40 31 123 61 43a 2 92 1 65 72 7 65a 17 13 15 22 26 8 31 36 42 5 20 48 52 26 33 11 51 64 17 51 28 61 14 22 15 43 31 36a 7 27a 42 23 22 19 13a 9 9 3 9 30 Legende Maßstab Datum Plan-Nr. Auftragnehmer Vorbereitende Untersuchungen Innenstadt Ost Stadt Karlsruhe Stadtplanungsamt Karlsruher Fächer GmbH 1:3500 22.06.2017 Dipl.-Ing. Thomas Sippel Freier Stadtplaner BDA, SRL Freier Landschaftsarchitekt Ostendstraße 106 70188 Stuttgart fon (0711) 411 30 38 fax (0711) 487 469 e-mail: info@sippel-netzwerk.de www.sippel-buff-netzwerk.de Netzwerk für Planung und Kommunikation City-Monitoring: Erdgeschossnutzungen / Branchen 02 Gesundheit, Sport und Medizin Immobilien und Finanzen IT, Medien, kreative und freie Berufe Parken Sonstiges (Reisebüro, Reinigung, sonstiges) Soziale Organisationen Vereine, Verbände und Organisationen Café, Eiscafé, Restaurant Schnellimbiss, Restaurantkette, Internet Cafè, Sonstiges Kneipe Dienstleistung in in der Erdgeschosszone Gastronomie in der Erdgeschosszone Erotic und Nachtbar Spielhallen Diskothek, sonstiges Vergnügungsstätten in der Erdgeschosszone Bekleidung und Schuhe Fachhandel Lebensmittel Handel in der Erdgeschosszone Handwerk Bildung Kultur Öffentl. Verwaltung Sonstiges Wohnen Keine Klassifizierung Leerstand Aufnahme 2015 Kreuzstraße Zähringerstraße Waldhornstraße Englerstraße Fritz-Erler-Straße Adlerstraße Pfarrer-Löw-Straße Waldhornstraße Waldhornplatz Heinrich-Hübsch-Schule Lidellplatz Markgrafenstraße Hebelstraße Fasanenplatz Zähringerstraße Waldhornstraße Steinstraße Am Künstlerhaus Kronenstraße Fasanenstraße Zähringerstraße Zirkelhof Fritz-Erler-Straße Zähringerstraße Handels- hof Kronenplatz Adlerstraße Markgrafenstraße Kaiserstraße Steinstraße Fasanenstraße Kronenstraße Zirkel Kreuzstraße Kaiserstraße Kaiserstraße Carl-Hofer-Schule Adlerstraße Zähringerstraße Brunnenstraße Berliner Platz Kaiserstraße Kreuzstraße Kreuzstraße Kriegstraße Kapellenstraße Kapellenstraße Lidellplatz Berliner Platz Kronenplatz Waldhornplatz Fasanen- platz Legende Hochverdichtete Blockinnenbereiche/ Gemengelagen Defizite in achsialen Bezügen Räumliche Zäsuren Historische Baublöcke ohne entsprechende Vorfelder Maßstabssprengende großvolumige Gebäudekörper Defizite in prägenden Raumkanten Abgrenzung des Untersuchungsgebietes der Vorbereitenden Untersuchungen Gebäude der Kategorie V (abgängiger Zustand) Gebäude der Kategorie IV (substanzielle Mängel) Komplexe Kreuzungspunkte Maßstab Datum Plan-Nr. Auftragnehmer Vorbereitende Untersuchungen Innenstadt Ost Stadt Karlsruhe Stadtplanungsamt Karlsruher Fächer GmbH 1:3500 22.06.2017 Dipl.-Ing. Thomas Sippel Freier Stadtplaner BDA, SRL Freier Landschaftsarchitekt Ostendstraße 106 70188 Stuttgart fon (0711) 411 30 38 fax (0711) 487 469 e-mail: info@sippel-netzwerk.de www.sippel-buff-netzwerk.de Netzwerk für Planung und Kommunikation Stadtstrukturelle Mängel und Missstände 03 Defizit soziale Kontrolle / subjektives Sicherheitsgefühl Kreuzstraße Zähringerstraße Waldhornstraße Englerstraße Fritz-Erler-Straße Adlerstraße Pfarrer-Löw-Straße Waldhornstraße Waldhornplatz Heinrich-Hübsch-Schule Lidellplatz Markgrafenstraße Hebelstraße Fasanenplatz Zähringerstraße Waldhornstraße Steinstraße Am Künstlerhaus Kronenstraße Fasanenstraße Zähringerstraße Zirkelhof Fritz-Erler-Straße Zähringerstraße Handels- hof Kronenplatz Adlerstraße Markgrafenstraße Kaiserstraße Steinstraße Fasanenstraße Kronenstraße Zirkel Kreuzstraße Kaiserstraße Kaiserstraße Carl-Hofer-Schule Adlerstraße Zähringerstraße Brunnenstraße Berliner Platz Kaiserstraße Kreuzstraße Kreuzstraße Kriegstraße Kapellenstraße Kapellenstraße Legende Funktionale Defizite in Blockinnenbereichen, fehlende Aufenthaltsqualität Lärmeinwirkungen aus umliegenden Verkehrsachsen Gemengelage Gastronomie und Vergnügungsstätten bei gleichzeitigem Defizit an Freiräumen Defizite in räumlichen Zuordnungen / Querungsprobleme Abgrenzung des Untersuchungsgebietes der Vorbereitenden Untersuchungen Vergnügungsstätten Defizite in der Bespielung/Belebung von Plätzen und öffentlichen Räumen Maßstab Datum Plan-Nr. Auftragnehmer Vorbereitende Untersuchungen Innenstadt Ost Stadt Karlsruhe Stadtplanungsamt Karlsruher Fächer GmbH 1:3500 22.06.2017 Dipl.-Ing. Thomas Sippel Freier Stadtplaner BDA, SRL Freier Landschaftsarchitekt Ostendstraße 106 70188 Stuttgart fon (0711) 411 30 38 fax (0711) 487 469 e-mail: info@sippel-netzwerk.de www.sippel-buff-netzwerk.de Netzwerk für Planung und Kommunikation Mängel in der Nutzungsfunktion Wohnen 04 Kreuzstraße Zähringerstraße Waldhornstraße Englerstraße Fritz-Erler-Straße Adlerstraße Pfarrer-Löw-Straße Waldhornstraße Waldhornplatz Heinrich-Hübsch-Schule Lidellplatz Markgrafenstraße Hebelstraße Fasanenplatz Zähringerstraße Waldhornstraße Steinstraße Am Künstlerhaus Kronenstraße Fasanenstraße Zähringerstraße Zirkelhof Fritz-Erler-Straße Zähringerstraße Handels- hof Kronenplatz Adlerstraße Markgrafenstraße Kaiserstraße Steinstraße Fasanenstraße Kronenstraße Zirkel Kreuzstraße Kaiserstraße Kaiserstraße Carl-Hofer-Schule Adlerstraße Zähringerstraße Brunnenstraße Berliner Platz Kaiserstraße Kreuzstraße Kreuzstraße Kriegstraße Kapellenstraße Kapellenstraße Trading down Lidellplatz Berliner Platz Kronenplatz Waldhornplatz Fasanen- platz Legende Vergnügungsstätten Fehlender Frequenzbringer im räumlichen Bezug Defizite in der Nutzung von Erdgeschosszonen Fehlende Vorfelder für Handelsnutzung Fehlendes Gegenüber Anhäufung niederschwelliger Handelsnutzungen Defizit soziale Kontrolle / subjektives Sicherheitsgefühl Maßstab Datum Plan-Nr. Auftragnehmer Vorbereitende Untersuchungen Innenstadt Ost Stadt Karlsruhe Stadtplanungsamt Karlsruher Fächer GmbH 1:3500 22.06.2017 Dipl.-Ing. Thomas Sippel Freier Stadtplaner BDA, SRL Freier Landschaftsarchitekt Ostendstraße 106 70188 Stuttgart fon (0711) 411 30 38 fax (0711) 487 469 e-mail: info@sippel-netzwerk.de www.sippel-buff-netzwerk.de Netzwerk für Planung und Kommunikation Mängel in der Nutzungsfunktion Handel 05 Abgrenzung des Untersuchungsgebietes der Vorbereitenden Untersuchungen Kreuzstraße Zähringerstraße Waldhornstraße Englerstraße Fritz-Erler-Straße Adlerstraße Pfarrer-Löw-Straße Waldhornstraße Waldhornplatz Heinrich-Hübsch-Schule Lidellplatz Markgrafenstraße Hebelstraße Fasanenplatz Zähringerstraße Waldhornstraße Steinstraße Am Künstlerhaus Kronenstraße Fasanenstraße Zähringerstraße Zirkelhof Fritz-Erler-Straße Zähringerstraße Handels- hof Kronenplatz Adlerstraße Markgrafenstraße Kaiserstraße Steinstraße Fasanenstraße Kronenstraße Zirkel Kreuzstraße Kaiserstraße Kaiserstraße Carl-Hofer-Schule Adlerstraße Zähringerstraße Brunnenstraße Berliner Platz Kaiserstraße Kreuzstraße Kreuzstraße Kriegstraße Kapellenstraße Kapellenstraße Kronenplatz Berliner Platz Waldhornplatz Fasanenplatz Marktplatz Rondellplatz Legende Freiraumplanerische Defizite in den Blockinnenbereichen Verbesserungspotenzial Platzgestaltung Gestalterische Defizite im Straßenraum Defizite in der Erreichbarkeit angrenzender Freiräume (Zäsur) Verbesserungspotenzial Bespielung/Belebung von Plätzen und öffentlichen Räumen Abgrenzung des Untersuchungsgebietes der Vorbereitenden Untersuchungen Maßstab Datum Plan-Nr. Auftragnehmer Vorbereitende Untersuchungen Innenstadt Ost Stadt Karlsruhe Stadtplanungsamt Karlsruher Fächer GmbH 1:3500 22.06.2017 Dipl.-Ing. Thomas Sippel Freier Stadtplaner BDA, SRL Freier Landschaftsarchitekt Ostendstraße 106 70188 Stuttgart fon (0711) 411 30 38 fax (0711) 487 469 e-mail: info@sippel-netzwerk.de www.sippel-buff-netzwerk.de Netzwerk für Planung und Kommunikation Mängel in der Freiraumstruktur 06 Landgraben Landgraben Landgraben Kreuzstraße Zähringerstraße Waldhornstraße Englerstraße Fritz-Erler-Straße Adlerstraße Pfarrer-Löw-Straße Waldhornstraße Waldhornplatz Heinrich-Hübsch-Schule Lidellplatz Markgrafenstraße Hebelstraße Fasanenplatz Zähringerstraße Waldhornstraße Steinstraße Am Künstlerhaus Kronenstraße Fasanenstraße Zähringerstraße Zirkelhof Fritz-Erler-Straße Zähringerstraße Handels- hof Kronenplatz Adlerstraße Markgrafenstraße Kaiserstraße Steinstraße Fasanenstraße Kronenstraße Zirkel Kreuzstraße Kaiserstraße Kaiserstraße Carl-Hofer-Schule Adlerstraße Zähringerstraße Brunnenstraße Berliner Platz Kaiserstraße Kreuzstraße Kreuzstraße Kriegstraße Kapellenstraße Kapellenstraße Hertz Dkm. Schule Schule Polizei Kleine Kirche Sozialgericht Evangelische Stadtkirche Hans-Thoma-Schule Markgräflich-Hochbergsches Palai Alter Friedhof Schlossgarten Marktplatz Durlacher Tor City-Park Staatstheater Ettlinger Tor KIT Campus Süd Legende Einbindung und Vernetzung vorhandener Institutionen mit Bezug zum Quartier Maßstab Datum Plan-Nr. Auftragnehmer Vorbereitende Untersuchungen Innenstadt Ost Stadt Karlsruhe Stadtplanungsamt Karlsruher Fächer GmbH 1:3500 22.06.2017 Dipl.-Ing. Thomas Sippel Freier Stadtplaner BDA, SRL Freier Landschaftsarchitekt Ostendstraße 106 70188 Stuttgart fon (0711) 411 30 38 fax (0711) 487 469 e-mail: info@sippel-netzwerk.de www.sippel-buff-netzwerk.de Netzwerk für Planung und Kommunikation Neuordnungskonzept 07 Umbau der Kaiserstraße zur Fußgängerzone Umbau der östlichen Kaiserstraße als Bindeglied zwischen Dörfle und Campus Süd Modernisierung vorhandener Gebäudesubstanz Modernisierung kombiniert mit Qualifizierung der Erdgeschoßzonen Grundlegende städtebauliche Neuordnung / Ergänzungsbebauung Belebung des Öffentlichen Raums aus der Erdgeschoßzone heraus Schaffen von Bezügen zwischen dem Gebiet Innenstadt Ost und dem Campus Süd Qualifizierung von Querungen zur verbesserten Erreich- barkeit von Freiflächen und stadträumlichen Vernetzung Neuordnung, Entsiegelung und Aufwertung von Blockinnenräumen Neubau einer Stadtbibliothek als frequenter Ankerpunkt der östlichen Kaiserstraße Maßnahmen zur klimatischen Aufwertung Schaffen von Aufenthaltsqualitäten in den Blockinnenräumen Umgestaltung von weiteren Straßenräumen und Vorfeldern Z i r k e l Z i r k e l Z i r k e l Z i r k e l h o f L a m m s t r a ß e Handelshof L a m m s t r a ß e H e b e l s t r a ß e A d l e r s t r a ß e S t e i n s t r a ß e H e b e l s t r a ß e K r e u z s t r a ß e A d l e r s t r a ß e A d l e r s t r a ß e K r e u z s t r a ß e A d l e r s t r a ß e K r e u z s t r a ß e K r e u z s t r a ß e K r e u z s t r a ß e A d l e r s t r a ß e S t e i n s t r a ß e K r o n e n s t r a ß e N e u e r Z i r k e l K r i e g s s t r a ß e K r i e g s s t r a ß e K a i s e r s t r a ß e F i n t e r s t r a ß e K r o n e n s t r a ß e K a i s e r s t r a ß e K r o n e n s t r a ß e E n g l e r s t r a ß e K a i s e r s t r a ß e K a i s e r s t r a ß e E n g l e r s t r a ß e K a i s e r s t r a ß e F a s a n e n s t r a ß e B r u n n e n s t r a ß e F a s a n e n s t r a ß e W a l d h o r n s t r a ß e K a p e l l e n s t r a ß e W a l d h o r n s t r a ß e E n g e s s e r s t r a ß e W a l d h o r n s t r a ß e K a p e l l e n s t r a ß e E n g e s s e r s t r a ß e Alter Friedhof M e i d i n g e r s t r a ß e Z ä h r i n g e r s t r a ß e Z ä h r i n g e r s t r a ß e Z ä h r i n g e r s t r a ß e Z ä h r i n g e r s t r a ß e A m K ü n s t l e r h a u s Z ä h r i n g e r s t r a ß e M a r k g r a f e n s t r a ß e E t t l i n g e r S t r a ß e M a r k g r a f e n s t r a ß e B a u m e i s t e r s t r a ß e B a u m e i s t e r s t r a ß e Rüppurrer Straße W i l h e l m - J o r d a n - W e g E r n s t - G a b e r - S t r a ß e F r i t z - E r l e r - S t r a ß e F r i t z - E r l e r - S t r a ß e P f a r r e r - L ö w - S t r a ß e W i l h e l m - N u s s e l t - W e g R u d o l f - P l a n k - S t r a ß e P h i l i p p - R e i s - S t r a ß e L u d w i g - E r h a r d - A l l e e K a r l - F r i e d r i c h - S t r a ß e K a r l - F r i e d r i c h - S t r a ß e E n g e l b e r t - A r n o l d - S t r a ß e M a r k t p l a t z L a n d g r a b e n Lidellplatz K r o n e n p l a t z S c h l o s s p l a t z Paulckeplatz S c h l o s s p l a t z Rondellplatz B e r l i n e r P l a t z Mendelssohnplatz O t t o - A m m a n n - P l a t z E t t l i n g e r - T o r - P l a t z Kantgymnasium Schillerschule Carl-Hofer-Schule Ludwig-Erhard-Schule Heinrich-Hübsch-Schule K r i e g s s t r a ß e M a r i e n s t r a ß e D u r l a c h e r T o r E n g e s s e r s t r a ß e Z ä h r i n g e r s t r a ß e K l a r a - S i e b e r t - S t r a ß e P l a t z d e r G r u n d r e c h t e I r e n e - R o s e n b e r g - S t r a ß e M e n s a p l a t z F a s a n e n p l a t z Waldhornplatz R e i n h a r d - B a u m e i s t e r - P l a t z Vorbereitende Untersuchung Innenstadt Ost Generalplanung und Stadtsanierung 0255075100m Stadt Karlsruhe Stadtplanungsamt TR/CG H. Dederer 24.07.2017 S. Rosenberg Prof. Dr. A. Karmann-Woessner Maßstab: Gezeichnet: Bereichsleitung: Datum: Projektleitung: Amtsleitung: Vorbereitende Untersuchung Innenstadt Ost 1:3.500 Abgrenzung des abgeschlossenen Sanierungsverfahren "Dörfle" ca. 18,0 ha Zone 2 Vereinfachtes Verfahren ca. 18,4 ha Zone 1 Klassisches Regelverfahren ca. 11,9 ha Abgrenzung des abgeschlossenen Sanierungsgebiets "Dörfle" ca. 18,0 ha Abrgenzung Untersuchungsgebiet Innenstadt Ost ca. 34,8 ha Vorschlag zur Abgrenzung des geplanten Sanierungsgebiets ca. 30,4 ha Plan 08

  • Protokoll TOP 18
    Extrahierter Text

    NIEDERSCHRIFT Stadt Karlsruhe Gremium: 42. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: 26. September 2017, 15:30 Uhr öffentlich Ort: Bürgersaal des Rathauses Vorsitzende/r: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 18. Punkt 18 der Tagesordnung: Vorbereitende Untersuchungen Innenstadt Ost - Bericht und Antragstellung Vorlage: 2017/0484 Beschluss: 1. Der Bericht über die vorbereitenden Untersuchungen nach § 141 BauGB wird zur Kenntnis genommen und den vorläufigen Sanierungszielen, dem Neuordnungs- konzept, dem Maßnahmenplan sowie der Kosten- und Finanzierungsübersicht wird zugestimmt. 2. Die Verwaltung wird beauftragt, für das Programmjahr 2018 einen Antrag zur Aufnahme in ein städtebauliches Erneuerungsprogramm zu stellen. Abstimmungsergebnis: Einstimmige Zustimmung Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 18 zur Behandlung auf und verweist auf die Vorberatung im Planungsausschuss und Hautausschuss. Da haben Sie mit Schrecken wahrgenommen, welche Beträge da unten in der Vorlage stehen, nämlich 91,8 Millionen Euro Gesamtmaßnahmen, und davon müssten nur 57,7 Millionen Euro durch die Stadt erbracht werden. Mir ist noch mal wichtig an dieser Stel- le zu bekräftigen, dass das eine Art Rahmensetzung ist, und über alle Unterbeschlüsse, die dann mit Geld verbunden sind, wird der Gemeinderat noch mal separat abstimmen. Es gibt zwei große Maßnahmen, die fast zwei Drittel dieser Summe abdecken. Einmal der Neubau einer Stadtbibliothek irgendwo im Osten und in dem Bereich des Sanie- rungsgebietes, und das andere ist eine Immobilienentwicklung am Rondellplatz. Beides sind große Einzelprojekte, die wir mit Ihnen sowieso separat, ob Sanierungsgebiet oder nicht, entscheiden müssen. Insofern stecken Sie heute einen Rahmen ab, es kann aber daraus keine Verpflichtung abgeleitet werden, dass man allen Untermaßnahmen dann auch zustimmt, und je nach Haushaltsentwicklung wird man dann auch das ein oder andere entscheiden können oder eben nicht. Ich bin grundsätzlich sehr davon angetan, dass das Ministerium uns zumindest offenlässt, dass wir auch mit solchen Summen und Maßnahmen da einsteigen können. Es gibt ein Zitat aus dem zuständigen Ministerium, dass es mit diesem Sanierungsgebiet um die zweite Herzkammer der Stadt Karlsruhe - 2 - geht, die westliche Kaiserstraße und die östliche Kaiserstraße sind die beiden Herzkam- mern. Man hat also anerkannt, dass das für die Stadtentwicklung ein ganz außeror- dentlich wichtiges Gebiet ist und ist aus unserer Einschätzung nach auch bereit, sehr viele Landesmittel gegebenenfalls zur Verfügung zu stellen, da sind auch eine ganze Reihe von Maßnahmen dabei, die wir sowieso umsetzen würden. Wir müssen ja im Os- ten der Stadt, im Bereich Kaiserstraße, einiges so oder so machen, zum Beispiel die Ge- staltung Marktplatz Kaiserstraße, nördlicher Teilbereich Karl-Friedrich-Straße, Umgestal- tung Kapellenstraße. Das sind alles Dinge, die wir sowieso irgendwann in Angriff neh- men müssten, umso besser, wenn wir das dann im Rahmen eines Landessanierungsge- bietes, mit entsprechenden Landesmitteln, machen können. Insofern bitte ich Sie hier um die Zustimmung, ohne dass ich daraus eine Verpflichtung ableite, dass wir diese Summen dann auch wirklich im Einzelnen umsetzen oder bereitstellen müssen. Stadtrat Brenk (CDU): Sie haben jetzt einiges gesagt, was ich in ähnlicher Weise hier aufgeschrieben habe. Die Thematik geht letztendlich darum, die CDU-Fraktion begrüßt außerordentlich, dass die Verwaltung beauftragt wird, das Programm für 2018, einen Antrag zur Aufnahme der Innenstadt Ost für das innerstädtische Erneuerungspro- gramm, zu stellen. Da ein nicht unerheblicher Betrag daraus gefördert wird, ist es un- sinnig, dass wir diese Maßnahme nicht durchführen, deshalb grundsätzlich ein ja, von- seiten der CDU-Fraktion. Trotzdem ist es für uns, die CDU-Fraktion wichtig, dass alle Maßnahmen einzeln be- trachtet werden und auch einzeln umgesetzt werden. Sie haben es uns eben schon in Ihren Ausführungen gesagt, obwohl diese Maßnahmen erst über viele Jahre hinaus an- fallen. Warum wollen wir das? Wir haben eine, und das wissen wir alle, angespannte Haushaltslage, und wir haben gerade in den letzten Stunden ein großes Projekt verab- schiedet, und wir haben andere große Projekte, die wir noch vor uns herschieben, ver- abschiedet, und diese müssen letzten Endes alle bewältigt werden. Wir begrüßen es, dass es umgesetzt wird. Wir möchten aber, wenn solche großen Projekte, wie zum Bei- spiel in der Gesamtmaßnahme der Bau der Stadtbibliothek am Kronenplatz, dass man das noch mal ganz individuell anschaut, kann sich die Stadt Karlsruhe zu diesem Zeit- punkt das überhaupt leisten, ist es uns möglich oder ist es uns nicht möglich. Die CDU- Fraktion möchte an dieser Stelle einfach den Druck erhöhen, dass wir uns über die Zu- kunft der Stadt und über die Zukunft unserer Nachfolger Gedanken machen. Lassen Sie uns aber trotzdem, der Vorlage gemeinsam zustimmen. Stadtrat Dr. Fechler (SPD): Wir nehmen die Vorlage gerne zur Kenntnis und stimmen der Aufnahme in das städtebaulichen Erneuerungsprogramm 2018 zu. Für uns ist die Einbindung der östlichen Kaiserstraße unabdingbar, letztendlich ist es eine logische Fol- ge der baulichen Maßnahmen, die wir momentan durchführen, das heißt Entwicklung westliche Kaiserstraße, U-Strab und die Öffnung der Stadt Richtung Süden. Wenn wir nicht wollen, dass die östliche Kaiserstraße abgehangen wird, sind wir letztendlich ver- pflichtet, hier weitere Aktivitäten zu entwickeln. Die Beträge sind genannt worden, es ist von Ihnen auch ausgeführt worden, dass es sich hier nicht um einen abschließenden Beschluss handelt, sondern nur um eine Rahmenplanung, aber es muss auch jedem hier im Raum bewusst sein, wenn wir die östliche Kaiserstraße wirklich revitalisieren wollen, weiter voranbringen wollen, brauchen wir gute öffentliche Funktionen in diesem Be- reich. Hier sind die beiden genannten Beispiele, die Bibliothek oder auch die Entwick- - 3 - lung am Rondellplatz im ehemaligen oder noch BB-Bankgebäude, beispielhaft genannt, nichtsdestotrotz sollten wir die Finanzen im Auge behalten, aber das hatten Sie hinrei- chend ausgeführt. Unser Dank gilt der Stadtplanung, die hier vorbildlich gearbeitet hat. Stadträtin Dr. Leidig (GRÜNE): Der Innenstadt Ost geht es nicht gut und sie ist, wie Sie selbst ausgeführt haben, tatsächlich ein Herzstück unserer Stadt. Nicht nur, dass in etwa siebentausend Menschen dort leben, es ist ja tatsächlich auch so, dass dieses gan- ze Projekt der Kombilösung, für das wir eine Milliarde Euro öffentliche Mittel ausgeben, schon fast als gescheitert angesehen werden kann, wenn wir es nicht in den Griff be- kommen, diesen entscheidenden großen und wichtigen Teil der Innenstadt irgendwie in Ordnung zu bringen. Da kann es nicht damit getan sein, dass wir ein paar Pflastersteine auswechseln oder irgendeine Verkehrsführung oder Wegeführung ändern, sondern da muss wirklich ganz strategisch etwas geschehen, damit Menschen sich diesem Stadtteil wieder zuwenden, damit da wieder eine Belebung stattfindet und das Ganze nicht noch weiter sich herabwirtschaftet. Insofern trotz aller Zögerlichkeit und Verständlichkeit, auch im Hinblick auf den städtischen Haushalt, an dieser Stelle jetzt zu sagen, wir dre- hen jeden Euro zweimal um, wäre dann doch ein falscher Ansatz. Natürlich auch hier Kostenbewusstsein, aber diesem strategischen Ziel, dass wir diesen Stadtteil wieder in Ordnung bringen, dem sollten wir uns alle verschreiben. In der Broschüre des Stadtpla- nungsamtes wurde sehr deutlich aufgezeigt, wo die Schwachpunkte liegen, und welche Überlegungen bestehen, das alles in den Griff zu bekommen, und ich bin einfach sehr dankbar darüber, dass Sie sich hier soviel Arbeit gemacht haben, und ich sehe eine ganz große Chance in diesem Antrag, weil damit auch die finanzielle Last verringert wird und durch eine Zuteilung durch das Land ja auch noch mal eine Aussage getroffen werden würde, wie wichtig dieses Projekt tatsächlich auch ist, also dass nicht nur wir das so er- kennen, sondern dass auch das Land sagt, es ist so wichtig, dass sich auch Baden- Württemberg beteiligt. Insofern stimmen wir der Einreichung gerne zu, hoffen auf ein positives Ergebnis und freuen uns einfach darauf, wie es weiter geht. Stadtrat Cramer (KULT): Meine Fraktion wird dieser Vorlage ohne wenn und aber zustimmen. Wir sind jetzt auch nicht von irgendwelchen Summen abgeschreckt, alle hier im Haus wissen doch, dass es hier um einen Grundsatzbeschluss geht, wir etwas auf den Weg bringen, und es wurde die Erfahrung gemacht, dass es mit so großen Pro- jekten immer Schritt für Schritt geht und geschaut wird, was wird angepackt und was wird das kosten. Ich denke, das ist die Realität und von daher denke ich, alle Aufge- regtheiten brauchen wir heute nicht. Ich finde es auch richtig, wie Sie Frau Dr. Leidig gesagt haben, es ist gut, dass wir es jetzt angehen, und alles Weitere wird sich in den nächsten Jahren und Legislaturperioden ergeben. Stadtrat Jooß (FDP): Ich denke, die Innenstadt Ost ist genauso wichtig wie Wildpark- stadion oder Theater, denn wer die Innenstadt Ost kennt und weiß wie es da aussieht, weiß wie dringend hier eine Sanierung ist. Da das nicht von heute auf morgen gemacht werden muss und noch Komplementärmittel fließen, sind wir absolut dafür, dass wir der Vorlage zustimmen. Stadtrat Dr. Schmidt (AfD): Der Gemeinderat hat heute seine Spendierhosen an. Wir haben gerade eben, für die nächsten zwölf Jahre, 165 Millionen Euro für das Staatsthe- ater ausgegeben. Wir haben bereits Sanierungsgebiete in Grötzingen und Altknielingen - 4 - laufen, und jetzt wollen wir weitere 57 Millionen heute noch beschließen, dass wir die- se in den nächsten Jahren ausgeben. Ich frage mich ganz ehrlich, wie das alles funktio- nieren soll. Außerdem, zu den Schilderungen der Innenstadt Ost, wenn man den Glau- ben schenken darf, die man eben hören durfte, dann ist es ein Entwicklungsgebiet oder total heruntergekommen, also ich finde, so schlimm ist es da nicht. Da gibt es durchaus auch Ecken, die ihren Charme haben, ich sehe es einfach vom finanziellen Aufwand her. Ich weiß nicht, wie wir das alles auf einmal Schultern wollen, ich weiß es geht da- rum, Zuschüsse vom Land zu holen, ok. Trotzdem, uns von der AfD ist es einfach zu viel Geld, zu dem wir uns auf einmal jetzt verpflichten sollen. Wir sind der Meinung, wir sollten Innenstadt Ost machen, aber nicht jetzt. Stadtrat Wenzel (FW): Zustimmung zur Vorlage. Denn wann sollen wir es machen, wenn wir es nicht jetzt im Vorfeld der Fertigstellung angehen, der nicht von allen, auch nicht von mir, geliebten Kombilösung? Aber es geht ja nicht nur um dieses Projekt, es geht einfach um die Innenstadt Ost, es geht um die Weiterentwicklung der Via Trium- phales. Wir hatten die Entwicklung zum Staatstheater gehabt, wir sehen die Chancen die es am Rondellplatz gibt, wir sehen die Chancen die wir am Berliner Platz haben müssen, der jetzt das absolute Chaos darstellt, wir sehen die Problematik der Ladenge- schäfte die dort weggehen, ob wir das mit Maßnahmen beleben können, werden wir sehen. Ich habe so manche Zweifel, vielleicht machen wir daraus ein Wohngebiet, oder es entwickelt sich anders. Ich bin mir nicht sicher, was sich entwickelt, aber die Vorlage und die Entwicklungskonzepte, das habe ich auch im Ausschuss gesagt, halte ich für richtig und gut. Ob wir die Bibliothek dort versetzen oder nicht, das sind ja alles Einzel- entscheidungen, die ja noch folgen und deshalb dieser Grundsatz, denn wenn wir das nicht beantragen, bekommen wir auch kein Geld, und es kann nichts Schlimmeres pas- sieren, dass das Land Nein sagt, dann haben wir es auch nicht versucht, und deshalb volle Zustimmung. Der Vorsitzende: Das waren alle Wortmeldungen, wir kommen zur Abstimmung und ich bitte um Votum ab jetzt - das ist nahezu einstimmig. Ich wollte noch für das Proto- koll feststellen, dass Herr Stadtrat Konrad vor der Abstimmung den Saal verlassen hatte. Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt – Ratsangelegenheiten 17. Oktober 2017